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Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung

Hier finden Sie die retrodigitalisierten Fassungen der Ausgaben 2005 bis 2016 des Jahrbuches für Historische Kommunismusforschung (JHK).

 

Weitere Bände werden sukzessive online gestellt. Die aktuelle Printausgabe folgt jeweils zwei Jahre nach ihrem Erscheinen.

Das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung wurde 1993 von Hermann Weber (†) als internationales Forum zur Erforschung des Kommunismus als europäisches und globales Phänomen gegründet. Das Jahrbuch enthält Aufsätze, Miszellen, biografische Skizzen, Forschungsberichte sowie Dokumentationen und präsentiert auf diesem Weg einmal jährlich die neuesten Ergebnisse der internationalen Kommunismusforschung.

Seit 2004 wird das Jahrbuch im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegeben und erscheint aktuell im Berliner Metropol Verlag.

Herausgeber: Ulrich Mählert, Jörg Baberowski, Bernhard H. Bayerlein, Bernd Faulenbach, Ehrhart Neubert, Peter Steinbach, Stefan Troebst, Manfred Wilke.

Wissenschaftlicher Beirat: Thomas Wegener Friis, Stefan Karner, Mark Kramer, Norman LaPorte, Krzysztof Ruchniewicz, Brigitte Studer, Krisztián Ungváry, Alexander Vatlin.

Bitte richten Sie Manuskriptangebote an die Redaktion: jhk[at]bundesstiftung-aufarbeitung.de

 

Frauen in den kommunistischen Parteien PPR/PZPR – die Paradoxe der Frauenpolitik in Polen 1945–1960

JHK 2015 | Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung | Seite 75-94 | Metropol Verlag

Autor/in: Natalia Jarska

Im Jahr 1918 erhielten Frauen in Polen das Wahlrecht, das ihnen – so das allgemeine Empfinden – angesichts ihres erheblichen Anteils an den Unabhängigkeitsbewegungen, die zur Wiederherstellung der Staatlichkeit geführt hatten, zustand. In den zwei folgenden Jahrzehnten der Zwischenkriegszeit blieb das politische Engagement von Frauen hingegen bescheiden. Zwar erlebten die den politischen Lagern zugehörigen Frauenorganisationen eine Blüte, aber die Erfahrung einer direkten politischen Beteiligung machten nur wenige.[ftnref]1[/ftnref] 2

Die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Situation bot die Chance, traditionelle Muster des politischen Engagements von Frauen zu verändern. Der Krieg hatte, so empfanden es viele Zeitgenossen, die gesellschaftliche Ordnung und damit auch die traditionellen Rollen von Frauen und Männern erschüttert.3 Die politische Realität der Nachkriegszeit hatte außerdem neue Formen des Engagements der politischen Parteien unter Einbezug breiter Bevölkerungsteile entstehen lassen. Darüber hinaus brachten die an die Macht gekommenen Kommunisten emanzipatorische Losungen und Gleichstellungsprogramme mit, die der politischen Aktivität von Frauen einen wichtigen Platz einräumten.

Ziel des Artikels ist es, die Geschlechterverhältnisse in der Polnischen Arbeiterpartei (Polska Partia Robotnicza, PPR) bzw. in der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (Polska Zjednoczona Partia Robotnicza, PZPR) nach dem Zweiten Weltkrieg zu skizzieren. Wie haben sich die Mitgliederzahlen von Frauen in der Partei entwickelt? Was hat diese Entwicklung beeinflusst? Welche Stellung hatten Parteifunktionärinnen inne und welchen politischen Einfluss übten sie aus? Ein wichtiger Bezugspunkt dafür ist die damalige offizielle Politik des Zentralkomitees (ZK) der Partei zur politischen Mobilisierung von Frauen. Die Ausgestaltung des frauenpolitischen Programms der Partei war vielschichtig, unterlag einem ständigen Wandel und stützte sich in gewissem Maße auch auf traditionelle Geschlechtervorstellungen. In der täglichen Parteiarbeit traf die Geschlechterpolitik zudem auf die verinnerlichten Geschlechterstereotype der Funktionärinnen und Funktionäre.

Um die Dynamiken des Prozesses berücksichtigen zu können, werden vier Phasen chronologisch getrennt voneinander dargestellt, im Mittelpunkt das jeweils aktuelle frauenpolitische Konzept sowie die Präsenz und Aktivität von Frauen in der Partei. Die erste Phase umfasst die Nachkriegsjahre, die von gesellschaftlichen Umbrüchen und heftigen Machtkämpfen geprägt waren, die sich auf das Engagement von Frauen auswirkten. Die darauffolgenden Jahre des Stalinismus (1948–1956), gekennzeichnet durch eine Totalisierung der Macht und eine nie wieder erreichte ideologische Aufmerksamkeit für die Gleichstellung der Frau, führten trotz der Versuche, die Geschlechtergrenzen zu verschieben, paradoxerweise nicht zu einer erfolgreichen politischen Emanzipation der Frauen. Dieser Zeitraum ist durch eine innere Zäsur geprägt: Im Jahr 1953 wurden die Frauenabteilungen aufgelöst (Phase zwei und drei). Nach dem Stalinismus brach die Zeit des politischen Tauwetters an (Phase vier), die sich verheerend auf die Situation der Frauen in Polen auswirkte, insbesondere auf das Verhältnis zwischen Geschlecht und Macht. Ein Symbol dieser Phase ist die Entfernung der Kategorie »Frau« aus den Statistiken der Parteifunktionäre.

1945–1948: Die unpolitische Offensive der »PPR-Kommunistinnen«

Ein halbes Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fand der erste Nachkriegsparteitag der Polnischen Arbeiterpartei, PPR, statt. Die dort verabschiedete Resolution, die sich unter anderem den »wichtigsten Organisationsaufgaben« der Partei widmete, enthielt folgende frauenpolitische Vision: »Die Aufnahme einer massenbasierten Parteiarbeit unter Frauen, die die Mehrheit der werktätigen Bevölkerung stellen, durch aktiven Anteil unserer Partei an der Organisation der Frauenliga und anderer Frauen-Massenorganisationen, durch eine breite Werbung für die Partei unter Frauen, durch das Aufstellen von Frauen, ob Parteimitglied oder parteilos, für verantwortungsvolle staatliche, gesellschaftliche und gewerkschaftliche Positionen. Die Partei sollte auf die Errichtung von Kinderkrippen und Kindergärten hinwirken und Frauen, Arbeiterinnen, Bäuerinnen und ihren Kindern vielfältig Hilfestellung erweisen.«4

Das frauenpolitische Programm verband die politische mit der gesellschaftlichen Dimension. Die vier erwähnten Ziele, nämlich Anreize zum Parteieintritt zu schaffen, die Frauenorganisationen auszubauen – in der Praxis betraf dies die Gesellschaftlich-Staatsbürgerliche Frauenliga (Społeczno-Obywatelska Liga Kobiet, SOLK) –, den gesellschaftlichen Fortschritt voranzutreiben und Maßnahmen der Sozialfürsorge blieben seitdem in der Frauenpolitik des ZK stets präsent.5 Jedoch verloren einzelne Elemente des Programms in den folgenden Jahren an Bedeutung – während andere wichtiger wurden.

In den Jahren 1945 bis 1948 war die Partei vor allem an weiblichen Mitgliedern und sozialpolitischen Maßnahmen interessiert, die zum Teil von der Frauenliga übernommen wurden. Diese Aufgaben vertraute die PPR den Frauenabteilungen an, die im Jahr 1946 ins Leben gerufen wurden.6 Diese institutionelle Abtrennung gründete sich nicht nur auf die sowjetische Tradition, sondern auch auf die heimische. Durch die Errichtung von Frauenabteilungen auf der zentralen Ebene, auf Wojewodschafts-, Kreis- und sogar auf Stadtbezirksebene (in Łódź und Warschau) schuf die Partei einen wirksamen Rahmen für die Frauenpolitik. Sie betonte damit die Sonderstellung von »Frauenangelegenheiten«, verlieh dem Geschlecht eine politische Bedeutung und wies nicht zuletzt den Parteifunktionärinnen einen bestimmten Platz zu.

Weitere frauenpolitische Verlautbarungen der Partei betonen ihre Wichtigkeit für bevorstehende Wahlen.7 Dass die Anwerbung von Frauen für die Partei zu einem der wichtigsten Ziele der Frauenabteilungen wurde, hatte auch pragmatische Motive. Die PPR musste in kurzer Zeit ihre Position ausbauen und legte daher einen Schwerpunkt auf die organisatorische Entwicklung.

In den ersten Jahren nach dem Krieg gingen in offiziellen Verlautbarungen der Partei linke emanzipatorische Forderungen mit der Betonung der Besonderheit von Frauen einher. Für die auf Frauen als Zielgruppe gerichtete Wahlpropaganda hielt man spezielle Parolen für nötig, die »der weiblichen Psyche« entsprechen würden, wie zum Beispiel »Kampf für Frieden und Wohlstand im Staat, für Ruhe im Land und Glück in der Familie«.8 Die politische Mobilisierung von Frauen – die vor allem im Sinne der Gewinnung einer breiten Unterstützung der Partei durch die Frauen verstanden wurde – erfolgte in großem Maße mithilfe sozialer Maßnahmen. Dies wurde insbesondere durch die Frauenliga, eine vorgeblich politisch neutrale Organisation, die in der Praxis jedoch von der Frauenabteilung der PPR kontrolliert wurde, verstärkt, die sich in diesen Jahren vor allem auf soziale Aktivitäten konzentrierte.9

Seit der Gründung der Frauenabteilungen und ihrer Mitwirkung an der Wahlpropaganda stieg der Frauenanteil in der Partei deutlich. Im Jahr 1946 waren nur 36 000 Frauen in der PPR und stellten damit etwa zehn Prozent der Mitglieder.10 Im Januar des folgenden Jahres waren es bereits 94 000, im Juni 160 000 Frauen (19 Prozent). 1948 überstieg die Zahl der weiblichen PPR-Mitglieder 190 000. Auch wenn diese Zahlen kritisch betrachtet werden müssen, da spätere Überprüfungen zeigten, dass weibliche Mitglieder zuweilen doppelt registriert waren, war der Zuwachs dennoch zweifellos rasant. Vor allem Arbeiterinnen zog es in die Partei; in einigen Betrieben überstieg die Zahl der weiblichen PPR-Mitglieder ihren Anteil an der Zahl der Gesamtbeschäftigten.11

