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Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung

Hier finden Sie die retrodigitalisierten Fassungen der Ausgaben 2005 bis 2016 des Jahrbuches für Historische Kommunismusforschung (JHK).

 

Weitere Bände werden sukzessive online gestellt. Die aktuelle Printausgabe folgt jeweils zwei Jahre nach ihrem Erscheinen.

Das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung wurde 1993 von Hermann Weber (†) als internationales Forum zur Erforschung des Kommunismus als europäisches und globales Phänomen gegründet. Das Jahrbuch enthält Aufsätze, Miszellen, biografische Skizzen, Forschungsberichte sowie Dokumentationen und präsentiert auf diesem Weg einmal jährlich die neuesten Ergebnisse der internationalen Kommunismusforschung.

Seit 2004 wird das Jahrbuch im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegeben und erscheint aktuell im Berliner Metropol Verlag.

Herausgeber: Ulrich Mählert, Jörg Baberowski, Bernhard H. Bayerlein, Bernd Faulenbach, Ehrhart Neubert, Peter Steinbach, Stefan Troebst, Manfred Wilke.

Wissenschaftlicher Beirat: Thomas Wegener Friis, Stefan Karner, Mark Kramer, Norman LaPorte, Krzysztof Ruchniewicz, Brigitte Studer, Krisztián Ungváry, Alexander Vatlin.

Bitte richten Sie Manuskriptangebote an die Redaktion: jhk[at]bundesstiftung-aufarbeitung.de

 

Der vergessene stalinistische Schauprozess gegen die »Spione des Vatikans« in Rumänien 1951

JHK 2005 | Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung | Seite 233-259 | Aufbau Verlag

Autor/in: William Totok

Mit dem rumänischen Stalinismus der Nachkriegszeit sind die brutale Unterdrückung und das letztendliche Verbot der griechisch-katholischen (unierten) Kirche am 1. Dezember 1948 verbunden. Auch die Säuberungen der Parteispitze im Jahre 1952, denen das Politbüromitglied Ana Pauker und weitere führende Kommunisten zum Opfer fielen, sind mehr oder weniger bekannt. Die Verfolgung der römisch-katholischen Kirche in Rumänien mag man als in der kommunistischen Logik liegend betrachten, allerdings ist auch unter Spezialisten für rumänische Zeitgeschichte kaum bekannt, dass diese Repression im so genannten »Prozess der Spione des Vatikans« gipfelte. Ein Bukarester Militärtribunal verurteilte am 17. September 1951 zehn Angeklagte[1], darunter sechs Kirchenmänner, zu schweren Gefängnisstrafen. An der Spitze dieser Gruppe stand der römisch-katholische Bischof von Temeswar, Augustin Pacha (26. November 1870 bis 4. November 1954), der zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Der Prozess war der Höhepunkt des Vorgehens der rumänischen Kommunisten gegen den Katholizismus.

Bereits seit der Verabschiedung eines neuen Kirchengesetzes am 4. August 1948[2] hatte sich die kirchenpolitische Situation extrem zugespitzt. Seit diesem Zeitpunkt wurden zumindest theoretisch die Kontakte der Katholiken zum Vatikan unterbunden. Die Anzahl der sechs Diözesen wurde von der Regierung auf zwei reduziert (auf das Erzbistum Bukarest und das Bistum von Alba Iulia), die Ernennung von neuen Bischöfen wurde praktisch unmöglich gemacht. Im Herbst desselben Jahres erfolgte zudem die Zwangsvereinigung der griechischkatholischen Kirche mit der orthodoxen Kirche.[3] Obwohl man die römischkatholische Kirche nicht mit einem Verbot belegte, wurde sie bis 1989 von den Behörden offiziell nicht anerkannt, sondern nur widerwillig toleriert.[4]

 

Stalinistische Gleichschaltung

Die Katholikenverfolgung wurde von mehreren öffentlichen Erklärungen der Partei- und Staatsführung begleitet. Auf dem Parteitag, der die Zwangsvereinigung der Sozialdemokratischen und der Kommunistischen Partei zur Rumänischen Arbeiterpartei (RAP) im Februar 1948 besiegelt hatte, griff Gheorghe GheorghiuDej[5]die katholische Kirche vehement an und bezichtigte sie, als Instrument imperialistischer Kräfte gegen das »demokratische« Regime zu agieren: 

»Die Demokratische Volksfront wird zur Waffe, die dem gesamten werktätigen Volk unseres Landes die politisch-moralische Einheit verleihen wird. Die Reaktion scheut vor keinem Mittel zurück, um diese Einheit zu unterwandern. In diesem Zusammenhang werde ich ein bezeichnendes Beispiel anführen. Ein Teil der Gläubigen unseres Landes gehört der katholischen Kirche an. Wir sind gezwungen festzustellen, dass die Kreise des katholischen Klerus eine unangemessene Haltung dem demokratischen Regime Rumäniens gegenüber einnehmen sowie gegenüber den Interessen des Landes und des Volkes. Der katholische Klerus der ganzen Welt führt die Befehle des Vatikans aus, dessen wütende reaktionäre und proimperialistische Aktivität wohl bekannt ist. Es ist unzulässig, dass die Kreise des katholischen Klerus ihre Möglichkeiten, die Gläubigen zu beeinflussen, missbrauchen, indem sie die Direktiven des Vatikans befolgen und die Kirche als Propagandaort gegen die demokratische Gesellschaftsordnung benutzen, in der Absicht, den Willen des Volkes zu schwächen, seine Unabhängigkeit vor den ausländischen Imperialisten zu verteidigen. Wir sind der Meinung, diese Haltung des katholischen Klerus steht den Interessen des gesamten Volkes entgegen, inklusive den Interessen der katholischen Gläubigen, sie kann weder dem orthodoxen Klerus gleichgültig sein noch den Gläubigen, die der katholischen Kirche angehören.«[6] 

Die diplomatische Vertretung des Vatikans in Bukarest protestierte gegen die obigen Ausführungen und bezeichnete sie als »eine Beleidigung der religiösen Gefühle der Katholiken Rumäniens«. »Nur wer die unermüdlichen Bemühungen des Heiligen Stuhls zur Errichtung der sozialen Gerechtigkeit, der Erleichterung des individuellen und kollektiven Elends, der Befriedung der Geister, des ›Krieges gegen den Krieg‹ ignoriert, kann von einer ›wütenden, reaktionären und proimperialistischen Aktivität des Vatikans‹ sprechen.«[7] Die Protestnote dämmte die antikatholischen Attacken keineswegs ein. Im Gegenteil, in seinem Bericht vor der Großen Nationalversammlung (dem Parlament) zum Verfassungsentwurf der Rumänischen Volksrepublik (RVR) lancierte Gheorghe Gheorghiu-Dej am 9. April 1948 einen neuen, überaus heftigen Angriff gegen den Katholizismus und beschrieb den Vatikan als ein Instrument des amerikanischen Imperialismus.

»Zweifellos wird auch der Papst aus Rom Gründe finden, um unsere Verfassung zu kritisieren, weil diese nicht übereinstimmt mit den unter dem Vorwand der Betreuung aller rechtgläubigen Katholiken betriebenen Einmischungstendenzen des Vatikans in die inneren Angelegenheiten der verschiedenen Länder. Wer weiß, ob der Vatikan, der ja Millionen von italienischen Katholiken mit der religiösen Exkommunikation bestrafte, weil diese Anhänger der Volksfront sind, nicht daran denkt, uns auch mit einem Bann zu belegen, und zwar mit der Begründung, dass unsere Verfassung die Unterwerfung unserer katholischen Mitbürger unter die politischen Direktiven des Vatikans nicht zulässt oder dass wir uns vom goldenen amerikanischen Kalb, dem der Vatikan die Rechtgläubigen unterwerfen möchte, nicht haben blenden lassen.

Der Ärger des Vatikans beruht auf der Tatsache, dass Hunderttausende Bürger katholischen Glaubens aus unserem Vaterland die Enzykliken und Aufforderungen des Vatikans nicht befolgten, und dass diese Katholiken und ein Teil des niederen katholischen Klerus für die Kandidaten auf den Listen der Demokratischen Volksfront gestimmt und sich für den neuen Verfassungsentwurf ausgesprochen haben. Die Massen der Gläubigen aller religiösen Glaubensgemeinschaften unseres Vaterlandes wissen, dass die neue Verfassung allen eine unbeschränkte Religionsfreiheit zusichert. Anstelle der religiösen Verfolgung, deren Urheber schon seit Jahrhunderten der Vatikan ist, proklamiert die Verfassung der Rumänischen Volksrepublik die Religionsfreiheit.

Deshalb blicken die Gläubigen jedweder Religion mit Vertrauen auf das volksdemokratische Regime und seine Verfassung. 

Gerade das verstimmt und erregt die Unzufriedenheit des Vatikans. Wir bleiben aber gleichgültig angesichts dieser ›Kritiken‹ und der Verärgerung der Imperialisten und deren Lakaien, der Großkapitalisten und des Vatikans.

Für uns gilt einzig und allen die Meinung des Volkes. Diese Meinung hat das Volk bei den Wahlen für die Große Nationalversammlung zum Ausdruck gebracht.«[8] 

In der gleichen Art und Weise argumentierten später auch die Ermittler der Securitate während der Vernehmungen der verhafteten katholischen Bischöfe und die stalinistischen Gerichte in den gegen Geistliche inszenierten Prozessen. 

Bezeichnend für alle kommunistischen Verfassungen Rumäniens ist, dass nie eine deutliche Trennung von Kirche und Staat vorgesehen war, was indirekt mit einer Stärkung der religiösen Vormachtstellung der Orthodoxie gleichzusetzen ist. Auffallend an der Haltung der kommunistischen Regierungen aus Rumänien ist zudem, dass keine die orthodoxe Kirche als Institution jemals in Frage gestellt hatte wie z. B. die griechisch-katholische oder die römisch-katholische Kirche. Der ideologische Apparat beschränkte sich im Grunde auf eine quasi weltanschauliche Auseinandersetzung und Befehdung der als Doktrin der Vergangenheit geschmähten Religion.[9]

Die antikatholischen Ausfälle mündeten in eine Welle der Gewalt. Die Opfer dieser Maßnahmen waren der Reihe nach alle katholischen Bischöfe, unzählige Priester, Mönche und Nonnen. Ein deutliches Signal für die Ausweitung der Gewaltmaßnahmen der RAP gegen die gesamte katholische Hierarchie war die einseitige Annullierung des Konkordats mit dem Vatikan am 19. Juli 1948. Der Heilige Stuhl reagierte auf diese Maßnahme mit der Weihung von Geheimbischöfen, die im Falle der Verhaftung der legal tätigen Bischöfe deren Tätigkeit fortführen sollten. Zu den Geheimbischöfen gehörten auch zwei Angeklagte im so genannten Prozess gegen »eine Gruppe von Spionen, Verrätern und Verschwörern im Dienste des anglo-amerikanischen Imperialismus und des Vatikans«[10], Adalbert Boros aus Temeswar und Josef Schubert aus Bukarest. 

