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Markus Wolf versus United States of America. Die Amerika-Abteilung des Ministeriums für Staatssicherheit

JHK 2010 | Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung | Seite 209-242 | Aufbau Verlag

Autor/in: Helmut Müller-Enbergs

Seine Frau, Freunde und Arbeitskollegen nennen ihn Hans Dietrich Steinmeier1 und wissen, dass er von einem Leben in Amerika träumt. Alle, die den 35-Jährigen in Hamburg kennenlernen, erfahren, dass er im Oktober 1972 von Bremen in die Hansestadt gezogen ist. Zuvor hatte er als Kranfahrer gearbeitet und seine kranke Mutter bis zu ihrem Tod versorgt; sein Vater war im Krieg gefallen. In Hamburg soll für ihn endlich ein neues Leben beginnen. Er will nachholen, was ihm zuvor nicht möglich war. Er mietet sich ein Zimmer, versteht sich ausgezeichnet mit der Vermieterin, sucht sich eine Hilfsarbeit bei einer Transportfirma in Hamburg-Wilhelmsburg und ist bei seinen Kollegen beliebt – und vor allem meldet er sich für einen Englisch-Kurs bei »pro linguis« an. Dort freundet er sich mit einer jungen Frau, einem Chemieingenieur und dessen Kollegen an. Mit ihnen unternimmt er Wochenendausflüge oder trifft sich zum Kneipenbummel. Niemanden stört seine Zurückhaltung, insbesondere mag er kaum aus seinem Leben erzählen.

Hans Dietrich Steinmeier ist ehrgeizig: Sein nächster Job beim Logistikkonzern Schenker in Hamburg soll für ihn das Sprungbrett nach Amerika sein. Er ist überzeugt, durch Fleiß die schwachen schulischen Leistungen früherer Jahre wettmachen zu können – bislang hat er es lediglich zum Hilfsarbeiter gebracht. Dabei sollen ihm ein nachgeholter Schul­abschluss und ein begonnenes Abendstudium der Betriebswirtschaft helfen.

Ein halbes Jahr nach seinem Start bei Schenker beschließt er, gleich seinen ersten Urlaub dazu zu nutzen, um erstmals in die USA zu reisen. Dabei will er auch herausfinden, wie es ihm gelingen könnte, in Amerika Fuß zu fassen. Sein Status als Student hilft ihm, die ansonsten aufwändigen Einreisebestimmungen zu umgehen. Obwohl er noch nie dort gewesen ist, kennt seine Begeisterung für dieses Land keine Grenzen. So fiebert er dem Tag entgegen, an dem es losgehen soll. Im November 1973 ist es so weit. Schon während dieser Reise gelingt es Steinmeier, in der New Yorker Niederlassung von Schenker einen Job zu finden. Zurück aus dem Urlaub, bricht er in Hamburg alle Zelte ab, verabschiedet sich von Freunden und Vermieterin, zu denen er in den nächsten Jahren nur gelegentlich Kontakt hält.2

Die Arbeit in New York fällt ihm zunächst schwer. Vor allem mit der Sprache hat er Probleme. Dennoch kann er bei Schenker dank seiner Leistungen überzeugen und wird innerhalb weniger Jahre zum Vizedirektor der Exportabteilung aufsteigen. Bei gelegentlichen Aufenthalten in Hamburg schließt er später auch noch sein Studium erfolgreich ab. Ansonsten geht er täglich im New Yorker World Trade Center seiner Arbeit nach: Ein Traum hat sich erfüllt. Sein Glück vollkommen machen seine zukünftige Frau, die er im Dezember 1974 in den USA kennenlernt, und ihr späteres gemeinsames Kind.

Diese Traumkarriere hatte lediglich einen Haken: Hans Dietrich Steinmeier hieß in Wirklichkeit Eberhard Lüttich und war Offizier im besonderen Einsatz (OibE) der Hauptverwaltung A (HV A) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), der Spionageabteilung des MfS. Er operierte unter dem Decknamen »Brest«. Sein offizielles Leben als Steinmeier war lediglich eine Legende, die an Schreibtischen in Ost-Berlin ersonnen worden war. Mit ihm hatte die HV A eine nachrichtendienstliche Quelle im Herzen der »imperialistischen Supermacht« in den USA platziert. Die Zuständigkeit innerhalb des MfS fiel im Wesentlichen einer einzigen Diensteinheit zu: der Abteilung XI der HV A – HV A XI genannt. Diese Abteilung spielt in der öffentlichen Debatte bislang keine Rolle, zumal es von ihr keine nennenswerten Aktenüberlieferungen gibt.

Im Nachfolgenden wird der Versuch unternommen, der HV A XI eine Gestalt zu geben, was ihre Aufgaben, ihre Mitarbeiter und vor allem ihre Quellen betrifft. Dies wird durch den Umstand erschwert, dass zu dieser Abteilung kaum archivarische Überlieferungen bei der Stasi-Unterlagenbehörde vorliegen, da es den Mitarbeitern gelang, bis Juni 1990 entsprechende Bestände nahezu vollständig zu vernichten. Übrig geblieben ist lediglich die von der HV A angelegte und verfilmte Kartei, die unter dem Namen »Rosenholz« bekannt ist und deren Daten seit 2004 in Deutschland in der Stasi-Unterlagenbehörde zugänglich sind. Bis dahin befanden sich die »Rosenholz«-Dateien im Besitz der USA, und die CIA sorgte dafür, dass bei ihrer Rückgabe alle Bezüge zu amerikanischen und anderen nicht-deutschen Staatsbürgern zurückgehalten wurden. Aus diesem Grund müssen zahlreiche Personen in diesem Beitrag namenlos bleiben, da allenfalls deren Decknamen bekannt sind und allein Karteikarten mit deutschen Bezügen vorliegen. Ferner ist eine besondere Datei mit dem Namen SIRA, dem System der Informationsrecherche der HV A, überliefert bzw. wurde mühsam wieder rekonstruiert. In diesen elektronischen Datenbanken der HV A sind u. a. die von den inoffiziellen Mitarbeitern (IM) beschafften Unterlagen mit ihren Titeln, die Decknamen der IM und ihre individuellen Registriernummern sowie die von den Auswertern vergebenen Beurteilungen verzeichnet. Außerdem existieren vereinzelte IM-Akten, die wegen ihrer geringen Bedeutung nicht im Archiv der HV A, sondern in dem des MfS abgelegt wurden. Darüber hinaus haben einzelne Offiziere dieser Abteilung ihre Erinnerungen veröffentlicht bzw. sind mit Stellungnahmen an die Öffentlichkeit getreten. Schließlich trugen Ermittlungsbehörden Angaben zu einzelnen IM und ihren Offizieren zusammen, die herangezogen wurden, wenn es zu Anklagen und Verurteilungen kam. Diese Quellenlage lässt erahnen, dass die Rekonstruktion der HV A XI einem überwiegend unvollständigen Puzzle gleicht.

Da das öffentliche Interesse an der Arbeit des Nachrichtendienstes von Markus Wolf gegen die USA jedoch enorm ist, soll dieser Artikel dazu beitragen, zumindest einige Lücken in diesem Puzzle zu schließen. Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht daher besonders die direkte operative Arbeit gegen die USA bzw. in den USA, weshalb das dafür zuständige Referat 3 einen besonderen Stellenwert erhält. Im Einzelnen soll dargestellt werden, welche Einrichtungen die HV A in den USA im Visier hatte und wie sie versucht hat, diese zu infiltrieren. Um dieses Vorgehen anschaulich zu machen, soll nach der Vorstellung der einzelnen Referate und ihrer Aufgabenbereiche innerhalb der HV A XI schließlich rekonstruiert werden, was aus Eberhard Lüttich alias Hans Dietrich Steinmeier geworden ist.

1. Zielobjekte

Die im Februar 1971 als eigenständige Abteilung gebildete HV A XI befasste sich mit allen Fragen politischer und militärischer Natur, die mit den USA (und Kanada)3 in Beziehung standen. Die operative Arbeit gegen die amerikanischen Nachrichtendienste oblag einer anderen Struktureinheit der HV A, namentlich der HV A IX,4 und die Arbeit gegen die NATO übernahm die HV A XII. Die breiter angelegte nachrichtendienstliche Arbeit in den USA wurde erst zu dem Zeitpunkt aufgenommen, als eine staatliche Anerkennung der DDR absehbar war, die es auch der DDR ermöglichte, diplomatische Vertretungen zu eröffnen. Das Aufklärungsprogramm war großzügig gefasst; es wurde zwischen Haupt- und Basisobjekten unterschieden. »Für uns draußen hieß das«, so berichtet der ehemalige HV A-Resident bei der UNO, Horst Joachimi, »das nachrichtendienstliche Objektiv auf die Totale umzustellen – wir sollten die gesamte gesellschaftliche Entwicklung so gut wie möglich ausleuchten und uns nicht mehr nur auf die Hauptobjekte konzentrieren. (…) Aus der klassischen Aufklärung wurde nun eine zielgerichtete Erkundung des reaktionären Konservatismus«5 – und seiner Institutionen.

Unter den Hauptobjekten galt das Interesse vor allem dem Weißen Haus, dem US-Verteidigungsministerium, dem Kongress und dem Pentagon.6 Dabei stand die HV A jeweils vor beachtlichen Problemen. Da sie im Weißen Haus einen häufigen Personalwechsel beobachtete, schien ihr die Methode des »Herausbrechens« für das nachrichtendienstliche Eindringen als besonders viel versprechend. Es galt also eine dort bereits tätige Person für sich zu gewinnen. Beim Verteidigungsministerium und beim Kongress erschien es der HV A kaum realistisch, Quellen zu platzieren, da dort ausschließlich US-Bürger tätig sein durften, die mindestens seit sieben Jahren in den Staaten lebten und darüber hinaus den obligatorischen Einsatz eines Lügendetektors zu überstehen hatten. Außerdem brachten Senatoren, Kongressabgeordnete sowie der Präsident ihren persönlichen Mitarbeiterstab mit. Dem Pentagon hingegen gehörten zwei Millionen Soldaten sowie eine Million Zivilangestellte an, die zumeist dorthin abgeordnet wurden und an keine Karrierelaufbahnen gebunden waren. Auch hier favorisierte die HV A die Methode des »Herausbrechens«.7

Unterhalb der Ebene der Hauptobjekte gab es die Basisobjekte. Hier handelte es sich um Institute oder wissenschaftliche Einrichtungen, die auf unterschiedliche Weise enge Verbindungen zum Weißen Haus unterhielten. Da es der HV A schwerfiel, in die personellen Strukturen des Weißen Hauses einzudringen, interessierte sie sich für entsprechende Einrichtungen in dessen Umfeld. Dazu gehörten so bekannte Institute wie

• die Heritage Foundation (Washington, D. C.),

• das Institute for Contempary Studies for Public Policy Research (San Francisco),

• das American Enterprice Institute (Washington, D. C.),

• die Hoover Institution on War, Peace and Revolution (Stanford University,

Kalifornien),

• das Centre for Strategic and International Studies (Georgetown University),

• die School of International Affairs (Columbia University, New York),

• die RAND-Cooperation (Santa Monica, Kalifornien),

• die School of Advanced International Studies (Johns Hopkins University,

Washington, D. C.),

• die Fletcher School of Law and Diplomacy (Tufts University, Medford),

• das Massachusetts Institute of Technology (Cambridge).

Aus den gleichen Gründen standen Universitäten und wissenschaftliche Einrichtungen mit enger Verbindung zum Außenministerium im Blickpunkt des Interesses der HV A XI, darunter die Kennedy School of Government (Harvard University, Cambridge) und The American University (Washington, D. C.). Wegen ihrer Verbindungen zum Verteidigungsministerium waren die Universitäten sowie Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen wie das Institute for Defense Analysis (Arlington), das Hudson Institute (New York), das Russian Research Center (Harvard University, Cambridge), die US-Military Academy (West Point, New York), das National War College (Washington, D. C.), das Industrial College of the Armed Forces, alle Reserve Officers Training Corps (ROTC) sowie diverse Institute für Luft- und Raumfahrt operativ zu bearbeiten. Die Aufmerksamkeit galt ferner der Brookings Institution wegen ihrer engen Verbindungen zum Kongress.

Über diese Einrichtungen hinaus interessierten der Council on Foreign Relations (New York), das Foreign Policy Research Institute (Philadelphia), das Center for International and Public Affairs (University of Southern California, Los Angeles), das Institute for Sino-Soviet-Studies (George Washington University, Washington, D. C.), das Research Institute on International Change (Columbia University, New York), die Trilateral Commission (New York), die Rockefeller Foundation (New York), die Ford Foundation (New York) und, unter dem Gesichtspunkt »politischer Diversion«, die United States Information Agency (USIA).

Zu den wichtigen amerikanischen Einrichtungen zählte die HV A XI auf militärischer Ebene hinsichtlich der Hauptobjekte das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Europa (USEUCOM) in Stuttgart und der US-Landstreitkräfte in Europa (USAREUR) in Heidelberg, weshalb sich die operative Arbeit vornehmlich auf Angehörige und Zivilangestellte der US-Armee in der Bundesrepublik konzentrierte, besonders in Stuttgart, Heidelberg, Ramstein, West-Berlin, Kaiserslautern, München, Würzburg, Grafenwöhr und Frankfurt a. M. Allein dem Hauptquartier der US-Streitkräfte in Heidelberg gehörten 10 000 Mitarbeiter an. Von großem Interesse waren ferner die US-Botschaft in Bonn, die US-Mission, die Alliierte Kommandantur und das General Lucius D. Clay Hauptquartier in West-Berlin. Zu den observierten Basisobjekten gehörten die US-Generalkonsulate in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Stuttgart und München, das US-Agricultural Trade Office in Hamburg, das Regional Export Development Office in Bonn, die American Chamber of Commerce in Germany in Frankfurt a. M., Berlin, Köln, München, Stuttgart und Hamburg, die 6912 Electronic Security Group, die Field Station in Berlin-Tempelhof, -Marienfelde und -Teufelsberg, die US-Air Force in Berlin-Tempelhof, amerikanische Studieneinrichtungen in Hamburg, Hannover, Göttingen, Marburg, Heidelberg, Regensburg, Stuttgart, Tübingen, München, Freiburg.8

Für diese verschiedenen Zielobjekte waren innerhalb der HV A XI die Leitung und diverse Referate mit insgesamt 61 Mitarbeitern zuständig, wobei die bedeutendsten Einrichtungen der Leitung selbst vorbehalten blieben. Um das unglaubliche Ausmaß der Aufgaben erfüllen zu können, suchte die HV A XI inoffizielle Mitarbeiter, »die den Kampf auf Leben und Tod zu führen gewillt sind!«.9

2. Abteilungsleitung

Die Leitung der HV A XI war allein mit zwölf Zielobjekten in den USA befasst, von denen die drei wichtigsten das Pentagon, das Weiße Haus und das Außenministerium waren.10 Als erster Leiter war mit Heinz Geyer11 ein erfahrener Mann bestimmt worden, der wesentlich am Aufbau dieser Abteilung beteiligt gewesen ist. Ihm folgte sein bisheriger Stellvertreter Jürgen Rogalla,12 der bis zum Ende der DDR die HV A XI leitete.13 Rogalla standen zunächst Horst Klugow,14 dann Manfred Kleinpeter15 und zuletzt als 1. Stellvertreter Armin Grohs16 zur Seite. Jeder von ihnen war für bestimmte Referate zuständig, die in den folgenden Kapiteln näher beschrieben werden.

