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Antikommunismus und Russenfeindschaft vor und nach 1945: Die Romane der Bestsellerautoren Edwin Erich Dwinger und Heinz G. Konsalik

JHK 2011 | Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung | Seite 49-60 | Aufbau Verlag

Autor/in: Georg Wurzer

Dieses Buch enthält Aufzeichnungen aus den Jahren 1915 bis 1918. Es berichtet weder von Schlachten noch von Heldentaten, sondern von der andern Seite: von den ›Hinterhöfen‹ des Krieges – auf denen ohne Frontbericht gestorben wurde.1 Edwin Erich Dwinger

Dieses Buch soll kein Aufruf sein. Keine Anklage und kein Mahnmal. Es soll nicht Hass zwischen den Völkern säen und Zwietracht in die Herzen. Es soll keine alten Wunden aufreißen und keine neuen Wunden schlagen. Es soll nichts sein als ein Hohelied der Menschlichkeit – der Roman vom einsamen, gläubigen, hoffenden, duldenden Menschen.2 Heinz G. Konsalik

Dies sind die Mottos, die die Schriftsteller Edwin Erich Dwinger und Heinz G. Konsalik ihren Kriegsgefangenenromanen voranstellen, mit denen sie jeweils den Durchbruch auf dem Buchmarkt erzielten. Es fällt die verblüffende Übereinstimmung auf, vor allem die gemeinsame pazifistische Semantik.3 Doch zwischen den Erscheinungsdaten der beiden Bücher liegen fast dreißig Jahre, darunter die zwölf Jahre des Dritten Reiches.

In diesem Aufsatz soll der Frage nachgegangen werden, in welchem Maße sich die von den beiden Autoren behandelten Inhalte unterscheiden oder übereinstimmen. Es geht um Kontinuitäten oder Brüche in den Einstellungen, Erwartungen und populären Stereotypen der beiden Autoren und ihre Rezeption durch das Publikum. Über die Geltung und Reichweite dieser Stereotype besteht in der Literatur keine Einigkeit. Der russische Emigrant Lev Kopelev ging von ihrer Kontinuität aus: »Bis heute bestehen die uralten, aber aktuell aufgefrischten Vorstellungen von dem europafremden Nationalcharakter, von der geheimnisvollen oder auch berüchtigten ›russischen Seele‹, die, reich an krassesten Widersprüchen, den einen als liebens- und bewundernswert, den anderen als abstoßend und gefährlich erscheint.«4 Der Historiker Karl Schlögel betont in einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 7. Mai 1998 mit dem »Vergessen« Dwingers in der Bundesrepublik wohl eher Diskontinuitäten. Dwinger habe in der Bundesrepublik nicht mehr an seine alten Erfolge anknüpfen können, weil in der Ära des Wirtschaftswunders seine Themen an Aktualität verloren hätten.5

War also Konsalik, der eine ähnliche Thematik wie Dwinger behandelte und Mitte der Fünfzigerjahre seine ersten Erfolge verbuchen konnte, »moderner« als Dwinger, und finden sich bei Konsalik andere Urteile und Eindrücke von Russland? Haben die Erfahrungen der nationalsozialistischen Diktatur und des Krieges im Osten, der über die Völker der Sowjetunion unsägliches Leid brachte, zu einer Revision von Werthaltungen geführt? Zur Klärung dieser Fragen sollen die Hauptwerke der beiden Bestsellerautoren einem inhaltlichen Vergleich unterzogen werden. Geprüft wird dies an zwei inhaltlichen Aspekten: dem Antikommunismus und der Russenfeindschaft.

Ein solcher Vergleich ist möglich, da Dwinger die Romane Die Armee hinter Stacheldraht und Zwischen Weiß und Rot noch vor dem Dritten Reich publizierte, und sie daher nicht als explizite Nazi-Propagandawerke bezeichnet werden können. Konsalik wiederum legte mit Der Arzt von Stalingrad schon früh sein – auch heute noch viel gelesenes – Hauptwerk vor. Auch seine später erfolgreichsten Romane wie Das Herz der 6. Armee (1964), Liebesnächte in der Taiga (1966) oder Frauenbataillon (1981) haben Russland zum Gegenstand. Das Zielpublikum beider Autoren war identisch: Eine literarisch anspruchslose Massenleserschaft, auch wenn Dwinger durch seine prätentiöse Darbietung zeitgenössischer Russlanddeutungen intellektueller wirkt.

Bei einer ersten Lektüre fällt auf, dass bei Dwinger, der tatsächlich in Sibirien im Lager war, die Schilderung der Kriegsgefangenschaft weitaus realistischer anmutet als bei Konsalik, der nicht aus eigener Erfahrung berichten kann. Letzterer hebt an vielen Stellen6 die aufopferungsvolle Kameradschaft unter den Gefangenen hervor, sein auf einem lebenden Vorbild beruhender Protagonist Dr. Böhler in Der Arzt von Stalingrad, wird als ein makelloser Engel dargestellt.7 Demgegenüber beschreibt Dwinger anschaulich und zutreffend die wachsende Gereiztheit unter den Gefangenen, die mit der Dauer der Internierung stetig zunimmt und sich zu einem Kampf ums Dasein entwickelt. 8

Die Frage, wodurch die Autoren ihr Millionenpublikum begeisterten – Dwinger hatte eine Gesamtauflage von zwei Millionen verkaufter Exemplare, während Konsalik auf eine fast unvorstellbare Zahl von über hundert Millionen kam –, ob durch die Reproduktion gängiger Stereotype, die Authentizität, den Plot, die sexuellen Elemente, kann hier nicht beantwortet werden. Es kann aber vorausgesetzt werden, dass ihre Ansichten über Russland und seine Bevölkerung denen ihrer Leserschaft nicht deutlich zuwiderliefen.

