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Der geheime Informant in der Zentrale der Kommunistischen Partei Finnlands

JHK 2016 | Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung | Seite 97–112 | Metropol Verlag

Autor/in: Kimmo Rentola

Im Januar 1956 erhielt die für den Staatsschutz zuständige finnische Sicherheitspolizei (Supo, Suojelupoliisi) erstmals Insiderinformationen aus dem inneren Zirkel der Kommunistischen Partei Finnlands (SKP, Suomen kommunistinen puolue).[1] Dies bedeutete einen wichtigen Durchbruch, denn der im Jahre 1949 neu gegründeten Supo war es in den ersten fünf Jahren ihrer Existenz lediglich gelungen, lückenhafte und auf Gerüchten beruhende Berichte über kommunistische Aktivitäten zu beschaffen.[2] Erste Anzeichen für eine verbesserte Informationslage waren erst ab November 1954 zu erkennen.[3]

Mit den aufschlussreichen Insiderinformationen konnte Anfang 1956 endlich ein dringender Aufklärungsbedarf gestillt werden. Zwei entscheidende Entwicklungen im Land, die sich zeitgleich abspielten, hatten ihn ausgelöst: zum einen die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen und zum anderen sich immer weiter zuspitzende Konflikte auf dem Arbeitsmarkt, die möglicherweise mit einem Generalstreik enden würden. Die SKP spielte in beiden Fällen eine wichtige Rolle: Als Mitglied des Volksfront-Wahlbündnisses »Demokratische Union des Finnischen Volkes« (SKDL, Suomen Kansan Demokraattinen Liitto)[4] erhielt sie bei jeder Wahl etwa 20 Prozent der abgegebenen Stimmen und kontrollierte wichtige regionale sowie nationale Gewerkschaften. Darüber hinaus unterlag der internationale Kommunismus nach dem Tod Stalins massiven Veränderungen, was unter anderem zu einem substanziellen Ausbau der Beziehungen zwischen der SKP und der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) führte. Die starke finnische Bruderpartei wurde von den Sowjets nicht nur als nationaler Akteur, sondern auch als Führungsorganisation für die schwächeren kommunistischen Parteien Skandinaviens angesehen. Seit Mitte der 1950er Jahre lag in diesem Zusammenhang eine Anfrage der norwegischen Sicherheitspolizei nach finnischen Polizeiinformationen über Geheimpläne zur Gründung einer neuen skandinavischen Parteischule vor.[5] Wie sich herausstellte, beruhte dieses Vorhaben auf der 1954 von der Sowjetunion getroffenen Entscheidung, sowohl finnische als auch andere kommunistische Studenten westlicher Staaten zum Studium an der Parteihochschule in Moskau zuzulassen.

 

Informationsfluss

Die neue Quelle versorgte die Supo mit genauen Insiderinformationen zu aktuellen operativen Angelegenheiten, wie z.B. über Studenten, die zur Moskauer Parteischule geschickt wurden, den Jugendverband und seinen früheren der Spionage verdächtigten Vorsitzenden Toivo Karppinen,[6] die unter Kontrolle der Kommunisten stehenden Vereinigungen ehemaliger Soldaten (weitgehend inaktiv) oder die gegenwärtigen Einstellungen einiger ehemals bekannter kommunistischer Persönlichkeiten. Ergänzend wurden Informationen zu organisatorischen Fragen, den Finanzmitteln der SKP (laut Informationsquelle wurde die »Auslandshilfe« 1955 erheblich erhöht), den Aufnahmeverfahren für neue Parteimitglieder, den genauen Mitgliederzahlen verschiedener kommunistischer Organisationen, dem Personal und seiner Zugehörigkeit zu den verschiedenen Parteiflügeln in der SKP-Zentrale übermittelt.

Für Überwachungszwecke waren Details über die Organisationsstrukturen der Partei äußerst wichtig und willkommen, andere Dokumente befassten sich mit ideologischen Themen, darunter eine Analyse einer kritischen Diskussion über das Demokratiedefizit in der Partei, ein Problem, das auch viele Parteimitglieder in Führungspositionen umtrieb. Ebenso gehörte ein Dokument zum Insidermaterial, das Auskunft über die Einstellungen von Parteimitgliedern gegenüber der Sowjetunion gab, die viele erst kurz zuvor, nach der Öffnung des Landes für den Tourismus, zum ersten Mal mit eigenen Augen gesehen hatten. Laut der Quelle neigten junge Mitglieder immer noch zu idealistischem Denken, während die erfahreneren häufig (zumindest im privaten Kreis) behaupteten, dass ein Sozialismus, wie er in der Sowjetunion praktiziert werde, »für Finnland nicht erstrebenswert sei«. Insbesondere finnische Kommunistinnen seien »nicht gewillt, ihr Schicksal gegen das einer Russin zu tauschen«. Selbst die sowjetische Außenpolitik wurde kritisiert: Als finnische Kommunisten fleißig Unterschriften für den Stockholmer Appell sammelten,[7] zündeten die Sowjets eine Wasserstoffbombe in wesentlich größerer Nähe zu Finnland, »als es die westlichen Mächte je getan hatten«.[8]

In den ersten Berichten wurden kaum akute politische Themen angesprochen; diese standen im Mittelpunkt der nächsten »Lieferung«, die Mitte Februar 1956 in den Tagen der Präsidentschaftswahl übermittelt wurde.[9] Die Wahl des Präsidenten durch die dafür bestimmten Wahlmänner und -frauen am 15. Februar geriet zu einer äußerst spannenden Angelegenheit, bei der die Kommunisten das Zünglein an der Waage bildeten, indem sie Urho Kekkonen von der Landbundpartei (ab 1965 Zentrumspartei) mit der nötigen Mehrheit zur Macht verhalfen.[10] Die Insiderquelle lieferte der Supo während der Abstimmung eine Einschätzung möglicher Taktiken der Kommunisten, konnte die raschen Wendungen jedoch nur mit Verzögerung übermitteln, da sie selbst nicht am Ort des Geschehens (dem Parlament) war. Zudem lagen den Informationen politische Erfahrungsberichte über die Wahlen in einigen Bezirken bei, über Reibungspunkte zwischen der SKP und dem Volksfront-Wahlbündnis SKDL, dem sie angehörte, sowie über Meinungsverschiedenheiten zwischen führenden Vertretern der Partei. Die Quelle berichtete insbesondere über die Unzufriedenheit der »Emigranten«, d.h. der alten Genossen, die nach dem Krieg aus der Sowjetunion zurückgekehrt waren und feststellen mussten, dass Spitzenpositionen in der Partei in Finnland bereits von (in ihren Augen) Neulingen besetzt worden waren, bei denen es sich um entlassene Gefängnisinsassen handelte, die in Finnland langjährige Haftstrafen verbüßt und auf diese Weise überlebt hatten.[11]

Wertvolle Informationen über die neue sowjetische Haltung gingen im Sommer 1956 ein, als das (prosowjetische) Finnische Friedenskomitee für mehrere hundert Teilnehmer eine Reise nach Moskau organisierte. Wie einige Teilnehmer der Supo berichteten, waren die gewöhnlichen Parteimitglieder erstaunt über den neuen Stil der Gastgeber. Ein sowjetischer Dolmetscher fragte, warum die finnischen Delegierten so erpicht darauf seien, ihr eigenes Land schlechtzumachen. Darauf antwortete ein finnischer Gast, dem von finnischen Gräueltaten in der Sowjetrepublik Karelien während des Krieges berichtet worden war: »Zu jener Zeit herrschte das grausame Gesetz des Krieges. Wir waren keinen Deut besser.«[12]