Warum traten Frauen der PPR bei? Die fehlende Forschung zur Motivation von Parteieintritten in diesen Jahren erschwert den Versuch, die Motive der Frauen genauer zu beschreiben. Falls es einen geschlechtsspezifischen Grund gab, dann war es die Arbeitslosigkeit, von der nach dem Krieg möglicherweise sogar einige hunderttausend Frauen betroffen waren. Frauen hatten deutlich größere Probleme, Arbeit zu bekommen als Männer.12 Der Parteieintritt erhöhte die Chancen auf eine Beschäftigung.13 Die Frauenstrukturen innerhalb der Partei kämpften energisch gegen die Frauenarbeitslosigkeit, die sie als wesentliches Hindernis ansahen, wenn es darum ging, die volle Unterstützung der Frauen für das neue politische Regime zu erlangen.14

Einen Einfluss auf den steigenden Zustrom von Frauen in die PPR hatte ganz sicher auch die Sozialpolitik, die von den Funktionärinnen der PPR, der von ihr abhängigen Polnischen Sozialistischen Partei (Polska Partia Socjalistyczna, PPS) sowie von der Frauenliga vorangetrieben wurde. Der Arbeitsschutz von Frauen, der Ausbau von Betreuungseinrichtungen (Kinderkrippen, Kindergärten) sowie weitere soziale Maßnahmen, die auf eine Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Kindern ausgerichtet waren, brachten zwar keine völlig zufriedenstellenden Resultate, konnten in der Not der Nachkriegszeit aber eine wesentliche Hilfe darstellen.15 Nicht selten wurden die lokalen Frauenabteilungen zu Stützpunkten der Sozialfürsorge, die Hilfsgüter der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) austeilten.16 »Die konkrete Auseinandersetzung mit den alltäglichen Ärgernissen bringt die besten Resultate für die Popularität der Partei und den Zustrom von Frauen.« Mit diesen Worten wurde die Strategie zusammengefasst.17

Gleichzeitig vermieden PPR und Frauenliga unpopuläre Parolen, die – wie vermutet und in der Praxis auch bestätigt – die Frauen abschrecken könnten. Aus diesem Grund verwarf man im Jahr 1946 zum Beispiel die Idee, zum Abschluss der Frauentagsfeierlichkeiten die »Internationale« singen zu lassen.18 Im Herbst 1947 kamen Funktionärinnen auf einer Sitzung der Frauenabteilung der PPR zu dem Schluss, dass »wir nicht über Politik sprechen können, ohne sie mit den Angelegenheiten des täglichen Daseins zu verbinden«.19 Ein Rundschreiben des ZK der PPR vom Juli 1946 betonte die Wichtigkeit, »angesichts des großen politischen Rückzugs von Frauen und der durch eine reaktionäre Agitation vermittelten Angst vor der Politik« mittels Organisationen auf die Frauen einzuwirken.20

Man kann also sagen, dass sich die Tätigkeit der Frauenabteilungen in der PPR für die Partei auszahlte. Die sozialpolitische Strategie zur Gewinnung von Frauen, verbunden mit dem Fokus auf der Erhöhung der Mitgliederzahlen, brachte Resultate. Die Frauenabteilung war indes stets unzufrieden mit den Ergebnissen der Anwerbung, obwohl die Zahl von fast 200 000 weiblichen Mitgliedern gemessen am bisherigen Engagement von Frauen in politischen Parteien enorm war. Vor dem Zweiten Weltkrieg hatten Frauen fünf Prozent der PPS-Mitglieder gestellt, in der illegalen Kommunistischen Partei Polens (KPP) erreichten sie zehn Prozent der Gesamtmitgliederzahl.21

Die Ausgestaltung der Frauenpolitik wirkte sich allerdings nicht positiv auf die Karrieren von Frauen im Parteiapparat aus. Die PPR stellte das Geschlecht der weiblichen Parteimitglieder, von denen im Übrigen ein Beitritt zur Frauenliga erwartet wurde, stark in den Vordergrund, was dazu führte, dass vielen Frauen »Frauenarbeiten« zugewiesen wurden.22 Im Herbst 1946 gelangte Edwarda Orłowska, die vorher die Funktion des Ersten Parteisekretärs der Wojewodschaft Białystok eingenommen hatte, an die Spitze der Frauenabteilung des ZK der PPR.23 Izolda Kiryluk-Kowalska, die in der PPR-Führung in Warschau gearbeitet hatte, erhielt die Aufgabe, die Frauenliga zu organisieren.24 Auch auf Wojewodschaftsebene wurden Vorkriegskommunistinnen für die Frauenpolitik verantwortlich, was viele Funktionärinnen in einem »Geschlechtsbiotop« einschloss. Diese Situation sollte sich bis zur Auflösung der Frauenabteilungen im Jahr 1953 nicht mehr ändern.

Gleichzeitig war der Bereich der Frauenpolitik innerhalb der Partei von Beginn an marginalisiert. Bereits im Jahr 1945 stellte ein hoher Funktionär auf einer landesweiten Parteiversammlung fest, dass eine abschätzige Einstellung zur Frauenpolitik, selbst unter den weiblichen Parteiaktiven, verbreitet sei.25 Der Arbeit der Frauenabteilungen wurde keine Anerkennung gezollt; sie traf von Anfang an auf Unverständnis bei den übrigen Funktionären. Selbst die Gründung der Abteilungen verlief mühsam.26 »Man müsste einen Umbruch in den Köpfen der Ersten Sekretäre bewirken«, urteilte Orłowska.27 Der Versuch, durch Rundschreiben und Instruktionen diesen »Umbruch« voranzutreiben, scheiterte. Sie waren wenig geeignet, einen Wandel in der Realität herbeizuführen. Nach Ansicht von Orłowska interessierte sich sogar in den Führungsorganen der Partei nur eine Handvoll Funktionäre für Frauenpolitik.28

Im Jahr 1947, als sich die Zahl der Frauen in den Reihen der Partei erheblich vergrößert hatte, verwies ein Beschluss des ZK der PPR auf die Notwendigkeit, Frauen auch innerhalb der Partei einen Aufstieg zu ermöglichen.29 Dieser zeigte jedoch keine Wirkung auf die Postenverteilung für Funktionärinnen. Die Frauen verloren sogar an Einfluss. In den Jahren 1945/46 gehörte Helena Kozłowska, die zu den Spitzenfunktionären der PPR gezählt wurde, zum engen Führungskreis der Partei.30 Direkt nach dem Krieg führten Frauen die PPR-Strukturen in sechs Wojewodschaften an. Zum Zeitpunkt der Vereinigung von PPR und PPS zur Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, PZPR, im Dezember 1948 gab es bereits keine einzige Frau mehr in einer vergleichbaren Position. Je mehr Macht sich die PPR im Land erkämpfte, desto geringer wurde der Anteil der Frauen an dieser Macht.

In den Jahren zwischen 1945 und 1948 bekleideten elf Frauen Leitungs- und Stellvertreterposten innerhalb der Abteilungen des ZK der PPR (einige mehrmals in verschiedenen Abteilungen), was 18 Prozent der insgesamt 60-köpfigen Gruppe ausmachte.31 Die »graue Eminenz« der Personalabteilung war die Frau des Ersten Sekretärs: Zofia Gomułka.32 Die Frauen, die im zentralen Parteiapparat und auf Wojewodschaftsebene arbeiteten, rekrutierten sich aus »alten KPP-Strukturen«33 – sie waren Vorkriegskommunistinnen, von denen viele während der Zweiten Republik im Gefängnis gesessen hatten. Dass sie auf Machtpositionen gelangt waren, kann daher kaum als Effekt der Frauenförderung der Nachkriegszeit gewertet werden.

Der festangestellte Parteiapparat unterhalb der zentralen Ebene war noch stärker männlich besetzt. Anfang Januar 1948 waren unterhalb des Zentralkomitees nur 177 Frauen bei der PPR angestellt (sieben Prozent).34 Im Jahr 1948 waren in ganz Polen sieben Frauen Sekretäre von Bezirks- oder Stadtkomitees.35 Die lokalen Parteiapparate, die sich in den Nachkriegsjahren herausbildeten und vor allem neue Parteimitglieder rekrutierten, nahmen – außer für »Frauenarbeiten« – keine Frauen auf.

Trotz der zahlreichen Parteieintritte von Frauen wurden diese verhältnismäßig selten auf ideologische Schulungen geschickt, die eine wichtige Stufe auf der Karriereleiter im Apparat bedeuteten. In den Jahren 1944/45 stellten Frauen zehn Prozent der Absolventen der Zentralen Parteischule in Łódź (die von Frauen geführt wurde).36 Doch auch nach Teilnahme an den Kursen in den Parteischulen wurden die Absolventinnen nur selten an der politischen Arbeit der Partei beteiligt und übernahmen weiterhin eher organisatorische Aufgaben.37

Die geschlechterpolitischen Aktivitäten der PPR in der Nachkriegszeit kann man also als ambivalent zusammenfassen. Einerseits strebte die PPR von Beginn an eine politische Mobilisierung von Frauen an und warb systematisch um Parteieintritte. Diese Politik ergab sich aus ideologischen Prämissen, aber auch aus pragmatischen Gründen. Die Furcht vor den »politisch zurückgezogenen« Frauen veranlasste sie zu speziellen frauenpolitischen Maßnahmen, die darauf ausgerichtet waren, den Zuspruch zu vergrößern. Diese Sicht gründete auf der Wahrnehmung von Unterschieden zwischen den Geschlechtern. Das darauf ausgelegte Programm stellte sich als zumindest teilweise wirksam heraus. Trotzdem standen die Parteifunktionäre der Frauenpolitik fortwährend ablehnend gegenüber. Unter diesen Bedingungen konnte das postulierte Vorhaben, den Aufstieg von Frauen innerhalb des Apparates zu fördern, nicht realisiert werden. Obwohl gewisse Grundlagen gelegt wurden, gab es in den ersten Nachkriegsjahren keine Anzeichen dafür, dass sich eine Geschlechterrevolution bei der Postenverteilung ankündigte.

