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Archivalische Forschung und einschlägige Studien zur Geschichtsschreibung über den Spanischen Bürgerkrieg seit dem Tod Francos

JHK 2010 | Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung | Seite 323-338 | Aufbau Verlag

Autor/in: Stephen Schwartz

Der Zufall wollte es, dass auf den Untergang der kommunistischen Regime und die in den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts begonnene (in einigen Fällen vorübergehende) Öffnung ihrer Archive in Spanien unerwarteterweise zwar ein ähnlicher, doch besser organisierter, umfassenderer und gründlicherer Prozess der Offenlegung der Dokumente folgte, im Vergleich etwa zum russischen Vorgehen. Dies gilt auch für Unterlagen mit Bezug auf den Bürgerkrieg 1936–1939, in dem der Kommunismus eine zentrale Rolle gespielt hatte. Als General Francisco Franco 1975 starb, verschwand die von ihm erschaffene Diktatur im Zuge des unter König Juan Carlos betriebenen Übergangs zur Demokratie praktisch unmittelbar.

Offenlegung, Veröffentlichung und Studium des Archivmaterials konnten allerdings nicht sofort mit Neuauflagen und Publikationen neuer Arbeiten zur Geschichte der radikalen Republikaner in Spanien, einschließlich der anarchosyndikalistischen Bewegung CNT-FAI (Confederación Nacional del Trabajo-Federación Anarquista Ibérica, Nationalbund der Arbeit-Iberische Anarchistische Föderation), der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (Partido Socialista Obrero Español, PSOE), der Arbeiterpartei der Marxistischen Einheit (Partido Obrero de Unificación Marxista, POUM) und der Republikanischen Linken Kataloniens (Esquerra Republicana de Catalunya, ERC), Schritt halten. Die brauchbarsten spanischen Archivveröffentlichungen und historiografischen Arbeiten der jüngeren Zeit kreisten in erster Linie um diese Parteien. Im Vergleich dazu wurde in Spanien wenig Neues zur »offiziellen« Kommunistischen Partei Spaniens (Partido Comunista de España, PCE) geschrieben. Abgesehen von der Dokumentation der Beziehungen zwischen der PCE und ihrem wichtigsten linken Gegenspieler, der POUM, die sich selbst als kommunisitisch, aber antistalinistisch betrachtete, kam das Archivmaterial über die PCE in der Regel aus russischen Beständen. Und auch wenn die Freigabe dieses Materials limitiert war, war es doch von außergewöhnlichem Wert. Ein zunächst in englischer, dann in spanischer Sprache veröffentlichter Einzelband sowjetischer Aufzeichnungen zum Spanischen Bürgerkrieg, Spain Betrayed,1 leistete einen wesentlichen Beitrag zu neuen Sichtweisen über diesen Krieg.

Der Spanische Bürgerkrieg in der Geschichte der Linken

Schon als Franco starb, schätzte man, dass der Spanische Bürgerkrieg zu einem der beständigsten und – was die Zahl der wissenschaftlichen, literarischen und sonstigen einschlägigen Arbeiten anbetraf – ergiebigsten geschichtlichen Themen des 20. Jahrhunderts geworden war. Zu jener Zeit gab es bereits zahlreiche Veröffentlichungen von Originaldokumenten, und auch im 21. Jahrhundert erscheinen zumeist auf Sekundärquellen basierende neue analytische Arbeiten in vielen Sprachen.

Diese Bestandsaufnahme berücksichtigt nur die herausragenden Arbeiten, die hauptsächlich auf bisher unzugänglichem Archivmaterial beruhen oder bislang unbekannte Quellen vorstellen und sich mit dem Kommunismus, der POUM und anderen radikalen Kräften des Konfliktes befassen.

Die interessantesten Neuauflagen, neuen Arbeiten und Archivmaterialien wurden bisher zur POUM veröffentlicht. Von 1937 bis 1975 war in Spanien nur wenig Nennenswertes zu den linken Parteien publiziert worden; im Ausland, abgesehen von einigen Publikationen in Frankreich, speziell zur POUM und ihren Standpunkten so gut wie gar nichts. Die Kommunisten und Anarchisten hatten hingegen während der Franco-Ära umfangreiche Druck­aktivitäten in zahlreichen ausländischen Staaten einschließlich den USA und Großbritannien unterstützt, die auf die landeseigene Öffentlichkeit sowie die eigenen Anhänger abzielten. Die PSOE und die katalanische Linke hatten, mit Ausnahme von Zeitschriften für Emigranten und Denkschriften für ihre eigene Wählerschaft, nie außerhalb Spaniens und ihrer Diaspora – Frankreich und Lateinamerika – veröffentlicht.

Das Fehlen verlässlichen Quellenmaterials über die POUM erwies sich als besonders problematisch. Die POUM, ihre politische Haltung sowie ihr Platz in der spanischen und katalanischen Arbeiterklasse und in der Geschichte des Bürgerkrieges hatten sich zu einem Hauptthema im Rahmen politischer, historiografischer und öffentlicher Diskussionen über den Krieg entwickelt. Der Grund dafür lag nicht allein im Verlauf der Ereignisse, sondern auch in den zu Papier gebrachten Beobachtungen von drei Ausländern: George Orwell, Franz Borkenau und Gerald Brenan.2 Auch wenn Orwell, Borkenau und Brenan nicht die Verantwortung dafür zugeschrieben werden kann, hatten sich drei politische Standard­mythen über die POUM herausgebildet. Der erste, durch Sympathisanten der Sowjetunion geäußerte Mythos bestand darin, dass es sich um eine kleine trotzkistische Sekte handele, wie es sie auch in vielen anderen Ländern gab, während die POUM in Wahrheit zu den großen politischen Kräften in Katalonien gehörte und dort einen weit stärkeren Einfluss ausübte als die PCE.

Die zweite, von Trotzkisten vorgebrachte Legende besagte, dass die Kader der POUM im Zuge der Unterdrückung der Partei durch die Regierung 1937 gemeinsam mit Anarchosyndikalisten von sowjetisch gesteuerten Agenten »niedergemetzelt« worden seien. Tragischerweise wurde der Mitbegründer der POUM, Andreu Nin i Pérez (1892–1937), ein prominenter katalanischer Schriftsteller und Conseller de Justicia (Justizminister) in der revolutionären katalanischen Generalitat (Regionalregierung) des Jahres 1936, von Stalinisten ermordet. Die Berufung eines vermeintlichen reuelosen »Trotzkisten« in das Justizressort Kataloniens zu Beginn der schlimmsten Moskauer Säuberungsprozesse war eine machtvolle Zurückweisung der Forderungen der russischen Behörden und muss von der stalinistischen Führung mit besonderem Entsetzen aufgenommen worden sein. Obwohl die POUM offiziell keine trotzkistische Partei war, stand sie durch den von ihr vertretenen Antistalinismus der trotzkistischen Bewegung sehr nahe: Einige Trotzkisten kämpften in ihren Reihen, und die Partei prangerte Trockij bzw. dessen Gefolgsleute nicht in stalinistischer Manier an. Doch die komplette Liste von Mitgliedern der POUM, Trotzkisten und Anarchisten, die innerhalb Spaniens getötet oder entführt und anderenorts von Kommunisten umgebracht worden waren, umfasste wahrscheinlich nicht mehr als 30 Personen. Die Behauptung der Trotzkisten, dass Mitglieder der POUM und Anarchisten unterschiedslos in großer Zahl ermordet worden seien, scheint den Groll darüber widerzuspiegeln, dass die POUM den politischen Rat Trockijs und seiner wenigen spanischen und internationalen Gefolgsleute zurückgewiesen hatte. Von viel größerer Bedeutung ist jedoch, dass sowohl die POUM als zweifellos auch die anarchistische Bewegung tief in Katalonien verwurzelt waren und nicht so leicht aus dem Weg geräumt werden konnten.