I. Begriffsbestimmungen

Wenn im Weiteren die Denkhaltungen Antikommunismus und Russenfeindschaft definiert werden sollen, so ist zuvor festzuhalten, dass die beiden in Deutschland seit ihrem Entstehen eine enge Kombination eingingen.

Unter Antikommunismus soll hier eine Grundhaltung verstanden werden, die sich sowohl gegen die Theorie des Marxismus-Leninismus und ihre wirklichen und vermeintlichen Anhänger in der Opposition, als auch gegen die Herrschaftspraxis in den real existierenden sozialistischen Ländern richtet. Dabei folge ich der Definition von Johannes Heesch, ausgeführt in einem Buch von Gesine Schwan, nach der sich eine Antihaltung gegen das Wesen eines Phänomens richtet, während eine Kritik nur einzelne Aspekte infrage stellt.9 Gesine Schwan entwickelt an gleicher Stelle selbst folgende Kriterien: Sie unterscheidet vier Richtungen: 1. Antikommunismus der sozialdemokratischen Linken, der sich zentral gegen die Kumulation der politischen Macht in den Händen der kommunistischen Partei richte und im Bekenntnis zur liberalen Demokratie gegen die kommunistische Einparteidiktatur gründe, 2. der liberale Antikommunismus, der eine Parteinahme nicht nur für den politischen, sondern auch für den ökonomischen Liberalismus beinhalte, 3. der bürgerliche Antikommunismus nach der Oktoberrevolution 1917, der sich als Antwort auf die Vernichtung des Bürgertums im Osten formierte und eine existentielle und auch eine klassenspezifisch antiegalitäre Dimension im weiteren Spektrum des Bürgertums begründete. »Bei hohen Militärs, aber auch in breiteren Volksschichten traten als weitere wichtige Elemente des Antikommunismus eine Geringschätzung der Russen und vor allem […] ein markanter Antisemitismus hervor.«10 Dieser, 4., rechtskonservativ nationalistische Antibolschewismus habe den Boden für den rassistisch zugespitzten Antibolschewismus der Nationalsozialisten bereitet. Jener Rassismus komme zum Ausdruck in der Furcht vor den einerseits »minderwertigen«, andererseits zugleich barbarisch bedrohlichen Russen und im Vernichtungswillen gegenüber den Juden.11

Unter Russenfeindschaft wird in diesem Beitrag eine Kombination von negativen Stereotypen wie Grausamkeit, »Asiatentum«, Trunksucht, Dummheit und Indolenz verstanden, die eine lange Tradition haben,12 und von denen nicht nur von russischer Seite behauptet wird, dass sie bis in die Gegenwart fortwirken.13

II. Edwin Erich Dwinger und Heinz G. Konsalik – Parallelen und Unterschiede

Dwinger wurde noch vor der Jahrhundertwende im Kaiserreich geboren, während Konsaliks Geburt in die Zeit der Weimarer Republik fällt. Dwinger veröffentlichte die Trilogie Die deutsche Passion über seine Gefangenschaftserlebnisse kurz vor dem Jahr 1933. Sie enthält keine explizite pronazistische Propaganda, auch wenn ihr protofaschistischer Charakter deutlich zutage tritt. Deshalb erzielten seine Werke im Dritten Reich ihre größten Verkaufserfolge. Heute werden sie nur noch von rechtsgerichteten Verlagen veröffentlicht. Konsaliks Bücher hingegen erfreuen sich seit Ende der Fünfzigerjahre bis heute fast ungebrochener Beliebtheit. Auch die Werke zu Krieg und Gefangenschaft in der Sowjetunion wie Der Arzt von Stalingrad oder Das Herz der 6. Armee erleben ständige Neuauflagen.

Dennoch lassen sich auch Parallelen zwischen den Autoren ziehen: Beide haben sich unwahre Legenden um ihre Abstammung angeeignet. So behauptet Konsalik, der als Heinz Günther geboren wurde, von einem alten sächsischen Rittergeschlecht abzustammen.14 Dem widersprechen alle zugänglichen Unterlagen.15 Dwinger verdankte seine Akzeptanz als Russlandspezialist vor 1945 im Wesentlichen seiner angeblich russischstämmigen Mutter; diese Behauptung konnte mittlerweile als Mär entlarvt werden.16 Auch in anderen Punkten nehmen es die beiden Bestsellerautoren mit der Wahrheit nicht so genau. Schon über sein Geburtsjahr machte Konsalik selbst unterschiedliche Angaben.17 Dass die Gefangenschaftserlebnisse Dwingers, die den Kern seines Werkes bilden, in ihrer stark ausgeschmückten Form größtenteils nicht dem Erlebten entsprechen, sondern eher Fiktion sind, dafür konnte der Verfasser dieses Aufsatzes im Verlauf langjähriger Forschungen zwingende Beweise finden.18 Konsalik war im Zweiten Weltkrieg als Kriegsberichterstatter im Osten tätig und wurde angeblich an der Rollbahn Orscha-Smolensk schwer verwundet. Beide Autoren beschäftigen sich geradezu obsessiv mit dem »Osten«. Konsalik nahm für sich eine »ostische Seele« in Anspruch,19 in vielen seiner Werke steht Russland im Mittelpunkt. Dwinger wiederum geriet am 14. Juni 1915 in der Schlacht um Mitau (Livland/heutiges Lettland) in russische Gefangenschaft.20 Angeblich war er bereits während seiner ersten Tage an der Front lebensgefährlich am Oberschenkel verwundet worden. Nur wenige seiner über dreißig Romane haben Russland nicht zum Gegenstand. Auch in ihrer Arbeitsweise als Schriftsteller lassen sich Parallelen ziehen: Beide waren Vielschreiber21 und beide verwendeten Auslassungspunkte am Ende von Sätzen, eine Technik der Suggestion.

