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Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung

Hier finden Sie die retrodigitalisierten Fassungen der Ausgaben 2005 bis 2016 des Jahrbuches für Historische Kommunismusforschung (JHK).

 

Weitere Bände werden sukzessive online gestellt. Die aktuelle Printausgabe folgt jeweils zwei Jahre nach ihrem Erscheinen.

Das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung wurde 1993 von Hermann Weber (†) als internationales Forum zur Erforschung des Kommunismus als europäisches und globales Phänomen gegründet. Das Jahrbuch enthält Aufsätze, Miszellen, biografische Skizzen, Forschungsberichte sowie Dokumentationen und präsentiert auf diesem Weg einmal jährlich die neuesten Ergebnisse der internationalen Kommunismusforschung.

Seit 2004 wird das Jahrbuch im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegeben und erscheint aktuell im Berliner Metropol Verlag.

Herausgeber: Ulrich Mählert, Jörg Baberowski, Bernhard H. Bayerlein, Bernd Faulenbach, Ehrhart Neubert, Peter Steinbach, Stefan Troebst, Manfred Wilke.

Wissenschaftlicher Beirat: Thomas Wegener Friis, Stefan Karner, Mark Kramer, Norman LaPorte, Krzysztof Ruchniewicz, Brigitte Studer, Krisztián Ungváry, Alexander Vatlin.

Bitte richten Sie Manuskriptangebote an die Redaktion: jhk[at]bundesstiftung-aufarbeitung.de

 

Die Kommunistische Partei Italiens und ihre Historiografen

JHK 2013 | Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung | Seite 191-210 | Aufbau Verlag

Autor/in: Bruno Groppo

Keine andere kommunistische Partei – außer die der Sowjetunion – hat so viel Interesse hervorgerufen und für so viele Publikationen gesorgt wie die italienische Kommunistische Partei (KPI) (1921–1991). Die ihr gewidmeten Arbeiten sind nicht nur äußerst zahlreich, sondern auch ganz unterschiedlicher Natur: historische Studien, Memoiren und Augenzeugenberichte, Quellenveröffentlichungen, soziologische und anthropologische Untersuchungen. Generell gibt es eine ganze Reihe von Werken allgemein zur Geschichte dieser Partei, angefangen beim ersten, das 1953 erschienen ist, bis hin zum bislang letzten Band zu diesem Thema aus dem Jahr 2009.1

Hinzu kommen Arbeiten zu enger gefassten Zeitabschnitten, einzelnen Regionen, speziellen Fragen und zu einzelnen Persönlichkeiten. Zahlreiche kommunistische Führer, vor allem der ersten Generation der Partei, haben ihre Memoiren veröffentlicht, die eine wichtige Quelle für die Geschichte der Partei und der kommunistischen Bewegung in Italien im Allgemeinen darstellen.2 Eine umfangreiche Geschichtsschreibung also, die mehrere Phasen durchlaufen hat und einerseits vom politischen und intellektuellen Kontext Italiens beeinflusst wurde sowie andererseits den Änderungen der Fragestellungen und historischen Denkansätze unterlag. Der vorliegende Artikel befasst sich vorrangig mit der Anfangszeit dieser Geschichtsschreibung über die KPI, ihrem Wandel in den Fünfziger- und Sechzigerjahren sowie den Protagonisten dieses Prozesses.

Ein grundlegender Aspekt, der den Aufbau einer Parteihistoriografie häufig beeinflusst, war auch in diesem Fall der Umstand, dass die Archive der Kommunistischen Partei und anderer kommunistischer Organisationen hermetisch verschlossen und damit nicht zugänglich waren. Diese Tatsache war lange Zeit das größte Hindernis für die Geschichtsforschung über den Kommunismus und führte fast unweigerlich dazu, dass diese sich vornehmlich auf die Analyse der Ideologie, von kommunistischen Veröffentlichungen und Äußerungen stützte, nicht aber auf interne Dokumente zurückgreifen konnte, die rigoros unter Verschluss gehalten wurden. Einige kommunistische Parteien, wie z. B. die KPI, begannen in den Sechzigerjahren schrittweise mit der Öffnung ihrer Archive für Historiker und andere Forscher; diese Haltung blieb jedoch eher eine Ausnahme. Bis sich dieses Vorgehen allgemein durchsetzte, musste man das Ende der Sowjetunion und die Öffnung der russischen Archive abwarten.

Die Entwicklung des italienischen Kommunismus

Auf den ersten Blick gleicht die offizielle Geschichtsschreibung des italienischen Kommunismus der anderer kommunistischer Parteien, aber es gibt auch Unterschiede. Bevor näher auf diese eingegangen wird, soll an dieser Stelle kurz die Entwicklung der KPI bis zu den Sechzigerjahren skizziert werden.

1921 aus der Abspaltung einer Minderheitengruppe von der Sozialistischen Partei Italiens hervorgegangen, durchlebte die KPI – die sich damals Kommunistische Partei Italiens nannte, um zu verdeutlichen, dass sie sich lediglich als Sektion der Weltpartei der Revolution, der Kommunistischen Internationalen verstand – aufgrund der faschistischen Verfolgungen von Anfang an schwierige Zeiten. Mit der Errichtung der faschistischen Diktatur im Jahr 1926 wurde die KPI wie alle anderen politischen Parteien Italiens, mit Ausnahme der faschistischen Partei, verboten und konnte von da an ihre Arbeit nur noch im Untergrund in Italien oder im Exil fortsetzen. Bis zum Zweiten Weltkrieg blieb sie eine kleine, stark verfolgte Kaderpartei, deren Mitglieder sich größtenteils im Gefängnis, an faschistischen Verbannungsorten oder im Exil befanden. Die Parteiführung, die sich überwiegend in den Zwanzigerjahren gebildet hatte, zeichnete sich durch eine große Kontinuität aus, sieht man von einigen Parteiausschlüssen Ende der Zwanziger- und zu Beginn der Dreißigerjahre ab. So war z. B. Palmiro Togliatti von den Zwanzigerjahren bis zu seinem Tod im Jahre 1964 Parteisekretär (als Nachfolger von Antonio Gramsci, der zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden war).

Nach dem Krieg wendete sich das Blatt. Aufgrund der bedeutenden Rolle der Kommunisten im italienischen Widerstand (1943–1945) und des Prestiges, das die Sowjetunion durch ihren Sieg über den Nationalsozialismus genoss, gelang es der KPI, zu einer großen Massenpartei mit mehr als zwei Millionen Mitgliedern und damit zur größten Partei der italienischen Linken zu werden. Sie trat 1943 in die Regierung ein und wurde 1946 mit Beginn des Kalten Krieges, zeitgleich mit der verbündeten Sozialistischen Partei, daraus ausgeschlossen. Mit dem Sieg der Christdemokraten bei den Parlamentswahlen im April 1948, bei denen diese die absolute Mehrheit errangen, wurde die KPI für sehr lange Zeit in die Opposition verbannt. Unter der Führung Togliattis versuchte sich die KPI, wenngleich sie Moskau treu blieb, in gewisser Weise vom alten bolschewistischen Parteimodell abzugrenzen.

Einige Besonderheiten des italienischen Kommunismus

Eine der Besonderheiten des italienischen Kommunismus war die große Rolle, die die Intellektuellen – und zwar von Anfang an – in der Partei spielten. Unter den Parteigründern und der Führungsgruppe der Vorkriegszeit befanden sich zahlreiche Intellektuelle, angefangen bei den ersten drei Generalsekretären der Partei: Amadeo Bordiga, Antonio Gramsci, Palmiro Togliatti. Vor allem diese Intellektuellen waren es, die, wie wir noch sehen werden, die Geschichtsschreibung der Partei entwarfen. Eine weitere wichtige Besonderheit war die große Kontinuität der Führungsgruppe, die sich in den Zwanziger- und Dreißigerjahren formierte und in den Fünfziger- und Sechzigerjahren noch immer der Partei vorstand. Togliatti, der von den Zwanziger- bis in die Sechzigerjahre Parteisekretär war, ist das bezeichnendste Beispiel für diese Kontinuität. Als weitere Besonderheit ist auch die Tatsache hervorzuheben, dass mehrere historische Parteiführer ab den Sechzigerjahren (Palmiro Togliatti, Pietro Secchia, Giuseppe Berti, Giorgio Amendola, Luigi Longo) einen Teil ihrer Aktivitäten darauf verwendeten, verschiedene Aspekte der KPI-Vergangenheit regelrecht historiografisch aufzuarbeiten. Einige – wie Secchia und Berti – taten dies, nachdem sie von Togliatti aus wichtigen Positionen innerhalb der Partei entfernt worden waren; andere, angefangen bei Togliatti selbst, widmeten sich der Geschichtsschreibung trotz intensiver politischer Arbeit. Diese historiografischen Arbeiten entsprachen nicht mehr dem Stil der traditionellen Geschichtsschreibung nach stalinistischem Muster, sondern erfolgten jetzt im Rahmen einer echten historiografischen Auseinandersetzung. Aufgrund der Vielfalt der Arbeiten lassen sich die unterschiedlichen Wahrnehmungen und politischen Richtungen innerhalb der Partei erkennen. Jeder der Autoren entwickelte eine persönliche Sicht der Geschichte des italienischen Kommunismus, wenn auch innerhalb gewisser gemeinsamer Denkmuster. Mittlerweile war eine Generation von professionellen Historikern herangewachsen, die entweder selbst Kommunisten waren oder der Kommunistischen Partei nahestanden, der akademischen Welt angehörten und einen Teil ihrer Forschungsarbeit der Geschichte des italienischen Kommunismus widmeten. Markantestes Beispiel ist Paolo Spriano (1925–1988), dessen fünf, zwischen 1967 und 1975 erschienene Bände über die Storia del Partito Comunista Italiano [Geschichte der Kommunistischen Partei Italiens]3 einen Meilenstein in der Geschichtsforschung über die Partei darstellen. Spriano blieb dem Interpretationsschema Togliattis weitgehend treu, wies aber, dank der Nutzung der Parteiarchive (die sich den Forschern zu öffnen begannen), auf die Komplexität der Parteigeschichte hin. Diese mit dem Jahr 1945 endende Arbeit wurde schnell zu einem Standardwerk in der KPI-Geschichtsschreibung. Spriano untersuchte auch die internationalen Aspekte der italienischen Kommunismusgeschichte, insbesondere das Wirken Togliattis in seiner Rolle als Sekretär der Komintern4 sowie die Frage des Stalinismus.5

Ebenso von Bedeutung sind die Werke von Ernesto Ragionieri (1926–1975), Professor an der Universität Florenz, der ebenfalls einen Teil seiner Arbeiten Togliatti6 und den Beziehungen zwischen KPI und Komintern widmete.7 Es ist interessant festzustellen, dass die Forschungsarbeiten Sprianos und Ragionieris über die Geschichte der KPI nur einen Teil ihrer Arbeiten ausmachen, die sich ansonsten mit der Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung in Italien und Europa beschäftigen. Spriano beispielsweise untersuchte verschiedene Aspekte der Geschichte des Sozialismus in Turin, während Ragionieri sich unter anderem mit dem Einfluss der deutschen Sozialdemokratie auf den italienischen Sozialismus befasste. Diese Historiker sind der universitären Geschichtsschreibung zuzuordnen, die den wissenschaftlichen Kriterien dieser Disziplin Rechnung trägt und in erster Linie die individuelle Sicht des Historikers widerspiegelt.

