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Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung

Hier finden Sie die retrodigitalisierten Fassungen der Ausgaben 2005 bis 2016 des Jahrbuches für Historische Kommunismusforschung (JHK).

 

Weitere Bände werden sukzessive online gestellt. Die aktuelle Printausgabe folgt jeweils zwei Jahre nach ihrem Erscheinen.

Das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung wurde 1993 von Hermann Weber (†) als internationales Forum zur Erforschung des Kommunismus als europäisches und globales Phänomen gegründet. Das Jahrbuch enthält Aufsätze, Miszellen, biografische Skizzen, Forschungsberichte sowie Dokumentationen und präsentiert auf diesem Weg einmal jährlich die neuesten Ergebnisse der internationalen Kommunismusforschung.

Seit 2004 wird das Jahrbuch im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegeben und erscheint aktuell im Berliner Metropol Verlag.

Herausgeber: Ulrich Mählert, Jörg Baberowski, Bernhard H. Bayerlein, Bernd Faulenbach, Ehrhart Neubert, Peter Steinbach, Stefan Troebst, Manfred Wilke.

Wissenschaftlicher Beirat: Thomas Wegener Friis, Stefan Karner, Mark Kramer, Norman LaPorte, Krzysztof Ruchniewicz, Brigitte Studer, Krisztián Ungváry, Alexander Vatlin.

Bitte richten Sie Manuskriptangebote an die Redaktion: jhk[at]bundesstiftung-aufarbeitung.de

 

Ein kleiner Boom: Entwicklungen und Tendenzen der KPD-Forschung seit 1989 / 90

JHK 2010 | Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung | Seite 309-322 | Aufbau Verlag

Autor/in: Marcel Bois / Florian Wilde

Als Hermann Weber etwa eine Dekade nach dem Zusammenbruch der »realsozialistischen« Regime in den osteuropäischen Staaten eine Bilanz der historischen Kommunismusforschung zog, verwies er auf einen Paradigmenwechsel: »Während die Veröffentlichungen über den Terror sowie über die diktatorischen Regierungssysteme des Kommunismus kaum mehr zu überblicken sind, sind die Publikationen über den Kommunismus als radikale soziale Bewegung eher rückläufig.« Zugleich merkte er an: »Um das ›Wesen‹ des Kommunismus einschätzen zu können, sind indes auch seine Geschichte als radikale Arbeiterbewegung sowie die Ideologie und die in ihr enthaltenen utopischen Elemente zu berücksichtigen.«1 Seiner Ansicht nach sollten gerade in diesem Bereich neue Forschungsschwerpunkte gesetzt werden. Erst kürzlich wiederholte er diese Forderung: Es bleibe »notwendig, kommunistische Bewegungen, ihre Entwicklung als radikal-sozialistische Strömung, wieder stärker zu untersuchen«.2 Immerhin konnte er feststellen, dass – trotz der Tatsache, dass weiterhin Forschung über den kommunistischen Terror den Schwerpunkt der Veröffentlichungen bilde – jenes vernachlässigte Element nun langsam von einer neuen Generation von Historikern wieder aufgegriffen werde.3

Tatsächlich hat die Forschung zum Kommunismus als soziale Bewegung ein kleines Revival erfahren. Wenn auch nicht mit der enormen Zahl von Veröffentlichungen in den Siebzigerjahren vergleichbar, sind in den vergangenen Jahren doch etliche Arbeiten zur Geschichte der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in der Weimarer Republik publiziert worden. Diese Welle von Neuerscheinungen war selbstverständlich auch dem Umstand geschuldet, dass seit dem Zusammenbruch des Ostblocks das Zentrale Parteiarchiv der KPD sowie zumindest teilweise das Kominternarchiv für Öffentlichkeit und Forschung frei zugänglich geworden sind und sich auf diese Weise die Quellenbasis zur KPD-Geschichte enorm erweitert hat.4 Als besonders aktiv bei der Neuerforschung des deutschen Kommunismus erwies sich das Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung. Unter der Leitung von Hermann Weber sind hier zahlreiche Publikationen zur Geschichte der Weimarer KPD erschienen – zuletzt im Rahmen des Forschungsprojekts »Die Einwirkung der Komintern auf das westeuropäische Parteiensystem«.5 Aber auch Historiker aus dem Umfeld der Rosa-Luxemburg-Stiftung haben in den vergangenen Jahren einige relevante neue Beiträge zur KPD-Historiografie geliefert.

Anliegen dieses Artikels ist es, einen bibliografischen Überblick über die wichtigsten seit der »Wende« 1989 / 90 erschienenen Arbeiten zur Geschichte der KPD in der Weimarer Republik zu geben.6 Entwicklungen und Kontroversen sollen nachgezeichnet und so eine Bestandsaufnahme der KPD-Forschung 20 Jahre nach dem Ende des Realsozialismus versucht werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Veröffentlichungen über die KPD als soziale Bewegung – über ihre Konflikte, Akteure und Aktionsfelder.7 Das Hauptaugenmerk liegt auf Monografien und Sammelbänden; nicht systematisch vorgestellt werden die zahlreichen Artikel, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten zur Thematik erschienen sind. An dieser Stelle sei nur auf einige wichtige Publikationsorgane verwiesen: Neben dem Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung dienen vor allem Zeitschriften wie die Internationale Wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der Arbeiterbewegung (IWK) und das Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung (JBzG) den Historikern und Historikerinnen des deutschen Kommunismus als Forum. Darüber hinaus finden bzw. fanden sich regelmäßig Besprechungen und Annotationen von Publikationen zur KPD-Geschichte im Mitteilungsblatt des Instituts für soziale Bewegungen, im Deutschland Archiv sowie in der kürzlich eingestellten Utopie kreativ. Einen stets aktuellen Überblick über Forschungsvorhaben liefert der International Newsletter of Communist Studies.

Weber-Mallmann-Kontroverse

Am Anfang der Veröffentlichungswelle stand eine Forschungskontroverse. Ausgelöst wurde sie durch Klaus-Michael Mallmanns 1996 erschienene Habilitationsschrift Kommunisten in der Weimarer Republik.8 Bis dato hatte in der westdeutschen Kommunismusforschung eine Sicht auf die Geschichte der KPD als Common Sense gegolten, die von Ossip K. Flechtheim und vor allem von Hermann Weber entwickelt worden war.9 Beide unterschieden zwischen einer diskussionsfreudigen, demokratischen Anfangsphase der KPD und einer entdemokratisierten, vom Apparat bürokratisch gesteuerten und von der Komintern und damit der Führung der KPdSU gänzlich abhängigen KPD der späten Weimarer Republik. Dazwischen habe die Phase der »Stalinisierung« und einer damit verbundenen grundlegenden Veränderung der Partei gelegen: »[Die Stalinisierung] bedeutete für die KPD den Wandel von einer Partei mit einem hohen Maß an innerer Demokratie in eine disziplinierte Organisation mit strikt zentralistischer Befehlsgewalt. Stalinisierung hieß Veränderung des inneren Aufbaus, Entstehung einer monolithischen, straff durchorganisierten, hierarchischen Partei. In ihr beherrschte die Führungsspitze mit Hilfe des Apparates […] die Mitgliedschaft; die Politik wurde im Sinne und entsprechend den Weisungen der Stalin’schen KPdSU praktiziert. […] An die Stelle von Pluralismus, Selbstständigkeit, Diskussion und Autonomie [traten] Unterordnung, Gläubigkeit, Disziplin und Kommandoherrschaft.«10 Mit der Stalinisierung sei das Entwicklungspotenzial eines in der Anfangsphase der Partei noch dominanten »demokratischen Kommunismus« Luxemburg’scher Prägung verschüttet worden.