Der dritte, nach wie vor kolportierte historische Irrtum ist der Glaube, dass Nin, zwischen 1921 und 1930 selbst ein sowjetischer Funktionär, »Sekretär« Leon Trockijs gewesen sei, als dieser als politischer Verantwortungsträger aktiv war, oder in irgendeiner Weise dessen Stab angehört habe.3 Nin bekleidete einen hohen Posten in der Roten Gewerkschafts-Internationale (Profintern) und übte Funktionen in den führenden Strukturen der Kommu­nistischen Internationale (KI) und der Kommunistischen Partei Spaniens aus. Während der internen Kämpfe in der Russischen Kommunistischen Partei (Bolschewiki) wurde er Mitglied der Internationalen Kommission des Oppositionellen Zentrums. Er arbeitete jedoch weder direkt mit Trockij zusammen, noch unter dessen Führung. Victor Serge erinnerte sich: »In Moskau wirkte ich gemeinsam mit [Grigorij] Sinovevs Sprecher [Mojsej Markovič] Charitonov, Fritz Wolf (der bald aufgab, was ihn nicht davor bewahrte, 1937 erschossen zu werden), Andrés Nin, dem Bulgaren Lebedev (bzw. Stepanov, ein heimlicher Oppositioneller, der uns verriet und später während der Revolution in Spanien als Agent der Komintern arbeitete)4 und zwei oder drei weiteren Kämpfern, deren Namen ich vergessen habe, in der vom Oppositionellen Zentrum errichteten Internationalen Kommission.«5 Die Herabstufung Nins, der als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Revolution galt, auf eine Trockij nachgeordnete bürokratische Position spiegelt die Ignoranz der ausländischen Autoren wider, die nichts von seiner bereits vor der Abreise nach Russland erlangten Bedeutung sowohl im journalistischen Bereich als auch im Arbeitermilieu Kataloniens wissen.

Der vor noch nicht allzu langer Zeit verstorbene Autor Pere Pagès (1916–2003), bekannt unter dem Namen Víctor Alba und mein Mentor beim Verfassen der Arbeiten über die POUM,6 setzte sich mit schier unerschöpflicher Energie für die »Rehabilitierung« der Partei ein, indem er sogar im Katalonien der späten Franco-Ära Bücher über sie veröffentlichte. Deshalb überrascht es nicht, dass nach Francos Tod auf Albas Betreiben hin 1977 / 78 zwei der ersten Bände mit Originaldokumenten über die POUM veröffentlicht wurden. Der erste war La Nueva Era [Die neue Ära],7 eine Sammlung von Artikeln einer revolutionären, antistalinistischen Zeitschrift, die zwischen 1930 und 1936 in Spanien gedruckt worden war. Von noch größerem Wert jedoch war ein Kompendium aller während des Bürgerkrieges erstellten Grundsatzdokumente zu Theorie und Politik der POUM, das den Titel La Revolución española en la práctica [Die Spanische Revolution in der Praxis] trug.8 Dieses Buch lieferte den Historikern nach vielen Jahren die ersten Primärquellen zu den Aktivitäten der Partei während des Bürgerkrieges.

Die Öffnung der spanischen Archive

Die offizielle Veröffentlichung des Archivmaterials ging allerdings langsamer vonstatten. Im Gegensatz zu früheren kommunistischen Regierungen herrschte unter der Regierung nach Franco zwar keine »Staatsräson« mehr, welche die Öffnung der überwiegenden Zahl der Bestände, insbesondere jener zum Bürgerkrieg, blockiert hätte. Die Strukturierung und Aufbereitung der Dokumente für wissenschaftliche Zwecke wurde jedoch mit bewundernswerter Gründlichkeit, Professionalität und Transparenz durchgeführt und beschäftigte die Archivare daher über einen verhältnismäßig langen Zeitraum hinweg.

Einige Archive waren dennoch Gegenstand kontroverser Diskussionen. So hatte die Regierung Franco zum Beispiel zur Unterstützung einer umfangreichen gerichtlichen Untersuchung und Anklage gegen die Linke wegen verschiedener Verbrechen im Bürgerkrieg ein Generalarchiv des Spanischen Bürgerkrieges in Salamanca eingerichtet, das ebenfalls Beweismaterial enthielt, welches in einzelnen Anklagefällen auch nach dem Krieg gegen Oppositionelle verwendet wurde. Darüber hinaus, umfasste das Archiv in Salamanca die Archive der Generalitat de Catalunya, die, wie auch andere republikanische Quellen, zu Kriegsende von den Siegern beschlagnahmt worden waren. Die Generalitat verlangte die Rückgabe dieser Quellen, und nach einem etwa 20 Jahre dauernden Prozess, in dem sowohl die Stadtverwaltung Salamancas als auch die konservative Volkspartei gegen die Ausgliederung der Sammlung opponierten, wurde der Transfer der Materialien von Salamanca nach Barcelona 2006 durchgeführt.9

Andere Institutionen schalteten sich in die Debatte ein, die durch eine Entscheidung im Rahmen der spanischen Rechtsordnung schließlich beigelegt wurde. Zu ihnen gehörten die Nachfolger der katalanischen Sektion der PCE, heute Initiative für Katalonien Grüne (Iniciativa per Catalunya Verds, ICV), die für eine Rückgabe des gesamten Textkorpus in Salamanca an die ursprünglichen Besitzer eintraten. Die CNT protestierte; sie wollte, dass ihre Dokumente nicht an die Generalitat, sondern an die anarchistische Organisation zurückgegeben werden. Und die jüdische Gemeinde Barcelonas, deren Archive 1939 ebenfalls beschlagnahmt worden waren, beanspruchte die Dokumente ebenfalls für sich selbst und lehnte die Rückgabe an die Generalitat ab. Während die verschiedenen Interessengruppen über den Verbleib der Archive im Widerstreit standen, wurden keine Versuche bekannt, Wissenschaftler von der freien Nutzung abzuhalten, wie dies in Russland der Fall gewesen war.

Jedoch blieben offizielle Akten über Exekutionen durch Franquisten im Verlauf des Bürgerkrieges bislang verschlossen, während Akten der Geheimpolizei zu Säuberungsaktionen während der Stalin-Ära an die Familienangehörigen der russischen Opfer übergeben wurden – eine Ende der Fünfzigerjahre in der Sowjetunion begonnene Praxis. Material über die in jüngerer Zeit durchgeführte Überwachung von Anarchisten, baskischen Extremisten und anderen, immer noch als Staatsfeinde angesehenen Gruppen wurde in Spanien nicht offengelegt, eine Vorgehensweise, die von jener in anderen Ländern, wie z. B. in Deutschland und im ehemaligen Jugoslawien, abweicht. Hier wurden Dossiers über die Rekrutierung von Informanten und die Observierung von Dissidenten des Kommunismus der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich gemacht und sogar, wie im ehemaligen Jugoslawien, gedruckt und zum Kauf angeboten.