 

Die Komplizenschaft von Kommunisten und rumänisch-orthodoxer  Kirchenführung

Die stalinistische Staats- und Parteiführung stützte sich von Beginn an auf den Beistand des hohen Klerus der rumänisch-orthodoxen Kirche, dem die Idee eines religiösen Wettbewerbs widerstrebte und der sich für eine konfessionell-nationale Hegemonie der orthodoxen Mehrheitskirche stark machte. In der zeitgenössischen Publizistik mehrten sich die antikatholischen Stellungnahmen durch äußerst vehemente Angriffe. Die Teilnahme der gesamten orthodoxen Hierarchie an der Inthronisation des neuen russisch-orthodoxen Patriarchen von Moskau Aleksij I. löste 1945 eine Flut von antikatholischen Artikeln aus, die man als ein publizistisches Vorspiel der willkürlichen Maßnahmen ansehen kann, die nach der totalen Machtergreifung der Kommunisten und Verwandlung Rumäniens in einen »volksdemokratischen« Staat ergriffen wurden.[11] 

Der einflussreiche rumänisch-orthodoxe Theologe, Pater Dumitru Stăniloae begrüßte z. B. freudetrunken die Unterzeichnung eines gemeinsamen Briefes der Teilnehmer an den Moskauer Feierlichkeiten. Vor dem 23. August 1944[12] hatte er bereits seine Begeisterung für den faschistischen Legionarismus, die Königsdiktatur Carols II. und die Antonescudiktatur zum Ausdruck gebracht.[13] Ein von ihm verfasster Artikel enthält in vorauseilender Erwartung jene kämpferische Rhetorik, die sich kurze Zeit später in der geplanten stalinistischen Verfolgung gegen die römisch-katholische Kirche verdinglichte und die von der orthodoxen Kirche mitgetragen und aktiv unterstützt wurde. Darin spiegelt sich in erster Linie auch die Hoffnung auf die ersehnte Verwirklichung einer angestrebten religiösspirituellen Hegemonie: 

»In diesem gemeinsamen Schreiben [der Enzyklika der orthodoxen Kirchenoberhäupter ins Moskau] wurde insbesondere die politische Einstellung der Aktivitäten des Vatikans entlarvt und verurteilt, die auf die Verteidigung der Hitleristen abzielt, die Europa in Blut ertränkten und die die Todfeinde der Freiheit sind. Es ist seit einigen Jahrhunderten zum ersten Mal, dass fast die gesamte orthodoxe Hierarchie oder deren Bevollmächtigte ein gemeinsames Dokument unterschreiben. 

Und es geschieht vor allem erstmalig seit vielen hundert Jahren, dass die auf einer gemeinsamen Tagung versammelte orthodoxe Hierarchie aus der Defensive gegenüber dem Katholizismus zur Offensive übergeht. Die orthodoxen Völker hatten bislang seitens des Katholizismus nur zu leiden und befanden sich in einer unvorteilhaften Lage. […] Ermöglicht wurde dieses dynamische Wiedererwachen der Orthodoxie aber durch die veränderten Umstände im Osten. Sie wird sich aber nicht nur mit einem Zusammenrücken ihrer inneren Reihen zufrieden geben, sondern sie wird aufgrund ihres Machtbewusstseins und der von ihr vertretenen überlegenen Wahrheit zur Offensive gegen alle anderen Formen des Christentums übergehen. Die Tatsache, dass die Orthodoxie die Form des Christentums darstellt, die der Idee, die sich mit großer Macht im Osten entfaltet und zweifellos auch den Westen beeinflussen wird, der Idee der realen Demokratie, der sozialen Gerechtigkeit und Völker verbindenden Verbrüderung, am nächsten steht, wird der orthodoxen Kirche – die das dem protestantischen Individualismus und dem diktatorischen Katholizismus, diesem letzten Hort des mittelalterlichen Feudalismus, entgegen gesetzte, gemeinschaftliche Christentum darstellt – ein höheres Prestige und eine größere Expansionskraft verleihen.«[14] 

Die Zerschlagung der griechisch-katholischen Kirche gehörte auch vor dem Machtantritt der Kommunisten zu einem der immer wieder mehr oder weniger offen geäußerten Ziele der rumänischen Orthodoxie. Der Chef des Orthodoxen Missionswerks von Transnistrien von 1942/43, der Metropolit Visarion Puiu, forderte 1938 in einem Brief an König Carol II. die »Auflösung« der unierten Kirche per Gesetz. Seinen Vorschlag begründete er u. a. mit der Notwendigkeit, ein religiös einheitliches Rumänien zu schaffen: »Ein einziges Land, mit einer einzigen Religion und einem einzigen König und gleichen Gesetzen für alle Rumänen.«[15] Seinen Wunsch, Siebenbürgen »aus dem Einflussbereich Roms« heraus zu brechen, äußerte er 1939 auch in einem Schreiben an den nationalistischen Historiker und Politiker Nicolae Iorga[16] sowie 1940 in einem Brief an Antonescu.[17] 

Nach der mit Hilfe des hohen orthodoxen Klerus organisierten gewaltsamen Zerschlagung der griechisch-katholischen Kirche im Jahr 1948, die als wichtige Voraussetzung zur stalinistischen Gleichschaltung der rumänischen Gesellschaft angesehen werden kann, vertraten hochrangige Vertreter der Orthodoxen die These von der Notwendigkeit der Vereinigung aller christlichen Kirchen unter der Führung des Patriarchen.[18] Die schrittweise Verhaftung aller unierten Bischöfe markiert eine Intensivierung und Generalisierung des gesteuerten antikatholischen Kampfes – auch im Hinblick auf die Ausschaltung der römisch-katholischen Kirche Rumäniens.

 

»Harte Maßnahmen« gegen die katholische Kirche

Die Diskussionen um das weitere Vorgehen gegen die katholische Kirchenspitze setzten sich in der Parteispitze fort. Während einer Sitzung des Sekretariats des Zentralkomitees der RAP am 16. Mai 1949 forderte Ana Pauker[19] den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Vatikan. Als Vorwand für diese Maßnahme schlug sie ihren Kollegen vor, strafrechtliche Vergehen von Priestern vorzuschieben. Um die Glaubwürdigkeit eines solchen Vorwands zu untermauern, sollte man ihrer Meinung nach katholische Priester in inszenierte Straftaten, beispielsweise in Devisenhandel, verwickeln.[20] Teohari Georgescu[21] hingegen sprach sich dafür aus, »die innerhalb der katholischen Priesterschaft existierenden gegen den Papst gerichteten Tendenzen zu fördern«[22], d. h. mit anderen Worten für die Unterwanderung des Klerus durch Mitarbeiter der Securitate. Gheorghiu-Dej war mit diesen Maßnahmen einverstanden und regte an, dass der Securitateapparat zur »Isolierung der Spitzen des Klerus von der restlichen Priesterschaft und den Gläubigen« beitragen solle. Um dem ausgetüftelten Kompromittierungsplan eine ausgesprochene politische Färbung zu verleihen, sollte zudem mit Hilfe falscher Beschuldigungen der Eindruck erweckt werden, die katholischen Führungskräfte erhielten Anweisungen von »feindlichen ausländischen Kreisen«. »Wir müssen harte Maßnahmen ergreifen und einige Köpfe verhaften, und einen Verbindungsstrang zu der Gruppierung herstellen, die nicht mit der Leitung einverstanden ist«, schlussfolgerte Gheorghiu-Dej. »Wir müssen eine Handlungsweise festlegen, die auf einem genauen Plan beruht, vor allem in den Regionen wie Bacău, Roman etc., wo der Einfluss [der Katholiken] besonders zugenommen hat. […] Um vor allem die Jugendlichen von religiösen Betätigungen abzulenken […], sollen kulturelle Aktivitäten an jenen Tagen stattfinden, an denen die Pfarrer die Kirchenfahnen hervorholen und Prozessionen organisieren.«[23]

Das diabolische Szenario der obersten Parteiführung bezüglich der Kontrolle und Unterwerfung des religiösen Lebens sah u. a. vor, Priester als Einflussagenten zu benutzen. Bezeichnend in diesem Zusammenhang ist auch die Rolle, die Gheorghiu-Dej denjenigen Priestern zuweist, die in die Partei eingetreten sind: »Was nun die Priester betrifft, die materialistische Auffassungen vertreten und bereit sind die Kutte abzulegen, so können wir sie als Parteimitglieder bewahren. Wir müssen eine Ausnahme bei jenen machen, denen wir gestatten, weiterhin als Priester tätig zu sein, damit sie auf diese Weise unseren Kampf gegen die Religion unterstützen. Diese müssen aber nicht an den Sitzungen der Grundorganisation teilnehmen.«[24]

Aus den bislang bekannten Archivunterlagen geht nicht hervor, ob auch katholische Priester Parteimitglieder waren. Die katholischen Bischöfe waren verpflichtet, die vom Vatikan vorgegebenen Richtlinien zu befolgen. In einer von Papst Pius XI. (1922 bis 1939) im Jahr 1937 unter dem Titel Divini Redemptoris veröffentlichten Enzyklika wurden Atheismus und Bolschewismus verdammt. In der pastoralen Praxis setzte das päpstliche Machtwort eine Exkommunizierung der Kommunisten voraus. Diese Weisung wurde erst 1949, unter Papst Pius XII. (1939 bis 1958), umgesetzt, und auch dann nur teilweise.[25] Der Heilige Stuhl begegnete dem neoheidnischen Nationalsozialismus mit einer größeren Nachsicht als dem Bolschewismus. Dies geht vor allem aus einer während des Pontifikats von Pius XI. veröffentlichten Enzyklika[26] hervor, die im subtilen, diplomatischen Stil des Vatikans den Nationalsozialismus kritisiert, jedoch die rassistischen Judenverfolgungen im Dritten Reich Adolf Hitlers unerwähnt lässt. Vor allem Pius XII. wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zur Zielscheibe zahlreicher kritischer Angriffe, weil er den Eindruck hatte entstehen lassen, die Kirche sei dem Nationalsozialismus gegenüber viel zu tolerant gewesen.[27] Die »klammheimliche Sympathie« zahlreicher katholischer Bischöfe für »rechtstotalitäre politische Systeme« sei darauf zurückzuführen, dass »sie ihnen als Bollwerk gegen den ›gottlosen‹ Bolschewismus willkommen waren. Die kommunistische Heilslehre erschien ihnen als schrecklichste Bedrohung des Katholizismus«, notierte ein Kommentator in den 90er Jahren und fügte bissig hinzu: »In der Abwehr gegen Stalin hätte der Papst [Pius XII.] wohl auch mit dem Teufel paktiert«[28]. 

Tatsache ist, dass Pius XII. keine Berührungsängste hatte, wenn es z. B. um den spanischen Diktator Franco ging, ebenso wenig im Umgang mit dem militärfaschistischen rumänischen Diktator Ion Antonescu, der im Herbst 1940 Rumänien zum national-legionären Staat erklärte. In einem Bericht vom 20. November 1940 an das Bukarester Außenministerium schreibt der rumänische Gesandte beim Vatikan Vasile Grigorcea, dass der Papst während einer Audienz seine »ausdrückliche Sympathie für Rumänien« bekundet habe. »Im politischen Teil unseres Gespräches«, notierte der Botschafter, »gab mir der Papst auf sehr diplomatische Weise zu verstehen, dass er keinerlei Vorbehalte gegen die Legionärsbewegung habe, weil diese einen sehr großen Respekt der christlichen Religion gegenüber an den Tag gelegt habe.« Abschließend bemerkte der rumänische Diplomat: »Aus dem ganzen Gespräch schließe ich deutlich, dass der Vatikan aufgrund der Erfolge der Achsenmächte die neuen Verhältnisse berücksichtigt und dass heute seine größte Sorge die Expansion der Macht der Sowjetunion ist.«[29] 