Zuständige

Referat

Schwerpunkt

Oberst Jürgen Rogalla

1

Einschleusungen / Übersiedlungen in die USA

 

5

US-Streitkräfte in Europa

  

Auswertung und Information

Oberst Armin Grohs

2

US-Botschaft in Bonn / US-Bürger in der Bundesrepublik

 

7

Ausbildung und Kadergewinnung

Oberst Manfred Kleinpeter

3

US-Bürger in Europa

 

4

UNO-Vertretung in den USA

 

6

USA-Forschung in der DDR

 

9

US-Streitkräfte in West-Berlin / Militärmission in Potsdam

Tabelle 1: Referatszuständigkeiten der Leitung17

Dem Leitungsstab direkt angeschlossen war das vierköpfige Auswertungs- und Informationsreferat von Rolf Hoth und seinem Stellvertreter Siegfried Weber.18 Hier liefen alle Materialien, Analysen, Berichte, Dokumente usw. zusammen, die von IM der HV A XI operativ beschafft und intern in ihrer Summe als Informationen bezeichnet wurden. Freilich führte die Leitung selbst Quellen, von denen insbesondere der Bundesbürger »Lord«, die Kurierinnen »Irma« und »Inge« sowie die beiden ausländischen Staatsbürger »Major« und »William« erwähnenswert sind.19 Einen Sonderfall stellte eine Quelle dar, von der nichts bekannt ist, außer den auf sie zurückgehenden Informationen. Sie muss jedoch interessante Zugänge gehabt haben, denn sie lieferte von Januar 1973 bis Oktober 1974 zehn Informationen, darunter einen Bericht des Unterausschusses für internationalen Austausch und Zahlungen des Gemeinsamen Wirtschaftsausschusses des US-Kongresses und eine Information zu internen Wirtschaftsberichten des großen amerikanischen Unternehmens Sperry-RAND, das Elektronikartikel, Computer, Landmaschinen und Hydraulikausrüstungen herstellte.20 Etwas mehr ist über andere Quellen der Leitung bekannt. So etwa über den Abteilungsleiter im Bekleidungshaus Hertie in Hanau, der als Ermittler »Walter« operierte, und seine Ehefrau, die Kurierin »Waltraud«. Sie waren seit August 1967 mit der HV A verbunden und beschafften in der Zeit von April 1970 bis Oktober 1983 291 Informationen, meist in Form von Dokumenten. Die Informationen waren überwiegend das Ergebnis ihrer Kontakte zu den US-Landstreitkräften in Europa in Heidelberg. Der ausländische Bürger »William« lieferte von Juni 1970 bis August 1984 insgesamt 74 Informationen, darunter 58 Dokumente. Sie betrafen die Führungsstruktur von General Motors, Pläne von Senatoren und Kongressabgeordneten, meistens mit Bezug auf die amerikanische Innenpolitik. Vereinzelt gehen auf »William« auch Sitzungsprotokolle des Instituts für Kommunistische Angelegenheiten der Columbia University zurück. Zu den Quellen der Leitung gehörte auch »Fürst«, der offenkundig im Umfeld der US-Army in Grafenwöhr operierte. Auf ihn gehen von Dezember 1981 bis Juli 1984 60 Informationen, darunter 26 Dokumente zurück. Dazu zählen die US-Felddienstvorschriften zur Nuklearmunition (109 Seiten) und Feststellungen zu schweren Sprengkörpern (318 Seiten). Bei den genannten Personen handelt es sich um die Spitzenquellen der Leitung, doch – bezogen auf die ehrgeizigen Ziele – waren sie weit davon entfernt, tatsächlich Haupt- oder Basisobjekte infiltriert zu haben.

Die von den einzelnen IM gelieferten Informationen reichten die Diensteinheiten an die entsprechenden Auswertungsabteilungen der HV A weiter: die sogenannten informationsauswertenden Diensteinheiten (IADE). Dazu gehörte die HV A V, die Auswertungsabteilung des Sektors Wissenschaft und Technik, die diesbezügliche Unterlagen bewertete. Die HV A VI sammelte »Regimematerialien« wie etwa Einreiseformalitäten, Pässe, Hotelquittungen usw., die HV A VII analysierte Informationen zu politischen und militärischen Fragen, und die Auswertungsabteilung der HV A IX bearbeitete Informationen zu Nachrichtendiensten und Polizeien.

Reg.-Nr.

Deckname

HV A V

HV A VI

HV A VII

HV A IX

Σ

XV 1311 / 68

Ermittler »Walter«,

Kurier »Waltraud«

0

1

236

54

291

XV 1797 / 69

»William« (AB)21

0

0

74

0

74

XV 6281 / 81

»Fürst«

11

0

49

0

60

XV 12823 / 60

O-Quelle »Lord«,

»Major« (AB)

0

0

40

0

40

XV 12900 / 60

»Müller«, Sicherungs-

IM »Inge«

14

0

10

10

34

Tabelle 2: Informationen von der Leitung der HV A XI an die Auswertungsabteilungen der HV A nach ihrer Anzahl (1971–1989)21

3. Nordamerika – Kanada – Mexiko

Für Nordamerika, Kanada und Mexiko war das Referat 1 der HV A XI mit seinen 20 Mitarbeitern zuständig. Die Leitung lag zunächst bei Horst Klugow, dann bei Artur Birgel – zwischenzeitlich bei Horst Joachimi22 – und zuletzt bei Ralph-Dieter Lehmann.23 Das Referat arbeitete während seiner Existenz sehr effektiv und legte für 555 Bürger Aktenvorgänge an. Es verfügte über 18 bundesdeutsche IM24 und 15 ausländische Bürger, mit denen es kooperierte oder die es »abschöpfte«.25

Nennenswert sind gleichwohl nur wenige dieser Quellen, darunter insbesondere der US-Sergeant »Kid«26 von der 6912 Electronic Security Group in Berlin-Marienfelde. Er lieferte von April 1985 bis Februar 1986 64 Informationen, darunter zwölf Dokumente. Hierbei handelt es sich um Dossiers über die elektronische Kampfführung, wie z. B. das Dokument »Canopy Wing«, das Schwachstellen der Hochfrequenz-Kommunikation des Sowjet-Generalstabs analysierte.27 35 dieser 64 Informationen wurden als »sehr wertvoll« eingestuft. In der DDR, wohin »Kid« 1987 übersiedelte und deutscher Staatsbürger wurde, war er im Objekt »Brücke« in Ost-Berlin damit befasst, die Funkaufklärung der US-Air Force auszuwerten. Im April 1991 wurde er von einem amerikanischen Nachrichtendienst in die USA verbracht bzw. entführt und wegen Spionage zu 38 Jahren Haft verurteilt, von denen er zwölf Jahre im Gefängnis verbüßte, bevor er begnadigt 2003 in seine Wahlheimat Deutschland zurückkehrte.28

Der ausländische Bürger »Anker«29 ist, verglichen mit »Kid«, von wesentlich geringerer Bedeutung. Er wurde zunächst von der Abteilung XV der Bezirksverwaltung Karl-Marx-Stadt geführt (bei der auch die Quelle im BND, Gabriele Gast, angebunden war) und lieferte von April 1982 bis Oktober 1988 62 Informationen, bei denen es sich überwiegend um Fotokopien (49) handelt, die einen Bezug zur Luftwaffe und zum US-Stützpunkt Ramstein aufweisen. Wiederholt standen Fragen der »Exercise Schedule FY 2 / 81 – FY 3 / 82« und hinsichtlich elektronischer Bordgeräte in Flugzeugen im Mittelpunkt. Der Ingenieur und Führungs-IM (FIM) »Bernd« und seine Frau, zugleich Perspektiv-IM (PIM) »Angela«,30 die als Sekretärin beim FDP-Landesvorstand in West-Berlin arbeitete, wurden zwar als Quellen geführt, lieferten jedoch im Zeitraum von Juli 1977 bis Mai 1982 im Gegensatz zum inhaltlichen Schwerpunkt des Referats vornehmlich Informationen über die FDP. Schon von deutlich geringerem Stellenwert waren PIM »Robby« mit 22 und »Harry Winter« mit elf Informationen.

Reg.-Nr.

Deckname

HV A V

HV A VI

HV A VII

HV A IX

Σ

XV 2047/84

»Kid«

0

0

18

46

64

XV 137/81

»Anker« (AB)

7

0

19

2

28

XV 366/77

FIM »Bernd«, PIM »Angela«

8

2

15

0

25

XV 2736/79

PIM »Robby«

0

1

17

4

22

XII 632/67

»Harry Winter«

0

0

11

0

11

Tabelle 3: Informationen vom Referat 1 an die Auswertungsabteilungen der HV A nach ihrer Anzahl (1971–1989)

4. US-Botschaft in Bonn

Im Referat 2 konzentrierte man sich auf die US-Botschaften in Bonn und in den deutschsprachigen Ländern wie Österreich oder der Schweiz, aber auch auf amerikanische Staatsbürger in der Bundesrepublik Deutschland. In der Summe handelt es sich um sechs Institutionen.31 Die Leitung des Referats wechselte wiederholt. Sie wurde übernommen von Horst Klugow, Heinz Schockenbäumer,32 Manfred Kleinpeter und zuletzt von Volker Lätzsch,33 die insgesamt 16 Mitarbeiter zu ihrem Stab zählten.

Das Referat 2 war operativ außerordentlich leistungsstark. Es führte mit 538 Vorgängen nahezu so viele wie das Referat 1, verfügte jedoch mit 23 bundesdeutschen IM über ein größeres Netz, darunter sechs, die in Zielobjekten tätig waren.34 Hinzu kamen die Kontaktperson (KP) »Tom« und fünf ausländische Kontakte.35

Eine O-Quelle, so lautete eine der vielen Sonderbezeichnungen für IM und steht für Objektquelle, gehörte für die HV A zu den wichtigsten IM, weil sie in einer Zieleinrichtung tätig war. Dazu zählte eine Sachbearbeiterin im Bundesministerium der Verteidigung mit dem Decknamen »Erich«. Sie lieferte im Zeitraum von November 1969 bis November 1987 2303 Informationen, überwiegend in Form von Dokumenten (1611). Dabei handelt es sich um interne Unterlagen des Bundesministeriums, aber auch der NATO sowie um militärische Forschungsvorhaben. Von kaum geringerer Bedeutung war die Fremdsprachensekretärin, die als O-Quelle »Gerhard« in der US-Botschaft in Bonn arbeitete. Auf sie gehen 1545 Informationen (in 1364 Fällen als Dokument) zurück, die im Zeitraum von März 1976 bis Mai 1989 beim Referat 2 eintrafen. Sie geben einen beachtlichen Einblick in die Arbeit der US-Botschaft, insbesondere, was militärische Fragen betrifft. »Gerhard« berichtete ausführlich über die Pershing II, auch hinsichtlich deren Stationierung in der Bundesrepublik Deutschland. An dritter Stelle folgt eine Abschöpfquelle (A-Quelle) mit dem Decknamen »Hoffmann«,36 die ebenfalls über gute Zugänge verfügte. »Hoffmann« war zunächst als Wissenschaftler bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Ebenhausen tätig, dann als Professor an der FU Berlin. Er kann mit 494 Informationen (457 Dokumente) in Verbindung gebracht werden, die meist außenpolitische Fragen betreffen. In 13 Fällen bildeten diese Informationen die Basis für an die SED-Führung gerichtete Ausarbeitungen, in zwei Fällen wurde die Note »sehr wertvoll« vergeben. Beachtenswert sind ferner die O-Quelle »Gitte« mit 470 Informationen und »Keddy«37 mit 281 Informationen. Angesichts dieser eindrucksvollen Informationsdichte dürfte das Ziel, die US-Botschaft in Bonn operativ unter Kontrolle zu halten, tatsächlich erreicht worden sein.

Reg.-Nr.

Deckname

HV A V

HV A VI

HV A VII

HV A IX

Σ

XV 47/68

O-Quelle »Erich«

1002

0

1275

26

2303

XV 4607/75

O-Quelle »Gerhard«

11

0

1485

49

1545

XV 232/67

A-Quelle »Hoffmann«

4

1

485

4

494

XV 3001/77

O-Quelle »Gitte«

351

1

117

1

470

XV 11540/60

»Keddy«

274

0

7

0

281

Tabelle 4: Informationen vom Referat 2 an die Auswertungsabteilungen HV A nach ihrer Anzahl (1971–1989)

5. Quellen in den USA

Die operative Arbeit des Referats 3 zielte auf das Führen von Quellen in den USA und Übersiedlungen von DDR-Bürgern in das »Operationsgebiet«. Die entsprechenden Vorgänge wurden einheitlich unter dem Objektvorgang »Aufbau« geführt.38 Die Übersiedlung von DDR-Bürgern ins Ausland war ein aufwendiges und langwieriges Unternehmen: Für die zu diesem Zweck eingesetzten Bürger musste eine geeignete Biographie ersonnen werden (»Legende«), sie hatten sich unauffällig im Zielland zu integrieren, zumeist zunächst in der Bundesrepublik, um dann den Sprung in die USA zu schaffen. Diesbezüglich befasste sich die HV A schon länger mit solchen Unternehmungen, wozu sie eigens die Arbeitsgruppe »Übersiedlungen« ins Leben gerufen hatte, aus der das Referat 3 entstanden war. Seine Räumlichkeiten hatte das Referat zunächst in der Ost-Berliner Neustädtischen Kirchstraße (Nähe Ecke Clara-Zetkin-Straße). Als 1977 die amerikanische Botschaft direkt gegenüber – in das frühere Warenhaus für Armee und Marine, später das Haus des Deutschen Handwerks – einzog, erhielt das Referat neue Büros in der Ruschestraße in Berlin-­Lichtenberg.

Das operative Aufgabengebiet des Referats 3 umfasste die Auswahl und operative Vorbereitung von Einsatzkadern zur Übersiedlung in das »Operationsgebiet«.39 Nachweislich führte das Referat insgesamt 281 Vorgänge, was im Vergleich zu den Nachbarreferaten einem Anteil von 11,5 Prozent entspricht. Jährlich wurden durchschnittlich ein bis zwei Übersiedlungskandidaten ausgebildet und »abgesetzt«. Im Dezember 1988 waren für das Referat 3 sieben Bundesbürger als IM erfasst.40 Hinzu kamen neun IM / KP im Ausland.41

Innerhalb der HV A XI erfolgte die Anleitung des Referats zunächst durch den stellvertretenden Abteilungsleiter Armin Grohs.42 Spätestens seit November 1985 übernahm Abteilungsleiter Jürgen Rogalla diese Aufgabe jedoch selbst. Erster Leiter des Referats 3 wie auch der vormaligen Arbeitsgruppe »Übersiedlungen« war von Februar 1971 bis Januar 1978 Eberhard Kopprasch. Ihm folgte Bernd Gentz,43 ab Oktober 1982 übernahm Ralf Schirrmann diese Aufgabe und von November 1985 bis März 1990 Lothar Ziemer.44 Stellvertretende Leiter waren seit März 1977 Bernd Gentz und nach ihm Heiko-Bernd Schilling.45 Das Referat verfügte über 13 Mitarbeiter, zumeist Ingenieure, die in der Lage waren, auch fachspezifische Informationen zu bewerten und oftmals anschließend als Offizier im besonderen Einsatz in den Auslandseinsatz übernommen wurden. Anfangs waren dem Referat Günter Enterlein als Referent und Reinhard Krull als Sachbearbeiter zugeteilt. Der gelernte Staatswissenschaftler Günter Enterlein war von 1977 bis 1985 als OibE »Georg« in den USA.46 In den Siebzigerjahren waren der Ingenieur für Bergbaumaschinen Rudolf Herz, der Ingenieur beim VEB Bau-Union Rostock Fritz-Jürgen Peters, der Ingenieur für Hochbau Fritz-Joachim Stahlbohm und der Chemieingenieur Dieter Tietz (später OibE »Vogt«) dem Referat zeitweise als operative Mitarbeiter zugewiesen, ferner der Unterstufenlehrer Herbert Thomas als Referent. In den Achtzigerjahren gehörten der Diplom-Ingenieur Harald Meumann, der Maschinenbauer Olaf Walter als Sachbearbeiter operativer Dienst und der Mechaniker Hans Fischer (später OibE »Resch«) als operativer Mitarbeiter dem Referat an. Zum Zeitpunkt seiner Auflösung versah neben dem Leiter Ziemer und seinem Stellvertreter Heiko-Bernd Schilling noch Günter Burmeister als Referent seinen Dienst im Referat 3.

Der amerikanische Techniker, die A-Quelle »Dupont«, dürfte zeitweise die bedeutendste und älteste Quelle des Referats gewesen sein (zusammen mit »Lore«). Bereits im Dezember 1964 hatte Oberstleutnant Armin Grohs den Vorgang angelegt, der über Oberleutnant Eugen Kühn (Arbeitsname Fritz Fahlberg) und Oberleutnant Volker Lange (Volker Sommer) zum Referat 1 gelangte. Dort wurde er von Hauptmann Horst Klugow im August 1973 an den operativen Referenten, Hauptmann Lothar Ziemer, weitergegeben. Als dieser als Oberstleutnant die Leitung des Referats 3 im November 1985 übernahm, hielt er zwar an dem Vorgang fest, doch war es um diesen schon ruhiger geworden. Die letzte Information lag bereits fünf Jahre zurück.