Nach der Rückkehr der wichtigsten SKP-Führer von ihrem Aufenthalt in der Sowjetunion wurde die Supo mit weiteren Neuigkeiten versorgt. Im Anschluss an die Veröffentlichung von Chruschtschows Geheimrede durch die New York Times und ihre anschließende weltweite Verbreitung teilte der Generalsekretär der SKP, Ville Pessi, ein altgedienter Stalinist, den kommunistischen Hauptorganisatoren der Reise mit, dass die finnischen Genossen, trotz der »Tatsache«, dass die SKP den Stalinkult schon längst als »Fehler« erkannt habe, im Gegensatz zu Palmiro Togliatti keine Kritik entfacht hätten. Daher seien in Finnland weder Empörung noch Krisen wie in den kommunistischen Parteien Italiens und Frankreichs ausgelöst worden – doch das war natürlich Schönfärberei. Tausende in die Sowjetunion geflüchtete, in der Zeit des stalinistischen Terrors zwischen 1937 und 1938 ermordete finnische Kommunisten galten bei der Mehrheit ihrer überlebenden Genossen in Finnland wahrscheinlich schon immer als unschuldig; darüber wurde jedoch nur unter vier Augen gesprochen, denn jegliche offene Kritik an Stalin wurde mit dem Ausschluss aus der Partei bestraft. Pessi zufolge seien zu Stalins Zeiten »die Arbeit und die Bemühungen der SKP nicht auf das erhoffte Verständnis seitens der KPdSU« gestoßen, zuweilen hätten die sowjetischen Genossen gar Geringschätzung ausgedrückt und »sogar ganz offen negative Einstellungen zur SKP« gezeigt. Nun sei die Gelegenheit gekommen, dies zu ändern.

Die anonyme Quelle hatte in Moskau an drei wichtigen Treffen zwischen den Spitzenkadern der SKP und den sowjetischen Gastgebern teilgenommen. Bei einem dieser Treffen forderte ein Vertreter der KPdSU die westlichen kommunistischen Parteien auf, sich nicht weiter der Illusion hinzugeben, dass die Sowjets ihnen zur Macht verhelfen würden. Die Sowjets hätten ihre Errungenschaften unter schweren Mühen erkämpft, sodass die Forderung, auch noch diese Aufgabe zu übernehmen, während sich die westlichen Genossen einfach zurücklehnten, ohne einen Finger krumm zu machen, unangemessen wäre. Bei einer anderen Gelegenheit im Haus der Gewerkschaften, dem berühmten Veranstaltungsort für Schauprozesse und Komintern-Kongresse, meinte der Gründungsvater der SKP, Otto Ville Kuusinen – mittlerweile sowjetischer Politiker –, dass sich die kommunistische Weltbewegung verändert habe. Unter den neuen Bedingungen hätten sich frühere Auffassungen, nach denen sich die Macht ausschließlich durch eine bewaffnete Revolution erlangen ließ, »als falsch erwiesen«. In Europa, insbesondere in Italien und Frankreich, sei ein friedlicher Machtwechsel möglich. In Finnland komme es darauf an, die Beziehungen zu den Sozialdemokraten zu verbessern, ohne dies mit strengen Bedingungen zu verknüpfen.[13]

 

Identität und Beweggründe des Informanten

Um die übermittelten Informationen bewerten zu können, ist es wichtig zu wissen, wer die Quelle war, die Zugang zu den höchsten Ebenen der Partei hatte. Konnte die Quelle tatsächlich von den Dingen wissen, von denen sie berichtete?

Natürlich wird die Identität der Quelle weder in einem der Supo-Berichte preisgegeben, noch enthalten diese irgendwelche konkreten Angaben, die auf eine bestimmte Person hindeuten. Sie erhielt nicht einmal einen festen Decknamen – möglicherweise, um die Tatsache zu verbergen, dass so unglaublich viele umfassende Informationen aus einer einzigen Quelle stammen. Anfangs trug die Quelle in manchen Berichten den Decknamen Lieto Lemminkäinen, nach einer mythischen Figur aus dem Nationalepos der Finnen Kalevala. Auf ähnliche Weise wurde der Hauptinformant der zaristischen Geheimpolizei Ochrana aus den Reihen der Bolschewisten, Roman Malinowski, zunächst mit dem Decknamen Portnoi (Schneider) bezeichnet; später wurde auch in seinem Fall auf einen Decknamen verzichtet.

Ein Vergleich der zahlreichen Berichte im Archiv der Supo macht es möglich, aus der Kombination unterschiedlicher, in den Berichten erwähnter Einzelinformationen ein Bild von der Quelle zu entwerfen. Bei dem Informanten handelt es sich (1) um einen Funktionär in der SKP-Zentrale (2) mit guter organisatorischer Detailkenntnis, (3) insbesondere hinsichtlich Gewerkschaftsangelegenheiten und Streikaktivitäten. Die Quelle war (4) zuständig für den Parteibezirk der SKP in Vaasa, einer zweisprachigen Region an der Westküste, (5) beteiligte sich an internationalen Kontakten mit den Skandinaviern und (6) verfügte über schwedische Sprachkenntnisse. Sie (7) hatte keine unmittelbaren persönlichen Kontakte zu hohen sowjetischen Vertretern, kannte jedoch und sprach mit Parteigenossen (8), die entsprechende Kontakte hatten, und (9) nahm an größeren Versammlungen, sogar mit sowjetischen Parteivertretern, teil.

Es gab mehrere Parteifunktionäre, auf die ein oder zwei dieser Merkmale zutrafen, doch nur einen, auf den alle neun passten, außerdem liegen Dokumente vor, die auf seinen Namen schließen lassen. Im Herbst 1958 erhielt die Supo vertrauliche Informationen über vergiftete Beziehungen und Rivalitäten zwischen verschiedenen leitenden Personen des SKP-Bezirks Lahti. Der Bericht stammte nicht von der örtlichen Supo-Dienststelle in Lahti, sondern ging über den von der Insiderquelle genutzten Weg ein, d.h. über einen Supo-Bediensteten in Tampere. Der Stil der Berichterstattung gleicht dem anderer, früherer Berichte dieser Quelle. Sie wird in diesem Bericht jedoch weder genannt, noch gibt es einen Hinweis darauf, wie sie von den berichteten Informationen erfahren hat. Einige Tage zuvor hatte die Supo-Dienststelle in Lahti allerdings gemeldet, was örtliche kommunistische Quellen – die nichts über die gestörten Beziehungen zwischen ihren Führern wussten – über eine Konferenz kommunistischer Gewerkschaftsaktivisten in Lahti mitgeteilt hatten. Laut diesem regulären lokalen Bericht war die SKP-Zentrale durch Veikko Hauhia, den Gewerkschaftssekretär des Zentralkomitees, vertreten worden.[14] Diese Tatsache, in Kombination mit den anderen oben erwähnten Merkmalen, lässt den Schluss zu, dass Hauhia der Informant war.