Daneben wurden einige Archive, die sich im Ausland im Besitz linker Gruppen befanden, an Universitäten und Stiftungen in Spanien übergeben. So erhielt z. B. das Centre d’Estudis Històrics Internacionals (CEHI, Zentrum für internationale historische Studien) der Universität von Barcelona eine beachtliche Sammlung von Dokumenten über die POUM und weihte sogar einen Maurín-Nin-Saal ein, der den bedeutendsten Gründern der Partei gewidmet ist.10

In diesem Rahmen fand 1988 ein bedeutendes Ereignis statt: Das CEHI empfing vom Archivo Histórico Nacional (Nationalen Historischen Archiv) in Madrid das Dossier der republikanischen Behörden zum Prozess gegen die POUM-Führung (Nin gehörte nicht mehr dazu, er war vor dem Prozess ermordet worden), der 1937 vor dem Sondergericht für Spionage und Hochverrat geführt worden war. Das Sondergericht war 1937 eilig von den Behörden der Spanischen Republik eingesetzt worden. Die Führer der POUM wurden angeklagt, 1937 angeblich die als »Maiereignisse« bekannten Unruhen in Barcelona (die in Orwells Mein Katalonien aus der Warte eines Augenzeugen beschrieben werden) mit dem Ziel einer Militärrevolte provoziert zu haben. Außerdem wurde ihnen vorgeworfen, von der Aragón-Front desertiert zu sein, um die Proteste in Barcelona zu unterstützen. Weitere Anklagen lauteten auf subversive Propaganda, illegalen Besitz geheimer militärischer Informationen, rechtswidrigen Waffenbesitz und -handel in der Absicht, einen Aufstand vorzubereiten, Schmuggel von Geld und Wertgegenständen nach Frankreich, Nutzung von Geheimcodes sowie Pflege von Beziehungen und Kontakten zu verdächtigen Ausländern. Einige der Anklagepapiere lesen sich so, als seien sie unmittelbar aus ähnlichen Dokumenten der Moskauer Säuberungsprozesse entnommen worden.

Das an das CEHI übergebene Dossier enthielt auch Transkriptionen der Verhöre Nins während seiner Haft sowie Material der Gerichtsverhandlung von 1938 gegen den POUM-Kommandeur Josep Rovira i Canals (1902–1968), der der Illoyalität in denselben Punkten angeklagt wurde, die bereits im Prozess 1937 behandelt worden waren, und zahlreiche ergänzende Vermerke der geheimen polizeilichen Ermittler über die POUM. Beweise dafür, wer Nin getötet hat oder wo seine Leiche begraben wurde, fanden sich nicht.11 Der sensationellste Eintrag, den das Dossier enthielt, waren Notizen der Ermittler über George Orwell (geb. Eric Blair und im Dokument als »Enric«, die katalanische Form von »Henry«, bezeichnet) und seine Frau Eileen Blair. In seinem Buch Mein Katalonien hatte Orwell die Verfolgung durch Agenten der spanischen Geheimpolizei in Barcelona mit eher unbeschwerten Worten beschrieben. Die im Dossier über die POUM gefundenen Notizen offenbarten jedoch, dass die Ermittlungen gegen das Ehepaar Blair alles andere als harmlos gewesen waren. Die anonymen Ermittler beschrieben Eric und Eileen Blair als »ausgesprochene Trotzkisten«, was sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gewesen sind, sowie als Verbindungsagenten zwischen der britischen Independent Labour Party und der POUM, was ebenfalls nicht stimmt.12 Ohne weitere Erklärung enthält das Dokument schließlich die Anmerkung »Verbindung mit Moskau«. Daraus folgt eindeutig: Orwell war ein wichtiges Zielobjekt und wäre wahrscheinlich ermordet oder entführt und nach Russland verschleppt worden, wenn man ihn gefangen genommen hätte. Er befand sich in sehr viel größerer Gefahr, als er jemals zugegeben hat, oder vielleicht war er sich des Ausmaßes der Gefahr, der er ausgesetzt war, auch gar nicht bewusst. Die Entdeckung des Dokuments über Orwell sorgte für eine kleine Sensation in den britischen Medien.

Die auf dem Dossier über die POUM basierende Druckausgabe mit dem Titel El Proceso del POUM [Der Prozess gegen die POUM] umfasst 578 Seiten und ist unvollständig.13 Ermittlungsnotizen über andere Ausländer waren Bestandteil des Dokumententransfers, wurden allerdings nicht veröffentlicht. Dennoch war und ist der Band eine unverzichtbare Quelle für Historiker, die sich mit dem Spanischen Bürgerkrieg auseinandersetzen sowie für Biografen Orwells.

Die Hinterlassenschaften »Munis’«

Als Franco starb, waren neben Nin, Maurin und Rovira sowie anderen, die in den Jahren 1937 / 38 vor Gericht gestellt worden waren, auch die meisten der verbliebenen POUM-Führer tot. Víctor Alba, obschon mutiger und beharrlicher Verteidiger des Ansehens der Partei, hatte innerhalb der POUM-Jugendbewegung sowie in Bezug auf seine Bemühungen im journalistischen Bereich während des Bürgerkrieges eine vergleichsweise eher unbedeutende Rolle gespielt. Doch zwei in den POUM-Prozess involvierte energische und streitbare Persönlichkeiten überlebten und veröffentlichten weiterhin Kommentare zu den historischen Ereignissen: Juan Andrade Rodríguez (1898–1981) und Manuel Fernández Grandizo Martínez (1912–1989), Letzterer bekannt unter dem Pseudonym »G. Munis«. Andrade war Mitglied des Exekutivkomitees der POUM und prominenter Sympathisant Trockijs. Er stellte einige lesenswerte, auf Primärquellen beruhende Werke zusammen, die posthum veröffentlicht worden sind.14

Fernández Grandizo, alias Munis, wurde in Mexiko geboren. Er wuchs jedoch in der ärmlichen Region Extremadura auf – dem einzigen Teil Spaniens, in dem vor dem Bürgerkrieg der Trotzkismus die dominierende politische Richtung gewesen war. Im Krieg war er der Führer der offiziellen spanischen trotzkistischen Gruppe Sección bolchevique-leninista de España (SBLE, Bolschewistisch-Leninistische Sektion), die weniger als ein Dutzend Mitglieder hatte. Während der »Maiereignisse« verteilten sie, so Orwell, Flugblätter an den Barrikaden der Demonstranten. Fernández Grandizo trat im Verfahren gegen die POUM 1937 als Zeuge auf und erklärte, dass die SBLE der POUM nicht angeschlossen gewesen sei. Er und mehrere Mitglieder seiner Gruppe wurden 1938 in Barcelona wegen des Mordes an dem Russen Lev Narvič, der sich in die POUM eingeschleust und bei der Festnahme von Nin und ihren anderen Führern geholfen hatte, vor Gericht gestellt. In Wirklichkeit war Narvič bei einem Racheakt der POUM getötet worden. Doch Munis und seine Kameraden wurden schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt, nachdem man sie zuvor unter außergewöhnlich schlechten Haftbedingungen festgehalten hatte. Sie blieben bis zur Besetzung Barcelonas durch die Truppen Francos inhaftiert und konnten schließlich zusammen mit vielen Tausend anderen Anarchisten, Anhängern der POUM und weiteren Revolutionären nach Frankreich fliehen.