Reg.-Nr.

Deckname

HV A V

HV A VI

HV A VII

HV A IX

Σ

XV 15/74

»Hampe« (AB)

0

0

88

5

93

XV 4277/64

»Dupont« (AB), »Lore« (AB)

36

0

16

1

53

XV 43/77

»Jack« (AB), »Georg« (AB), »Ruth« (AB)

0

4

38

6

48

XV 3415/67

»Flieger«

1

0

28

0

29

XV 402/64

»Donald«, »Gerda«

0

0

11

0

11

Tabelle 5: Informationen vom Referat 3 an die Auswertungsabteilungen der HV A nach ihrer Anzahl (1971–1989)

Das war 1969 / 70 noch deutlich anders, als »Dupont« wiederholt über die American Ordnance Association berichtete, die sich mit den Anforderungen der amerikanischen Rüstung befasste. Vielfach konnte er konkrete Angaben zur Rüstungstechnik machen, etwa zur Beschichtung von Raketenköpfen oder von Artilleriegeschosshülsen der Calspan Inc. New York. Ebenso hatte er Kenntnis von einigen militärischen Entwicklungen in den USA, wie z. B. der Cruise Missile. »Dupont« nutzte von 1967 bis September 1973 die Deckadresse »Born«, an die er für Außenstehende unverfängliche Sätze schrieb, die jedoch für die HV A dechiffrierbare Angaben über Treff- oder Ablageorte von Informationen enthielten. Bei der Deckadresse handelte es sich um die Wohnanschrift eines Bezirksdirektors für Post- und Fernmeldewesen in Berlin-Friedrichsfelde (Marie-Curie-Allee). Namentlich nannte »Dupont« in der Anschrift stets Günter Hansen, wobei es sich dabei um den Arbeitsnamen von Hauptmann Günter Burmeister handelte. Im Bedarfsfall wurde dies mit der Behauptung erklärt, Hansen studiere in Berlin, wohne jedoch außerhalb. Die eingehende Post wurde von Oberleutnant Volker Lange oder Hauptmann Georg Ziesche (Arbeitsname Georg Fischer) abgeholt. Als Hauptmann Lothar Ziemer den Vorgang übernahm, wies er »Dupont« eine neue Deckadresse zu.47

Im Januar 1974 legte Horst Joachimi den Vorgang zur A-Quelle »Hampe« an. Dahinter verbarg sich ein amerikanischer Politikwissenschaftler, der zu Fragen friedlicher Koexistenz forschte und regelmäßig nach Europa, auch Osteuropa, reiste, um an wissenschaftlichen Tagungen teilzunehmen. Ab 1975 wurde dieser Vorgang in den Händen des operativen Referenten, Hauptmann Lothar Ziemer – er gehörte zu diesem Zeitpunkt noch zum Referat 1 – zu einer wertvollen Quelle des Referats. Allerdings konnte der Verdacht, er könne ein Doppelagent sein, weder bestätigt noch jemals widerlegt werden. Der gestandene Familienvater kam ein- bis zweimal im Jahr in die DDR und sprach seine Berichte auf ein Tonband. Eine Instrukteurverbindung wurde nicht zu ihm unterhalten, man händigte ihm lediglich eine Deckadresse aus. Ab 1986 meldete er sich nicht mehr.

In den Siebzigerjahren flossen seine Informationen in sechs Fällen (zuletzt 1977) in Analysen der Auswertungsabteilung ein und wurden somit der Parteiführung zur Kenntnis gebracht. Unerheblich dabei war, dass lediglich zwei seiner 87 bis 1986 eingegangenen Informationen als »wertvoll« galten. Bei der Hälfte der Informationen handelt es sich um Dokumente, die ein breites Spektrum an Themen enthalten. Wiederholt waren Analysen, Untersuchungen und Studien zur politischen Entwicklung in den USA darunter. Als »wertvoll« wurden die im August 1980 eingegangenen Dokumente der Foreign Claims Settlement Commission of the USA angesehen. In 22 Fällen partizipierte auch der KGB an diesen Informationen.

Im Oktober 1976 hatte der Referent Major Günter Enterlein mit »Lindner« einen Vorgang angelegt, der eine beachtliche Entwicklung nehmen sollte. Hauptmann Fritz-Jürgen Peters, der ihn als operativer Mitarbeiter übernahm, gab die Unterlagen allerdings im Juni 1979 an das Referat 7 ab. Dabei handelte es sich um eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe an der Akademie für Staat und Recht in Potsdam-Babelsberg, die von Professor Klaus Montag geleitet wurde. Dort schien der Vorgang besser ins Profil zu passen. »Lindner« hatte hier seine eigentlich produktive Phase: Wie seinen 130 Informationen zu entnehmen ist, kannte er sich mit der Politik der Carter-Administration ebenso aus wie mit der Politik Reagans, egal, ob es um den Nahostkonflikt, China, Afrika oder die europäische Sicherheitspolitik ging. Detaillierte Angaben konnte er zu Gesprächen im US-Verteidigungsministerium und insbesondere zum Rüstungskontrollprozess machen. Die Kenntnisse des als zuverlässig geltenden »Lindner« kamen nicht als Dokumente zur HV A, sondern stets mündlich. Lediglich 15 dieser Informationen benoteten die Auswerter als »wertvoll«, und keine wurde für Analyseberichte an die Parteiführung oder das Außenministerium verwandt. Der KGB hingegen erhielt beinahe jede dieser Informationen (88 Prozent).48

Der Privatdetektiv James Michael Clark (»Jack«)49 aus Alexandria (Virginia, USA) ist eine Entdeckung des operativen Referenten Major Lothar Ziemer. Als Angehöriger des Referats 1 legte er im Januar 1977 einen Vorgang zu dem 29-Jährigen an, der vor allem in den Jahren von 1979 bis 1982 die meisten seiner Informationen lieferte. Im November 1982 hatte Ziemer bereits die siebte Arbeitsakte angefordert, insgesamt sollten es bis 1987 zehn werden. Die von James Michael Clark in den Jahren von 1978 bis August 1985 gelieferten 38 Informationen hatten überwiegend mittleren Wert, obgleich es sich meist (71 Prozent) um Dokumente handelte. In Auswertungen der HV A spielten die Angaben »Jacks« keine Rolle, allerdings zeigte der KGB fast durchgehend Interesse und erhielt fast alle erbrachten Informationen (87 Prozent).

»Jack« bediente ein breites Spektrum an Themen, wobei immer wieder die amerikanische Einschätzung der sowjetischen Militärpolitik eine Rolle spielte. Auch besuchte er diverse Konferenzen, darunter eine des Nachrichtendienstes der US-Air Force über die sowjetische Militärpolitik der Achtzigerjahre. Zu den wirklich herausragenden Informationen gehörten ein sechsseitiges Dokument zu militärstrategischen Überlegungen der US-Navy für den pazifisch-indischen Raum sowie eine 35-seitige Analyse des US-Geheimdienstes über die Beziehungen der Sowjetunion zu Zypern. Diese beiden Unterlagen stufte die Auswertungsabteilung der HV A als »wertvoll« ein. Von 1990 bis 1996 arbeitete James Michael Clark als Angestellter im US-Verteidigungsministerium, bis er im Oktober 1997 verhaftet und ein Jahr später wegen Spionage zu zwölf Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt wurde, die er in Delaware Hall in Petersburg (Virginia) verbüßt hat.50

Der Funktionär der Seeleutegewerkschaft, Kurt Alan Stand (»Junior«), geriet als 19-Jähriger ins Visier der HV A. Im Oktober 1973 legte der operative Referent Hauptmann Lothar Ziemer den Vorgang an, den er bei seinem Wechsel zum Referat 3 mitnahm. Er hatte Stand während der Weltjugendfestspiele in Ost-Berlin kennengelernt. Dabei hatten sie in Bezug auf die jeweiligen politischen Vorstellungen Gemeinsamkeiten festgestellt, und Stand galt damit laut Unterlagen als »auf ideologischer Basis geworben«. Seitdem hatte der Vorgang bereits einen Umfang von vier Arbeitsakten, zwei weitere sollten im Laufe des Jahres 1987 dazukommen. Stands erste Frau Theresa Marie Squillacote, 1957 in Chicago geboren, wurde unter Verwendung einer Legende 1980 durch einen IM im »Operationsgebiet« ebenfalls geworben und als PIM »Ruth« (manchen Quellen nach als »Schwan«) verzeichnet. In den Achtzigerjahren gab es Erwägungen, sie als Quelle ins Außenministerium zu lancieren. Von 1993 bis 1997 arbeitete sie als Juristin in der Rechtsabteilung des US-Verteidigungsministeriums.51 Kurt Alan Stand, der zuletzt als freier Journalist tätig war, wurde im Oktober 1997 verhaftet und wegen Verschwörung zur Spionage im Januar 1999 zu 17 Jahren Haft verurteilt, die er in Petersburg (Virginia) verbüßt. Seine mittlerweile von ihm geschiedene Ehefrau Theresa Marie Squillacote wurde zu 21 Jahren Haft wegen Verschwörung zur Spionage verurteilt. Sie verbüßt ihre Strafe im Gefängnis von Danbury (Connecticut). Das gegen sie verhängte hohe Strafmaß ist auch durch ein »operatives Spiel« bedingt, das im Vorfeld ihrer Verhaftung im Oktober 1997 eingeleitet worden war: Unter der Legende eines südafrikanischen Geheimdienstes wandte sich ein amerikanischer Dienst an Squillacote und bat um Unterlagen aus dem Pentagon, die sie tatsächlich übergab.52

Wilfried Wukasch, Jahrgang 1943, arbeitete als Facharzt am Kreiskrankenhaus in Guben, als er im Oktober 1985 von der Kreisdienststelle Guben als IM »Doktor« geworben wurde. Ein Jahr später, im Juli 1986, übernahm Oberstleutnant Lothar Ziemer für das Referat 3 den Vorgang. »Doktor« hatte sich mit einer amerikanischen Ärztin angefreundet, zu der ein Statistikbogen angelegt wurde. Zu verwertbaren Informationslieferungen kam es bis Mai 1989 nicht.53

Während außer »Doktor« alle anderen IM in den USA lebten, versuchte das Referat 3 auch amerikanische oder deutsche Quellen in der Bundesrepublik zu gewinnen. Nur wenige davon sind nennenswert, darunter »Alexander«. Der 22-jährige Axel Juch, Student an der Akademie für Staat und Recht in Potsdam-Babelsberg, war eine Entdeckung von Günter Burmeister, als dieser als Referent dem Referat 4 angehörte. Den Vorgang nahm er zwar bei seinem Wechsel zum Referat 3 mit, gab ihn aber alsbald an das Referat 4 zurück, wo er von Lothar Hönig, Herbert Thomas und Ulrich Härtel betreut wurde. Im April 1985 wurde Juch OibE »Alexander«, möglicherweise in Simbabwe. Denn im November 1985 konnte er von der Auslandsvertretung in Simbabwe einen Kontaktversuch des CIA vermelden, im Juni 1986 einen Lauschangriff auf die Auslandsvertretung; für Juni 1989 ist von »Alexander« als einer zuverlässigen Quelle der dortigen Residentur 514 die Rede, die ein deutschsprachiges internes Papier über die Arbeitskräftelage weitergeleitet hatte. Für »Alexander« sind 44 Informationen verzeichnet.54

Die Geschichte von »Flieger« beginnt mit einer anderen Person, die als Vorgang im März 1964 unter der Bezeichnung »Pilot« erfasst wurde.55 Günter Riechner legte diesen an und gab ihn an Heinz Keller weiter, der ihn wiederum an Heinz Tauchert abgab. Schließlich landeten die Akten im Dezember 1970 auf dem Schreibtisch von Herbert Thomas. Zu dieser Zeit umfasste der Vorgang fünf Arbeitsakten. Die elf verzeichneten Informationen, darunter vier Dokumente, befassen sich einerseits mit der Magnettechnologie und amerikanischen Elektrobauteilchen, andererseits mit einer Beratung zwischen Vertretern des Außenministeriums mit bundesdeutschen Industriellen 1970. Berichtet wird auch von Bemühungen der Firma Eletecna um DDR-Kontakte und einem Telefonverzeichnis aller in Belgien bei der NATO oder in der Botschaft tätigen Amerikaner. Mit dem Vorgang »Pilot« lässt sich ein gebürtiger Hallenser, in Düsseldorf als Vertreter tätig, in Verbindung bringen, der offenbar Kontakt zu einer Sekretärin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung in Bad Godesberg hatte.

Bereits im Dezember 1967 hatte sich Heinz Tauchert entschieden, aus dem Vorgang »Pilot« eine Person herauszulösen und für sie den Vorgang »Flieger« anzulegen, der schließlich von Herbert Thomas im Referat 3 fortgeführt wurde. Um wen es sich bei »Flieger« konkret handelt, erschließt sich aus den Unterlagen nicht. Allerdings gibt es einen Bezugspunkt zum damaligen Verkaufsleiter der Maschinenfabrik Bedis in Bonn. Zwei Arbeitsakten und 22 Informationen sind verzeichnet, darunter 14 Dokumente. Im Mittelpunkt standen die amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen zur DDR und der Bundesrepublik, Tendenzen auf dem Uran-Markt, Konferenzen der US-Botschaft in Bonn, aber auch ein Schreiben des US-Außenministeriums an die Botschaften im Jahre 1971. Der Informationsfluss versiegte 1972, setzte jedoch 1973 wieder ein. Zwischen 1973 und 1974 flossen acht Informationen in Analysen der Auswerter ein. Im Januar 1975 schloss Herbert Thomas die Akten »Flieger« und »Pilot«.

»Esche«, zuletzt unter dem Decknamen »Ullrich« verzeichnet, wurde lediglich als »vertrauenswürdig« angesehen, obgleich er zahlreiche Dokumente übermittelte. Nachdem sein Vorgang dem Referat 5 übergeben worden war, begann seine eigentlich produktive Phase. Zu den Schwerpunkten seiner Berichterstattung gehörten Informationen über Radio Free Europe, Solidarność und vor allem über die im April / Mai 1988 aus der DDR faktisch ausgesiedelten Oppositionellen Bärbel Bohley, Werner Fischer und Stefan Krawczyk. Seine diesbezüglichen Angaben flossen in Berichte ein, die sogar Minister Erich Mielke vorgelegt worden sind. »Esche«, der im Mai 1988 auch über die Vorbereitungen des aus der DDR zeitweise ausgewiesenen Schriftstellers Joachim Seyppel für ein DDR-Literaturseminar informieren konnte, hatte offenbar Kontakte zu Prominenten der DDR-Opposition im Ausland, wo er sich selbst allerdings scheinbar nur gelegentlich aufhielt.56

Das Referat 3 verfügte neben einem inoffiziellen Netz in den USA und in der Bundesrepublik Deutschland auch über eines in der DDR, das in der Regel unterstützende Funktionen hatte. In den Jahren von 1971 bis 1990 verwaltete das Referat über 114 Deckadressen und konspirative Wohnungen. Etwas noblere Treffquartiere hießen bei der HV A konspirative Objekte (KO). Drei können für das Referat 3 nachgewiesen werden.57 Hinsichtlich der Deckadressen ist schon etwas mehr bekannt: Elf davon können nachgewiesen werden.58

Reg.-Nr.