Die Unterschiede zwischen ihnen sind jedoch nicht zu übersehen: So wurde Dwinger bis 1945 von der offiziellen Literaturszene hofiert und mit positiven Rezensionen überschüttet. Nach 1945 konnte er allerdings nicht mehr an seine alten Erfolge anknüpfen, auch wenn er eifrig weiter publizierte. Im Vergleich mit Konsalik soll überprüft werden, worin die Ursache dafür lag. War die Leserschaft kritischer geworden oder nur der Autor kompromittiert? Konsalik selbst betrachtete sich als »Volksschriftsteller« und hätte sich nach eigenen Angaben gefragt, was er falsch gemacht habe, wenn er eine positive Kritik beispielsweise in der elitären FAZ erhalten hätte.22

III. Antikommunismus

Dem Antikommunismus Dwingers, der sich im Laufe der Zeit zu einer wahren Besessenheit steigerte, steht Konsalik kaum nach. Bereits in Dwingers Frühwerk Das große Grab erscheinen die Bolschewiki als raubende und vergewaltigende Mörderbande. Die Bolschewiki seien »Sklaven ihrer Lüste und Gieren«.23 Diese Wertung hält er auch in Die Armee hinter Stacheldraht aufrecht.24 Seine eigentliche Auseinandersetzung mit dem Bolschewismus in seinem Frühwerk findet allerdings in Zwischen Weiß und Rot statt.25 In diesem Werk beschreibt Dwinger seine (fiktiven) Erlebnisse als Offizier der Weißen Armee im Russischen Bürgerkrieg. Seine Ansichten über den Bolschewismus legt er dabei meist einem Väterchen Luka genannten ehemaligen Mönch in den Mund. Dessen Aussagen entsprechen durchaus dem Geist der Zeit: Der Kommunismus sowjetischer Prägung als Angriff auf die Zivilisation, das Ideelle und das Abendland. Zugleich als Aufstand der Massen und als Dienst an der Maschine.26 Der Ich-Erzähler äußert aber Verständnis für die roten Positionen. So reflektiert er an einer Stelle: »Ich sehe nicht klar. Ich weiß nicht, wer recht hat – rot oder weiß.«27 Zum Abschied wünscht er den russischen Kommunisten, dass ihr Streben nach einer gerechten Welt ohne Ausbeutung erfolgreich sein möge.28 Bei Konsalik erscheint der Kommunismus als eine Krankheit, von dem sich die Menschen mühsam kurieren. Dem Kommissar Wadislaw Kuwakino in Der Arzt von Stalingrad gelingt dies. Einst ein strammer Bolschewik, der die Gefangenen quälte, bittet er schließlich, geläutert nachdem ihm ein deutscher Arzt ein Auge ausgeschlagen hat, beim Politbüro in Moskau um seine Entlassung.29 Leutnant Markow, einem überzeugten Bolschewiken (und scharfen Deutschenhasser, was Konsalik synonym verwendet) im gleichen Lager, glückt dies nicht. Folglich wird er als moralisch minderwertig charakterisiert.30 In Das Herz der 6. Armee wenden sich die positiv geschilderten Russinnen und Russen schließlich der lange verpönten Religion zu.31 In diesem Werk erzählt Konsalik aber auch eine Geschichte, welche die ganze Perfidität der Bolschewiki illustrieren soll. Partisanen nehmen einen deutschen Soldaten gefangen und benutzen ihn, um eine deutsche Nachschubkolonne in einen Hinterhalt zu locken. »Zum Dank« liquidiert der Leutnant der Partisaneneinheit den Deutschen.32 Die Prozesse, die 1948 in den sowjetischen Lagern gegen Kriegsverbrecher geführt wurden, schildert Konsalik in Der Arzt von Stalingrad ganz, wie es dem unter ehemaligen Landsern auch heute kolportierten Klischee entspricht: Man sei zum Tode verurteilt worden, weil man eine Kartoffel vom Acker genommen habe. So wird ein junger Unteroffizier zur Höchststrafe verurteilt: »Durch die Pflege der Waffen und Geräte haben Sie maßgeblich dazu beigetragen, dass ihre Truppe in Russland Menschen töten konnte.«33 Ein Oberfeldwebel, im Zivilberuf Milchviehzüchter in Bayern, trifft das gleiche Schicksal: »Sie sind hiermit zum Tode verurteilt, weil sie durch ihren Nachschub ermöglichten, dass die Deutschen alle Mittel in die Hand bekamen, Russland zu zerstören.«34

