...

 

Ideologie, Kontrolle, Repression. Als sowjetischer Besatzungssoldat im Westen

JHK 2010 | Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung | Seite 179-192 | Aufbau Verlag

Autor/in: Barbara Stelzl-Marx

 

Die Welt kannte noch keine Armee wie unsere Sowjetische Armee.

Za čest’ Rodiny am 1. Juni 1955

Sowjetmenschen außerhalb der Grenzen der UdSSR konfrontierten den Sowjetkommunismus mit einem grundsätzlichen Problem. Ihre unmittelbaren Erfahrungen mit dem Kapitalismus bargen die Gefahr »politisch-ideologischer Diversion« in sich. Schließlich zielten die »Imperialisten«, so die kommunistische Sicht, darauf ab, ihre »bürgerliche Ideologie« in die sozialistischen Länder einzuschleusen, dort im Sozialismus »fremde und feindliche Lebens- und Verhaltensweisen« zu verbreiten, so die Grundlagen der Gesellschaft zu unterminieren und die sozialistische Ordnung ›sturmreif‹ zu machen. Kontakte zum Westen waren bei der sowjetischen Führung aber auch aus einem weiteren Grund unerwünscht: Man befürchtete insgeheim, beim Vergleich der unterschiedlichen Systeme auf der Lebensebene unvorteilhaft abzuschneiden.

Konnte dank gesteuerter Information und Propaganda die Illusion der höchsten Gesellschaftsordnung im Inland aufrechterhalten werden, so war dies außerhalb des direkten Einflussbereichs nicht mehr möglich. Im Gegenteil: Hier drohte der homo sovieticus ein Opfer der »psychologischen Kriegsführung des Imperialismus gegen den Sozialismus« bzw. einfach seiner persönlichen Erfahrungen zu werden. Hetze, Fälschung, Rufmord, Terror, Einschüchterung, Diversion, Spionage, Sabotage und Korruption galten dabei als Methoden der »parasitären Ordnung des Kapitalismus«.1 Jene sowjetischen Personen, die während des Zweiten Weltkriegs unter deutsche Besatzung oder in Kriegsgefangenschaft geraten oder zur Zwangsarbeit ins »Dritte Reich« verschleppt worden waren, betrachtete man daher mit Argwohn. Der – meist unfreiwillige – Kontakt mit dem Feind hatte sie zu Bürgern zweiter Klasse gemacht. »Filtration« durch den Geheimdienst und Repressionen bis zum Zerfall der UdSSR waren die Folge.

Durch den »Großen Vaterländischen Krieg« blickte jedoch noch eine weitere Kategorie von Sowjetmenschen über den kommunistischen Tellerrand hinaus: die Soldaten. Die Tatsache, dass sich durch den Vormarsch der Roten Armee ab 1944 Hunderttausende2 sowjetische Militärangehörige außerhalb des Territoriums der UdSSR befanden und mit westlichen Kulturen in Kontakt kamen, beunruhigte den Kreml. Bereits vor Kriegsende wurde deshalb die erzieherische Arbeit unter den Militärangehörigen seitens des umfangreichen politischen Apparats der Streitkräfte, einer sowjetischen Besonderheit, verstärkt. Sie hatte die Erziehung der Soldaten zu »hoher politischer Wachsamkeit« zum Ziel, die Steigerung der militärischen Disziplin, die Stärkung des »politisch-moralischen Zustands« sowie die Optimierung der Kenntnisse der Offiziere über ihre Mannschaftssoldaten.

Mit dem Ende der Kampfhandlungen gewannen aus Sicht der Politabteilungen diese Bereiche noch an Bedeutung. Denn durch den dauerhaften Aufenthalt der Truppen an ihren Stationierungsorten ergaben sich für einzelne Militärangehörige »günstige Bedingungen«, mit der einheimischen Bevölkerung, aber auch mit westalliierten Besatzungs­angehörigen in Kontakt zu treten. Dies, so die Befürchtung von sowjetischer Seite, »konnte zweifelsohne dazu führen, dass einzelne Soldaten unter feindlichen Einfluss gerieten«. Daher ergriffen Kommandos und Politabteilungen »eine ganze Reihe von Maßnahmen« zur Verhinderung von Diversion.3 Ein Kulturschock, ausgelöst durch die unmittelbare Konfrontation mit dem Kapitalismus, war trotzdem häufig nicht zu verhindern.

Kulturschock: Das Aufeinanderprallen von Kommunismus und Kapitalismus

Im Januar 1946 klagte der in Österreich stationierte Michail M. Žil’cov, ein Leutnant des NKVD, in einem Offizierskasino, die Sowjetunion würde Europa niemals »ein- und überholen«. In Österreich gebe es in jedem Haus Strom, während die sowjetischen Dörfer vermutlich nie elektrifiziert werden würden. Desillusioniert konstatierte der aus bäuerlichem Milieu stammende 27-Jährige: »Hier [in Österreich] gibt es Lüster, luxuriöse Häuser, Kleidung, während meine Familie Hunger leidet und nichts anzuziehen hat.« Auch mit seiner Verpflegung zeigte er sich unzufrieden: »Sieger, und in der Kantine essen wir Zwieback. Aber Rumänien und Österreich füttern wir mit Brot.«4

Žil’covs Lobpreisungen der »kapitalistischen Ordnung«5 blieben nicht ungestraft. Die Politabteilung der NKVD-Truppen der Zentralen Gruppe der Streitkräfte wertete seine Zweifel an der »Überlegenheit des sowjetischen Systems« als Folge »seines mangelhaften politischen Wissens und seiner ideologischen Zurückgebliebenheit«. Sie veranlasste umgehend eine »parteiliche Untersuchung« durch die Abteilung für Gegenspionage SMERŠ und ließ ihn seiner militärischen Funktion entheben. Die Parteikommission bei der Politabteilung des Regiments schloss den Besatzungssoldaten aus der VKP(b) aus. Zugleich wurden die Offiziere in seinem Bataillon über die »Gefährlichkeit der Aussagen Žil’covs« und die Gründe, die ihn »vom Weg abkommen hatten lassen«, aufgeklärt.6