Mallmann wies diese von ihm als »Stalinisierungs-Orthodoxie« bezeichnete Wandlungsthese vehement zurück.11 Er argumentierte, dass autoritäre Strukturen und Apparatherrschaft dem deutschen Kommunismus von Anfang an immanent gewesen seien: »Es bedurfte nicht Stalins, um die KPD zu ›stalinisieren‹. Die Parteiführung […] verpasste sich zunächst völlig selbstständig und autonom einen bolschewistischen Zuschnitt mit allen darin implizierten Konsequenzen für das Selbst- und Feindbild, die innerorganisatorische Demokratie und das Verhältnis zur Arbeiterschaft; die Geburt der Parteidisziplin, des Feindes in den eigenen Reihen, der überall lauernden opportunistischen Gefahr, der notwendigen ›Säuberung‹ – all dies war bereits lange vor Stalins Machtantritt geschehen.«12 Die These von einem in der Frühzeit der KPD dominanten »demokratischen Kommunismus« sei nicht haltbar: »Dass Kommunismus nie ein demokratisches Projekt war, zieht sich wie ein roter Faden durch mein Buch.«13

Mallmann hat mit seiner Arbeit, so Jens Becker und Harald Jentsch, »zumindest im Wissenschaftsbetrieb […] für einigen Wirbel« gesorgt.14 Tatsächlich entwickelte sich in den Jahren nach der Veröffentlichung eine lebendige Debatte über seine Thesen.15 Auch wenn einige Rezensenten von einer »überfällige[n] Revision der klassischen These von den erstickten Ent­wicklungsmöglichkeiten eines alternativen demokratisch-luxemburgischen Früh­kom­munismus«16 sprachen und Mallmann dafür lobten, dass er »überzeugende Einwände gegen Einseitigkeiten des Deutungsmusters ›Stalinisierung‹«17 vorgetragen habe, konnten neuere Forschungen doch einige Unzulänglichkeiten in seiner Argumentation deutlich machen. Vor allem Andreas Wirsching hat detailliert analytische, methodische und interpretatorische Probleme aufgedeckt.18 Quellengestützte Untersuchungen versuchten, Mallmanns Ansichten über die innerparteiliche Demokratie zu widerlegen und die Annahme einer tiefgreifenden Wandlung der KPD in den Zwanzigerjahren zu bestätigen.19 Auch Mallmanns Behauptung, der Einfluss der sowjetischen Partei auf die Entwicklung der KPD in der späten Weimarer Republik sei weniger maßgeblich gewesen als bisher angenommen, wurde zurückgewiesen.20

Umstritten ist unter den Anhängern der Wandlungsthese jedoch die Frage, zu welchem Zeitpunkt die Metamorphose der Partei eingesetzt hat. Verschiedene Historiker sprechen für die Zeit vor Beginn der eigentlichen Stalinisierung von einer Phase sehr früher »Bolsche­wisierung« der Partei. So geht Jean-François Fayet bereits von 1921 als »turning point« im Ver­hält­nis der deutschen Kommunisten zu Moskau aus.21 Auch Weber, der die Stalinisierung ursprünglich auf den Zeitraum 1924 bis 1929 datiert hatte, nähert sich dieser Sichtweise an, wenn er konstatiert: »Die Vormacht der russischen Kommunisten in der Komintern war bereits 1923 so umfassend, dass an der weiteren verhängnisvollen Entwicklung des Weltkommu­­nismus und speziell der KPD prinzipiell nun nichts mehr zu ändern war.«22 Andere Forscher hingegen sehen weiterhin erst 1928 als »Schaltjahr« in der Geschichte der KPD. So haben Elke Reuter, Wladislaw Hedeler, Horst Helas und Klaus Kinner einen ausführlichen Band (inklusive CD-ROM) mit Parteidokumenten herausgegeben, die das Ende der »realen Chancen für einen alternativen Weg« im Jahr 1928 plastisch machen sollen.23

Sozial- versus Politikgeschichte

Einen wichtigen Aspekt der »Weber-Mallmann-Kontroverse« bildeten unterschiedliche me­­tho­­dische Ansätze. Bis zum Erscheinen von Mallmanns Werk war der Mainstream der KPD-Forschung eher politik- und ideengeschichtlich vorgegangen und hatte vor allem die Politik der Parteiführung, ihre ideologischen Auseinandersetzungen und den Einfluss der Sowjetunion auf die Entwicklung der Partei in den Blick genommen. Mallmann setzte dem eine Geschichte »von unten« entgegen. Er monierte, die Geschichte des deutschen Kommunismus sei »überwiegend noch die eines Dogmas ohne Menschen, einer Apparat­herrschaft ohne Subjekte«.24 Politikgeschichte könne »zwar scheinbar per se ein repräsentatives Ergebnis vorweisen«, sie lasse jedoch »die – in der Regel nicht gestellte – sozial­historische Frage nach der praktischen Relevanz unbeantwortet«.25 Im Mittelpunkt seiner eigenen Arbeit stehe dagegen der Widerspruch zwischen dem Avantgardeanspruch der KPD-Führung und der Milieuverwurzlung der Parteibasis.

Mallmanns Herangehensweise ist von verschiedenen Historikern kritisiert worden. So sehen Becker und Jentsch darin einen »polemischen Rundumschlag […], der den Granden der westdeutschen KPD-Forschung schlicht die Kompetenz absprach, mit ihrem politik- und organisationszentrierten Ansatz […] adäquat die reale Geschichte der kommunistischen Be­wegung und ihrer Mitglieder erklären zu können«.26 Und Wirsching wirft Mallmann vor, er zeichne eine »zum Teil herabwürdigende Karikatur […] von der bestehenden Forschung zur Weimarer KPD«.27 Trotz aller berechtigten Kritik: Unzweifelhaft enthielt Mallmanns Arbeit innovative Ansätze und warf wichtige Fragen auf. So war es nur folgerichtig, dass in den vergangenen Jahren weitere sozialhistorisch ausgerichtete Untersuchungen erschienen sind, die daran anknüpften. An erster Stelle ist hier die Dissertationsschrift von Ulrich Eumann zu nennen, der die Erforschung der Sozialgeschichte des deutschen Kommunismus auf eine breitere Basis stellte.28 Hatte Mallmann seine Darstellung hauptsächlich durch Quellenmaterial der saarländischen KPD gestützt, so untersuchte Eumann gleich fünf verschiedene Regionalorganisationen der Partei (Berlin-Brandenburg, Ruhrgebiet, West-Sachsen, Pommern and Oberschlesien). Einen ähnlichen Ansatz verfolgte auch Eric D. Weitz, dessen Studie Creating German Communism kurz nach Mallmanns Buch erschienen ist.29 Weitz untersuchte die kommunistische Arbeiterschaft bei Krupp in Essen und bei der BASF in Leuna und legte davon ausgehend dar, wie die Politik der KPD vor Ort durch die Lebensverhältnisse, Erfahrungen und Interessen ihrer Mitglieder geprägt wurde.

