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Abschied vom Stalinismus? Charismatische Herrschaftskonfigurationen im titoistischen Jugoslawien

JHK 2011 | Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung | Seite 89-100 | Aufbau Verlag

Autor/in: Marc Zivojinovic

Tito wird in der Rückschau gerne als Charismatiker charakterisiert. Zugleich scheint Jugoslawien der einzige Staat in Osteuropa gewesen zu sein, in dem reformkommunistische Ideen mehr als nur rhetorischer Schmuck einer im Kern repressiven Staatlichkeit waren. Im Folgenden wird es daher darum gehen, zu klären, inwieweit im jugoslawischen Fall von einer konsequenten Abkehr vom stalinistischen Modell gesprochen werden kann und wie sich das Charisma Titos gegenüber den Reformanstätzen verhielt.

Als Chruščëv mit seiner Rede auf dem XX. Parteitag der KPdSU die stalinistischen Herrschaftsmethoden verurteilte und insbesondere den Personenkult um Stalin kritisierte,1 befand sich Jugoslawien bereits seit einigen Jahren auf einem »eigenen Weg zum Sozialismus«. Dieser »Sonderweg« innerhalb des kommunistischen Lagers wurde maßgeblich von Josip Broz Tito getragen – wenn auch nicht erdacht. Die sowjetische Kritik am Personenkult hätte indes auch Jugoslawien treffen können. Schon im Kriegsverlauf hatte sich dort ein Kult um den kommunistischen Partisanenführer herausgebildet, der in der Nachkriegszeit mithilfe der parteistaatlichen Ressourcen verbreitet und institutionalisiert worden war. Wenn der Kult um die kommunistischen Führer als ein Strukturmerkmal des Stalinismus und somit auch als Bestandteil der stalinistischen Herrschaftskonfiguration verstanden wird,2 dann stand der Titokult in einem deutlichen Widerspruch zum jugoslawischen »Mythos vom Antistalinismus«,3 der sich nach dem Bruch von 1948 entwickelt hatte.4

Für das sowjetisch-jugoslawische Zerwürfnis gab es verschiedene Gründe: Die Anwerbung jugoslawischer Staatsbürger durch den sowjetischen Geheimdienst, eine Form der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, die sich als reines Verlustgeschäft für die jugoslawische Seite darstellte und zunehmende außenpolitische Divergenzen spielten eine Rolle.5 Neben den handfesten politischen und ökonomischen Gründen begünstigten auch kulturelle Faktoren den Bruch. Zwar hatte Tito kaum eine Gelegenheit ausgelassen, seiner Wertschätzung gegenüber Stalin Ausdruck zu verleihen,6 aber dennoch stellte er sich durch den Kult um seine Person dem Sowjetführer »in vermessener Weise zur Seite«.7 Die eigenständige Politik Titos und die sowjetische Angst vor der Herausbildung eines zweiten kommunistischen Machtzentrums im Südosten Europas lieferten den Anlass für das Zerwürfnis, Prestigefragen waren ebenfalls nicht unwichtig.8

Charismatische Herrschaft und Personenkult

Der Personenkult war Ausdruck der charismatischen Fundierung einer personalisierten Herrschaftskonfiguration – hier verstanden als ein dynamisches Set aus kulturellen und politischen (Macht-)Dispositiven –, die sich mit der Charisma-Theorie Max Werbers analysieren lässt. Weber legte der Entwicklung von charismatischer Herrschaft eine prozesshafte Dynamik zugrunde, deren Ausgangspunkt die Formierung einer Anhängerschaft in einer krisenhaften Gesellschaftssituation bildet. Der Charismatisierungsprozess muss als Resultat einer kommunikativen Zuschreibung gedacht werden. Von genuinem Charisma kann demnach nur dann gesprochen werden, wenn »Heilsversprechen« der charismatischen Führungspersönlichkeiten und die Bereitschaft der Anhänger, einen Vertrauensvorschuss zu gewähren aufeinander treffen.9 Beides ergänzt sich zu einem »symbolischen Kapital«,10 das in der charismatischen Kommunikation ihren Ausdruck findet und die Erfolge der Charismatiker überhaupt erst ermöglicht.11 Die charismatische Kommunikation muss zugleich gewissen Mindestanforderungen an ihre Plausibilität gerecht werden, wie das instruktive Beispiel Walter Ulbrichts zeigt. Hier scheiterte der staatlich oktroyierte Versuch, den Führer der SED als Charismatiker erscheinen zu lassen, da die kommunikative Beziehung im »Dreiklang von Person, Politik und Propaganda« vom durchschnittlichen Adressaten nicht als stimmig wahrgenommen wurde.12 Eine latente in eine manifeste charismatische Situation zu transformieren ist bei aller Kontingenz des Prozesses also nur möglich, wenn neben einer Krisensituation auch ein bestimmter kultureller und politischer Rahmen gegeben ist, der kommunikativ plausibel vermittelt werden kann.13