Konsaliks Antikommunismus ist weniger mit dem von Dwinger in Die Armee hinter Stacheldraht und Zwischen Weiß und Rot zu vergleichen, als vielmehr mit jenem in der Propagandaschrift Wiedersehen mit Sowjetrussland. Hier berichtet Dwinger ganz im nationalsozialistischen Stil von seiner Teilnahme am Überfall auf die Sowjetunion und spricht sich für eine Ausrottung der Träger des Bolschewismus aus: Es bleibe nichts übrig, als die Komsomolzen völlig zu vernichten. Das sei ein harter Schluss für jemanden, der das Volk einst geliebt habe. Doch sei ein solches Vorgehen im höchsten Sinne gerecht. Die Russen hätten ihre Oberschicht vernichtet, die nordisch durchblutet war und folglich kulturell staatstragend wirken konnte. Der Rest sei bewusst mongolisch infiltriert worden, ihm sei »durch diese Bastardisierung kaltherzig eine Stoßkraft« verliehen worden, die »dschingiskhanisch« alles vor sich niederwalze. »Ob es die Tataren, ob es Peter, ob es Stalin war: Dies Volk ist für das Joch geboren, wohl sollte es ein menschenwürdiges erhalten, gleichzeitig aber auch eines, das die Welt künftig vor den Gefahren bewahrt, die immer schon in seinem Wesen schlummerten.«35 Den Krieg mit Sowjetrussland vorzubereiten, das deutsche Volk von seiner Unausweichlichkeit zu überzeugen, bezeichnet Dwinger 1942 als den »Sinn meines ganzen schöpferischen Lebenswerkes«.36

Legt man an dieser Stelle die von Gesine Schwan vorgeschlagenen Typisierungen zugrunde, so kann man sowohl in Dwingers, als auch in Konsaliks Schriften einen Antikommunismus erkennen, der für das Bürgertum nach der Oktoberrevolution 1917 typisch war. In dem Frühwerk Dwingers fehlt der für den Nationalsozialismus charakteristische antisemitische Vernichtungswille, auch wenn der Autor, wie neue Funde belegen, ein notorischer Antisemit war.37 In Konsaliks Werk Der Arzt von Stalingrad gibt es eine antisemitische Tendenz dahingehend, dass der jüdische Dolmetscher im Gefangenenlager als Feigling und Duckmäuser dargestellt wird. Konsalik stellt Jakob Aaron Utschomi folgendermaßen vor: »Hinter Piotr Markow schob sich eine schmächtige Gestalt vorbei und baute sich vor dem Tisch auf […] Der Mann trug eine abzeichenlose Uniform, sein fettes, schwarzes Haar glänzte matt.« 38 Über sein Verhalten während der Prozesse erfährt man: »Jakob Aaron Utschomi drückte sich in einer Ecke herum …«39 So kann Konsalik gewiss kein »exterminatorischer« Antisemitismus unterstellt werden, sein Judenbild zeigt aber deutliche Züge eines Klischees. Dies lässt folgenden Schluss zu: Die Autoren unterscheiden sich nicht dahingehend, dass bei Konsalik eine kritische Reflexion des Antikommunismus feststellbar ist. Auch kann man nicht sagen, dass Konsalik nahtlos an den Antibolschewismus von 1932 angeknüpft hat. Er war Zeitgenosse des Dritten Reiches und blieb von ihm, zumindest in dieser Hinsicht, nicht unbeeinflusst.

IV. Russenfeindschaft

Grundsätzlich wird »der Russe« bei Konsalik weit menschlicher und vielschichtiger dargestellt als bei Dwinger, bei dem zahlreiche sehr schlechte und nur wenige sehr gute Russen (meist in Person von Russinnen) auftauchen. Dwinger ist Anhänger eines manichäischen Weltbildes, in dem es nur wenige Zwischentöne gibt.

Dies führt zu einem wichtigen Aspekt des Russlandbildes der beiden Autoren: der Darstellung der russischen Frau, die hier beispielhaft für das ganze Spektrum von Stereotypen stehen soll. Über das Frauenbild bei Konsalik hat Susanne Anneliese Schimetta 1984 eine Dissertation vorgelegt.40 Alle Frauengestalten in den Hauptrollen bei Konsalik fänden, gleichgültig welches Leben sie führen, welchen Beruf sie ausüben, erst durch die Liebe zu ihrer wahren Bestimmung und zu echtem Glück. Sie machten fast ausnahmslos eine Wandlung durch, die sie zu einem »richtigen« Frausein bringe und damit zu einem sinnerfüllten Leben. »Richtiges« Frausein bedeute bei Konsalik, so Schimetta, zu einem Mann zu gehören, den man über alles liebe, für ihn da zu sein, anschmiegsam, schutzbedürftig und zärtlich zu sein.41 Dem gegenüber stünden schlechte Frauen, die von ihren Trieben abhängig seien. Doch auch sie tragen die Sehnsucht nach Liebe in sich und enden in der Regel tragisch. Konsaliks Frauenfiguren seien dabei immer wie ein Wunder der Natur, nicht zu klein, nicht zu groß, schlank, zierlich, mit langen Beinen, ausdrucksvollen Augen in einem ebenmäßigen Gesicht, seidenweichen Haaren, klarer Stimme und runden, festen Brüsten.42