Einen weiteren sozialgeschichtlich orientierten Beitrag stellt Detlef Siegfrieds Arbeit über das linksradikale Milieu in Kiel zwischen 1917 und 1922 dar. Siegfried versucht, »in einem breiteren gesellschaftsgeschichtlichen Zugriff politische, soziale, kulturelle und generationelle Aspekte zu einem möglichst dichten Bild eines kleinräumigen soziokulturellen Milieus mit über sich selbst hinausweisender Ausstrahlung« zu verknüpfen. Dabei kommt er zu dem Ergebnis: »Es gab eine Welt jenseits der Parteigrenzen und der Direktiven, die sich von den Vorstellungen der obersten Parteiführer und reisenden Revolutionsstrategen beträchtlich unterschied.«30 Zu nennen sind an dieser Stelle auch noch zwei sozialgeschichtlich ausgerichtete Arbeiten über lokale Parteigliederungen in Flensburg und Harburg-Wilhelmsburg.31 Mallmanns Kommunisten in der Weimarer Republik ist also durchaus ein gewisser Pioniercharakter zuzuschreiben. In den knapp anderthalb Dekaden seit seinem Erscheinen hat sich mit der sozialgeschichtlichen Herangehensweise ein neuer Strang der KPD-Historiografie etabliert, der von einer starken Autonomie der lokalen Parteigliederungen ausgeht.

Dass die Öffnung der Archive auch auf die klassisch politikgeschichtlich orientierten Ansätze eine belebende Wirkung hatte, zeigen beispielsweise die Werke von Klaus J. Becker und Frank Hirschinger über die (rheinland-)pfälzischen Kommunisten bzw. über die KPD in Sachsen-Anhalt.32 Beide beschränken sich nicht auf die Weimarer Zeit, sondern zeigen Entwicklungslinien bis in die Fünfzigerjahre auf. Während bei Becker die KPD als soziale Bewegung im Zentrum steht, legt Hirschinger seinen Schwerpunkt auf die Parteisäuberungen seit Beginn der Stalinisierung der Partei. Eine weitere Regionalstudie stammt von Thomas Kurz. Sie ist komparatistisch angelegt und stellt das Verhältnis der »feindlichen Brüder« KPD und SPD in den südwestdeutschen Ländern Baden und Württemberg dar.33

Neben den regionalen Parteigliederungen waren in den letzten Jahren wichtige Ereignisse der KPD-Geschichte ein bedeutendes Forschungsfeld politikgeschichtlich arbeitender Historiker. Sie alle folgten dabei – in unterschiedlicher Akzentuierung – dem Stalinisierungsparadigma. Dementsprechend fanden jene Episoden besonderes Interesse, die von den jeweiligen Autoren als Wendepunkte in der Entwicklung der Partei wahrgenommen wurden. So thematisierten sie neben dem bereits erwähnten »Schaltjahr« 1928 vor allem den gescheiterten Aufstand im »Deutschen Oktober« 1923. Dieser markierte den Abschluss der revolutionären Frühphase der Weimarer Republik und begünstigte nach Ansicht vieler Forscher maßgeblich den Aufstieg des Stalinismus in der Sowjetunion und der weltweiten kommunistischen Bewegung.

Exemplarisch sei hier die Arbeit von Otto Wenzel genannt, der seine bereits 1955 verfasste Dissertation über den »Deutschen Oktober« anhand der neu zugänglichen Quellen völlig überarbeitet hat.34 Interessanterweise bestätigten diese im Wesentlichen seine bereits vor einem halben Jahrhundert getroffenen Feststellungen. Des Weiteren ist eine Monografie von Harald Jentsch zur Rolle der KPD im Jahr 1923 erschie-

nen.35 Zudem hat Bernhard H. Bayerlein einen Sammelband zum Thema mitherausgegeben, der viele bislang geheim gehaltene Dokumente aus den russischen Archiven enthält.36 Ergänzend sei auf zwei allgemeine Werke zu den Revolutionsjahren 1918–1923 verwiesen, die der Politik und Entwicklung der KPD viel Raum geben. Bei beiden handelt es sich allerdings nicht um originäre Neuerscheinungen, sondern um Übersetzungen älterer Arbeiten: 1998 wurde Chris Harmans bereits 1982 veröffentlichte Monografie The Lost Revolution auf Deutsch publiziert,37 2005 ist Pierre Broués Klassiker La révolution en Allemagne in englischer Sprache erschienen.38 Während die Harman-Übersetzung leider ohne Verweis auf neue Quellen und den aktuellen Forschungsstand blieb, ist dem Werk des mittlerweile verstorbenen Broué ein Vorwort von Eric D. Weitz vorangestellt, das ebendiesen Zweck erfüllt. Hinzuweisen ist zudem noch auf ein Themenheft der Zeitschrift Revolutionary History zu den Jahren 1918 bis 1923.39 Es ist vor allem für ein englischsprachiges Publikum interessant, da es größtenteils Übersetzungen bereits veröffentlichter Texte zeitgenössischer deutscher Kommunisten (Paul Levi, August Thalheimer, Jakob Walcher, Arthur Rosenberg u. a.) enthält.

Gegen den allgemeinen Trend, die Geschichte des deutschen Kommunismus kleinteiliger zu untersuchen, hat Klaus Kinner Ende der Neunzigerjahre eine Gesamtdarstellung der Weimarer KPD vorgelegt. Sie ist Teil einer auf vier Bände angelegten Geschichte der Partei von ihren Anfängen bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch Kinner konstatiert einen sich »als irreversibel erweisenden Prozess des Niedergangs der innerparteilichen Demokratie und Selbstbestimmtheit kommunistischer Politik in Deutschland« und »die zunehmende Dominanz stalinistischer Strukturen in der Partei«.40 Das Ende dieser Entwicklung datiert er jedoch vergleichsweise spät, nämlich auf die Jahre 1928 / 29. Zudem geht er im Gegensatz zu Weber auch für die Zeit danach noch von einer gewissen Autonomie der deutschen Kommunisten aus. Eine weitere politische Gesamtgeschichte der Weimarer KPD hat ein Autorenkollektiv 2001 veröffentlicht. Auch dieses Buch folgt der Wandlungsthese. Zwar durchaus ansprechend aufgemacht, liefert es jedoch leider keine neuen Erkenntnisse.41

Synthese als Aufgabe

Insgesamt zeichnet sich ab, dass sich die Einschätzung, »ob eher die Abhängigkeit von der kommunistischen Führung in Moskau oder eine Verwurzelung in lokalen sozialistischen Traditionen und sozialdemokratischen Milieus die Entwicklung der KPD erklären kann«, längst »zu einer Art Gretchenfrage der deutschen Kommunismusforschung entwickelt« hat, wie es Till Kössler formuliert.42 Dabei ist die Gegenüberstellung der Perspektiven »von oben« und »von unten« wenig zweckdienlich. Zu Recht hat schon Klaus Weinhauer in einer Besprechung von Mallmanns Buch »eine Synthese […], die Organisations- und Sozialgeschichte zusammenführt«, eingefordert. Es sei »notwendig, die Partei als soziale Organisation im doppelten Spannungsfeld zwischen äußeren Einflüssen (Stalin, KI) und Milieuverankerung zu analysieren«.43