Der geschilderte Vorfall ist ein besonders prägnantes Beispiel für die Reaktion sowjetischer Besatzungssoldaten auf die erstmalige Berührung mit dem Westen, die sie Defizite der kommunistischen Lebens- und Gesellschaftsordnung erkennen und kritisieren ließ. Schmerzlich mussten viele erfahren, dass der Lebensstandard im Land des ehemaligen Feindes weit über jenem in der Heimat lag. Das wesentlich wohlhabendere Leben in Österreich unterschied sich drastisch von der den Soldaten bekannten sowjetischen Realität, aber auch von dem Bild, das ihnen Stalins Propagandamaschinerie eingehämmert hatte. Diese Diskrepanz empfanden die »Sieger« vielfach als persönliche Niederlage, die zugleich Zweifel am kommunistischen System weckte. Die Soldaten gingen sehr unterschiedlich mit dem »wahren Gesicht« des Kapitalismus um. Manche wurden neidisch, andere neugierig, wieder andere empfanden hauptsächlich Wut.

Gerade die halb naive, halb neidvolle Bewunderung für die Vorteile des Kapitalismus erschien aus Moskauer Sicht gefährlich,7 die sowjetische Führung reagierte sensibel auf derartige Äußerungen, die einen tief gehenden Kulturschock erahnen ließen. Schließlich maß sie jeglicher Kritik am kommunistischen System, aber auch Regelverstößen und selbst eigentlich »nur« strafrechtlich relevanten Vergehen eine politische Tragweite zu. Dabei machte man – wie im Fall von Žil’cov – nicht tatsächliche Probleme der sowjetischen Nachkriegswirtschaft für etwaige Zweifel am System verantwortlich, sondern gab der ideologischen und politischen Wankelmütigkeit der betreffenden Person die Schuld. Die Überlegenheit des Kommunismus durfte – gerade vor dem Hintergrund des beginnenden Kalten Krieges – weder infrage gestellt noch durch das Fehlverhalten Einzelner im Ausland diskreditiert werden. Aus ideologischen Gründen, aber auch als Sicherheitsmaßnahme galten somit engere Kontakte mit der ortsansässigen Bevölkerung und insbesondere auch mit den Westalliierten als unerwünscht. Erlag jemand den Versuchungen des Westens, führte dies – wie bei Žil’cov – zu Repressionen.

Kontakt zu den Westalliierten im Schatten des Kalten Krieges

Besonders bedrohlich fand Moskau den unmittelbaren Kontakt zu den Westalliierten, der sich vor allem durch die gemeinsame Besetzung Wiens ergab. Obwohl die Supermächte später im Kalten Krieg auf Jahrzehnte hinaus verfeindet sein sollten, schienen die Soldaten zunächst Freundschaft schließen zu wollen. Die wechselseitige Anziehung beruhte auf Respekt, Dankbarkeit und Neugierde. Amerikaner bewunderten die Trinkfreudigkeit, Musikalität und Herzlichkeit der »Russen«. Rotarmisten fanden ihrerseits Gefallen am Blues und Jazz, an Rasierklingen, amerikanischen Zigaretten und bunt verpackten Kaugummis. Amerika begann, gefährlich attraktiv zu wirken.8 Doch die Zeit der herzlichen Umarmungen von GIs und sowjetischen Soldaten – wie sie in Bronze gegossen aus Erlauf und ähnlich aus Torgau überliefert sind – war nur allzu rasch vorbei.

Bald nach Kriegsende fielen Schatten des neuen Konflikts auch auf die in Österreich stationierten Truppen. Zwar arbeiteten die USA, Großbritannien, Frankreich und die UdSSR vorerst noch zusammen und halfen einander beim Nachschub oder bei der dringlichen Repatriierung von Displaced Persons. Doch unter der Oberfläche kriselte es bereits. Das Verhältnis zwischen den Besatzungsmächten verschob sich zunehmend von anfänglicher Kooperation – etwa in Fragen der Rückführung ehemaliger Kriegsgefangener – in Richtung Konfrontation. Das direkte Aufeinanderprallen zweier Welten und zweier Systeme bedeutete in den Augen Moskaus in erster Linie eine Herausforderung – sowohl hinsichtlich der ideologischen Überzeugung der einzelnen Sowjetbürger als auch bezüglich der Wahrung von Militär- und Staatgeheimnissen.

Bereits Anfang Juni 1945, als die sogenannte »Vienna-Mission«9 der drei Westalliierten begann, beobachteten die Sowjets diese argwöhnisch: Stadtkommandant Blagodatov richtete NKVD-Generalmajor Pavlov die persönliche Anordnung Tolbuchins aus, die Delegation dürfe weder Wien verlassen noch irgendwohin fahren, »wo sie nichts verloren hätte«.10 Wenig später hatte sich das Misstrauen noch verstärkt. Über die »Haltung der Alliierten zur Roten Armee« im August 1945 wusste die Spionageabwehr SMERŠ unter anderem zu berichten, die Amerikaner sammelten Informationen über Verhaftungen österreichischer Zivilisten durch die Sowjets. Der Geheimbericht unterstellte ihnen, diese Angaben »bei den bevorstehenden Verhandlungen der Regierungen der Alliierten gegen die Russen verwenden« zu wollen. Auch die Briten seien an kompromittierenden Auskünften über die Rote Armee – etwa über Vergewaltigungen, Plünderungen und andere Übergriffe – interessiert.11

Umgekehrt zeigte sich die sowjetische Seite über Verfehlungen der Westalliierten geradezu erfreut und verbreitete diese ihrerseits in einschlägigen Medien. Den eigenen Soldaten führte man die Disziplinlosigkeit der »Imperialisten« als abschreckendes Beispiel vor Augen: »In den Armeen der kapitalistischen Länder kann weder von Ehre noch von Würde die Rede sein. […] Wohin auch immer die Armeen der Imperialisten gingen, überall traten sie als Eroberer und Diebe, als Folterknechte und Unterdrücker der Völker, als Feind ihrer Freiheit auf.« Und weiter: »Von ihren Regierungen und Kommandos aufgestachelt, trinken amerikanische, britische und französische Soldaten wie Offiziere, sie beleidigen die einheimische Bevölkerung, bringen vollkommen unschuldige Menschen um, randalieren in der Öffentlichkeit.«12

Besonders eng war der Kontakt bei der gemeinsamen Arbeit im Alliierten Rat. Daher wies die Leitung des SČSK (Sowjetischer Teil der Alliierten Kommission für Österreich) all ihre Mitarbeiter streng an, »im Verhältnis zu den Alliierten äußerste Wachsamkeit und Vorsicht walten zu lassen und nicht den Versuchen der Alliierten, mit unseren Leuten besonders ›freundschaftliche‹, über rein dienstliche Notwendigkeiten hinausgehende Beziehungen einzugehen, zu erliegen«.13 Offensichtlich sorgte man sich nicht nur um die Wahrung von Geheimnissen, sondern auch um die Zuverlässigkeit der Mitarbeiter in puncto Ideologie.