Im Jahr 1948 fand in Bukarest eine Beratung der römisch-katholischen Bischöfe Rumäniens statt, im Laufe derer das Problem der Parteimitgliedschaft von Gläubigen diskutiert wurde. Der katholische Bischof von Jassy, Anton Durcovici, zeigte sich besonders erbötig, einer begrenzten Teilnahme der Katholiken »am politischen Leben« seien keine Hindernisse entgegenzusetzen.[30] Nachdem er am 26. Juni 1949 auf die gleiche Weise wie sein Kollege Augustin Pacha ein Jahr später verhaftet wurde, gab der Bischof von Jassy in einer Erklärung während einer Vernehmung durch die Securitate zu Protokoll, wie er sich eine Koexistenz von Kommunismus und Kirche vorstellt:  »Die päpstliche Enzyklika Divini Redemptoris aus dem Jahr 1937 wurde erlassen, um die katholischen Gläubigen über die Gefahren des atheistischen Kommunismus aufzuklären. Die Enzyklika enthielt keine praktischen Anweisungen, sondern bloß Ratschläge zum Gebet, insbesondere an den Heiligen Josef, um diese Gefahr zu bannen. Was mich betrifft, so habe ich als Bischof von Jassy dem Kommunismus gegenüber und dem Beitritt zur Partei folgende Haltung eingenommen. Ich habe niemals den Gläubigen gegenüber diese Themen angeschnitten, den Priestern aber, die mich in der Sache des Parteibeitritts um einen Rat baten und wissen wollten, was für eine Antwort sie den Gläubigen geben sollten, wenn diese fragten, ob sie in die kommunistische Partei eintreten dürften, sagte ich: Wegen seiner materialistischen Ideologie stellt der Kommunismus eine Gefahr für den Glauben dar, wenn aber derjenige, der in die Partei eintritt, nicht aufgefordert wird, seinen Glauben abzulegen und er sich als genügend glaubensfest erwiesen hat, sämtliche Glaubensregeln befolgt, regelmäßig betet, die heiligen Sakramente empfängt und sich in seinem Glauben weiter bildet, dann ist die Gefahr beseitigt und einem Parteieintritt kann zugestimmt werden; wenn aber ein Gläubiger, der einen Rat haben möchte, sich nicht genügend in Dingen seines bedrohten Glaubens auskennt, so hat dieser die Wahl zwischen der Verdammung und der Erlösung seiner Seele, was unter den gegebenen Umständen jedoch bedeutet, ihm die Zustimmung für einen Parteieintritt zu verwehren. Da die Gefahr nicht für alle gleich groß ist und man auch nicht unbedingt eine Abwendung vom Glauben forderte, sagte ich den Priestern, man könne keine allgemein verbindliche Richtlinie festlegen und man müsse jeden Fall gesondert prüfen, so dass die Antwort von Mensch zu Mensch anders ausfällt. Diese Richtschnur formulierte ich aufgrund der christlichen Moral und aufgrund der mir bekannten Haltung der kommunistischen Partei gegenüber der religiösen Überzeugung ihrer Mitglieder.«[31] Die Hetzjagd auf die Kirchenhierarchie begann jedoch erst. Auf der Sitzung des Sekretariats des ZK der RAP vom 10. November 1949 äußerte Ana Pauker erneut ihre Unzufriedenheit darüber, dass die Behörden noch keinerlei überzeugendes Belastungsmaterial bezüglich der Kirche zusammengetragen hatten. Um den Kompromittierungsprozess zu beschleunigen, schlug sie vor, katholische Priester in inszenierte Sexskandale zu verwickeln und diese dann als Vorwand zu benutzen, um die diplomatischen Beziehungen zum Vatikan abzubrechen und den päpstlichen Nuntius Gerald Patrik O’Hara aus Rumänien auszuweisen. Als sich Vasile Luca[32] zwar für eine Ausweisung des Nuntius, jedoch für die Aufrechterhaltung der diplomatischen Beziehungen aussprach, entgegnete Ana Pauker: »Die ganze Bande wird weiter bestehen. Man muss etwas Ernsthafteres tun. Wir arbeiten doch etwas merkwürdig, seitdem wir uns das Problem des Vatikans gestellt haben. Wir sind nicht im Stande mit Hilfe unserer Organe eine ernsthaftere Schandtat herauszufinden. Sie besitzen doch auch Devisen und andere Sachen, […], wir befassen uns zu wenig mit ihnen, um etwas herauszufinden; das ließe sich doch bewerkstelligen. Wir müssen etwas herausfinden, was sie kompromittiert […], so wie es die Ungarn getan haben. Oder aber wir schaffen ein Spezialorgan der Securitate. Ich bin der Meinung, wir sollten jemandem den Sonderauftrag erteilen, etwas im Zusammenhang mit Frauen oder andern Sachen herauszufinden, womit wir die Katholiken aus dem In- und Ausland überzeugen können.«[33]Gheorghiu-Dej stimmte den Vorschlägen Ana Paukers zu und sprach sich für den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Vatikan aus. »Im Prinzip sind wir damit einverstanden, die Beziehungen zum Vatikan abzubrechen und wollen diese Aktion einleiten. Sammeln wir somit weiteres Material.« [34] 

Den Auftrag, weiteres kompromittierendes Material zu sammeln, um gegen die katholische Kirchenführung vorzugehen, erhielten Vasile Luca und Teohari Georgescu. Gleichzeitig bekam die Presse die Anweisung, ihre antikatholische Agitation zu verstärken. 

Durch die Verabschiedung eines neuen Kirchengesetzes am 4. August 1948[35] wurden theoretisch schon zu diesem Zeitpunkt die Kontakte der Katholiken zum Vatikan unterbunden, die Anzahl der sechs Diözesen auf zwei reduziert (auf das Erzbistum Bukarest und das Bistum von Alba Iulia) und die Ernennung von neuen Bischöfen fast unmöglich gemacht. Obwohl man die römisch-katholische Kirche nicht verboten hatte, war sie bis 1989 offiziell nicht anerkannt, sondern wurde von den Behörden widerwillig toleriert.  

 

»Originelle« Verfolgungsstrategien

Um den Einfluss des Papstes zu untergraben, versuchten die kommunistischen Behörden eine von Rom unabhängige katholische Kirche zu gründen. Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, sollten sämtliche katholische Geistliche zuerst den Friedensappell von Stockholm unterzeichnen und sich in die so genannte Bewegung der »Partisanen des Friedens« einreihen.[36] Viele katholische Geistliche aus Rumänien weigerten sich den Appell zu unterschreiben, weil sie ihn als einen politischen, gegen die Interessen des Heiligen Stuhls gerichteten Vereinnahmungsversuch der Behörden empfanden. 

Trotzdem konnten einige Priester dem Druck nicht widerstehen und setzten ihre Unterschrift unter den »Appell«. Neben den Vertretern der orthodoxen, reformierten oder siebenbürgisch-sächsischen evangelischen Kirche veröffentlichte die Presse vereinzelt auch die Stellungnahmen katholischer Pfarrer.[37]

In der Auffassung der kommunistischen Behörden war der Katholizismus eine universalistische Institution, die über eine gewaltige übernationale und überstaatliche Struktur und Logistik verfügte. Die Versuche der Staats- und Parteiführung, eine unabhängige katholische Dissidentenkirche zu schaffen, schlugen jedoch fehl. In der Absicht, die Einheit der Katholiken zu untergraben, förderte die Partei die Unabhängigkeitsbestrebungen einer Gruppe von etwa 40 römischkatholischen Priestern, die sich u. a. für die staatlich verordneten Regelungen eines neuen Kirchenstatuts aussprachen. Gleichzeitig organisierte die politische Führung des Landes am 27. April 1950 einen Friedenskongress in Tîrgu Mureş[38], auf dem der katholische Pfarrer Andrei Agotha die Rolle des ihm zugedachten Organisators und Vorsitzenden der so genannten »Katholischen Aktion« spielte. Trotz dieser durchsichtigen Manöver führten auch die beiden noch im gleichen Jahr folgenden Versammlungen der Abgefallenen in Gheorgheni und Klausenburg (Cluj) nicht zur Schaffung der angestrebten schismatischen Kirche.[39] Agotha und seine Mitstreiter wurden exkommuniziert und damit politisch und seelsorgerisch isoliert. Der abtrünnige Priester Agotha erwies sich in den darauf folgenden Monaten als willfähriges Instrument des stalinistischen Bukarester Regimes und propagandistischer Helfer im ideologischen, von Moskau aus dirigierten »Friedenskampf«.[40] 

Der erste nach der Wende von 1989 ernannte katholische Bischof der Temeswarer Diözese, Sebastian Kräuter, bezeichnete rückblickend, die Weigerung der katholischen Geistlichen, ihre Unterschrift unter den prokommunistischen und pseudopazifistischen »Friedensappell von Stockholm« zu setzen, als Ausdruck eines heroischen Widerstandsaktes.[41]

Vor dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Vatikan und der Ausweisung von Nuntius O’Hara veranlasste der päpstliche Botschafter den letzten noch nicht verhafteten Bischof Augustin Pacha, einen Hirtenbrief zu verlesen, in dem die Aktivitäten der Abtrünnigen verurteilt werden sollten. Am 4. Juni 1950 verlas der inzwischen von den kommunistischen Behörden zwangspensionierte Bischof der gewaltsam aufgelösten Diözese den Hirtenbrief im Temeswarer Dom. Darin forderte er die Gläubigen auf, den abtrünnigen Priestern nicht zu folgen.[42]

Laut der in einer Monografie erschienen Zusammenfassung des Hirtenbriefes soll Pacha auf »die Gefahr eines Schismas hingewiesen« und die Gläubigen aufgefordert haben, »dass sie in einem solchen Fall der schismatischen Hierarchie keine Gefolgschaft leisten und der katholischen Kirche die Treue halten sollten. Gleichzeitig wird erklärt, dass auch alle, die die Ausübung der rechtmäßigen Jurisdiktion behinderten, der Exkommunikation verfallen würden«[43].

In der Auffassung der Securitate war die Verlesung des Hirtenbriefes eine massive Provokation und ein zusätzlicher Beweis für die Intensivierung volksfeindlicher Aktionen und einer Kampagne zur Unterwanderung der Staatsmacht sowie ein Beweis für die Zunahme »der Hetze gegen das volksdemokratische Regime«. »Wenige Tage vor der Abreise O’Haras aus Rumänien«, heißt es in einem Referat der Militärstaatsanwaltschaft, »hat dieser dem Angeklagten Pacha die Anweisung gegeben, von der Kanzel des Temeswarer Doms einen Hirtenbrief zu verlesen, der verleumderische Angriffe auf die Rumänische Volksrepublik enthielt und zur Übertretung der Gesetze aufrief. Der Hirtenbrief, der aus Bukarest von Hildegarda [sic!] Reissner gebracht und von Elisabeta [sic!] Wulff dem Angeklagten Pacha übergeben wurde, hatte dieser aufgrund des erhaltenen Befehls verbreitet, indem er ihn im Dom vorlas.«[44]

Die Nonne Hildegardis Wulff behauptete in einer unveröffentlichten Schrift, die 1959 nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis und ihrer Ausweisung nach Deutschland entstanden ist, Pacha sei klar gewesen, dass man ihn nach dem Verlesen des Hirtenbriefes verhaften würde.[45] Für die Securitate war der Hirtenbrief der letzte Beweis für das, was während des geplanten Prozesses als Spionage, Hochverrat und feindliche, gegen das volksdemokratische Regime gerichtete Aktionen bezeichnet wurde. 