In Jugoslawien bildete der Zweite Weltkrieg den Hintergrund, vor dem sich der zunächst wenig prominente Josip Broz – bekannt unter seinem Parteinamen Tito – als charismatische Führergestalt profilieren konnte. Bereits zu Kriegsbeginn verfügte der Partisanenführer über eine Anhängerschaft, deren Keimzelle die in der Zwischenkriegszeit verbotene und politisch nahezu marginalisierte Kommunistische Partei Jugoslawiens (KPJ) war. Im Kriegsverlauf dehnte sich der Kreis der Anhänger zusehends aus,14 wobei die Versprechen einer Befreiung von der Okkupation und eines föderativen Neuanfangs in einer demokratischen Gesellschaft, die unter der Parole »Smrt fašizmu – Sloboda narodu« [Tod dem Faschismus – Freiheit dem Volk] sublimiert wurden, auch Personen jenseits des kommunistischen Lagers anzogen.15

Es erscheint durchaus plausibel, dass das Tito zugeschriebene Charisma als »Keim psychischer Ansteckung« fungierte und dadurch zum Träger eines gesellschaftlichen Wandels wurde.16 Der sich spontan entwickelnde Personenkult stand dabei von vornherein in einem 
unmittelbaren Ableitungsverhältnis zur charismatischen Herrschaft Titos über die Partisanenverbände.

Die gezielte Institutionalisierung des Personenkultes erfolgte erst im Zuge der Machtübernahme durch die kommunistisch orientierten Partisanen im Verlauf der Jahre 1944 und 1945.17 Hierfür lieferte der sowjetische Stalinkult die Blaupause: Sowjetische Topoi wurden in die jugoslawische Propaganda importiert, wie etwa die Stilisierung Titos zum genialen Kriegsstrategen und zum »Lehrer« der Völker Jugoslawiens. Parallel zur Propagierung des Titokultes wurde auch der Kult um Stalin und die Sowjetunion gepflegt.18 Bald schon kam es jedoch zu Kollisionen in der Kulthierarchie. Allein die Tatsache, dass sich Tito bereits 1943 den Titel eines Marschalls hatte zusprechen lassen, zeigt, dass er sich dem Rang nach auf gleicher Ebene mit Stalin zu positionieren versuchte.19 Außerdem gingen in der Presse zusehends bestimmte, zunächst für die Beschreibung Stalins reservierte Attribute – wie etwa »groß« und »genial« – auf die Beschreibung Titos über.20 Die landesweiten, offiziellen Feierlichkeiten anlässlich Titos Geburtstag am 25. Mai, zu denen ab 1945 Massenveranstaltungen und Stafettenläufe organisiert wurden,21 sind ein Beleg dafür, dass dem Titokult, verglichen mit dem Kult um Stalin, ungleich mehr Menschen fröhnten. Zwar wurde der Geburtstag des Sowjetführers zwischen 1944 und 1948 in der jugoslawischen Presse umfassend gewürdigt, auch gab es aus diesem Anlass Versammlungen in staatlichen Einrichtungen, Schulen und Fabriken, dennoch blieb der Mobilisierungsgrad der Maßnahmen weit hinter denen des 25. Mai zurück.22

Vor dem »Zusammenstoß« der Staaten, der mit dem Ausschluss Tito-Jugoslawiens aus der Komintern im Juli 1948 sanktioniert wurde, stand der Zusammenprall der Kulte.23 Schon die ersten Dissonanzen in den zwischenstaatlichen Beziehungen machten sich auch auf der Ebene der Personenverehrung bemerkbar.24 Einer monokausalen Herleitung des jugoslawisch-sowjetischen Zerwürfnisses soll damit nicht das Wort geredet werden, aber sicherlich spielten Prestigefragen und die jugoslawische »Missachtung« der von der Sowjetunion eingeforderten Kulthierarchie eine nicht zu unterschätzende Rolle im Kominform-Konflikt.25 Im Verlauf dieses Konfliktes warf die KPdSU den jugoslawischen Kommunisten auch eine unangemessene Verehrung Titos vor: »In marxistischen Parteien werden Parteitage nicht deshalb veranstaltet, um die Führer zu preisen, sondern deshalb, um die Tätigkeit der Führung kritisch zu prüfen und sie, wenn nötig, zu erneuern und durch eine neue Führung abzulösen.«26 Trotz der schwerwiegenden Vorwürfe seitens des Kominform wollte und konnte die jugoslawische Führung nicht sofort mit dem eigenen Stalinkult brechen. Selbst auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen erschienen in der jugoslawischen Presse Lobeshymnen auf Stalin27 und noch im Juli 1949 beendete Tito den V. Kongress der KPJ, der de facto den Unabhängigkeitskurs Jugoslawiens sanktionierte, mit den Worten: »Lang lebe die Sowjetunion, lang lebe Genosse Stalin!«28

Titoistisch in der Form, stalinistisch im Inhalt?