Fernández Grandizo kehrte als Munis in seine mexikanische Heimat zurück und hielt bei der Beerdigung Trockijs 1940 die Hauptrede. 1948 veröffentlichte er einen polemischen Band über das Versagen der spanischen Revolutionäre: Jalones de derrota, promesa de victoria: España 1930–1939 [Zeichen der Niederlage, Aussicht auf den Sieg. Spanien 1930–1939]. Diese unvollständige und undokumentierte, dennoch außergewöhnliche Arbeit wurde während der Franco-Ära in Frankreich neu aufgelegt und nach dem Tod des Diktators auch in Spanien erneut gedruckt und veröffentlicht.15

Munis stand der gesamten Riege der radikalen Führer im Krieg äußerst kritisch gegenüber. Er zollte der anarchistischen CNT-FAI als der einzig bedeutenden revolutionären Arbeiterbewegung Europas Respekt, auch wenn er dies aus marxistischer Blickrichtung tat. Seine energische Militanz und ein aus seiner Beteiligung an den »Maiereignissen« herrührendes gewisses Prestige sowie der unendliche Strom veröffentlichter Kommentare zum Zeitgeschehen machten sein Werk in der Übergangszeit nach dem Tod Francos für junge Spanier und eine Reihe radikaler Ausländer attraktiv. Noch immer werden seine Artikel in Spanien in Buchform veröffentlicht. In den letzten Schriften vor seinem Tod kritisierte er Gorbatschow als falschen Reformer.16 Munis’ Fall ist einzigartig: Er war der letzte Revolutionär des Bürgerkrieges, der sich in traditioneller und kompromisslos marxistischer Ausdrucksweise aktiv zu aktuellen Fragen äußerte.

Anarchistisches Dokumentationsmaterial

Neben den Quellen zur POUM und zu den Trotzkisten tauchte nach Francos Tod noch eine viel größere Sammlung anarchistischer Dokumentationen auf. Besonders ein Band aus dieser Masse von Büchern und Artikeln ist von einzigartigem Wert. Er befasst sich auf ungewöhnliche Weise und äußerst spezifisch mit der Rekrutierung marokkanischer Freiwilliger durch Francos nationalistische Truppen, die auf dem früheren Dienst des antirevolutionären Führers im damals von Spanien besetzten Gebiet Marokkos basierte. Ein in der Geschichtsschreibung über den Bürgerkrieg weitgehend unberücksichtigter Umstand ist, dass die radikaleren Anhänger der Spanischen Republik – Anarchisten, antistalinistische Kommunisten und katalanische Nationalisten – ernsthaft über die Unterstützung eines nationalen Aufstandes in Marokko nachdachten. Dadurch sollte es Franco erschwert werden, marokkanische Truppen zu rekrutieren. Die katalanische Linke zeigte besonderes Interesse, da ihre Region seit Jahrzehnten durch die radikale Opposition gegen das militärische Engagement Spaniens in Marokko erschüttert worden war. Der kürzlich verstorbene Abel Paz (Pseudo­nym von Diego Camacho Escámez, 1921–2009), einer der führenden zeitgenössischen Historiker, der sich mit dem spanischen Anarchismus auseinandersetzte, durchsuchte offizielle katalanische Archive und Archive radikal linker Gruppen, um zu zeigen, mit welcher Ernsthaftigkeit die spanischen Revolutionäre eine Rebellion in Marokko zu provozieren versucht hatten. Im Jahre 2000 veröffentlichte er La Cuestión de Marruecos y la República Española [Die Marokko-Frage und die Spanische Republik].17 Er berichtete, dass Simone Weil, die damals mit den radikalen Linken sympathisierende französische Philosophin, bei Ausbruch des Bürgerkrieges nach Spanien gegangen war und erfuhr, dass es in Marokko zu Zusammenstößen zwischen den Legionen Francos und der einheimischen Bevölkerung gekommen war. Daraufhin ermunterte sie den französischen Anarcho­syndikalisten Robert Louzon, der in Nordafrika gelebt hatte (und auch dem frühen Mitglied der Kommunis­tischen Partei Frankreichs Piere Monatte sowie Albert Camus nahestand), nach Fez zu gehen und die Lage zu erkunden. Dort angekommen, arrangierten Louzon und der französische Trotzkist David Rousset ein Treffen mit dem nationalistischen Marokkanischen Aktions­komitee. Die Marokkaner reisten anschließend nach Barcelona, wo sie ergebnislose Verhandlungen vorrangig mit den Anarchisten führten, an denen über das Zentral­komitee der Milizen jedoch auch die POUM und der französische Trotzkist Jean Rous beteiligt waren. Das Zentralkomitee der Milizen war eine den (sowjetischen) Arbeiterräten ähnliche Institution, die in der frühen Phase des revolutionären Katalonien die eigentliche Macht ausübte.

Paz machte jedoch auch deutlich, dass die spanische anarchistische Bewegung seit Beginn der Zwanzigerjahre eine Variante der bolschewistischen Vision einer Weltrevolution entworfen hatte. Es wurde argumentiert, dass Spanien das einzige Land in Europa sei, in dem der Anarchismus die Linke dominiere. Um den Sieg der Revolution in ihrer Heimat zu sichern, gebe es deshalb als einziges Mittel nur die Möglichkeit, einen Aufstand in Nord­afrika zu unterstützen. Das wohl Interessanteste an diesem Vorhaben ist die Tatsache, dass die spanischen Anarchisten zwar für ihre unversöhnliche Opposition gegen die katholische Kirche bekannt waren, ihre Irreligiosität jedoch nicht als Hindernis für eine Annäherung an die Muslime des Maghreb ansahen. In diesem Punkt waren die Anarchisten sicherlich idea­listischer und vielleicht auch pragmatischer als die sowjetischen Kommunisten, die in den von ihnen regierten moslemischen Ländern antireligiöse Propaganda verbreiteten. Franco gewann jedoch den Krieg, und die ultraradikalen Experimente in Nordafrika kamen zu einem Ende – zumindest diejenigen, die mit westlichen Gesellschaftsideologien verbunden waren.

Bücher und Filme

Im Zuge der archivalischen Forschung und einschlägiger Studien nach dem Tod Francos wurden neben Büchern auch Dokumentationen für Film und Fernsehen produziert. Nach einer offiziellen Anfrage der katalanischen Kommunisten reiste ein Team von Journa­listen des katalanischen öffentlichen Fernsehsenders TV3 für Nachforschungen nach Russ­land und besuchte die Archive der Kommunistischen Internationale, um auf diese Weise an einschlägige Informationen über den Tod Andreu Nins zu gelangen. Das Ergebnis war die 1992 zur besten Sendezeit ausgestrahlte Dokumentation Operació Nikolai [Operation Nikolai].18 Vier Jahre später wurde die ähnliche, aber längere Dokumentation Asaltando los Cielos [Die Himmel stürmen] im spanischen Staatsfernsehen gesendet, in der das Leben von Jaume Raimón Mercader del Río, des Attentäters Trockijs, eingehend betrachtet wurde. Daneben wurden Interviews mit spanischen Exilkommunisten in Russland gezeigt.19

Beide Ausstrahlungen hatten verheerende Auswirkungen auf das Ansehen der spanischen Kommunisten, da sie deren Verantwortung für zwei der berüchtigtsten politischen Attentate in der Geschichte des 20. Jahrhunderts offenlegten. In Operació Nikolai wurde Nins guter Ruf als katalanischer Schriftsteller wiederhergestellt, und sowjetische Agenten wurden eindeutig als Verursacher der Niederlage der revolutionären Bewegung auf republikanischer Seite im Bürgerkrieg ausgemacht. Die Namen der Agenten, die Nin getötet hatten, wurden jedoch nicht genannt. Asaltando los Cielos hingegen beschrieb, welch schreckliche Folgen der Dienst bei der sowjetischen Geheimpolizei für die Familie Mercader hatte, und zeigte das Leiden spanischer Emigranten in Russland, die wegen angeblicher antisowjetischer Aktivitäten in Arbeitslager verbannt worden waren.