Diese Anforderungen hat Norman LaPorte in einer Arbeit über die sächsische KPD umgesetzt.44 Er betont auf der einen Seite den Einfluss nationaler sowie internationaler Entscheidungen, Diskussionen und Fraktionskämpfe auf regionale Parteigliederungen und stellt somit Mallmanns These von der relativen Autonomie der unteren Parteiebenen infrage. Auf der anderen Seite argumentiert er jedoch, dass regionale politische Traditionen und sozioökonomische Faktoren durchaus auf die Entwicklung der KPD eingewirkt hätten. Zudem hätten sie unterschiedliche Umgangsweisen mit den Vorgaben der Parteiführung zur Folge gehabt. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Analyse der drei sächsischen Parteibezirke, deren sehr unterschiedliche Ausrichtung er in den verschiedenen regionalen Bedingungen begründet sieht. Die Stärke der KPD-Linken im Bezirk Westsachsen führt er beispielsweise auf die hegemoniale Stellung der SPD in dieser Region zurück. Die kompromisslose Haltung der Linken gegenüber den Sozialdemokraten sei hier auf fruchtbaren Boden gefallen. Dagegen sei die Parteirechte im Bezirk Erzgebirge-Vogtland stark gewesen, weil dort den Kommunisten seit 1919 eine Verankerung in der lokalen Arbeiterbewegung gelungen sei. Der »pragmatischere« Kurs der Rechten sei deshalb plausibel für die Mitgliedschaft gewesen. Dementsprechend war 1928 / 29 der Widerstand gegen die von Stalin vorgegebene Linkswendung wesentlich stärker ausgeprägt als in anderen Bezirken.

LaPorte gelingt es, den vermeintlichen Gegensatz zwischen Kommunismusforschung »von unten« und »von oben« aufzubrechen. Er stellt den Einfluss Moskaus auf die stalinisierte KPD nicht infrage, zeigt aber zugleich auf, dass an der Basis nicht jede Wendung unwidersprochen mitgetragen wurde und dass hierbei lokale Unterschiede festzustellen sind. Er präsentiert so einen Ansatz, der sich durchaus als wegweisend für künftige Forschungen herausstellen könnte. So erweist sich die erbittert geführte Stalinisierungsdebatte letztendlich doch als fruchtbar für die KPD-Historiografie.

Biografien

Abseits der Beschäftigung mit der Geschichte der Partei und ihrer einzelnen Gliederungen machen die Untersuchungen zum Leben einzelner Persönlichkeiten ein weiteres lebendiges und produktives Forschungsfeld innerhalb der Historiografie des Weimarer Kommunismus aus. So wurden in den vergangenen Jahren diverse biografische Arbeiten veröffentlicht, die an dieser Stelle in einem kurzen Überblick gewürdigt werden sollen.

Einen Meilenstein stellt zweifellos das von Hermann Weber und Andreas Herbst verfasste biografische Handbuch des deutschen Kommunismus dar. Nachdem es bei seiner Erstveröffentlichung im Jahr 2004 bereits etwa 1400 Kurzbiografien umfasste, konnte dieser Fundus in der 2008 erschienenen zweiten Auflage noch um 275 Personenskizzen erweitert werden.45 Eine Fülle von Angaben zu im Kominternapparat tätigen KPD-Mitgliedern findet sich zudem im 2007 erschienenen Biographischen Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale.46 Beide Bände sind überaus wichtige Hilfsmittel bei der Beschäftigung mit der Parteigeschichte. Zugleich liegt aber die Bedeutung vor allem des Werks von Weber und Herbst »in seinem Charakter als große Kollektivbiografie einer bedeutenden politischen Kohorte im 20. Jahrhundert«.47 Eine etwas kleinere Kollektivbiografie des deutschen Kommunismus liefert Catherine Epstein.48 In ihrer Arbeit fokussiert sie die Lebensläufe von acht Persönlichkeiten, die eine führende Rolle in der KPD und später in der SED spielten. In eine ähnliche Richtung geht auch ein Aufsatz von Ulrich Eumann, der versucht, die Weimarer KPD aus der Perspektive ehemaliger Mitglieder zu betrachten.49

Bei den neu erschienenen Einzelbiografien führender Persönlichkeiten der Partei ist das besondere Interesse an den Lebensläufen Oppositioneller auffällig. Während die Anzahl von Arbeiten zu Führungsfiguren der stalinisierten KPD – wie Ernst Thälmann oder Walter Ulbricht – durchaus überschaubar ist,50 erscheinen regelmäßig neue Werke zu verschiedenen dissidenten Kommunisten. So wurden in den vergangenen Jahren Heinrich Brandler, Ruth Fischer, Paul Levi, Ernst Meyer, Arthur Rosenberg, Werner Scholem, August Thalheimer und Clara Zetkin durch biografische Arbeiten gewür­digt.51 Von Karl Korsch, Ruth Fischer und Arkadij Maslow sind darüber hinaus private Briefe veröffent­licht worden.52 Aber auch oppositionell eingestellte Parteimitglieder außerhalb des engeren Führungszirkels gerieten ins Blickfeld der Forschung – so der ehemalige Leiter der Revolutionären Obleute und dann der Reichsgewerkschaftszentrale der KPD Richard Müller, das spätere Mitglied der Kommunistischen Partei-Opposition (KPO) Jacob Walcher oder auch das Intellektuellen-Ehepaar Alexandra und Franz Pfemfert.53 Das größte Interesse der Biografen gilt aber weiterhin der Figur Rosa Luxemburg. Seit 1990 sind knapp ein Dutzend Monografien und Sammelbände über das Leben und Wirken der KPD-Gründerin erschienen.54

Einzelne Historiker haben sich zudem mit den Lebensläufen vor 1933 in der kommunistischen Bewegung aktiver Wissenschaftler beschäftigt, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine herausragende Rolle an den Hochschulen spielten. Zu nennen sind hier die Arbeiten über den jungen Wolfgang Abendroth, über Ossip K. Flechtheim und Arthur Rosenberg.55 Ebenfalls ein neues Genre stellen die Familienbiografien dar. So legte Theodor Bergmann eine Arbeit über die Familie Thalheimer vor, während sich Annelies Laschitza den Liebknechts widmete.56

Mittlerweile leben nur noch sehr wenige Zeitzeugen des Weimarer Kommunismus. Umso erfreulicher ist es, dass vor wenigen Jahren mit Theodor Bergmanns Im Jahrhundert der Katastrophen noch eine Autobiografie eines im Umfeld der KPD aktiven Oppositionellen erschienen ist.57 Neu aufgelegt wurde außerdem Ruth Fischers umstrittenes autobiografisch geprägtes Werk Stalin und der deutsche Kommunismus von 1948.58

Sonstige Veröffentlichungen

Während das Interesse der Forschung an oppositionellen Persönlichkeiten relativ groß ist, sind die Strömungen und Organisationen, in denen sich diese zusammenschlossen, zumeist nur im Rahmen kürzerer Texte oder von Abschlussarbeiten neu untersucht worden. Größere Monografien über die sogenannten Zwischengruppen (zwischen SPD und KPD) beziehen sich eher auf ihre Aktivitäten im Widerstand nach 1933.59 Bei den Untersuchungen zur Weimarer Zeit ist auffällig, dass sich diese ausnahmslos mit Gruppierungen beschäftigen, die während und / oder nach der Stalinisierung der KPD entstanden. So sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten Arbeiten oder Artikel über die KPO,60 die Trotzkisten,61 die Linke Opposition und den Leninbund erschienen.62 Auch die bislang wenig erforschte Weddinger Opposition ist in einem kurzen Aufsatz gewürdigt worden.63 Früheren dissidenten Gruppen wie etwa der Kommunistischen Arbeiter-Partei Deutschlands (KAPD) hat die Forschung bislang dagegen kein neu erwachtes Interesse entgegengebracht. Methodisch ist anzumerken, dass sozialgeschichtliche Ansätze in Arbeiten zu den Oppositionsgruppen bislang kaum eine Rolle gespielt haben.