Wenig später, als der Bruch als unumkehrbar angesehen wurde, gab die jugoslawische Führung der »totalitären Versuchung«29 nach und ging brutal gegen die vermeintlichen Anhänger Stalins vor: Zwischen 12 000 und 35 000 Personen wurden auf den Lagerinseln Goli Otok und Sveti Grgur unter widrigsten Bedingungen inhaftiert.30 Der Machterhalt war das Motiv, in Abwehr des Stalinismus selbst in stalinistischer Manier zu handeln, obwohl die KPJ zugleich die Pervertierungen des stalinistischen Herrschaftssystems kritisierte. Der Gewalteinsatz der jugoslawischen Kommunisten unterschied sich jedoch von der Gewaltpraxis der Sowjetunion.31 Der scheinbar ungezielte Einsatz von Repressionen im Stalinismus, von dem die berüchtigten Listen zeugen, die die Massengewalt dokumentieren, hatte vor allem eine kommunikative Dimension.32 Die Praxis der vordergründig nicht-instrumentellen, nur dem Selbstzweck dienenden Gewalt wurde hier zum Beleg totaler Macht. Im jugoslawischen Fall hatte der Gewalteinsatz immer eine stark lozierende Dimension – entfernt wurde, wer den eigenen Interessen entgegenstand. Folglich ging es sowohl bei der »obračun sa domačim izdajnicima« [Abrechnung mit den einheimischen Feinden], die in den Massenerschießungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gipfelte, als auch bei der Internierung der »Kominformbiroci« [Kominformbüroler] nach 1948, immer um die Ausschaltung von vermeintlichen oder tatsächlichen Gegnern. Aus der Perspektive der Täter diente die Gewalt hier einer anschließenden Pazifizierung und der Sicherung der Macht. Der Rückgriff auf stalinistische Gewaltpraxen blieb damit eine ultima ratio in Situationen, in denen die Macht der jugoslawischen Kommunisten beziehungsweise die Herrschaft Titos bedroht erschien.

Die ersten Schritte auf dem »eigenen Weg zum Sozialismus« ging Jugoslawien ab Ende 1949 und erst ab diesem Zeitpunkt schlug sich die Distanz zum sowjetischen Machtblock auch rhetorisch nieder. So kritisierte Tito die stalinistische Herrschaftspraxis etwa anlässlich der Verabschiedung des ersten Selbstverwaltungsgesetzes: »Was tun die NKWD und die Miliz? Sind etwa ihre Funktionen nach außen gerichtet? Wer deportiert mit wessen Hilfe Millionen von Staatsangehörigen verschiedenster Nationalität nach Sibirien und in den hohen Norden?«33 Auch den Autoritarismus der Sowjetführung prangerte Tito an: »Diese ›unfehlbaren‹ Autoritäten sind also gerade die Bremse, die die richtige Entwicklung der fortschrittlichen Welt überhaupt hemmt […] und damit die Arbeiterbewegung in der Welt schwächt. […] Würde man mutig beginnen, die Wurzeln dieser Schwächen zu erforschen oder zu suchen, dann wäre es sicher, dass viele Spuren zu jenen führen würden, die den Anspruch erheben, unfehlbar zu sein.«34

Trotz der antistalinistischen Rhetorik behielt die KPJ zunächst stalinistische Herrschaftsmethoden bei, was sich nicht zuletzt in der gewaltsamen Kollektivierung der Landwirtschaft zeigte, die erst im März 1953 gestoppt wurde.35 Eine Suche nach den Wurzeln des eigenen Autoritarismus fand indes nicht statt. Zwar machte der Bruch in Jugoslawien eine ideologische und politische Neuorientierung notwendig, aber diese erfolgte zunächst um den Preis einer repressiven Politik, die mit Ivo Banac als »home-grown-Stalinism« bezeichnet werden kann.36

Die Propagierung eines eigenen, weniger repressiven Weges gewann erst allmählich an Plausibilität – etwa durch die Beendigung der Kollektivierungskampagne, die Einstellung der Repressionen gegen die Glaubensgemeinschaften und durch den Schwenk zu einer erhöhten Konsumgüterproduktion ab 1955.37 Neben den Mythos vom antifaschistischen Kampf aller jugoslawischen Völker im gemeinsamen Partisanenkampf trat nun der »Mythos des Antistalinismus«, der eine Diskussion über die stalinistischen Grundlagen des gesellschaftlichen Umbaus nach dem Zweiten Weltkrieg verhinderte.38 Hoffnungen auf eine grundlegende Demokratisierung wurden Mitte der Fünfzigerjahre enttäuscht, als der »Fall Djilas« die Grenzen der Reform- und Diskussionsbereitschaft deutlich machte.39

Der Leiter der Propagandaabteilung, Milovan Djilas, hatte 1953 mit der Veröffentlichung einer Artikelserie im Parteiorgan Borba begonnen, in der er die (Partei-)Bürokratie scharf kritisierte und eine Beschleunigung des Demokratisierungsprozesses forderte. In der Folge enthob das III. Plenum des SKJ (Savez Komunista Jugoslavije/Bund der Kommunisten Jugoslawiens) den verdienten Partisanen bereits Mitte Januar 1954 all seiner Funktionen.40 Das Signal war klar und richtete sich an den liberalen Flügel. Die Partei wollte ihr Machtmonopol nicht gefährden.