Zwei der Faktoren, die in Italien zu einer stärkeren historiografischen Öffnung führten, sind die Kontakte und der Dialog zwischen kommunistischen und sozialistischen Historikern, die unter anderem durch die Tatsache begünstigt wurden, dass bis zu Beginn der Sechzigerjahre die beiden größten Parteien der italienischen Linken verbündet waren und der Opposition angehörten. Beider Hauptinteresse galt der Geschichte der Arbeiterbewegung und des Sozialismus in Italien. Zeitschriften wie Movimento operaio, herausgegeben von 1949 bis 1956 vom Feltrinelli-Institut in Mailand, Movimento operaio e socialista, herausgegeben ab 1955 vom ligurischen Zentrum für Sozialgeschichte,8 Rivista Storica del Socialismo (1957–1968), herausgegeben von Stefano Merli und Luigi Cortesi, oder Problemi del Socialismo (1957–1992), gegründet und herausgegeben vom Sozialisten Lelio Basso, waren wichtige Begegnungs- und Diskussionsplattformen für die kommunistischen und sozialistischen, aber auch anders gesinnten Historiker. Auch wenn dieser Aspekt hier nicht vertieft werden kann, sei daran erinnert, dass es zwischen der Historiografie des Kommunismus und derjenigen der Arbeiterbewegung im Allgemeinen immer recht enge Verbindungen und sogar manche Parallelen gab. Ein gewisses teleologisches Verständnis der Geschichte und der Gedanke einer historischen Mission, die nur von der Arbeiterklasse ausgeführt werden kann, waren in beiden Historiografien vorhanden. Die Historiografie der Arbeiterbewegung war stets geprägt vom Hegemoniekampf zwischen den verschiedenen Strömungen der Bewegung und vom politischen Nutzen, den die jeweiligen Vertreter für ihre Legitimierung daraus zogen. Die kommunistischen Parteien jedoch trieben ihren Anspruch, die einzig legitimen Vertreter der Arbeiterbewegung zu sein, auf die Spitze. In den Ländern, in denen sie an die Macht gelangten, ächteten und verfolgten sie alle anderen Strömungen der Arbeiterbewegung, die von da an ihrer Unabhängigkeit beraubt und der Staatspartei, die sie doch angeblich verkörperte, untergeordnet war.

In den Fünfzigerjahren war der Fokus der Historiografie der Arbeiterbewegung noch auf die Organisationen (Parteien, Gewerkschaften) und deren Führer gerichtet. Ab den Sechzigerjahren begann sich eine Erneuerung der Historiografie hin zu einer Sozialgeschichte der Arbeit und der Arbeiter abzuzeichnen, die in den angelsächsischen Ländern als new labour history bezeichnet wurde. Diese historiografische Wende – vornehmlich eingeleitet von den britischen Historikern Edward P. Thompson und Eric Hobsbawm – hatte sogar Einfluss, wenn auch mit einiger Verzögerung, auf die Historiografie des Kommunismus.9

Vorgeschichte

In Italien gehen die Anfänge der offiziellen Geschichtsschreibung der KPI auf die Jahre 1947 bis 1953 zurück, jedoch wurden die ersten Ansätze der späteren kanonischen Interpretation der Parteigeschichte schon um 1930, kurz vor dem zehnten Jahrestag der Parteigründung, ausgearbeitet. Es war die Zeit, als die KPI vor einem schwierigen politischen Wendepunkt stand10 – hin zur Parteilinie »Klasse gegen Klasse« und der Anprangerung der Sozialdemokratie als »Sozialfaschismus« – und damit einen Großteil der politischen Leitlinien aufgab, die 1926 auf dem Parteitag von Lyon beschlossen worden waren, einem Parteitag, bei dem die »bordigistische Linke«11 endgültig geschlagen worden war. Es galt jetzt, dafür zu sorgen, dass durch die von der Komintern angestrebte Wende die Parteilinie Bordigas nicht rehabilitiert wurde. So veröffentlichte Togliatti, unmittelbar nach dem Ausschluss Bordigas im März 1930, einen Artikel in der theoretischen Zeitschrift der Partei,12 in dem er eine Interpretationslinie entwickelte, die bis in die Sechzigerjahre hinein unverändert blieb: Leitgedanke war, dass der Bordigismus in der Existenz der KPI nur eine Episode dargestellt hatte, die durch den von Gramsci und Togliatti persönlich vorgegebenen, richtigen politischen Kurs schnell überwunden worden war.13 Die gegen Bordiga geführten heftigen und verleumderischen Angriffe waren von ebenso hitziger Kritik gegen den Vertreter der Parteirechten, Angelo Tasca,14 begleitet. Togliatti nahm damit eine Art Mittelposition ein, aus der heraus er erklären konnte, dass sich die KPI nur durch die Befreiung zuerst vom »Linksopportunismus« (Bordiga) und dann vom »Rechtsopportunismus« (Tasca) weiterentwickeln konnte. Genau dasselbe Schema findet sich in den Hinweisen, die er Giuseppe Berti zur Vorbereitung einer Sonderausgabe der Parteizeitschrift Lo Stato operaio übermittelt hatte, die anlässlich des zehnten Jahrestags der Parteigründung vorgesehen war, aber letztlich nie erschien.15 Gramsci, der zu diesem Zeitpunkt im Gefängnis saß und die neue Partei- und Komintern-Linie nicht teilte, erhielt keine Gelegenheit, sich zu dieser Deutung der Vergangenheit zu äußern. Sein Tod kurz nach der Haftentlassung im Jahre 1937 gab Togliatti die Gelegenheit zu einer Klarstellung in Bezug auf die Parteigeschichte, indem er den verstorbenen Parteiführer als positiven Pol des italienischen Kommunismus darstellte und, im Gegensatz dazu, Bordiga als negativen Pol. Dieser Interpretation zufolge war Gramsci schon 1917 anderer Auffassung als Bordiga und ihm in den ersten Jahren der Partei nur gefolgt, um nicht dem rechten Flügel (d.h. Tasca) zugeordnet zu werden.16 Dieser zum Gedenken an Gramsci verfasste Artikel bildete die Grundlage für eine Interpretation seiner Person (und indirekt auch der Parteigeschichte), die, wie Giorgio Amendola später betonte, »im Laufe der Zeit zwar ergänzt und weitergeführt, aber in ihren Grundzügen nie korrigiert wurde«.17 Auch legte der Artikel den Grundstein zu einer Gramsci-Legende, deren Nutzen und pädagogischen Wert Amendola später rühmte, wobei er betonte, dass die Einstellung der Partei gegenüber ihrer jüngeren Vergangenheit in erster Linie »politisch«, also von den politischen Notwendigkeiten her bestimmt sein solle.18

Der historische Diskurs der KPI nach 1945

Nach 1945 gehorchte der historische Diskurs der KPI unmittelbaren politischen Zwängen. Wie Giorgio Bocca in seiner Biografie Togliattis feststellt, »deckt sich die Geschichte der Partei bis 1956 und darüber hinaus vollständig mit der Parteipolitik, sie beugt sich ihren Bedürfnissen, passt sich den Erfordernissen der Macht und der Propaganda an«.19 Sinn und Zweck der historiografischen Selbstdarstellung der KPI bestand darin, die von Togliatti nach seiner Rückkehr aus der UdSSR postulierte neue Strategie – die der »neuen Partei« – zu legitimieren, deren Gegner auszuschalten und vor allem die Partei politisch und ideologisch dadurch zu einen, dass sie eine bis dahin noch fehlende bzw. noch nicht klar umrissene kollektive Identität erhielt. Diese Identität zu definieren war die wichtigste Aufgabe, da sich die von Togliatti erdachte »neue Partei« deutlich von der Vorkriegspartei unterschied: Zu einer Massenpartei geworden, war sie soziologisch betrachtet heterogen und von oft gegensätzlichen politischen Strömungen geprägt. Die überwältigende Mehrheit ihrer Mitglieder gehörte aufgrund ihrer Erfahrung im Widerstand erst seit Kurzem der Partei an, ohne deren Vergangenheit wirklich zu kennen. Die Definition der eigenen Identität wurde umso dringlicher, als sich die KPI 1947 in der Opposition wiederfand, mit der Aussicht, nach dem Sieg der Christdemokraten bei den Parlamentswahlen im April 1948 dort noch für lange Zeit zu bleiben. Giorgio Amendola schrieb dazu später: »Wir mussten die politische Einheit der Partei innerhalb kurzer Zeit […] festigen und unterschiedliche Erfahrungen miteinander verbinden, ein Prozess, der noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden konnte.«20 Dies erklärt, warum sich die KPI ab 1947/48 so stark um die Schaffung einer historischen Tradition der Partei bemühte. Da der Richtungswechsel zugunsten der »neuen Partei« nach Rückkehr in die Opposition nicht infrage gestellt wurde,21 konnte die kollektive Identität der Partei nicht ausschließlich bzw. hauptsächlich klassenbezogen definiert werden. Die Vergangenheit wurde folglich neu interpretiert; dabei wurden die Aspekte hervorgehoben, die mit der antifaschistischen, demokratischen und nationalen Strategie konform gingen (oder als wegbereitend für diese Strategie angesehen werden konnten), während revolutionäre und klassenbezogene Aussagen, die die Partei lange Zeit und besonders in ihren Anfängen geprägt hatten, in den Hintergrund rückten.22 Diese Lesart der Parteigeschichte stand im Zeichen der Kontinuität – symbolisiert durch die Kontinuität der Parteiführung (die zum Großteil noch dieselbe wie in den Zwanzigerjahren war) –, gerade so, als hätte es nur eine absolut linear verlaufende Entwicklung von der Spaltung von Livorno bis hin zur »neuen Partei« gegeben, und vor allem, als wäre die gesamte zurückliegende Geschichte 
des italienischen Kommunismus nur die notwendige Vorbereitung auf die »neue Partei« gewesen.