Veikko Hauhia, geboren 1908 in Vaasa, war, wie schon sein Vater Konstantin, Metallarbeiter. Schon dieser engagierte sich in der Arbeiterbewegung, war 1917 Mitglied der Bürgermiliz und wurde im Januar 1918 bei Ausbruch des Bürgerkriegs von den »weißen« Truppen verhaftet. In den 1920er Jahren wurde der junge Veikko eifriger Aktivist der linksgerichteten Jugendbewegung. Im November 1929 nahm er an einem Fest des kommunistischen Jugendverbandes in Lapua, einer traditionellen Hochburg der »Weißen«, teil, die das Fest der Rothemden letztlich gewaltsam auflösten; dies markierte den Beginn der extrem rechtsgerichteten Lapua-Bewegung, die im darauffolgenden Sommer auf dem Höhepunkt ihrer Macht war. Alle öffentlichen kommunistischen Aktivitäten in Finnland wurden verboten, sowohl sämtliche Verbände, Gewerkschaften, Sportvereine, die kommunistischer Verbindungen verdächtigt wurden, als auch Publikationen wurden aufgelöst bzw. ihr Erscheinen untersagt. Veikko Hauhias lange Laufbahn als politischer Gefangener hatte begonnen. Während er seine Haftstrafen verbüßte – insgesamt mehr als acht Jahre –, »wurde er ein überzeugter Anhänger der Parteilinie«, heißt es in einer Beurteilung nach dem Krieg durch die Kaderabteilung der SKP.[15]

Gefängnisaufenthalte und Zeiten in Freiheit wechselten sich so ab, dass Veikko Hauhia nie die Gelegenheit bekam, in die Sowjetunion zu reisen, um an Parteischulungen teilzunehmen. Sein älterer Bruder, Kosti Hauhia (geb. 1907), floh dagegen vor der doppelten Bedrohung durch die Lapua-Bewegung und möglicher Inhaftierung in die Sowjetunion und wurde bei den finnischen Einheiten der Roten Armee zum Offizier ausgebildet. Diese Einheiten wurden Mitte der 1930er Jahre aufgelöst und ihre Offiziere des Nationalismus beschuldigt. Der stalinistische Terror »verschlang« Kosti Hauhia: Er kam in Haft und kehrte nie wieder zurück.[16]

Die Friedensbedingungen von 1944 umfassten die Freilassung politischer Gefangener, die für die »Alliierten Nationen« gearbeitet hatten. Die Kommunistische Partei wurde legalisiert und schon bald in die Koalitionsregierung aufgenommen. Veikko Hauhia wurde Parteifunktionär mit dem Amt des Bezirkssekretärs in Vaasa. Sieben Jahre hatte er diese Position inne. Im Jahre 1950 vertrat er die SKP zusammen mit Hertta Kuusinen auf dem SED-Parteikongress in Ost-Berlin; im Gefängnis hatte er sich im Selbststudium Grundkenntnisse der deutschen Sprache angeeignet. Scheinbar unterhielt er eine besonders vertrauliche Beziehung zu Hertta Kuusinen, die eine führende Stellung in der Partei einnahm und eine Expertin für internationale Angelegenheiten war.[17]

1951 zog Hauhia wegen seines Engagements in der Partei nach Helsinki und wurde sogar als Kandidat für das Zentralkomitee vorgeschlagen, die Kaderabteilung wies diesen Gedanken jedoch mit Hinweis auf seine »Schwäche« bei polizeilichen Vernehmungen im Vorfeld des Winterkrieges im Jahre 1939 zurück; eine Verfehlung, die nahezu jeder, der zu jener Zeit in Freiheit war, begangen hatte. Nach Abschluss des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes (Molotow-Ribbentrop-Pakt) beurteilten etliche Kommunisten die sowjetische Politik sehr negativ.[18] Seit April 1953 arbeitete Hauhia als Bezirkssekretär für den Großraum Helsinki. Aber er kannte sich dort nicht aus, sodass seine Arbeit nur bedingt erfolgreich war und er schließlich auf einen niedrigeren Sekretärsposten herabgestuft wurde. Im Juni 1955 wurde er in die Parteizentrale versetzt, wo er als Sekretär für Gewerkschaftsangelegenheiten tätig war.[19]

Die in Helsinki ins Stocken geratene Karriere mag ein Grund gewesen sein, warum aus dem altgedienten Parteifunktionär ein Informant wurde, dennoch ist nach wie vor davon auszugehen, dass Hauhia die Entscheidung auch aus politischen Motiven traf, insbesondere solchen, die in Zusammenhang mit der Sowjetunion standen. Diese Einschätzung wird durch die in den Berichten vertretene generelle Haltung gegenüber den Sowjets bestätigt. Mit Beginn der Rehabilitierungen wurde offensichtlich, dass der Mord an seinem älteren Bruder sowie Tausender anderer »roter« Finnen in der Zeit des stalinistischen Terrors kein schmerzliches, aber vielleicht notwendiges Opfer im Kampf für »die große Sache« war, wie manche sich getröstet haben mögen, sondern einfach kaltblütiger Mord an loyalen Kommunisten, die keines der Verbrechen begangen hatten, derer sie beschuldigt worden waren. [[Abb.]]

Im Februar 1956, unmittelbar nach dem XX. Parteikongress der KPdSU, führte Hauhia in Vaasa eine Unterhaltung mit einem langjährigen Parteimitglied. Bei dem entsprechenden Bericht darüber handelt es sich um ein seltenes Exemplar, ein Original, das möglicherweise von Hauhia eigenhändig abgefasst worden ist. Laut Aussage des Altkommunisten, Parteimitglied seit Mitte der 1920er Jahre, beging Stalin seinen schlimmsten Fehler in den finnischen Angelegenheiten durch die Liquidierung der SKP-Intelligenzija, ein Akt, der für das niedrige intellektuelle Niveau der Nachkriegsparteiführung verantwortlich sei. Altgediente Parteimitglieder sprächen immer noch über die »von Stalin verübten Schlächtereien«; der Parteiveteran hatte die Ermordeten Edvard Gylling, Toivo Antikainen, Yrjö Sirola, Kullervo Manner und Hanna Malm persönlich gekannt und »betrachtete ihre Eliminierung uneingeschränkt als Verbrechen, da jeder einzelne von ihnen Lenins Lehren enger verbunden war als Stalin selbst«. Etliche der älteren Mitglieder stünden der nach 1944 etablierten Parteiführung ablehnend gegenüber, da sich diese »aus der Gruppe von Personen zusammensetze, die blind gehorchen; eine Richtung, die die Quelle nicht als eine glückliche Lösung für die Partei ansieht«. Der Parteiveteran betonte die »finnische Mentalität, die stets auf Schlussfolgerungen basiert, die nach eigenem Ermessen gezogen werden«.[20] Hauhia kommentiert das Gespräch nicht, aber aus dem Ton, in dem der Bericht abgefasst ist, geht klar hervor, dass er dem Veteranen zustimmte.

Ein weiterer Faktor, der Hauhia dazu bewogen haben mag, als Informant zu arbeiten, könnte damit zusammenhängen, dass er keine sowjetischen Bildungs- oder sonstigen Einrichtungen besucht hatte und somit der übermächtigen Überwachung durch die Sicherheitspolizei entging. Er war nie solchen Ängsten ausgesetzt gewesen, wie sie viele andere Parteimitglieder verspürten, was es ebenfalls unwahrscheinlich erscheinen lässt, dass er aufgrund von Befehlen des KGB gehandelt haben könnte.[21] Zwar waren die Sowjets, was Operationen mit Doppelagenten angeht, sehr versiert, aber sie hätten sich für diesen Zweck eines »bewährteren« Genossen bedient, und wäre ein Doppelagent im Spiel gewesen, müsste ein deutlicher Nutzen für den KGB im Informationsfluss erkennbar sein.