Dennoch wurde Mitte der Fünfzigerjahre eine Liberalisierungstendenz spürbar, und das jugoslawische Regime ging in eine post-stalinistische Herrschaftsphase über. Während der Entstalinisierungsprozess und die Kritik am stalinistischen Personenkult nach 1956 im sowjetischen Hegemonialbereich zu vielfältigen Reaktionen führten, hatten sie kaum Auswirkungen auf die jugoslawische Innenpolitik. Die jugoslawischen Kommunisten begriffen sich ohnehin als Anti-Stalinisten, sodass eine weitere Abrechnung mit dem Stalinismus obsolet erschien.

Charismatische Kommunikation als Nukleus der titoistischen Herrschaft

Dass die charismatische Kommunikation durchweg konstitutiv für das jugoslawische Herrschaftssystem blieb, zeigen die zahlreichen Briefe und Gesuche, die der Staats- und Parteichef aus der Bevölkerung erhielt. Da Tito als charismatischer Herrscher wahrgenommen wurde, diente er als letzte Instanz, wenn auf den institutionell vorgesehenen Wegen nichts zu erreichen war. Aus dem bisher wenig erforschten Quellenkorpus41 lassen sich daher auch Aussagen über die Wahrnehmung der titoistischen Herrschaft im Spannungsfeld zwischen Reform und Stagnation extrahieren.

Insbesondere zu Beginn der Sechzigerjahre häuften sich Eingaben, die ein Auseinanderklaffen von Theorie und Praxis beklagten. Die Briefe gingen in die Tausende, sodass hier nur einige Tendenzen verdeutlicht werden können. Die Tatsache, dass eine nicht unerhebliche Anzahl der Schreiben anonym verfasst wurde, zeigt, dass es nicht nur eine normative, sondern auch eine »gefühlte« Grenze der Meinungsfreiheit gab. Die Veruntreuung staatlichen Eigentums durch mittlere und höhere Funktionäre der Partei wurde in den Briefen der Sechzigerjahre immer wieder thematisiert. In konkreten Fällen leitete Tito die Schreiben an den Chef des Sicherheitsapparates Aleksandar Ranković weiter und beauftragte ihn mit einer eingehenden Untersuchung. Auch auf die widersprüchliche Reformpolitik auf ökonomischem Gebiet und ihre materiellen Folgen – insbesondere Preissteigerungen und geringe Löhne und Pensionen – rekurrierten zahlreiche Einlassungen. Dabei wurde das im charismatischen Kommunikationsprozess beschworene Vertrauen zwischen Bevölkerung und Staatsführung zu einem rhetorischen Druckmittel gegenüber der Partei umfunktioniert.42

Tito reagierte in zahlreichen Reden auf die Probleme und versprach Abhilfe. An seinen Versprechungen wurde die jugoslawische Politik in den Sechzigerjahren gemessen, was die vielfältigen Bezüge in den Eingaben auf die Aussagen Titos belegen.43 Die Bilanz der Reformen fiel oftmals äußerst kritisch aus. Insbesondere die Möglichkeit, Autoritäten in der Verwaltung von Staat und Wirtschaft zu kritisieren, erschien begrenzt. Ein anonymer Brief brachte die Stimmung auf den Punkt: »Wenn Du etwas sagst, dann werfen sie Dich wie einen Koffer auf die Straße.«44 Eine Kritik an politischen Führungspersonen oder auch an den Zuständen in Betrieben, war für die Betroffenen mit der Gefahr verbunden, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren. Von einer »sozialistischen Rechtsstaatlichkeit« mit einem faktischen Recht auf Meinungsfreiheit war das jugoslawische System der Sechziger- und Siebzigerjahre, trotz einer anderslautenden Rhetorik, weit entfernt. Das Machtgefälle zwischen dem aus der Partei rekrutierten Führungspersonal und den Beschäftigen bzw. Bürgern war im Rahmen der Selbstverwaltungsreformen nicht aufgelöst worden. Trotz massiver Kritik am System wurde Tito selbst als Person nur erstaunlich selten unmittelbar für die Missstände verantwortlich gemacht.45 So finden sich in zahlreichen Briefen Mutmaßungen darüber, dass Tito von seinem Mitarbeiterstab nicht umfassend oder gar falsch über die Situation im Lande informiert werde.46 Eine solche Entlastungsstrategie, zu der Tito mit seiner eigenen Kritik an den Missständen freilich beitrug, ermöglichte ein Festhalten an der charismatischen Herrschafts- und Beziehungsstruktur. Tito machte in seinen Reden die »Protagonisten der technokratischen Managertendenzen« und »Vertreter etatistischer Auffassungen«47 für die praktischen Mängel des Selbstverwaltungssozialismus verantwortlich und externalisierte damit gewissermaßen die eigene Verantwortung. Seine Äußerungen mochten vor dem Hintergrund einer Rhetorik einer »schöneren Gegenwart und Zukunft«48 beruhigend wirken, änderten aber am autoritären Kern der jugoslawischen Herrschaftskonfiguration genauso wenig, wie die zahlreichen verfassungsrechtlichen Reformen zwischen 1964 und 1974.