Deckname

Stadtteil

Straße

XV 11249/60

»Reiter«

Berlin-Karlshorst

XV 171/66

»Born«

Berlin-Friedrichsfelde

Marie-Curie-Allee

XV 287/69

»Walter«

Berlin-Friedrichshain

Warschauer Straße

XV 7/70

»Erna«/»Elsa«

Berlin-Oberschöneweide

Zeppelinstraße

XV 6707/80; XV 3790/71

»Egon«

Berlin-Karlshorst

Karl-Egon-Straße

XV 4790/80

»Nussi«

Berlin-Friedrichshain

Polzigstraße

XV4274/78

»Alexander«

Berlin-Prenzlauer Berg

Schönhauser Allee

XV 4272/78

»Annelies«

Berlin-Niederschönhausen

Pankower Straße

XV 3614/74

»Esche«

Berlin-Lichtenberg

Am Stadtpark

XV 17/74

»Rosa«

Berlin-Biesdorf

Prignitzer Straße

XV 127/73

»Koch«

Berlin-Prenzlauer Berg

Michelangelostraße

Tabelle 6: Deckadressen des Referats 3

Die Offiziere der HV A XI arbeiteten mit Residenten, die in der DDR oder vom Ausland aus meist hochkarätige Quellen führten. Für das Referat 3 ist bislang allein der Resident »Bürger« zu ermitteln, für den sich Hauptmann Werner Helas im Oktober 1968 verantwortlich zeigte. Dabei handelte es sich um den 38-jährigen Abteilungsleiter Kader beim VEB Elektroprojekt in Berlin. Im Oktober 1969 übergab Helas den Vorgang an Bernd Gentz, der ihn im Februar 1972 zum Referat 3 mitnahm und im November 1981 archivieren ließ. Von »Bürger« ist bekannt, dass er die Deckadresse »Walter« erhalten hat,59 aber ob er, und wenn ja, welche Quellen er geführt hat, erschließt sich bislang aus den Unterlagen nicht. Sowohl Quellen und Residenten als auch das logistische Netzwerk von Inhabern konspirativer Wohnungen und Deckadressen, operativen Mitarbeitern und Leitungskadern – sie alle arbeiteten, um Informationen zu beschaffen, damit sie von den Bedarfsträgern in Partei und Staat, wie etwa dem Politbüro oder vom Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten genutzt werden konnten.

Innerhalb von rund 15 Jahren erstellte die zuständige Auswertungsabteilung aus allen vom Referat 3 beschafften Informationen nur 16 Ausarbeitungen für die Bedarfsträger in Partei und Staat. Mithin eine Information pro Jahr. Insgesamt trugen hierzu lediglich die drei Quellen »Esche«, »Flieger« und »Hampe« bei, wobei allein »Flieger« in fünf Fällen und »Hampe« in einem Fall alleinige Quelle der Information waren.60 Seit November 1977 wurden keine Informationen des Referats mehr von den Auswertern genutzt, was nicht verwundern muss, da das Referat seinen Schwerpunkt zunehmend auf die Ausbildung und Übersiedlung von IM verlagerte.

6. Die Residenturen in der DDR-Botschaft und der UNO

Das Referat 4 betreute die Filialen der HV A in der DDR-Vertretung bei der UNO in New York und die DDR-Botschaften in Washington und Mexiko. Ihre verdeckt tätigen Offiziere bezeichnete die HV A intern als »legal abgedeckte Residenturen«. Insgesamt war das Referat für sieben Einrichtungen zuständig.61 Leiter des Referats war von 1974 bis 1976 Horst Joachimi,62 zuletzt Dietmar Schober (Dietmar Scheinhard).63 Stellvertretende Leiter waren von Februar 1978 bis November 1982 Herbert Thomas,64 Heinz-Joachim Switalla, als dieser selbst in der DDR-Botschaft eingesetzt war,65 und zuletzt Wolfgang Busch.66

Der Resident der HV A in der DDR-Vertretung bei der UNO in New York war von 1976 bis 1981 Horst Joachimi (OibE »Sibylle«), der gleichfalls für die Residentur in der DDR-Botschaft in Mexiko zuständig war, aber offiziell als 1. Sekretär des diplomatischen Dienstes auftrat.67 Eine »sehr große Hilfe« waren ihm dabei der Gesellschaftliche Mitarbeiter für Sicherheit (GMS) »Tulpe«, der während der Vollversammlungen in New York weilte, wie auch GMS »Herbert«, der als Stellvertreter des Ständigen Vertreters der DDR bei der UNO, Peter Florin, fungierte.68 Eine enge Kooperation erfolgte mit dem KGB-Residenten in New York, Juri Drosdow. Das Referat 4 führte insgesamt 278 Vorgänge und im Dezember 1988 jeweils zwei bundesdeutsche Perspektiv-IM und Kontaktpersonen69 sowie weitere 15 ausländische IM / KP.70

Die wichtigste Quelle des Referats 4 war der 2. Sekretär und Presseattaché der UNO-Vertretung der DDR (und Agent des BND), »Hempel«. Auf ihn gehen im Zeitraum von März 1974 bis Mai 1989 216 Informationen zurück, darunter in 16 Fällen Dokumente. Gleichwohl gingen 23 seiner Informationen, die meist die amerikanische Politik bewerteten, in Analysen für die SED-Führung ein. Der Offizier im besonderen Einsatz mit dem Decknamen »Sommer«, offenkundig in der DDR-Botschaft in den USA tätig, lieferte von April 1981 bis Juni 1985 196 Informationen, in 100 Fällen handelte es sich dabei um Dokumente. Hierzu zählen das Handbuch der US-Streitkräfte, Reden des US-Kongresses, das Telefonbuch des Pentagon und eine Übersicht über die Generäle und Admirale der US-Streitkräfte, Luftwaffe und Marine. An dritter Stelle steht der ehemalige Assistent an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, »Pfeil«, offensichtlich an der DDR-Botschaft in den USA tätig, mit 187 Informationen. Diese betreffen im Zeitraum von April 1979 bis Januar 1989 die amerikanische Innen- und Außenpolitik. Nur selten waren Dokumente darunter (11). Die Note »wertvoll« wurde in 28 Fällen für seine Informationen vergeben. Erwähnenswert sind ferner »Damm« mit 140, OibE »Andre« mit 134, »Lindner« mit 131, »Jürgen Heine« mit 108 sowie OibE »Vogt«71 mit 100 Informationen. Unter den ausländischen Quellen, bei denen es sich vermutlich mehrheitlich um amerikanische Staatsbürger handelt, deren Identität vorerst nur dem CIA bekannt ist, ragen »Efeu«72 mit 99, »Düse« mit 45, »Riese« mit 41, »Vogel« mit 36, »Laub« mit 31 und schließlich »Spaten« mit 14 Informationen heraus.73

Die beiden Residenturen des Referats 4 – in der UNO (Nummer 102) und in der DDR-Botschaft (Nummer 101) – waren ungewöhnlich informationsstark. Auf dem Gebiet der Wissenschafts- und Technikspionage beschafften sie 1069 bzw. 1694 Informationen. Auf militärpolitischem Gebiet brachte es die Residentur der DDR-Botschaft sogar auf 2699 Informationen. Auf dem Gebiet der Gegenspionage, vornehmlich Erkenntnisse über nachrichtendienstlich tätige Personen betreffend, trug die Residentur in der UNO 228, in der DDR-Botschaft 263 Informationen zusammen. Hinzu kamen 224 »Regimematerialien«, die die Residenturen in Washington und Ottawa lieferten. In der Summe kam das Referat 4 in der DDR-Botschaft somit auf 4871 Informationen, in der UNO auf 1297 Informationen.

Markus Wolf stellte der operativen Arbeit dieser Residenturen dennoch ein niederschmetterndes Zeugnis aus: »Unsere legalen Residenturen in Washington und am Sitz der UNO in New York zeichneten sich hauptsächlich dadurch aus, dass sie personell und materiell überaus aufwendig und nicht sonderlich effektiv waren. (…) Gelegentlich gelangten wir durch unauffällige und meist zufällige Kontakte an Äußerungen (…), aber fast immer konnte man die vermeintlichen Interna wenige Tage darauf in der Zeitung lesen. Echte nachrichtendienstliche Quellen (…) gab es in der Zeit, die ich übersehen kann, in den USA nicht.«74 Ähnlich äußerte sich sein ehemaliger Resident bei der UNO Joachimi: »Die illegale Arbeit beschränkte sich im wesentlichen auf das Verbindungswesen.«75 Solche Behauptungen dürfen wohl getrost als »gelebter Quellenschutz« bezeichnet werden.

Angesichts der umfassenden Beobachtung der DDR-Botschaft bzw. -Vertretung war es kaum verwunderlich, dass die Legalresidentur gelegentlich Schlagzeilen produzierte. Exemplarisch war dafür der Fall eines Professors von der Technischen Hochschule Dresden mit dem Decknamen »Welle«. Von seinen Einsätzen in den USA brachte er im Januar 1979 einen Strukturplan des Elektronik-, Forschungs- und Entwicklungskommandos der US-Army mit. Im Mai 1980 gelangte er an Inhalte von der Jahrestagung der amerikanischen physikalischen Gesellschaft. Keine weltbewegenden Informationen, aber als er nach einem Treffen in Mexiko mit einem Amerikaner mit dem Decknamen »Fichte«, der seine Dienste angeboten hatte, wieder in die USA reiste, wurde er dort im November 1981 festgenommen. Offenbar hatte »Fichte« als Lockvogel eines amerikanischen Dienstes fungiert. Natürlich berichteten die Medien ausführlich über diesen Fall, und »Welle« konnte erst nach Jahren an der Glienicker Brücke in Berlin ausgetauscht werden.76

Reg.-Nr.

Deckname

HV A V

HV A VI

HV A VII

HV A IX

Σ

XV 1914/73

»Hempel«

0

0

209

7

216

XV 6640/80

OibE »Sommer«

6

0

186

4

196

XV 2438/74

»Pfeil«

0

0

186

1

187

XV 1615/75

»Damm«

0

0

131

9

140

XV 2675/77

OibE »Andre«

1

0

133

0

134

Tabelle 7: Informationen vom Referat 4 an die Auswertungsabteilungen der HV A nach ihrer Anzahl (1971–1989)

Nr.

Land

HV A V

HV A VI

HV A VII

HV A IX

Σ

101

Washington (USA)

1694

215

2699

263

4871

102

New York (USA)

1069

0

0

228

1297

103

Ottawa (Kanada)

12

9

0

0

21

Tabelle 8: Informationen von den Residenturen 101–103 an die Auswertungsabteilungen der HV A nach ihrer Anzahl (1971–1989)

7. US-Streitkräfte in Europa

Das Referat 5 kümmerte sich operativ um die US-Streitkräfte in Europa, insbesondere um die Militärobjekte in Heidelberg (USAREUR), Stuttgart (USEUCOM), Ramstein und Kaiserslautern. Ferner filterte es jene amerikanischen Bürger und Studenten der Universität Heidelberg heraus, die in die DDR einreisten. Für das Referat sind die Objekte »Camp«, »Mensa« und »Pat« verzeichnet.77 Mit seinen elf Mitarbeitern gehörte es zum Anleitungsbereich von Jürgen Rogalla. Das Referat ist (vermutlich) aus einer Arbeitsgruppe entstanden, die seit September 1977 von Hans Krüger78 geleitet wurde, der bis August 1984 Leiter des Referats 5 war. Auf ihn folgte Bernd Gentz und als stellvertretender Leiter Olaf Walter. Das Referat hat 223 Vorgänge angelegt und zuletzt in der Bundesrepublik ein IM-Netz unterhalten.79

Spitzenquelle des Referats 5 war die A-Quelle »Antos«, eine amerikanische Staatsbürgerin, die an einer Schule in Heidelberg arbeitete. Sie lieferte von Januar 1986 bis April 1989 193 Informationen, zumeist in Form von Dokumenten. Darunter das 116-seitige Chemical Reference Handbook und oftmals Unterlagen zur amerikanischen Militärpolizei. »Mike«,80 scheinbar der einzige ausländische Kontaktpartner des Referats, lieferte von Juli 1985 bis November 1987 142 Informationen, darunter meist recht umfangreiche Kopien mit militärtechnischen Analysen zum NATO-Großmanöver Reforger 84 wie auch die 120-seitige Ausarbeitung »Reforger 87 – Certain Strike« oder jene über »Employment of Atomic Demolition Munition«. Die O-Quelle »Konrad«, medizinisch-technischer Assistent bei USAREUR in Heidelberg, berichtete von September 1982 bis März 1985 überwiegend über die Friedensbewegung, zuletzt über jene in West-Berlin. Analog zu manch anderem Referat der HV A XI fällt das Informationsaufkommen anderer IM deutlich ab. Für PIM »Tiger« und DA »Karla« können lediglich 36, für »Joe«81 35 Informationen nachgewiesen werden.

Reg.-Nr.

Deckname

HV A V

HV A VI

HV A VII

HV A IX

Σ

XV 302/82

A-Quelle »Antos«

127

0

44

22

193

XV 2416/85

»Mike« (AB)

37

0

64

41

142

II 263/73

O-Quelle »Konrad«

0

1

61

2

64

VII 785/68

PIM »Tiger«, DA »Karla«

2

6

27

1

36

XV 334/81

»Joe«

4

0

24

7

35

Tabelle 9: Informationen vom Referat 5 an die Auswertungsabteilungen der HV A nach ihrer Anzahl (1971–1989)

Beim Referat 6 handelte es sich (vermutlich) um die operative Außengruppe 2, die innerhalb der Akademie der Wissenschaften mit Auswertungsfragen befasst war. Offiziell firmierte sie unter »AdW-Dienstleistungsbereich« in der Lychener Straße in Berlin-Prenzlauer Berg. Für sie ist das Objekt »Foto I« erfasst.82 Das Referat gehörte zum Anleitungsbereich von Manfred Kleinpeter. Leiter war seit 1974 Kurt Zeichner (Kurt Reiss),83 der eine Zeit lang die schon erwähnte Sekretärin »Gerhard« in der US-Botschaft in Bonn geführt hat,84 und mit dem OibE »Rat« auch einen nachrichtendienstlich aktiven Offizier in den USA unterhielt.85 Letzter stellvertretender Leiter war ab Januar 1989 Peter Eberhardt.86 Für das Referat sind 409 Vorgänge verzeichnet und im Dezember 1988 fünf bundesdeutsche IM.87

8. USA-Forschung

Beim Referat 7 handelte es sich um eine operative Außengruppe. Sie koordinierte unter dem Dach des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten die USA-Forschung in der DDR, insbesondere bei der Akademie der Wissenschaften, beim Institut für Internationale Politik und Wirtschaft (IPW) und beim Institut für Internationale Beziehungen in Potsdam-Babelsberg (IIB).88 Eine vielfältige USA-Forschung konnte sich die DDR »nicht leisten«, weshalb sie systematisiert werden sollte.89 Zwei Objekte sind für das Referat verzeichnet, darunter das mit dem Namen »City«.90 Das Referat gehörte zum Anleitungsbereich von Armin Grohs. Leiter waren von Juli 1977 bis August 1978 Manfred Kleinpeter, ab Oktober 1979 Rolf Hoth91 und ab April 1981 Horst Joachimi. Als Stellvertreter fungierten von September 1978 bis September 1979 Rolf Hoth und zuletzt Fritz-Joachim Stahlbohm. Für das Referat waren 34 Vorgänge verzeichnet und im Dezember 1988 der IM / KP »Apfel«.92

Bei den drei wichtigsten Quellen des Referats handelt es sich um DDR-Bürger. »Siegel«93 lieferte im Zeitraum von November 1975 bis Oktober 1987 396 Analysen und Informationen, wobei insbesondere seine Ausarbeitung zu konzeptionellen Vorstellungen und Empfehlungen des politischen Planungsstabes im US-Außenministerium als »sehr wertvoll« angesehen wurde. 14 Arbeiten gingen in Analysen für die SED-Führung ein. »Assistent«,94 seit Februar 1962 mit der HV A kooperierend, befasste sich gleichfalls mit Amerika-Analysen und lieferte von Juni 1974 bis Mai 1989 insgesamt 320 Informationen. »Jörg«,95 seit September 1956 mit der HV A verbunden, fertigte gleichfalls Analysen zur amerikanischen Innen- und Außenpolitik an, etwa zu Fragen des Zusammenwirkens des National Security Council (NSC), des politischen Planungsstabs des Außenministeriums und der internationalen Sicherheitsabteilung des Pentagon. Auf ihn gehen im Zeitraum von Juli 1973 bis Mai 1989 281 Informationen zurück. Als leistungsstark sind außerdem »Korb«96 mit 274 und »Weser«97 mit 255 Informationen anzusehen.