Angesichts der enormen Zahl von Berichten, die sich im Laufe von zwanzig Jahren angesammelt haben, und der in ihnen relativ korrekt dargestellten Sachverhalte, ist nur ein Zweck vorstellbar, den der KGB verfolgt haben könnte: die Einschüchterung der führenden Politiker Finnlands bis zur völligen Unterwürfigkeit durch Demonstration sowjetischer Stärke, Ressourcen, Verschlagenheit und Verbindungen. Wenn dies jedoch wirklich die Absicht war, so ist das Vorhaben gründlich fehlgeschlagen.

Noch etwas anderes mag zur Motivation Hauhias beigetragen haben: Nachdem die oben genannten Fakten in Finnland bekannt geworden waren, wurde nachgewiesen, dass in den Unterlagen des sozialdemokratischen Nachrichtendienstes, der in dieser Zeit von Veikko Puskala geleitet wurde, ähnliche Berichte wie die in den Supo-Archiven zu finden sind. In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre, nach der Spaltung der Sozialdemokratischen Partei, wurden diese Aktivitäten hauptsächlich durch Arbeitgeber- und Unternehmerorganisationen finanziert. Diese Berichte sind meist etwas früher datiert als entsprechende Berichte der Supo.[22] Mit anderen Worten, Hauhia war möglicherweise vornehmlich eine Quelle für den Nachrichtendienst; in einem Bericht äußerte er sogar den Wunsch, dass das Gedankengut der Sozialdemokraten in der jungen Generation stärker Fuß fassen sollte. Engere Beziehungen zwischen den Nachrichtendiensten der Sozialdemokraten und der Supo Anfang 1956 wurden wahrscheinlich durch Arvo »Poika« Tuominen ermöglicht, der zu dieser Zeit aus Stockholm nach Finnland zurückgekehrt war und für die Supo zahlreiche von der Insiderquelle gemeldete Fakten kommentierte und erläuterte.[23] Anscheinend hatten Polizeibeamte der Supo an einigen Zusammenkünften mit Hauhia persönlich teilgenommen, wobei jedoch nicht sicher ist, dass dieser überhaupt genau wusste, wer ihm da gegenübersaß. Für einige Leute mag es vollkommen egal sein, ob sie mit Sozialdemokraten oder Polizeibeamten sprechen, doch für Kommunisten wie Hauhia machte es sehr wohl einen Unterschied.

 

Bedeutung und Rolle des Informanten

Die Tätigkeit als Informant für die Polizei innerhalb einer oppositionellen Organisation ist eine brisante Aktivität und wird von der überwachten Organisation und deren Mitgliedern scharf verurteilt. Vor 1944, als die Kommunistische Partei Finnlands verboten war, konnten die Aussagen von Informanten schwerwiegende Folgen für ihre Genossen haben, wie z.B. Verhaftungen, Haftstrafen und während des Krieges sogar Folter und Tod. In manchen Fällen wurden entlarvte Informanten auf Verlangen der Parteiorganisation oder von einzelnen Mitgliedern ermordet. Um dies zu verhindern, half die Polizei bisweilen den jeweiligen Informanten, weit entfernt, z. B. in Australien oder Venezuela, ein neues Leben zu beginnen.

Veikko Hauhias Partei war legal, spielte eine wichtige Rolle sowohl bei nationalen Wahlen als auch im allgemeinen politischen Alltag und wurde durch breite und wichtige Bevölkerungsschichten unterstützt. Die Verantwortlichen für die nationale Sicherheit betrachteten die SKP und ihre Mitglieder allerdings als eine erhebliche Bedrohung für die Souveränität Finnlands und hielten sie aller Wahrscheinlichkeit nach für überwachungsbedürftig, mehr jedoch nicht, da die Kommunistische Partei durch die Bestimmungen des Pariser Friedensvertrags von 1947 sowie durch die benachbarte Sowjetunion geschützt war. Selbst in vielen westlichen Ländern, in denen eine freiheitliche Demokratie herrschte, wandte die Sicherheitspolizei verschiedene Taktiken wie Schikane und Unterwanderung gegen als subversiv geltende legitime Organisationen an, dazu gehörte beispielsweise auch das Counter Intelligence Program (Cointelpro) des Federal Bureau of Investigation (FBI) in den Vereinigten Staaten.[24] Dies wurde in Finnland nach dem Krieg allerdings als der falsche Weg angesehen. Das alleinige Ziel der Überwachung bestand für die finnische Sicherheitspolizei im Erlangen von Kenntnissen.

In etlichen Fällen hat die Polizei ihre Informanten als Lockspitzel, sogenannte Agent provocateurs eingesetzt, um bestimmte Maßnahmen oder eine bestimmte Politik, die für die Zielorganisation aller Wahrscheinlichkeit nach von Nachteil sein würden, zu forcieren. Der wohl bekannteste Fall ist der von Roman Malinowski, der als bolschewistischer Abgeordneter in der Duma saß und gleichzeitig für die Polizei als Spitzel arbeitete. In seinen Reden bezog er sich sowohl auf Äußerungen des Polizeichefs Beletski als auch auf Lenin.[25] Was Hauhia betrifft, gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Polizei (oder der sozialdemokratische Nachrichtendienst) versucht hätte, mit seiner Hilfe bestimmte politische Maßnahmen voranzutreiben. Es lässt sich nur ein einziger Fall feststellen, in dem nachrichtendienstliche und Überwachungsinteressen möglicherweise seine Vorgehensweise innerhalb der Partei bestimmt haben könnten. In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre, als die Kommunistische Partei Finnlands eine Spaltung erfuhr, hätte man bei Hauhias persönlichem Hintergrund, seiner Einstellung und seinen Verbindungen eigentlich erwarten dürfen, dass seine Wahl auf den gemäßigten, nationalistischeren Mehrheitsflügel fallen würde, doch zur großen Überraschung aller schloss er sich letztlich dem von der Sowjetunion favorisierten stalinistischen Minderheitsflügel an.[26]

In vielen Ländern haben Enthüllungen über Informanten der Polizei zu erbitterten Dementis und anhaltenden Kontroversen geführt. Ein bekannter Fall ist der des Schriftstellers Ignazio Silone in Italien.[27] Im Fall Hauhia geschah nichts dergleichen. Als seine Rolle als geheimer Informant zum ersten Mal 1997 in einem Buch des Autors dieses Artikels öffentlich gemacht wurde,[28] sorgte die Nachricht zwar für Schlagzeilen, Hauhias Gesicht bzw. Fotos von ihm wurden insbesondere in ehemals kommunistischen Zeitungen abgebildet, doch gab es keinerlei Kontroversen, kein öffentliches Dementi, keinen Ruf nach Moral oder der Empörung gegen die Geheimpolizei, die politisch linksorientierte Bürger überwachen ließ. Der letzte Punkt ist in Skandinavien häufig von großer Bedeutung.[29] Aufgrund des blutigen Bürgerkriegs und der gegen die Sowjetunion geführten Kriege sowie aller Untaten, die in diesen Auseinandersetzungen begangen wurden, gehört es traditionell nicht zur politischen Kultur in Finnland, sich diesbezüglich empfindlich zu zeigen.