In dieselbe Kerbe schlug auch die Armeezeitung der Zentralen Gruppe der Streitkräfte mit dem programmatischen Titel Za čest’ Rodiny (»Für die Ehre der Heimat«), die etwa mahnte: »Die sowjetischen Soldaten dürfen niemals vergessen, dass auf dem Territorium ausländischer Staaten und besonders in Österreich Feinde der Sowjetunion tätig sind – Spione, übrig gebliebene Nationalsozialisten [wörtlich: Hitleristen], Agenten amerikanischer, englischer und anderer Nachrichtendienste. Die feindliche Aufklärung ist an den Stationierungsorten unserer Truppen am aktivsten; sie versucht, unsere Leute in einen Sumpf moralischer Verkommenheit zu ziehen. Jeder Soldat muss an die Raffiniertheit und Arglist der ausländischen Spionagedienste denken und muss stets auf der Hut sein.«14

Die generelle Skepsis gegenüber dem Westen hatte auch direkte Auswirkungen auf die weitere Karriere jener sowjetischen Staatsangehörigen, die dort gearbeitet und gelebt hatten. Manche Spezialisten, die in die Sowjetunion zurückkehrten, waren an ihrem früheren Arbeitsplatz unerwünscht. Im Juni 1949 beschwerte sich Oberst Merkulov, der Leiter der GUSIMZ (Hauptverwaltung des sowjetischen Eigentums im Ausland), direkt bei Stalin, dass die zuständigen Ministerien und Behörden sich sowohl weigerten, neue Spezialisten für die Arbeit im Ausland bereitzustellen, als auch in einigen Fällen nicht bereit waren, jene Mitarbeiter, die einen Auslandseinsatz hinter sich hatten, wieder zu beschäftigen – und dies, »obwohl sie die notwendigen Qualifikationen und genügend Arbeitserfahrung aufwiesen«. Daraus ergaben sich einerseits ein Arbeitskräftemangel bei diversen Einrichtungen der GUSIMZ, andererseits Schwierigkeiten, eine Beschäftigung für Spezialisten mit Auslandserfahrung zu finden.15

Die politische Tragweite von Vergehen

»Die Ehre und Würde des sowjetischen Kämpfers besteht nicht nur darin, dass er ein Bürger des weltweit ersten sozialistischen Staates ist, sondern auch darin, dass er ein Soldat der Sowjetischen Armee, der mächtigsten, kultiviertesten, edelsten Armee der Welt, der Armee der Befreiung ist. Die Welt kannte noch keine Armee wie unsere Sowjetische Armee«,16 skandierte Za čest’ Rodiny im Juni 1955. Diesem hohen Anspruch wurden jedoch die in Österreich stationierten sowjetischen Besatzungstruppen, an die diese Worte adressiert waren, häufig nicht gerecht. Nicht nur österreichische, sondern auch sowjetische zeitgenössische Dokumente sprechen von »zahlreichen Fällen von Undiszipliniertheit und Rechtsübertretungen seitens sowjetischer Soldaten«.17

Schon allein aus politisch-ideologischer Sicht war Disziplinlosigkeit sowjetischer Armeeangehöriger – besonders im Ausland – schwer tolerierbar: »Wer gegen die militärische Disziplin verstößt, der verübt das schwerste Verbrechen an der Heimat, am Volk«, ermahnte man die Soldaten.18 Der Sowjetsoldat sollte dem Image der UdSSR im Westen nicht schaden. Diszipliniertheit galt als »sittliche Qualität der sozialistischen Persönlichkeit«, die erst den »hohen Grad von Bewusstsein und Organisiertheit« ermögliche, der »für den allmählichen Übergang zum Kommunismus notwendig« sei.19 Selten kamen derartige Überlegungen so explizit zum Ausdruck wie in der folgenden Passage aus der Zeitung der CGV (Central’naja gruppa vojsk, Zentrale Gruppe der Streitkräfte): »Jedes, sogar ein auf den ersten Blick noch so unbedeutendes Vergehen, das ein sowjetischer Militärangehöriger unter den Bedingungen des Einsatzes unserer Truppen im Ausland begeht, erlangt politischen Charakter, schadet den Staatsinteressen der Sowjetunion, bringt unsere Armee, das Land in der Augen der einheimischen Bevölkerung in Misskredit und spielt somit dem Feind in die Hände.« Die Disziplin hatte sich in allem zu äußern: darin, wie der einzelne Soldat die Befehle seiner Vorgesetzten erfüllte, wie er salutierte, wie er gekleidet war und wie er sich verhielt.20

Konnte ein Vergehen nachgewiesen werden, führte dies – gerade auch vor diesem politischen Hintergrund – zu harten Strafen wie Gefängnishaft, der Einweisung in ein Arbeitsbesserungslager des GULAG oder sogar dem Tod. Dabei kam die politische Dimension besonders dann zum Tragen, wenn ein Verbrechen durch »reaktionäre Sensationsmeldungen«21 die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen hatte. Ein Beispiel dafür ist die am 3. November 1946 im Wiener Prater verübte Vergewaltigung zweier Österreicherinnen, bei der eine der Frauen ermordet, die andere schwer verletzt wurde. In mehreren Artikeln widmete sich unter anderem die Arbeiter-Zeitung dem Verbrechen, »das an Bestialität viele andere in den Schatten stellt und alle öffentliche Unsicherheit im grellsten Licht zeigt«.22 Wenig später informierte TASS-Korrespondent G. N. Moločkovskij die Abteilung für Propaganda und Agitation des ZK der VKP(b) nicht nur über mehrere »Fälle von disziplinlosem Verhalten« sowjetischer Soldaten, sondern auch über »unangebrachte Milde« bei deren Ahndung: »Ein schlechtes Licht auf unsere Truppen wirft auch die Tatsache, dass von den fünf verurteilten Tätern, die eine aufsehenerregende Vergewaltigung mit Mord im Prater verübt hatten, erst einer erschossen wurde. Hier liegt eine klare Unterqualifizierung der politischen Tragweite dieser Tat vor.«23