Eine weitere Quelle vermochte der HV A XI in den Siebziger- und Achtzigerjahren kaum noch Informationen bringen (72 sind lediglich verzeichnet). Dennoch war sie für die operative Arbeit in den USA von einiger Bedeutung. Es handelt sich um einen Hamburger Kaufmann mit dem Decknamen »Maler«,98 der sowohl Markus Wolf als auch den Führungsoffizier Heinz Geyer erheblich inspiriert hatte. »Viel von meinem Wissen über die USA, über das politische Denken, die Hoffnungen und Ängste dort«, erinnert sich Wolf, »verdanke« er ihm. »Maler« und »Clivia« »waren meine ersten Agenten in Amerika und wurden nie enttarnt. Beide waren in Deutschland geboren« – »Maler« in Hamburg –, »hatten in ihrer Jugend kommunistischen Bewegungen nahegestanden und mussten vor dem NS-Terror fliehen. Beide fanden in den USA Asyl, wo sie ihr Studium beendeten – der eine als Ökonom, der andere als Jurist –, und beide wurden vom OSS, dem Vorläufer der CIA, angeworben. (…) Er besaß einflussreiche Freunde in Washington und knüpfte in unserem Interesse Beziehungen zum US-Botschafter in Bonn und dem Gesandten in West-Berlin. Eine seiner Quellen war Ernst Lemmer, der Minister für Gesamtdeutsche Fragen, von dem ›Maler‹ sich bei jedem Besuch in der Bundesrepublik ausführlich berichten ließ.«99 Und auch Heinz Geyer erhielt seinen »ersten tieferen Einblick in das gesellschaftliche System der USA« durch »Maler«.100

Reg.-Nr.

Deckname

HV A V

HV A VI

HV A VII

HV A IX

Σ

XV 2105/73

»Siegel«

0

0

395

1

396

XV 349/62

»Assistent«

0

0

319

1

320

XV 10874/60

»Jörg«

0

0

280

1

281

XV 2520/74

»Korb«

3

0

267

4

274

XV 2171/73

»Weser«

3

0

252

0

255

Tabelle 10: Informationen vom Referat 7 an die Auswertungsabteilungen der HV A nach ihrer Anzahl (1971–1989)

9. Die »Universität«

Die Aufgaben des Referats 8 können nicht sicher bestimmt werden, doch dürfte es für eine Universität zuständig gewesen sein, über die Näheres bislang nicht zu erfahren ist.101 Das Referat mit seinen 242 Vorgängen war nicht innerhalb der HV A XI angesiedelt, sondern außerhalb als operative Außengruppe 1 tätig. Leiter des Referats war ab Januar 1987 Hubert Seidenstücker,102 vertreten wurde er (vermutlich) von Olaf Knoll.103 Mit seinen sechs Mitarbeitern verfügte das Referat zuletzt über acht bundesdeutsche IM,104 darunter sechs Perspektiv-IM, und konnte im Ausland auf »Danny« zurückgreifen.105

Die wichtigste Quelle des Referats 8 war von September 1969 bis Februar 1976 »Jimmy«. Ihre 164 Informationen, davon 142 in Form von Dokumenten, deuten beachtliche Zugänge an. So lieferte sie etwa das Arbeitsprogramm des außenpolitischen Ausschusses des Repräsentantenhauses (Subcommitee on International Security and Scientific Affairs), aber auch militärstrategische Studien des chilenischen Außenministeriums. Diese Erkenntnisse gingen in 32 Ausarbeitungen für die SED-Führung ein. »Sekretär« war in der Washingtoner Auslandsvertretung des Ministeriums für Außenhandel der DDR tätig. Sie lieferte im Zeitraum von Dezember 1976 bis Februar 1984 75 Informationen, die überwiegend die amerikanische Wirtschaftspolitik betrafen. »Bernhard«106 hatte offenkundig Zugänge zum Wissenschaftszentrum in West-Berlin und lieferte diesbezüglich seine meisten Informationen von Oktober 1979 bis Februar 1982. Auf einen weiteren »Bernhard«,107 der aber unter einer anderen Registriernummer geführt wurde, gehen 20 Informationen zurück.

Reg.-Nr.

Deckname

HV A V

HV A VI

HV A VII

HV A IX

Σ

XV 117/68

»Jimmy«

0

164

0

0

164

XV 6989/75

»Sekretär«

1

74

0

0

75

XV 4098/76

»Bernhard«

14

7

0

3

24

XV 18/80

»Bernhard«

4

16

0

0

20

Tabelle 11: Informationen vom Referat 8 an die Auswertungsabteilungen der HV A nach ihrer Anzahl (1971–1989)

10. Streitkräfte in West-Berlin

Das Referat 9 war operativ für die amerikanischen Streitkräfte und Bürger in West-Berlin sowie die US-Militärmission in Potsdam zuständig. Ein Objektvorgang ist verzeichnet.108 Das Referat gehörte zum Anleitungsbereich von Manfred Kleinpeter. Leiter war seit März 1981 Heinz Schockenbäumer, der überregional bekannt wurde, weil er in den Siebzigerjahren den Studenten von der Freien Universität Berlin Peter Porsch kennengelernt hatte, der spätere stellvertretende PDS-Bundesvorsitzende, und ihn als »Christoph« in der Kartei verzeichnen ließ.109 Sein Stellvertreter war Frank Großmann.110 Mit seinen acht Mitarbeitern führte das Referat 201 Vorgänge, darunter zuletzt zwölf bundesdeutsche bzw. West-Berliner IM111 und die Kontaktperson »Juri«.112

Die meisten Informationen lieferte »Stamm«.113 Im Zeitraum von September 1969 bis April 1985 kamen 249 Informationen zusammen, bei denen es sich überwiegend um Protokolle der FDP-Bundestagsfraktion handelte sowie um Kabinettsvorlagen für die Bundesregierung. In 38 Fällen flossen diese Informationen in Ausarbeitungen für die SED-Führung ein. »Stamm« war somit eine jener Quellen, die zwar nicht zur amerikanischen Linie des Referats gehörten, von denen man sich dennoch nicht trennen wollte. Ferner gab es die beim West-Berliner Senat arbeitende Sekretärin »Ingrid«.114 Sie informierte von Dezember 1982 bis Mai 1989 in 194 Fällen vor allem über Belange, die das deutsch-deutsche Verhältnis betrafen. Auf den Angestellten der US-Mission in West-Berlin »Roland«115 gehen 192 Informationen im Zeitraum von April 1979 bis Mai 1989 zurück. Darunter befinden sich das Telefonbuch des US-Kommandos in West-Berlin, militärische Ausbildungspläne und Ausarbeitungen über die Lagerung umweltgefährdender Materialien von USAREUR. Mit 180 Informationen ist die ausländische Bürgerin »Mary«116 und mit 117 Informationen »Beate«117 verzeichnet.

Reg.-Nr.

Deckname

HV A V

HV A VI

HV A VII

HV A IX

Σ

XV 4434/60

»Stamm«

0

0

247

2

249

XV 6402/82

O-Quelle »Ingrid«

0

13

174

7

194

XV 4608/75

O-Quelle »Roland«

0

0

35

157

192

XV 6278/81

»Mary« (AB)

0

0

26

154

180

XV 472/80

»Beate« (AB)

0

0

41

76

117

Tabelle 12: Informationen vom Referat 9 an die Auswertungsabteilungen der HV A nach ihrer Anzahl (1971–1989)

11. Operation »Brest«

Decknamen, die bei der Beschreibung der Referate fielen, geben wenig Aufschluss über die dahinter stehenden Biografien. Diese lassen sich in der Regel angesichts vernichteter Akten kaum rekonstruieren, schon gar nicht bei Übersiedlungsoperationen der HV A XI in die USA. Im Fall des Offiziers Eberhard Lüttich (»Brest«), von dem bereits eingangs die Rede war, liegt der Fall anders. Er wurde am 16. April 1939 in Leipzig geboren, wuchs bei Pflegeeltern auf, deren Namen Sch. er zunächst annahm.118 Als Zehnjähriger trug er wieder den Namen seiner Mutter, die bereits während seines ersten Lebensjahrs verstorben war. Innerhalb der HV A benutzte er den Arbeitsnamen Eberhard Reinhard. Mit seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik am 3. Oktober 1972 begann in Hamburg sein zweites Leben unter dem Namen Hans Dietrich Steinmeier.

Von einem solchen Leben wird Lüttich nicht einmal geträumt haben, als er im Mansfelder Walzwerk in Hettstedt seiner Arbeit nachging und von dort zum Studium an die Hochschule für Binnenhandel in Leipzig delegiert wurde, wo er 1962 ein Diplom erhielt. In Römhild, im damaligen Bezirk Suhl gelegen, fand er bei der Konsumgenossenschaft Arbeit. Hier wurde das MfS auf ihn aufmerksam und warb ihn als IM. Er muss Eindruck gemacht haben, denn 1964 trat er als Unterleutnant in den Dienst der Bezirksverwaltung in Suhl ein. Er wechselte dort zur »Aufklärung«, der für Spionage zuständigen Abteilung XV der Bezirksverwaltung. Solche »Aufklärungs«-Abteilungen unterhielt die HV A durchaus erfolgreich in jeder Bezirksverwaltung des MfS. Lüttich reüssierte in der Suhler Abteilung, teils wegen seiner operativen Kreativität, dem guten Draht zu den Akteuren seiner 23 Vorgänge, und teils auch wegen seiner vergleichsweise ausnehmend einfühlsamen und außergewöhnlich lesbaren Berichte. Er war ledig, verfügte über so gut wie keine Angehörigen und war von der DDR grundsätzlich überzeugt. Somit empfahl er sich der Leitung der HV A in Berlin, die ihn 1968 zu sich holte und in der HV A III, damals auch zuständig für Mittel- und Südamerika (später HV A XI / 1), nicht uneigennützig unterbrachte.119 Er sollte sich, wie ihn der verantwortliche Leiter der HV A, Oberst Horst Jänicke, einwies, vertraut machen mit seinem zukünftigen Einsatz in den USA, in dem er, so die Planung, 15 Jahre operativ arbeiten sollte. Drei Jahre bereiteten Rolf Thiemig und Eberhard Kopprasch ihn darauf vor.120 Kopprasch führte den Vorgang insgesamt sieben Jahre, bis ihn Lothar Ziemer übernahm. Der damalige Leiter der HV A XI, Heinz Geyer, erinnert sich: »In meiner eigenen Diensteinheit hatte ich Eberhard Lüttich im Blick, einen Oberleutnant, der nach längeren Gesprächen zur Übersiedlung in die USA bereit und nach meiner Einschätzung auch den zu erwartenden Belas­tungen gewachsen war.«121

Lüttich lernte unter falschen Identitäten zu leben, erhielt eine umfangreiche Funkausbildung, übte das Anlegen von Toten Briefkästen (TBK) – das übliche Programm. Anfangs wurde er langsam mit dem »Operationsgebiet« vertraut gemacht: Zunächst ein Eintagesbesuch in West-Berlin, dann einige Tage in Hamburg, einen Monat in Zürich, dann sechs Wochen – der Sprache wegen – in London. Auf diese Weise akklimatisierte er sich, gewöhnte sich an das westliche Leben und die westliche Kleidung.

Das Besondere war, dass er schließlich in die Haut des Bundesbürgers Hans Dietrich Steinmeier schlüpfte. Das bedeutete, ein Leben als »Illegaler« zu führen, wie man damals sagte, und brachte ihm die Beförderung zum Hauptmann ein.122 Er schied, wie es MfS-intern lapidar hieß, im März 1969 aus dem Dienst aus und war fortan OibE »Brest«.123 Die HV A hatte lange gebraucht, eine geeignete Identität für Lüttich zu finden, und sie dann endlich in Steinmeier gefunden. Der echte Hans Dietrich Steinmeier, am 9. August 1937 in Anklam geboren, hatte in der Bundesrepublik als Kranfahrer und Elektriker gearbeitet, sich in eine ostdeutsche Frau verliebt und sie alle zwei bis drei Wochen in Ost-Berlin besucht. Ihre Treffen fanden in einer konspirativen Wohnung statt, von deren Charakter Steinmeier freilich nichts geahnt hat. Da die HV A möglichst viele Informationen über den echten Steinmeier mithilfe geeigneter Technik sammeln wollte, lud ihn seine Freundin, bei der eine Beziehung zur HV A anzunehmen ist, dorthin ein. Im Mai 1972 sollte Lüttich ihn sogar einmal unauffällig beobachten können. Er war Lüttich äußerlich ähnlich, so dass er sich als Doppelgängerlegende eignete. Steinmeier wurde von seiner Freundin (vermutlich auf Geheiß der HV A) überredet, heimlich in die DDR überzusiedeln, damit er sie heiraten könnte. Den wahren Hintergrund, dass seine Identität fortan für einen Offizier der HV A benötigt wurde, wird auch sie nicht geahnt haben. Allein die Mutter des echten Steinmeier wusste, dass ihr Sohn in die DDR übergesiedelt war, war aber von ihm zum Schweigen angehalten worden.

Lüttich machte sich ein halbes Jahr vor seiner Übersiedlung nach Hamburg mit den Lebensstationen Steinmeiers vertraut, und wartete auf den Augenblick, bis der echte Steinmeier, der sich nach Hamburg umgemeldet hatte, heimlich in die DDR zog. Zuvor musste er Erfahrungen in dessen Beruf sammeln – als Arbeiter in einem Stahlwerk in Brandenburg.

Entwickelt worden war diese Legende von Eberhard Kopprasch, einem der Experten der legendären Arbeitsgruppe S (Sicherheit), der später 2. Sekretär der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn war. Ihr zufolge sollte Lüttich, erkundigte sich jemand nach ihm, in Moskau beim Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe tätig sein. Es werden nicht viele nach ihm gefragt haben. Tatsächlich wurde er mit einem gefälschten Ausweis, aber echter Geburtsurkunde und echtem Vertriebenenausweis, echten Schul- und Arbeitszeugnissen, sogar mit einem Mitgliedsausweis für die Gewerkschaft ausgestattet. Das war alles, was der vermeintliche Steinmeier mit sich führte, während das Leben des 33-jährigen Lüttich abrupt endete. Ihn gab es nicht mehr – nie mehr, dafür existierte Steinmeier von nun an zweimal: Der echte Steinmeier in Ost-Berlin, der falsche ab dem 3. Oktober 1972 in Hamburg.

Der echte Hans Dietrich Steinmeier hatte nicht studiert, weshalb der vermeintliche Steinmeier zunächst als Lagerarbeiter tätig war, um nebenher Betriebswirtschaft zu studieren. Die Eingewöhnung ließ sich gut an. Ost-Berlin begrüßte seine Erwägung, bei der Schenker-Spedition zu arbeiten, die Filialen in Deutschland und den USA unterhielt. In den USA quartierte er sich später als Untermieter in der West End Avenue in New York ein. Nachdem er die Formalitäten bis hin zur Krankenversicherung erledigt hatte, einen gültigen Führerschein besaß und auch die Green Card erworben hatte, konnte er sich zwar legal in den USA aufhalten, musste sich aber an seinen Arbeitsplatz und auch an die amerikanische Kultur erst gewöhnen, die sich von jener im thüringischen Römhild und Suhl oder der in Hamburg stark unterschied. In Ost-Berlin gab man ihm dafür ein gutes Jahr Zeit, dann wurde ihm aufgetragen, für ein unbegrenztes Bleiberecht zu sorgen: Er sollte eine geeignete Frauenbekanntschaft machen, heiraten – und somit amerikanischer Staatsbürger werden.124 Zugleich sollte er nachrichtendienstliche Duftmarken setzen, indem er Tote Briefkästen anlegte und den Funkkontakt technisch vorbereitete.

Im fünften Jahr seines operativen Einsatzes wurde er angehalten, einen dienstlichen Überblick über die Transporte, insbesondere Militärtransporte, zwischen den USA und Europa zu gewinnen, die von Schenker organisiert wurden. Gleichfalls hatte er interessante Kontakte zu suchen, vor allem im studentischen Milieu.125 Dem kam er ebenso nach wie dem Auftrag, eine Beziehung zu einer geeigneten Frau zu pflegen, die schließlich tatsächlich in einer Hochzeit mündete.

Die HV A hatte genaue Vorstellungen, welche Frau der falsche Steinmeier zu finden hatte. Die Amerikanerin sollte eine möglichst exponierte Stellung innehaben, intelligent und bereit sein, sich in eine nachrichtendienstlich relevante Position lancieren zu lassen. Der falsche Steinmeier sollte also entsprechend seiner beruflichen Stellung nach einem angemessenen Äquivalent suchen. Doch die Liebe, beinahe einer der größten Risikofaktoren operativer Arbeit, führte in die falsche Richtung: eine Exilkubanerin, die er – kaum in die USA eingereist – in der Firma kennengelernt hatte. Sie entsprach überhaupt nicht den Erwartungen in Ost-Berlin, und als er angehalten war, zu heiraten, machte er dennoch die Exil­kubanerin zu seiner Frau. Der HV A offenbarte er allerdings erst bei einem Treffen in Mexiko City im Februar 1977, wen er geheiratet hatte. Und als ob das nicht schon genug gewesen wäre, bestand Lüttich darauf, sie nicht in den nachrichtendienstlichen Kontext hineinzuziehen, womit sie operativ als nicht nutzbar galt, wie es damals hieß. Noch später wurde Eberhard Kopprasch bekannt, dass die Gattin auch die falsche politische Einstellung hatte – sie wandte sich aktiv gegen das Kuba Castros.