Auf dem Höhepunkt des Stalinismus: Mobilisierung und ihre ambivalenten Effekte

Der Beginn des Stalinismus in Polen, der allgemein auf Dezember 1948 datiert wird,38 brachte eine Propagandaoffensive bezüglich Gleichberechtigung und Frauenemanzipation mit sich. In der neuen politischen und wirtschaftlichen Situation – zu dieser Zeit nahm der Plan zur beschleunigten Industrialisierung Gestalt an – änderten sich die Grundlagen für die Frauenpolitik.

Dennoch war die Politik der zentralen Parteiorgane zunächst wechselhaft. Von Herbst 1948 bis März 1950 änderten sie mehrmals die Ziele der Frauenpolitik und formulierten fortwährend Beschlüsse, die niemals herausgegeben wurden. Noch im Herbst 1949 betonte eine Beschlussvorlage die Notwendigkeit, Frauen für die Partei zu gewinnen. Das letztendlich verabschiedete Dekret vom März 1950 ordnete zwar an, die Beteiligung von Frauen in den Parteiorganen zu erhöhen sowie den festangestellten Parteiapparat für Frauen auszubauen; von der Anwerbung neuer weiblicher Parteimitglieder war aber keine Rede mehr – das entsprach dem allgemeinen Trend, die Partei für neue Mitglieder weniger zugänglich zu machen. Es wurde nicht mehr zum Eintritt ermuntert – Kandidaten mussten sich von nun an selbst für ein Parteibuch verdient machen. Ende 1950 zählte die PZPR die wenigsten Mitglieder und Kandidaten in ihrer Geschichte.39

Im Gegensatz dazu vermerkte der März-Beschluss von 1950 das Ziel, den Aufstieg von Frauen im Parteiapparat zu erleichtern und unterstrich, dass dies der Stärkung der Parteiarbeit unter den Frauen dienen würde. Mit anderen Worten: Frauen im Parteiapparat seien nötig, um alle Frauen politisch zu aktivieren, sich »für die Volksherrschaft und die Aufgaben des sozialistischen Aufbaus« einzubringen.40 Eine Vorlage von Ende 1949 definierte die Frauenpolitik als »Mobilisierung immer weiterer Kreise von Frauen zur schöpferischen Arbeit im Dienste Volkspolens, zur breiten Front des Kampfes für Frieden und Fortschritt«.41 Unter den Bedingungen des Stalinismus umfasste dies auch Bereiche, die bisher als unpolitisch betrachtet wurden. Somit erweiterte sich der Rahmen dessen, was als politische Mobilisierung von Frauen verstanden wurde. Es war eine Abkehr von einer eng verstandenen Politik, die die Aufmerksamkeit ausschließlich auf die Parteizugehörigkeit gerichtet hatte.

Die politische Mobilisierung sollte sich nun von der Partei zu den Frauenorganisationen verschieben und auf diese Weise alle Frauen erfassen. Seit 1949 konzentrierte sich die Frauenliga (jetzt nicht mehr unter der Bezeichnung »sozial-staatsbürgerlich«) auf politische Ziele und wurde zum Transmissionsriemen zwischen der PZPR und den Frauen. Die Frauenabteilungen der Partei erhielten die Aufgabe, die »Frauenbewegung« anzuführen.

Gleichzeitig akzentuierten Beschlussvorlagen (und ein herausgegebener Beschluss) sehr viel stärker als bisher das politische Desinteresse der Frauen, ihre ideologische Unreflektiertheit und ihre Neigung, den Einflüssen der »Reaktion« zu verfallen (hier vor allem in Gestalt der katholischen Kirche). Möglicherweise hatten die Ereignisse des Jahres 1949 zu dieser Wahrnehmung geführt, als sich während des vermeintlichen »Lubliner Wunders«42 auch Parteifunktionärinnen aus Łódź, der Hauptstadt der polnischen Textilindustrie, als religiös erwiesen. Gleichzeitig könnte die Wahrnehmung von Frauen als »rückwärtsgerichtet« auch aus der UdSSR übernommen worden sein.43

Dies alles trug nicht unbedingt zur Erhöhung der Zahl der weiblichen Mitglieder und Kandidatinnen der Partei bei; es kam sogar zu einem Abfall des absoluten und prozentualen Frauenanteils in der PZPR. Während der größten Offensive der Gleichberechtigungsideologie verringerte sich die Zahl der Frauen in der Partei um fast ein Fünftel. Zum Zeitpunkt der Vereinigung von PPR und PPS hatten 250 000 Frauen einer der beiden Parteien angehört; Mitte 1952 waren es nur noch 205 000. Der Frauenanteil in der Partei sank damit unter 18 Prozent. Ein Teil der Mitgliederverluste war den Säuberungen des Jahres 1949 geschuldet. Diese waren jedoch nicht geschlechtsspezifisch – weibliche und männliche Mitglieder verloren ihr Parteibuch aus ähnlichen Gründen.

Wie aus einer im Jahr 1951 von der Frauenabteilung der PZPR erstellten Analyse hervorgeht, quittierten Frauen ihre Parteimitgliedschaft bei Umzug an einen neuen Wohnort, bei Beendigung der Berufstätigkeit und nach Heirat mit einem Nichtparteimitglied. »Wenn Frauen auf ihre ersten Lebensschwierigkeiten stoßen, fallen sie von der Partei ab«, so eine Bemerkung.44 Einige erklärten ihren Parteiaustritt mit häuslichen Pflichten; die ungünstigen Öffnungszeiten von Krippen und Kindergärten und der Mangel an Dienstleistungseinrichtungen mache eine politische Aktivität unmöglich. In der für Parteischreiben charakteristischen Art verweist die Analyse auf die unzureichende »Parteiarbeit« als Hauptgrund für das beschriebene Phänomen und übergeht die Gründe für die Unlust der Frauen, in die Partei einzutreten.

Warum traten Frauen nicht mehr in die Partei ein? Wenn man sich die spezifischen Beweggründe erneut vor Augen führt, die die PPR für Frauen attraktiv gemacht hatten, kann man feststellen, dass diese Motivationen während des Stalinismus eine deutlich geringere Rolle spielten. Sowohl die Frauenabteilungen als auch die ihnen unterstehende Frauenliga interessierten sich nicht mehr für die alltäglichen Probleme der Frauen. In der neuen wirtschaftlichen Situation drohte den Frauen auch keine Arbeitslosigkeit mehr. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen hatten sich hingegen sehr verschlechtert, was aber die Funktionärinnen, die von der politischen Mobilisierung absorbiert waren, nicht wahrnahmen. Obwohl der Staat offiziell niemals aufhörte, sich um »Mutter und Kind« zu kümmern, waren Frauenliga und Partei in der Praxis in diesem Bereich nicht sehr aktiv.45

Eine weitere Erklärung für die geringen PZPR-Beitritte von Frauen in dieser Zeit könnte die fehlende Akzeptanz für die politischen Praktiken der Partei in den Jahren des Stalinismus sein. Im Fall der Frauen war der stärkste Grund für diese Abneigung die Religiosität. Dass die Frauen als der Kirche besonders verbunden betrachtet wurden, war nicht nur ein Stereotyp. Es finden sich viele Beispiele, die auf einen Zusammenhang zwischen Religiosität und Ablehnung des Kommunismus verweisen. Der Kampf gegen die Kirche und die Atheisierung weckten Widerwillen und oft sogar offenen Widerspruch von Frauen, darunter auch Arbeiterinnen, die die Mehrzahl der weiblichen Partei-
mitglieder stellten. Dies wirkte sich auf die Bereitschaft zum Parteieintritt aus: »Frauen aus dem Bezirk Iława wollen nicht in die Partei eintreten, da sie nicht einer Partei angehören möchten, die gegen die Religion kämpft.«46 Ebenso zeigen Beispiele von weiblichem Widerstand in diesen Jahren die Bedeutung der Anbindung an die Kirche.47 Möglicherweise lässt sich der Abfall der Mitgliederzahlen von Frauen in der PZPR mit der Steigerung der kirchenfeindlichen Politik nach Gründung der Partei in Verbindung bringen. In den Jahren zwischen 1945 und 1948 war diese Politik noch nicht derart ausgeprägt. Nach den verbitterten Briefen zu urteilen, die 1949 an die Frauenzeitschrift Przyjaciółka gesandt wurden, verloren die Leserinnen aufgrund des Kampfes gegen die Kirche das letzte Vertrauen in die Machthaber.48

Andererseits ist auch bekannt, dass ihre Religiosität viele nicht daran hinderte, in die Partei einzutreten und dort aktiv zu sein. Dies zeigt das Verhalten der Lodzer Fabrikarbeiterinnen während des »Lubliner Wunders« im Sommer 1949. Während dieser Ereignisse stellte sich heraus, dass sowohl die Partei- als auch die Gewerkschaftsfunktionärinnen aus Łódź und Umgebung mit der Kirche verbunden waren: »Unter ihnen gibt es viele praktizierende Katholikinnen, die seit 1945 Parteimitglieder sind. Die Genossinnen nahmen teil am Verkauf von Kreuzen, Medaillons und anderen Devotionalien […] Die Frauen fragen auf den Versammlungen, was sie tun sollen, wenn ihnen nicht mehr erlaubt sei, zur Kirche zu gehen.«49 In Śrem »wurde eine Genossin zu einer 12-tägigen Parteischulung nach Poznań geschickt, die nach Beendigung des Kurses die Arbeit [in der Partei] aufgab, weil sie, wie sie selbst sagte, zu sehr mit der Kirche verbunden sei«.50

Die in den Jahren 1949/50 vorbereiteten Beschlüsse zur Frauenpolitik sagten den Aufstieg von Frauen in allen Bereichen voraus: in der Berufstätigkeit, aber auch innerhalb der Partei. Die höchsten Parteigremien befanden die bisherige Aktivität von weiblichen Parteimitgliedern als nicht ausreichend. Jedoch revolutionierte der Stalinismus keineswegs die Präsenz und Aktivität von Frauen auf den verschiedenen Ebenen des Parteiapparats. Nur wenige Frauen drangen in die zentralen und lokalen Parteieliten vor, die als entscheidende Posten in den Komitees angesehen wurden. Es gab in diesen Jahren keine Frau, die zum engen Führungskreis der PZPR gehörte. An den Sitzungen des Politbüros nahm nur eine verdiente kommunistische Funktionärin teil: Maria Rutkiewicz,51 die als Büroleiterin des Sekretariats des Zentralkomitees der PZPR das Protokoll führte. Funktionärinnen traten hier in traditionellen Frauenrollen auf: als Protokollantinnen und Stenotypistinnen.