Maßnahmen zur Verhinderung von Diversion

Das Verhalten, das Armeeangehörige an den Tag legten, entsprach teilweise keineswegs dem offiziellen Bild des »ruhmreichen Befreiers«. Die sowjetische Führung versuchte auf verschiedenen Ebenen, die Diversion ihrer Truppen zu verhindern und die Disziplin zu stärken. Eine möglichst straffe Freizeitgestaltung gehörte ebenso dazu wie politisch-mora­lische Schulungen, Überprüfungen der Kader und der Einsatz von Partei- und Komsomolorganisationen in der Armee. Dabei kam die unter Stalin systemimmanente Praxis gegenseitiger Bespitzelung und Denunziation auch in Österreich zur Anwendung. Der erwähnte Žil’cov etwa – selbst seit 1939 Mitglied der NKVD-Truppen – wurde offensichtlich von mindestens einem seiner Geheimdienstkollegen bei den Vorgesetzten angezeigt. Er hatte nämlich seine »negativen« Äußerungen keineswegs öffentlich, sondern im Rahmen eines informellen Mittagessens im Offizierskasino getätigt. Griffen all diese Maßnahmen nicht, führte dies – zumindest theoretisch – zu unterschiedlichen Repressalien und Strafen.

Kultur- und Freizeitangebot

Ein Maßnahmenbündel zur Aufrechterhaltung von Moral und Disziplin stellte eine möglichst sinnvolle Freizeitgestaltung dar. So wurden sowjetische Filme aus Moskau geliefert und in eigenen Kinos gezeigt. Opernensembles, Balletttruppen und Rotarmisten-Orchester aus der Sowjetunion besuchten die Besatzungszone und gaben Vorstellungen für ein gemischtes österreichisch-sowjetisches Publikum. Zeitungen und Literatur wurden gleichfalls zur Bekämpfung der Langeweile zur Verfügung gestellt. Freie Tage sollten möglichst ausgefüllt sein. Besonderen Wert legte man außerdem auf Massensport (besonders Schießsport), Wettkämpfe und Brettspiele wie Schach und Dame. Aber auch Fußball, Volleyball, »Knüttelspiele« (gorodki) und andere Disziplinen wurden von den Politabteilungen gezielt gefördert, um die Militärangehörigen von »schädlicher Freizeitbeschäftigung« abzuhalten.24 In Graz brachten Rotarmisten etwa einen »verwahrlosten Park« in Ordnung, indem sie einen Sportplatz mit Fußballfeld, Laufbahnen und verschiedenen Turngeräten anlegten. Zufrieden erklärte der Leiter der Politabteilung: »Der Park und der Sportplatz erweisen sich für die Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere als idealer Ort zur Freizeitgestaltung.«25 Ein Artikel in der Österreichischen Zeitung, dem Sprachrohr der sowjetischen Besatzungsmacht in Österreich, zeigt Armeeangehörige beim Handballspiel (»Sport stählt den Körper«), bei einem Besuch des Wiener Zoos, auf »Wildentenjagd in der Freizeit«, beim Schachspielen zur »geistigen Entspannung« oder im Leseraum einer Kaserne. Geografieunterricht, Zeitungslektüre nach einem »ausgedehnten Übungsflug« und militärische Schulungen (»Ein Frontkämpfer lehrt die Handhabung eines Masch­i­nengewehrs«) rundeten das aus sowjetischer Sicht ideale Bild über »Die Rote Armee im Frieden« ab.26

Wie so oft klafften aber auch in diesem Bereich die Befehle bzw. Berichte der Politabteilungen und die Realität auseinander. Im sowjetischen System der gegenseitigen Überwachung und Denunziation sickerten über verschiedene Wege entsprechende Informationen durch. So beschwerte sich die Politabteilung des 17. NKVD-Grenzregiments über »ernste Mängel in der Literatur über die politische Weltlage, die Partei sowie bei Hilfsmaterialien zum Studium des Kurzen Lehrgangs der Geschichte der VKP(b)«. Bereits seit einem Monat habe das Regiment weder Partei- noch Militärzeitungen und auch keine Kinofilme erhalten. Seit geraumer Zeit träfen keine Briefe mehr ein. Diese Probleme seien dringend zu lösen, so das Resümee.27

Politisch-moralische Schulung

Die Rote (bzw. ab 1946: Sowjetische) Armee war eine politische Armee. Von Anfang an wurde sie als Hauptwaffe im revolutionären Kampf der bolschewistischen Partei ein­gesetzt. Dabei verlangte die Kommunistische Partei, dass die Loyalität zu ihr noch vor der Treue zur russischen Heimat kam. Unterstützung erfuhr sie durch die politische Verwaltung der Armee, die die Militärangehörigen zu überzeugten Kommunisten erziehen sollte. Sie ließ die im Ausland eingesetzten Sowjetbürger laufend politisch schulen und plante, diese politisch-erzieherische Arbeit innerhalb der Truppen weiter zu intensivieren. In keinem anderen Land der Welt wurde ihr eine derart große Bedeutung beigemessen wie in der Sowjetunion. Mit ihrer Hilfe sollten folgende Ziele erreicht werden: Hebung von Moral und Disziplin; Erziehung zur Tapferkeit im Kampf durch die Orientierung an Kriegshelden; systematische Erzeugung von Hass gegenüber dem (möglichen) Feind; Erzeugung von »grenzenloser Liebe und Hingabe zur sozialistischen Heimat und zur Partei Lenins-Stalins«; Wachsamkeit gegenüber Spionen sowie kulturelle und sportliche Betätigung zur Hebung von Moral und Unterstützung der Kampfausbildung.28