 

Politische Konsequenzen

Der wichtigste Teil der von der Insiderquelle gelieferten Informationen betraf die Sowjetunion. Seit dem Frieden 1944 hatten Finnland und die Sowjetunion allmählich, wenn auch nicht wirklich freundschaftliche, so doch zumindest funktionierende gegenseitige politische und wirtschaftliche Beziehungen entwickelt. Über die Kommunistische Partei betrieben die Sowjets jedoch eine andere Art Politik, wesentlich aggressiver und kritischer. Für den finnischen Staat war es daher entscheidend, auch diese Schritte zu verfolgen, um ein umfassendes Bild zu erhalten.

Veikko Hauhia lieferte eine Fülle von Informationen über Mitteilungen der Sowjets an die SKP-Führung oder die Zwecke, für die sie sich ihrer bedienten. Paradoxerweise war er besser informiert über das, was in Moskau oder von hohen sowjetischen Vertretern auf Staatsbesuch in Finnland gesagt wurde, als über aktuelle operative Treffen zwischen den SKP-Führern (in der Regel Ville Pessi und Hertta Kuusinen) und dem sowjetischen Botschafter.[30] Der Grund für diese Diskrepanz ist klar: Pessi und Kuusinen ließen sich nicht in die Karten schauen, gaben weder Einzelheiten bekannt, noch zeigten sie Dritten ihre Notizen über ihre Besuche in der Botschaft. Normalerweise erhielt Hauhia entsprechende Informationen in eher unspezifischer Form: »Die Sowjets sagen … Die Sowjets sind der Ansicht, dass …«. Auch Hauhias einst enge Beziehung zu Hertta Kuusinen half nichts; Kuusinen war erfahren im Umgang mit Informationen und naturgemäß vorsichtig.[31] Außerdem trennten sich ihre Wege nach der Spaltung der Partei Mitte der 1960er Jahre. Vermerke über Treffen mit höheren sowjetischen Vertretern wurden jedoch regelmäßig von den Parteifunktionären angelegt und manchmal zur Einsicht weitergegeben, oder die Teilnehmer berichteten mündlich über die Verhandlungen, fügten später häufig Einzelheiten hinzu und prahlten dabei sogar ein wenig.

Auf diesem Wege wurde Präsident Kekkonen darüber aufgeklärt, was die Sowjets in seiner Abwesenheit über seine Außenpolitik dachten. Dies war eine äußerst hilfreiche Ergänzung zu seinen eigenen fortwährenden Gesprächen mit der sowjetischen Führung, dem Botschafter und dem KGB-Leiter in Helsinki. Normalerweise versah Kekkonen die Supo-Berichte nicht mit schriftlichen Randbemerkungen und hinterließ auch keine eigenen Kommentare dazu in seinen Tagebüchern, aber es gab Ausnahmen. Beim Lesen eines Berichts über Michail Suslow, der der SKP-Spitze mitgeteilt hatte, dass die sowjetischen Führer trotz Unterhaltung freundschaftlicher Beziehungen »dennoch wussten, dass Finnlands Außenpolitik wie ein faules Ei ist, außen mit einer sauberen und weißen Schale, im Innern jedoch ekelerregend«, notierte Kekkonen sorgfältig diesen Kommentar des hochrangigen Politikers zu seiner Politik und fügte diesem wenig später seinen eigenen über Suslow hinzu: »Ein völlig humorloser Fanatiker, ein doktrinärer Ideologe, mit dem ich vermutlich kein Wort gewechselt habe, obwohl wir uns häufig getroffen haben. Soweit ich mich erinnern kann, hat Suslow jedes Glas stehen gelassen, aber das setzt allem nur die Krone auf.«[32]

Die Supo übermittelte insbesondere Informationen der Insiderquelle über Konferenzen nordischer Kommunisten an Organisationen der skandinavischen Sicherheitspolizei; außerdem gab es noch einen eher allgemeinen Gedankenaustausch über verschiedene Haltungen und Praktiken der Sowjets.[33] Darüber hinaus wurden Berichte über die Aktivitäten der Sowjets auch an die US-amerikanische CIA und den britischen Auslandsgeheimdienst MI6, manchmal sogar in übersetzter Form, weitergegeben, die beide in Helsinki vertreten waren.[34] Nordische Dienste beurteilten zusammen die Glaubwürdigkeit der durch die Supo überlieferten Informationen der Insiderquelle; sie wurden als gut eingeschätzt, und die Norweger nahmen bereitwillig jeden Bericht entgegen, selbst wenn er in finnischer Sprache war.[35] Offenbar werteten diese Informationen den Status der Supo bei den westlichen Nachrichtendiensten auf; Finnland gehörte auf diesem Gebiet während des gesamten Kalten Krieges – als Sonderfall – zum Westen.

Hinsichtlich der innenpolitischen Folgen, die aus den Informationen resultierten, sind unterschiedliche und recht widersprüchliche Phasen zu konstatieren. Vor 1958 war die Weitergabe der Informationen nicht systematisch organisiert; Teile von ihnen gelangten – auf unterschiedlichen Wegen und in unterschiedlicher Form – in verschiedene antikommunistische Kreise. Nach der Spaltung der Sozialdemokraten strebten die Kommunisten einen großen Sieg bei den Parlamentswahlen und ihre erneute Beteiligung an der Regierung an, zum ersten Mal seit 1948. Die Sowjetunion unterstützte diese Ideen, sie regte sie sogar an.[36] Aktuell waren die finnischen Kommunisten damals durch einen der Ihren, Otto Ville Kuusinen, im sowjetischen Politbüro vertreten. Hauhia berichtete über aktive sowjetische Hilfestellung sowie über Gewerkschafts- und Streikaktivitäten, die zur Unterstützung des angestrebten Wahlsiegs geplant waren. Er konnte insbesondere über eine sehr aggressive Rede Frol Kozlows berichten, der zum damaligen Zeitpunkt als die Nr. 2 im sowjetischen Politbüro galt. Teile davon wurden am Vorabend der Wahlen – in verzerrter Form und ohne Nennung von Kozlows Namen – vom früheren Generalsekretär der SKP, Arvo Tuominen, in der größten Zeitung des Landes veröffentlicht.[37] Die Enthüllung hatte wenig Einfluss auf die Wähler – die kommunistisch geführte SKDL ging aus den Wahlen als stärkste Partei hervor – doch diese und weitere in politischen Kreisen kursierende Insiderinformationen schreckten die Politiker davon ab, eine Koalitionsregierung aus sämtlichen nichtkommunistischen Parteien zu bilden, was wiederum zu einer ernsten Krise zwischen Finnland und der Sowjetunion führte, zur sogenannten Nachtfrost-Krise von 1958.