Ende 1950 stellten 77 Frauen ein Drittel der angestellten politischen Mitarbeiter des ZK. In den folgenden Jahren stieg ihre Zahl, während ihr prozentualer Anteil etwas sank, da sich der Apparat stark erweiterte. Generell war der Frauenanteil unter den Angestellten des Zentralorgans der PZPR (im Jahr 1953: 26 Prozent) aber höher als der durchschnittliche Frauenanteil in der Partei (etwa 18 Prozent).

Unter den Funktionärinnen, die hohe Posten bekleideten, tauchten kaum neue Namen auf. Zu den »alten KPP-lerinnen« gesellten sich lediglich einige PPS-Sozialistinnen. Im Zentralapparat wurden Frauen Leitungsfunktionen eher in den traditionellen Frauenbereichen anvertraut – im Bereich Personal, interne Verwaltung, Kultur, Bildung und natürlich Frauenpolitik. Die Präsenz von Frauen in Leitungspositionen in den Bereichen Parteischulung, Lehre und Parteigeschichte ist auffällig. Das Personal dieser Abteilungen war ebenfalls verhältnismäßig stark feminisiert. In den wichtigen Bereichen wie der landesweiten Parteiorganisation und -verwaltung, Ökonomie, Landwirtschaft und sogar Leichtindustrie (obwohl die Mehrzahl der dort Beschäftigten weiblich war), Handel und Propaganda arbeiteten nur wenige Frauen. Andererseits gab es durchaus Frauen wie Helena Kozłowska und Zofia Staros, die auch in diesen Bereichen Leitungs- oder Stellvertreterfunktionen bekleideten.52 Im Zentralapparat der PZPR nahmen Frauen mehrheitlich untergeordnete Posten ein. Mit großer Sicherheit diente ein Teil dieser Positionen eher der Anerkennung einer revolutionären Biografie (man nannte diese Funktionärinnen übrigens abschätzig »Revolutionstanten«), als dass man diese Frauen mit realen Machtbefugnissen ausstattete.

Dennoch konnten einige aufgrund ihrer Posten und persönlichen Stellung wichtige Positionen im Machtsystem einnehmen. Politikerinnen wie Teodora Feder und Julia Brystygier hatten tatsächlich Einfluss auf die Entscheidungsprozesse der Führung und gestalteten selbstständig Politikbereiche. Julia Brystygier leitete zum Beispiel eine der wichtigsten Abteilungen des Ministeriums für öffentliche Sicherheit und war maßgeblich für die staatliche Anti-Kirchen-Politik zuständig. Die Macht dieser Frauen war größer als die der Vorkriegspolitikerinnen und hielt sich bis spätestens Mitte der 1950er Jahre. Vor dem Hintergrund der männlichen Machteliten blieben sie aber eine Ausnahme.

Je weiter weg von der Zentrale in Warschau, desto seltener waren Frauen in Leitungspositionen vertreten.53 Dies ist mit der Kluft zu erklären, die den vergleichsweise großen Kreis der verdienten Funktionärinnen innerhalb der ZK-Strukturen, die teilweise höhere Posten bekleideten, von der sogenannten Fläche trennte, in der Frauen während des Stalinismus nur selten aufstiegen. Der Anteil an Arbeiterinnen im Parteiapparat stieg um einige Prozentpunkte (auf etwa 14 Prozent im Jahr 1953), aber in Leitungsfunktionen befanden sich nach wie vor kaum Frauen. Dazu kam, dass jede zehnte Arbeiterin in den Wojewodschaftskomitees mit Frauenpolitik befasst war. Die einzige Ausnahme war die extra zu diesem Zweck ins Leben gerufene Position des 3. Sekretärs (für Propaganda) in den Kreiskomitees.54 Im Jahr 1953 war ein Drittel dieser festangestellten Posten von Frauen besetzt – weit weniger als ursprünglich vorgesehen.

In den Komitees der mittleren und unteren Ebenen arbeiteten zunehmend mehr Frauen. Sie stellten bis zu einem Drittel der Instrukteure und Referenten in den Wojewodschaftskomitees und über die Hälfte in den Kreiskomitees. Die »politische Arbeit« im Angestelltenstatus wurde im Stalinismus für Frauen allgemein zugänglich – auch für junge Frauen, die vorher nicht mit der Politik verbunden waren. Dieses Phänomen kann man als gewisse Verschiebung der Geschlechtergrenzen in der Welt der aktiven Politik interpretieren. Andererseits war dieser Aufstieg begrenzt: Die mehreren Hundert Referentinnen und Instrukteurinnen waren nicht mehr und nicht weniger als Parteibeamte. Weibliche Staatsbeamte stellten jedoch eine ohnehin seit dem Ende des Ersten Weltkriegs kontinuierlich gewachsene Berufsgruppe dar.55 Im bürokratisierten Apparat der herrschenden Partei, die im Grunde das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben parallel zur staatlichen Verwaltung bestimmte, nahmen die Frauen also lediglich einen für sie ziemlich typischen Platz ein.

Der Stalinismus brachte keine neuen Funktionärinnen hervor, die real Macht ausübten. Fast alle Frauen, die in dieser Zeit wichtigere Posten bekleideten, hatten bereits vor dem Krieg der KPP angehört. Natürlich gab es einzelne Karrieren von »neuen Menschen«: So war beispielsweise im Jahr 1952 Petronela Waszkiewicz (Jahrgang 1908, einfache soziale Herkunft) Kandidatin für die zweijährige ZK-Parteischule. Sie besuchte einen sechsmonatigen Kurs der Zentralen Schule der PPR, danach war sie Sekretär eines Stadtbezirkskomitees, um dann 1950/51 zur Vorsitzenden der Organisationsabteilung im Wojewodschaftskomitee Krakau aufzusteigen.56 Den Frauen war ein gewisser, wenn auch begrenzter Aufstieg, möglich: Sie übernahmen Vorsitze in lokalen Strukturen der Frauenliga oder führten Frauenabteilungen. In der Regel gingen die Frauen, die solche Funktionen während des Stalinismus erhielten, in den Bereich der Exekutive, zu den ausführenden Organen der Partei, die über die laufende Politik bestimmten und in wichtigen Fragen Entscheidungen trafen. Stellte die »Frauenarbeit« auf der zentralen Ebene, wie bereits gezeigt, einen fraglichen Aufstieg dar, so wurde sie auf der niederen Ebene zum Passierschein für Entscheidungsgremien. Die Analyse der Sitzungsprotokolle der Exekutive zeigt jedoch, dass sich die Aktivität etlicher Funktionärinnen schlicht auf ihre Anwesenheit während der Sitzungen beschränkte.

Der in diesen Jahren erhöhte ideologische Druck führte dazu, dass die Frauenpolitik bei den Funktionären der unteren Ebenen populärer wurde. Man übertrug den Beschluss des ZK vom März 1950, besprach ihn auf den Sitzungen der Exekutive, manchmal gab es lokale Beschlüsse ähnlichen Inhalts.57 Dies trug zum Teil Früchte – so hatten Frauen nun beispielsweise Zugang zu Schulungen, die auf eine Arbeit in den sogenannten neuen (als männlich angesehenen) Berufen vorbereiteten. Einige stiegen in der Parteihierarchie auf. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich der »Unterbau« der Partei nun mit den Zielen der Frauenpolitik identifiziert hatte: Nicht selten wurden die Beschlüsse rein mechanisch umgesetzt, oftmals offen geringgeschätzt.58 Halina Węgrowska, Aktivistin der Arbeit und im Stadtkomitee der PZPR in Żyrardów frauenpolitisch engagiert, wurde »als Läuferin benutzt«, das heißt lediglich zu niederen Arbeiten eingesetzt.59 Vielen lokalen Funktionären erschien die Vorstellung gar abwegig, dass eine Frau Leitungsfunktionen übernehmen könnte; in Grodków reagierte »der Zweite Bezirkssekretär unwillig auf den Umstand, dass eine Frau der Organisationsabteilung beitrat, und begründete dies damit, dass eine Frau schließlich nicht das tun sollte, was ein Mann macht«.60

Dass die Gender-Revolution innerhalb der Parteigremien begrenzt blieb, lässt sich jedoch nicht nur mit einem kulturellen Widerstand erklären. Nicht selten ließ sich trotz der Bemühungen lokaler Funktionäre einfach keine geeignete Kandidatin für einen Posten finden. Das war ein größeres Problem, betraf jedoch nicht nur Frauen. Die Arbeit im Parteiapparat gehörte in diesen Jahren eher zu den undankbaren Beschäftigungen, die Bezahlung war schlecht und man verlangte von den Apparatschiks ständige Einsatz- und Opferbereitschaft.61 Deshalb verließen Angestellte in Scharen die unteren Ebenen des Parteiapparats oder lehnten die Aufnahme solcher Tätigkeiten von vornherein ab. Das Stadtkomitee in Bydgoszcz stellte verhältnismäßig viele Frauen für Parteiposten auf, von denen etliche die Aufgabe »aufgrund des geringen Niveaus der Arbeit wie auch aus Mangel an Lust auf eine Arbeit im Apparat« nicht annahmen.62

Zusammenfassend kann man für den Zeitraum von 1948 bis 1953 sagen, dass der Wandel von Inhalt und Methoden der Frauenpolitik nicht zur Steigerung der Zahl von Genossinnen führte, sondern sogar indirekt dazu beitrug, dass das Interesse der Frauen an der Parteizugehörigkeit sank. Die Bemühungen um einen Aufstieg von Frauen machten auch um die Partei selbst keinen Bogen, sodass man in den Jahren 1949 bis 1953 auf der mittleren und unteren Ebene eine Erhöhung der Frauenpräsenz beobachten konnte. Die Funktionärinnen – übrigens nicht nur der Partei, sondern zum Beispiel auch ihres Jugendverbands Związek Młodzieży Polskiej (ZMP) – wurden in der politischen Landschaft sichtbar. Jedoch war dieser Wandel begrenzt und, wie sich herausstellen sollte, nicht von Dauer. Auf dem Höhepunkt der Herrschaft des Stalinismus änderte sich aus der Geschlechterperspektive nichts.