Abschließend sei hier noch auf zwei weitere Forschungsfelder hingewiesen. Zum einen ist die Vor- und Frühgeschichte der KPD (1914–1919) in den vergangenen Jahren verstärkt untersucht worden. Dies ist vor allem das Verdienst von Ottokar Luban, der dieser Epoche eine Vielzahl von Veröffentlichungen gewidmet hat. Die in der Gründung der Kommunistischen Partei mündende Entwicklung der Spartakusgruppe ist besonders dank seiner akribischen Arbeiten heute viel klarer nachzuvollziehen.64 Zum anderen sind in jüngster Vergangenheit die Massen- und Vorfeldorganisationen der KPD in den Fokus der Forschung gelangt. So erschienen Arbeiten über die Rote Sportinternationale, den Roten Frontkämpferbund, die Rote Hilfe und den kommunistischen Jugendverband.65

Fazit

Eine Dekade ist vergangen, seit Becker und Jentsch konstatierten: »Rund zehn Jahre nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus reduziert sich das Interesse an der Geschichte der Arbeiterbewegung auf eine kleine Schar von Wissenschaftler / innen und Hobby­historiker / innen, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten – Forschungsgelder fließen dafür bekanntlich spärlich – die nunmehr zugänglichen Archivalien, etwa zur Geschichte des deutschen Parteikommunismus, auswerten.«66 Auch weiterhin fließen die Forschungsgelder nur spärlich, aber die Zahl derer, die sich wissenschaftlich mit der Geschichte des deutschen Kommunismus beschäftigen, scheint zu wachsen. Diese neue Vitalität der Forschung drückt sich in einer hohen Zahl von Publikationen zu einer großen Bandbreite von Themen aus. Dabei ist die Geschichte des Kommunismus als einer sozialen Bewegung wieder stärker in den Fokus gerückt und erlebt sogar einen kleinen Boom. Neben der verbesserten Archivsituation ist dafür sicher auch verantwortlich, dass das nach 1989 verkündete »Ende der Geschichte« nicht eingetreten ist und – ähnlich wie im Zuge der 68er-Bewegung – die Beschäftigung mit vergangenen systemkritischen Bewegungen wieder an Attraktivität gewonnen hat.

Auch 40 Jahre nach dem Erscheinen von Webers wegweisendem Werk über die Wandlung der KPD bleibt die klassische Stalinisierungsthese für die Mehrheit der Historiker des deutschen Kommunismus ein wesentliches Forschungsparadigma. Die Kontroversen der letzten Jahre haben sich im Großen und Ganzen als fruchtbar erwiesen und ließen die Zunft letztendlich keineswegs in neuen Grabenkämpfen erstarren. Erste Versuche einer Synthese unterschiedlicher Positionen, besonders von sozial- und politikgeschichtlich ausgerichteten Ansätzen, erscheinen vielversprechend. Zukünftige Projekte sollten daran anknüpfen, beispielsweise bei der Untersuchung der unterschiedlichen oppositionellen Strömungen.

Auffällig ist, dass die Forschung ihrem Gegenstand in einem Punkt sehr ähnelt: in ihrer Männerdominanz. Nur ein geringer Teil der Veröffentlichungen zum deutschen Kommunismus stammt von Frauen. Hier scheint in der Zukunft eine gezieltere Förderung notwendig


1 Hermann Weber: Zehn Jahre historische Kommunismusforschung. Leistungen, Defizite, Perspektiven, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 50 (2002), S. 611–633, hier S. 627.

2 Stand und Perspektiven der historischen Kommunismusforschung. Protokoll eines internationalen Forschungskolloquiums am 17. April 2007 in Berlin, in: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung (im Folgenden: JHK) 2008, S. 373–418, hier S. 376.

3 Ebd.

4 Zur Öffnung der Archive siehe: Hermann Weber: Historiographie der Arbeiterbewegung in Deutschland nach dem Zusammenbruch des »Realsozialismus«. Archivlage und einige Probleme, in: Bruno Groppo
u. a. (Hg.): Quellen und Historiographie der Arbeiterbewegung nach dem Zusammenbruch des »Realsozialismus« (= ITH-Tagungsberichte, Bd. 32), Wien 1998, S. 51–69.

5 Für einen Überblick über die diversen Veröffentlichungen siehe www.mzes.uni-mannheim.de / projekte /pro_zeig_d.php?Recno=2, ges. am 8. Juli 2009.

6 Zur KPD-Forschung vor 1989 siehe Hermann Weber: Kommunismus in Deutschland 1918–1945, Darmstadt 1983 sowie Richard Croucher: Changing Interpretations of the History of German Communism, in: Labour History Review 68 (2003), H. 1, S. 11–31, bes. S. 13–23. Für einen Überblick über die frühen Ver­öffentlichungen siehe Enzo Collotti (Hg.): Die Kommunistische Partei Deutschlands 1918–1933. Ein bibliographischer Beitrag, Mailand 1961. Zu aktuelleren Arbeiten siehe auch die Sammelrezension von insgesamt neun Neuerscheinungen der Jahre 2001–2004: Till Kössler: Partei, Bewegung und Lebensform. Neuerscheinungen zur Geschichte des Kommunismus in Deutschland, in: Archiv für Sozialgeschichte 45 (2005), S. 599–614.

7 Ausgeklammert werden Arbeiten über das Verhältnis der KPD zur Komintern oder zu kommunistischen Parteien in anderen Ländern.

8 Klaus-Michael Mallmann: Kommunisten in der Weimarer Republik. Sozial­geschichte einer revolutionären Bewegung, Dortmund 1996.

9 Hermann Weber: Die Wandlung des deutschen Kommunismus. Die Stalinisierung der KPD in der Weimarer Republik, 2 Bde., Frankfurt a. M. 1969; Ossip K. Flechtheim: Die KPD in der Weimarer Republik, mit einer Einleitung von Sigrid Koch-Baumgarten, Hamburg 1986.

10 Hermann Weber: Aufstieg und Niedergang des deutschen Kommunismus, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 40 (1991), S. 25–39, hier S. 27 f.

11 Siehe vor allem das Kapitel »Das neue Paradigma. ›Stalinisierung‹ oder die Geburt der Avantgarde?«, in: Mallmann: Kommunisten (Anm. 8), S. 54–83.

12 Ebd., S. 67.

13 Klaus-Michael Mallmann: Gehorsame Parteisoldaten oder eigensinnige Akteure? Die Weimarer Kommunisten in der Kontroverse – Eine Erwiderung, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 47 (1999), S. 401–415, hier S. 415.

14 Jens Becker / Harald Jentsch: Divergenzen zur Historiographie über die Rolle der KPD in der Weimarer Republik, in: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung 42 (2000), H. 3, S. 66–74, hier S. 67.