Während dieser Zeit und auch danach war Präsident Kekkonen sehr bemüht, jegliches Durchsickern von Supo-Informationen, an die er durch die Insiderquelle gelangte, zu verhindern und in erster Linie für sich selbst zu sichern. Ab 1958 wurden die Informationsschreiben der Supo, die vor allem die redigierten Berichte Hauhias umfassten, lediglich an den finnischen Präsidenten, den Premierminister, den Außenminister, den Innenminister, den Oberbefehlshaber der Streitkräfte und den obersten Polizeichef, d.h. an sechs Personen, weitergegeben. Die der besonderen Geheimhaltung unterliegenden Berichte, die Auskunft über die Einstellungen führender Sowjetpolitiker zu wichtigen politischen Fragen gaben, waren ausschließlich für den Präsidenten bestimmt. Kekkonen war in der Regel der alleinige Abnehmer und so in der Lage, seine Handlungen nach den Informationen auszurichten; die Regierungen waren kurzlebig, und die Minister wechselten häufig. Kekkonen kann als Experte auf diesem Gebiet angesehen werden. Als junger Jurastudent arbeitete er fast ein Jahrzehnt lang als Beamter bei der Sicherheitspolizei und später sogar an einer Doktorarbeit zum Thema »Der Agent provocateur als Instrument der Polizei«. Zu diesem Zweck besuchte er die Präsidien der Sicherheitspolizei in Wien und (vor 1933) in Berlin, um Informationen für seine Studie zu bekommen. In Berlin traf er auf zwei Doktoren, »aber sie wussten noch weniger als ich«, wie er seiner Frau Sylvi schrieb, die er während seiner Tätigkeit im Präsidium der Sicherheitspolizei kennengelernt hatte. Wegen fehlenden Quellenmaterials sah sich der junge Kekkonen damals aber gezwungen, ein anderes Thema für seine Dissertation zu wählen, das für einen aufstrebenden jungen Politiker geeigneter war: die Kommunalwahlgesetze.

Kekkonen verfolgte Hauhias Berichte begierig und aufmerksam; mehrmals bat er um ein persönliches Treffen mit dem Supo-Führungsoffizier, um mit ihm einige Punkte zu erörtern. Bei Erhalt einer besonders nützlichen oder brisanten Information ließ er es sich manchmal nicht nehmen, ihm eine Flasche Cognac oder Whisky zu übersenden.[38] Er wusste zwar, wer die Quelle war, wünschte jedoch kein persönliches Treffen. Kekkonens Regierungspolitik wurde durch Hauhias Informationen in zwei entgegengesetzte Richtungen beeinflusst. Zunächst, Mitte der 1960er Jahre, als sich die Spaltung der Kommunistischen Partei Finnlands abzuzeichnen begann, trugen Insiderinformationen sicherlich dazu bei, den Präsidenten glauben zu lassen, dass die gemäßigte und nationale Gesinnung des Mehrheitsflügels nicht vorgetäuscht war. Aus dem Munde eines führenden kommunistischen Politikers hätte er dies niemals für bare Münze genommen, aber als geheim erhaltene Information von einem Insider war dies durchaus glaubhaft. Diese Kenntnisse bestärkten den Präsidenten in seinem Entschluss, im Jahre 1966 die Aufnahme von Kommunisten in die Regierung zuzulassen, um sie in die finnische Gesellschaft zu integrieren.

Die Integrationsbemühungen waren weitgehend erfolgreich; in den Jahren 1970/1971 gab es jedoch einen Bruch, als ideologische Kreise in Moskau versuchten, einen radikaleren Kurs der Kommunistischen Partei und sogar einen entschiedenen Linksruck der finnischen Politik durchzusetzen. Zu diesem Zweck wurde der stellvertretende Leiter der Abteilung Internationale Information der KPdSU, Aleksei Beljakow, als Botschafter nach Helsinki entsandt.[39] Hauhias Berichte waren ein grundlegender Bestandteil der Informationen, die den Präsidenten alarmierten und die zu einer stillen, doch ernsten Krise in den Beziehungen zwischen Finnland und der Sowjetunion führten. Hier wie auch in anderen Fällen übertrieb Hauhia möglicherweise ein wenig in seinen Beschreibungen von der Effizienz und Parteikontrolle der von den Kommunisten gesteuerten Streikbewegungen, seinem ureigensten Bereich in der Parteizentrale. Hauhias Informationen dienten somit grundsätzlich der Integration der Kommunisten in die finnische Gesellschaft (und ihrer in der Folge stetig abnehmenden Wählerunterstützung), nur bei zwei besonderen Anlässen, in den Jahren 1958 und 1970, war die Wirkung wie beschrieben extrem gegenläufig.

Hauhia wurde zu Lebzeiten nicht entlarvt. Anlässlich seines 60. Geburtstages im Jahre 1968 erhielt er für seine Loyalität und Gewissenhaftigkeit die Verdienstmedaille der Kommunistischen Partei in Gold. Erst 1976, mit 68 Jahren, später als der Durchschnitt, schied er aus seinen Ämtern aus. Hauhia starb 1984. Dreizehn Jahre später sollte das große Geheimnis seiner Informantentätigkeit gelüftet werden.

 

Aus dem Englischen übersetzt durch das Bundessprachenamt

 


[1] Der vorliegende Beitrag beruht auf den Erkenntnissen einer Studie, die der Verfasser im Jahr 1997 vorgelegt hat: Kimmo Rentola: Niin kylmää että polttaa: Kommunistit, Kekkonen ja Kreml 1947–1958 [So kalt, dass es brennt: Die Kommunisten, Kekkonen und der Kreml, 1947–1958], Helsinki 1997, S. 412–450.

[2] Von 1945 bis 1948 wurde die finnische Sicherheitspolizei (Valpo, Valtiollinen poliisi) von der Kommunistischen Partei kontrolliert, die u.a. mit dem von ihr gestellten Innenminister Yrjö Leino in der Regierungskoalition vertreten war. Nach der Wahlniederlage der Kommunisten und ihrem Ausscheiden aus der Regierung löste die neue Regierung die Valpo auf und gründete mit der Supo eine neue Sicherheitspolizei.

[3] Siehe Bericht der Supo-Dienststelle in Vaasa, 22. November 1954. Kansallisarkisto/Finnisches Nationalarchiv (im Folgenden: KA), Archiv der Sicherheitspolizei (im Folgenden: Supo), Fallakte (amp) I K 1 – 10. Seit Anfang 1954 gab es in Vaasa eine gute Quelle auf Bezirksebene; dieser Bericht vom November enthielt jedoch Informationen, die ihr wohl kaum zugänglich waren.

[4] Die »Demokratische Union des Finnischen Volkes«, SKDL, wurde im Oktober 1944 als linkes Parteienbündnis gegründet, um die progressiven Kräfte des Landes zu bündeln. Nachdem jedoch die Sozialdemokraten beschlossen hatten, dem Bündnis fernzubleiben, bestand die Partei nur noch aus der Kommunistischen Partei und einigen linken sozialistischen Gruppierungen und Einzelpersonen. Die SKDL setzte sich besonders für die Belange der Genossenschaftsbewegung ein, den ländlichen Raum, Bildung, Kultur und Sozialpolitik, während sich die Kommunistische Partei Finnlands auf Gewerkschaftsthemen, Sport und Jugend sowie die Beziehungen zur Sowjetunion konzentrierte. Natürlich gab es inhaltliche Überschneidungen zwischen den Parteien. Wichtige politische Themen wurden für gewöhnlich zuerst innerhalb der Führungsgremien der SKP diskutiert. Siehe Hermann Beyer-Thoma: Kommunisten und Sozialdemokraten in Finnland 1944–1948, Wiesbaden 1990.