1953–1956: Der Niedergang der Frauenpolitik

Seit Juni 1952 erarbeitete die Frauenabteilung der PZPR Programme zur Änderung der bisherigen Frauenpolitik. Anfang 1953 schließlich beantragte sie ihre eigene Auflösung. Um die Beseitigung dieser seit 1946 bestehenden Struktur in der Partei zu rechtfertigen, bediente man sich optimistischer Rückschlüsse auf Zahlen, die belegen sollten, dass in der Partei ein Bewusstsein für die Frauenpolitik eingezogen sei und die Frauen für den »Aufbau des Sozialismus« mobilisiert seien. Diese Schlussfolgerungen waren ganz klar übertrieben, obwohl es tatsächlich scheinen konnte, als seien die Ziele der Frauenpolitik in einigen Bereichen umgesetzt (wenn auch nicht unbedingt als Ergebnis der Frauenpolitik). Die meisten Frauen waren berufstätig, zum Teil in den sogenannten neuen Berufen, viele wurden Aktivistinnen der Arbeit. Der Aufstieg von Frauen in der Partei wurde hingegen – wahrheitsgemäß – als nicht erfolgreich angesehen.63

Gemäß dieser Argumentation gab das Sekretariat im Februar 1953 einen Beschluss heraus, der die Frauenpolitik in die Hände der Organisationsabteilung übergab.64 In der Praxis widmete die Partei seitdem diesen Fragen deutlich weniger Aufmerksamkeit, obwohl das ZK der PZPR nach wie vor Leitlinien für die Frauenliga erstellte. Einige Komitees nutzten die Gelegenheit, sich des Problems der »Frauenarbeit« komplett zu entledigen.65 Es ist nur schwer vorstellbar, dass den Funktionärinnen die Konsequenzen des Beschlusses nicht bewusst waren. Angesichts dessen ist die in den offiziellen Dokumenten präsentierte Begründung nicht überzeugend. Eine gewisse Rolle könnte das sowjetische Vorbild spielen – dort war die Frauenabteilung in der Partei ebenfalls nach einigen Jahren aufgelöst worden. In der kommunistischen Ideologie und politischen Praxis existierte immer eine Spannung zwischen dem Kampf für die Emanzipation der Frauen und der Priorität des Klassenkampfes, zwischen der Überzeugung, Frauen seien politisch desinteressiert und erziehungsbedürftig auf der einen, und dem Glauben an die emanzipatorische Macht, die das System selbst entfalte, auf der anderen Seite.

Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass der Zentralapparat der PZPR tatsächlich an der politischen Mobilisierung von Frauen interessiert war. Doch fielen nicht wenige Entscheidungen, die dieser Intention Form verleihen sollten, mechanisch und aus einer bürokratischen Mentalität heraus. So beschloss das ZK der PZPR im Juni 1953 beispielsweise, die Betriebszirkel der Frauenliga aufzulösen, die damals das wichtigste Tätigkeitsfeld der Organisation darstellten. Auf diese Weise sollte sich die Liga auf die Agitation bei den Hausfrauen konzentrieren.66 Die Folge war jedoch eine starke Schwächung der Organisation. Etwa 200 Stellen wurden gestrichen, und Hausfrauen konnten auch nicht mobilisiert werden.

Unabhängig von den eigentlichen Motiven hatte die Auflösung der Frauenabteilungen weitere Konsequenzen. Erstens degradierte sie einen Teil der Funktionärinnen oder warf sie gleich aus dem Parteiapparat. Edwarda Orłowska wurde Vorsitzende der Gesellschaft für Polnisch-Sowjetische Freundschaft. Ihre Stellvertreterin gab die Parteiarbeit auf, obwohl sie 1954 in das ZK gewählt wurde. Eine andere Funktionärin schickte man zur Frauenliga. Auf Wojewodschaftsebene hingegen wurden die ehemaligen Vorsitzenden der Frauenabteilungen nicht immer auf schlechtere Posten abgeschoben; einige von ihnen erhielten Leitungsposten in erheblich wichtigeren Abteilungen (Verwaltung, Propaganda). Diese Frauen profitierten von der Auflösung der Frauenabteilungen.

Die Lektüre von ZK-Dokumenten, die der Frauenpolitik gewidmet sind, zeigt, dass die Arbeit in diesem Feld immer stärker ritualisiert wurde und sich zunehmend von der Realität entfernte. Gleichzeitig nahmen in der Partei interessante Entwicklungen ihren Lauf. Seit der zweiten Jahreshälfte 1953 traten Frauen wieder bereitwilliger in die Partei ein. Im Jahr 1954 kamen über 30 000 weibliche neue Mitglieder, sodass sich die Zahl der Frauen in der PZPR wieder dem Ausgangsniveau (von Ende 1948) näherte. Zum ersten Mal nahm man eine erhebliche Zahl von Bäuerinnen in die Partei auf.67 Der Zustrom von Frauen in die Partei entsprach einer allgemeinen Tendenz. Im Zusammenhang mit dem II. Parteitag der PZPR 1954 unternahm man wieder Anstrengungen zur Erhöhung der Mitgliederzahlen. Das zeigt, dass die Ausgestaltung der Frauenpolitik in bestimmten Phasen nur sehr begrenzten Einfluss auf das Engagement von Frauen in der Partei hatte. Leider kann man die Gruppe der neu aufgenommenen Frauen in der PZPR nur schwer charakterisieren. Waren es Nutznießerinnen des neuen Systems und der Aufstiegsmöglichkeiten, die der Stalinismus den Frauen geboten hatte? Die Hälfte der neuen PZPR-Mitglieder entstammte dem Jugendverband ZMP und bekannte sich mit Engagement zum Kommunismus; unter ihnen viele Mädchen.68

In den Jahren zwischen 1953 und 1956 änderte sich die Position der Frauen im Parteiapparat nicht. Allerdings stand zum ersten Mal in der Geschichte der PZPR eine Frau an der Spitze einer Wojewodschaftsparteiorganisation. Michalina Tatarkówna-Majkowska, Textilarbeiterin und Vorkriegskommunistin, übernahm im Jahr 1953 die Funktion des Erstens Sekretärs im Wojewodschaftskomitee in Łódź (dies blieb sie bis 1955 und war danach bis 1964 Erster Sekretär des Stadtkomitees Łódź, das dem Wojewodschaftskomitee gleichrangig war). Łódź war in Bezug auf die Geschlechterverhältnisse ein besonderer Ort. Die Hauptstadt der von Frauen dominierten Textilindustrie besaß eine lange Tradition gewerkschaftlicher und politischer Aktivität von Frauen. Diese stellten dort ein Drittel der Parteimitglieder, nur etwas geringer war der Anteil an Arbeiterinnen im Parteiapparat, auch auf Entscheidungsposten.69 Tatarkówna war zweifellos eine wichtige Persönlichkeit, obwohl ihre Karriere auf dem Posten des Ersten Sekretärs stagnierte (sie trat aufgrund eines Konfliktes mit Władysław Gomułka ab). In der gleichen Weise, wie sie den Aufstieg symbolisiert, bildet sie auch eine extreme Ausnahme.

In der Provinz begannen sich die stalinistischen Experimente zu erschöpfen. Der Versuch, den Aufstieg von oben einzuführen, endete mit einem Misserfolg. Im Jahr 1955 arbeiteten nur noch 20 Frauen als Propagandasekretäre (nicht einmal acht Prozent).70 Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte sich allerdings niemand im ZK mit diesem Debakel – zumindest nicht mit der Ursachenanalyse. Die »Tauwetter«-Periode deutete sich an, die sich für die Frauen als besonders nachtteilig erweisen sollte.

Entstalinisierung: Die Funktionärinnen verschwinden

Das politische »Tauwetter« brachte eine kritische Diskussion zur Frauenemanzipation mit sich, insbesondere zur Emanzipation durch die Aufnahme einer Berufstätigkeit. Die Politik der »Produktivierung« von Frauen wurde infrage gestellt. In der Arbeitswelt kam es zu einer Wende zurück zur traditionellen Aufteilung der Geschlechterrollen.71 Auch die politische Arbeit der Frauenliga wurde allgemein kritisiert. Die Funktionärinnen der Organisation versuchten damals, ihre Ziele neu zu formulieren und sich wieder verstärkt Alltagsproblemen zuzuwenden. Dadurch festigten sie die traditionellen Frauenrollen. Die Liga wurde nicht entpolitisiert, musste aber nun typische Rituale der politischen Mobilisierung (z. B. das Begehen von Jahrestagen) mit Beratung und der Organisation von Koch- und Nähkursen verbinden.72 Die Frauenpolitik wurde – infolge der organisatorischen Änderungen von 1953 – ein absolut nachrangiges Thema in der PZPR. Ähnlich wie in den 1940er Jahren konzentrierten sich frauenpolitische Maßnahmen auf unpolitische Bereiche wie die Organisation von Handarbeitskursen.

Zwar wurde die politische Aktivität von Frauen nicht offen infrage gestellt. Niemand forderte öffentlich, dass die weiblichen Beschäftigten im Parteiapparat »an den heimischen Herd« zurückkehren sollten. Von der Intention, die traditionelle Rollenverteilung in der Partei zu durchbrechen, blieb allerdings nichts übrig. Dies spiegelt möglicherweise eine breitere konservative Kehrtwende von Partei und Staat in dieser Zeit wider. Symbolisiert wird die neue Herangehensweise an den politischen Aufstieg von Frauen dadurch, dass die Kategorie Geschlecht nach 1956 aus den Statistiken des Parteiapparats verschwand.73

Daten über die Zahl der Frauen im Parteiapparat gegen Ende des Jahrzehnts kann man aus diesem Grund nur später entstandenen Dokumenten entnehmen. 1962 arbeiteten zwei Frauen auf dem Posten des Ersten Sekretärs des Komitees auf Kreisebene (0,5 Prozent); zehn Jahre zuvor waren es 19. Auch unter den Instrukteuren und Referenten – ein im Stalinismus stark feminisierter Bereich in der Partei – verringerte sich die Zahl der Frauen erheblich. Im Jahr 1953 waren 17 Prozent der Instrukteure Frauen, die Referentinnen stellten 60 Prozent; 1962 war die Gruppe auf ein Drittel geschrumpft und stellte lediglich 12 Prozent.74 In den lokalen Parteikomitees arbeiteten weniger Frauen als in Hütten und Bergwerken.