Hier wird allerdings darüber hinaus die Auffassung vertreten, dass der festgestellte frauenverachtende Grundzug bei Konsalik mit einer antirussischen Tendenz verbunden ist, die Schimetta nicht herausgearbeitet hat. Eine wiederkehrende Figur in Konsaliks Russlandromanen, die bereits in Der Arzt von Stalingrad anzutreffen ist, ist die der nymphomanen russischen Lagerärztin oder -kommissarin, die die Männer hasst und sie quält, ungeachtet, ob es sich dabei um russische Strafgefangene oder deutsche Kriegsgefangene handelt. In Der Arzt von Stalingrad ist dies die Lagerärztin Alexandra Kasalinskaja. Konsalik schildert ihr Äußeres folgendermaßen: »Ihre erdbraune Uniformjacke war über der Brust geöffnet und ließ die rote Bluse, die sie darunter trug, sehen. Die langen, schwarzbraunen Haare hingen ihr auf die Schultern und die breiten Schulterstücke.«43 Ihre Reaktion auf die Vergewaltigung durch den gefangenen Arzt von Sellnow ist die, dass sie süchtig nach seinen Brutalitäten und Beschimpfungen wird. Ihr russischer Kollege äußert sich dazu so: »Alexandra ist wie eine rassige Stute. Wenn ein Mann sie ansieht, kann er gar nicht anders als sie nehmen.«44 Als der von ihr geliebte Gefangene in die Heimat zurückkehrt, verfällt sie dem Wahnsinn. In Heiß wie der Steppenwind kehrt diese Gestalt beinahe identisch als Lagerärztin Dussowa wieder, auch sie wird vergewaltigt und verfällt dem Vergewaltiger.45 Gerade das Motiv der Liebe für den Vergewaltiger zeigt ein antirussisches Stereotyp Konsaliks von der wilden Natur der Russen, die überwältigt werden will.

Dwingers Beschreibung der russischen Frauen in Die Armee hinter Stacheldraht hebt sich stark von seiner Abscheu erregenden Darstellung vieler Männer ab. Russische Frauen sind bei Dwinger entweder makellose Engel oder Prostituierte. Als dem Helden des Romans an der Front von einem Bauernmädchen etwas zu trinken gereicht wird, fantasiert der Held: »Irgendein Gutes, Weiches hat mich angerührt, hat neue Kraft in meinen Leib gegossen. Ich werde sie in meiner Sterbestunde vor mir sehen …«46 Im Lazarett erregen die Schwestern, die ihn aufopferungsvoll pflegen, seine sexuellen Fantasien. Eine, die sich besonders um ihn bemüht, nimmt er nach dem Beschluss zur lebensrettenden Amputation so wahr: »Ich sehe sie mit brennenden Augen an. Ihr weißer Mantel zieht sich straff über ihre Brust. Ihre Knie runden sich in ovalen Bögen durch ihren Rock. Ihre Hände sehen aus, als hätten sie das Paradies zu verschenken. Alles, was ich ergrübelt, was mein junges Leben und meine Sehnsucht will, sitzt plötzlich wie ein Zeichen Gottes, in ihrem Körper zur Gestalt geworden, greifbar vor mir.«47

Bei Konsalik ist das pornografische Moment weit stärker ausgeprägt als bei Dwinger. Er befördert ein Stereotyp, das schon sehr alt ist und in den Erlebnisberichten ehemaliger Gefangener des Ersten Weltkrieges in Russland häufig wiederkehrt: Die angeblich leichte sinnliche Erregbarkeit der russischen Frau.48 So fühlte sich auch der ehemalige Gefangene Spiegelburg bemüßigt auszuführen: »Die Russin zwingt stärker das Gefühl zum Mann, als die Germanin. Weich und schmiegsam in ihrem Sinnenleben, ersahen diese Slawinnen im Anfang des Krieges auch im Feind in erster Linie das Geschlechtswesen, zu dem sie sich hingezogen spürten.«49

Ein anderes klassisches antirussisches Stereotyp ist das der Kennzeichnung der Russen als Asiaten, man denke an den berühmten Ausspruch von Voltaire, man müsse den Russen nur kratzen, um den Tataren zu sehen.50

Dwinger schreibt wiederum relativ zurückhaltend in Die Armee hinter Stacheldraht über das »Asiatentum« der Russen. Der grausame Lagerkommandant von Tockoe ist für ihn der »gekalkte Asiat«.51 Sehr deutlich wird er wiederum in Wiedersehen mit Sowjetrussland. Hier beschreibt er sein Zusamentreffen mit gefangenen Sowjets und schildert, wie er dabei einerseits einen vertrauten Geruch von altem Leder, säuerlichem Brot und starkem Tabak verspürt, »… ganz wie es sich für einen echten Russen gehört – aber gleichzeitig spürte ich auch etwas Neues darin […] Ich kann es nur mit einem Wildgeruch bezeichnen, mit jener strengen Ausdünstung der Wildnis, die man in ähnlicher Weise auch bei Zigeunern trifft, die ich aber stets besonders bei Mongolen festgestellt [habe] […] Ich hatte mich nicht getäuscht, denn als ich mich ein wenig kühler umsah […]: das waren ja gar keine Russen mehr, wie ich sie doch so gut gekannt hatte […] Was mich hier irgendwie böse schielend umstand, das war ja ein ausgemergeltes Völkergemisch, das man nur mit 
dem Worte mickrig bezeichnen konnte, ein bis dahin für mein Empfinden auf den 
Russen unanwendbarer Ausdruck! Gott im Himmel, dachte ich erschrocken, ist diese Umwandlung bereits so weit gegangen, dass sie geradezu die biologische Substanz ergriffen [hat]?«52

Auch Konsalik charakterisiert in Der Arzt von Stalingrad den besonders abstoßenden Professor Pawlowitsch, der für seine medizinische Reputation über Leichen geht, wiederholt als Asiaten.53 Er schreibt über dessen Augen: »Der Fanatismus eines heidnischen Priesters stand darin.«54

Die Kennzeichnung als Asiaten ist für beide Autoren eine Chiffre für viele weitere den Russen zugeschriebene Untugenden: mangelnde Reinlichkeit, Unzuverlässigkeit, Unfähigkeit zu lernen, Primitivität, Verschlagenheit, Verlogenheit und vor allem Grausamkeit.