[5] Siehe Asbjörn Bryhn (Leiter der norwegischen Sicherheitspolizei POT, Politiets Overvåkningstjeneste) an Armas Alhava (Chef Supo), 2. Dezember 1955, Nr. 46/N/55, KA Supo, Auslandskorrespondenz.

[6] Zum damaligen Zeitpunkt wurde Karppinen mit einem Spionagefall in Verbindung gebracht, den die Supo untersuchte. Letztlich stellte sich der Verdacht gegen ihn aber als unbegründet heraus.

[7] Der Stockholmer Appell vom 19. März 1950 rief dazu auf, Atombomben zu ächten und verurteilte insbesondere den Ersteinsatz von Atomwaffen. Dies war die erste große Aktion des von der Sowjetunion finanzierten Weltfriedensrates (World Peace Council, WPC), der 1949 gegründet wurde.

[8] Berichte Nr. 63–74 und 95–97 vom 10. und 11. Januar 1956, KA Supo, Berichtreihe (Ilmoitukset) für das Jahr 1956. Über den ehemaligen Vorsitzenden des Jugendverbands, Anhang zu Bericht Nr. 2582/55 vom 10. Januar 1956, KA Supo, Personalakte Nr. 4568.

[9] Damals erfolgte die erste Phase der Präsidentschaftswahlen in Form einer Volksabstimmung (allgemeine Wahlen am 15. Januar), bei der 300 Wahlmänner und -frauen gewählt wurden, die anschließend (am 15. Februar) den Präsidenten der Republik Finnland wählten. Im ersten sowie im zweiten Wahlgang konnten die Wahlberechtigten für ihren jeweiligen Wunschkandidaten stimmen. Erhielt kein Kandidat die absolute Mehrheit (151 Stimmen), standen im dritten Wahlgang nur noch die beiden Kandidaten zur Wahl, die im zweiten Wahlgang den höchsten Stimmenanteil erreicht hatten.

[10] Im zweiten Wahlgang teilten die Kommunisten ihre Stimmen zwischen Kekkonen und dem Kandidaten der Sozialdemokratischen Partei Finnlands, Karl-August Fagerholm, auf, sodass der Amtsinhaber, Staatspräsident Juho Kusti Paasikivi, nur den dritthöchsten Stimmenanteil erzielte und somit ausschied.

[11] Siehe Berichte Nr. 417–420, 444–447 und 456 vom 14., 15., 16. Februar 1956, KA Supo, Berichtreihe für das Jahr 1956.

[12] Bericht Nr. 1463, 19. Juli 1956 (aus Vaasa), KA Supo, Berichtreihe für das Jahr 1956.

[13] Bericht Nr. 1620, 28. August 1946; Nr. 1622 vom 29. August 1956; Nr. 1810 vom 21. September 1956, KA Supo, Fallakte I K 1b. Auf dieser Grundlage wurde das Informationsschreiben Nr. 6 der Supo vom 1. September 1956 erstellt: »Tulenarkaa vaikkakin ylimalkaisesti esitettyä« [»Äußerst entflammbar, obgleich flüchtig«], ebd.

[14] Siehe Bericht Nr. 3571, 31. Oktober 1958 (aus Lahti); Berichte Nr. 3584 vom 3. November 1958 und Nr. 3620 vom 5. November 1958 (von Inspektor Toimi Arra, Tampere), KA Supo, Fallakte I K 1 – 23.

[15] Untersuchungsprotokoll Nr. 8/30, KA (Archiv der Staatspolizei), Personalakte Nr. 1901 (Veikko Hauhia) und sonstiges Material in der Akte; Beurteilung durch die Kaderabteilung der SKP, etwa 1947, Kansan arkisto/Volksarchiv, Helsinki (im Folgenden: KaA, Volksarchiv), Akten der SKP-Kaderabteilung, Kjv Hmp I/233 (Hauhia) sowie zusätzliche Informationen in der Akte.

[16] Die Staatspolizei legte für Kosti Hauhia 1943 posthum eine Personalakte an, als das Gerücht kursierte, er sei als Spion über Finnland mit dem Fallschirm abgesprungen. Bericht Nr. 162/43 und sonstige Informationen im KA (Archiv der Staatspolizei), Personalakte Nr. 4271 (Kosti Hauhia). Über finnische Kommunisten in der Zeit des stalinistischen Terrors siehe Kimmo Rentola: The Stalinist Terror and the Nordic Communist Parties, in: Åsmund Egge/Svend Rybner (Hg.): Red Star in the North: Communism in the Nordic Countries, Oslo 2015, S. 303–315.

[17] Siehe Nachrichten in Vapaa Sana vom 19. Juli 1950; KA Supo, Bericht Nr. 1524 vom 20. Juli 1950 (zu diesen Nachrichten und Hauhias Herkunft), KA Supo, Personalakte Nr. 1901a.

[18] Siehe Vorschlag der Organisationsabteilung der SKP für neue Mitglieder des Zentralkomitees vom 29. September 1951; ein Vermerk der Kaderabteilung und sonstige Informationen in Hauhias Partei-Kaderakte, siehe oben. Vernehmung Hauhias im Jahre 1939, Protokoll Nr. 344/39, KA Supo, Personalakte Nr. 1901. Hauhia räumte gegenüber der Polizei den Besuch eines Offiziers der finnischsprachigen Militäreinheit der Roten Armee in Vaasa ein; die Polizei wusste bereits davon. Hauhias Ehefrau dementierte dies. Zur Haltung der Kommunisten im Jahre 1939 siehe Kimmo Rentola: The Finnish Communists and the Winter War, in: Journal of Contemporary History 33 (1998), H. 4, S. 591–606.

[19] Siehe Liste der Mitglieder des SKP-Zentralkomitees vom 9. November 1962, KaA, Volksarchiv, Akten der Kaderabteilung der SKP, Kjv Emp I/e.

[20] Bericht über eine vom Unterzeichner mit einem ehemaligen und einem gegenwärtigen Mitglied der SKP am 24. Februar 1956 geführte Diskussion; nicht unterschrieben; auf zwei unterschiedlichen Schreibmaschinen getippt; KA Supo, Fallakte I K 1 – 18. Gylling war das Oberhaupt der Republik Karelien. Er wurde 1938 erschossen. Sirola, Hauptintellektueller der SKP, starb 1936 (angeblich Selbstmord). Manner war der frühere Präsident des finnischen Parlaments und Vorsitzender der SKP. Er starb 1939 in einem Lager, seine Ehefrau Hanna Malm starb bereits 1936, ebenfalls in einem Lager. Antikainen kam bei einem Flugzeugunglück 1941 ums Leben. Gerüchten zufolge war dieses absichtlich herbeigeführt worden. Von 1934 bis 1940 befand er sich in Finnland im Gefängnis, kehrte dann in die Sowjetunion zurück und stellte dort fest, dass fast alle seine Bekannten verschwunden waren. Er begann nachzufragen, was aus ihnen geworden war. – Für den Begriff »Schlächter« nutzte der Veteran den umgangssprachlichen Ausdruck »lahtari«, der als abwertende Bezeichnung für die »Weißen« 1918 verwendet wurde.

[21] Wahrscheinlich hat der KGB jedoch zu einem späteren Zeitpunkt – entweder durch westliche Geheimdienste oder durch hohe finnische Politiker – Kenntnis von der Existenz einer Supo-Quelle im Zentralkomitee der SKP erhalten.