Die Ablösung des langjährigen Sicherheitschefs Aleksandar Ranković im Jahr 1966 erscheint rückblickend als wichtiger Schritt zu einer weiteren Liberalisierung und als »Sieg für die Reformer«.49 Allerdings warnten Mitarbeiter der Sicherheitsorgane vor den Folgen einer Schwächung der zentralen Sicherheitsdienste: »Nun werden Sie [Tito] ihre Informationen von den Komitees der Republiken und Gemeinden erhalten und diese werden sich selbst und ihre Verdienste für die gute politische und ökonomische Situation auf ihrem Territorium rühmen.«50 Tatsächlich wirkten sich die strukturellen Veränderungen in der Sicherheitsarchitektur auch auf den Eingabensektor aus. Bis Mitte der Sechzigerjahre wurden Tito die Schreiben im Original vorgelegt und bei Bedarf Erkundigungen durch die UDBA (Uprava Državne Besbednosti/Verwaltung der staatlichen Sicherheit) über die Absender eingeholt. Interventionen des Staats- und Parteichefs waren keine Seltenheit. In der letzten Dekade ließ sich Tito nur noch Zusammenfassungen vorlegen und intervenierte immer seltener persönlich. In den Fällen, in denen er Untersuchungen – etwa von Korruptionsvorwürfen – anordnete, wurde damit die jeweilige Republik betraut, ohne dass der Fortgang der Ermittlungen dokumentiert wurde. Im Resultat verringerten sich damit Einflussmöglichkeiten und Kontrollfunktionen der charismatischen Herrschaft Titos, auch wenn diese nominell unangefochten blieb. Quasiplebiszitäre Bestätigungen der Herrschaft, wie sie etwa in den zahlreichen Unterstützungstelegrammen nach Titos Intervention anlässlich der Studentenproteste des Jahres 1968 zum Ausdruck kamen, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Widerspruch zwischen Selbstverwaltung und dem durch das Machtmonopol der Kommunisten fundierten »polikratischen Etatismus«51 nicht aufgelöst werden konnte. Die charismatische Herrschaft Titos überdauerte alle Reformen in Jugoslawien und war zum Teil sogar in der Lage, abweichende Reformbewegungen in die gewünschte Richtung zu kanalisieren, wie etwa im Fall der Studentenunruhen des Jahres 1968.52 Auch die Herrschaftskrise nach dem nationalen Aufbegehren in Kroatien 1970/71 konnte die Position Titos letztlich nicht gefährden, führte aber zu einer erneuten Welle von Repressionen. Wer die jugoslawischen Kommunisten implizit in eine Reihe mit den stalinistischen Parteien stellte und die charismatische Herrschaftsfundierung kritisch hinterfragte – wie der Belgrader Professor Svetozar Stojanović – musste mit dem Verlust des Arbeitsplatzes rechnen.53 Bis zum Tode Titos im Mai 1980 blieb die Herrschaftskonfiguration Jugoslawiens durch autoritär-charismatische und poststalinistische Elemente gekennzeichnet.

Die Liberalisierungen des jugoslawischen Systems etwa auf dem kulturellen Sektor und in Bezug auf die Reisefreiheit sowie die Entwicklung des Selbstverwaltungssozialismus waren zwar mehr als bloße rhetorische Kosmetik, blieben aber dennoch weit entfernt von der Einführung eines pluralistischen Verfassungsstaates.54 Bestimmte Paragrafen des Strafgesetzbuches konterkarierten die freie Ausübung der politischen Grundrechte,55 und noch in der ersten Hälfte der Achtzigerjahre wurden 1652 Personen wegen politischer Straftaten verurteilt. Eine öffentliche Diskussion über die Implikationen einer solchen Praxis für die Rechtsstaatlichkeit wurde erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts geführt.56

Die Fortsetzung des Personenkultes um Tito nach dessen Tod verhinderte eine nüchterne Bilanz der titoistischen Herrschaft. Allerdings schwand in der post-charismatischen Phase der Rückhalt für die Rituale des Titokultes zusehends und auch der Konsens der Organisatoren über Art und Weise der Inszenierungen geriet ins Wanken. Selbst Mitglieder des Organisationsausschusses für die Feiern des 25. Mai sahen die in eine gigantomanische Ästhetik abdriftenden Inszenierungen kritisch und befürchteten gar eine Schädigung von Titos Ansehen.57 Erst mit der Abschaffung der zentralen Abschlussveranstaltung des sogenannten Dan Mladosti [Tag der Jugend] im Jahr 1988 gelang eine Überwindung der letzten poststalinistisch geprägten Visualisierungsstrategie der titoistischen Herrschaft. Parallel dazu verlor die Partei zusehends ihre geschichtspolitische Deutungsmacht, was zusammen mit geschichtspolitischen Tabubrüchen zu einer Entwertung des titoistischen Charismas und schließlich zu seiner Stigmatisierung führte.58 Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der letztlich gescheiterten Fortführung des Personenkultes und dem Auseinanderbrechen des jugoslawischen Gesamtstaates ließe sich allerdings kaum plausibel begründen.

Die vielfältigen und widersprüchlichen Wandlungen der jugoslawischen Herrschaftskonfiguration konnten hier nur angedeutet werden, aber sie zeigen, dass die charismatische Verfasstheit der Herrschaft Titos als Nachklang des stalinistischen Vorbilds zu Lebzeiten und über den Tod des Staatschefs hinaus prägend für das jugoslawische Herrschaftssystem war.