Neben der Freigabe der Dossiers über den Prozess gegen die POUM und der Ausstrahlung von Operació Nikolai bewerkstelligte die 1987 (50 Jahre nach der Ermordung Nins) geschaffene Fundación Andreu Nin (FAN) ein umfangreiches akademisches und publizistisches Programm. Die Stiftung betreibt auch eine Internetseite mit einem monatlichen Bulletin.20 Die FAN verfolgt die Verfügbarkeit von archivalischen Quellen und die kontinuierliche Veröffentlichung von Dokumenten, Memoiren und wissenschaftlichen Arbeiten über die Bewegung. Anhaltendes Interesse an der Geschichte des Bürgerkrieges beweist auch die Veröffentlichung eines Touristenführers durch die FAN, in dem die wichtigsten Schauplätze revolutionären Handelns während des Konfliktes beschrieben werden.21

Außerhalb Spaniens wurde von dem schottischen Anarchisten Stuart Christie, einem ehemaligen politischen Gefangenen in Spanien, ein auf englisch publizierender Verlag gegründet, der sich der Bewahrung des historischen Gedächtnisses in Bezug auf den spanischen Anarchismus verschrieben hat. Christies wichtigste Leistung ist die Veröffentlichung der Übersetzung der dreibändigen vollständigen Bürgerkriegsgeschichte der CNT des herausragenden anarchistischen Chronisten Josep Peirats Valls (1908–1989), dessen Gesamtwerk wegen seiner Transparenz und seines Primärquellenbezugs von besonderem Wert ist. 22 (Peirats’ Schriftstücke befinden sich im Besitz des Amsterdamer International Institute for Social History.)

All diese Werke sowie neue Analysen zum Schicksal der Spanischen Republik, von denen einige auf archivalischer Forschung basieren und im Weiteren noch besprochen werden, konnten jedoch nicht die Wirkung erzielen, die ein einzelner Band mit Dokumenten, die vom Staatlichen Russischen Militärarchiv und vom Institut für Allgemeine Geschichte der Russischen Akademie der Wissenschaften freigegeben wurden, hatte. Ergänzt wurden diese Dokumente durch eine Sammlung von Nachrichten des russischen Geheimdienstes, die von den Briten abgefangen und decodiert wurden und unter der Bezeichnung »Mask« bekannt sind.

Das zu Beginn dieses Beitrags erwähnte Werk Spain Betrayed: The Soviet Union in the Spanish Civil War wurde von den amerikanischen Historikern Ronald Radosh und Mary R. Habeck in Zusammenarbeit mit dem russischen Experten Grigorij Sevostianov herausgegeben. In den USA wurde es im Rahmen der Reihe Annals of Communism veröffentlicht und erschien ebenfalls in Spanien. Es markiert eine wahre Revolution in den Studien über den Bürgerkrieg. Das Werk ist das einzige in der Reihe Annals of Communism, das eine spürbare Wirkung außerhalb der Vereinigten Staaten gezeigt hat.23

Spain Betrayed umfasst 538 Seiten mit Dokumenten und Kurzkommentaren in englischer Sprache, die zuverlässiges Quellenmaterial zu nahezu jeder wichtigen Frage hinsichtlich der sowjetischen Beziehungen zur Spanischen Republik während des Bürgerkrieges liefern. Zu den Texten gehört auch eine Direktive der Kommunistischen Internationale in Moskau an die spanischen Kommunisten, die unmittelbar mit dem am 17. Juli 1936 gegen die Republik begonnenen Militäraufstand ausgegeben wurde. Die erste Nachricht dieser Art, die an die PCE gesandt wurde und zu Beginn des Buches abgedruckt ist, bringt Licht in die umstrittenste Frage der Geschichte des Bürgerkrieges: Welche Absichten hegte die sowjetische Regierung gegenüber ihren anarchistischen und sonstigen Konkurrenten in der spanischen revolutionären Bewegung? Von Moskau hieß es dazu, dass die Anarchisten – die damals gegenüber einigen Tausend spanischen Kommunisten zwei Millionen Mitglieder zählten – als »Streikbrecher im Kampf gegen den Faschismus in der Arbeiterklasse«24 denunziert werden würden, wenn sich die anarchistische Führung den von den spanischen Kommunisten aufgestellten Forderungen nach Vereinigung verweigern sollte.

Diese unverblümte Sprache widerlegt in dramatischer und endgültiger Weise die langjährigen Behauptungen der spanischen Kommunisten und ihrer Apologeten, dass die Kommunisten für eine wohlwollende Einheit in der Volksfront (Frente Popular) mit dem alleinigen Ziel eines republikanischen Sieges eintraten. Es ist jedoch anzumerken, dass sich die anarchistische CNT vor dem Krieg nicht der Volksfront anschloss und die sehr große und radikale Spanische Sozialistische Arbeiterpartei, trotz ihrer Unterschrift unter das Wahlbündnis mit der Volksfront 1936, eine auf der Grundlage ihres Wahlerfolgs mögliche Regierungsbeteiligung ablehnte. Die POUM war in die Volksfront einbezogen worden und gewann für ihren Mitbegründer Maurín von Barcelona aus einen Sitz in den Cortes (nationales Parlament). Paradoxerweise wurde Maurín jedoch zu Kriegsbeginn hinter Francos Linien gefangen genommen und eingesperrt.25

Spain Betrayed enthüllt weiter, dass der Führer der Kommunistischen Internationale, Georgi Dimitrov, die Kommunisten weniger als eine Woche nach dem Triumph der Linken in den wichtigsten spanischen Städten Barcelona, Madrid und Bilbao – in denen die revolutionäre Euphorie die Massen berauschte – dazu aufrief, radikale Maßnahmen in Spanien zu verhindern. Dadurch sollten die Volksfrontregierungen in Frankreich und Belgien unterstützt werden, die auf der Integrität der bürgerlichen Ordnung aufbauten. Während improvisierte linke Milizen bereits aus Barcelona zur Front in Aragón aufgebrochen waren, forderte Dimitrov den Erhalt einer ordentlichen republikanischen Armee. Seit der Veröffentlichung der Werke von Orwell und Borkenau, welche die Politik der Kommunisten als konterrevolutionär beschrieben, haben diese Aspekte der Politik der sowjetischen und spanischen Kommunisten eine zentrale Rolle in der historischen Debatte über das Schicksal der Republik gespielt.