Eine der Hauptmethoden der sowjetischen Politoffiziere war der politische Unterricht. Die Wahl der Themen, die »am besten ausgebildete Genossen« dem Mannschaftsstamm über Vorträge und Gespräche näherbringen sollten, verweist unter anderem auf zwei der größten Probleme, die der Kulturschock in Österreich mit sich brachte: auf Zweifel am kommunistischen System und, daraus resultierend, den Wunsch, im Westen zu bleiben. Die Titel der entsprechenden Schulungen lauteten bezeichnenderweise »Vorteile des sowjetischen Wirtschaftssystems gegenüber dem kapitalistischen«, »Quellen von Kraft und Macht unserer Heimat«, »Vaterlandsverrat ist das schwerste Verbrechen« oder »Wie das sowjetische Gesetz Vaterlandsverrat bestraft«.29 Generell sollte die Kenntnis des Marxismus-Leninismus vertieft sowie Zweck und Ziel der Besetzung Österreichs vermittelt werden. Dazu sollte insbesondere auch das Studium von Stalins Schriften über den Zweiten Weltkrieg sowie den Sieg über Deutschland und Japan oder seines Befehls anlässlich des 1. Mai 1945 beitragen.30

Bereits mit Kriegsende begann man, Offiziere mit dem Stalin’schen Standardwerk Ge­­schichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki), bekannt als der Kurze Lehrgang, vertraut zu machen. Ob diese Lektüre tatsächlich etwas zur Moral der Truppen beitragen konnte, bleibt offen; doch die Offiziere waren auf diese Weise wenigs­tens beschäftigt. Von der Langwierigkeit dieses Pflichtstudiums zeugt der folgende Bericht: »Die Behandlung des ersten Kapitels des ›Kurzen Lehrgangs‹ wurde [im Mai] zur Gänze abgeschlossen; im Juni gingen die Offiziere zum Studium des zweiten Kapitels über.«31 Bei anschließenden Kolloquien stellte sich heraus, wer sich eingehender mit dieser »marxistisch-leninistischen Lehre« auseinandergesetzt hatte und wer nicht. »Schwache Kenntnisse haben Oberleutnant Sergienko, Hauptmann Šitichin und andere«, lautete das Ergebnis einer Überprüfung.32

Man kann davon ausgehen, dass die Soldaten aller Rangklassen die obligatorische politische Unterweisung nicht besonders mochten oder sie sogar ablehnten. Oft bestand die Schulung aus einer trockenen Wiederholung von allgemein bekannten Fakten und dem eintönigen Vorlesen von Zitaten. Allerdings mussten die Unterweisungen der Politoffiziere als wesentlicher Bestandteil der Ausbildung zumindest erduldet werden. Der mangelnde Enthusiasmus der Teilnehmer kommt in den Politberichten freilich kaum explizit zum Ausdruck. Doch allein der Appell, die Politoffiziere möchten sich bemühen, »den Unterricht in allen Disziplinen für Soldaten und Sergeanten interessant zu machen«, spricht für sich.33

Überprüfung der Kader

Ein weiterer Versuch, »den politisch-moralischen Zustand und die militärische Disziplin« in den eigenen Reihen zu verbessern, waren die Überwachung und Überprüfung der Kader, die vor allem in den Aufgabenbereich des NKVD und der SMERŠ fielen. Doch auch die Partei- und Komsomolorganisationen kamen dabei zum Einsatz. »Feindliche« und »politisch zweifelhafte« Personen waren zu »isolieren«.34 Die Mitarbeiter der Politabteilung, die Offiziere sowie die Partei- und Komsomolorgane wurden eigens darin unterwiesen, wie sie ihrerseits den Personalstand zu überprüfen und politisch zu schulen hatten. Dafür legten die Kommandeure der Unterabteilungen Hefte mit Aufzeichnungen über die jeweilige soziale Herkunft der Untergebenen an. Besonders interessierte man sich für Parteimitglieder und für jene Personen, die auf deutsch besetztem Territorium gelebt hatten. Um die Überprüfung zu forcieren, wurden bei Disziplinarverstößen Einzelgespräche geführt. Außerdem erhielt das gesamte Personal Informationen zum Thema »Der persönliche Kontakt zu ausländischen Bürgern stellt ein Verbrechen an der Heimat dar«.35 Die Parteimitglieder forderte man zu »hoher revolutionärer Wachsamkeit« auf. Sie galten als die »Augen und Ohren des Kommandos«. Ehemalige Kriegsgefangene, Personen, die unter deutscher Besatzung gelebt hatten, und »andere fragwürdige Elemente« sollten aus den Einheiten ausgeschlossen werden.36

Die Mitarbeiter der NKVD-Politabteilung überprüften zugleich, wie genau wieder­um die zuständigen Offiziere über ihre Untergebenen Bescheid wussten, und holten über die Organe der Partei und des NKVD an den Wohnorten des Personalstands Informationen ein. Beispielsweise brachte die Politabteilung des 128. NKVD-Grenzregiments über eines der Bezirkskomitees der KP(b) in Erfahrung, dass ein in Österreich stationierter Sergeant Choral’skij während der deutschen Besatzung der Ukraine aus der Roten Armee desertiert, in seinen Heimatort geflohen und später vom NKVD verhaftet worden war. Diese Auskünfte leitete die Politabteilung wiederum an den Bevollmächtigten der SMERŠ im zuständigen Regiment weiter.37 Offiziere, die sich bei der Kontrolle ihrer Männer nicht kooperativ zeigten, waren ihrerseits streng zur Verantwortung zu
ziehen.38

Partei und Komsomol

Gerade im Ausland widmete man dem Verhalten von Partei- und Komsomolmitgliedern besondere Aufmerksamkeit. Diese sollten – zumindest theoretisch – den übrigen Armeeangehörigen als leuchtende Vorbilder dienen. So unterschied man bei der Ana­lyse des politisch-moralischen Zustands sowie der Disziplin der Truppen nicht nur nach militärischem Rang (Offiziere – Unteroffiziere – Mannschaftsdienstgrade), sondern auch nach Parteizugehörigkeit (Kommunisten – Komsomolzen – Parteilose).