V. Fazit

Die Ergebnisse des Vergleichs machen deutlich, dass tatsächlich, sowohl was den Antikommunismus, als auch was die antirussischen Stereotype anbelangt, kein Fortschritt im Sinne einer größeren Seriosität bei Konsalik gegenüber Dwinger festzustellen ist. Der Grund für Dwingers Misserfolg nach dem Zweiten Weltkrieg liegt mithin nicht an einer kritischen Reflexion seiner Darstellung durch die breite Leserschaft, die für beide Autoren aus der unteren Mittelschicht und der Unterschicht stammte und die Bücher häufig aus kommerziellen Leihbüchereien bezog.

Wie wenig sich Konsalik mit den Schrecken der NS-Herrschaft in Russland auseinandergesetzt hat, zeigt seine Darstellung zweier SS-Ärzte in einem Straflager für Kriegsgefangene in Der Arzt von Stalingrad. Diese geben zu, in Orscha und Minsk Versuche mit Bazillen und Cholerabakterien an Menschen durchgeführt zu haben. Sie werden gleichwohl als moralisch integer geschildert und pflegen den erkrankten Arzt von Sellnow aufopfernd. Sogar ein gewisses Verständnis für die beiden Ärzte durch den Autor ist spürbar.55

Somit wird auch in diesem Artikel die in der Forschung häufig vertretene Meinung bestätigt, dass im Deutschland der frühen Adenauerzeit mehrheitlich keine Revision tradierter Vorurteile der NS-Zeit gegenüber dem Kommunismus und dem russischen Volk stattgefunden hat.

1 Edwin Erich Dwinger: Die Armee hinter Stacheldraht, Jena 1929 (zitiert nach der Ausgabe 201-220 Tau-
send, Jena 1941), S. 6.

2 Heinz G. Konsalik: Der Arzt von Stalingrad, 20. Aufl. Bayreuth 2006 (Erstausgabe 1956), S. 6.

3 Beide sind stark von dem programmatischen Vorsatz in Erich Maria Remarques Roman Im Westen nichts Neues, Berlin 1928, beeinflusst, der zumindest im Falle Dwingers als direkte Vorlage diente. Dwinger war von dem Verleger Eugen Diederichs ausdrücklich beauftragt worden, ein Gegenstück zu Remarques Kassenschlager für die Ostfront zu verfassen; siehe Axel Walter Claesges: Edwin Erich Dwinger. Ein Leben in Tagebüchern, Phil. Diss., Ann Arbor, Michigan 1969 (Mikrofilmausgabe), S. 4 f.; zu Konsalik siehe Matthias Harder: Erfahrung Krieg. Zur Darstellung des Zweiten Weltkrieges in den Romanen von Heinz G. Konsalik, Würzburg 1999, S. 64, Anm. 1.

4 Lev Kopelev: Fremdenbilder in Geschichte und Gegenwart, in: Mechthild Keller (Hg.): Russen und Russland aus deutscher Sicht 9.–17. Jahrhundert (= West-östliche Spiegelungen, Reihe A, Bd. 1), München 1985, S. 11–34, hier S. 33.

5 Siehe Karl Schlögel: Sibirien ist eine deutsche Seelenlandschaft. Russland als Projektionsfläche deutscher Träume und Alpträume im zwanzigsten Jahrhundert. Die Romane von Edwin Erich Dwinger, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 7. Mai 1998, S. 44.

6 Siehe z. B. Konsalik: Der Arzt (Anm. 2), S. 7–17, 21–26, 28, 31–35; ders.: Das Herz der 6. Armee, Taschenbuchausgabe München 2008 (Erstausgabe 1964), S. 14–16, 40–43, 47 f., 71–74.

7 Ebenso der Dr. Portner in: Konsalik: Das Herz (Anm. 6). Siehe auch die Darstellung des Dr. Bockhorn in: Dwinger: Die Armee (Anm. 1).

8 Siehe z. B. Dwinger: ebd., S. 175 f., 188.

9 Siehe Johannes Heesch: Antikommunismus, Pro-Amerikanismus und Amerikakritik im politischen Denken von Helmut Schmidt, in: Gesine Schwan: Antikommunismus und Antiamerikanismus und Wandel nach 1945, Baden-Baden 1999, S. 220–247, hier S. 221.

10 Ebd., S. 37.

11 Siehe ebd., S. 35–41.

12 Siehe die einzelnen Bände des Projekts von Lev Kopelev: West-östliche Spiegelungen. Russen und Russland aus deutscher Sicht, Reihe A, 5 Bd., München 1985–1999. Allerdings zeigen diverse Beiträge auch eine starke prorussische Tradition in konservativen Kreisen vor 1917 und eine kritiklose Russlandschwärmerei von Vertretern verschiedener Richtungen zu allen Zeiten auf.