Das Verhältnis zwischen HV A und Lüttich geriet daraufhin in eine kritische Phase; es war klar, dass die HV A diese neue Situation schlucken musste. Gleichwohl war Ost-Berlin daran interessiert, Lüttichs Frau vorgestellt zu bekommen, weshalb er sie unter dem Vorwand, es gebe hier Geschäftsinteressen der Abteilung Ost seiner Firma, in die DDR mitnahm: Im Juli 1978 kam es zu einem Aufenthalt in Lehnitz. Eine offene Ansprache erfolgte offensichtlich nicht, zumal Lüttichs Frau keinen Zweifel an ihrer Einstellung zum Kommunismus ließ. Eine Aussprache war auch später nicht beabsichtigt, da Lüttichs Frau schwanger wurde, wie sich der Vorgangsführer erinnert. Sie selbst kannte Lüttich nur unter seiner falschen Identität, und die Annahme liegt nahe, dass sie von seiner Vergangenheit kaum, von seiner operativen Geschichte gar nichts wusste.126 Lediglich in der in den USA erschienenen Biographie von Markus Wolf wird die Suche nach einer Frau für Lüttich in dem ihm gewidmeten Absatz eigenwillig thematisiert: »We tended single men in the hope that they would enhance their immigration status by marrying American women. But the Romeo strategy that had served us so well in Germany didn’t work in America.«127

So war es der HV A XI gelungen, binnen zehn Jahren – von den ersten Ausbildungsschritten bis zur echten operativen Arbeit – einen Offizier im besonderen Einsatz von Suhl ins Herz eines Schlüsselobjekts des militärisch-industriellen Komplexes in New York zu verpflanzen – anfangs als clerk (Bürogehilfe), der später bis zum Assistant Vize President (Vizedirektor) der Exportabteilung von Schenker aufstieg, zuständig für den Mittleren Osten, West-Europa, Japan und auch den Fernen Osten, bei einem Jahresgehalt von 32 000 Dollar.128 Heinz Geyer kommentierte diese Entwicklung lakonisch: »Er wurde in die BRD übersiedelt und sollte sich von dort aus als Mitarbeiter einer internationalen Spedition in den USA niederlassen. Das gelang auch, wir waren zufrieden.«129

Schon in Ost-Berlin, aber auch bei diversen Treffen wurde der falsche Steinmeier mit dem umfangreichen konspirativen Verbindungswesen vertraut gemacht. Die Hamburger Periode diente dann allein dazu, sich sicher in der Hülle des Hans Dietrich Steinmeier bewegen zu können, neue Freundschaften eingeschlossen. Die aufwändige Operation machte es erforderlich, beinahe jeden Schritt Lüttichs eingehend in Ost-Berlin zu beraten. Allein der Entscheidung, ob er bei Schenker die Arbeit aufnehmen sollte, dienten zwei Treffs. Fünf waren es, bis er in die USA ging – meist in konspirativen Wohnungen in Oranienburg oder Lehnitz.

In den USA gab es später verschiedene Methoden der Kontaktaufnahme. So fand z. B. am 16. jedes Monats ein Lauftreff statt, der durch einen bestimmten Durchgang des New Yorker Minskoff-Theaters führte. Falls erforderlich, wurde der falsche Steinmeier dort angesprochen. Wichtigste Verbindungsmethode blieb jedoch der persönliche Treff. 1974, während eines Urlaubs, machte er sich auf den Weg nach Ost-Berlin. Später, im September 1975, als Hinweise auf eine gegnerische nachrichtendienstliche Bearbeitung hindeuteten (Filmteam, Beschattung, intensive Passkontrolle), häuften sich die Treffen in Drittländern. Die vermeintliche Beschattung erwies sich jedoch als nachrichtendienstlich bedingtes Stress-Symptom Lüttichs. So gab es neben Treffen in Ost-Berlin fortan welche in Wien, Montreal, Hamburg, New York, Mexico-City oder auf den Bahamas.130 Im Mittelpunkt der Berichterstattung stand die Legalisierungsphase, es ging aber auch um Alltäglichkeiten wie den Besuch von Sportveranstaltungen. Solcherlei Informationen waren bei der HV A stets zur Erweiterung der »Regimekenntnisse« begehrt.

An eine Deckadresse in Extertal (Nordrhein-Westfalen) hatte er seit 1976 Nachrichten zu senden, konnte aber auch dort anrufen. Die Inhaber der Deckadresse waren eigens für solche Zwecke aus der DDR in die Bundesrepublik übergesiedelt worden.131

Ein zweiter Verbindungsweg bestand über Tote Briefkästen, von denen er sieben angelegt, aber nur einen genutzt hat. Dieser befand sich in einer Holzverkleidung in einem China-Restaurant in Manhattan am Trinity-Place – Deckname »Orient«. Dort steckte er die Nachricht oder das Mikrat (winziges Filmnegativ) in eine Marlboro-Schachtel, die als Container diente. Dass er einen TBK belegt oder entleert hatte, zeigte er durch ein gefärbtes Papierstückchen an, das er in einen Spalt neben einem Telefonapparat in der 3. Etage im World-Trade-Center steckte. Entleert wurde der TBK von einem IM, der offiziell in der DDR-Delegation bei der UNO tätig war.

Der dritte Verbindungsweg war eine Funklinie mit entsprechenden Schlüsselunterlagen und einem Radio, die aber erst ab 1977 genutzt wurde – zunächst auf einer kubanischen Frequenz mit gesprochenen Zahlen, dann ab Oktober 1978 auf einer ostdeutschen mit Morsezeichen. Insbesondere an dieser Möglichkeit hatte die HV A jahrelang getüftelt – die westlichen Nachrichtendienste waren mehr als verblüfft, als sie davon erfuhren. Alle vierzehn Tage prüfte Lüttich, ob es Nachrichten für ihn im Äther gab. 17 Funksprüche waren an ihn herausgegangen, zwölf hat er bis zur Inhaftierung tatsächlich empfangen. Die Funksprüche bestätigten in der Regel die Entleerung oder das Belegen von TBK wie auch Termin­absprachen für Treffen.132

Schließlich hielt er eine Mikratkamera und Geheimschreibmittel bereit. Einmal versandte er ein Testmikrat, das er in ein Buch eingeklebt hatte. Als Absender gab er stets jüdi­sche Namen an, die er einem Telefonbuch entnahm.

Es gab aber auch die bereits erwähnten Treffen. Dabei wurde mit verdeckten Kennzeichen im »Operationsgebiet« gearbeitet: Offene Jacke hieß – es gibt Probleme. Geschlossene Jacke und eine auf Nachfrage erfolgte Wegbeschreibung zum Goethe-Institut bei Verwendung des Wortes »Idol« und eine angebotene Marlboro-Zigarette (die aber in der Zigarettenpackung hätte falsch herum stecken müssen) sowie ein bestimmter Schlüsselanhänger hätten signalisiert, dass ein problemfreier Kontakt hergestellt worden ist.

Bei einem Platzen seiner nachrichtendienstlichen Verbindung hätte Lüttich sich nach Mexico City absetzen und dort die DDR-Botschaft aufsuchen müssen. Dort hätte er den wirklichen Hintergrund freilich nicht offenlegen dürfen, vielmehr unter Vorlage seiner falschen Identität Interesse an einem Studium in der DDR signalisieren sollen. Die HV A hätte dann Be­scheid gewusst, aber diese Variante kam nie zum Einsatz.

In der DDR erfuhr der echte Steinmeier derweil einige Aufmerksamkeit. Seine Korrespondenz, etwaige Besucher und auch sein Verhalten am Arbeitsplatz wurden vom MfS kontrolliert, was ihm zugleich einige Vorteile in privaten Dingen brachte, wie den schnelleren Zugang zu einem PKW. Mit seiner Frau zog er nach Wismar. Das Paar hatte eine gemeinsame Tochter. Post an die Mutter in der Bundesrepublik dürfte vom MfS regelmäßig abgefangen worden sein, manchmal kam sie jedoch durch. So war – trotz aller Konspiration – nicht nur seiner Mutter, sondern auch seinem früheren Umfeld bekannt, dass er in Wismar lebte, verheiratet und Vater war. Die Existenz zweier Steinmeier fiel dem Bundesamt für Verfassungsschutz in seiner »Aktion Anmeldung« auf. Es vermutete dahinter zu Recht eine nachrichtendienstliche Handschrift.133 Dem echten Steinmeier sagte die DDR alsbald nicht mehr zu, und er focht leidenschaftlich und hartnäckig für seine ständige Ausreise, die wohl erst mit dem Fall der Mauer möglich wurde.134 Dass er Legendenspender war, wird er vor der Enttarnung des falschen Steinmeier kaum geahnt haben.

Diese Enttarnung dürfte dem Bundesamt für Verfassungsschutz spätestens im April 1979 geglückt sein. Daraufhin muss ein Haftbefehl erlassen worden sein, denn Lüttich wurde am 16. November 1979 auf dem Hamburger Flughafen festgenommen. Er räumte sogleich ein, erinnert sich einer der beteiligten Ermittlungsbeamten, nicht Steinmeier, sondern Eberhard Reinhard zu sein. Ansonsten schwieg er. Wer er wirklich war, wusste zu diesem Zeitpunkt niemand, doch dürfte ebenso niemand einen Zweifel gehabt haben, dass er Mitarbeiter eines DDR-Geheimdienstes war.135 Damit war das Bundesamt für Verfassungsschutz auf eine bis dahin gänzlich unbekannte Einschleusungsvariante in die USA gestoßen.

Der Anfang eines neuen Lebensabschnitts von Eberhard Lüttich beginnt einige Tage nach seiner Verhaftung. Die näheren Umstände sind kaum in Erfahrung zu bringen, da die entsprechenden Akten noch lange verschlossen bleiben werden. Lüttichs Handschrift entspricht, eingeräumt zu haben, in der DDR geboren worden zu sein. Er muss sich nach einer kurzen Zeit entschieden haben, sich vom nachrichtendienstlichen Auftrag der HV A abzusetzen, was er, das ist sicher aus den nächsten Schritten zu schließen, nur im Einvernehmen mit den zuständigen amerikanischen Stellen – eher FBI als CIA – getan haben wird. Es scheint so, als habe er seine Freiheit und seine Rückkehr zu seiner Familie in die USA ausgehandelt. Handeln konnte er allein mit seinem operativen Wissen, das vollständig auszubreiten erforderlich ist, um in den Genuss des Straffreiheit versprechenden § 153 e StPO zu kommen.136

Hat er das? Es scheint so zu sein, denn Lüttich konnte ein knappes halbes Jahr nach seiner Verhaftung in die USA zu seiner Familie reisen. Bis zu seiner Verhaftung 1979 befand sich der Vorgang jedoch noch immer in der Entwicklungsphase und war gerade erst im Begriff, informatorisch Früchte abzuwerfen. Nachgewiesen ist allerdings keine Information. Was konnte er offenlegen? Zunächst das Verbindungswesen: Insbesondere nannte er die Deckadresse in Extertal, deren Inhaber daraufhin in Untersuchungshaft genommen und zu 20 Monaten auf Bewährung verurteilt worden ist. Der Grund: »Deckadresse für einen sehr gefährlichen Agenten«.137

Die zweite Enttarnung, die auf ihn zurückzuführen ist, betrifft eine Sekretärin »Gitta«138 in der SPD-Stadtfraktion in Bonn, zu der er noch von Suhl aus den Kontakt gesucht hatte. Auf sie wurde bereits am 23. November 1979, nur eine Woche nach Lüttichs Verhaftung, in den Medien hingewiesen. Doch vor Gericht konnte der Verdacht gegen sie nicht erhärtet werden. Unklar blieb, ob sie den nachrichtendienstlichen Hintergrund bei ihren Besuchen in der DDR erkannt hatte.139 Weitere Enttarnungen gelangten nicht in die Medien und wurden auch nicht vor Gericht verhandelt.

Demnach wird sich Eberhard Lüttich zu den sonstigen Vorgängen seiner Suhler Zeit – immerhin 22 – nicht ausreichend geäußert haben. Dabei wäre eine wirklich heiße Spur der Vorgang des OibE »Rat« gewesen, den er selbst während seiner Suhler Zeit entwickelt und den er in New York im Word Trade Center als Mitarbeiter einer Speditionsfirma wieder getroffen hatte. Dieses Beispiel deutet an, dass Lüttich – zumindest nach seiner Verhaftung in Deutschland – nicht sein ganzes operatives Wissen offenbart hat. Er nannte zwar Vorgänge, die aber schon vor seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik erloschen und auch strafrechtlich verjährt waren. Andere wie eine Ärztin »Kerstin« aus Münster oder einen Vertreter »Hermann« aus Düsseldorf verschwieg er.140

Die HV A hingegen musste theoretisch gleichwohl von seinem »Verrat« ausgehen, doch war ihr bekannt, dass er sich nur bedingt eingelassen hatte. Das wusste sie offenbar von ihrem IM »Pirol«, dem es gelungen war, die Aussagen Lüttichs zu beschaffen. Mit den Worten Heinz Geyers: »Nach anfänglicher Aussageverweigerung gab er auf. Dank des Einsatzes des Kundschafters ›Pirol‹, der die Akte von Lüttich mit dessen Aussagen aus dem Bundesamt für Verfassungsschutz beschaffte, konnte der eingetretene Schaden bewertet und die nötigen Schlussfolgerungen über die weitere operative Arbeit in Richtung USA gezogen werden.«141Auf dieser Basis konnte die HV A einige Vorgänge weiterführen. Neben dem erwähnten »Rat« auch den Vorgang eines Ingenieurs »Wolfgang« aus Erkrath, den sie erst im September 1986 zu den Akten legte. Gleichfalls hätte es einiges Aufheben um einen Professor der TH Darmstadt gegeben, wäre seine erwogene oder vollzogene Beziehung zu Lüttich bekannt geworden, was aber nicht der Fall war. Der Vorgang war allerdings schon im November 1978 versiegt, was Lüttich nicht unbedingt gewusst haben muss.

Der Vorgang »Brest« gehört zu den echten, als Ergebnis analytischer Untersuchungen vom Bundesamt für Verfassungsschutz aufgedeckten Fällen. Beteiligte, auf die Lüttich hingewiesen hatte, mussten allenfalls Bewährungsstrafen hinnehmen. Wirklichen Schaden wird wohl allerdings der echte Hans Dietrich Steinmeier genommen haben, den die Liebe in die DDR geführt hatte, in der er dann gegen seinen Willen bleiben musste. Lüttich selbst musste eine strafrechtliche Verfolgung befürchten, die die Trennung von seiner Familie und den Verlust seiner bürgerlichen Existenz bedeutet hätte. Stattdessen konnte er 1980 straffrei in die USA zurückkehren, allenfalls angehalten, sein Wissen den zuständigen US-Diensten zur Verfügung zu stellen. Nur lebt er dort unter einem anderen Namen.