In einem ausführlichen Bericht der Securitate aus Temeswar, das im März 1949 von Oberstleutnant Coloman Ambruş und Major Aurel Moiş an die Generaldirektion der Volkssicherheit (Direcţiunea generală a Securităţii Poporului, DGSP) in Bukarest[46] gerichtet war, wurde die gesamte Tätigkeit des 1923 zum apostolischen Administrator, 1927 zum Titularbischof und 1930 zum Diözesanbischof von Temeswar ernannten Augustin Pacha durchleuchtet. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind absichtlich entstellt, übertrieben und falsch und laufen auf eine schwere politische Verunglimpfung des Bischofs hinaus, der in einem anderen Securitatedokument als »Nationalist, Chauvinist und Todfeind des Regimes« beschrieben wurde.[47] 

Um belastendes Beweismaterial zu sammeln, versuchte die Securitate in der Nähe des Bischofs mehrere inoffizielle Mitarbeiter zu platzieren. Ihr gelang es jedoch nur zwei Informanten zu rekrutieren, die in den bislang zugänglichen Akten unter den Decknamen »Nicu« und »J. 505« auftauchen.[48] 

Ähnliche Schwierigkeiten hatte die Securitate anfangs auch beim Bukarester Erzbistum. Wegen seines zentralen Stellenwertes gab sich die Securitate jedoch bedeutend mehr Mühe, das Erzbistum in der Zeitspanne von 1949 bis 1951 systematisch mit Hilfe von willigen Mitarbeitern zu unterwandern. Obwohl der damalige Chef der Securitate Gheorghe Pintilie[49] bereits den 18. Dezember 1950 als Zeitpunkt für die Verhaftung des Geheimbischofs Josef Schubert festgesetzt hatte, wurde in einem Bericht der Geheimpolizei festgehalten, dass wegen fehlenden Beweismaterials eine Festnahme nicht möglich sei. Aus dem gleichen Dokument geht hervor, dass die 3. Abteilung der Securitate den Auftrag erhalten hatte, weiteres Beweismaterial zu sammeln, um eine Festnahme und Strafuntersuchung von Schubert und anderen Geistlichen zu begründen.[50] 

Etwa einen Monat zuvor, am 19. November 1950, hatte Josef Schubert den unierten Priester Alexandru Todea zum Geheimbischof geweiht.[51]Auch Schubert selber war vom Apostolischen Nuntius O’Hara zum Geheimbischof geweiht worden. Die Behörden verwiesen O’Hara am 7. Juli 1950 des Landes, nachdem

Rumänien am 17. Juli 1948 das Konkordat mit dem Vatikan aufgekündigt hatte.[52] 

Der ehemalige Securitateoffizier Oberstleutnant Roland Vasilevici, der in der Ceauşescuzeit in Temeswar für die Überwachung der römisch-katholischen Kirche zuständig war, bestätigte 1995 in einem Interview, dass es der politischen Polizei niemals gelang, die römisch-katholischen Kirche in dem Maße zu unterwandern, wie sie es sich gewünscht hätte. Ein Teil der als inoffizielle Mitarbeiter angeheuerten Priester agierten als Doppelagenten und informierten ihre Vorgesetzten über jede Begegnung mit ihren Führungsoffizieren. In der Region Temeswar, so Vasilevici, habe es unter der katholischen Geistlichkeit nur sieben bis acht inoffizielle Mitarbeiter gegeben.[53] Der Temeswarer Altbischof Sebastian Kräuter hatte sich bereits im März 1990 ähnlich geäußert. Er sprach in einem Interview von einer »Handvoll« von Priestern, die einer Zusammenarbeit zugestimmt hatten.[54]

In einem vertraulichen Brief vom 30. Mai 1950 wurde Oberst Gavril Birtaş[55] von der Regionalen Direktion der Securitate darüber informiert, dass Oberst Coloman Ambruş[56] Bischof Pacha einen Besuch abgestattet hatte, um ihn darauf aufmerksam zu machen, »jeglichen moralischen Druck auf die Priester, die sich der Bewegung von Tîrgu Mureş angeschlossen haben, zu beenden«. In dem gleichen Brief hielt der Securitateoberstnoch fest,  dass Pacha sich herausgeredet und behauptet habe, wegen seines hohen Alters die Leitung der Diözese an Vikar Josef Pless abgetreten zu haben und deshalb keinerlei Einfluss auf den Klerus ausüben könne. »Ich habe Pacha mitgeteilt, dass wir die Wahrheit kennen und auch wüssten, dass er das geistliche Oberhaupt der Kirche sei und dass wir ihn zur Verantwortung zögen, falls unsere Forderungen nicht erfüllt würden. Die Haltung des Bischofs war reserviert und er gab uns keine deutliche Antwort auf unsere Forderung.«[57] In einer am 2. Juni 1950 hinzugefügten handschriftlichen Anmerkung schlug Birtaş vor, Pacha und Pless zu verhaften. 

In einem von Unterleutnant Gheorghe Enoiu am 6. Juli 1950 verfassten Referat wurde Pacha vorgeworfen, er habe »von 1920 bis heute« im Banat zahlreiche Organisationen geschaffen, deren Zweck darin bestand, »die deutsche Bevölkerung im Geiste des deutschen Chauvinismus und des Klerikalismus zu erziehen. In den Jahren 1940–44 betreibt er die Nazifizierung der deutschen Bevölkerung des Banats, wobei er als Nazi, im Interesse der Deutschen handelt. Nach dem 5. März 1945 belebt er innerhalb der katholischen Kirche des Banats die alte deutsche Politik und zwingt die Priester, unter der Bevölkerung eine germanophile Politik zu betreiben. Auf Geheiß Pachas unterstützt nach dem 23. August 1944 das römisch-katholische Bistum aus dem Banat zahlreiche ehemalige SS-Leute und deutsche Kriegsgefangene. Aufgrund eines Dekrets der Großen Nationalversammlung verliert er 1948 seinen Posten als Bischof. Am 15. Juni 1950 richtet der Bischof ein Rundschreiben in ungarischer Sprache an alle römischkatholischen Priester, in dem er auf eine sehr subtile und diversionistische Weise erklärt, der rumänische Staat führe gegen die römisch-katholische Kirche einen zähen Kampf; er fordert darin die Priester auf, sich nicht der Bewegung von Tîrgu Mureş anzuschließen, wo Vertreter der römisch-katholischen Kirche aus der RVR dem Friedenskongress aus Stockholm beitraten. Er besteht darauf, dass jeder Priester, der sich der Bewegung von Tg. Mureş angeschlossen hat, [von seiner Herde] verlassen werde und man auf dessen geistlichen Beistand verzichten solle. 

Schlussfolgerung:

Die gesamte Tätigkeit des Bischofs Augustin Pacha lässt sich anhand folgender Eckpunkte charakterisieren: Nationalist, Chauvinist, Nazi und Todfeind unseres volksdemokratischen Regimes.

Vorschläge:

Angesichts der dargelegten Feststellungen schlagen wir vor, ihn zu verhaften und ins Gefängnis von Sighet einzuliefern.«[58]

Zwei Tage später vermerkte ein Vorgesetzter des Offiziers handschriftlich auf dem gleichen Dokument: »Man möge ihn festnehmen und ins Gefängnis von

Sighet bringen.«[59]

Der Festnahme Pachas war eine Rundumüberwachung des Bischofs durch Securitatemitarbeiter vorausgegangen. Um in den Reihen des Klerus einen besonders großen Überraschungseffekt auszulösen und dadurch lähmende Angst und Schrecken zu verbreiten, hatte die Securitate einen raffinierten Operationsplan ausgearbeitet. Das geplante Verschwinden des Bischofs wurde in Zusammenarbeit mit der Bukarester Zentrale genauestens ausgetüftelt und sollte in dem südlich von Temeswar gelegenen Dorf Kraschowa stattfinden, wo Pacha seinen Urlaub verbringen wollte.[60]

Die »diskrete« Festnahme ordnete Oberst Gavril Birtaş, Leiter der 1. Hauptabteilung  der Securitate, am 15. Juli 1950 an. In einem Vermerk forderte er seine Temeswarer Kollegen ausdrücklich auf, sich jeglicher »Brutalitäten« zu enthalten und dem Bischof zu erlauben, die nötige Kleidung mitzunehmen. Danach, schreibt Birtaş, soll Pacha sofort in das Gefängnis von Sighet gebracht werden.[61] Erst ein Jahr später wurde Pacha nach Bukarest gebracht, wo er am 19. Juli 1951 eine in rumänischer Sprache verfasste handschriftliche Erklärung abgab.[62]

Ein Bericht vom 3. August 1950 enthält Informationen über die gedrückte Stimmung unter den Priestern nach der Verhaftung Pachas sowie über die Spannungen zwischen ungarischen und deutschen Katholiken, die Pacha angeblich auch nach dem Krieg angeheizt haben soll. [63] In diesem Zusammenhang sind vor allem die Angriffe des kommunistisch gesteuerten Ungarischen Volksverbandes (UPM) und der rumänienungarischen Presse[64] auf den Schwabenbischof zu erwähnen, die darauf hinausliefen, Pacha als Pangermanen und Gegner des Ungarntums zu diffamieren. 

Ein Beweis dafür, dass die Angriffe stark übertrieben waren ist die Tatsache, dass Pacha immer einen modus vivendi mit den verschiedenen Nationalitäten seiner Diözese suchte. Als ehemaliger Schüler und Student ungarischer Schulen und Universitäten, beherrschte Pacha Ungarisch besser als seine deutsche Muttersprache. Dadurch lässt sich auch erklären, wieso Pacha während der Untersuchung und dem darauf folgendenProzess sämtliche Erklärungen in ungarischer Sprache ablegte. Alle Aussagen wurden von einem staatlich geprüften  Dolmetscher ins Rumänische übersetzt.[65]

 

Pastorale Ambivalenz gegenüber dem Nationalsozialismus

Während der Voruntersuchung versuchte die Securitate zu beweisen, dass der katholische Bischof mehrere politische und gewöhnliche Straftaten begangen habe, nämlich des Vaterlandsverrats, der Verschwörung gegen die innere und äußere Sicherheit der Rumänischen Volksrepublik (also der Spionage), der Aufwiegelung zum Landesverrat und des illegalen Besitzes von ausländischen Devisen und Gold.[66] 

Die Beschuldigungen der Securitate sind Ergebnisse von Phantasiegespinsten, einer krankhaften und irrationalen Geheimniskrämerei, der stalinistischen Obsession des Klassenhasses, von Böswilligkeit, psychischen Druckmitteln, umgedeuteten Tatsachen und verdrehten Indizien. Das Strafszenario sollte den Beweis für eine moralische Kontinuität zwischen dem deutschen Naziregime, dem Vatikan und den westlichen Demokratien, insbesondere den Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Italien, erbringen, wobei Pacha zum Hauptakteur dieser okkulten Verwicklungen hochstilisiert wurde. 

Um die Glaubwürdigkeit dieses Szenarios zu untermauern, versuchte die Securitate, Pacha als Sympathisanten Hitlers darzustellen, indem sie dessen Audienz bei Hitler im Februar 1934 als einschlägigen Beweis für seine faschistischen Überzeugungen angeführte. Sowohl während der Voruntersuchung als auch während des Prozesses hatte Pacha jedoch auf den tatsächlichen Grund seiner Hitleraudienz verwiesen. Er hatte bei Hitler vorgesprochen, um diesen dazu zu bewegen, die antikatholische Agitation der lokalen banatschwäbischen – also rumäniendeutschen – Nazis einzudämmen. »Ich habe Hitler aufgefordert«, bemerkte er in einer schriftlichen Erklärung, »seinen Propagandisten im Banat zu untersagen, die katholische deutsche Bevölkerung gegen die katholische Kirche aufzuhetzen, weil dies innerhalb der Bevölkerung zu Anfeindungen führt; er braucht im Rahmen seiner Politik, die auf Einheitlichkeit setzt, vielmehr deren Unterstützung. […] Hitler sagte, er werde seinen Propagandisten verbieten, in Zukunft eine derartige ungerechte Aktivität gegen das Banater katholische Bistum fortzusetzen.« Auf die Frage des Vernehmungsoffiziers, »Welches Haltung vertraten Sie den Banater faschistischen Organisationen gegenüber?« antwortete der Bischof: »Ich, in meiner Eigenschaft als katholischer Bischof der Banater Gläubigen, die zum Großteil deutschstämmig sind, und von denen sich ein Teil der faschistischen Deutschen Volksgruppe angeschlossen hatte, konnte nicht unbeteiligt bleiben und nicht an deren Veranstaltungen teilnehmen, weil mich die Gläubigen ansonsten missachtet hätten. Deshalb nahm ich an mehreren von der faschistischen Deutschen Volksgruppe organisierten Veranstaltungen teil.«[67] In der gleichen Erklärung gestand der Bischof, die Teilnehmer dieser Veranstaltungen mit dem Hitlergruß begrüßt zu haben und gab Auskunft über seine Begegnungen mit dem Führer der Deutschen Volksgruppe Andreas Schmidt im Jahr 1941. 