Generell führten »parteiwidriges Verhalten, mangelnder Diensteifer und weitere für einen Kommunisten schmähliche Handlungen« zu parteilichen Maßregelungen. Zuständig war dafür die jeweilige Parteikommission der Politabteilung der Truppe.39 Gegenüber Hauptmann Vorob’ev, einem Mitglied der VKP(b), sprach die Parteikommission des 17. Grenzregiments einen »strengen Verweis« aus, da er »mehrfach intime Kontakte mit Frauen aus Jugoslawien und Ungarn geschlossen und häufig getrunken« habe. Das Prozedere wiederholte sich bei einem anderen Kommunisten wegen »Trunkenheit und Kontakten zu politisch zweifelhaften Frauen«.40 Die »Schuldigen« mussten versprechen, sich zu bessern und ihre Vergehen nicht zu wiederholen.41 Als noch »parteiwidriger« galt offensichtlich das Auftreten einer Geschlechtskrankheit. Das Parteibüro des 40. NKVD-Schützenregiments schloss unter anderem einen Offizier namens Cyganko im Sommer 1945 aus der VKP(b) aus, die Gründe lauteten: »mangelnder Arbeitseifer, systematische Trunksucht und moralische, geschlechtliche Haltlosigkeit, die bei ihm zu einer Geschlechtskrankheit geführt hatte«. Diese Form der Strafe setzten die Parteikommissionen auch bei wiederholter Trunksucht in Kombination mit der Infizierung mit einer Geschlechtskrankheit durch den Kontakt zu »politisch zweifelhaften Frauen« ein.42

Trotz der permanenten Schulung und Überprüfung kam es laufend zu »Verstößen gegen die militärische Disziplin«, wie etwa der Leiter des 336. Grenzregiments Ende 1945 kritisierte.43 Dies galt umso mehr als Misserfolg der Komsomolarbeit, als sich besonders die Komsomolzen durch Aktivität, Diszipliniertheit und Gehorsam gegenüber der Partei auszeichnen sollten. Doch offensichtlich war es gerade im Ausland schwer, ein ›Musterkomsomolze‹ mit Vorbildwirkung zu werden.

Resümee

Das Leben im Westen führte sowjetischen Besatzungssoldaten den Widerspruch zwischen den Verheißungen der marxistisch-leninistischen Theorie und der Praxis der Stalin’schen Diktatur besonders deutlich vor Augen.44 Manche reagierten darauf mit Zweifel am Kommunismus, andere durch Disziplinlosigkeit oder mit dem Wunsch zu desertieren. Dabei maß Moskau den unterschiedlichen Vergehen – mit einem gewissen Recht – stets eine politische Dimension bei, diskreditierten derartige Vorfälle doch das Ansehen der Sowjetunion im Ausland. Zur Verhinderung »politisch-ideologischer Diversion« wurden diverse Maßnahmen eingesetzt, deren Erfolg allerdings – vor allem in der ersten Zeit nach Kriegsende – überschaubar blieb. Die Trias aus Ideologie, Kontrolle und Repression konnte Hunderttausende sowjetische Militärangehörige nicht davon abhalten, ein westliches Land mit all seinen Versuchungen und Vorzügen persönlich kennenzulernen.


1 Begriffszitate aus Waltraud Böhm u. a. (Hg.): Kleines politisches Wörterbuch, 3., überarbeitete Aufl. Berlin 1978, S. 360 f. u. 732 f. Herrn Prof. Dr. Manfred Wilke, Berlin, danke ich herzlich für seine wertvollen Anregungen zu diesem Artikel. Die Recherchen zu diesem Beitrag wurden im Rahmen von APART (Austrian Programme for Advanced Reserach and Technology), einem Programm der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, am Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung, Cluster Geschichte, durchgeführt.

2 Allein an der Befreiung Österreichs waren rund 400 000 Rotarmisten beteiligt. Für Herbst 1945 wird die Stärke der sowjetischen Besatzungstruppen in Ost-Österreich auf 180 000 bis 200 000 Personen geschätzt. Zehn Jahre später waren hier immer noch rund 40 000 sowjetische Armeeangehörige, 7600 Mitglieder von Offiziersfamilien und 2400 sowjetische Arbeiter sowie Zivilbedienstete stationiert. Siehe Barbara Stelzl-Marx: Freier und Befreier. Zum Beziehungsgeflecht zwischen sowjetischen Besatzungssoldaten und österreichischen Frauen, in: Stefan Karner / Barbara Stelzl-Marx (Hg.): Die Rote Armee in Österreich. Sowjetische Besatzung 1945–1955. Beiträge, Graz, Wien, München 2005, S. 421–448, hier S. 421 f.

3 Bericht des Leiters der Politabteilung des 37. NKVD-Grenzregiments, Major Smirnov, an den Leiter der Politabteilung der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der CGV, Oberst Šukin, über den politisch-moralischen Zustand der Truppen 1945, 25. 8. 1945, in: Rossijskij Gosudarstvennyj Voennyj Archiv / Russisches Staatliches Militärarchiv (im Folgenden: RGVA), F. 32906, op. 1, d. 152, S. 75–87.

4 Bericht des Leiters der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der CGV, Kuznecov, und des Leiters der Politabteilung der Truppen, Šukin, an den stv. Leiter der Hauptverwaltung der Inneren Truppen des NKVD, Skladkevič, über antisowjetische Aussagen eines NKVD-Leutnants, 30. 1. 1946, in: RGVA, F. 38650, op. 1, d. 1222, S. 63 f., hier S. 63.

5 Ebd.

6 Ebd., S. 63 f.

7 Siehe Catherine Merridale: Iwans Krieg. Die Rote Armee 1939 bis 1945. Aus dem Englischen von Hans Günter Holl, Frankfurt a. M. 2006, S. 314 f. u. 377.

8 Siehe ebd., S. 377.

9 Hierbei handelte es sich um einen ersten Lokalaugenschein der drei Westalliierten in Wien, in dessen Rahmen Flugplätze und militärische Übungsgebiete besichtigt und die österreichischen politischen Verhältnisse nach zwei Monaten sowjetischer Besatzung untersucht wurden. Wien befand sich zu diesem Zeitpunkt noch ausschließlich unter sowjetischer Kontrolle. Siehe Manfried Rauchensteiner: Der Sonderfall. Die Besatzungszeit in Österreich 1945 bis 1955, Wien 1995, S. 111.