Die Geschichte der Partei zu schreiben, blieb Privileg und alleinige Sache der Parteiführung, die im Übrigen diese Geschichte als einzige wirklich kannte, da sie sie erlebt und gestaltet hatte. Diese Kenntnis, die Macht verlieh, war, wie Giorgio Amendola feststellte, auch »eine der nicht ausdrücklich festgeschriebenen, aber wesentlichen Grundvoraussetzungen für die Kontrolle der Partei durch die alten illegalen Kader«.23 Die Existenz eines Monopols der historischen Darstellung bedeutete, dass es nur eine einzige authentische Version der Parteigeschichte geben konnte und führte folglich zu einer strikten Orthodoxie. Bis in die Mitte der Fünfzigerjahre hielt die Führungsgruppe der KPI an diesem Monopol fest und unternahm nichts zur Förderung einer wissenschaftlich geprägten Geschichtsschreibung, die unweigerlich zu einer Infragestellung so mancher Postulate der offiziellen Version geführt hätte.

Ab 1953, dem Jahr, in dem Stalin starb, und mehr noch nach den politischen Umbrüchen im Jahre 1956 sah sich der Parteisekretär dem Problem gegenüber, dass er seine Legitimität (und folglich die der gesamten Führungsgruppe) von der ins Wanken geratenen Legitimität Stalins trennen musste. Die Lösung dieses Problems drängte besonders, da die Deutungshoheit der kommunistischen Führer über die Parteigeschichte zu bröckeln begann: Einige nicht gerade unbedeutende Exkommunisten, wie der Schriftsteller Ignazio Silone und Angelo Tasca, die in den Zwanzigerjahren, vor ihrem Parteiausschluss, verantwortungsvolle Posten in der KPI innehatten, schalteten sich ein, um ihre Sicht der Dinge darzulegen. Ignazio Silone (1900–1978), der in Wirklichkeit Secondino Tranquilli hieß, war in den Zwanzigerjahren einer der führenden Köpfe der Partei im Untergrund gewesen und hatte für die Partei wichtige Aufträge in verschiedenen Ländern Europas, insbesondere in der Sowjetunion, ausgeführt.24 Wegen mangelnder Linientreue wurde er 1931 aus der Partei ausgeschlossen und widmete sich von da an im Schweizer Exil vor allem seiner schriftstellerischen Tätigkeit sowie nebenbei der politischen Arbeit in der im Exil befindlichen Sozialistischen Partei Italiens. 1949 veröffentlichte er einen Bericht, in dem er u. a. die große Rolle der Komintern in den parteiinternen Angelegenheiten der KPI herausstellte, ein Aspekt, der im historischen Diskurs der Partei eher verschwiegen worden war.25 Togliatti reagierte darauf mit einem eindeutig diffamierenden Artikel, ohne dabei den Behauptungen Silones in ihrer Substanz zu widersprechen.26 Daraufhin schaltete sich eine andere wichtige Führungspersönlichkeit der KPI in den Zwanzigerjahren, Angelo Tasca, der ebenfalls ausgeschlossen und in besagtem Artikel von Togliatti angegriffen worden war, in die Diskussion ein, um mit weiteren Aspekten der vorherrschenden kommunistischen Geschichtsauffassung aufzuräumen.27 Der KPI-Sekretär reagierte darauf, indem er ihn als »miesen Opportunisten« bezeichnete, ohne auch hier jedoch die von dem ehemaligen Parteigenossen erwähnten Tatsachen zu leugnen.28 Ton und Härte der Reaktionen zeigen, dass eine historiografische Auseinandersetzung zum damaligen Zeitpunkt unmöglich war. Für den Parteisekretär – und Hüter der Parteidoktrin – blieb die Parteigeschichte ein Territorium, das allein den Kommunisten vorbehalten war und von niemand anderem betreten werden durfte.

1953 war ein Schlüsseljahr, nicht nur wegen Stalins Tod und der daraus resultierenden gravierenden Veränderungen in der UdSSR und der kommunistischen Bewegung, sondern auch, weil damit in Italien die Monopolherrschaft der KPI-Führer über die Parteihistorie endete. Die erste Herausforderung kam von Angelo Tasca (1892–1960).29 Er war 1921 einer der Mitbegründer der KPI gewesen, 1922 Delegierter beim IV. Weltkongress der Komintern, 1928 Vertreter der italienischen Partei bei der Komintern in Moskau und 1929 aufgrund seines Widerstandes gegen die in Moskau beschlossene »sozialfaschistische« Linie aus der Partei ausgeschlossen worden. Im französischen Exil hatte er als Journalist gearbeitet, in der Sozialistischen Partei Frankreichs (Section française de l’Internationale ouvrière, französische Sektion der Arbeiterinternationale, SFIO) und in der sich ebenfalls im Exil befindlichen Sozialistischen Partei Italiens gewirkt, in der er einer der führenden Köpfe war. Während des Kriegs hatte er sich Vichy angeschlossen und dabei eine widersprüchliche Position zwischen dem Pétain-Regime und dem Widerstand bezogen. Nach dem Krieg widmete er sich im Wesentlichen der Publikation antikommunistischer Schriften. Das Besondere an Tasca war seine Vorliebe für Archive und Geschichte. 1938 veröffentlichte er unter dem Pseudonym »Amilcare Rossi« eine beeindruckende Studie über die Entstehung des italienischen Faschismus.30 Er erstellte eine ausführliche Dokumentation über die KPI der Zwanzigerjahre sowie über die Zeit des Vichy-Regimes, die heute zu den bedeutendsten historischen Quellen auf diesen Gebieten der italienischen bzw. französischen Geschichte zählt.31 1953 veröffentlichte Tasca in der italienischen Wochenzeitschrift Il Mondo eine Reihe von Artikeln über die ersten zehn Jahre der KPI, die wegen der darin aufgeworfenen historiografischen Fragestellungen und der vorgeschlagenen Interpretation von besonderer Bedeutung sind.32 Zu zahlreichen Aspekten der KPI-Geschichte brachte Tasca, selbst einer der Protagonisten dieser Geschichte, Wissen ein, das durch die spätere Geschichtsforschung und durch Quellenveröffentlichungen in diversen Punkten bestätigt wurde. Vor allem lenkte er die Aufmerksamkeit auf den starken Einfluss, den die Komintern auf die Politik der KPI in den Zwanzigerjahren hatte; dieser Einfluss wurde später durch die Veröffentlichung von Dokumenten aus der damaligen Zeit, insbesondere aus der Feder des Emissärs der Komintern Jules Humbert-Droz bestätigt.33 Auch ließ er die vor und während der »Wende« Ende der Zwanzigerjahre betriebene Politik der KPI, die zu seinem Ausschluss geführt hatte, in einem neuen Licht erscheinen. Diese Texte Tascas stellen den eigentlichen Beginn einer wissenschaftlichen Historiografie der KPI dar.34

Ebenfalls 1953 erschien die erste von zwei nicht-kommunistischen Historikern, Fulvio Bellini und Giorgio Galli, verfasste Storia del PCI [Geschichte der KPI], in der sie die bedeutende Rolle des ersten Generalsekretärs der Partei, Amadeo Bordiga, während der Gründungsphase der KPI herausstellten und die Einflussnahme der Komintern verdeutlichten.35 Dieses später mehrfach überarbeitete und ausschließlich unter dem Namen von Giorgio Galli herausgegebene Werk war das erste, das außerhalb des Führungskreises der KPI oder des Umfelds der Exkommunisten entstanden war.