Das nahm zumindest die HV A an, die ihr mühsam aufgebautes Netz in den USA re­orga­nisieren musste. Eine bald zehnjährige operative Arbeit war Makulatur geworden. »Der Fehler«, so Horst Joachimi, habe in der Verwendung Lüttichs in der Zentrale gelegen: »Er galt als Übersiedlungskandidat. So lernte ich ihn auch kennen. Eines Tages war er weg. Keiner fragte, aber jeder ahnte, wo er sein könnte. (…) Einen Übersiedlungskandidaten lässt man nicht in der Zentrale Staub wischen.«142 Wie groß die Niederlage war, skizziert Markus Wolf in seinen Erinnerungen: »Die Schwächen unserer Einschleusungsmethodik waren nicht länger zu leugnen, und wir mussten – auch als Folge des Verrats von Lüttich – in den sauren Apfel beißen und unsere gesamten legalisierten ›Illegalen‹ nach und nach aus den Vereinigten Staaten zurückziehen, darunter einen weiteren Offizier und ein Wissenschaftlerehepaar. Alles andere als erfreulich war auch, dass Lüttich der Hamburger Polizei (sic!) nach seiner Festnahme Ende 1979 (sic!) nicht nur haarklein unsere Methoden schilderte, sondern auch berichtete, dass unsere Zentrale in Ost-Berlin unsere Agenten in den USA mit einseitigen Funksprüchen erreichte, die von einem Sender auf Kuba ausgestrahlt wurden. Es hatte Jahre gedauert, diesen Sender aufzubauen. Lüttich verriet außerdem seinen Verbindungsmann (sic!), der sofort verhaftet wurde und den wir erst zwei Jahre später im Austausch gegen westliche Agenten freibekamen. Seit dieser Schlappe haben wir in den USA nicht mehr recht Fuß gefasst.«143

12. Zusammenfassung

Die in den Siebzigerjahren eingerichtete Amerika-Abteilung des Ministeriums für Staatssicherheit hat ihre hochgesteckten Ziele nicht erreichen können. Ziel war das Eindringen in wesentliche Institutionen der USA, entweder mit amerikanischen oder mit aus der DDR übergesiedelten inoffiziellen Mitarbeitern. Bei diesem Bemühen bediente sie sich der legalen (über diplomatisch abgesicherte Offiziere) und der illegalen Linie (über inoffizielle Netzwerke). Mithilfe der beiden legalen Residenturen in New York und Washington trug sie eine beträchtliche Anzahl an Informationen zusammen, insbesondere auf wissenschaftlich-technischem Gebiet. In der Summe handelt es sich um über 6000 Informationen. In der veröffentlichten Publizistik ehemaliger HV A-Mitarbeiter wird der Wert dieser Arbeit allerdings eher als teuer denn als wertvoll eingestuft. Hinsichtlich der illegalen Linie siedelte sie mehrere Offiziere in die USA über, die in die Rolle von Bundesbürgern geschlüpft waren. Diese langwierigen Aktivitäten, unter Einsatz von hauptamtlichen Mitarbeitern, endeten jedoch, als Lüttich im November 1979 enttarnt wurde, und mit ihm auch die gesamte Einschleusungsphilosophie. Bedeutende Informationen wurden jedoch nicht in den USA erbeutet, sondern durch Bundesbürger und amerikanische Bedienstete in der Bundesrepublik, sei es in der US-Botschaft in Bonn oder bei der US-Air Force in Berlin. Über sie gewann die HV A zwar einen tiefen Einblick in politische und militärische Absichten und Kenntnisse der USA, vermochte mit diesem Wissen jedoch kaum auf die politische Führung der DDR einzuwirken: »Sie war«, resümierte ihr ehemaliger HV A-Resident in New York Joachimi, »für unsere Hinweise und Vorschläge wenig aufgeschlossen. Sie hatte ihr festgefügtes, unerschütterliches Bild von der Welt.«144 Erweist sich so – abgesehen vom Untergang des Staates – nicht von vorneherein die DDR-Spionage in den USA als nutzlos? Die Skepsis blieb, denn wenige Monate vor seinem Tod gab es in den USA ernsthafte Erwägungen, Markus Wolf einzuladen, was ihm zuvor verwehrt worden war. Doch zu spät: Bevor eine Entscheidung fiel, verstarb er.


1 Name aus datenschutzrechtlichen Gründen geändert.

2 Die Angaben beruhen auf Interviews mit Personen, die ungenannt bleiben möchten.

3 Siehe Jim Bronskill: Stasi spies coveted fake Canadian leather, in: The Canadian Press vom 27. Oktober 2009; Michael Petrou: Playing spy games, in: Macleans vom 26. November 2009.

4 Siehe hierzu Klaus Eichner / Andreas Dobbert: Headquarters Germany. Die USA-Geheimdienste in Deutschland, Berlin 1997, dort besonders »Gegen die Größten macht es am meisten Spaß«, S. 74–147.

5 Horst Joachimi: Resident der HV A in New York. Erinnerungen, Berlin 2009, S. 100 und 139.

6 In der internen Aktenführung waren diese Ziele mit spezifischen Nummern – Registriernummern genannt – versehen, um entsprechende Erkenntnisse darunter abzulegen und zu verarbeiten. Das Weiße Haus und das Außenministerium figurierten als XV 2912 / 77 bzw. XV 2911 / 77, was immerhin besagt, dass diese beiden Institutionen ab 1977 im Brennpunkt standen. Welche Informationen über sie gesammelt worden sind, davon ist in der Stasi-Unterlagenbehörde nichts überliefert: Einzig die Nummern, unter denen sie registriert waren, sind bekannt.

7 Siehe Rita Sélitrenny / Thilo Weichert: Das unheimliche Erbe. Die Spionageabteilung der Stasi, Leipzig 1991, S. 63.

8 Siehe die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demo­kratischen Republik (im Folgenden: BStU), MfS, BV Erfurt, Abt. XV Nr. 13, o. Pag.; Katalog über die Bearbei­tung von Territorien und Objekten durch die Abteilungen XV der Bezirksverwaltungen v. 3. 12. 1979; BStU, MfS, o. Sign.

9 Sélitrenny / Weichert: Das unheimliche Erbe (Anm. 7), S. 63.

10 Neben dem Pentagon (XV 2910 / 77), dem Weißen Haus (XV 2912 / 77) und dem Außenministerium (XV 2911 / 77) gehörten dazu u. a. folgende Objekte, von denen nur die Registriernummern und Decknamen bekannt sind: »Schloß« (XV 18847 / 60), »Turm« (XV 3374 / 85), »Insel« (XV 18902 / 60), »Camp« (XV 6064 / 60), »Frank« (XV 2816 / 68), »Mensa« (XV 2117 / 72) und »Pat« (XV 2133 / 67).

11 Heinz Geyer (1929–2007): 1950–90 MfS, 1965–71 stellvertretender Leiter der HV A III (»3. Länder«), 1971–77 Leiter der HV A XI, 1977–90 stellvertretender Leiter der HV A.

12 Jürgen Rogalla (*1933): 1951–90 MfS, 1967–71 stellvertretender Leiter der HV A III, 1971–73 stellvertreten­der Leiter der HV A XII (NATO, EG), 1977–90 Leiter der HV A XI.

13 Siehe BStU, MfS, AIM 5613 / 88, T. I, Bd. 1, S. 211; ebd., Abt. Fin. Nr. 1581, 1666 und 3693; ebd., HA KuSch Nr. 107; ebd., SED-KL Nr. 2778, 3022, 3364 und 5900; ebd., HA II Nr. 35496. Siehe ebenso Joachimi: Resident (Anm. 5), S. 152.

14 Siehe BStU, MfS, AOPK Nr. 12107 / 85; ebd., HA KuSch Nr. 170; ebd., Abt. Fin. Nr. 2408, 2418, 2546, 3204 und 3693; ebd., SED-KL Nr. 4309; ebd., AOPK Nr. 69 / 85, Bd. 1, S. 262.

15 Siehe BStU, MfS, HA KuSch Nr. 133, 141 und 150; ebd., Abt. Fin. Nr. 307, 1682, 1850, 2548 und 3204; ebd., HV A Nr. 548; ebd., HA II Nr. 35496.

16 Siehe BStU, MfS, HA KuSch Nr. 163; ebd., SED-KL Nr. 2466, 4206, 4207, 4211 und 5255. Siehe ebenso Joachimi: Resident (Anm. 5), S. 48.

17 Siehe Peter Siebenmorgen: »Staatssicherheit« der DDR. Der Westen im Fadenkreuz der Stasi, Bonn 1993, S. 324.

18 Siehe BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1189, 3333 und 3693; ebd., GU Nr. 8868 / 92.

19 »Lord« (XV 12823 / 60), »Irma« (XV 377 / 72), »Inge« (XV 12900 / 60), »Major« (XV 12823 / 60) und »William« (XV 1797 / 69).

20 XV 2816 / 66.

21 Es lassen sich zwar regelmäßig der Deckname eines IM und seine Registriernummer benennen, aber fast nie die Nationalität, falls es keine deutsche ist. Aus diesem Grund wird, wenn die Nationalität gegenwärtig nicht abschließend bestimmt werden kann, die Abkürzung AB für »ausländischer Bürger« angeführt.

22 Siehe BStU, MfS, KS II 641 / 62; ebd., HA KuSch Nr. 124; ebd., Abt. Fin. Nr. 65; ebd., SED-KL Nr. 1250.

23 Siehe BStU, MfS, HA KuSch Nr. 100, 127, 135, 159 und 172; ebd., Abt. Fin. Nr. 1675, 1677, 1680, 1681, 3205 und 3693; ebd., AIM Nr. 8216 / 91, T. I, Bd. 1, S. 109.

24 Darunter Perspektiv-IM (im Folgenden: PIM) »Angela« (XV 366 / 77), Deckadressse (im Folgenden: DA) »Musiker« (XV 4610 / 75), DA »Ulla« (XV 2010 / 84), Führungs-IM (im Folgenden: FIM) »Berndt« (XV 366 / 77), FIM »Uwe« (XV 1880 / 72), FIM »Mick« (XV 39 / 77), Objektquelle (im Folgenden: O-Quelle) »Linda« (XV 440 / 81), PIM »Robbi« (XV 2736 / 79), PIM »Theo« (XV 3724 / 81), PIM »Rose« (XV 6934 / 75), PIM »Erhard« (XV 5664 / 86), PIM »Arnim« (XV 4816 / 84), PIM »Jörg« (XV 1935 / 84), PIM »Keiler« (XV 4780 / 88), Sicherungs-IM (im Folgenden: SIM) »Petra« (XV 1880 / 72), SIM »Elli« (XV 39 / 77), SIM »Else« (XV 3202 / 82) und Werber I »Robert« (XV 5961 / 60).

25 Darunter »Franz« (XV 121 / 81), »Anker« (XV 137 / 81), »Nordpol« (XV 197 / 75), »Frank« (XV 2469 / 81), »Ballett« (XV 2891 / 87), »Student« (XV 3960 / 86), »Berber« (XV 415 / 86), »Gerd« (XV 4169 / 82), »Jeff« (XV 4359 / 83), »Johanna« (XV 4359 / 83), »Kent« (XV 5611 / 84), »Netz« (XV 6218 / 82), »Toni« (XV 6584 / 82), »Reporter« (XV 2039 / 67) und »Ernesto« (XV 327 / 79).

26 Siehe BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1672 und 1675 ; ebd., HA III Nr. 489; siehe Joachimi: Begegnung mit der Wahrheit. Erinnerungen des Residenten der HV A in den USA, Berlin 2004, S. 93 f.

27 Siehe Kristie Macrakis: Seduced by Secrets. Inside the Stasi’s Spy-Tech World, Cambridge 2008, S. 94–102; Markus Wolf: Spionagechef im geheimen Krieg. Erinnerungen, Düsseldorf 1997, S. 414.

28 »Brücke« (XV 6722 / 82); siehe Jürgen Schreiber: Stasi-Spion Kid. Die Rekonstruktion von Jeffrey M. Carneys geheimen Leben, in: Der Tagesspiegel vom 7. November 1999; ders.: Die Stasi lebt. Berichte aus einem unterwanderten Land, Berlin 2009, S. 87; John O. Koehler: Stasi. The untold story of the East German secret police, Colorado 2000, S. 237; Klaus Behling: Berlin im Kalten Krieg. Schauplätze und Ereignisse, Berlin 2007, S. 111; Macrakis: Seduced (Anm. 27), S. 94; Joachimi: Resident (Anm. 5), S. 133.

29 Siehe BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1646, 1666, 1667 und 1680.

30 Siehe BStU, MfS, BT Fin Nr. 1678.

31 Es sind zwar die Decknamen der Zielobjekte bekannt, aber nicht deren Bedeutung. Dabei handelt es sich u. a. um »Schloß« (XV 18847 / 60), »Burg« (XV 18861 / 60), »Frank« (XV 2816 / 68), »Universität« (XV 324 / 72) und »Student« (XV 325 / 72).

32 Siehe BStU, MfS, HA KuSch Nr. 100, 135 und 187; ebd., Abt. Fin. Nr. 1663, 1675 und 1679; ebd., AP Nr. 9064 / 82, Bd. 1; ebd., SED-KL Nr. 2449 und 3048.

33 Siehe BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 3205 und 3693; ebd., HA II Nr. 33240.

34 Abschöpfquelle (im Folgenden: A-Quelle) »Hoffmann« (XV 232 / 67), DA »Gerda« (XV 2621 / 79), Funk-IM »Druga« (I 1711 / 64), Funk-IM »Mütze« (XV 15695760), Residenten »G. Linden« (XV 2747 / 63), Inoffizieller Mitarbeiter mit Arbeitsakte (im Folgenden: IMA) »Renate« (XV 1450 / 63), O-Quelle »Erich« (XV 47 / 68), O-Quelle »Elster« (XV 6098 / 60), O-Quelle »Rolf Baumann« (XV 2943 / 82), O-Quelle »Klaus« (XV 4474 / 80), O-Quelle »Gitte« (XV 3001 / 77), O-Quelle »Gerhard« (XV 4607 / 75), PIM »Karl« (XV 325 / 72), PIM »Franka« (XV 7754 / 81), PIM »Pierre« (XV 6280 / 81), PIM »Gabor« (XV 5117 / 85), PIM »Richard« (XV 5107 / 85), PIM »Berni« (XV 3302 / 82), Resident »Linden« (XV 10814 / 61), SIM »Franke« (XV 9550 / 60), SIM »Regina« (XV 2899 / 82), SIM »Margot« (XV 3986 / 85) und SIM »Gitta« (I 1711 / 64).

35 »Tom« (XV 6053 / 81), »Inge« (XV 473 / 81), »Gerry« (XV 2899 / 82), »Nord« (XV 3976 / 81), »Dave« (XV 3986 / 85) und «Martin« (XV 4520 / 80).

36 BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1575, 1644, 1664, 1676 und 1681.

37 BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1657, 1665, 1666 und 1676.

38 »Aufbau« (XV 3716 / 73).

39 Siehe BStU, MfS KS II 587 / 89, Bl. 73 und 78.

40 DA »Freitag« (XV 371 / 72), DA «Grete« (XV 2915 / 62), PIM »Harry« (XV 3152 / 64), SIM »Frank« (XIV 623 / 80), SIM »Christa« (XV 668 / 83), SIM »Bischof« (XV 5286 / 85) und Werber I »Gerd« (XV 668 / 83).

41 »Junior« (XV 2207 / 73), »Resi« (XV 2207 / 73), »Georg« (XV 43 / 77), »Ruth« (XV 43 / 77), »Karla« (VI 1620 / 85), »Hampe« (XV 15 / 74), »Dupont« (XV 4277 / 64), »Lore« (XV 4277 / 64) und »Jack« (XV 43 / 77).

42 Siehe BStU, MfS, KS II 587 / 89, Bl. 74.

43 BStU, MfS, AIM 15149 / 63; ebd., AIM 5613 / 88, T. I, Bd. 1, S. 9; ebd., HA KuSch Nr. 110, 129, 135 und 155; ebd., SED-KL Nr. 1273 und 2333; ebd., VRD Nr. 5259; ebd., Abt. Fin. Nr. 3693; ebd., HA II Nr. 35496.

44 BStU, MfS, HA II Nr. 4821, 17941, 35496 und 36062; ebd., HA KuSch Nr. 112, 127, 137 und 188; ebd., Abt. Fin. Nr. 916, 3265 und 3693; ebd., AIM 7445 / 88, T. I, Bd. 1, Bl. 124; ebd., SED-KL Nr. 4550, 4641, 4721, und 5255.

45 BStU, MfS, HA KuSch Nr. 97, 120, 125, 135 und 187; ebd., Abt. Fin. Nr. 893, 3654 und 3693.

46 »Georg« (XV 3085 / 76).

47 Siehe BStU, MfS, AIM 2421 / 87.

48 »Lindner« (XV 3169 / 76).

49 Siehe Warten auf »Alex«, in: Der Spiegel vom 13. Oktober 1997; Roland Hein: »Junior«, »Schwan«, »Jack« und der »heilige Vater«, in: Neues Deutschland vom 3. November 1997; Jürgen Schönstein: IM »Jack«, seine Agentenfreunde und 40 000 Dollar von der Stasi, in: Berliner Morgenpost vom 7. November 1997; ferner FBI-Ermittlungsbericht vom 3. Oktober 1997; Das Pharaonengrab der Stasi, in: Der Spiegel vom 18. Januar 1999.