1 Siehe Klaus Heller/Jan Plamper (Hg.): Personality Cults in Stalinism – Personenkulte im Stalinismus, Göttingen 2004, S. 7–12 (Vorwort), S. 7. Personenkult wird demnach als Charakteristikum einer »Alleinherrschaft des totalitären Typs« verstanden. Siehe auch Benno Ennker: Die Anfänge des Leninkults in der Sowjetunion, Köln/Weimar/Wien 1997, Anm. 3, S. 1.

2 Der Begriff Personenkult entwickelte sich nach der Geheimrede Chruščëvs auf dem XX. Parteitag der KPdSU im Jahr 1956 zu einer grundlegenden Kategorie der Stalinismusanalyse. Siehe Katharina Klotz: Führerfiguren und Vorbilder, in: Dieter Vorsteher (Hg.): Parteiauftrag ein neues Deutschland, München 1996, S. 322–337, S. 323.

3 Wolfgang Höpken: Vergangenheitspolitik im sozialistischen Vielvölkerstaat: Jugoslawien 1944–1991, in: Petra Bock/Edgar Wolfrum (Hg.): Umkämpfte Vergangenheit, Göttingen 1999, S. 210–243, S. 214.

4 Siehe Dejan Jović: Communist Yugoslavia and its »Others«, in: John Lampe/Mark Mazower (Hg.): Ideologies and National Identities, Budapest/New York 2004, S. 277–302, S. 288.

5 Siehe Gerhard Besier: Das Europa der Diktaturen. Eine neue Geschichte des 20. Jahrhunderts, München 2006, S. 423–427; Bernd J. Fischer: Enver Hoxha and the Stalinist Dictatorship in Albania, in: ders. (Hg.): Balkan Strongmen, London 2007, S. 239–268, hier S. 253 f.; Holm Sundhaussen: Geschichte Serbiens. 19.–21. Jahrhundert, Wien 2007, S. 147–154.

6 Siehe Kosta Čavoški: Tito – technologija vlasti [Tito – Herrschaftstechnik], Belgrad 1991, S. 13.

7 Gerd Koenen: Die großen Gesänge. Lenin, Stalin, Mao Tse-tung. Führerkulte und Heldenmythen des 
20. Jahrhunderts, Frankfurt a. M. 1991, S. 210.

8 Siehe Sundhaussen: Geschichte Serbiens (Anm. 5), S. 351.

9 Siehe Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft, Tübingen 1976, insbesondere S. 144–157.

10 In Anlehnung an Pierre Bourdieu: Entwurf einer Theorie der Praxis auf der Grundlage der kabylischen Gesellschaft, Frankfurt a. M. 1979.

11 Frank Möller: Zur Theorie des charismatischen Führers, in: ders. (Hg.): Charismatische Führer der deutschen Nation, München 2004, S. 1–18 , S. 14.

12 Siehe dazu Rainer Gries: »Walter Ulbricht – das sind wir alle!«, in: Möller: Charismatische Führer 
(Anm. 11), S. 193–218, insb. S. 193–195.

13 Siehe Rainer M. Lepsius: Demokratie in Deutschland. Soziologisch-historische Konstellationsanalysen. Ausgewählte Aufsätze, Göttingen 1993, S. 101.

14 Siehe Robert C. Tucker: The Theory of Charismatic Leadership, in: Dædalus (1968), H. 97, S. 731–753, S. 739. Zu Charisma in den unterschiedlichen sozialen Systemen (Kleingruppe, Organisation, Staatswesen) siehe: Lepsius: Demokratie in Deutschland (Anm. 13), S. 107 sowie Michael Günther: Masse und Charisma. Soziale Ursachen des politischen und religiösen Fanatismus, Frankfurt a. M. 2005, S. 17.

15 Siehe Melissa K. Bokovoy: Peasants and Communists. Politics and Ideology in the Yugoslav Countryside, 1941–1953, Pittsburgh 1998, S. 19 u. 25 f.; Ann Lane: Yugoslavia. When Ideals Collide, Basingstoke 2004, S. 79 ff.

16 Siehe Hans Joas: Die Kreativität des Handelns, Frankfurt a. M. 2002, S. 71; Johann P. Arnason: Praxis und Interpretation. Sozialphilosophische Studien, Frankfurt a. M. 1988, S. 149.

17 Siehe Sava D. Bosnitch: The Cult of Tito’s Personality 1943–?, in: The South Slav Journal 13 (1990), 
H. 1–2, S. 20–38, S. 22.

18 Siehe Ivo Banac: With Stalin against Tito. Cominformist Splits in Yugoslav Communism, Ithaca 1988, 
S. 7; Stanislav Sretenovic/Artan Puto: Leader Cults in the Western Balkans (1945–1990): Josip Broz Tito and Enver Hoxha, in: Balazs Apor u. a. (Hg.): The Leader Cult in Communist Dictatorships, Basing-
stoke/New York 2004, S. 208–216, S. 208 f.