15 Hermann Weber: Nicht stalinisiert?, in: Die Zeit Nr. 25 vom 14. Juni 1996; Andreas Wirsching: »Stalinisierung« oder entideologisierte »Nischengesellschaft«? Alte Einsichten und neue Thesen zum Charakter der KPD in der Weimarer Republik, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 45 (1997), S. 449–466; Sigrid Koch-Baumgarten: Eine Wende in der Geschichtsschreibung zur KPD in der Weimarer Republik?, in: Internationale Wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung 34 (1998), S. 82–89; Mallmann: Gehorsame Parteisoldaten (Anm. 13); Norman LaPorte: »Stalinization« and its Limits in the Saxon KPD, 1925–28, in: European History Quarterly 31 (2001), S. 549–590; Hermann Weber: Die Stalinisierung der KPD – Alte und neue Einschätzungen, in: JHK 2007, S. 221–244; Kevin McDermott: Hermann Webers Konzept der »Stalinisierung« der KPD und der Komintern. Eine kritische Bewertung, in: JHK 2008, S. 197–206; Norman LaPorte / Kevin Morgan / Matthew Worley (Hg.): Bol­shevism, Stalinism and the Comintern. Perspectives on Stalinization, 1917–53, Basingstoke 2008; Marcel Bois: Review Article on Christian Gotthardt: Die radikale Linke als Massenbewegung, in: Historical Materialism 17 (2009), S. 191–200.

16 Koch-Baumgarten: Eine Wende (Anm. 15), S. 83.

17 Heinrich August Winkler: Rezension zu Klaus-Michael Mallmann: Kommunisten in der Weimarer Republik, in: Historische Zeitschrift 265 (1997), S. 241 ff., hier S. 241. Selbst Wirsching, dessen Aufsatz in weiten Teilen gegen Mallmann gerichtet ist, stimmt diesem in Bezug auf die Kritik an der Weber’schen Stalinisierungsthese weitgehend zu. Sie gehöre »zu den überzeugendsten des ganzen Buches« und komme der historischen Realität »weitaus näher als Webers These vom demokratischen, ›luxemburgischen‹ Frühkommunismus«. Wirsching: »Stalinisierung« (Anm. 15), S. 463.

18 Wirsching: »Stalinisierung« (Anm. 15).

19 Florian Wilde: »Diskussionsfreiheit ist innerhalb unserer Partei absolut notwendig«. Das Verhältnis des KPD-Vorsitzenden Ernst Meyer zur innerparteilichen Demokratie 1921 / 22, in: JHK 2006, S. 168–184; Marcel Bois / Florian Wilde: »Modell für den künftigen Umgang mit innerparteilicher Diskussion«? Der Heidelberger Parteitag der KPD 1919, in: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung 6 (2007), H. 2, S. 33–46.

20 So hat Eric D. Weitz in einer Besprechung von Mallmanns Buch kritisiert: »The KPD operated as a political party in a defined nation state with its particular party-political structure, and as a member party of the Communist International. It seems most fruitful to me to situate the KPD not only in its local and national, but also very decisively in its transnational contexts. Communism was, after all, a movement that understood itself as internationalist and that was, without question, subject to directives from Moscow. […] It goes too far toward erasing the impact of Stalinism, and of the Soviet model in general.« Eric D. Weitz: Rezension zu Klaus-Michael Mallmann: Kommunisten in der Weimarer Republik, in: German Historical Institute London Bulletin 19 (1997), S. 64–69, hier S. 68.

21 Jean-François Fayet: Paul Levi and the Turning Point of 1921. Bolshevik Emissaries and International Discipline in the Time of Lenin, in: LaPorte u. a.: Bolshevism (Anm. 15), S. 105–123. Diese These wurde bereits in den Achtzigerjahren von Sigrid Koch-Baumgarten vertreten: Aufstand der Avantgarde. Die März-Aktion der KPD 1921, Frankfurt a. M., New York 1986, bes. S. 436.

22 Hermann Weber: Vorwort, in: Bernhard H. Bayerlein u. a. (Hg.): Deutscher Oktober 1923. Ein Revolutionsplan und sein Scheitern, Berlin 2003, S. 19–34, hier S. 34.

23 Elke Reuter u. a. (Hg.): Luxemburg oder Stalin. Schaltjahr 1928 – Die KPD am Scheideweg. Eine kommentierte Dokumentation, Berlin 2003, Zitat auf S. 7. Anlässlich des 75. Jahrestags des Thälmann-Skandals von 1928 erschien noch ein zweiter Dokumentenband – zum großen Teil mit Quellen aus russischen Archiven: Bernhard H. Bayerlein / Hermann Weber (Hg.): Der Thälmann-Skandal. Geheime Korrespondenzen mit Stalin (=Archive des Kommunismus – Pfade des XX. Jahrhunderts, Bd. 2), Berlin 2003.

24 Klaus-Michael Mallmann: Milieu, Radikalismus und lokale Gesellschaft. Zur Sozialgeschichte des Kommunismus in der Weimarer Republik, in: Geschichte und Gesellschaft 21 (1995), S. 5–31, hier S. 5.

25 Mallmann: Gehorsame Parteisoldaten (Anm. 13), S. 404.

26 Becker / Jentsch: Divergenzen (Anm. 14), S. 67.

27 Wirsching: »Stalinisierung« (Anm. 15), S. 460.

28 Ulrich Eumann: Eigenwillige Kohorten der Revolution. Zur regionalen Sozialgeschichte des Kommunismus in der Weimarer Republik, Frankfurt a.M. u. a. 2007. Eumann weist darauf hin, dass schon vor Mallmann einzelne sozialhistorische Kommunismusforschungen erschienen seien (S. 17). Er nennt in diesem Kontext Gabriel A. Almond: The Appeals of Communism, Princeton 1954 sowie Eve Rosenhaft: Beating the Fascists? The German Communists and Political Violence 1929–1933, Cambridge 1983.

29 Eric D. Weitz: Creating German Communism, 1890–1990. From Popular Protest to Socialist State, Princeton 1997. Siehe auch Eric D. Weitz: State Power, Class Fragmentation, and the Shaping of German Communist Politics, 1890–1933, in: Journal of Modern History 62 (1990), S. 253–297.

30 Detlef Siegfried: Das radikale Milieu. Kieler Novemberrevolution, Sozialwissenschaft und Linksradikalismus 1917–1922, Wiesbaden 2004, hier S. 11 f.

31 Matthias Schartl: Rote Fahnen über Flensburg. KPD, linksradikale Milieus und Widerstand im nördlichen Schleswig-Holstein 1919–1945, Flensburg 1999; Christian Gotthardt: Die radikale Linke als Massenbewegung. Kommunisten in Harburg-Wilhelmsburg 1918–1933, Hamburg 2007.

32 Klaus J. Becker: Die KPD in Rheinland-Pfalz 1946–1956, Mainz 2001. Zu den Jahren 1919–1933 siehe S. 20–56 sowie Beckers Aufsatz: Zwischen ultralinker Parteiopposition und titoistischer Verfemung. Die pfälzische KPD 1919–1956, in: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz 103 (2005), S. 343–376, bes. S. 343–350. Frank Hirschinger: »Gestapoagenten, Trotzkisten, Verräter«. Kommunistische Parteisäuberungen in Sachsen-Anhalt 1918–1953, Göttingen 2005.

33 Thomas Kurz: Feindliche Brüder im deutschen Südwesten. Sozialdemokraten und Kommunisten in Baden und Württemberg von 1928 bis 1933, Berlin 1996.

34 Otto Wenzel: 1923. Die gescheiterte Deutsche Oktoberrevolution, Münster 2003.

35 Harald Jentsch: Die KPD und der »Deutsche Oktober« 1923, Rostock 2005. Siehe außerdem Karsten Rudolph: Das Scheitern des Kommunismus im deutschen Oktober 1923, in: Internationale Wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung 32 (1996), S. 484–519.

36 Bernhard H. Bayerlein / Leonid Babicenko / Aleksandr Vatlin / Fridrich Firsov (Hg.): Deutscher Oktober 1923. Ein Revolutionsplan und sein Scheitern ( = Archive des Kommunismus – Pfade des XX. Jahrhunderts, Bd. 3), Berlin 2003.