Die Begegnungen mit Andreas Schmidt waren eine Folge des unausgesetzten Drucks, den die Deutsche Volksgruppe auf die Diözese ausgeübt hatte, um die konfessionellen deutschen Schulen zu übernehmen. Erst nach eingehenden Beratungen mit der Bukarester Nuntiatur willigte Pachaein, die Verwaltung der konfessionellen Schulen am 16. März 1942 vertraglich auf die Volksgruppe zu übertragen. Die Übergabe  erfolgte aufgrund eines Pachtvertrages[68], in dem der Kirche das Zugeständnis gemacht wurde, den Religionsunterricht weiterhin zu betreiben. Die Lehrer der ehemaligen katholischen Schulen waren aber von der Volksgruppe abhängig und hatten den Auftrag, die deutsche Jugend im Sinne der Naziideologie zu erziehen.[69] In zahlreichen Erlebnisberichten der ehemaligen lokalen Amtswalter, die nach dem 2. Weltkrieg in Westdeutschland lebten, wird die Übergabe der Schulen als ein freiwilliger Akt beschrieben, dem Pacha ohne äußeren Druck zugestimmt haben soll.[70] Aus zahlreichen in rumänischen Archiven befindlichen Dokumenten sind die zunehmenden Angriffe radikalisierter und fanatisierter lokaler Nazis auf die katholische Kirche sowie die gelegentlichen gewaltsamen Übergriffe auf Priester dokumentiert.[71] 

Trotz einer nicht zu übersehenden pastoralen Ambivalenz hoffte Pacha wenigstens den Religionsunterricht vor dem Zugriff der Nazis retten zu können. Seine diesbezüglichen Verhandlungen mit Volksgruppenführer Andreas Schmidt sind in den Augen der Securitate nichts anderes als ein einschlägiger Beweis für seine faschistische Einstellung. Ein umfassendes Bild der Überzeugungen Pachas ließe sich aber erst dann genau umreißen, wenn auch die Dokumente zugänglich sind, die den von der Securitate eingeleiteten operativen Vorgang enthalten sowie die Materialien aus dem Temeswarer Diözesanarchiv. Erst die Einsicht dieser Akten würde eine sachdienliche Interpretation der Beweggründe ermöglichen, die Pacha am 21. Juli 1943 veranlassten, in einem an den Bukarester Apostolischen Nuntius Andrea Cassulo gerichteten Bericht diesen aufzufordern, die kirchliche Unterstützung der verfolgten Juden einzustellen. 

Das im Sommer 2004 vom Vatikan veröffentlichte Schreiben,[72] sollte dazu beitragen, die Angriffe auf die Rolle Pius’ XII. während der Hitlerdiktatur zu entkräften und die tatsächliche Kirchenpolitik angesichts der Judenverfolgungen aufzuhellen. In dem von Pacha in lateinischer Sprache verfassten Bericht ist die Rede von der Empörung der Banater Deutschen, die der »katholischen Kirche öffentlich vorwerfen, gute Beziehungen zu den Juden zu unterhalten«. Die Juden werden in dem Bericht als »Feinde des deutschen Volkes« beschrieben.[73] 

Der frühere Senator im rumänischen Parlament Franz Kräuter, einer der Zeugen der Anklage im Prozess gegen den Bischof, beschreibt in seinen Memoiren die Versuche der Vernehmungsoffiziere, eine imaginäre Komplizenschaft zwischen dem Papst und Hitler herzustellen. Kräuter, der in einem anderen Prozess verurteilt, 1959 aus der Haft entlassen und sofort mit drei anderen Mitgefangenen nach Deutschland ausgewiesen wurde, beweist, dass die gegen Pacha fabrizierten Anklagen jeglicher Grundlagen entbehrten.[74] Andere Autoren vertreten die Meinung, die Hitleraudienz Pachas sei ein grundlegender Fehler gewesen, weil sie den Bischof politisch kompromittiert habe und als ein falsches Versöhnungssignal zwischen der Kirche und Hitler missverstanden worden sei.[75]

Auch während des Prozesses spielte die besagte Hitleraudienz eine Schlüsselrolle. In seinem vor dem Militärtribunal am 10. September 1951 abgelegten Geständnis, reproduzierte Pacha fast wortwörtlich seine während der Voruntersuchung gemachten Aussagen und bestätigte die gegen ihn erhobenen, absurden Beschuldigungen: »Ich gestehe, was auch den in der Strafakte enthaltenen Erklärungen zu entnehmen ist, meine Spionageaktivitäten im Dienste des Vatikans und zum Nachteil des rumänischen Staates. Meine Spionagetätigkeit begann im Jahre 1923 [sic!], als der Vatikan mich zum römisch-katholischen Bischof von Temeswar ernannt hatte. Meine Spionagetätigkeit fußte auf dem kanonischen Recht, das vorsieht, dass ich in meiner Eigenschaft als katholischer Bischof regelmäßig Berichte über die Vorgänge in meiner Diözese an den Vatikan abzuliefern hatte. […] Was nun die Frage betrifft, ob die an den Vatikan geschickten informativen Berichte aus der Zeitspanne 1938–1940 Daten über die politische Aktivität der demokratischen, antifaschistischen Organisationen unseres Landes enthalten haben, kann ich nur mit Sicherheit sagen, dass in dem Bericht aus dem Jahr 1938 erstmalig von der Tätigkeit der Kommunistischen Partei die Rede war, weil man mich aufgefordert hatte, über die Tätigkeit dieser Partei zu berichten und über die Art, wie die Volksmassen diese Partei betrachten. Die Partei entfaltete damals natürlich nur eine bescheidene Tätigkeit, so dass ich nicht über genügend Daten verfügte. […] Was nun die Unterredungen 1934 in Berlin anlässlich der Hitleraudienz betrifft […], so kann ich nur sagen, dass ich mich nicht erinnere, ob ich Hitler den Vorschlag zur Zusammenarbeit von Nazis und Kirche unterbreitet habe, weil die Ereignisse 18 Jahre zurückliegen. Nach meiner Rückkehr aus Berlin habe ich weder den Priestern noch den Gläubigen Anweisungen gegeben, der Deutschen Volksgruppe beizutreten.«[76] 

In den Aussagen der Zeugen spielte die Hitleraudienz ebenfalls eine Schlüsselrolle. Am deutlichsten geht dies aus den Aussagen von Dompropst Josef (Iosif) Waltner hervor, in dessen Personalbogen die Securitate festhielt, er sei der Verbindungsmann zwischen der Volksgruppe und der bischöflichen Aula gewesen, habe sich für die Unterstützung der deutschen Soldaten eingesetzt und die Einreihung der Deutschen in die SS befürwortet. In dem erwähnten Dokument wird Waltner als »glühender Nazi«, »Feind des demokratischen Regimes« und »Chauvinist«[77]hingestellt. 

Trotz dieser negativen Darstellung hält die Securitate in einem Dokument fest, Waltner könne nach einer eingehenden Bearbeitung benutzt werden, um eine gegen die katholische Führung gerichtete Haltung einzunehmen.[78] In einem anderen von der Securitate erstellten Dokument wird Pacha und anderen Priestern vorgeworfen, das so genannte »Heimkehrer-Hilfswerk« in der Absicht gegründet zu haben, »ehemalige, ins Land zurückgekehrte SS-Leute« sowie die aus der Sowjetunion zur Zwangs-Aufbauarbeit verschickten deutschen Heimkehrer zu unterstützen.[79] 

Bezüglich der Haltung des Bischofs zum Nazismus gab Waltner zu Protokoll, Pacha habe den Inhalt des nationalsozialistischen Programms und vor allem die Rassenlehre unterstützt. Außerdem behauptete er, Pacha habe auch ihm den Auftrag erteilt, jeden Priester von den guten Absichten Hitlers zu überzeugen.[80] 

Am Tage seiner Verhaftung unterzeichnete Waltner eine erste Erklärung im Securitatearrest in Temeswar, in der er abstreitet, der Nuntiatur irgendwelche Informationen geliefert zu haben. Gleichzeitig bestreitet er, jemals Spionageabsichten gehabt zu haben.[81] Nach seiner Überstellung nach Bukarest gesteht er sämtliche Vorwürfe und relativiert seine ersten Aussagen, indem er alles zugibt, was die Securitate von ihm hören will. »Im Jahr 1934«, schreibt er in einer Erklärung, »habe ich Nuntius Cassulo Informationen […] über die politischen Aktivitäten der nationalsozialistischen Führer aus Temeswar geliefert«.[82] Einige Tage später behauptet er, Nuntius O’Hara habe einen Mönch nach Temeswar geschickt, um ein Spionagezentrum aufzubauen. Pfarrer Georg Wetzl[83], heißt es weiter, sei aber mit dem Vorschlag des Mönchs nicht einverstanden gewesen.[84] 

Einen Monat später gestand Waltner, bereits im Jahr 1934 als Spion von Nuntius Cassulo angeheuert worden zu sein. Die gleiche Aussage wiederholte er später auch vor Gericht.[85] Der Securitate war dabei nicht aufgefallen, dass Cassulo erst im Jahr 1937 seinen Posten als Botschafter des Heiligen Stuhls in Bukarest angetreten hatte.[86] 

Voller Selbstbezichtigungen sind auch die belastenden Aussagen des Zeugen und Mitangeklagten Ioan (Hans) Heber, der am 10. März 1951 verhaftet und 1956 vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wurde.[87] Der Geistliche, der seit 1935 als bischöflicher Sekretär tätig war, unterschrieb zahlreiche, äußerst belastende Aussagen, in denen er gestand Spionage, betrieben zu haben. Außerdem beschuldigte er den Bischof, dass er durch dessen antikommunistische Haltung angestachelt worden sei, die Deutsche Volksgruppe bedingungslos zu unterstützen. In einer am 7. Juni 1951 in Temeswar unterzeichneten Erklärung gestand Heber, Informationen aus sämtlichen Bereichen des öffentlichen, militärischen und politischen Lebens an den Vatikan weitergeleitet zu haben.[88] 

Nachdem Heber am 9. Juli 1951 in den Bukarester Securitatearrest[89] verlegt worden war, erklärte er, Pacha habe auf einen Blitzkrieg der Amerikaner gesetzt, der das kommunistische Regime stürzen würde.[90] 

Nach der Teilnahme an den Veranstaltungen der lokalen Nazis, gestand Heber, habe der Bischof beschlossen, die Nazis zu unterstützen und die katholischen Jugendorganisationen den nazistischen einzuverleiben.[91] Seine Spionage für den Vatikan erklärte er mit der Treue dem Heiligen Stuhl gegenüber und dem von Pacha eingeimpften Hass gegen den Kommunismus und die Sowjetunion.[92] 

Aus den Unterlagen des zu 12 Jahren Zwangsarbeit verurteilten[93] Heber geht nicht hervor, weshalb er vorzeitig aus der Haft entlassen wurde. Einem von Securitategeneral Alexandru Nicolschi[94] unterzeichneten Beschluss ist zu entnehmen, dass Heber nach seiner Entlassung noch einen relativ milden Zwangsaufenthalt von 60 Monaten in Temeswar abzusitzen hatte.[95] 

Die Beweise, wonach Pacha ein Sympathisant Hitlers gewesen sein soll, beruhen in erster Linie auf den erpressten Zeugenaussagen und auf einem uminterpretierten Artikel aus der Temeswarer Zeitung,[96] in dem nicht einmal die leiseste Andeutung gemacht wird, dass der Bischof ein Nazianhänger gewesen sei. Hätte die Securitate tatsächlich die Hintergründe der fatalen Audienz aufhellen wollen, dann wäre ein anderer, in der Arader Zeitung vom 21. Februar 1934 veröffentlichter Artikel aufschlussreich gewesen. In dem besagten Artikel wurde ausführlich über die tatsächlichen Motive des Besuchs in Berlin berichtet.[97] 

 

Das Urteil vom 17. September 1951, Rehabilitierung im März 1997

Um die subversiven Aktivitäten des Vatikans zu beweisen, schuf die Securitate künstliche Verbindungsstränge zwischen drei unterschiedlichen Aktionen: 1. Hitleraudienz, 2. Spionage und 3. antikommunistischer Widerstand. Dadurch entstand der Eindruck informativer Verbindungen. Pachadiente als Beispiel für die vom Heiligen Stuhl gesteuerte informative Unterwanderung. Deshalb wurde er als Hitlersympathisant, als Feind des Regimes und antikommunistischer Helfer des angloamerikanischen Spionagenetzwerkes denunziert. 