Der Tod Stalins leitete auch in Italien eine neue Phase in der Geschichte des Kommunismus ein. Und doch waren es vor allem die politischen Erschütterungen im Jahr 1956 – ausgelöst durch die Verurteilung der Verbrechen Stalins durch Chruščëv auf dem XX. Parteitag der KPdSU und den Ungarischen Volksaufstand –, die in Italien zu einer historiografischen Kursänderung führten, die sich in den Sechzigerjahren mit Nachdruck durchsetzen sollte. Die von Togliatti geschaffene Geschichtslegende würde die Krise des Stalinismus auf keinen Fall unversehrt überstehen, was im Übrigen auch Togliatti selbst sehr schnell erkannte. In diesem durch die Entmystifizierung Stalins entstandenen Vakuum ging der bis dahin gepflegten »heiligen Geschichte« regelrecht die Luft aus, während sich bereits neue Perspektiven abzeichneten. Die neue Phase begann damit, dass man sich erneut mit dem Werk Gramscis beschäftigte, wobei das Augenmerk vor allem auf die demokratischen Inhalte gerichtet war. 1958 beschleunigte sich die Entwicklung mit der Gründung der Zeitschrift Rivista storica del socialismo, die unter der Leitung von Stefano Merli und Luigi Cortesi einen grundlegenden Beitrag zur historiografischen Auseinandersetzung mit dem italienischen Kommunismus lieferte. Togliatti beschloss, sich dieser Entwicklung anzuschließen, statt sich ihr zu widersetzen, und veröffentlichte 1961 in den Annali Feltrinelli [Jahrbücher der Feltrinelli-Stiftung] die bis dahin unter Verschluss gehaltene Korrespondenz zwischen Gramsci und anderen Parteiführern aus den Jahren 1923/24.36 Mehr noch als in der Interpretation, die sich nicht wesentlich vom bisherigen Muster unterschied, bestand dabei die Neuartigkeit in der gewählten Methode, nämlich der Quellenveröffentlichung. Sie wurde von zentraler Bedeutung, da sie den Historikern eine gemeinsame Arbeitsgrundlage lieferte. Im Dezember 1961 beschloss die italienische Kulturkommission der Partei, die Veröffentlichung einer Reihe bis dato nicht zugänglicher Dokumente über die Geschichte der KPI und der Komintern in Angriff zu nehmen und kommunistische Historiker zur Aufarbeitung der KPI-Vergangenheit zu ermuntern.37 Die wichtigste Entscheidung damals war aber zweifellos, dass darauf verzichtet wurde, eine »offizielle« Version der Parteigeschichte schreiben zu lassen. Dieser Beschluss war grundlegend, da er die Partei einerseits davor bewahrte, sich in ein zweifelhaftes Unterfangen zu verstricken – denn einmal in den Teufelskreis der offiziellen Geschichtsschreibung geraten, ist es schwer, sich daraus zu befreien und bedeutet, diese Geschichte pausenlos der aktuellen politischen »Wahrheit« anpassen zu müssen – und andererseits den Weg für eine Geschichtsschreibung nach wissenschaftlichen Methoden ebnete, deren wichtigstes Resultat die Storia del Partito Comunista Italiano [Geschichte der Kommunistischen Partei Italiens] von Paolo Spriano war. Ohne diesen Beschluss wäre eine Arbeit wie die Sprianos nicht möglich gewesen.

Das historiografische Schaffen der kommunistischen Führer

In den Sechzigerjahren nahm eine Geschichtsschreibung Gestalt an, die nicht mehr ausschließlich oder überwiegend politisch motiviert war, sondern die Regeln des Historikerberufs achtete und zunehmend von professionellen Historikern geleistet wurde. Obwohl diese Historiker überwiegend Kommunisten waren, handelte es sich nicht mehr um Parteihistoriografie im herkömmlichen Sinne. Neben den Arbeiten Sprianos, Ragionieris und anderer Historiker sind auch jene einiger anderer kommunistischer Führer der Vorkriegsgeneration zu nennen, die ihre Vorliebe für die historische Forschung entdeckten: Quellenveröffentlichungen (nach dem Vorbild Togliattis), autobiografische Schriften, historische Studien, Beiträge zu historiografischen Diskussionen. Anders als die jungen Historiker, die von der Partei zur Arbeit an deren Geschichte angeregt worden waren, hatten sich die Parteiführer aus eigenem Impuls zu dieser Arbeit entschlossen und zeigten damit, dass es eine Vielzahl an politischen Überzeugungen innerhalb der KPI gab. Die Sechziger- und Siebzigerjahre waren in Italien eine Zeit der intensiven politischen und sozialen Mobilisierung und des starken Aufschwungs der Arbeiterbewegung. Das Interesse der jungen Generationen an der Geschichte dieser Bewegung kam auch in der Zunahme der Veröffentlichungen zum Ausdruck. Der Einfluss der KPI stieg, nebenbei bemerkt, in dieser Zeit ebenfalls. Für die alten Parteiführer war dies ein geeigneter Moment, um sich Gehör zu verschaffen und auch schriftlich Spuren zu hinterlassen. Daher nun zu den Personen, von denen die bedeutendsten historiografischen Beiträge stammen.

Giuseppe Berti (1901–1979) hatte seit den Zwanzigerjahren wichtige Aufgaben in der Partei wahrgenommen, sowohl in Italien (wo er von 1926 bis 1929 inhaftiert war) als auch im Exil in der Sowjetunion, in Frankreich und in den Vereinigten Staaten, und war oft durch sein inquisitorisches Gebaren und seine Orthodoxie aufgefallen. Die Umbrüche im Jahr 1956 brachten ihn dazu, die Geschichte des italienischen und internationalen Kommunismus zu überdenken. Er gab eine Sammlung unveröffentlichter Dokumente über die ersten zehn Jahre der KPI aus dem im Feltrinelli-Institut in Mailand aufbewahrten Archiv Angelo Tascas heraus sowie mehrere Essays zur Geschichte der Partei.38 Seine Interpretation dieser Geschichte wurde zwar von anderen Historikern kritisiert, lieferte aber einen wichtigen Beitrag zur historiografischen Diskussion.

Giorgio Amendola (1907–1980),39 seit 1929 Mitglied in der Partei, veröffentlichte mehrere Beiträge zur Parteigeschichte, an der er als einer der Hauptakteure mitgewirkt hatte. Sein aus historiografischer Sicht ehrgeizigster Beitrag war seine Storia del Partito comunista italiano [Geschichte der italienischen Kommunistischen Partei],40 die er gegen Ende seines Lebens verfasste und in der er seine persönliche Interpretation des Werdegangs des italienischen Kommunismus wiedergab. Seine Memoiren über die Zeit des Widerstands41 und zwei autobiografische Bücher42 stellen weitere wichtige Beiträge dar.

Pietro Secchia (1903–1973), seit den Zwanzigerjahren Kommunist und lange Zeit von den Faschisten inhaftiert, war von 1943 bis 1945 einer der führenden Widerstandskämpfer in Norditalien und nach dem Krieg verantwortlich für die Parteiorganisation, bis er 1954 infolge des Verrats durch einen seiner engsten Mitarbeiter sein Amt niederlegen musste. Die letzten fünfzehn Jahre seines Lebens widmete er der Aufzeichnung der Geschichte des Widerstands sowie der Rolle der KPI in dieser Bewegung.43 Secchia vertrat innerhalb der Partei eine ganz andere Richtung als Togliatti, der das politische Unglück seines Rivalen nutzte, um ihn aus den Leitungspositionen zu verdrängen. Secchia und Amendola vertraten innerhalb der politischen Bandbreite der Partei die beiden Extreme, wobei Secchia als orthodoxer Stalin-Anhänger mit engen Beziehungen zur Sowjetunion galt und Amendola als Vertreter der Parteirechten ohne besondere Verbindungen zur UdSSR war.44

Ein weiterer in vorderster Reihe stehender Parteiführer war Luigi Longo (1900–1980), der 1964, nach dem Tod Togliattis, Generalsekretär der KPI wurde und dies bis 1972 blieb.45 Er hatte hohe Ämter innerhalb der Komintern bekleidet und war einer der führenden Kommandeure der Internationalen Brigaden während des Spanischen Bürgerkriegs und des italienischen Widerstands in den Jahren von 1943 bis 1945 gewesen. Seine historiografischen Beiträge befassten sich im Wesentlichen mit der Rolle der KPI im Widerstand46 und mit dem Spanischen Bürgerkrieg.47

Autobiografien kommunistischer Führer

Mehrere kommunistische Führer der Vorkriegsgeneration haben Autobiografien verfasst und auf diese Weise einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Historiografie des italienischen Kommunismus geleistet. Zu den bedeutendsten dieser autobiografischen Schriften zählen die von Umberto Terracini (1895–1983),48 Alfonso Leonetti (1895–1985),49 Teresa Noce (1900–1980),50 Arturo Colombi (1900–1983),51 Paolo Robotti (1901–1982)52 und Giancarlo Pajetta (1911–1990).53 Am atypischsten sind sicherlich die Aufzeichnungen von Umberto Terracini und Alfonso Leonetti. Terracini, einer der Mitbegründer der KPI, war stets ein Kommunist, der sich nicht scheute, eine abweichende Meinung offen auszusprechen und sich an der Partei zu reiben, wenn er deren Linie nicht teilte.54 Nach seiner Verurteilung durch das faschistische Sondergericht zu 22 Jahren Haft (er wurde erst 1943 nach dem Sturz Mussolinis freigelassen) verurteilte er die politische Linie des Sozialfaschismus (der Komintern und der KPI Ende der Zwanzigerjahre) und isolierte sich dadurch von den anderen inhaftierten Kommunisten; 1939 kritisierte er den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt (Hitler-Stalin-Pakt) und wurde daraufhin aus der Partei ausgeschlossen, in die er 1943 nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis wieder aufgenommen wurde. 1946 wurde er zum Abgeordneten und Vizepräsidenten der Verfassunggebenden Versammlung und 1947 zu deren Präsident gewählt; in dieser Eigenschaft war er neben dem Staatspräsidenten und dem Ministerpräsidenten einer der drei Unterzeichner der italienischen Verfassung im Dezember 1947.

Der politische Werdegang Alfonso Leonettis war ebenfalls atypisch. Leonetti, Journalist bei Avanti! und L’Ordine Nuovo sowie Herausgeber der Unità im Jahre 1924, wurde 1930 wegen seiner trotzkistischen Überzeugung aus der Partei ausgeschlossen. Auch im französischen Exil blieb er ein Dissident der Kommunistischen Partei.55 1962 trat er wieder in die KPI ein. Robotti (Togliattis Schwager), Noce, Colombi und Pajetta blieben im Gegensatz zu Terracini und Leonetti immer linientreue Kommunisten.

Die nachfolgende Generation, deren Mitglieder durch die Erfahrung des Widerstands oder unmittelbar nach dem Krieg zu Kommunisten geworden waren, brachte ebenfalls eine Reihe von Autobiografien hervor, die nach der Selbstauflösung der Partei und der Aufspaltung in mehrere gegnerische Strömungen veröffentlicht wurden. Diese oft von Nostalgie für die alte Partei geprägten Schriften sind sowohl die Bilanz eines persönlichen Lebenswegs als auch des kollektiven Werdegangs der Partei. Sie legen Zeugnis ab von einem nunmehr abgeschlossenen Abenteuer und einer angesichts des Resultats erlebten Enttäuschung. Zu nennen sind hier die Autobiografien von Pietro Ingrao (geb. 1915),56 Rossana Rossanda (geb. 1924),57 Armando Cossutta (geb. 1926),58 Emanuele Macaluso (geb. 1924),59 und Diego Novelli (geb. 1931).60 Schon diese kurze Liste lässt erahnen, wie vielfältig die Lebenswege dieser führenden Persönlichkeiten waren.