Auf den höheren Ebenen konnten die meisten der altgedienten Funktionärinnen ihre Positionen halten. Im ZK, in der Zentralen Parteikontrollkommission und in den zentralen Instituten bekleideten sie nach wie vor wichtige Funktionen. Nur wenige von ihnen fielen den Säuberungen der Entstalinisierung zum Opfer, da die meisten nicht zum engen Entscheidungskreis in der stalinistischen Phase gehört hatten. Mitte der 1960er Jahre gingen jedoch viele in Rente oder traten aus politischen Gründen, z. B. aufgrund von Konflikten mit der Parteiführung um Władysław Gomułka, ab.75 An ihre Stelle rückten keine Neuen. Einen Leitungsposten im ZK nahm erst 1972 wieder eine Frau ein. In den letzten zwei Jahrzehnten der Existenz der Volksrepublik Polen gab es insgesamt nur fünf. Männer übernahmen dafür sogar Arbeiten, die als »Frauenarbeit« betrachtet wurden – sie führten die Kanzlei des Sekretariats des ZK.

Seit Ende der 1950er Jahre (der III. Parteitag der PZPR hatte im Jahr 1959 stattgefunden) kann man beobachten, dass Frauen entsprechend einem ideologischen Schlüssel in Parteigremien verschiedenster Ebenen aufgenommen wurden. 1959 saßen im ZK unter anderem ein Professor der Warschauer Universität und eine Näherin – die Sekretärin der Grundorganisation der Partei in einer Fabrik. In der Praxis führte ihre politische Rolle nicht über die lokale Dimension hinaus. Frauen sollten sich immer in wichtigen Gremien und Instituten (zum Beispiel im Sejm) befinden, um durch ihre Anwesenheit zu beweisen, dass die Emanzipation vollzogen sei. Darum waren die Positionen der weiblichen ZK-Mitglieder Mitte der 1950er und in den 1960er Jahren nicht vergleichbar. Allgemein gehaltene emanzipatorische Parolen blieben bis zum Ende der Volksrepublik präsent. Seit Ende der 1950er Jahre funktionierten sie nur noch in ritualisierter Form und hatten keine Beziehung zur politischen Praxis mehr.76

Die Reaktion der Frauen auf das Desinteresse der Partei folgte prompt. Seit 1956 verringerte sich ihr absoluter und ihr prozentualer Anteil an den Parteimitgliedern erheblich. Gab es im Januar 1956 noch eine Viertelmillion weibliche Parteimitglieder (fast genauso viele wie im Jahr 1949), waren es im Januar 1958 nur noch 160 000. Innerhalb von drei Jahren hatten 100 000 Frauen die Partei verlassen. Viel deutet darauf hin, dass die während des Tauwetters erneuerten kulturellen Barrieren diesen Mitgliederschwund erklären können. Die politische Aktivität, aber auch die einfache Parteizugehörigkeit, die den Zugang zu verschiedenen Waren erleichterte, wurde wieder zur Männerdomäne.

Zu Beginn der 1960er Jahre führte die Partei in ihren Statistiken die Kategorie Geschlecht wieder ein. Teilweise nahm sie auch die Rhetorik von der Steigerung des Frauenanteils in ihr Propaganda-Arsenal wieder auf. 1960 verordnete eine Instruktion, »den Anteil von Frauen und Jugendlichen in den Parteiorganen zu erhöhen, der im Verhältnis zu ihrer sozialen Aktivität im Parteileben unverhältnismäßig niedrig ist«.77 Instruktionen dieser Art hatten jedoch keinen größeren Einfluss auf die Realität. Gleichzeitig betonten offizielle Parteiverlautbarungen im Laufe der Zeit zunehmend die traditionelle Rolle der Frau und integrierten sie in das Projekt der sozialistischen Gesellschaft.78 Man wandte sich an die Frauen als Mütter, als Kindergärtnerinnen – auf dem Feld der Familienrhetorik fand der reale Kampf um die »Seelen« zwischen den Machthabern und der katholischen Kirche statt. Fokussiert auf diese Front, legten die Machthaber keinen besonderen Wert auf eine rein politische Aktivierung von Frauen. Die Partei führte die »Frauenbewegung« weiterhin an, aber immer weniger auf direktem Wege. Sie vertraute die Aufsicht außerparteilichen Körperschaften wie der Frauenliga und einer speziell ins Leben gerufenen Struktur an, dem Landesrat der Polnischen Frauen (Krajowa Rada Kobiet Polskich). Auf die nächste Verlautbarung der Partei zur Frauenpolitik musste man bis zum Jahr 1966 warten; die damals herausgegebene Instruktion äußerte sich allerdings nicht näher zur Aktivität von Frauen innerhalb der Partei.79

Auch in den folgenden Jahrzehnten änderte sich die Position von Frauen in den Parteiorganen nicht grundlegend. Zwar vergrößerte sich die Gruppe der politisch aktiven Frauen, aber sie übernahmen keine Leitungsfunktionen.80 Erst Mitte der 1970er Jahre stand wieder eine Frau an der Spitze einer Wojewodschaftsorganisation – allerdings erst nach der Verwaltungsreform, die die Zahl der Wojewodschaften deutlich erhöht und damit die Bedeutung der Wojewodschaftskomitees herabgesetzt hatte. In den 1980er Jahren nahm das Politbüro zwei Frauen auf. Die erste war im Jahr 1981 Zofia Grzyb: Arbeiterin und Mitglied der Gewerkschaft Solidarność. Ihre Aufnahme in das höchste Entscheidungsgremium war zweifellos eine Propagandageste; reale Macht wurde ihr nicht übertragen. Auf ähnliche Weise wurde sie einige Jahre später von einer weiteren Arbeiterin, Maria Milczarek, abgelöst, die den Vorsitz der Familienkommission des ZK der PZPR übernahm.81

Fazit

Die Geschichte des Engagements von Frauen in der PPR und PZPR weist einerseits gewisse Dynamiken in Fragen der Parteizugehörigkeit und politischen Aktivität auf, andererseits eine grundsätzliche qualitative Unveränderlichkeit der Geschlechterverhältnisse.

Der Ausgangspunkt ist gekennzeichnet durch einen hohen Anteil von Frauen in der Machtelite bei einem verschwindend geringen Anteil unter den normalen Parteimitgliedern und einer fehlenden Tradition von weiblichem Engagement in politischen Bewegungen. Im Jahr 1960 befinden sich kaum noch Frauen in der Parteielite, ihr Anteil an den Parteimitgliedern schwächelt, während gleichzeitig die Propaganda zu Emanzipation und politischer Mobilisierung von Frauen in den Kanon aufgenommen wird. Dieses Paradox ergibt sich aus der Wirkung der von den höchsten Parteigremien formulierten offiziellen Gleichberechtigungspolitik auf der einen und der Kraft der traditionellen Geschlechterstereotype auf der anderen Seite.

Erstere war inkonsequent, und ihre Ergebnisse waren den Zielen zum Teil diametral entgegengesetzt. Die Frauenpolitik schaffte es nicht, den Frauen ein reales politisches Engagement zu erleichtern. Sie enthielt ausgesprochen stark geschlechtsunterscheidende Elemente und wies vielen Funktionärinnen spezifische und prestigelose Positionen zu. Letztendlich war sie eher Ausdruck für die Vorstellungen der Machthaber über Frauen und ihre nützliche Verwendung, als dass sie Frauen Werkzeuge zur Erlangung von Gleichstellung an die Hand gab.

Von den traditionellen Vorstellungen, die einen Einfluss auf die Aktivität von Frauen in der Partei hatten, dominierte die Überzeugung, dass der Bereich der Macht den Männern gehört. Es gab sehr viele Frauen in der Partei, Tausende arbeiteten als Angestellte in politischen Positionen, aber die Grenze ihres Engagements war stets die Grenze tatsächlicher Macht. Eine Ausnahme stellten die langgedienten kommunistischen Funktionärinnen dar, deren Position noch aus einer Zeit stammte, als die KPP nicht an der Macht war. Zweitens platzierten traditionelle Vorstellungen die Frauen in »Frauenberufen« und in Bereichen, die als »frauengemäß« angesehen wurden.

Der offiziellen Ideologie der Frauenemanzipation, die besonders im Stalinismus in konkrete politische Schritte umgesetzt wurde, gelang es, das Bild weiblicher Aktivität im begrenzten Maße zu verändern (jedoch lediglich zahlenmäßig). Doch auch diese kleinen Änderungen stellten sich als nicht dauerhaft heraus. Nach 1956 wurde die Partei zunehmend konservativer.

Aus dem Polnischen von Andrea Rudorff

[ftntext]Die wortwörtliche Übersetzung der Originalüberschrift lautet: Frauen in den kommunistischen Parteien PPR/PZPR – die Paradoxe der »Arbeit unter Frauen«. Zur besseren Verständlichkeit wird dieser Slogan in Zukunft mit Frauenpolitik übersetzt [Anm. der Übers.].[/ftntext]

2 Siehe Anna Żarnowska/Andrzej Szwarc (Hg.): Równe prawa i nierówne szanse. Kobiety w Polsce międzywojennej [Gleiche Rechte und ungleiche Chancen. Frauen im Polen der Zwischenkriegszeit], Teil 1: W polityce [In der Politik], Warszawa 2000.

3 Siehe Małgorzata Fidelis: Czy nowy matriarchat? Kobiety bez mężczyzn w Polsce po drugiej wojnie światowej [Ein neues Matriarchat? Frauen ohne Männer in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg], in: Anna Żarnowska/Andrzej Szwarc (Hg.): Kobieta i rewolucja obyczajowa: społeczno-kulturowe aspekty seksualności. Wiek XIX i XX [Frau und Sittenrevolution: gesellschaftskulturelle Aspekte der Sexualität im 19. und 20. Jahrhundert], Warszawa 2006.