19 Siehe Koenen: Die großen Gesänge (Anm. 7), S. 210.

20 Siehe Dušan Mojic: Evolucija Kulta Josipa Broza Tita 1945–1990. Analiza štampe [Die Entwicklung 
des Kultes um Josip Broz Tito. Eine Analyse der Presse], in: Srpska Politička Misao 2 (1995), H. 1, 
S. 133–155, S. 136.

21 Titos eigentlicher Geburtstag war der 7. Mai. Zu den Stafettenläufen siehe Marc Zivojinovic: Die Stafette der Jugend zu Ehren des Marschall. Der 25. Mai als Festtag des Titokultes, in: Südost-Forschungen 67 (2008), S. 253–276.

22 Siehe etwa die Studie zur Häufigkeit des Erscheinens von Tito- und Stalin-Bildern in der jugoslawischen Armeepresse: Bojan Dimitrijević: Armija – oslonac titovog kulta ličnosti 1941–1954 [Die Armee – Stütze des Titokultes], in: Istorija 20. Veka 22 (2004), H. 2, S. 97–123, S. 110. Zur Organisation der Stalin-Geburtstage siehe die entsprechenden Anweisungen der Abteilung für Agitation und Propaganda, in: Arhiv Srbije/Archiv Serbiens (im Folgenden: AS), Centralni Komitet Savez Komunista Jugoslavije, Organizacije instruktorova uprava (1945–1947), K.1.

23 Siehe Bosnitch: The Cult of Tito’s Personality (Anm. 17), S. 23.

24 Etwa die Entfernung von Tito-Bildern aus dem öffentlichen Raum Rumäniens im Februar 1948. Ebd., S. 24.

25 Siehe Sundhaussen: Geschichte Serbiens (Anm. 5)., S. 351.

26 Zit. nach Koenen: Die großen Gesänge (Anm. 7), S. 211.

27 Borba vom 22. Dezember 1948, S. 1. Politika vom 22. Dezember 1948, S. 3.

28 Zit. nach Sava D. Bosnitch: The Conversion from Stalinism to Titoism, in: The South Slav Journal 
9 (1986), H. 1–2, S. 24–47, S. 28.

29 Diese Formulierung prägte Ralf Dahrendorf in Anlehnung an Jean-François Revel. Siehe Klaus Müller: Totalitarismus und Modernisierung. Zum Historikerstreit in der Osteuropaforschung, in: Achim Siegel (Hg.): Totalitarismustheorien nach dem Ende des Kommunismus (= Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung, Bd. 7), Köln 1998, S. 37–79, S. 45.

30 Exakte Zahlen liegen bis heute nicht vor. Siehe die unterschiedlichen Angaben: Dragan Marković: Istina o Golom otoku [Die Wahrheit über Goli Otok], Belgrad 1987, S. 229; Berislav Jandrić: Nacionalna i socijalna struktura ibeovaca iz Hrvatske na Golom otoku u razdoblju 1949–1952 [Die nationale und soziale Struktur der Informbüroler aus Kroatien im Zeitraum 1949–1952], in: Časopis za suvremenu povijest 25 (1993), H. 2–3, S. 183–202, S. 193; Dragoslav Mihailović: Kratka istorija satiranja [Kurze Geschichte der Vernichtung], Belgrad 1999, S. 81; Richard West: Tito and the Rise and Fall of Yugoslavia, New York 1999, S. 237.

31 In Anlehnung an die phänomenologische Systematisierung der Gewaltpraxen in: Jan Philipp Reemtsma: Vertrauen und Gewalt. Versuch über eine besondere Konstellation der Moderne, München 2009, insb. 
S. 179, S. 343 f.

32 Deutlich wurde der kommunikative Aspekt auch in den Schauprozessen. Siehe Jörg Barberowski: Der rote Terror. Die Geschichte des Stalinismus, Bonn 2007, S. 119.

33 Josip Broz Tito: Die Fabriken in Jugoslawien werden von Arbeitern verwaltet, Belgrad 1950, S. 33.

34 Ebd., S. 22.

35 Bokovoy: Peasants and Communists (Anm. 15), S. 99 f.

36 Banac: With Stalin against Tito (Anm. 18), S. 136.

37 Sundhaussen: Geschichte Serbiens (Anm. 5), S. 354 ff.

38 Wolfgang Höpken: Von der Mythologisierung zur Stigmatisierung: »Krieg und Revolution« in Jugoslawien im Spiegel von Geschichtswissenschaft und historischer Publizistik, in: Eva Schmidt-Hartmann (Hg.): Kommunismus und Osteuropa. Konzepte, Perspektiven und Interpretationen im Wandel, München 1994, S. 165–202, S. 176 u. 179 f.; Höpken: Vergangenheitspolitik im sozialistischen Vielvölkerstaat (Anm. 3), S. 213 f.

39 Siehe Robert Müller-Sternberg: Tito und Milovan Đilas. Die Macht und ihr Widerspruch, in: Deutsche Studien. Vierteljahreshefte 9 (1971), H. 34, S. 34; Jasna Dragović-Soso: »Saviours of the Nation«. Serbia’s Intellectual Opposition and the Revival of Nationalism, London 2002, S. 18–21; Lane: Yugoslavia (Anm. 15), S. 118 f.; Tomislav Sunic: Titoism and Dissidence: Studies in the History and Dissolution of Communist Yugoslavia, Frankfurt a. M. 1995; Stephen Clissold: Djilas: The Progress of a Revolutionary, Hounslow 1983.