13 Es gibt zahlreiche Literatur zu deutsch-russischen »Bildern«. Siehe zuletzt Dietrich Beyrau: Mortal Embrace. Germans and (Soviet) Russians in the First Half of the 20th Century, in: Kritika 10 (2009), 
H. 3, S. 423–439. Zum Fortwirken solcher Bilder in der Gegenwart siehe Berndt Bleckmann: 
Der Westen, die Medien und das Feindbild im Osten, in: www.russland.ru/analysen/morenews.php?iditem=168, ges. am 18. November 2010; die psychologische Argumentation des Autors überzeugt, aber in politischen Tagesfragen, speziell der westlichen Berichterstattung über den Georgienkonflikt, wird stark polemisiert.

14 Siehe Rudolf Riedler: Gespräch mit dem Autor Heinz G. Konsalik, in: Heinz G. Konsalik: Heinz G. Konsalik. Leben und Werk eines Bestseller-Autors, 4. aktualisierte und erweiterte Aufl. München 1989, S. 16–28, hier S. 16.

15 Siehe Harder: Erfahrung Krieg (Anm. 3), S. 35 f.

16 Hierzu steht eine Veröffentlichung von Hartwig Molzow mit einer Vielzahl von Hinweisen bevor, dass die Mutter, Emilie Michlo, polnische Vorfahren hatte. Der Verfasser dankt Herrn Molzow für diesen Hinweis.

17 Der Autor behauptete in seinen Erfolgsjahren allgemein, er sei 1921 geboren, korrekt ist aber der 28. Mai 1923, siehe Harder: Erfahrung Krieg (Anm. 3), S. 31.

18 In absehbarer Zeit soll eine umfangreiche Biografie zu Dwinger vorgelegt werden. Dieser kehrte nicht erst 1921 nach haarsträubenden Abenteuern aus der Gefangenschaft nach Deutschland zurück, sondern schon im Januar 1918 als Austauschinvalider; siehe dazu die im Heimatmuseum Seeg, dem langjährigen Wohnort Dwingers, aufbewahrte Entlassungsurkunde aus der Gefangenschaft (in russischer Sprache). Diesen Befund stützt auch die Tatsache, dass sich im Nachlass des Sohnes Norwin Dwinger eine Reihe von unveröffentlichten Manuskripten mit der Ortsangabe und Jahreszahl Hannover 1918 findet.

19 Siehe Roger Anderegg: Der Berufs-Russe, in: Konsalik: Heinz G. Konsalik: Leben und Werk (Anm. 14), S. 49–59, hier S. 49.

20 Siehe Heimatmuseum Seeg, Entlassungsurkunde (Anm. 18).

21 Die Bibliografie von Konsaliks Werken in Harders Buch Erfahrung Krieg (Anm. 3) zählt 257 Veröffentlichungen, während Dwinger immerhin über 30 Romane publizierte.

22 Siehe Riedler: Gespräch (Anm. 14), S. 22. Der polnische Germanist Włodzimierz Bialik (Die gewöhnliche Trivialität. Zu Sekundär-Botschaften und zur Ideologie der En-passant-Aussagen in Heinz Günther Konsaliks später Romanproduktion (= Posener Beiträge zur Germanistik, Bd. 5), Frankfurt a. M. u. a. 2005) hat allerdings nachgewiesen, dass Konsalik durchaus auf die Kritik reagieren und sie vermeiden wollte. Bialik spürt aber das subtile Fortwirken der nationalen Stereotype bei Konsalik auf. Dwinger hingegen zeigte sich gegenüber den schweren Vorwürfen nach 1945 uneinsichtig und schrieb monoton 
im alten Duktus weiter. So rezensierte Charlotte Reinke sein Werk Wenn die Dämme brechen 
(Frankfurt a. M. 1950) über die Vertreibung der Ostpreußen 1945 unter dem Titel »Dammbruch des Geschmackes«, in: Die Literatur vom 15. Juni 1952, S. 8.

23 Edwin Erich Dwinger: Das große Grab, Berlin-Schöneberg 1920, S. 225.

24 Siehe ders.: Die Armee (Anm. 1), S. 240–242.

25 Ders.: Zwischen Weiß und Rot, Jena 1930.

26 Väterchen Luka legt seine Ansichten häufig vor Propaganda-Versammlungen der »weißen« Bewegung dar. So führt er aus: »Nicht die Gleichheit des Besitzes aller Erdendinge, die Gleichheit des Geistigen ist unser Feind!« (Dwinger: Zwischen (Anm. 25), S. 101). Dem Individualismus des Geistesmenschen stehe der Kollektivismus entgegen, »der Mechanismus, der Amerikanismus, Konstruktivismus, kurz der Massenmensch!« (ebd., S. 101). Die Bolschewisten machten sich daran, »eine ungeheure asiatisch-bolschewistische Festung zu schaffen«. Die Alternative hieße wieder: »Christentum oder Hunnentum – Abendland oder Morgenland« (ebd., S. 192). Aber: »Der Mensch hält es nicht lange aus, dem Tier gleichgesetzt zu werden – und was ist Materialismus anderes als tierisches Dasein, tierisches Leben?« (ebd., S. 249, siehe auch ebd., S. 404 f.). Es wird ein angeblicher Ausspruch Lenins zitiert: »Und wenn von unserm Volk neunzig Prozent dabei zugrunde gehen, wird eben dem Rest das Paradies erschaffen sein!« (ebd., S. 413).