4 Resolution vom I. Parteitag der PPR zu organisatorischen Fragen, in: Władysław Góra/Ryszard Halaba/Norbert Kołomejczyk (Hg.): PPR. Rezolucje, odezwy, instrukcje i okólniki Komitetu Centralnego VIII 1944 – XII 1945 [Die PPR. Resolutionen, Aufrufe, Instruktionen und Rundschreiben des Zentralkomitees von August 1944 bis Dezember 1945], Warszawa 1959, S. 214 f.

5 Daran knüpfte auch das Statut der PPR an, das auf dem I. Parteitag verabschiedet wurde.

6 Zur Tätigkeit der Frauenabteilungen der PPR und PPS nach dem Krieg siehe Małgorzata Fidelis: Women, Communism, and Industrialization in Postwar Poland, Cambridge 2010.

7 Siehe Rundschreiben des ZK der PPR zur Arbeit unter Frauen, Instruktion des ZK der PPR zur Frauenpolitik und die Organisation von Frauenabteilungen innerhalb der Wojewodschaftskomitees der PPR, in: Władysław Góra/Ryszard Halaba/Norbert Kołomejczyk (Hg.): PPR: rezolucje, odezwy, instrukcje i okólniki Komitetu Centralnego I 1946-I 1947 [Die PPR: Resolutionen, Instruktionen und Rundschreiben des Zentralkomitees von Januar 1946 bis Januar 1947], Warszawa 1961.

8 Instruktion des ZK der PPR (Anm. 7).

9 Siehe Dariusz Jarosz: Idee, programy i realia: funkcje Ligi Kobiet w porządku instytucjonalnym Polski Ludowej (1945–1957) [Ideen, Programme und Realitäten: Die Funktionen der Frauenliga in der institutionellen Ordnung der Volksrepublik (1945–1957)], in: Agnieszka Janiak-Jasińska/Katarzyna Sierakowska/Andrzej Szwarc (Hg): Działaczki społeczne, feministki, obywatelki … Samoorganizowanie się kobiet na ziemiach polskich po 1918 roku (na tle porównawczym) [Gesellschaftliche Aktivistinnen, Feministinnen, Staatsbürgerinnen ... Die Selbstorganisation von Frauen in Polen nach 1918 (im Vergleich)], Bd. 2, Warszawa 2009.

10 Die Zahl der Frauen in der Partei, Juli und September 1946, in: Archiwum Akt Nowych/Zentralkomitee der Polnischen Arbeiterpartei (im Folgenden: AAN), 295/XVI-3, Bl. 20.

11 Siehe Jędrzej Chumiński: Aktywność polityczna kobiet w zakładach przemysłowych w latach 1945–1956 [Die politische Aktivität von Frauen in Industriebetrieben 1945–1956], in: E. Kościk/T. Głowiński (Hg.): Gospodarka i społeczeństwo w czasach PRL-u [Wirtschaft und Gesellschaft in der VRP], Wrocław 2007, S. 235–240.

12 Siehe Natalia Jarska: Praca zawodowa robotnic w Polsce w latach 1945–1960 [Die Berufstätigkeit von Arbeiterinnen in Polen in den Jahren 1945–1960], Dissertation The Tadeusz Manteuffel Institute of History. Polish Academy of Sciences 2013.

13 Siehe z. B. Bericht der Wojewodschafts-Frauenabteilung der PPR für den Monat September 1947, in: AAN, KC PPR, 295/XVI-7, Bl. 48.

14 Siehe Bericht der Wojewodschafts-Frauenabteilung der PPR [in Bydgoszcz] für den Monat September 1947, in: AAN, KC PPR, 295/XVI-6, Bl. 40.

15 Siehe z. B. Sitzungsprotokoll der Frauenabteilung des ZK der PPR vom 29. August 1946, in: AAN, KC PPR, 295/XVI-2.

16 Siehe Bericht der Frauenabteilung der PPR in Białystok, November/Dezember 1946, in: AAN, KC PPR, 295/XVI-6, Bl. 18.

17 Bericht der Frauenabteilung beim ZK der PPR, Juli 1946, in: AAN, KC PPR, 295/XVI-3, Bl. 12.

18 Siehe Bericht der Organisationsabteilung der Stadtverwaltung der Frauenliga vom 1. März bis 11. März [1946], in: AAN, KC PPR, 295/XVI-14, Bl. 1.

19 Sitzungsprotokoll der Frauenabteilung des ZK der PPR vom 18. Oktober 1947, in: AAN, KC PPR, 295/XVI-2, Bl. 93.

20 Instruktion des ZK der PPR (Anm. 7).

21 Siehe Maria Nartonowicz-Kot: Socjalistki w życiu politycznym i społecznym Polski lat międzywojennych. Łódź i okręg łódzki [Sozialistinnen im politischen und gesellschaftlichen Leben im Polen der Zwischenkriegszeit in Łódź und Umgebung], in: Anna Żarnowska/Andrzej Szwarc (Hg.): Kobieta i świat polityki. W niepodległej Polsce [Die Frau und die Welt der Politik im unabhängigen Polen], Warszawa 1994, S. 104.

22 Siehe Zum Stand der Frauenpolitik am 25. Oktober 1946, in: AAN, KC PPR, 295/XVI-3, Bl. 18.

23 Siehe Zentralkartei der PZPR (ZK), AAN, 22328.

24 Siehe AAN, CK, 5979, 21312.

25 »Die Genossinnen werden in den Parteiorganisationen allgemeine Arbeiten verrichten, aber vor der Frauenpolitik fürchten sie sich, die wollen sie nicht.« Protokoll der ersten landesweiten Beratung der PPR in Warschau, 27. und 28. 5. 1945, in: Norbert Kołomejczyk (Bearbeiter): Archiwum Ruchu Robotniczego [Archiv der Arbeiterbewegung], Bd. 7, S. 63 f.

26 Siehe Versammlungsprotokoll der Frauenabteilung beim ZK der PPR, 15. Mai 1946, in: AAN, KC PPR, 295/XVI-2, Bl. 4.

27 Sitzungsprotokoll der Frauenabteilung beim ZK der PPR, 7. Juni 1946, in: AAN, KC PPR, 295/XVI-2.

28 Siehe Rede von Edwarda Orłowska, 1947, in: AAN, KC PPR, 295/XVI-27, Bl. 1 f.

29 Siehe Beschluss des Sekretariats des ZK der PPR zur Frauenpolitik, in: Władysław Góra/Ryszard Halaba/Norbert Kołomejczyk (Hg.): PPR: rezolucje, odzewy, instrukcje i okólniki Komitetu Centralnego I 1947-XII 1948 [Die PPR: Resolutionen, Aufrufe, Instruktionen und Rundschreiben des Zentralkomitees von Januar 1947 bis Dezember 1948], Warszawa 1973, S. 61–65.

30 Siehe Spitzenfunktionäre der PPR, in: AAN, KC PPR, 295/VII-79, Bl. 102; AAN, 237/XXIII-406; CK, 21214. Siehe Celina Budzyńska/Helena Kozłowska, in: Żanna Kormanowa/Feliks Tych (Hg.): Słownik biograficzny działaczy polskiego ruchu robotniczego [Biographisches Wörterbuch der Funktionäre der polnischen Arbeiterbewegung], Bd. 3, Warszawa 1992, S. 391 f. Siehe auch Aleksandra Domańska: Ulica cioci Oli [Die Straße von Tante Ola], Warszawa 2013.

31 Eigene Auszählung auf Grundlage von Polska Partia Robotnicza. Zjazdy, posiedzenia plenarne KC, władze centralne i wojewódzkie, przedstawicielstwo w parlamencie i rządzie 1944–1948 (informator) [Die Polnische Arbeiterpartei. Parteitage und Plenarsitzungen des ZK, der Zentral- und Wojewodschaftsorgane sowie die Vertretung im Parlament und in der Regierung 1944–1948] in: Kołomejczyk: Archiwum Ruchu Robotniczego, Bd. 7 (Anm. 25).

32 Siehe Protokolle der Plenarsitzungen des ZK der PPR vom 11. bis 12. Juli und 3. bis 4. Oktober 1945, in: ebd.

33 Die Kommunistische Partei Polens (Komunistyczna Partia Polski, KPP) existierte seit 1918 und wurde im Jahr 1938 durch die Komintern aufgelöst.

34 Siehe Statistische Aufstellung der Parteifunktionäre, in: AAN, KC PPR, 295/XXI-11, Bl. 2.

35 Siehe Statistische Aufstellung der Parteifunktionäre auf Wojewodschaftsebene, in: AAN, KC PPR, 295/XXI-11, Bl. 3-18.

36 Siehe Norbert Kołomejczyk: PPR 1944–1945 (Studia nad rozwojem organizacyjnym partii) [Die PPR 1944–1945 – Untersuchungen zur organisatorischen Entwicklung der Partei], Warszawa 1965, S. 298.

37 Siehe Tätigkeitsbericht der Frauenabteilung des Wojewodschaftskomitees der PPR für den Zeitraum Mai 1947 bis Februar 1948, in: AAN, KC PPR, 295/XVI-6.

38 In diesem Monat vereinigten sich die PPR und die PPS zur Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (Polska Zjednoczona Partia Robotnicza, PZPR).

39 Siehe Leszek Gilejko: Członkowie PZPR – próba typologii [Die Mitglieder der PZPR – Versuch einer Typologie], in: Dariusz Stola/ Krzysztof Persak (Hg.): PZPR jako machina władzy [Die PZPR als eine Maschine der Macht], Warszawa 2012, S. 123.

40 Zur Frauenpolitik. Beschluss des Politbüros des Zentralkomitees der PZPR, Warszawa 1950.

41 Beschluss des Politbüros zur Frauenpolitik, in: AAN, ZK der PZPR, 237/XV-8Bl. 16 f.

42 Am 3. Juli 1949 erschienen auf einem Bild der Gottesmutter in der Lubliner Kathedrale Tränen. Aus ganz Polen strömten daraufhin Pilger nach Lublin. Dies wurde von den Behörden mit scharfen Maßnahmen unterbunden.