Der 1942 in die KPI eingetretene Ingrao war einer der großen Vertreter des linken Parteiflügels. Nach Auflösung der Partei im Jahre 1991 schloss er sich zunächst den Linksdemokraten an und wechselte später zur Rifondazione Comunista über, der anderen, kleineren aus der ehemaligen KPI hervorgegangenen Partei. Armando Cossutta hatte sich 1943 der KPI angeschlossen und verkörperte deren prosowjetischen Flügel. Nach Auflösung der Partei war er Mitbegründer der Rifondazione Comunista. Er wurde Vorsitzender der Partei, verließ diese aber 1998, um eine neue kommunistische Partei, die Partei der italienischen Kommunisten (oder einfach Italienische Kommunisten) zu gründen. Rossana Rossanda hatte am Widerstand teilgenommen und war nach dem Krieg in die KPI eingetreten. Sie war Mitglied der Gruppe »Il Manifesto«, die 1968 die gleichnamige Zeitung gründete (die heute noch aufgelegt wird), und wurde im darauffolgenden Jahr aus der Partei ausgeschlossen. Nachdem sie einige Jahre in der linksextremen Partei »Il Manifesto« politisch aktiv gewesen war, zog sie sich aus der Politik zurück, um sich ganz der journalistischen und schriftstellerischen Arbeit zu widmen. Emanuele Macaluso, seit 1941 Mitglied der KPI, war ein Vertreter des reformistischen Flügels innerhalb der Partei. Diego Novelli, von 1975 bis 1985 Bürgermeister von Turin, schloss sich nach Auflösung der KPI nicht den Linksdemokraten (Partito Democratico della Sinistra, PDS) an, sondern war weiterhin in verschiedenen Linksgruppierungen politisch aktiv. In seinen Erinnerungen kommt die Nostalgie des politischen Aktivismus zu Zeiten der alten KPI zum Ausdruck.

All diese Erinnerungen zeugen auf verschiedene Art und Weise von der Entwicklung und dem Ende der KPI. Verglichen mit den Erinnerungen der ersten Generation der KPI erzählen sie eine Geschichte, die weniger düster, weniger mysteriös, dafür aber »gewöhnlicher« ist. Sie ermöglichen es, die Figur des kommunistischen Aktivisten in ihrer Entwicklung zu verstehen.

Wege der Geschichtsschreibung

Zunächst ist festzuhalten, dass die Geschichtsschreibung über die KPI, abgesehen von den Beiträgen der Parteiführer, seit den Siebzigerjahren Sache professioneller Historiker war. Diese Jahre zeichneten sich durch eine deutliche Belebung der Geschichtsforschung über die KPI aus, die zweifelsohne durch die für die Partei günstige politische Lage – sie verzeichnete damals den größten Wählerzulauf in ihrer Geschichte – Auftrieb bekam. Diese Historiker waren zum größten Teil Kommunisten oder standen der KPI nahe.

Einen besonders wichtigen Beitrag zur Historiografie über den italienischen Kommunismus lieferte Luigi Cortesi (1929–2009). Wie Spriano und Ragionieri war auch Cortesi Kommunist, allerdings ein atypischer und keiner vom orthodoxen Schlag, daran änderte sich auch mit der Auflösung der KPI nichts. Er interessierte sich vor allem für die Entstehungsgeschichte und die ersten Jahre der KPI. In erster Linie befasste er sich mit zwei von der Parteihistoriografie lange geschmähten Persönlichkeiten: Amadeo Bordiga und Angelo Tasca. Bordiga, der seit der Gründung der Partei im Jahre 1921 bis 1924 ihr Parteisekretär war, verkörperte eine revolutionäre Klassenideologie des Kommunismus, der Cortesi wohl näher stand. Nachdem Bordiga lange Zeit vom historischen Diskurs der KPI verteufelt worden war, fand er schließlich – dank der Arbeiten Cortesis61 und anderer Historiker62 – seinen Platz in der Geschichte des italienischen Kommunismus. Außerdem zeigte die bereits erwähnte Einleitung Cortesis zum Buch Angelo Tascas über die ersten zehn Jahre der KPI,63 welch enorme Bedeutung dem historiografischen Beitrag des früheren Parteiführers zukommt. Gegen Ende seines Leben verfasste Cortesi eine monumentale Storia del comunismo [Geschichte des Kommunismus].64

Ab den Siebzigerjahren nahmen die im universitären Rahmen verfassten wissenschaftlichen Arbeiten zur Geschichte der KPI deutlich zu. Von da an waren es Berufshistoriker, die sich mit dem Thema beschäftigten. Viele von ihnen waren Kommunisten oder standen der Partei nahe, doch die Zahl derer, die keine Verbindung zur Partei oder der kommunistischen Tradition hatten, stieg. Der Zeitabschnitt, über den die meisten Arbeiten erschienen, sind zweifellos die ersten Jahre des italienischen Kommunismus. Außer von Luigi Cortesi und Giuseppe Berti erschienen in den Siebzigerjahren Arbeiten von Aurelio Lepre, Silvano Levrero, Renzo Martinelli, Tommaso Detti, Franco De Felice und anderen Historikern.65 Später richtete sich das Augenmerk auf jüngere Zeiträume. Die fünf von Spriano verfassten Bände über die Geschichte der KPI endeten mit dem Jahr 1945. In den Neunzigerjahren wurde diese Arbeit von Renzo Martinelli und Giovanni Gozzini fortgesetzt. Es erschienen zwei Bände, die sich mit den Zeiträumen von 1945 bis 1948 bzw. von 1948 bis 1956 befassen und in denen kein Hehl daraus gemacht wird, dass sie in der Kontinuität der Arbeit Sprianos stehen.66 Die internationalen Aspekte der Geschichte der KPI, insbesondere deren Verbindung zur UdSSR, wurden – auch dank der Öffnung der russischen Archive Anfang der Neunzigerjahre – vertieft.67 Vor allem in jüngerer Zeit wurden zuvor kaum erforschte oder von der kommunistischen Geschichtsschreibung bewusst ignorierte Themen aufgegriffen: die Widersprüchlichkeit der kommunistischen Politik zur Zeit des Widerstands und nach dem Zweiten Weltkrieg,68 das Los zahlreicher Kommunisten und anderer italienischer Antifaschisten, die in die UdSSR flohen und Opfer der stalinistischen Unterdrückung wurden,69 oder das Schicksal italienischer kommunistischer Arbeiter, die nach 1945 nach Jugoslawien gingen, um den »Sozialismus aufzubauen«, und von denen viele nach dem Bruch zwischen Stalin und Tito wegen des Verdachts der stalinistischen Infiltration verfolgt wurden,70 die Finanzierung der KPI durch die Sowjetunion,71 das Problem der Ostgrenze Italiens,72 oder die Verbindungen der KPI zu einigen Faschisten, die sich nach 1945 der Kommunistischen Partei annäherten.73 Nach Auflösung der KPI 1991 lieferten verschiedene Autoren einen Gesamtüberblick über die nun abgeschlossene Geschichte der Partei.74

Schlussbemerkungen

Auch die KPI machte keine Ausnahme von der allgemeinen und von allen kommunistischen Parteien befolgten Regel, die Vergangenheit zum Zwecke der politischen Legitimation gezielt zu nutzen. Bis in die Fünfzigerjahre verordneten die kommunistischen Führer eine ganz bestimmte Lesart der Parteigeschichte, für die sie sich allein zuständig fühlten: eine äußerst selektive Lesart, bei der so mancher Aspekt der Vergangenheit verschleiert oder verzerrt wurde, und die systematisch instrumentalisiert wurde, mithin den jeweils aktuellen politischen Erfordernissen angepasst wurde. Die von ihnen vermittelte Sicht der Vergangenheit deckte sich mit den damals vorherrschenden Methoden der stalinistischen Geschichtsschreibung. Jedoch unterscheidet sich der Fall der KPI dadurch von dem anderer kommunistischer Parteien, insbesondere der französischen, dass die Entmystifizierung Stalins durch die Geheimrede Chruščëvs auf dem XX. Parteitag der KPdSU in Italien das Ende der bis dahin maßgeblichen »heiligen Geschichte« bedeutete. Anfang der Sechzigerjahre begann sich eine andere Form der kommunistischen Geschichtsschreibung zu entwickeln. Dieser lagen wissenschaftliche Kriterien zugrunde (vor allem in Bezug auf den Umgang mit Quellen) und die historische Analyse überwog das politische Urteil.75 Objektiv betrachtet, entsprang sie dem Bewusstsein, dass eine Ära der kommunistischen Bewegung zu Ende gegangen war,76 und zeichnete sich in erster Linie durch folgende Merkmale aus: das Ende der Monopolherrschaft der kommunistischen Führer über die Parteihistoriografie, die nun professionellen Historikern überlassen wurde; der Verzicht der KPI-Führung auf das Vorhaben, eine offizielle Parteigeschichte schreiben zu lassen; die Veröffentlichung einer beträchtlichen Anzahl von Quellen; die schrittweise Öffnung des KPI-Archivs,77 das Material aus den Zwanziger- und Dreißigerjahren enthielt. Diese Merkmale zusammengenommen verdeutlichen die Einzigartigkeit und Andersartigkeit der historiografischen Weichenstellungen der italienischen Kommunisten im Vergleich zu denen anderer kommunistischer Parteien Westeuropas jener Zeit.