27 Dwinger: Zwischen (Anm. 25), S. 243.

28 Siehe ebd., S. 487 f. In der Ausgabe von 1943 fehlt dieser Absatz.

29 Siehe Konsalik: Der Arzt von Stalingrad (Anm. 2), S. 224.

30 Siehe ebd., S. 330.

31 Siehe Konsalik: Das Herz (Anm. 6), S. 204, 280–282, 383.

32 Siehe ebd., S. 145 f., 169–175.

33 Konsalik: Der Arzt (Anm. 2), S. 299.

34 Ebd., S. 300.

35 Dwinger: Wiedersehen mit Sowjetrussland, Jena 1942 , S. 230.

36 Ebd., S. 40.

37 Siehe in erster Linie das in dem von der Forschergruppe um Raphael Dwinger (dem Enkel Dwingers) und Tobias Ginsburg gesicherten Nachlass enthaltene Manuskript Das war Theresienstadt, in dem Dwinger kaum auf das jüdische Leid dort Bezug nimmt, sondern von der Vergewaltigung deutscher Frauen durch jüdisch-tschechische Bolschewiken in der Nachkriegszeit berichtet. Das Manuskript entstand 1947.

38 Konsalik: Der Arzt (Anm. 2), S. 19.

39 Ebd., S. 298.

40 Siehe Susanne Anneliese Schimetta: Konsumromane. Das Bild der Frau in den Romanen von Heinz 
G. Konsalik, und wie diese Romane von Frauen gelesen werden, Diss. [maschin.], Salzburg 1984.

41 Siehe ebd., S. 150.

42 Siehe ebd., S. 151–153.

43 Konsalik: Der Arzt (Anm. 2), S. 11.

44 Ebd., S. 108.

45 Siehe Heinz G. Konsalik: Heiß wie der Steppenwind, Langenfeld 2009 (Erstausgabe Bayreuth 1971), S. 147. In Liebesnächte in der Taiga ist Ludmilla Barakowa politische Kommissarin im Holzlager Kalinin II. Sie wird von einem Arbeitsgenossen so beschrieben: »Ihr habt uns eine Teufelin herübergeschickt. Das haben wir nicht verdient. Ein strenger Mann kann wie die Hölle sein. Aber eine mächtige Frau, das ist, wie wenn man im Hintern des Teufels wohnt.« (Heinz G. Konsalik: Liebesnächte in der Taiga, Lichtenberg 1966, S. 38). Allerdings ist die Heldin hier nicht nymphoman und wird nicht vergewaltigt. Nachdem sie ihren Mann geheiratet hat, einen Deutschen in CIA-Diensten, wird sie als nur noch zärtlich und anschmiegsam beschrieben. Dass eine vergewaltigte Russin sich in den Vergewaltiger verliebt, siehe auch in: Heinz G. Konsalik: Frauenbataillon, Bayreuth 1981, hier zitiert nach der Lizenzausgabe des Deutschen Bücherbundes, Stuttgart o.J., S. 267.

46 Dwinger: Die Armee (Anm. 1), S. 16.

47 Ebd., S. 48.

48 Siehe Georg Wurzer: Die Kriegsgefangenen der Mittelmächte in Russland im Ersten Weltkrieg, Göttingen 2005, S. 319–323.

49 H. Spiegelburg: Russische Frauen und deutsche Offiziersgefangene, in: Chr[istian] Beck (Hg.): Die Frau und die Kriegsgefangenen. Die fremdländischen Frauen und die deutschen Kriegsgefangenen, Nürnberg 1919, 2 Halbbände, Bd. 1, S. 54–60, hier S. 54.

50 Siehe hierzu Beyrau: Mortal Embrace (Anm. 13), S. 428. Er zitiert den revisionistischen Hauptprotagonisten im Historikerstreit, Ernst Nolte, demzufolge der Holocaust eine asiatische Tat als Antwort auf eine andere asiatischen Typs war: den Gulag. Siehe auch das Vorwort des von Gerd Koenen und Lev Kopelev herausgegebenen fünften Bandes der Reihe A des Projekts West-östliche Spiegelungen: Deutschland und die Russische Revolution 1917–1924, München 1998, S. 11. In dem gleichen Band weist Jürgen Zarusky nach, dass auch in der deutschen Sozialdemokratie spätestens ab 1922 wieder an alte Deutungsmuster der Herrschaft im Osten als asiatisch angeknüpft wurde; siehe Jürgen Zarusky: Vom Zarismus zum Bolschewismus. Die deutsche Sozialdemokratie und der »asiatische Despotismus«, in: ebd. S. 99–133.

51 Dwinger: Die Armee (Anm. 1), S. 96.

52 Dwinger: Wiedersehen (Anm. 35), S. 56 f.; im gleichen Sinne ebd., S. 74.

53 Siehe Konsalik: Der Arzt (Anm. 2), S. 186, 245, 304. Siehe auch Konsalik: Das Herz (Anm. 6), S. 307. 
In Das Herz der 6. Armee ist aber ein anderes Stereotyp des russischen Menschen prominent: 
Die Charakterisierung als einfältige, gutmütige Kinder (z. B. ebd., S. 9–14, 25–29, 57–61).

54 Konsalik: Der Arzt (Anm. 2), S. 187.

55 So lässt er einen der beiden sagen: »Wir haben Cholerabazillen verpflanzt, um einen schnellen Wirkstoff gegen die Cholera zu finden! Opfer muss die Wissenschaft bringen […] Wir hätten Tausende nach Abschluss der Forschung retten können.«, Konsalik: Der Arzt (Anm. 2), S. 227.

Inhalt – JHK 2011

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