Die in Spain Betrayed enthaltenen Dokumente umreißen auch den Hintergrund für die späte Entscheidung Stalins, die spanische Linke direkt mit Waffen und »Beratern« zu unterstützen – eine Unterstützung, die erst im September 1936 eingeleitet wurde. In derselben Sammlung finden sich darüber hinaus Berichte der wichtigsten Persönlichkeiten der Sowjetunion und der Kommunistischen Internationale, die nach Spanien gereist waren, wie der Schriftsteller Ilja Ehrenburg (1891–1967), der französische KI-Funktionär André Marty (1886–1956), der Offizier des militärischen Geheimdienstes (GRU) Vladimir Gorev, der führende bolschewistische Aktivist, Diplomat und frühere Trotzkist Vladimir Antonov-Ovseenko (1883–1939), der Militärattaché Iosif Ratner sowie der Wirtschaftsverwalter Artur Staševskij (1890–1937).

Die für eine größere Leserschaft inner- und außerhalb Spaniens beeindruckendsten Enthüllungen des Bandes betreffen allerdings das Schicksal der Internationalen Brigaden (IB), der sowjetisch rekrutierten bewaffneten Verbände, die zur Verstärkung der republikanischen Armee nach Spanien entsandt worden waren. In Spain Betrayed wird deutlich, dass Stalins Säuberungsapparat auch auf die IB ausgedehnt worden war. Ein Satz über die XIII. Internationale Brigade sticht aus einem Mitte 1937 nach Moskau gesendeten anonymen vertraulichen Bericht hervor: »Diese Brigade wurde nicht vernichtet, sie wurde ermordet.«26 In einem Ende 1937 nach Moskau übersandten, detaillierten freimütigen Bericht von außergewöhnlicher Länge enthüllte der Agent des militärischen Nachrichtendienstes Mosche Salmanowitsch (Manfred) Stern, bekannt als der in der kommunistischen Propaganda weltweit viel gerühmte »General Kléber«, bevor er nach Moskau zurückgerufen wurde und im Zuge der Säuberungsaktionen verschwand, dass die ein großes Freiwilligen-Kontingent vom Balkan umfassende XIII. Internationale Brigade »von der Front floh«. Das Urteil der sowjetischen Offiziere in Spanien über die XIII. Brigade war Gegenstand von Debatten in Memoiren und geschichtswissenschaftlichen Arbeiten vor dem Tod Francos; es wurde gesagt, dass viele aus den Reihen der XIII. Brigade hingerichtet worden seien.27

Anfang 1938 übermittelte der polnische Kommunist und Offizier der sowjetischen Armee Karol Waclaw Świerczewski (1897–1947), in Spanien unter dem weitverbreiteten klichka bzw. unter dem Decknamen »Walter« bekannt, einen Bericht nach Moskau, in dem er sich äußerst kritisch über die IB äußerte. Świerczewski bestätigte, dass Truppen der IB im Kampf von Brunete Mitte 1937 einer »allgemeinen Panik verfielen und flohen«.28 Die XII. Internationale Brigade wurde auf Befehl der spanischen Führung aufgelöst. Świerczewskis Angaben zufolge waren die französischen Freiwilligen demoralisiert, undiszipliniert und schmutzig. Die Deutschen waren in einem etwas besseren Zustand, doch »erkannten oder sahen sie das Ausmaß der Auflösung nicht«.29 Das polnische Brigadepersonal hielt seine Waffen nicht sauber, benutzte die Bajonette als Zeltstangen und fraternisierte in nicht akzeptabler Weise mit den spanischen Truppen, die von den Polen »unkameradschaftlich« behandelt wurden. Die Briten und Kanadier schienen nicht zu wissen, wie man die Waffen in einem ordentlichen Zustand hielt. Eine von Świerczewski inspizierte spanische kommunis­tische Brigade unterschied sich so stark von den Truppen der IB, dass der sowjetische Kommandeur zugab, »peinlich berührt zu sein«. Er bemerkte weiter: »Wir Internationalisten führen unser eigenes, isoliertes Leben […] Die Spanier lassen wir selten in unsere Mitte.«30 An die Briten und Amerikaner wurden amerikanische Zigaretten verteilt, wohingegen die Spanier keinen Tabak erhielten. Die ausländischen Brigaden bekamen eigene, ausgezeichnete Verpflegung, die Spanier jedoch nicht, und die ärztliche Einrichtung der IB im südöstlich von Madrid gelegenen Albacete behandelte nur Ausländer. Fahnenflucht war unter den ausländischen IB verbreiteter als unter den spanischen, doch blieb sie bei Ersteren straffrei. Gleichzeitig stellte Świerczewski offen fest: »Die Internationalisten hatten, und haben, vollständige, absolute Macht, obwohl der Prozentsatz der Spanier in der Mehrheit der Brigaden und Einheiten die beeindruckende Marke von 60–80 Prozent erreicht hat.«31

Ein zweiter von Świerczewski verfasster Bericht wurde Mitte 1938 nach Moskau übermittelt. Darin beschreibt der sowjetische Offizier die zunehmende Zahl »internationaler« Fahnenflucht, die Unzufriedenheit der Spanier über die Anwesenheit der Ausländer und über angebliche Sabotage. Świerczewski hatte sich die hysterische Sprache der Ankläger der Moskauer Prozesse zu eigen gemacht und verbreitete, es gebe eine weitreichende Konspiration von Faschisten, »Trotzkisten« und ausländischen Agenten in den Reihen der linken Truppen.

Diese Enthüllungen über die IB, deren Heldenmut und Selbstlosigkeit jahrzehntelang in glühenden Farben gerühmt worden waren, waren ein harter Schlag für das Image der Sowjets und anderer Kommunisten im Bürgerkrieg. Dies lag nicht zuletzt daran, dass vieles davon von Świerczewski aufgedeckt wurde, der nach dem Zweiten Weltkrieg stellvertretender Verteidigungsminister des polnischen kommunistischen Regimes wurde und durch seine Offenheit Glaubwürdigkeit sowie Moskaus langjährige Zustimmung besaß.

Schließlich enthält Spain Betrayed ein Dokument, das für viele Spanier den noch immer andauernden historischen Streit über die »Maiereignisse« von 1937 gelöst hat. Ein nur wenige Wochen vor den Maikämpfen abgefasster anonymer Bericht, der mit der Billigung Dimitrovs an General Kliment Efremovič Vorošilov (1881–1969) gesendet worden war, beschrieb die wachsende Polarisierung zwischen Kommunisten und linken Nichtkommunisten. In dem Bericht wurde den Kommunisten empfohlen, nicht auf das Umschlagen der Krise in eine direkte Konfrontation zu warten, sondern es vielmehr zu »beschleunigen und gegebenenfalls zu provozieren«.32 Dies wurde insbesondere von katalanischen Historikern – und nicht allein von den Verteidigern der Anarchisten und der POUM – als Beweis dafür interpretiert, dass die »Maiereignisse« das Ergebnis eines gezielten Plans der Kommu­nisten waren, der auf den höchsten Ebenen des Kremls konzipiert worden war.

Zusammenfassend betrachtet, wird mit Spain Betrayed vollständig das historiografische Gebäude zerstört, auf dem die Verteidigung des Verhaltens der spanischen Kommunisten im Bürgerkrieg aufgebaut worden war. Der Band gibt den kritischen Autoren recht, die, beginnend mit Orwell, die sowjetische Regierung beschuldigt hatten, die republikanische Sache zu untergraben.