Zunächst befasste sich die neue Geschichtsschreibung mit den Anfängen, der Gründung und den ersten Jahren der Partei. Danach wandte sie sich späteren Zeitabschnitten und bis dahin kaum untersuchten Fragen zu, wie etwa der Verbindung zur Komintern und zur Sowjetunion. Zu den kommunistischen Historikern gesellten sich zunehmend nicht-kommunistische Historiker. Im politischen und intellektuellen Kontext der letzten Jahrzehnte, der durch die Krise des Antifaschismus, das aus dem Widerstand hervorgegangene politische System, und das Ende des Kommunismus als politischem System und als internationale Bewegung geprägt war, gingen die Forschungsarbeiten über die Geschichte der KPI ganz unterschiedliche Wege. Manche hatten die Absicht, die Bilanz einer inzwischen abgeschlossenen historischen Erfahrung zu ziehen. Andere untersuchten bis dahin noch wenig bekannte Aspekte dieser Geschichte. Wieder andere interessierten sich an der Grenze zwischen historischer Forschung, Journalismus und Pamphlet für die »dunkle Seite« des italienischen Kommunismus nach dem Vorbild des Schwarzbuch des Kommunismus.78 Doch trotz dieser beträchtlichen Ansammlung von Arbeiten bleibt die Historiografie des italienischen Kommunismus eine offene Baustelle.

Aus dem Französischen übersetzt durch das Bundessprachenamt


1 Siehe Giorgio Galli/Fulvio Bellini: Storia del PCI [Geschichte der KPI], Mailand 1953; Paolo Spriano: Storia del Partito comunista italiano [Geschichte der italienischen Kommunistischen Partei], Turin 1967–1975, 5 Bände; Livio Maitan: PCI 1945–1969: Stalinismo e opportunismo [KPI 1945–1969: Stalinismus und Opportunismus], Rom 1969; Giorgio Amendola: Storia del Partito Comunista Italiano 1921–1943 [Geschichte der italienischen Kommunistischen Partei 1921–1943], Rom 1978; Marcello Flores/Nicola Gallerano: Sul PCI. Un’interpretazione storica [Über die KPI. Eine historische Interpretation], Bologna 1992; Giorgio Galli: Storia del PCI: Livorno 1921, Rimini 1991 [Geschichte der KPI: Livorno 1921, Rimini 1991], Mailand 1993; Renzo Martinelli: Storia del Partito Comunista Italiano, vol. VI: Il »partito nuovo« dalla Liberazione al 18 aprile [Geschichte der italienischen Kommunistischen Partei, Bd. 6: Die »neue Partei« von der Befreiung bis zum 18. April], Turin 1995; Renzo Martinelli/Giovanni Gozzini: Storia del Partito Comunista Italiano, vol. VII: Dall’attentato a Togliatti all’VIII congresso [Geschichte der italienischen Kommunistischen Partei, Bd. 7: Vom Attentat auf Togliatti bis zum VIII. Parteitag], Turin 1998; Aldo Agosti: Storia del Partito comunista italiano 1921–1991 [Geschichte der italienischen Kommunistischen Partei 1921–1991] Rom/Bari 1999; Albertina Vittoria: Storia del PCI 1921–1991 [Geschichte der KPI 1921–1991], Rom 2006; Lucio Magri: Il sarto di Ulm. Una possibile storia del Pci [Der Schneider von Ulm. Eine mögliche Geschichte der KPI], Mailand 2009.

2 Siehe Bruno Groppo: Les récits autobiographiques de communistes italiens publiés après 1945 [Nach 1945 veröffentlichte Autobiografien italienischer Kommunisten], in: Claude Pennetier/Bernard Pudal (Hg.): Autobiographies, autocritiques, aveux dans le monde communiste [Autobiografien, Selbstkritiken, Geständnisse in der kommunistischen Welt], Paris 2002, S. 247–265. Biografische Einträge zu italienischen kommunistischen Führern sind in folgenden biografischen Lexika zu finden: Dizionario Biografico degli Italiani [Biografisches Lexikon der Italiener], Istituto dell’Enciclopedia Italiana, Rom, (die von 1960 bis heute erschienenen 75 Bände enden mit dem Buchstaben M), in: www.treccani.it/biografie/, ges. am 28. November 2012; Franco Andreucci/Tommaso Detti (Hg.): Il Movimento operaio italiano. Dizionario biografico 1853–1943 [Die italienische Arbeiterbewegung. Biografisches Lexikon 1853–1943], Rom 1975–1979, 5 Bände. Die Biografien kommunistischer Führer, die sich am Widerstand beteiligten, sind auf der Homepage der Associazione Nazionale Partigiani Italiani (italienischer Partisanenverband) (www.anpi.it, ges. am 28. November 2012) zu finden.

3 Spriano: Storia del Partito Comunista Italiano (Anm. 1).

4 Siehe ders.: Il compagno Ercoli. Togliatti segretario dell’Internazionale [Der Genosse Ercoli. Togliatti, Sekretär der Internationale], Rom 1980. Zu diesem Thema siehe auch Aldo Agosti (Hg.): Togliatti negli anni del Comintern (1926–1943) [Togliatti in den Jahren der Komintern (1926–1943)], Rom 2000.

5 Siehe Paolo Spriano: I comunisti europei e Stalin [Die europäischen Kommunisten und Stalin], Turin 1983.

6 Siehe Ernesto Ragionieri: Palmiro Togliatti: aspetti di una battaglia ideale e politica [Palmiro Togliatti: Aspekte eines idealistischen und politischen Kampfes], Rom 1966; ders.: Palmiro Togliatti, Rom 1973.

7 Siehe ders.: La Terza Internazionale e il Partito comunista italiano [Die Dritte Internationale und die italienische Kommunistische Partei], Turin 1978.

8 1991 änderte die Zeitschrift ihren Namen und hieß fortan Ventesimo Secolo.

9 Thompson und Hobsbawm hatten zu der Gruppe von Historikern gehört, die sich 1946 innerhalb der kleinen Kommunistischen Partei Großbritanniens (Communist Party History Group) formiert hatte und zu deren Mitgliedern Persönlichkeiten wie Christopher Hill, Maurice Dobb und John Saville gehörten. 1956 traten mehrere Mitglieder – darunter Thompson, Saville und Hill – nach dem XX. Parteitag der KPdSU und der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands durch die Sowjetunion aus der Gruppe und der Partei aus. Erstaunlich ist, dass diese Historiker, deren Beitrag zur Arbeiter- und Sozialgeschichte so bedeutend war, sich praktisch kaum mit der Geschichte der Kommunistischen Partei Großbritanniens befassten.

10 Zur »Wende« von 1929/30 siehe Ferdinando Ormea: Le origini dello stalinismo nel PCI. Storia della »svolta« comunista negli anni Trenta [Die Anfänge des Stalinismus in der KPI. Geschichte der kommunistischen »Wende« in den Dreißigerjahren], Mailand 1978.

11 Diese Bewegung wurde von dem aus Neapel stammenden Ingenieur Amadeo Bordiga (1889–1970) angeführt, dem ersten Generalsekretär der KPI, bevor Antonio Gramsci an seine Stelle trat.

12 Siehe Palmiro Togliatti: Appunti per una critica del bordighismo [Versuch einer Kritik am Bordigismus], in: Lo Stato operaio IV, Nr. 4 vom April 1930.

13 Siehe Ernesto Ragionieri: Togliatti e la tradizione storica del PCI [Togliatti und die historische Tradition der KPI], in: Rinascita Nr. 48 vom 4. Dezember 1970, S. 23–29.

14 Angelo Tasca, eines der Gründungsmitglieder der KPI, wurde 1929 wegen seiner Opposition gegen die sektiererische Wende der Komintern-Politik aus der Partei ausgeschlossen.

15 Siehe Palmiro Togliatti: Lettera a Berti per il X anniversario [Briefe an Berti zum 10. Jahrestag], in: Rinascita Nr. 48 vom 4. Dezember 1970, S. 24 f.

16 Siehe Palmiro Togliatti: Antonio Gramsci, capo della classe operaia italiana [Antonio Gramsci, Anführer der italienischen Arbeiterklasse], in: Lo Stato operaio XI, Mai–Juni 1937, Nr. 5–6, S. 273–279. Der Artikel wurde ein Jahr später in eine Gramsci gewidmete Gemeinschaftsveröffentlichung der KPI aufgenommen (Gramsci, Paris 1938).

17 Giorgio Amendola: Gramsci e Togliatti [Gramsci und Togliatti], in: ders.: Comunismo, antifascismo e Resistenza [Kommunismus, Antifaschismus und Widerstand], Rom, S. 150 f.

18 Ebd., S. 151. Amendola räumt ein, dass die von der Kommunistischen Partei vorgenommene Darstellung der Person und des Werks Gramscis am Anfang zu einer Legende geworden sei, dies seiner Meinung nach aber »nicht zu vermeiden« und sogar »nützlich« gewesen sei (ebd., S. 146).

19 Giorgio Bocca: Palmiro Togliatti, Bari 1977, Bd. 2, S. 633.

20 Giorgio Amendola: Dal ›Quaderno‹ del 30° alla coscienza storica del partito nuovo di oggi [Von der ›Schrift‹ zum 30. Jahrestag bis zum historischen Bewusstsein der neuen Partei von heute], in: Rinascita Nr. 48 vom 4. Dezember 1970, S. 14. Siehe auch Bocca: Palmiro Togliatti (Amn. 19), S. 634.

21 Und dies trotz der Spannungen, die sich zwischen Togliatti und Pietro Secchia, dem mächtigen Organisationsleiter der KPI, der eine Alternative zum Parteivorsitzenden darstellte, abzeichneten. Togliatti gelang es, seine Stellung zu behaupten und seinen Rivalen abzusetzen. Siehe dazu Bruno Groppo: Les divergences entre Togliatti et Secchia et l’évolution politique du Parti communiste italien 1944–1954 [Die Differenzen zwischen Togliatti und Secchia und die politische Entwicklung der italienischen Kommunistischen Partei 1944–1954], in: Communisme Nr. 9, 1986, S. 35–51.

22 Siehe Luigi Cortesi: Einführung, in: Angelo Tasca: I primi dieci anni di vita del PCI [Die ersten zehn Jahre der KPI], Bari 1973, S. 16.