50 Siehe Die »Kommunisten« waren schuldig, in: Neues Deutschland vom 28. Juli 2006.

51 Siehe Tim Weiner: Ex-Campus Rebels Held in Spy Case, in: New York Times vom 7. Oktober 1997; ders.: Spies Just Wouldn’t Come in from Cold War, in: New York Times vom 15. Oktober 1997; Brooke A. Masters: Three Former Campus Leftists Held in Va. on Espionage Charges, in: Washington Post vom 7. Oktober 1997; ders.: Couple, Friend Indicted in Spy Case, in: Washington Post vom 18. Februar 1998; ders.: Prosecutor in Spy Case Describes A Life of Self-Serving Treachery, in: Washington Post vom 8. Oktober 1998; ders.: Spy Denies Working With Couple, in: Washington Post vom 17. Oktober 1998; ders.: Husband and Wife Sentenced for Espionage, in: Washington Post vom 23. Januar 1999.

52 Siehe Seit zehn Jahren hinter Gittern, in: Junge Welt vom 5. Oktober 2007, S. 9; Die »Kommunisten« (Anm. 50).

53 »Doktor« (VI 1620 / 85).

54 »Alexander« (XV 1972 / 75).

55 »Pilot« (XV 593 / 64).

56 »Esche« / »Ullrich« (XV 1716 / 69).

57 Das Objekt »Waldgrün« wurde von Januar 1978 bis Mai 1983 vom Referat genutzt, doch nahm Oberleutnant Ralf Schirrmann den Vorgang mit zum Referat 9, in dem er weiterhin als Sachbearbeiter im politisch-operativen Dienst Verwendung fand. Die beiden anderen Objekte – »Allee« und »Martin« – brachte im Mai 1984 bei seinem Wechsel vom Referat 2 Bernd-Heiko Schilling mit. »Waldgrün« (XV 41 / 77); »Allee« (XV 15 / 73); »Martin« (XV 2362 / 73).

58 Zu den Nutzern und Anbietern der Deckadressen siehe BStU, MfS AIM 13760 / 79; »Dupont« (XV 4277 / 64) und »Land« (XV 3336 / 71); siehe BStU, MfS AIM 2421 / 87; »Bürger« (XV 1672 / 68) und »Adam« (I 574 / 66); siehe BStU, MfS AIM 13762 / 79, Bl. 21 und 92¸ »Geselle« (XV 1610 / 68); siehe BStU, MfS AIM 12014 / 76, Bl. 18 ; BStU, MfS AIM 12550 / 91, Bl. 146 ; BStU, MfS AIM 5009 / 82, Bl. 126 ; BStU, MfS AIM 6570 / 80, Bl. 134 ; »Hans« (I 987 / 77); BStU, MfS AIM 15884 / 81, »Robert« (XV 3094 / 75); siehe BStU, MfS AIM 16472 / 79, Bl. 12 ; »Köhler« (I 1684 / 72); BStU, MfS AIM 17753 / 81, Bl. 119; BStU, MfS AIM 1287 / 77.

59 »Bürger« (XV 1672 / 68); »Walter« (XV 487 / 69); siehe BStU, MfS AIM 13762 / 79, Bl. 21.

60 »Esche« (XV 1716 / 69), »Flieger« (XV 3415 / 67) und »Hampe« (XV 15 / 74).

61 Darunter »Hochhaus« (XV 169 / 72), »Aufbau« (XV 3716 / 73), »Z 3« (XV 476 / 69) und »Stern« (XV 491 / 73).

62 Siehe Joachimi: Begegnung (Anm. 26), S. 35.

63 BStU, MfS, HA KuSch Nr. 891, S. 37.

64 BStU, MfS, AGMS 8499 / 86; ebd., HA KuSch Nr. 163 und 191; ebd., Abt. Fin. Nr. 60 und 3262; ebd., VRD Nr. 4977 und 6289.

65 BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1643 ; ebd., HA KuSch Nr. 891, S. 38. Koehler: Stasi (Anm. 28), S. 258; Karl-Ernst Plagemann: USA-Außenpolitik auf Konfrontationskurs, Berlin 1982.

66 BStU, MfS, HA KuSch Nr. 171, 177 und 187; ebd., Abt. Fin. Nr. 2546 und 3274.

67 »Sibylle« (XV 426 / 76).

68 »Tulpe« (XV 2408 / 80) und »Herbert« (XV 2410 / 80); siehe Joachimi: Resident (Anm. 5), S. 48, 54 und 73.

69 KP »Theologe« (XV 40 / 77), KP »Läufer« (XV 428 / 83), PIM »Barbara« (XV 69 / 77) und PIM »Korn« (XV 69 / 77).

70 Darunter »Advokat« (XV 413 / 80), »Wilder« (XV 1258 / 85), »Löwe« (XV 228 / 68), »Riese« (XV 3325 / 77), »Spaten« (XV 3326 / 77), »Vogel« (XV 4231 / 76), »Laub« (XV 4232 / 76), »Düse« (XV 4276 / 78), »Michael« (XV 428 / 83), »Rauch« (XV 428 / 83), »Efeu« (XV 4360 / 83), »Kirsche« (XV 4644 / 79), »Gulli« (XV 4791 / 80) und »Laura« (XV 491 / 73).

71 BStU, MfS, HA KuSch Nr. 131 und 891, S. 33; ebd., Abt. Fin. Nr. 2478 und 3262; ebd., VRD Nr. 4932.

72 BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1575, 1578, 1644, 1645, 1646 und 1648.

73 »Lindner« (XV 3169 / 76); »Jürgen Heine« (XV 128 / 73); »Vogt« (XV 2429 / 79); »Efeu« (XV 4360 / 83); »Düse« (XV 4276 / 78); »Riese« (XV 3325 / 77); »Vogel« (XV 4231 / 76); »Laub« (XV 4232 / 76); »Spaten« (XV 3326 / 77).

74 Wolf: Spionagechef (Anm. 27), S. 409 f.

75 Siehe Joachimi: Resident (Anm. 5), S. 107 und 121 f.

76 Siehe ebd., S. 410; »Welle« (XV 283 / 66).

77 »Camp« (XV 6064 / 60), »Mensa« (XV 2117 / 72) und »Pat« (XV 2133 / 67).

78 BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1577, 1580, 1581, 1645, 1646, 1656, 1658, 1659, 1661, 1664, 1668, 1676, 1681 und 2418.

79 A-Quelle »Antos« (XV 302 / 80), Ermittler »Walter« (XV 1311 / 68), »Bohrer« (XV 376 / 72), Kurier »Waltraud« (XV 1411 / 68), O-Quelle »Konrad« (II 263 / 73), O-Quelle »Albert« (XV 3985 / 85), O-Quelle »Flame« (XV 2019 / 86), PIM »Ullrich« (XV 1716 / 69), PIM »Esche« (XV 1716 / 69), PIM »Tino« (XV 414 / 80), PIM »Eddi« (XV 5673 / 83), PIM »Katharina« (XV 7976 / 81), PIM »Braun«
(I 624 / 83), PIM »Tiger« (VII 785 / 68) und SIM »Martina« (XV 4628 / 73).

80 »Mike« (XV 2416 / 85); BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1678.

81 BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1577, 1642, 1660 und 1666; ebd., BT: Fin Nr. 1575088.121.

82 »Foto I« (XV 7456 / 60).

83 BStU, MfS, AIM 8216 / 91, T. I, Bd. 1, S. 76; ebd., BV Dresden, AIM 4993 / 90, T. I, S. 94; ebd., HA KuSch Nr. 177 und 2156; ebd., Abt. Fin. Nr. 1643.

84 Siehe Helmut Müller-Enbergs: Was wissen wir über die DDR-Spionage?, in: Georg Herbstritt / Helmut Müller-Enbergs (Hg.): Das Gesicht dem Westen zu. DDR-Spionage gegen die Bundesrepublik Deutschland, Bremen 2003, S. 61.

85 OibE »Rat« (XV 2834 / 68).

86 BStU, MfS, HA KuSch Nr. 127, 141 und 171; ebd., Abt. Fin. Nr. 928, 1277, 2546 und 2548; ebd., VRD Nr. 4853; ebd., HA II Nr. 36038.

87 DA »Fiete« (XV 189 / 79), DA »Herta« (XV 4474 / 70), DA »Karla« (XV 785 / 86), KW »Robert« (XV 22 / 79) und PIM »Lisa« (XV 4474 / 80).

88 Siehe Joachimi: Resident (Anm. 5), S. 108 f.

89 Siehe ebd., S. 153.

90 »City« (XV 3805 / 73).

91 BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 3201, 3267 und 3693; ebd., VRD Nr. 4947.

92 »Apfel« (XV 489 / 73).

93 BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1643; ebd., HA KuSch Nr. 891, S. 38.

94 BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1577, 1657, 1662, 1668 und 1674.

95 »Jörg« (XV 10874 / 60).

96 BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1576, 1660 und 1674.

97 BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 1579, 1643, 1666 und 1679.

98 »Maler« (XV 1334 / 60). Zur Person siehe Florian Geyer: Die Sozialdemokratie am Scheidewege, in: Neue Blätter für Sozialismus (1932), H. 3, S. 449–458; Stefan Vogt: Der nationale Sozialismus der sozialdemokratischen Jungen Rechten, in: reichwein forum (2008), H. 1, S. 31–40; Klemens von Klemperer: German resistance against Hitler. The search for Allies abroad 1938–1945, Oxford 1994, S. 57, 61, 79, 182 und 446.

99 Wolf: Spionagechef (Anm. 27), S. 404–407.

100 Siehe Heinz Geyer: Zeitzeichen. 40 Jahre in Spionageabwehr und Aufklärung, Berlin 2007, S. 71.

101 »Universität« (XV 324 / 72).

102 BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 951, 1278, 1682, 3331 und 3693; ebd., HA KuSch Nr. 164 und 166.

103 BStU, MfS, BV Rostock, KS II Nr. 267 / 79; ebd., Abt. Fin. Nr. 2548 und 3204.

104 Funk-IM »Neubauer« (XV 242 / 85), O-Quelle »Brunhilde« (XV 94 / 83), PIM »Eva« (I 574 / 66), PIM »Eberhard« (XV 5022 / 84), PIM »Berg« (XV 626 / 83), PIM »Adam« (I 574 / 66), PIM »Alexander« (XV 479 / 79) und PIM »Franz« (XV 2492 / 85).

105 »Danny« (XV 3118 / 82).

106 BStU, MfS, Abt. XII Nr. 1364.

107 »Bernhard« (XV18 / 80).

108 XV 7099 / 60.

109 Siehe Vernehmung von Heinz Schockenbäumer vor dem Landgericht Hamburg am 13. April 2007; LG Hamburg, Akz. 324 O 18 / 05, 324 O 836 / 04 und 324 O 774 / 04. Von nicht minderer Bedeutung ist Schockenbäumers Rolle bei dem bereits erwähnten »Kid«, den er in Mexiko traf. Siehe Jürgen Schreiber: Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin, in: Der Tagesspiegel vom 1. September 2003.

110 BStU, MfS, HA KuSch Nr. 100, 120, 124, 146, 173 und 187; ebd., Abt. Fin. Nr. 874, 909, 2546, 3200 und 3693; ebd., SED-KL Nr. 2899.

111 Funk-IM »Neumann« (XV 6611 / 80), O-Quelle »Ingrid« (XV 6402 / 82), O-Quelle »Roland« (XV 4608 / 75), O-Quelle »Maria« (XV 21 / 79), O-Quelle »Bernhard« (XV 4724 / 88), O-Quelle »Kanus« (XV 3702 / 83), PIM »Arne« (XV 1521 / 79), PIM »Berg« (XV 3724 / 87), PIM »Christel« (XV 4144 / 81), PIM »Johannes« (XV 429 / 83), Werber II »Jose« (XV 5362 / 88) und »Iris« (XV 6602 / 82).

112 »Juri« (XV 4144 / 81).

113 BStU, MfS, Abt. Fin. Nr. 84, 1578 und 1656; ebd., Abt. XII Nr. 1364; ebd., HA KuSch Nr. 891, S. 33.

114 »Ingrid« (XV 6402 / 82).

115 »Roland« (XV 4608 / 75).

116 »Mary« (XV 6278 / 81).

117 »Beate« (XV 472 / 80).

118 Soweit keine Quellenangaben verzeichnet sind, beruhen die Angaben auf Interviews mit zwei Personen, die unmittelbar mit dem Vorgang betraut waren, aber nicht genannt werden möchten.

119 Siehe Werner Kahl: »DDR«-Agentenführer arbeitet jetzt für Bonn, in: Die Welt vom 5. September 1980.

120 Siehe Manfred Schell: Die steile Karriere eines Ostspions, in: Die Welt vom 22. Dezember 1979.

121 Geyer: Zeitzeichen (Anm. 100), S. 70.

122 Siehe Werner Kahl: Spion aus New York, in: Die Welt vom 16. September 1980.

123 »Brest« (XV 317 / 69).

124 Siehe Kahl: Spion aus New York (Anm. 122).

125 Siehe Markus Wolf: Man without a Face, London 1997, S. 291.

126 Siehe ebd.

127 Markus Wolf / Anne McElvoy: Man without a Face. The Autobiograhy of Communism’s greatest Spymaster, New York 1997, S. 280.

128 Siehe Frank E. Lippold: Neue Runde im Tauziehen um Spionageakten, in: Berliner Morgenpost vom 5. Januar 1999, S. 6.

129 Geyer: Zeitzeichen (Anm. 100), S. 70.

130 Siehe Kahl: Spion aus New York (Anm. 122).

131 Siehe Kahl: »DDR«-Agentenführer (Anm. 119).

132 Siehe Wolf: Man without a Face (Anm. 125), S. 291; Kahl: Spion aus New York (Anm. 122).

133 Siehe Schell: Die steile Karriere eines Ostspions (Anm. 120).

134 Siehe BStU, MfS BV Rostock, AKG Nr. 260, Bl. 275 und 322; BStU, MfS BV Rostock, AKG Nr. 271, Bl. 2 und 43.

135 Siehe Mehrere Spione der »DDR« gingen ins Netz, in: Berliner Morgenpost vom 23. November 1979; Gefaßt: Zwei neue Spione!, in: Bild-Zeitung (Hamburg) vom 23. November 1979; Spionage: 5 Fälle!, in: Express (Köln) vom 23. November 1979; Zwei Westdeutsche als DDR-Spione verhaftet, in: Die Presse (Wien) vom 24. November 1979.

136 Siehe Kahl: »DDR«-Agentenführer (Anm. 119); Agentur Reuters: Spionageprozess, 17. September 1980; dies.: Spionageprozess, 19. September 1980; DDR-Spion ein freier Mann, in: Aachener Nachrichten vom 20. September 1980.

137 Siehe Schell: Die steile Karriere eines Ostspions (Anm. 120); Auf freiem Fuß, in: Berliner Morgenpost vom 20. September 1980.

138 »Gitta« (XV 2062 / 66).

139 Siehe Gefaßt: Zwei neue Spione! (Anm. 135); Spionage: 5 Fälle! (Anm. 135); Der Verdacht löste sich in Luft auf. Bonner Sekretärin keine Spionin, in: Kölnische Rundschau vom 24. November 1979; Heinz Vielain: »DDR«-Spion verriet andere Agenten, in: Die Welt vom 27. November 1979.

140 »Rat« (XV 2834 / 68); »Kerstin« (XV 4454 / 65); »Hermann« (XI 7 / 61); »Wolfgang« (XV 3211 / 67); Professor der TH Darmstadt (XI 78 / 65).

141 Geyer: Zeitzeichen (Anm. 100), S. 70 f.

142 Joachimi: Resident (Anm. 5), S. 121.

143 Wolf: Spionagechef (Anm. 27), S. 409; siehe auch dazu ähnlich Joachimi: Resident (Anm. 5), S. 120. Bei Markus Wolf sind die genannten Fakten etwas durcheinandergeraten. Bei dem Verbindungsmann handelt es sich um den Vorgang »Welle«.

144 Joachimi: Resident (Anm. 5), S. 100.

Inhalt – JHK 2010

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