37 Chris Harman: Die verlorene Revolution. Deutschland 1918–1923, Frankfurt a.M. 1998. Originalausgabe: The Lost Revolution. Germany 1918 to 1923, London 1982.

38 Pierre Broué: The German Revolution 1917–1923, Leiden, Boston 2005; Originalausgabe: La révolution en Allemagne 1917–1923, Paris 1971. Auszüge erschienen 1973 auf Deutsch: Pierre Broué: Die Deutsche Revolution (1918–1923), Berlin 1973.

39 Germany 1918–1923. From the November Revolution to the Failed October, in: Revolutionary History
5 (1994), H. 2.

40 Klaus Kinner: Der deutsche Kommunismus. Selbstverständnis und Realität, Bd. 1: Die Weimarer Zeit, Berlin 1999, S. 132.

41 Gruppe MAGMA: »… denn Angriff ist die beste Verteidigung«. Die KPD zwischen Revolution und Faschismus, Bonn 2001. Die Autoren verzichteten größtenteils darauf, neue Quellen auszuwerten, und beschränkten sich darauf, den Forschungsstand zu referieren.

42 Kössler: Partei, Bewegung und Lebensform (Anm. 6), S. 601.

43 Klaus Weinhauer: Rezension zu Klaus-Michael Mallmann: Kommunisten in der Weimarer Republik, in: Archiv für Sozialgeschichte 37 (1997), S. 593–596, hier S. 596.

44 Norman LaPorte: The German Communist Party in Saxony, 1924–1933. Factionalism, Fratricide and Political Failure, Oxford u. a. 2003.

45 Hermann Weber / Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945, 2., überarb. und stark erw. Aufl. Berlin 2008.

46 Michael Buckmiller / Klaus Meschkat (Hg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale. Ein deutsch-russisches Forschungsprojekt, Berlin 2007. Dem Band ist eine CD-ROM mit über 28 000 Personeneinträgen zu Kommunisten beigelegt, die im Apparat der Komintern arbeiteten oder mit der Internationale in Verbindung standen.

47 Kössler: Partei, Bewegung und Lebensform (Anm. 6), S. 606.

48 Catherine Epstein: The Last Revolutionaries. German Communists and Their Century, Cambridge, Mass. 2003.

49 Ulrich Eumann: »Kameraden vom roten Tuch«. Die Weimarer KPD aus der Perspektive ehemaliger Mitglieder, in: Archiv für die Geschichte des Widerstands und der Arbeit 16 (2001), S. 97–164.

50 Peter Monteath (Hg.): Ernst Thälmann: Mensch und Mythos, Amsterdam 2000; Norbert Podewin: Walter Ulbricht. Eine neue Biographie, Berlin 1995; Mario Frank: Walter Ulbricht. Eine deutsche Biografie, ­Berlin 2001.

51 Jens Becker: Heinrich Brandler. Eine politische Biographie, Hamburg 2001; Sabine Hering / Kurt Schilde: Kampfname Ruth Fischer. Wandlungen einer deutschen Kommunistin, Frankfurt a.M. 1995; Annelie Schalm: Ruth Fischer – eine Frau im Umbruch des internationalen Kommunismus, in: Buckmiller / Meschkat: Biographisches Handbuch (Anm. 46), S. 129–147; Jörn Schütrumpf: Unabgegoltenes. Politikverständnis bei Paul Levi, in: Utopie kreativ 150 (2003), S. 330–342; Theodor Bergmann: Paul Levi. Tragik eines deutschen Revolutionärs zwischen den Parteien, in: Utopie kreativ 185 (2006), S. 247–256. Jörn Schütrumpf: Paul Levi unter den »Doppelzünglern«, in: Utopie kreativ 209 (2008), S. 222–333; Fayet: Paul Levi (Anm. 21). Florian Wilde: Ernst Meyer als Vorsitzender der KPD 1921 / 22, unveröffentl. Magisterarbeit, Hamburg 2003; ders.: »Diskussionsfreiheit ist innerhalb unserer Partei absolut notwendig« (Anm. 19); Mario Keßler: Arthur Rosenberg. Ein Historiker im Zeitalter der Katastrophen (1889–1943), Köln, Weimar, Wien 2003; Gerd Schäfer: Arthur Rosenberg. Verfechter revolutionärer Realpolitik, in: Theodor Bergmann / Mario Keßler (Hg.): Ketzer im Kommunismus. 23 biographische Essays, Hamburg 2000, S. 101–122; Michael Buckmiller / Pascal Nafe: Die Naherwartung des Kommunismus – Werner Scholem, in: Michael Buckmiller / Dietrich Heimann / Joachim Perels (Hg.): Judentum und politische Exis­tenz. Porträts deutsch-jüdischer Intellektueller, Hannover 2000, S. 61–82; Mirjam Triendl-Zadoff: Unter Brüdern – Gershom und Werner Scholem. Von den Utopien der Jugend zum jüdischen Alltag zwischen den Kriegen, in: Münchener Beiträge zur jüdischen Geschichte und Kultur (2007), H. 2, S. 56–66; Jens Becker: August Thalheimer. Früher Kritiker der Stalinisierung, in: ebd., S. 75–100; Gilbert Badia: Clara Zetkin. Eine neue Biographie, Berlin 1994; Tânia Puschnerat: Clara Zetkin. Bürgerlichkeit und Marxismus. Eine Biographie, Essen 2003; Ulla Plener (Hg.): Clara Zetkin in ihrer Zeit. Neue Fakten, Erkenntnisse, Wertungen, Berlin 2008.

52 Karl Korsch: Briefe 1908–1939, hg. von Michael Buckmiller, Michel Prat und Heike G. Werner (=Karl Korsch: Gesamtausgabe, hg. von Michael Buckmiller, Bd. 8), Amsterdam, Hannover 2001; Ruth Fischer / Arkadij Maslow: Abtrünnig wider Willen. Aus Briefen und Manuskripten des Exils, hg. von Peter Lübbe, mit einem Vorwort von Hermann Weber, München 1990.

53 Ralf Hoffrogge: Richard Müller. Der Mann hinter der Novemberrevolution, Berlin 2008; Ernst Stock /Karl Walcher: Jacob Walcher (1887–1970). Gewerkschafter und Revolutionär zwischen Berlin, Paris und New York, Berlin 1998; Julijana Ranc: Alexandra Ramm-Pfemfert. Ein Gegenleben, Hamburg 2004; Lisbeth Exner / Herbert Kapfer (Hg.): Pfemfert. Erinnerungen und Abrechnungen. Texte und Briefe, München 1998.

54 Annelies Laschitza: Rosa Luxemburg und die Freiheit der Andersdenkenden. Extraausgabe des unvollendeten Manuskripts »Zur russischen Revolution« und anderer Quellen zur Polemik mit Lenin, Berlin 1990; Theodor Bergmann (Hg.): Die Freiheit der Andersdenkenden. Rosa Luxemburg und das Problem der Demokratie, Hamburg 1995; Annelies Laschitza: Rosa Luxemburg. Im Lebensrausch, trotz alledem, Berlin 1996; Donald E. Shepardson: Rosa Luxemburg and the Noble Dream, New York u. a. 1996; Klaus Kinner (Hg.): Rosa Luxemburg. Historische und aktuelle Dimensionen ihres theoretischen Erbes, Berlin 2002; Alain Guillerm: Rosa Luxemburg. La rose rouge, Paris 2002; Klaus Tenfelde (Hg.): Rosa Luxemburg und die Arbeiterbewegung. Neue Ansätze in Rezeption und Forschung, Essen 2003; Fritz Keller /Stefan Kraft (Hg.): Rosa Luxemburg. Denken und Leben einer internationalen Revolutionärin, Wien 2005; Frigga Haug: Rosa Luxemburg und die Kunst der Politik, Hamburg 2007; Ulla Plener: Luxemburg und Lenin. Gemeinsamkeiten und Kontroversen, Berlin 2009.