23 Amendola: Dal ›Quaderno‹ del 30° (Anm. 20), S. 14.

24 Nach Aussagen der Historiker Mauro Canali und Dario Biocca belegen die im italienischen Staatsarchiv entdeckten Dokumente, dass Silone in den Zwanzigerjahren ein Informant der italienischen Polizei gewesen sei. Siehe Mauro Canali/Dario Biocca: L’informatore: Silone, i comunisti e la polizia [Der Informant: Silone, die Kommunisten und die Polizei], Mailand 2000; Dario Biocca: Silone. La doppia vita di un italiano [Silone. Das Doppelleben eines Italieners], Mailand 2005. Diese These, die in Italien zu einer lebhaften Kontroverse führte, wurde von anderen Historikern angezweifelt; siehe Giuseppe Tamburrano/Gianna Granati/Alfonso Isinelli: Processo a Silone. La disavventura di un povero cristiano [Der Fall Silone. Das Unglück eines armen Christen], Bari 2001.

25 Siehe Ignazio Silone: Uscita di sicurezza [Notausgang], in: Comunità, September–Oktober 1949.

26 Siehe Palmiro Togliatti: Contributo alla psicologia di un rinnegato. Come Ignazio Silone venne espulso dal Partito Comunista [Beitrag zum psychologischen Porträt eines Abtrünnigen. Wie Ignazio Silone aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen wurde], in: L’Unità vom 6. Januar 1950.

27 Siehe Angelo Tasca: A proposito della polemica Silone – Togliatti. La società chiusa [Zur Polemik zwischen Silone und Togliatti. Die geschlossene Gesellschaft], in: Il Mondo vom 11. März 1950.

28 Siehe [P. Togliatti]: Un opportunista marcio: Angelo Tasca [Ein mieser Opportunist: Angelo Tasca], in: Trenta anni di vita e lotte del P.C.I. [Dreißig Jahre Leben und Kämpfe der KPI], Rom 1952, S. 120 f.

29 Zum politischen Werdegang Tascas siehe Sergio Soave (Hg.): Un eretico della sinistra. Angelo Tasca dalla militanza alla crisi della politica [Ein Ketzer der Linken. Angelo Tasca, von der Militanz zur Krise der Politik], Mailand 1995.

30 Amilcare Rossi (Pseudonym von Angelo Tasca): Naissance du fascisme. L’Italie de l’armistice à la marche sur Rome [Entstehung des Faschismus in Italien. Vom Waffenstillstand bis zum Marsch auf Rom], Paris 1938 (engl. Übersetzung: The Rise of Italian Fascism 1918–1922, London 1938). 1934 veröffentlichte Silone während seines Schweizer Exils eine umfassende Studie über die Entstehung des Faschismus in Italien (Ignazio Silone: Der Faschismus – Seine Entstehung und seine Entwicklung, Zürich 1934).

31 Zu Vichy siehe Denis Peschanski (Hg.): Vichy 1940–1944. Archives de guerre d’Angelo Tasca [Kriegsarchive von Angelo Tasca], Paris/Mailand 1986; David Bidussa/Denis Peschanski (Hg.): La France de Vichy. Archives inédites d’Angelo Tasca [Frankreich unter dem Vichy-Regime. Unveröffentlichte Dokumente Angelo Tascas] (= Jahrbücher der Feltrinelli-Stiftung), Mailand 1996.

32 Siehe La storia e la preistoria [Geschichte und Vorgeschichte] Nr. 33 vom 18. August, S. 3 f.; L’Ordine Nuovo [Die Neue Ordnung] Nr. 34 vom 25. August, S. 5; Comunismo e fascismo [Kommunismus und Faschismus] Nr. 35 vom 1. September, S. 9 f.; Ordinovisti e bordighisti [Vertreter der Neuen Ordnung und Anhänger Bordigas] Nr. 36 vom 8. September, S. 9 f.; La direzione clandestina [Die heimliche Führung] Nr. 37 vom 15. September, S. 9 f.; La nuova politica [Die neue Politik] Nr. 38 vom 22. September, S. 9 f. Diese Artikel wurden später gesammelt herausgegeben, in: Angelo Tasca: I primi dieci anni di vita del PCI [Die ersten 10 Jahre der KPI], Bari 1971 (mit einer beachtenswerten Einführung von Luigi Cortesi).

33 Siehe Jules Humbert-Droz: Il contrasto tra l’Internazionale e il PCI [Der Gegensatz zwischen der Kommunistischen Internationale und der KPI], Mailand 1969.

34 Siehe Rosa Alcara: La formazione e i primi anni del PCI nella storiografia marxista [Gründung und Gründerjahre der KPI in der marxistischen Historiografie], Mailand 1970, S. 43–47; Cortesi: Einführung in Angelo Tasca: I primi dieci anni di vita del PCI (Anm. 22 u. 32), S. 46–58.

35 Bellini/Galli: Storia del PCI (Anm. 1). Letzte Ausgabe: Giorgio Galli: Storia del PCI: Livorno 1921, Rimini 1991 [Geschichte der KPI: Livorno 1921, Rimini 1991], Mailand 1993.

36 Siehe Palmiro Togliatti: La formazione del gruppo dirigente del Partito comunista italiano nel 1923–1924 [Herausbildung der Führungsgruppe der italienischen Kommunistischen Partei in den Jahren 1923–1924] (= Jahrbücher der Feltrinelli-Stiftung), Mailand 1961, S. 388–529. Eine zweite, leicht abgeänderte Ausgabe dieser Korrespondenz wurde 1962 vom KPI-eigenen Riuniti Verlag herausgegeben. Siehe Palmiro Togliatti: La formazione del gruppo dirigente del Partito Comunista Italiano nel 1923–24, Rom 1962.

37 Siehe Rinascita Nr. 1 vom Januar 1962.

38 Siehe Giuseppe Berti: I primi dieci anni di vita del Partito comunista italiano: Documenti inediti dell’Archivio Angelo Tasca [Die ersten zehn Jahre der italienischen Kommunistischen Partei: unveröffentlichte Dokumente aus dem Archiv Angelo Tascas] (= Annali Feltrinelli/Jahrbücher der Feltrinelli-Stiftung, VIII), Mailand 1967; ders.: Appunti e ricordi 1919–1926 [Notizen und Aufzeichnungen 1919–1926], ebd., S. 8–185. Siehe auch Introduzione [Einleitung] (= Annali Feltrinelli/Jahrbücher der Feltrinelli-Stiftung, Bd. X) 1968, S. 1–99; ders.: Problemi di storia del PCI e dell’Internazionale comunista [Probleme der Geschichte der KPI und der Kommunistischen Internationale], in: Rivista storica italiana LXXXII (1970), S. 148–198. Zu Berti siehe biografischer Eintrag »Berti, Giuseppe« von Francesco M. Biscione, in: Dizionario biografico degli Italiani (Anm. 2), Bd. 9, Rom 1967.

39 Zu Amendola siehe biografischer Eintrag von Michele Fatica, in: Dizionario biografico degli Italiani (Anm. 2).

40 Giorgio Amendola: Storia del Partito comunista italiano 1921–1943 [Geschichte der italienischen Kommunistischen Partei 1921–1943], Rom 1979.

41 Siehe Giorgio Amendola: Lettere a Milano [Briefe nach Mailand], Rom 1973.

42 Siehe ders.: Un’isola [Die Insel], Mailand 1980; ders.: Una scelta di vita [Eine Lebensentscheidung], Mailand 1980.

43 Siehe Pietro Secchia: Il Partito comunista italiano e la guerra di Liberazione [Die italienische 
Kommunistische Partei und der Befreiungskrieg] (= Annali Feltrinelli/Jahrbücher der Feltrinelli-Stiftung, XIII), Mailand 1972; ders.: L’azione svolta dal Partito comunista in Italia durante il fascismo 1926–1932 [Das Wirken der Kommunistischen Partei in Italien während des Faschismus 1926–1932] (= Annali Feltrinelli/Jahrbücher der Feltrinelli-Stiftung, Bd. VIII), Mailand 1970; Pietro Secchia/Filippo Frassati: Storia della Resistenza [Geschichte des Widerstands], Rom 1965; Archivio Pietro Secchia. 1945–1973 [Archiv Pietro Secchias. 1945–1973], mit einer Einleitung des Herausgebers Enzo Collotti (= Annali Feltrinelli/Jahrbücher der Feltrinelli-Stiftung, Bd. XIX), Mailand 1978, 
S. 135–740.

44 Zu Secchia siehe Miriam Mafai: L’uomo che sognava la lotta armata. La storia di Pietro Secchia [Der Mann, der vom bewaffneten Widerstand träumte. Die Geschichte Pietro Secchias], Mailand 1980; Filippo Pangallo: Pietro Secchia nella storia del PCI, dalla Resistenza al Partito Nuovo, 1943–1954 [Pietro Secchia in der Geschichte der KPI, vom Widerstand bis zur Neuen Partei 1943–1954], Bologna 2004; Enzo Collotti: biografischer Eintrag »Secchia Pietro«, in: Andreucci/Detti: Il Movimento operaio italiano. Dizionario biografico 1853–1943 (Anm. 2).

45 Zu Longo, siehe Aldo Agosti (Hg.): Luigi Longo: la politica e l’azione [Luigi Longo: Politik und Aktion], Rom 1992.

46 Siehe Luigi Longo: I centri dirigenti del PCI nella Resistenza [Die Führungszentren der KPI während des Widerstands], Rom 1973.

47 Siehe Luigi Longo/Carlo Salinari: Dal socialfascismo alla guerra di Spagna [Vom Sozialfaschismus bis zum Spanischen Bürgerkrieg], Rom 1976.

48 Siehe Umberto Terracini: Quando diventammo comunisti [Als wir Kommunisten wurden], Mailand 1981; ders.: Sulla svolta. Carteggio clandestino dal carcere 1930 1931 1932 [Zur Wende. Heimlicher Briefwechsel aus dem Gefängnis 1930, 1931, 1932], herausgegeben von A. Coletti, Mailand 1975; ders.: Al bando del Partito [Verbannung aus der Partei], Mailand 1976; ders.: Intervista sul comunismo difficile [Interview über den schwierigen Kommunismus], Bari 1978.