43 Siehe E. A. Wood: The Baba and the Comrade. Gender and Politics in Revolutionary Russia, Bloomington 1997.

44 Notiz zum Mitgliederverlust von Frauen in der Partei, in: AAN, ZK der PZPR, 237/XV-4, Bl. 30-32.

45 Siehe Jarosz: Idee, programy, realia (Anm. 9), S. 324.

46 Besprechungsprotokoll von weiblichen Führungskräften der Frauenabteilungen auf Wojewodschafts-ebene, 12. August 1949, in: AAN, KC PZPR, 237/XV-1, Bl. 32.

47 Siehe den Artikel von Grzegorz Miernik und Ryszard Gryz, in: Natalia Jarska/Jan Olaszek (Hg.): Płeć buntu. Kobiety w oporze społecznym i opozycji w Polsce w latach 1944–1989 na tle porównawczym [Das Geschlecht der Revolte. Frauen im gesellschaftlichen Widerstand und in der Opposition in den Jahren 1944–1989 in vergleichender Perspektive], Warszawa 2014.

48 Die Zeitschrift »Przyjaciółka« [Freundin] erschien seit 1948 und hatte eine Auflage von einer Million Exemplaren. Viele Leserbriefe wurden von der Redaktion veröffentlicht, jedoch nicht jene mit politischem Inhalt. Diese sind teilweise noch in Archiven erhalten. Siehe Berichte zu den Briefen an die »Przyjaciółka«, in: AAN, KC PZPR, 237/XV-31.

49 Sitzungsprotokoll der Exekutive des PZPR-Komitees in Łódź, 11. August 1949, in: AAN, KC PZPR, 237/VII-1421, Bl. 212.

50 Bericht vom Aufenthalt in der Wojewodschaft Poznań, Analyse zur Umsetzung des Beschlusses des Politbüros zur Frauenpolitik, 19. bis 23. Oktober 1950, in: AAN, KC PZPR, 237/XV-7, Bl. 11.

51 Rutkiewicz war Mitglied einer der Initiativgruppen der PPR, die noch während der deutschen Besatzung aus der Sowjetunion nach Polen versetzt wurden. In den Jahren 1945/46 leitete sie die Frauenabteilungen der PPR in Krakau, danach arbeitete sie im Zentralkomitee. Seit Dezember 1948 bis Dezember 1949 war sie Büroleiterin im Sekretariat des Zentralkomitees; seit 1951 Instrukteurin in der Kaderabteilung des ZK. Sie war eine der jüngsten Frauen im Leitungsapparat des ZK (Jahrgang 1917). AAN, CK, 21427. Die nächste Protokollantin wurde Eugenia Kubowska, die vor dem Krieg der KPP angehört hatte. Die Jahre von 1937 bis 1945 verbrachte sie in einem sowjetischen Lager. Siehe Aleksander Kochański: Obsada personalna kierownictw wydziałów KC PZPR 1948–1990 [Das Leitungspersonal der Abteilungen des ZK der PZPR 1948–1990], in: Włodzimierz Janowski/Aleksander Kochański/Krzysztof Persak (Hg.): Informator o strukturze i obsadzie personalnej centralnego aparatu PZPR 1948–1990 [Struktur und personelle Besetzung des zentralen Parteiapparats der PZPR 1948–1990], Warszawa 2000, S. 101–144.

52 AAN, CK, 22770, 6256, 10743. Zofia Staros ist das einzige Beispiel für eine Frau, die, vergleichsweise jung und ohne vor 1945 mit der Politik verbunden gewesen zu sein, in die Elite vordrang.

53 Ähnlich bei Andrzej Friszke: Próba portretu zbiorowego aparatu partyjnego [Versuch eines Kollektivportraits des Parteiapparats], in: Stola/Persak (Hg.): PZPR jako machina władzy (Anm. 39), S. 73.

54 Siehe Notiz zur Berufung von 150 Dritten Sekretären in den Stadt- und Kreiskomitees, in: AAN, KC PZPR, MF 50141, Bl. 18 f.

55 Siehe Janusz Żarnowski: Praca zawodowa kobiet w Polsce międzywojennej [Die Berufstätigkeit von Frauen in Polen während der Zwischenkriegszeit], in: Anna Żarnowska/Andrzej Szwarc (Hg.): Kobieta i praca. Wiek XIX i XX [Frau und Arbeit. 19. und 20. Jahrhundert], Warszawa 2000.

56 Siehe Statistische Aufstellung der Kandidaten für die zweijährige Parteischule beim ZK im Jahr 1952, in: AAN, KC PZPR, 237/VII-164, Bl. 91.

57 Siehe z. B. den Entwurf für einen Beschluss des Stadtkomitees Łódź der PZPR zur Frauenpolitik, in: AAN, KC PZPR, 237/XV-17, Bl. 203 f.

58 Ein Beispiel ist das Verhältnis der PZPR-Betriebsgruppe zur Frauenpolitik im Textilwerk in Żyrardów (mit sehr vielen weiblichen Beschäftigten), siehe Bericht der Kommission des Zentralkomitees zur Parteiarbeit im Werk Żyrardów, in: AAN, KC PZPR, 237/X-39, 1951, Bl. 31.

59 Siehe Analyse der Frauenarbeit in Żyrardów, in: AAN, KC PZPR, 237/X-39, Bl. 71.

60 Sitzungsprotokoll der Frauenabteilung unter Beteiligung der Leiter der Wojewodschaftsfrauenabteilungen und der Vorsitzenden und Sekretäre der Wojewodschaftsabteilungen der Frauenliga, in: AAN, KC PZPR, 237/XV-2.

61 Siehe Benon Dymek: Geneza i działalność Polskiej Zjednoczonej Partii Robotniczej 1948–1954 [Entstehung und Tätigkeit der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei 1948–1954], Warszawa 1988, S. 427.

62 Beschlüsse des Stadtkomitees in Bydgoszcz, 1950, in: AAN, KC PZPR, B49079.

63 Siehe Beschluss über die Änderung der Ausgestaltung der Frauenpolitik, 26. Januar 1953, AAN, KC PZPR, 237/VIII-76, Bl. 2.

64 Über den weiteren Verlauf der Diskussion auf der Sitzung des Sekretariats des Organisationsbüros des ZK der PZPR, auf dem die Entscheidung zur Herausgabe des Beschlusses getroffen wurde, ist nichts bekannt. Fest steht aber, dass die Endredaktion drei sehr wichtigen Mitgliedern der Parteielite anvertraut wurde. AAN, KC PZPR, 1657, Sitzungsprotokoll des Sekretariats des Organisationsbüros vom 26. Januar 1953.

65 Siehe Notiz des Frauensektors zur Realisierung des Beschlusses des Sekretariats des ZK vom Februar 1953, AAN, KC PZPR, 237/VII-151, Bl. 16 f.

66 Siehe Zur Verstärkung der Organisierung unter Frauen, in: AAN, KC PZPR, 237/VII-151, Bl. 7.

67 Siehe Neumitglieder der PZPR, Januar bis März 1954, in: AAN, ZK der PZPR, 237/VII–3993, Bl. 32.

68 Siehe Dymek: Geneza (Anm. 61), S. 320.

69 Mehr zu den regionalen Unterschieden siehe Natalia Jarska: Kobiety w PZPR 1948–1956 [Frauen in der PZPR 1948–1956], in: Agnieszka Klarman/Ewa Chabros (Hg.): Kobiety »na zakręcie« 1933–1989 [Frauen »an der Schwelle« 1933–1989], Wrocław 2014.

70 Siehe Statistische Aufstellung der Sekretäre für Propaganda der Kreis-, Stadt- und Stadtteilkomitees, 1955, in: AAN, KC PZPR, 237/VII-2739, Bl. 41.

71 Siehe Fidelis: Women, Communism (Anm. 6).

72 Siehe Barbara Nowak: Serving Women and the State: the League of Women in Communist Poland, Dissertation, Ohio State University, 2004; Natalia Jarska: Liga Kobiet w terenie. Działalność Zarządu Dzielnicowego Poznań-Wilda 1956–1966 [Die Frauenliga in der Provinz. Die Tätigkeit der Stadtteilverwaltung in Poznań-Wilda 1956–1966], in: Łukasz Kamiński/Tomasz Kozłowski (Hg.): Letnia Szkoła Historii Najnowszej 2009. Referaty [Sommerschule zur Neuesten Geschichte 2009. Vorträge], Warszawa 2010.

73 Siehe z. B. AAN, KC PZPR, B 54097 [Daten nach 1959].

74 Siehe Statistik der Beschäftigten im politischen Apparat, 1963, in: AAN, KC PZPR, B54167.

75 Viele Funktionärinnen wurden der Politik überdrüssig und entschieden sich in den Umbruchsjahren 1968 und 1970, aus der Partei auszutreten.

76 Siehe Natalia Jarska: Obchody Dnia Kobiet w Polsce Ludowej 1945–1989 [Die Frauentagsfeiern in der Volksrepublik Polen 1945–1989], in: Dzieje Najnowsze (2010), H. 4.

77 AAN, KC PZPR, 237/VII-15, Instruktion zu Versammlungen und Konferenzen mit Berichterstattungs- und Wahlcharakter, Bl. 283.

78 Siehe Padraic Kenney: The Gender of Resistance in Communist Poland, in: American Historical Review (1999), H. 4.

79 Siehe Instruktion des Sekretariats des ZK »Über die Parteiarbeit unter Frauen« 1966, in: AAN, KC PZPR, 237/VII-23, Bl. 274-287.

80 Siehe Daniel N. Nelson: Women in local politics. Poland and Romania, in: Sharon L. Wolchik/
Alfred G. Meyer (Hg.): Women, State, and Party in Eastern Europe, Durham 1985, S. 152–167.

81 Siehe Tadeusz Mołdawa: Ludzie władzy 1944–1991. Władze państwowe i polityczne Polski według stanu na dzień 28 II 1991 [Die Menschen der Macht 1944–1991. Staats- und Parteieliten, Stand 28.2.1991], Warszawa 1991.

Inhalt – JHK 2015

Kurzbiografie

Abstract

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