40 Siehe Čavoški: Tito (Anm. 6), S. 18 f.

41 Die Quellen liegen im sogenannten Tito-Fonds des Muzej Itorije Jugoslavije/Museum der Geschichte Jugoslawiens (im Folgenden: MIJ) in Belgrad vor.

42 Beispielsweise in einem anonymen Brief einer »Gruppe von Kommunisten« aus dem Jahr 1962, in dem es unter anderem heißt: »Wir erwarten, dass sich die Dinge energisch verändern, noch […] glauben wir an die Partei.«, in: MIJ, Kabinet Predsetnika Jugoslavije, II–8.

43 Die Zahl der Eingaben erhöhte sich in Reaktion auf seine Reden sprunghaft. Siehe Momčilo Mitrović: Jugoslovenska stvarnost u anonimnim dostavama Josipu Brozu Titu 1956–1966 godine [Die jugoslawische Wirklichkeit in den anonymen Eingaben an Josip Broz Tito], in: Godišnjak za društvenu istoriju 
12 (2005), H. 1–3, S. 203–216, S. 208.

44 Nesklad izmedju teorije i prakse [Unstimmigkeit zwischen Theorie und Praxis], 17. Juli 1965, in: 
MIJ (Anm. 42).

45 Aussagen wie etwa: »Ich wollte Dir nur mitteilen, was alles ohne Dein Wissen geschieht, weil Du so etwas sicher nicht dulden würdest.« sind in den Quellen häufig anzutreffen. Siehe ebd.

46 Dajemo najkarakterističnije izvode iz pisma koje je upućeno drugu Titu [Charakteristische Auszüge aus Briefen an den Genossen Tito], ohne Datum, in: MIJ (Anm. 42).

47 Zit. aus: Rede bei der Entgegennahme der Ehrenmitgliedsurkunde der Akademie der Wissenschaften und Künste der Sozialistischen Republik Bosnien und Herzegowina, 30. November 1969, in: Josip Broz Tito: Der jugoslawische Weg. Sozialismus und Blockfreiheit, München 1976, S. 211–223, S. 218.

48 Zit. aus: Rede in Jaice anlässlich der Feier des dreißigsten Jahrestages der Versammlung des Antifaschistischen Rates der Volksbefreiung Jugoslawiens, in: ebd., S. 251–266, S. 266.

49 Sundhaussen: Geschichte Serbiens (Anm. 5), S. 365.

50 Prepis anonimnog pisma iz Rijeke od 28.X.1966 [Abschrift eines anonymen Briefes aus Rijeka vom 
28. Oktober 1966], S. 2, in: MIJ (Anm. 42).

51 Svetozar Stojanović: Die Kluft zwischen politischer Macht und schwindender Legitimation im Jugokommunismus, in: Südosteuropa. Zeitschrift für Gegenwartsforschung 38 (1989), H. 9, S. 487–495, S. 488.

52 Siehe Sundhaussen: Geschichte Serbiens (Anm. 5), S. 193 f.

53 Siehe Svetozar Stojanović: Staljinistička partijnost i komunističko dostojanstvo [Stalinistische Parteilichkeit und kommunistische Würde], in: Praxis 10 (1973), H. 5–6, S. 679–696.

54 Siehe Gerhard Besier: Das Europa der Diktaturen (Anm. 5), S. 422.

55 Insbesondere der Artikel 133, der staatsfeindliche Tätigkeiten und Propaganda unter eine Höchststrafe von fünf Jahren stellte. Siehe Krivični zakon SFRJ [Strafgesetzbuch der SFRJ], Belgrad 1990, S. 97.

56 Siehe Jens Reuter: Politische Gefangene in Jugoslawien, in: Südosteuropa. Zeitschrift für Gegenwartsforschung 36 (1987), H. 6, S. 297–308, S. 300.

57 Siehe Rezime rasprave koja je o proslavi Dana Mladosi vodjena na sednici Koordinacionog odbora SK SSRNJ [Resümee der Erörterungen über die Feiern des Tages der Jugend, die auf der Sitzung der Bundeskonferenz des SSRNJ gehalten wurden], in: Hrvatski Državni Arhiv, 1228 – SSRNH (Socijalistički Savez Radnog Naroda Hrvatske/Sozialistischer Bund der Werktätigen Kroatiens), RK J. B. Tito, K. 970.

58 Siehe Maja Brkljačić/Holm Sundhaussen: Symbolwandel und symbolischer Wandel. Kroatiens »Erinnerungskulturen«, in: Osteuropa 53 (2003), H. 7, S. 933–948, S. 935; Höpken: Vergangenheitspolitik im sozialistischen Vielvölkerstaat (Anm. 3), S. 228; Höpken: Von der Mythologisierung zur Stigmatisierung (Anm. 38), S. 185–187.

Inhalt – JHK 2011

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