49 Siehe Alfonso Leonetti: Un comunista 1895–1930 [Ein Kommunist 1895–1930], Mailand 1979; ders.: Gli atti di nascita del PCI [Schriften zur Gründung der KPI], Rom 1975; ders.: Vittime italiane dello stalinismo in URSS [Italienische Opfer des Stalinismus in der UdSSR], Mailand 1978.

50 Siehe Teresa Noce: Rivoluzionaria professionale [Von Beruf Revolutionärin], Mailand 1974.

51 Siehe Arturo Colombi: Vita di militante. Dalla prima guerra mondiale alla caduta del fascismo [Leben eines Aktivitsten. Vom Ersten Weltkrieg bis zum Fall des Faschismus], Rom 1975.

52 Siehe Paolo Robotti: La prova [Die Prüfung], Rom 1980; ders.: Scelto dalla vita [Vom Leben auserkoren], Rom 1980.

53 Siehe Giancarlo Pajetta: Ragazzo rosso [Roter Junge], Mailand 1991; ders.: Le crisi che ho vissuto [Die Krisen, die ich erlebt habe], Rom 1982.

54 Zu Terracini siehe Aldo Agosti (Hg.): La coerenza della ragione. Per una biografia politica di Umberto Terracini [Die Kohärenz der Vernunft. Für eine politische Biografie Umberto Terracinis], Rom 1998; Lorenzo Gianotti: Umberto Terracini: La passione civile di un padre della Repubblica [Umberto Terracini. Die bürgerliche Leidenschaft eines Vaters der Republik], Rom 2005.

55 Zu diesem Zeitabschnitt siehe Giancarlo Telloli: Alfonso Leonetti dans le SI de l’Opposition de gauche et de la LCI [Alfonso Leonetti im Internationalen Sekretariat der Linken Opposition und der Internationalen Kommunistischen Liga], in: Cahiers Léon Trotsky, Nr. 29, März 1987, S. 18–42.

56 Siehe Pietro Ingrao: Volevo la luna [Ich wollte den Mond], Turin 2006.

57 Siehe Rossana Rossanda: La ragazza del secolo scorso [Die Tochter des 20. Jahrhunderts], Turin 2005.

58 Siehe Armando Cossutta/Gianni Montesano: Una storia comunista [Eine kommunistische Geschichte], Mailand 2004.

59 Siehe Emanuele Macaluso: 50 anni nel PCI [50 Jahre in der KPI], Soveria Mannelli 2003.

60 Siehe Diego Novelli: Com’era bello il mio PCI [Wie schön war meine KPI], Mailand 2002.

61 Siehe Luigi Cortesi (Hg.): Amadeo Bordiga nella storia del comunismo [Amadeo Bordiga in der 
Geschichte des Kommunisms], Neapel 1997; ders.: Le origini del PCI: studi e interventi sulla storia del comunismo [Die Anfänge der KPI: Studien und Beiträge zur Geschichte des Kommunismus], Mailand 1999; ders.: Le origini del PCI [Die Anfänge der KPI], Bari 1982.

62 Siehe Andreina De Clementi: Amadeo Bordiga, Turin 1971; Franco Livorsi: Biografia di Amadeo Bordiga [Biografie Amadeo Bordigas], Rom 1976; Arturo Peregalli/Sandro Saggioro: Amadeo Bordiga 1889–1970, Mailand 1995; Luigi Agnello, biografischer Eintrag »Bordiga« in: Dizionario biografico degli italiani (Anm. 2), Band 34, Rom 1988, (http://www.treccani.it/enciclopedia/amadeo-bordiga_%28Dizionario-Biografico%29/, ges. am 28. November 2012).

63 Siehe Tasca: I primi dieci anni di vita del PCI (Anm. 22).

64 Luigi Cortesi: Storia del comunismo. Da utopia al Termidoro sovietico [Geschichte des Kommunismus. Von der Utopie bis zum sowjetischen Thermidor], Rom 2010.

65 Siehe Aurelio Lepre/Silvano Levrero: La formazione del Partito comunista d’Italia [Die Gründung der Kommunistischen Partei Italiens], Rom 1971; Renzo Martinelli: Il PCd’I (1921–1926) [Die KPI (1921–1926)], Rom 1971; Tommaso Detti: Serrati e la formazione del PCI [Serrati und die Gründung der KPI], Rom 1972; Franco De Felice: Serrati, Bordiga, Gramsci, Bari 1975; Problemi di storia del partito comunista italiano [Probleme der Geschichte der KPI], Rom 1971. Siehe auch die bereits erwähnten Arbeiten von Andreina De Clementi, Franco Livorsi, Arturo Peregalli und Sandro Saggioro über Bordiga.

66 Siehe Martinelli: Storia del Partito Comunista Italiano, vol. VI (Anm. 1).

67 Siehe Ragionieri: La Terza internazionale (Anm. 7); Spriano: I comunisti europei e Stalin (Anm. 5); Elena Aga Rossi/Victor Zaslavsky: Togliatti e Stalin. Il PCI e la politica estera staliniana negli archivi di Mosca [Togliatti und Stalin. Die KPI und die Außenpolitik Stalins in den Moskauer Archiven], Bologna 1997; Francesca Gori/Silvio Pons (Hg.): Dagli Archivi di Mosca. L’Urss, il Cominform e il PCI (1943–1951) [Aus den Moskauer Archiven. Die UdSSR, das Kominform und die KPI (1943–1951)], Rom 1998; Carlo Spagnolo: Sul Memoriale di Yalta. Togliatti e la crisi del movimento comunista internazionale (1956–1964) [Über das Jalta-Memorandum. Togliatti und die Krise der internationalen kommunistischen Bewegung (1956–1964)], Rom 2007.

68 Siehe Pietro Di Loreto: Togliatti e la »doppiezza«: il PCI tra democrazia e insurrezione (1944–49) [Togliatti und die »Doppelmoral«: die KPI zwischen Demokratie und Aufstand (1944–49)], Bologna 1991; Salvatore Sechi: Compagno cittadino. Il PCI tra via parlamentare e lotta armata [Genosse Bürger. Die KPI zwischen parlamentarischem Weg und bewaffnetem Kampf], Soveria Mannelli 2006.

69 Siehe Elena Dundovich: Tra esilio e castigo. Il Komintern, il PCI e la repressione degli antifascisti italiani in URSS (1936–38) [Zwischen Exil und Strafe. Die Komintern, die KPI und die Unterdrückung der italienischen Antifaschisten in der UdSSR (1936–38)], Rom 1998; Elena Dundovich/Francesca Gori: Italiani nei lager di Stalin [Italiener in den Lagern Stalins], Bari 2006; Giancarlo Lehner (zusammen mit Francesco Bigazzi): La tragedia dei comunisti italiani. Le vittime del PCI in Unione Sovietica [Die Tragödie der italienischen Kommunisten. Die Opfer der KPI in der Sowjetunion], Mailand 2000; Didi Gnocchi: Odissea Rossa. La storia dimenticata di uno dei fondatori del PCI [Rote Odyssee. Die vergessene Geschichte eines der Gründer der KPI], Turin 2001; Alfonso Leonetti: Vittime italiane dello stalinismo in URSS (Anm. 49); Guelfo Zaccaria: A Mosca senza ritorno: duecento comunisti italiani tra le vittime dello stalinismo [Moskau ohne Wiederkehr: zweihundert italienische Kommunisten unter den Opfern des Stalinismus], Mailand 1983.

70 Siehe Andrea Berrini: Noi siamo la classe operaia. I duemila di Monfalcone [Wir sind die Arbeiterklasse. Die Zweitausend von Monfalcone], Mailand 2004; Giacomo Scotti: Goli Otok, ritorno all’Isola Calva. Italiani nel gulag di Tito [Goli Otok, zurück zur Kahlen Insel. Italiener in Titos Gulag], Triest 2002 (Scotti ist kein Berufshistoriker).

71 Siehe Valerio Riva/Francesco Bigazzi: Oro da Mosca [Gold aus Moskau], Mailand 1999.

72 Siehe Leonardo Raito: Il PCI e la Resistenza ai confini orientali d’Italia [Die KPI und der Widerstand an den östlichen Grenzen Italiens], Trient 2006; Patrick Karlsen: Frontiera rossa. Il PCI, il confine orientale e il contesto internazionale. 1941–1955 [Rote Grenze. Die KPI, die östliche Grenze und der internationale Kontext. 1941–1955], Görz 2010.

73 Siehe Paolo Buchignani: Fascisti rossi. Da Salò al PCI, la storia sconosciuta di una migrazione politica 1943–53 [Rote Faschisten. Von Salò zur KPI, die unbekannte Geschichte einer politischen Migration 1943–53], Mailand 2007.

74 Siehe die bereits erwähnten Arbeiten über die Geschichte der KPI von Aldo Agosti, Albertina Vittoria, Lucio Magri, Marcello Flores und Nicola Gallerano (Anm. 1).

75 Siehe Berti: Problemi di storia del PCI e dell’Internazionale comunista, in: Rivista storica italiana (Anm. 38), S. 156.

76 Diese Anmerkung stammt von dem kommunistischen Historiker Ernesto Ragionieri (Ernesto Ragionieri: Problemi di storia del PCI [Probleme der Geschichte der KPI], in: Critica marxista VII Nr. 4–5, Juli–Oktober 1969, S. 195).

77 Zum Archiv der KPI zu Beginn der Sechzigerjahre siehe Franco Ferri: L’archivio del Partito comunista italiano [Das Archiv der italienischen Kommunistischen Partei], in: Critica marxista IV Nr. 4, Juli–August 1966, S. 201–208.

78 Siehe Stéphane Courtois: Das Schwarzbuch des Kommunismus: Unterdrückung, Verbrechen und Terror, München 2004.

Inhalt – JHK 2013

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