Um eine direkte politische Linie zwischen diesen Beschuldigungen zu konstruieren, wurde auch die italienische Botschaft in Bukarest in den Prozess einbezogen. Die Botschaft galt als Schaltstelle der westlichen Geheimdienste und als heimliche Unterstützerin einer im Untergrund tätigen antikommunistischen Widerstandsgruppe. Aus diesem Grund befanden sich auf der Anklagebank auch die Gründer der illegalen Sozialchristlichen Partei Lazăr Ştefănescu und Gheorghe Săndulescu. Zwischen den Vertretern dieser beiden Gruppen existierten keinerlei Verbindungen. Sie kannten sich nicht und trafen sich wahrscheinlich zum ersten Mal bei der Gerichtsverhandlung.

Um einer eventuellen katholischen Opposition entgegenzuwirken und ein zusätzliches Exempel zu statuieren, wurde im Rahmen des gleichen Schauprozesses auch noch der Bukarester Geheimbischof Josef Schubert angeklagt und verurteilt. Schubert wurde die Rolle eines vatikanischen »Maulwurfs« zugeschrieben, nachdem die diplomatische Vertretung des Heiligen Stuhls geschlossen und der Nuntius des Landes verwiesen worden war. In dem Prozess, der vom 10. bis zum 17. September 1951 vor einem Bukarester Militärtribunal stattfand, waren auch noch der Angestellte der italienischen Botschaft Eraldo Pintori, der Pfarrer der Bukarester italienischen Kirche Clement Gatti und der Bukarester Arzt Petre Topa (1940 kurzzeitig Staatssekretär, nach 1946 liberaler Abgeordneter im rumänischen Parlament)[98] angeklagt. 

Im Verlaufe des Prozesses legte Pacha ein umfassendes Geständnis ab, das seinen schriftlichen Erklärungen entsprach. Er widersprach aber der vom Staatsanwalt in der Anklageschrift festgehaltenen Darstellung, er habe die Einreihung der Priester und Laien in die Deutsche Volksgruppe betrieben.[99] Die Anklageschrift enthält die gesamte Palette stalinistischer Diskreditierungsattribute und zählt sämtliche Aktivitäten der Angeklagten als Beweise auf für deren unbändigen Hass auf die Arbeiterklasse, ihren vorsätzlichen Verrat der Interessen der Rumänischen Volksrepublik und ihre Unterwanderungstätigkeiten des volksdemokratischen Staates.[100] 

Das Tribunal verurteilte schließlich fünf der Angeklagten zu lebenslänglicher Zwangsarbeit, und fünf zu Gefängnisstrafen zwischen 10 und 18 Jahren.[101] Der Prozess wurde zudem von dem lauten propagandistischen Getöse in den Medien begleitet. Anfang 1952 veröffentlichte der Bukarester Staatsverlag für wissenschaftliche Literatur die Broschüre Der Prozess einer Gruppe von Spionen, Verrätern und Verschwörern im Dienste des Vatikans und des italienischen Spionagezentrums[102] in der Absicht, die Rechtmäßigkeit des Verfahrens und die Glaubwürdigkeit der Anklagepunkte publizistisch zu untermauern. Ohne plausible Erklärung wurde Pacha, der zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, bereits im Mai 1954 aus der Haft entlassen. Er starb noch im gleichen Jahr, am 4. November 1954, nach einer Prostataoperation. 

Am 14. November 1991 schickte der Titularerzbischof Adalbert Boros ein Rehabilitierungsgesuch[103] an das Bukarester Kultusministerium und forderte darin die Aufhebung der Urteile. Im Februar 1992 leitete der damalige Generalstaatsanwalt das Rehabilitierungsverfahren ein.[104] Nach einem unendlichen Reigen der Justizbürokratie und dem Einschalten des Innenministeriums, das die zehnVorgeladenen ausfindig machen sollte, erstellte das Meldeamt am 11. August 1995 die Mitteilung, dass außer Boros, alle Vorgeladenen verstorben, emigriert oder nicht mehr polizeilich registriert waren.[105] Es vergingen weitere zwei Jahre, bis endlich im März 1997 alle Verurteilten im Schauprozess von 1951 rehabilitiert wurden.[106] Das Ereignis wurde von der rumänischen Presse praktisch ignoriert.



[1]  Es wurden verhaftet: der Bischof der katholischen Diözese von Temeswar, Augustin Pacha (verhaftet am 18. Juli 1950), der geheime Bischof Josef (Iosif) Schubert aus Bukarest (17. Februar 1951), der Pfarrer der italienischen Kirche aus Bukarest, Pietro Ernesto Clement Gatti (8. März 1951), der Rektor des theologischen Seminars aus Temeswar und Geheimbischof, Adalbert Boros (10. März 1951), der bischöfliche Sekretär aus Temeswar, Domherr Ioan (Hans) Heber (10. März 1951), der Chef der bischöflichen Kanzlei, Dompropst Iosif (Josef) Waltner (13. März 1951), der Übersetzer der italienischen Botschaft aus Bukarest, Eraldo Pintori (27. April 1951), der frühere Schulinspektor, Abgeordnete in der Großen Nationalversammlung und stellvertretende Vorsitzende der illegalen Christlich-Sozialen Partei, Lazăr Ştefănescu (4. Mai 1951), der Vorsitzende der gleichen Untergrundpartei und ehemalige Schulinspektor, Gheorghe Săndulescu (13. Mai 1951), und der Bukarester Arzt Petre Topa (14. Mai 1951). Siehe Tabelul de arestaţi [Tabelle der Verhafteten], in: Arhiva Consiliului Naţional pentru Studierea Arhivelor Securităţii/Archiv des Landesrates zur Erforschung der Securitatearchive (im Folgenden: ACNSAS), Fond penal, dosar 15563, vol. 1, Bl. 1. Eine Liste mit weiteren verhafteten Geistlichen, Nonnen, Mönchen und Angestellten der Temeswarer Diözese ist zu finden bei Kräuter, Franz: Erinnerungen aus meiner christlich-demokratischen Dienstzeit, Freiburg 1967, S. 245.

[2]  Monitorul Oficial (Teil 1), Nr. 178/1948, S. 6393 f.

[3]  Das Dekret Nr. 358 zur Auflösung der unierten Kirche, in: Monitorul Oficial (Teil 1), Nr. 281/1948, Nachdruck in Cristian, Vasile: Istoria Bisericii Greco-Catolice subregimul comunist 1945–1989. Documente şi mărturii [Die Geschichte der griechisch-katholischen Kirche während des kommunistischen Regimes 1945–1989. Dokumente und Zeugnisse], Iaşi 2003,

S. 79 f.

[4]  Siehe Totok, William: Die Kirchen zwischen Unterordnung und Anpassungsdruck, in: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik 6 (1994), H. 1, S. 15–24. Im Rumänien der Zwischenkriegszeit waren nach offiziellen Angaben 72,6 Prozent der Bevölkerung rumänisch-orthodox, 7,9 Prozent griechisch-katholisch (unierte), 6,9 Prozent protestantisch, 6,8 Prozent römisch-katholisch, 4,2 Prozent jüdisch und 1 Prozent muslimisch. Hatschikjan, Magarditsch/Troebst, Stefan (Hrsg.): Südosteuropa. Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur. Ein Handbuch, München 1999, S. 497. Vor allem die Angehörigen der deutschen und der ungarischen Minderheit in Rumänien waren Mitglieder der römisch-katholischen Kirche.

[5]  Gheorghe Gheorghiu-Dej (1901 bis 1965), Mitglied im ZK der RKP seit 1935, im Oktober 1945 Generalsekretär der Partei, hauptverantwortlich für die Ermordung des RKP-Chefs Ştefan Foriş 1946 und für die Verhaftung des kommunistischen Justizministers Lucreţiu Pătrăşcanu 1948. Gheorghiu-Dej war Parteichef bis 1954 und danach erneut von 1955 bis 1965.

6      file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref6Gheorghiu-Dej, Gheorghe: Raport politic al Comitetului Central la Congresul P. M. R.

21. februarie 1948 [Politischer Bericht des Zentralkomitees auf dem Kongress der RAP vom

21. Februar 1948], in: Ders.: Articole şi cuvântări [Artikel und Reden], Bukarest 1951, S. 145 f.

 

7      file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref7Protestnote der Apostolischen Nuntiatur vom 3. März 1948, in: Ministerul Afacerilor Externe,

Direcţia Arhivelor Diplomatice: România–Vatican. Relaţii diplomatice 1920–1950 [Rumänien– Vatikan. Diplomatische Beziehungen 1920–1950]. Hrsg. von Dumitru Preda. Bd. 1, Bukarest 2003, S. 325 f.

 

[8]  Gheorghiu-Dej, Gheorghe: Raport asupra Proiectului de Constituţie făcut în faţa Marii Adunări Naţionale. 9 Aprilie 1948 [Bericht zum Verfassungsentwurf abgelegt vor der Großen Nationalversammlung vom 9. April 1948], in: Ders.: Articole (Anm. 6), S. 174. 

[9]  Siehe dazu Gillet, Olivier: Religie şi naţionalism. Ideologia Bisericii Ortodoxe Române sub regimul comunist [Religion und Nationalismus. Die Ideologie der orthodoxen Kirche im kommunistischen Regime], Bukarest 2001, S. 55–59 u. 74.

[10]  So beschreibt die Zeitung Scînteia die Verurteilten in einem Kommuniqué vom 18. September 1951, in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 33, Bl. 237.

[11]  Siehe Prunduş, Silvestru Aug. u. a.: Cardinalul Iuliu Hossu [Kardinal Iuliu Hossu], ClujNapoca 1995, S. 288.

[12]  Am 23. August 1944 stürzte König Michael den Diktator Ion Antonescu (1882 bis 1946), verließ das Bündnis mit dem Deutschen Reich und bildete eine Koalitionsregierung unter Beteiligung der Kommunisten.

[13]  Siehe Stăniloae, Dumitru: Spre Statul român creştin [Zu einem christlichen rumänischen Staat], in: Telegraful român 84 (1936), H. 18, S. 1 f.; Ders.: Principii de renaşterenaţională [Prinzipien der nationalen Wiedergeburt], in: Telegraful român, 87 (1939), H. 3, S. 1. Nach der Wende von 1989 hat sich Stăniloae politisch vage geäußert. Siehe auch Dumitrescu, Sorin: 7 dimineţi cu Părintele Stăniloae [Sieben Vormittage mit Pater Stăniloae], Bukarest 2002. Das als Gespräch konzipierte Buch spiegelt die erstaunlich konsequente ideologische Haltung Stăniloaes wider und ist eine signifikante Zusammenfassung seiner kirchen- und kulturpolitischen Ansichten.

[14]  Ders.: Perspectivele ortodoxiei [Die Perspektiven der Orthodoxie], in: Telegraful român 93 (1945), H. 9, S. 1.

[15]  Brief an Carol II. vom 20. April 1938, in: Arhiva Naţională Istorică Centrală/Zentrales historisches Landesarchiv (im Folgenden: ANIC], Fond Visarion Puiu, dosar 10, Bl. 38–40.

[16]  Ebenda, Bl. 69 f.

[17]  ANIC, Fond Visarion Puiu, dosar 31, Bl. 178–182.