55 Andreas Diers: Arbeiterbewegung – Demokratie – Staat. Wolfgang Abendroth. Leben und Werk 1906–1948, Hamburg 2006; Wolfgang Abendroth: Gesammelte Schriften, Bd. 1: 1926–1948, hg. u. eingel. v. Michael Buckmiller / Joachim Perels / Uli Schöler, Hannover 2006; Mario Keßler: Ossip K. Flechtheim. Politischer Wissenschaftler und Zukunftsdenker (1909–1998), Köln, Weimar, Wien 2007; ders.: Arthur Rosenberg (Anm. 51); siehe auch Mario Keßler: Exil und Nach-Exil. Vertriebene Intellektuelle im 20. Jahrhundert, Hamburg 2002.

56 Theodor Bergmann: Die Thalheimers. Geschichte einer Familie undogmatischer Marxisten, Hamburg 2004; Theodor Bergmann / Wolfgang Haible: Die Geschwister Thalheimer. Skizzen ihrer Leben und Politik, Mainz 1993; Annelies Laschitza: Die Liebknechts. Karl und Sophie – Politik und Familie, Berlin 2007.

57 Theodor Bergmann: Im Jahrhundert der Katastrophen. Autobiographie eines kritischen Kommunisten, Hamburg 2000.

58 Ruth Fischer: Stalin und der deutsche Kommunismus, 2 Bde., Berlin 1991.

59 Hervorzuheben ist hier vor allem die detaillierte Gesamtdarstellung über den Widerstand in Berlin: Hans-Rainer Sandvoß: Die »andere« Reichshauptstadt. Widerstand aus der Arbeiterbewegung in Berlin von 1933 bis 1945, Berlin 2007. Siehe außerdem Andreas G. Graf (Hg.): Anarchisten gegen Hitler. Anarchisten, Anarcho-Syndikalisten, Rätekommunisten in Widerstand und Exil, Berlin 2001; Peter Berens: Trotzkisten gegen Hitler, Köln 2007; Barbara Weinhold: Eine trotzkistische Bergsteigergruppe aus Dresden im Widerstand gegen den Faschismus, Köln 2004.

60 Theodor Bergmann: »Gegen den Strom«. Die Geschichte der KPD (Opposition), Hamburg 2001; Peter Birke: Die kommunistische Parteiopposition (KPO) und andere dissidente Kommunisten in Hamburg in den Jahren 1926–1936, unveröffentl. Magisterarbeit, Hamburg 2001.

61 Falk Engelhardt: Entwicklung und Politik der trotzkistischen Linksopposition in Leipzig ab 1924, unveröffentl. Magisterarbeit, Chemnitz 2005; Marcel Bois: Die »(Vereinigte) Linke Opposition« 1930–1933. Ein Beitrag zur Geschichte des Trotzkismus am Ende der Weimarer Republik, unveröffentl. Magisterarbeit, Hamburg 2003.

62 Günter Wernicke: Die Radikallinke der KPD und die russische Opposition. Von der Fischer / Maslow-Gruppe zum Lenin-Bund, in: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung 42 (2000), H. 3, S. 75–101; Marcel Bois: Im Kampf gegen Stalinismus und Faschismus. Die linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik (1924–1933), in: Kora Baumbach u. a. (Hg.): Strömungen. Politische Bilder, Texte und Bewegungen. Neuntes DoktorandInnenseminar der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin 2007, S. 86–109.

63 Marcel Bois: Vergessene Kommunisten. Die »Weddinger Opposition« der KPD, in: JHK 2008, S. 58–67.

64 Siehe etwa Ottokar Luban: Die »innere Notwendigkeit, mithelfen zu dürfen«. Zur Rolle Mathilde Jacobs als Assistentin der Spartakusführung bzw. der KPD-Zentrale, in: Internationale Wissenschaftliche Korres­pondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung 29 (1993), S. 421–470; ders.: Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden gegen Mathilde Jacob und Leo Jogiches (1915–1918), in: Internationale Wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung 31 (1995), S. 307–333; ders. / Felix Tych: Die Spartakusführung zur Politik der Bolschewiki. Ein Kassiber Leo Jogiches’ aus dem Gefängnis an Sophie Liebknecht vom 7. September 1918, in: Internationale Wissenschaftliche Korres­pondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung 33 (1997), S. 92–102; ders.: Rosa Luxemburg, Spartakus und die Massen. Vier Beispiele zur Taktik der Spartakusgruppe bzw. des Spartakusbundes, in: Supplement der Zeitschrift Sozialismus 1997, H. 5, S. 11–27; ders.: Die ratlose Rosa. Die KPD-Führung im Berliner Januaraufstand 1919 – Legende und Wirklichkeit. Supplement der Zeitschrift Sozialismus 2001, H. 1; ders.: Die Finanzierung der illegalen Antikriegsflugschriften im Ersten Weltkrieg: Spartakusgruppe und linksbürgerliche Pazifisten im Bund »Neues Vaterland«, in: JHK 2008, S. 32–45; ders.: Spartakusgruppe, Revolutionäre Obleute und die politischen Massenstreiks in Deutschland während des Ersten Weltkriegs, in: Mitteilungsblatt des Instituts für soziale Bewegungen 40 (2008), S. 23–38.

65 Siehe hierzu ausführlich Kössler: Partei, Bewegung und Lebensform (Anm. 6), S. 603 ff.; André Gounot: Die Rote Sportinternationale 1921–1937. Kommunistische Massenpolitik im europäischen Arbeitersport, Münster, Hamburg, London 2002; Carsten Voigt: Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und der Rote Frontkämpferbund in Sachsen (1924–1933), Diss., Leipzig 2008; Sabine Hering / Kurt Schilde (Hg.): Die Rote Hilfe. Die Geschichte der internationalen kommunistischen »Wohlfahrtsorganisation« und ihrer sozialen Aktivitäten in Deutschland (1921–1941), Opladen 2003; Nikolaus Brauns: Schafft Rote Hilfe! Geschichte und Aktivitäten der proletarischen Hilfsorganisation für politische Gefangene in Deutschland (1919–1938), Bonn 2003; Heinz-Jürgen Schneider / Erika Schwarz / Josef Schwarz: Die Rechtsanwälte der Roten Hilfe Deutschlands. Politische Strafverteidiger in der Weimarer Republik. Geschichte und Biografien, Bonn 2002; Barbara Köster: »Die Junge Garde des Proletariats«. Untersuchungen zum Kommunis­tischen Jugendverband Deutschlands in der Weimarer Republik, Diss., Bielefeld 2005, veröffentl. online: http: // bieson.ub.uni-bielefeld.de / volltexte / 2005 / 793 / pdf / barbara_koester_junge_garde.pdf, ges. am 8. Juli 2009.

66 Jens Becker / Harald Jentsch: Parteikommunismus in der Weimarer Republik, in: Utopie kreativ 117 (2000), S. 701 ff., hier S. 701.

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