10 Schreiben des sowjetischen Stadtkommandanten von Wien, Generalleutnant Blagodatov, an den Chef der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der 3. Ukrainischen Front, Generalmajor Pavlov, bezüglich der Bewachung Wiens während des Besuchs der westlichen Delegation, 2. 6. 1945, in: RGVA, F. 32900, op. 1, d. 212, S. 23.

11 Bericht von Generalmajor Rozanov über das Verhalten der Alliierten in Wien, 8. 9. 1945, in: Archiv vnešnej politiki Rossijskoj Federacii / Archiv für Außenpolitik der Russischen Föderation (im Folgenden: AVP RF), F. 066, op. 25, p. 118a, d. 5, S. 11–16.

12 Materialy k političeskim zanjatijam. Za rubežom rodnoj strany vysoko deržat’ čest’ i dostojnstvo sovestkogo voina i byt’ osobenno bditel’nym [Unterlagen zur politischen Bildung. Im Ausland muss man die Ehre und Würde des sowjetischen Soldaten hochhalten und besonders wachsam sein], in: Za čest’ Rodiny vom 1. 6. 1955, S. 5.

13 Schreiben von Kiselev an Molotov über das Interalliierte Sekretariat und die Mahnung der SČSK-Mit-arbeiter zu besonderer Vorsicht, 31. 12. 1945, in: AVP RF, F. (0)66, op. 25, p. 118a, d. 2, S. 83 f. Siehe auch Harald Knoll / Barbara Stelzl-Marx: Der Sowjetische Teil der Alliierten Kommission für Österreich. Struktur und Organisation, in: Karner / Stelzl-Marx: Die Rote Armee in Österreich (Anm. 2), S. 197 f.

14 Materialy k političeskim zanjatijam (Anm. 12), S. 5. Zu den Verurteilungen von Österreicherinnen und Österreichern wegen antisowjetischer Spionage siehe auch Stefan Karner / Barbara Stelzl-Marx (Hg.): Stalins letzte Opfer. Verschleppte und erschossene Österreicher in Moskau 1950–1953, Wien, München 2009.

15 Merkulov an Stalin über die Probleme, sowjetische Spezialisten nach einem Auslandseinsatz an ihrem früheren Arbeitsplatz zu beschäftigen, 11. 6. 1949, in: Rossijskij gosudarstvennyi archiv social’no-političeskoj istorii / Russisches Staatsarchiv für Sozial- und Politikgeschichte (im Folgenden: RGASPI), F. 17, op. 2, d. 474, S. 32.

16 Materialy k političeskim zanjatijam (Anm. 12), S. 5.

17 Bericht von G. N. Moločkovskij an die Abteilung für Propaganda und Agitation des ZK der VKP(b) über die Disziplin der sowjetischen Truppen in Österreich, [spätestens am 11. 12. 1946], in: RGASPI, F. 17, op. 128, d. 117, S. 199–201, hier: S. 199. Abgedruckt in: Stefan Karner / Barbara Stelzl-Marx / Alexander Tschubarjan: Die Rote Armee in Österreich. Sowjetische Besatzung 1945–1955. Dokumente, München 2005, Dok. Nr. 127.

18 Materialy k političeskim zanjatijam (Anm. 12), S. 5.

19 Böhm u. a.: Kleines politisches Wörterbuch (Anm. 1), S. 184.

20 Materialy k političeskim zanjatijam (Anm. 12), S. 5.

21 Bericht von G. N. Moločkovskij an die Abteilung für Propaganda und Agitation des ZK der VKP(b) über die Disziplin der sowjetischen Truppen in Österreich [undatiert, spätestens am 11. 12. 1946], in: RGASPI, F. 17, op. 128, d. 117, S. 199–201, hier S. 201. Abgedruckt in: Karner / Stelzl-Marx / Tschubarjan: Die Rote Armee in Österreich (Anm. 17), Dok. Nr. 127.

22 »Das Verbrechen im Prater. Wir fordern Aufklärung!«, in: Arbeiter-Zeitung vom 7. November 1946, S. 3; Siehe dazu auch: »Die Praterverbrecher zum Tod verurteilt. Vom sowjetischen Militärgericht«, in: Arbeiter-Zeitung vom 30. November 1946, S. 1.

23 Bericht von G. N. Moločkovskij an die Abteilung für Propaganda und Agitation des ZK der VKP(b) (Anm. 21).

24 Bericht des Leiters der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der CGV, Kuznecov, und des Leiters der Politabteilung der Truppen, Šukin, an den stv. Leiter der Hauptverwaltung der Inneren Truppen des NKVD, Skorodumov, über den politisch-moralischen Zustand und die Disziplin in den MVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der CGV im 1. Quartal 1946, 9. 4. 1946, RGVA, F. 38650, op. 1, d. 1222, S. 110–127, hier S. 125 f.

25 Politbericht des Leiters des 6. Garde-Schützen-Korps, Garde-Oberst Gruzdov, an den Leiter der Politabteilung der 57. Armee, Generalmajor Cinev, über den politisch-moralischen Zustand des Mannschafts­standes, dessen Lebensbedingungen und die parteipolitische Arbeit, 21. 5. 1945, in: Central’nyj Archiv ministerstva oborony RF / Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation (im Folgenden: CAMO), F. 821, op. 1, d. 467, S. 195–199.

26 Die Rote Armee im Frieden, in: Österreichische Zeitung vom 23. Februar 1946, S. 12.

27 Bericht des Kommandeurs des 17. NKVD-Grenzregiments, Oberst Pavlov, und des Leiters der Politabteilung, Major Rožkov, an den Chef der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der 3. Ukraini­schen Front, Generalmajor Palov, über den Dienst, die parteipolitische Arbeit, den politisch-moralischen Zustand und die Disziplin im Regiment von April bis Juli 1945, 31. 1. 1945, RGVA, F. 32902, op. 1, d. 28, S. 245–263, hier S. 262.