Die Komintern in Lateinamerika

Da sie Spanisch sprachen, wurden viele lateinamerikanische Agenten der Kommunistischen Internationale während des Krieges auf die iberische Halbinsel geschickt. 2004 gaben die russischen Historiker Lazar und Victor Chejfec, Vater und Sohn, mit Unterstützung des Schweizer Historikers Peter Huber den Band La Internacional Comunista y América Latina, 1919–1943: Diccionario Biográfico [Die Kommunistische Internationale und Lateinamerika, 1919–1943. Biografisches Lexikon] in Russland und der Schweiz heraus.33 In weiten Teilen auf der archivalischen Forschung von Lazar und Victor Chejfec in Russ­land basierend, enthüllt dieses Buch, dass Andreu Nin, nachdem er nach Moskau gegangen war, unter den kommunistischen Führern Lateinamerikas große Beliebtheit erlangt hatte und als Kreml-Experte Gruppen unter dem Dach der Komintern von Mexiko bis Argentinien überwachte.

Viele weitere faszinierende Persönlichkeiten tauchen in Lazar Chejfecs, Victor Chejfecs und Peter Hubers Universum der bolschewistischen Kolonialisierung Lateinamerikas auf. Der unglaubliche Josef Romualdevič Griguliavicius wurde 1913 zu Zeiten des Zaren in eine karäische Familie – Mitglieder einer heterodoxen jüdischen Sekte – in Litauen hineingeboren und starb 1988 in Moskau. Er erwarb einen Abschluss an der Sorbonne, veröffentlichte kommunistische Magazine in polnischer Sprache, befreite in Brasilien kommunistische Führer aus dem Gefängnis und arbeitete in Spanien als sowjetischer Auftragsmörder, der mit der Ermordung Nins in Zusammenhang gebracht wurde. Er war nach Russland zurückgeschickt worden, bevor er in die westliche Hemisphäre zurückkehrte, um Hilfestellung beim Mord an Trockij zu leisten. Seine Aufgabe bestand darin, sowohl in Kalifornien als auch in Mexiko Unterstützernetzwerke für die Mörder einzurichten. Nach dem Mord an Trockij floh Grigulevič, so sein bekannterer Name, nach Kalifornien. Sein spionagetechnisches Handwerkszeug und insbesondere seine Fähigkeit, sich selbst neu zu erfinden, sind so schillernd, dass sie zugleich Zweifel aufkommen lassen. Nach dem Ende des II. Weltkrieges wurde er unter Verwendung einer falschen Identität vom linken, aber antikommunistischen Regime Costa Ricas zum Botschafter im Vatikan und in Jugoslawien ernannt. Er nutzte diesen Posten, um Titos Ermordung vorzubereiten, die jedoch nie zur Ausführung kam. 1950 kehrte er nach Russland zurück, wo er einen akademischen Posten annahm. Mit Arbeiten zur Geschichte der sowjetischen Spionage hat Grigulevič es zu später Prominenz gebracht. Im selben Jahr, in dem Lazar Chejfecs, Victor Chejfecs und Peter Hubers Werk veröffentlicht wurde, gab die costa-ricanische Journalistin Marjorie Ross eine Biografie über Grigulevič heraus.34

Weitere Neuveröffentlichungen

Einige weitere nach dem Tod Francos veröffentlichte Bücher aus der Bibliografie zum Spa­nischen Bürgerkrieg verdienen besondere Beachtung. Zwei herausragende Bände befassen sich mit einem Dauerthema, das von den über den Konflikt schreibenden Autoren in zunehmendem Maße aufgegriffen wird: den »Maiereignissen«. Der erste Band wurde 2003 in Barcelona gedruckt und befasst sich mit der Rolle der viel zitierten and wenig verstandenen anarchistischen Gruppierung Amigos de Durruti [Freunde Durrutis], die auch von Orwell erwähnt wurde. Die Freunde Durrutis wurden als wichtigster Knotenpunkt der antikommu­nistischen Militanz in der CNT-FAI angesehen. Ihr Führer war der Journalist Santiago María (Jaume) Balius Mir (1904–1980). Viel Spekulatives wurde in verschiedenen Sprachen über diese Gruppe gedruckt, doch abgesehen von ihrer eigenen Zeitschrift El Amigo del Pueblo [Freund des Volkes], ihrem »Manifest« Hacía una nueva revolución [Einer neuen Revolution entgegen] und einer kleinen Zahl von Interviews mit Balius gibt es wenige zuverlässige Belege.

In seinem Buch La revolución traicionada [Die verratene Revolution] legt der junge anarchistische, situationistische Ansichten vertretende Schriftsteller Miquel Amorós eine vollständige Biografie von Balius vor, die ebenfalls eine unverzichtbare Quelle für die Geschichtsschreibung über den Bürgerkrieg darstellt.35 Amorós griff dabei auf sämtliche relevanten Archive inner- und außerhalb Spaniens zurück. Balius war ein Kind der Mittelklasse und studierte Medizin, als er an Kinderlähmung erkrankte. Er, die radikale anarchis­tische Persönlichkeit, und sein Freund, der militärische Führer der POUM Josep Rovira, zwei der bemerkenswertesten und von ihren Anhängern in guter Erinnerung gehaltenen, obschon zweitrangigen und weniger erforschten Persönlichkeiten des Bürgerkrieges, hatten ihr politisches Leben in der Estat Català begonnen, dem wichtigsten für die katalanische Unabhängigkeit kämpfenden nationalistischen Kader. Estat Català nimmt, ebenso wie viele nationalistische Bewegungen des frühen 20. Jahrhunderts, im öffentlichen Gedächtnis Kataloniens einen festen und angesehenen Platz ein. Von Balius stammt die ungewöhnliche Aussage, dass das Proletariat und die Bourgeoisie in jedem Land getrennte Nationen bildeten. Doch die Bewegung driftete während der Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts nach rechts ab, wurde nach den Ereignissen 1936 aus der Regionalregierung der Generalitat ausgeschlossen und von den Anarchisten, der POUM und den Kommunisten gleichermaßen als Feind angesehen. Ihre als Faschisten bezeichneten Führer flohen nach Frankreich. Balius und Rovira bewegten sich immer mehr auf den von Maurín geführten Bloc Obrer i Camperol (BOC, Arbeiter- und Bauernblock) zu, einen Vorgänger der POUM, auch wenn sich Balius schließlich fest der CNT-FAI anschloss.

Einen neuen und bedeutenden Zugang zur Bibliografie des Spanischen Bürgerkrieges stellt eine unlängst erschienene Sammlung von Briefen der amerikanischen Trotzkistin und POUM-Aktivistin Lois Cusick Orr (1917–1980) dar, die mit ergänzendem Material von ihrem Ehemann Charles Orr veröffentlicht und von Gerd-Rainer Horn, einem Historiker von der Universität Warwick, herausgegeben worden ist.36 Lois Orr, eine strenge Marxistin, lehnte den katalanischen Nationalismus ab, und wurde dabei auch beleidigend, vorzugsweise einhergehend mit einer provinziell-amerikanischen Attitüde. Sie arbeitete in der englischsprachigen Presse- und Hörfunkabteilung der POUM. Zwischen dem 27. und 30. September 1936 schrieb sie einen Brief an ihre Familie in den USA, in dem sie erklärte, dass sämtliche Post aus der Spanischen Republik ins Ausland vermutlich der Zensur unterliege. Die POUM umgehe die Zensur, indem sie zweimal wöchentlich ein Fahrzeug nach Frankreich schicke, um den dortigen Postdienst in Anspruch zu nehmen. In einem Satz, der deutlich ihre Vorahnung von der totalitären Zukunft des Kommunismus und dessen Zusammenbruch widerspiegelte und gleichzeitig die dadurch bewirkten Gefühle offenbarte, schrieb Lois Cusick Orr: »[Die] POUM glaubt nicht an Zensur.«37

Aus dem Englischen übersetzt durch das Bundessprachenamt


1 Siehe Ronald Radosh / Mary R. Habeck / Grigory Sevostianov: Spain Betrayed: The Soviet Union in the Spanish Civil War, New Haven 2001; für die spanische Version siehe dies.: España Traicionada. Stalin y la Guerra Civil, Madrid 2002.