[22] Siehe Jarkko Vesikansa: »Kommunismi uhkaa maatamme«: Kommunisminvastainen porvarillinen aktivismi ja järjestötoiminta Suomessa 1950–1968 [»Der Kommunismus bedroht unser Land«: Antikommunistischer, rechtsextremistischer Aktivismus in Finnland, 1950–1968], Dissertation, Helsinki 2004, S. 131–134. Für Geheimdienste der Sozialdemokraten in Skandinavien siehe Iben Bjørnsson: Norse Brothers: Social Democratic anti-Communism in Norden, 1945–1962, Dissertation, Kopenhagen 2012.

[23] Siehe Berichte Nr. 60 und 62 vom 9. Januar 1956, KA Supo Berichte für 1956. Arvo »Poika« Tuominen war ein ehemaliger Generalsekretär der Kommunistischen Partei Finnlands, der 1940 in Stockholm die Seiten wechselte und Sozialdemokrat wurde. Von 1941 bis 1944 hielt er sich in Finnland auf und stand in Kontakt mit dem Geheimdienst der Sozialdemokraten und dem Militär. Als die sowjetische Kontrollkommission 1944 in Helsinki auftauchte, ging Tuominen wieder nach Stockholm, wo er in internationalen Nachrichten- und Propagandanetzen aktiv war. 1956 kehrte er nach Finnland zurück.

[24] Siehe z. B. David Garrow: The FBI and Martin Luther King, Jr., überarb. Ausgabe, New Haven 2006.

[25] Siehe Bertram D. Wolfe: Three Who Made a Revolution: A Biographical History, Boston 1955, S. 535–557; I.S. Rozental: Provokator. Roman Malinovski: sud’ba i vremya [Provokateur. Roman Malinowski, sein Schicksal und seine Zeit], Moskau 1996; Fredric S. Zuckerman: The Tsarist Secret Police in Russian Society, London 1996, S. 214–217, 223 f.

[26] Siehe Interviews des Autors mit Oiva Björkbacka (ehemaliger Sekretär der Abteilung Propaganda des Zentralkomitees der SKP) und Erkki Kauppila (ehemaliger Chefredakteur der SKDL- und SKP-Zeitung Kansan Uutiset).

[27] Siehe Dario Biocca/Mauro Canali: L’informatore: Silone, i comunisti e la polizia [Der Informant. Silone, die Kommunisten, die Polizei], Mailand/Trient 2000; Giuseppe Tamburrano u.a.: Processo a Silone, la disavventura di un povero cristiano [Der Silone-Prozess. Das Missgeschick eines armen Christen], Rom 2001; D. Biocca: Silone: La doppia vita di un italiano [Silone: Das Doppelleben eines Italieners], Mailand 2005; G. Tamburrano: Il caso Silone [Der Fall Silone], Turin 2006 und verschiedene andere Werke. Im Fall Silone ging es um einen bedeutenden nationalen Schriftsteller und die faschistische Geheimpolizei OVRA, es stand also viel auf dem Spiel.

[28] Siehe Rentola: Niin kylmää (Anm. 1). Vor der Veröffentlichung hatte der Autor Kontakt zu Hauhias Sohn aufgenommen, der nicht politisch aktiv war, und präsentierte ihm die neuen Erkenntnisse. Der Sohn war zwar ein wenig überrascht, zeigte zu diesem Zeitpunkt aber keine negative Reaktion. Angesprochen auf ein mögliches Motiv seines Vaters, schloss er zusätzliches Geld aus. Als verschiedene Zeitungen über Hauhias Tätigkeit als Informant berichteten, war der Sohn unzufrieden mit den Äußerungen der Journalisten.

[29] In Norwegen, Dänemark und Schweden haben Informationen über Bürgerüberwachung und Polizeispitzel, deren Bedeutung nicht mit der Hauhias zu vergleichen war, mehrfach zu ernsthaften Kontroversen geführt.

[30] Ab 1967 war darüber hinaus ein Vertreter der Abteilung Internationale Information des Zentralkomitees der KPdSU an der Botschaft tätig.

[31] Als junge Frau war Hertta Kuusinen als Kurierin für den Kurier- und Nachrichtendienst der Komintern (OMS) in verschiedenen Ländern zum Einsatz gekommen, wie z.B. in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus. Sie hegte große Bewunderung für ihren Vater, ein notorisch vorsichtiger Mann, der die Stalinschen Säuberungen überlebt hatte.

[32] Informationsschreiben Nr. 8 der Supo, 1964, top secret, KA Supo, Tiedotuslehtiset [Informationsbroschüren]; Kekkonens Tagebucheinträge vom 10. September und 20. Oktober 1964, in: Juhani Suomi (Hg.): Urho Kekkosen päiväkirjat [Urho Kekkonens Tagebücher], Bd. 2, 1963–1968, Helsinki 2002. Mit seinem letzten Eintrag brachte Kekkonen seine Besorgnis im Hinblick auf die Folgen der Absetzung Chruschtschows und Suslows wachsenden Einfluss zum Ausdruck.

[33] Siehe z.B. Memo der Supo an Bryhn (Leiter POT) vom 6. September 1956, Nr. 30/N/56; Memo der Supo, Mötet I Stockholm 25.–26.11.1956, Nr. 34/R/56; von Alhava (Chef der Supo) unterzeichnetes Memo zur Zusammenarbeit der skandinavischen Kommunisten vom 11. Februar 1957, Nr. 12/R/57; Bryhn an Alhava vom 6. Juni 1956, mit einem Memo »SUKPs sentralkomité« [Zentralkomitee der KPdSU] als Anhang, Supo Nr. 18/N/56, KA Supo, Auslandskorrespondenz.

[34] Siehe Memos der Supo vom 6. Juli 1957, Nr. 61/U/57 und 60/E/57, KA Supo, Auslandskorrespondenz. Die Namen der Adressaten sind nicht angegeben, der Buchstabe U steht jedoch für die Vereinigten Staaten von Amerika sowie E für Großbritannien.

[35] Siehe K. Nyströen (POT) an Anselmi Mäkelä (Supo), 25. Februar 1959, Nr. 23/N/59, KA Supo, Auslandskorrespondenz.

[36] Siehe z.B. Vermerk über das Gespräch zwischen Botschafter V.Z. Lebedev und den SKP-Führern Ville Pessi und Hertta Kuusinen vom 19. Oktober 1957, Arkhiv vneshnei politiki Rossiiskoi Federatsii/Archiv zur Außenpolitik der Russischen Föderation (im Folgenden: AVP RF), f. 0135, op. 41 (papka 217), d. 2, ll. S. 72–75.

[37] Siehe Arvo Tuominens Artikel in der Zeitung Helsingin Sanomat vom 29. Juni 1958.

[38] Siehe Mitteilung an den Autor vom mittlerweile verstorbenen Kriminalkommissar Reijo Nummela. Über seine möglichen Treffen mit dem Präsidenten liegen keine Dokumente vor.

[39] Siehe Kimmo Rentola: »The Year 1968 and the Soviet Communist Party«, in: Kathrin Fahlenbrach/Martin Klimke/Joachim Scharloth/Laura Wong (Hg.): The Establishment Responds: Power, Politics and Protests since 1945, New York 2012, S. 139–156.

Inhalt – JHK 2016

Kurzbiografie

Abstract

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