28 J. M. Mackintosh: Die politische Verwaltung, in: Basil Henry Lidell Hart (Hg.): Die Rote Armee, Gießen o. J., S. 242–247; Bruno Kalnins: Agitprop. Die Propaganda in der Sowjetunion, Wien 1966, S. 61.

29 Direktive Nr. 00811 des Leiters der Politischen Abteilung der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der 3. Ukrainischen Front, Nanejšvili, über eine Verbesserung der erzieherischen Arbeit innerhalb des Mannschaftsstammes, 4.7.1945, in: RGVA, F. 32902, op. 1, d. 11, S. 158 f. Abgedruckt in: Karner / Stelzl-Marx / Tschubarjan: Die Rote Armee in Österreich (Anm. 17), Dok. Nr. 64.

30 Bericht des Kommandeurs des 40. Schützenregiments, Oberstleutnant Chorošev, und des stv. Leiters der Politabteilung, Hauptmann Čuchin, an den Leiter der Politabteilung der 66. NKVD-Schützendivision, Oberst Tamrasov, über den politisch-moralischen Zustand, die militärische Disziplin und parteipolitische Arbeit im 3. Quartal 1945, 23. 9. 1945, in: RGVA, F. 38650, op. 1, d. 63, S. 113–128, hier S. 113.

31 Bericht des Kommandeurs des 17. NKVD-Grenzregiments, Oberst Pavlov, und des Leiters der Politabteilung, Major Rožkov (Anm. 27), S. 249.

32 Bericht des Leiters der Politabteilung des 37. NKVD-Grenzregiments, Major Smirnov (Anm. 3), S. 85.

33 Bericht des Bevollmächtigten des Leiters der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der Südlichen Gruppe der Streitkräfte, Oberst Semenenko, und des stv. Stabschefs, Oberst-Leutnant Počuev, an die NKVD-Einheiten über Desertion und unerlaubtes Entfernen von der Truppe, 30. 8. 1945, in: RGVA, F. 32902, op. 1, d. 101, S. 57 f., hier S. 58.

34 Bericht des Kommandeurs des 24. NKVD-Grenzregiments, Oberstleutnant Kapustin, und des Leiters der Politabteilung, Major Gordeev, an den Chef der NKVD-Gruppen zum Schutz des Hinterlandes der 2. Ukrainischen Front, Generalmajor Kuznecov, über die Überprüfung des Personalstandes, 1. 3. 1945, in: RGVA, F. 32905, op. 1, d. 291, S. 41.

35 Bericht des Leiters des 335. NKVD-Grenzregiments, Zacharčuk, und des Leiters der Politabteilung des Regiments, Vasil’ev, an den Leiter der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der 2. Ukrainischen Front, Kuznecov, über die Überprüfung des Personalstandes, 20. 4. 1945, in: RGVA, F. 32905, op. 1, d. 291, S. 33 ff.

36 Bericht des Leiters der Spionageabteilung des Stabes der 31. Garde-Schützendivision, Garde-Oberstleutnant Varlamov, über die militärische und politische Vorbereitung im 3. Quartal 1945, 2. 10. 1945, in: CAMO, F. 894, op. 1, d. 88, S. 307318, hier: S. 318.

37 Bericht des Leiters der Politabteilung des 128. NKVD-Grenzregiments, Kuznecov, an den Leiter der Polit­abteilung der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der 2. Ukrainischen Front, Šukin, über die Überprüfung des Personalstandes, 19. 4. 1945, in: RGVA, F. 32905, op. 1, d. 291, S. 37 f.

38 Befehl des Leiters der Politabteilung der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der Roten Armee, Generalmajor Parev, über die Überprüfung des Personalstandes, 28. 1. 1945, in: RGVA, F. 32905, op. 1, d. 291, S. 29 f.

39 Bericht des Leiters der MVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der CGV, Zimin-Kovalev, und des Leiters der Politabteilung der MVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der CGV, Šukin, über den politisch-moralischen Zustand und die militärische Disziplin unter den MVD-Truppen im 3. Quartal 1946, 10. 10. 1946, in: RGVA, F. 38650, op. 1, d. 1222, S. 193–199, hier S. 198.

40 Bericht des Kommandeurs des 17. NKVD-Grenzregiments, Oberst Pavlov, und des Leiters der Politabteilung, Major Rožkov (Anm. 27), S. 250 f. Siehe dazu Barbara Stelzl-Marx, »Russenkinder« und »Sowjetbräute«. Besatzungserfahrungen in Österreich 1945–1955, in: Andreas Hilger / Mike Schmeitzner / Clemens Vollnhals (Hg.): Sowjetisierung oder Neutralität? Optionen sowjetischer Besatzungspolitik in Deutschland und Österreich 1945–1955 (=Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusfor­schung, Bd. 32), Göttingen 2006, S. 479508.

41 Protokoll der Parteiversammlung des 10. NKVD-Grenzegiments über die Aufgaben der Kommunisten im Kampf gegen amoralische Erscheinungen, 24. 8. 1945, in: RGVA, F. 32907, op. 1, d. 351, S. 38–41, hier S. 38.

42 Bericht des Kommandeurs des 40. Schützenregiments, Oberstleutnant Chorošev, über den politisch-moralischen Zustand, die Disziplin und die parteipolitische Arbeit im Regiment im 3. Quartal 1945, 23.9.1945, in: RGVA, F. 38756, op. 1, d. 63, S. 113–128, hier S. 123.

43 Bericht des Leiters des 336. NKVD-Grenzregiments, Oberstleutnant Martynov, und des Leiters der Polit­abteilung, Major Čurkin, an den Leiter der Politabteilung der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der CGV, Oberst Šukin, über den Dienst, die parteipolitische Arbeit, den politisch-moralischen Zustand und die Disziplin des Regiments im 3. Quartal 1945, 10. 1945, in: RGVA, F. 32914, op. 1, d. 132, S. 360381, hier: S. 377 f.

44 Kalnins: Agitprop (Anm. 28), S. 58.

Inhalt – JHK 2010

Copyright:

Eventuell enthaltenes Bildmaterial kann aus urheberrechtlichen Gründen in der Online-Ausgabe des JHK nicht angezeigt werden. Ob dieser Beitrag Bilder enthält, entnehmen Sie bitte dem PDF-Dokument.