2 Siehe George Orwell: Homage to Catalonia, London 1938, Nachdruck und Übersetzung in mehreren Auflagen [dt. Mein Katalonien]; Franz Borkenau: The Spanish Cockpit. An Eye-Witness Account of the Political and Social Conflicts of the Spanish Civil War, London 1937 [Kampfplatz Spanien. Politische und soziale Konflikte im Spanischen Bürgerkrieg. Ein Augenzeugenbericht, Stuttgart 1986]; Gerald Brenan: The Spanish Labyrinth, Cambridge /U. K. 1943 [Spanische Revolution, Berlin 1973].

3 Siehe z. B. Bertrand M. Patenaude: Stalin’s Nemesis, London 2009.

4 Stepanov, geb. Stoyan Mineff (1891–1959), auch unter dem Namen Stefanov bekannt, wurde während seiner Zeit als führender Vertreter der Komintern in Spanien der revolutionäre Deckname »Moreno« (»dunkelbraun«) gegeben. Siehe dazu die nicht immer verlässliche Arbeit von Branko M. Lazić / Milorad M. Drachkovitch: Biographical Dictionary of the Comintern, 2. Aufl. Stanford 1986.

5 Victor Serge: Memoirs of a Revolutionary, London 1963, S. 216.

6 Siehe Víctor Alba / Stephen Schwartz: Spanish Marxism versus Soviet Communism: A History of the P.O.U.M., New Brunswick, NJ 1988.

7 Víctor Alba (Hg.): La Nueva Era [Die neue Ära], Madrid 1977.

8 Víctor Alba (Hg.): La Revolución española en la práctica [Die Spanische Revolution in der Praxis], Madrid 1978.

9 Siehe dazu folgende Nachricht von einem unbekannten Verfasser: »Els papers de Salamanca són ja a Barcelona, segons el Ministeri de Cultura« [»Laut Kulturministerium befinden sich die Unterlagen aus Salamanca nun in Barcelona«], in: Europa Press (Madrid) vom 31. Januar 2006.

10 Joaquím Maurín Juliá (1896–1973), früherer Funktionär der Kommunistischen Internationale, war zusammen mit Nin Mitbegründer der POUM. Siehe dazu den gedruckten CEHI-Katalog: História del POUM. Documents per el seu estudi [Die Geschichte der POUM. Studienmaterial], Barcelona 1985.

11 Es ist darauf hinzuweisen, dass die Justiz der Spanischen Republik die Angeklagten sowohl in der Hauptverhandlung gegen die POUM als auch im Prozess gegen Rovira des »Hochverrats und der Spionage« nicht schuldig befand, sie jedoch zu geringen Strafen für die Beteiligung an den »Maiereignissen« verurteilte. Auch wenn einige Historiker die Ansicht vertreten, die Russen hätten die Spanische Republik vollständig übernommen, wurden beträchtliche Teile des Staates von ihnen nicht kontrolliert. Die milden Urteile gegen die Führer der POUM veranschaulichen diesen Umstand: In Russland oder in anderen, vollständig von Russland dominierten Staaten wären sie hingerichtet worden.

12 Siehe dazu Víctor Alba / Marisa Ardevol u. a. (Hg.): El Proceso del POUM: Documentos Judiciales y Policiales [Der Prozess gegen die POUM. Gerichtliche und polizeiliche Unterlagen.], Barcelona 1989, S. 75.

13 Ebd.

14 Siehe z. B. Juan Andrade: Notas sobre la Guerra civil [Bemerkungen zum Spanischen Bürgerkrieg], Madrid o. J. [1986?].

15 G. Munis: Jalones de derrota, promesa de victoria: España 1930–39 [Zeichen der Niederlage, Aussicht auf den Sieg: Spanien 1930–1939], Madrid 1977.

16 Siehe G. Munis: Revolución y contrarevolución en Rusia [Revolution und Gegenrevolution in Russland], Llerena 1999; ders.: Internacionalismo, sindicatos, organización de clase [Internationalismus, Gewerkschaften, Klassenorganisation], Llerena 2009.

17 Abel Paz: La Cuestión de Marruecos y la República Española [Die Marokko-Frage und die Spanische Republik], Madrid 2000.

18 M. Dolors Genovès (Regie) / Llibert Ferri (Recherche / Drehbuch): Operació Nikolai [Operation Nikolai], Barcelona 1992 (Dokumentarfilm).

19 Javier Rioyo / José Luis López-Linares (Regie): Asaltando los Cielos [Die Himmel stürmen], Madrid 1996 (Dokumentarfilm).

20 www.fundanin.com.

21 Eladi Romero: Itinerarios de la guerra civil española. Guía del viajero curioso [Zu den Schauplätzen des Spanischen Bürgerkrieges. Ein Reiseführer für Neugierige], Barcelona 2001.

22 José Peirats: The CNT in the Spanish Revolution, 3 Bde., Hastings 2001, 2003, 2006.

23 Radosh / Habeck / Sevostianov: Spain Betrayed (Anm. 1). Eine Auswahl von abgefangenen Nachrichten (»Mask« intercepts) findet sich in Nigel West: Mask: MI5’s Penetration of the Communist Party of Great Britain, New York 2005.

24 Radosh / Habeck / Sevostianov: Spain Betrayed (Anm. 1), S. 8.

25 Nähere Informationen zu den internen Strukturen in der Volksfront standen den ausländischen Historikern vor 1975 fast nur dank der zitierten Arbeiten Munis’ zur Verfügung.

26 Radosh / Habeck / Sevostianov: Spain Betrayed (Anm. 1), S. 243.

27 Zur XIII. Internationalen Brigade siehe Stephen Schwartz: Sarajevo Rose: A Balkan Jewish Notebook, London 2005.

28 Radosh / Habeck / Sevostianov: Spain Betrayed (Anm. 1), S. 437.

29 Ebd., S. 444.

30 Ebd., S. 453.

31 Ebd., S. 450.

32 Ebd., S. 194.

33 Lazar Jeifets / Victor Jeifets / Peter Huber (Hg.): La Internacional Comunista y América Latina, 1919–1943: Diccionario Biográfico [Die Kommunistische Internationale und Lateinamerika, 1919–1943. Biografisches Lexikon], Moskau, Genf 2004.

34 Marjorie Ross: El secreto encanto de la KGB: Las cinco vidas de Iósif Griguliévich [Das geheime Spiel des KGB: Die fünf Leben des Josef Grigulevič], San José 2004.

35 Miquel Amorós: La revolución traicionada [Die verratene Revolution], Barcelona 2003.

36 Lois Orr mit Charles Orr, hg. von Gerd-Rainer Horn: Letters from Barcelona, London 2009. Zum Ehepaar Orr siehe auch Alba / Schwartz: Spanish Marxism (Anm. 6).

37 Orr / Orr: Letters from Barcelona (Anm. 36), S. 72.

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