[18]  Siehe dazu den Artikel aus der Zeitschrift Studii Teologice, Seria a-II-a, Nr. 7/8 vom September/Oktober 1951, S. 453 ff, der in den Memoiren des Bischofs der Evangelischen Kirche A. B. in deutscher Übersetzung in voller Länge zitiert wird. Müller, Friedrich: Erinnerungen. Zum Weg der siebenbürgisch-sächsischen Kirche 1944–1964, Bukarest 1995, S. 113.

[19]  Ana Pauker (1893 bis 1960), verheiratet mit dem Komintern-Funktionär und Säuberungsopfer, Marcel Pauker (1896 bis 1938), seit 1920 Parteimitglied, lebte zeitweilig im sowjetischen Exil und kehrte 1944 aus der UdSSR zurück; Sekretärin des ZK der RKP bzw. RAP, ab 1947 Außenministerin, 1952 als »Rechtsabweichlerin« aus allen Ämtern entfernt, starb 1960 politisch völlig isoliert an Krebs.

[20]  Moraru, Camelia u. a. (Hrsg.): Stenogramele şedinţelor Biroului Politic şi ale Secretariatului Comitetului Central al P. M. R. 1949 [Sitzungsstenogramme des Politbüros und des Sekretariats des Zentralkomitees der RAP 1949], Bd. 2, Bukarest 2003, S. 263–267.

[21]  Teohari Georgescu (1908 bis 1976), Parteimitglied seit 1929, nach dem Sturz des Antonescuregimes (am 23. August 1944) Unterstaatssekretär im Innenministerium, ab 6. März 1945 In nenminister, Mitglied des Sekretariats des ZK der RKP, des Politbüros der RAP, 1952 als »Rechtsabweichler« zusammen mit Ana Pauker und Vasile Luca verhaftet, wurde allerdings nicht verurteilt und unter Nicolae Ceauşescu 1968 rehabilitiert.

 

24        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref24Ebenda, S. 264 f. Es gibt Indizien, wonach bis zum Untergang des Regimes im Dezember 1989 sehr viele orthodoxe Priester in die kommunistische Partei eingetreten sein sollen. Siehe România liberă vom 10. Januar 2004.

 

[25]  Siehe Goldhagen, Daniel Jonah: Die katholische Kirche und der Holocaust. Eine Untersuchung über Schuld und Sühne, Berlin 2002, S. 68.

[26]  Pius XI.: »Mit brennender Sorge«. An die Erzbischöfe und Bischöfe Deutschlands und die anderen Oberhirten, die in Frieden und Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl leben, über die Lage der katholischen Kirche im Deutschen Reich, vom 14. März 1937. 

        >http://www.stjosef.at/dokumente/mit_brennender_sorge.htm.<

[27]  Siehe Augstein, Rudolf: Das ist eine Schande, in: Der Spiegel Nr. 43 vom 20. Oktober 1997, S. 92–107.

[28]  Bönisch, Georg: Der Papst, der schwieg, in: Der Spiegel Nr. 3 vom 30. Juli 2001, S. 124–131.

[29]  Raport al lui Vasile Grigorcea, trimis extraordinar şi ministru plenipotenţiar pe lângă Sfântul Scaun, adresat lui Mihail R. Sturdza, ministru al afacerilor străine al României, în legătură cu prezentarea scrisorilor de acreditare la Vatican [Bericht von Vasile Grigorcea, dem außeror dentlichenGesandten beim  Heiligen Stuhl, an Mihail R. Sturdza, Außenminister Rumäniens, anlässlich der Überreichung der Beglaubigungsschreiben beim Vatikan] vom 20. November 1940, in: Ministerul Afacerilor Externe: România–Vatican (Anm. 7), S. 172–174.

 

[30]   Siehe Doboş, Dănuţ/Despinescu, Anton: Episcopul Anton Durcovici. O viaţă închinată lui Dumnezeu şi Bisericii [Bischof Anton Durcovici. Ein der Kirche und Gott gewidmetes Leben], Iaşi 2002, S. 129 u. 134.

 

[31]  Declaraţia lui Anton Durcovici dată la 10 mai 1950 la Securitatea din Bukarest [Erklärung von Anton Durcovici vom 10. Mai 1950 bei der Securitate in Bukarest], zitiert nach Ferenţ, Eduard: Martirul iubirii lui Cristos [Märtyrer der Liebe zu Christus], Bukarest 2000, S. 134 f. Durcovici (1888 bis 1951) wurde nicht der Prozess gemacht. Er wurde im Gefängnis von Sighet zusammen mit den anderen verhafteten Bischöfen festgehalten, wo er am 11. oder 12. Dezember 1951 starb. 

[32]  Vasile Luca (1898 bis 1963), nach 1947 Finanzminister in der kommunistischen Regierung, als Mitglied der Parteiführung zuständig für Religionsfragen, 1952 als »Rechtsabweichler« zusammen mit Ana Pauker und Teohari Georgescu aller Ämter enthoben, verhaftet, im Gefängnis gestorben. 1968 unter Ceauşescu postum rehabilitiert.

[33]  Moraru: Stenogramele şedinţelor (Anm. 20), S. 550.

 

[34]   Ebenda, S. 550.

[35]  Monitorul oficial (Teil 1), Nr. 178/1948, S. 6393 f.

[36]  Die von Moskau ferngesteuerte Organisation war in der ersten Phase des Kalten Krieges nichts anderes als ein politisches und ideologisches Propagandainstrument. 1949 wurde in Prag und Paris ein vom Kreml ideologisch gelenkter Friedenskongress abgehalten. Der Ständige Ausschuss des bei dieser Gelegenheit gebildeten Weltfriedensrates veröffentlichte 1950 den sogenannten »Stockholmer Appell«, in dem die Regierungen aufgerufen wurden, auf Atomwaffen zu verzichten.

[37]  Zum Beispiel Andreas Wille, katholischer Pfarrer aus Gottlob, in Neuer Weg vom 20. April 1950, S. 1. Unter dem Aufruf »Unterschreiben auch Sie!« steht an erster Stelle die Unterschrift des Bischofs der Evangelischen Landeskirche A. B. Friedrich Müller. Unter den anderen Unterschriften fällt besonders die von Rudolf Brandsch (1880 bis 1953) auf, der in den 30er Jahren Staatssekretär für Minderheitenfragen war und kurz danach in einem stalinistischen Gefängnis sterben sollte.

[38]  Siehe Ferenţ: Martirul iubirii (Anm. 31), S. 133.

[39]  Siehe Bota, Ioan/Ioniţoiu, Cicerone: Martiri şi mărturisitori ai bisericii din România (1945– 1989) [Märtyrer und Bekenner der rumänischen Kirche (1945 bis 1989)], Cluj o. J., S. 200.

[40]  Siehe z. B. Discours de l’abbé Andrei Agotha, de Târgu Mureş, membre de comité permanent pour la défense de la paix de la République Populaire Roumaine et président du Comité d’action catolique, in: Le Congrès des Comités de lutte pour la paix de la République Populaire Roumaine. Bucarest 9–12 septembre 1950, Edité par le ComitéPermanent  pour la Défense de la Paix de la RPR, Bukarest 1950, S. 111 f.

[41]  Interview des Autors mit Sebastian Kräuter, aufgezeichnet im März 1990.

[42]  Da die heutige Leitung der Temeswarer Diözese den Antrag des Autors dieses Beitrags auf Einsicht der Akten im Kirchenarchiv mit der Begründung ablehnte, die Dokumente seien nicht geordnet und es existiere auch kein Findbuch (siehe den Brief mit der Registriernummer [sic!] 1361 vom 13. Juli 2004 von der Curia EpiscopalisTimisoarensis, unterzeichnet von Diözesanbischof Martin Roos), konnte der Originaltext des Hirtenbriefes aus dem Jahr 1950 nicht mit gelegentlich in Umlauf gesetzten Auszügen und Versionen verglichen werden. 

[43]  Kräuter, Franz: Erinnerungen an Bischof Pacha. Ein Stück Banater Heimatgeschichte, Bukarest 1995, S. 168. Siehe auch Bota/Ioniţoiu: Martiri şi mărturisitori (Anm. 39), S. 200.

[44]  Maior de justiţie Frăţilă, Procuror şef al Parchetului Tribunalului Militar Bucureşti: Referat introductiv din 8 septembrie 1951 [Einleitendes Referat nach dem Abschluss der Voruntersuchungen von Gerichtsmajor Frăţilă, Leiter der Militärstaatsanwaltschaft des Bukarester Militärtribunals vom 8. September 1951], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 4, Bl. 21. Die Securitate hat die Vornamen der beiden Nonnen vertauscht.

[45]  Siehe Wulff, Hildegardis: Canadischer Brief gerichtet an die Benediktinerinnen von der hl. Lioba in Deutschland, der Schweiz, Rumänien, Dänemark, Belgien und Canada, Westminster Abeey, B. C./Montreal, Que. 1960, S. 158.

[46]  Către Direcţiunea Generală a Securităţii Poporului, semnat lt. col. Coloman Ambruş şi maior

Aurel Moiş, înregistrat la Bukarest pe data de 24 martie 1949 [Schreiben an die Generaldire ktion der Volksssicherheit in Bukarest, gezeichnet von Oberstleutnant Coloman Ambruş und Major Aurel Moiş], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 19, Bl. 3–9.

 

47        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref47Fişă personală [Personalbogen], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 19, Bl. 27–29.

 

48        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref48Fişă informativă întocmită de Direcţia Regională a Securităţii Poporului din Timişoara, [Operatives Merkblatt der Regionaldirektion der Securitate aus Temeswar], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 19, Bl. 15–18. 

 

49        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref49Biografische Details bei Oprea, Marius: Banalitatea răului. O istorie a Securităţii în documente

1949–1989 [Die Banalität des Bösen. Eine Geschichte der Securitate in Dokumenten 1949– 1989] Iaşi 2002, S. 556–558.

 

[51] Siehe Prunduş, Silvestru Augustin/Plaianu, Clemente: Cardinalul Alexandru Todea. La 80 de ani (1912–1992) [Kardinal Alexandru Todea. 80 Jahre alt (1912 bis 1992)], o. O. 1992, S. 27 f.

[52]   Siehe das Vorwort von Marius Oprea in Vasile: Istoria Bisericii (Anm. 3), S. 10 u. 19 f.

 

[53]  Interview des Autors aufgezeichnet am 23. Mai 1995. Siehe auch Totok, William: Constrângerea memoriei. Însemnări, documente, amintiri [Gedächtnisnötigung. Aufzeichnungen, Dokumente, Erinnerungen], Iaşi 2001, S. 197.

[54]  Interview des Autors mit Sebastian Kräuter aufgezeichnet im März 1990.

[55]  Birtaş wurde im August 1948 Direktor der 1. Direktion [Abteilung] Inlandsinformationen. Es gelang ihm in der Bukarester Apostolischen Nuntiatur einen Informanten zu rekrutieren. Birtaş war auch an der politischen Vorbereitung zur Ausschaltung des früheren KP-Chefs Ştefan Foriş und an der Ermordung von dessen Mutter beteiligt. Er war in der Securitate bis 1952 tätig. Weitere Angaben bei Oprea: Banalitatea răului (Anm. 49), S. 542 f.

[56]  Ambruş leitete die lokale Securitate bis 1952, danach wechselte er zum Geheimdienst nach Braşov (Kronstadt). Die Temeswarer Securitateleitung übernahm dann Aurel Moiş, der früher bereits in der Siguranţa (dem bürgerlichen Geheimdienst) tätig war. 1946 wurde er Chef des Siguranţabüros von Temeswar und war 1949 maßgeblich an der Ausschaltung der bewaffneten antikommunistischen Guerillaverbände in den Banater Bergen beteiligt. Ende der 50er Jahre wechselte er zum Auslandsgeheimdienst (Direcţia de Informaţii Externe) und wurde zum Militärattaché in der rumänischen Botschaft in der DDR ernannt. Für weitere Angaben siehe Oprea: Banalitatea răului (Anm. 49), S. 561 f. sowie Pelin, Mihai: Un veac de spionaj, contraspionaj şi Poliţie politică. Dicţionar alfabetic [Ein Jahrhundert der Spionage, Gegenspionage und der politischen Polizei. Alphabetisches Lexikon], Bukarest 2003, S. 203.

[57]  Tovarăşului Colonel Birtaş. Confidenţial [Vertrauliche Mitteilung von Coloman Ambruş an Genossen Oberst Cornel Birtaş] vom 31. Mai 1950, in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 19,

Bl. 19 f.

[58]  Securitateunterleutnant Gh. Enoiu: Referat vom 6. Juli 1950, in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 9, Bl. 33.

[59]  Ebenda, Bl. 34.

[60]  Telegrama col. Ambruş către DGSP din Bucureşti, 17 iulie 1950 [Telegramm von Oberst Ambruş an die DGSP in Bukarest vom 17. Juli 1950], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 19, Bl. 35 u. 35 verso.

[61]  Nota lui Gavril Birtaş de la DGSP din Bucureşti către Direcţia Regională a Securităţii Poporului din Timişoara, 15. 07. 1950, [Vermerk von Birtaş an die Dienststelle der Securitate von Temeswar vom 15. Juli 1950], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 19, Bl. 36. 

[62]  Declaraţia lui Pacha din 19. 07. 1951 [Erklärung Pachas vom 19. Juli 1950] in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 19, Bl. 53–56.

[63]  Rapport vom 3. August 1950, in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 19, Bl. 42 f. 

[64]  In einem von der Temeswarer Securitate verfassten »Referat« wird die lokale ungarische Zeitung Szàbad Szó zitiert sowie Mitarbeiter des Ungarischen Volksverbandes, die den Bischof als »Philogermanen« bezeichnen. In: ACNSAS, dosar 15563, vol. 19, Bl. 3–9.

[65]  Proces verbal încheiat la 14. 03. 1951 între interpretul din maghiară Mann Erich şi Lt. de securitate Micle Teodor din Direcţiunea Generală a Securităţii Statului[Vertragsprotokoll vom 14. März 1951  zwischen dem Dolmetscher aus dem Ungarischen Mann Erich und dem Securitateleutnant Micle Theodor von der Generaldirektion der Securitate], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 1, Bl. 72. Der Dolmetscher Erich Mann übersetzte alle Erklärungen von Adalbert Boros und Augustin Pacha aus dem Ungarischen ins Rumänische und war als Übersetzer auch bei den Vernehmungen und dem Prozess dabei. Die schriftlichen Dokumente befinden sich in den verschiedenen Aktenordnern sowohl in ungarischer Sprache als auch in rumänischer Übersetzung.

[66]  Proces verbal (sentinţa-minuta) [Protokoll (Zusammenfassung des Urteils)] Nr. 1228, 17 septembrie 1951, in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 4, Bl. 235. 

[67]  Declaraţia lui Pacha din 20. 08. 1950 dată în timpul anchetei la Bucureşti [Erklärung Pachas vom 20. August 1950 bei seiner Vernehmung in Bukarest], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 1, Bl. 27.

[68]  Siehe die deutsche Übersetzung des im Amtsblatt (Monitorul oficial, Nr. 119 vom 26. Mai 1942) veröffentlichten Abkommens. Abgedruckt bei Hügel, Kaspar: Das Banater Schulwesen in Rumänien von 1918–1944, München 1968, S. 148. 

[69]  Kräuter: Erinnerungen (Anm. 43), S. 208.

[70]  Siehe Hügel, Kaspar: Abriß der Geschichte des Donauschwäbischen Schulwesens, München 1957, S. 37; Fraunhoffer, Hans Ewald: Erinnerungen und Erlebnisse eines Volkspolitikers aus der Zeit des Kampfes um die nationale Erneuerung des Banater Deutschtums, Gernlinden 1977, S. 496.

[71]  Notă informativă din 07. 01. 1943, Nr. 3040 semnată de maiorul Ioan Peschir [Mitteilung vom 7. Januar 1943, Nr. 3040 von Major Ioan Peschir], in: Direcţia Judeţeană Timişa Arhivelor Naţionale/Bezirksdirektion Temesch der Nationalarchive, fond 161, Legiunea de Jandarmi Timiş-Torontal, dosar 75 (1943), Bl. 2. 

[72]  International Herald Tribune vom 29. Juni 2004; Eskenasy, Victor: Vatican releases 43 letters bolstering its role on Jews, in: Radio Free Europe vom 29. Juni 2004. 

[73]  Auszüge aus dem umstrittenen Brief von Pacha wurden bereits vor einigen Jahren bekannt. Siehe Dumitrescu-Snagov, Ion: România în Diplomaţia Vaticanului 1939–1944 [Rumänien in der Vatikanischen Diplomatie], Bukarest 1991, S. 156–167. 

 

[74]   Kräuter: Erinnerungen (Anm. 43), S. 185.

[75]  Hockl, Hans Wolfram: Deutscher als die Deutschen. Dokumentarische Studie über NSEngagement und Widerstand rumäniendeutscher Volkspolitiker, Linz 1987, S. 162.

[76]  Interogatorul inculpatului Augustin Pacha, 10 septembrie 1951 [Vernehmung des Angeklagten Augustin Pacha vom 10. September 1951], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 4, Bl. 152–154. 

[77]  Fişă personală întocmită de Direcţiunea Regională a Securităţii Poporului din Timişoara, semnată de maiorul Moiş Aurel şi lt. col. AmbruşColoman, datată, 12. 11. 1949 [Personalbo gen erstellt von der Regionaldirektion der Securitate aus Temeswar, gez. Major Moiş Aurel und Oberstleutnant AmbruşColoman], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 15, Bl. 1.

 

78        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref78Fişă, datată 12. 11. 1949 [Vermerk vom 12. November 1949, in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 15, Bl. 3.

 

79        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref79Fişă informativă [Operatives Merkblatt], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 15, Bl. 4. 

 

80        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref80Declaraţia lui Waltner din 15. 08. 1951 dată în timpul anchetei la Bucureşti [Erklärung von Waltner vom 15. August 1951, gegeben während der Voruntersuchung in Bukarest], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 2, Bl. 3–23, hier Bl. 10.

 

81        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref81Declaraţia lui Waltner datată 13. 03. 1951 [Erklärung von Waltner vom 13. März 1951], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 15, Bl. 17 f.

 

82        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref82Declaraţia lui Waltner din 09. 07. 1951 [Erklärung von Waltner vom 9. Juli 1951], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 15, Bl. 79.

 

[83] In der offiziellen Historiographie aus der Zeit des pseudoliberalen Tauwetters unter Ceauşescu von 1965 bis Mitte der 70er Jahre wurde Wetzl als Vertreter eines kirchlichen Antifaschismus innerhalb der rumäniendeutschen Minderheit gewürdigt. In diesem Zusammenhang wurden auch der Bischof der Evangelischen Kirche A. B. aus Hermannstadt Viktor Glondys (der 1941 zum Rücktritt gezwungen und dessen Stelle von Nazibischof Wilhelm Staedel besetzt worden war), der katholische Prälat aus Temeswar Joseph Nischbach (während des Stalinismus verhaftet, verurteilt und 1959 aus Rumänien ausgewiesen) sowie der katholische Ba nater Aktivist Kaspar Muth genannt. Siehe Eisenburger, Eduard/Kroner, Michael: Sächsischschwäbische Chronik. Beiträge zur Geschichte der Heimat, Bukarest 1976, S. 164.

 

84        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref84Declaraţia lui Waltner din 10. 07. 1951 [Erklärung von Waltner vom 10. Juli 1951], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 15, Bl. 126–129.

 

85        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref85Declaraţia lui Waltner din 15. 08. 1951 [Erklärung von Waltner vom 15. August 1951], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 15, Bl. 214–234. 

 

88        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref88Declaraţia lui Ioan Heber din 07. 06. 1951 [Erklärung von Ioan Heber vom 7. Juni 1951], ACNSAS, dosar 15563, vol. 30, Bl. 85–89.

 

90        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref90Declaraţia lui Ioan Heber din 13. 07. 1951 [Erklärung von Ioan Heber vom 13. Juli 1951], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 30, Bl. 128–131.

 

91        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref91Declaraţia lui Ioan Heber din 16. 08. 1951 [Erklärung von Ioan Heber vom 16. August 1951], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 2, Bl. 71–86, hier Bl. 77. 

 

92        file:///P:/Bundesstiftung_Aufarbeitung/entwicklung/HTML-Dateien%20f%C3%BCrs%20JHK%202005-2015/2005/14%20JHK%202005_Totok.pdf.htm#_ftnref92Declaraţia lui Ioan Heber din 18. 07. 1951 [Erklärung von Ioan Heber vom 18. Juli 1951], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 30, Bl. 149–175. 

 

[93]  Proces verbal (sentinţa-minuta) [Protokoll (Zusammenfassung des Urteils)] Nr. 1228, in: ACNSAS, dosar 15563, vol 4, Bl. 235–274; Sentinţa în procesul grupului de spioni[…] [Urteil im Prozess gegen die Gruppe von Spionen  (…)], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 33, Bl. 237.

[94]  Alexandru Nicolschi (1915 bis 1992), Securitategeneral, hatte ab 1946 innerhalb des Repressionsapparates eine Schlüsselfunktion, ab 1948 war er stellvertretender Direktor der Generaldirektion der Securitate, ab 1953 Generalsekretär des Innenministeriums, 1961 Generalleutnant i. R.; Nicolschi koordinierte alle wichtigen repressiven Maßnahmen während des Stalinismus und ordnete sogar die Überwachung der Parteiführung an.

[95]  Decizia Nr. 6430 din 7 iulie 1956 [Beschluss Nr. 6430 vom 7. Juli 1956], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 38, Bl. 1.

[96]  Bischof Dr. Pacha bei Reichskanzler Hitler in Audienz?, in: Temeswarer Zeitung vom 16. Februar 1934. Die Fotokopie und die rumänische Übersetzung des Artikels finden sich in den Akten der Securitate. ACNSAS, dosar 15563, vol. 5, Bl. 8–10.

[97]  Warum war Bischof Pacha in Berlin?, in: Arader Zeitung vom 21. Februar 1934, S. 3.

[98] Siehe Neagoe, Stelian: Istoria guvernelor României de la începuturi – 1859 până în zilele noastre – 1999 [Die Geschichte der rumänischen Regierungen von ihren Anfängen 1859 bis heute – 1999), 2. Aufl. Bukarest 1999, S. 131 u. 134.

[99] Interogatorul inculpatului Augustin Pacha, 10 septembrie 1951 [Vernehmung des Angeklagten Augustin Pacha vom 10. September 1951], in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 4, Bl. 152– 154.

[100] ACNSAS, dosar 15563, vol. 4, Bl. 1–48.

[101] Proces verbal (sentinţa-minuta) [Protokoll (Zusammenfassung des Urteils)] Nr. 1228, 17 septembrie 1951, in: ACNSAS, dosar 15563, vol. 4, Bl. 270–274.

[102] Procesul unui grup de spioni, trădători şi complotişti în slujba Vaticanului şi a centrului de spionaj italian [Der Prozess einer Gruppe von Spionen, Verrätern und Verschwörern im Dienste des Vatikans und des italienischen Spionagezentrums], Bukarest 1952.

[103] ACNSAS, dosar 15563, vol. 40, Bl. 45.

[104] ACNSAS, dosar 15563, vol. 40, Bl. 1–10.

[105] ACNSAS, dosar 15563, vol. 40, Bl. 96.

[106] ACNSAS, dosar 15563, vol. 40, Bl. 253–265. 

Inhalt – JHK 2005

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