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Werbebanner der Ausstellung „Das Kapital“

Sonderausstellung

Das Kapital

vom 06.09.2017 | bis zum 04.03.2018

Das Kapital von Karl Marx wurde vor 150 Jahren in Hamburg erstveröffentlicht. Dies nimmt das Museum der Arbeit in Hamburg zum Anlass für eine Ausstellung zur Geschichte und Aktualität des Werkes. Sie gliedert sich in drei Themenbereiche: Zeit der Entstehung, Rezeption im 20. Jahrhundert und Verteilung von Armut und Reichtum zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Der kuratorische Ansatz der Ausstellung ist es, einen assoziativen und partizipativen jedoch weniger akademischen Zugang zu Das Kapital zu ermöglichen. Marx’ Maxime, die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern sie zu verändern, folgend, versucht das Museum der Arbeit, gesellschaftspolitische Fragen zu eröffnen – beispielsweise: „Führt der Kapitalismus zu Freiheit und Wohlstand oder zu Unterdrückung, Ausbeutung und Krise?“ (Vgl. museum-der-arbeit.de). Diese Einladung zur Diskussion ist essentieller Teil des Ausstellungskonzeptes und wird zudem ergänzt durch das Rahmenprogramm, welches zum Beispiel ein Gespräch mit Matthias Greffrath (Autor Wandel ohne Wachstum) und Katja Karger, der Vorsitzenden des DGB, beinhaltet. Die Ausstellung wurde kuratiert von Joachim Baur (Die Exponauten. Ausstellungen et cetera, Berlin) und die Ausstellungsgestaltung stammt von Holzer Kobler Architekturen.

Screenshot der Ankündigung der Ausstellung "A Romance with Revolution"

Ausstellung

A Romance with Revolution

Anastasia Patsey | vom 18.08.2017 | bis zum 03.09.2017

Die Russische Revolution 1917 diente als Inspiration für zahllose künstlerische Werke. Zentral dabei ist der Gedanke, dass neue soziale Formen neuer Kunst bedürfen und umgekehrt neue Kunst nach dem Ende bestehender Ordnungen entsteht. 100 Jahre nach der Russischen Revolution fragt die internationale Gruppenausstellung „A Romance with Revolution“ nach dem Erbe und den Konsequenzen der epochalen Ereignisse des Jahres 1917 und der Gestalt revolutionärer Ideen und Umbrüche der Gegenwart. Die Ausstellung wird in Weimar und St. Petersburg gezeigt und präsentiert Werke von 19 Künstlern aus 11 Ländern. Sie wird kuratiert von Anastasia Patsey, Leiterin des „Museums für nonkonformistische Kunst“ im 1989 gegründeten unabhängigen Petersburger Kulturzentrum „Pushkinskaya-10“.

Außenansicht des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Museum

Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst

Das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst thematisiert in seiner Dauerausstellung den „Großen Vaterländischen Krieg“. So wurde in der Sowjetunion der Deutsch-Sowjetische Krieg 1941-1945 bezeichnet. Nach dem Betreten des Gebäudes müssen sich die Besucher entscheiden, ob sie sich dem Thema zuerst aus der deutschen oder der russischen Perspektive nähern möchten, symbolisiert durch zwei Türen, die mit „8. Mai 1945“ und „9 мая 1945“ beschriftet sind. Im Gebäude des Museums wurde an diesem Tag die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht unterzeichnet, was es zu einem historischen Ort macht. Die unterschiedlichen Daten ergeben sich aus dem Umstand, dass in der Sowjetunion  die Kapitulation erst nach null Uhr bekanntgegeben wurde. Zum 50. Jahrestag des Kriegsendes in Europa wurde das Museum am 10. Mai 1995 eröffnet und präsentiert neben der Dauerausstellung auch Sonderausstellungen und veranstaltet Gedenkfeiern sowie wissenschaftliche Tagungen.

Eingang der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Copyright ENM, Foto: Andreas Tauber

Erinnerungsstätte

Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Zum Thema Flucht und Ausreise aus der DDR ist die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde nicht nur ein zentrales Museum in Deutschland, sondern auch als persönlicher Erinnerungsort für die vielen betroffenen und beteiligten Menschen, die die Flucht aus der DDR und die Übersiedlung nach Westdeutschland wagten. Rund vier Millionen Menschen verließen zwischen 1949 und 1990 die DDR in Richtung Bundesrepublik. 1,35 Millionen von ihnen passierten das 1953 gegründete Notaufnahmelager in Berlin-Marienfelde, wo sie untergebracht und versorgt wurden und das notwendige Verfahren durchliefen, um eine Aufenthaltsgenehmigung für die Bundesrepublik und West-Berlin zu erhalten.Aufgabe der Erinnerungsstätte ist es, die Geschichte der deutschen Teilung, der Fluchtbewegung aus der DDR und des Neuanfangs in der Bundesrepublik zu dokumentieren und an nachfolgende Generationen zu vermitteln. Dies gelingt mittels einer Dauerausstellung, einem vielfältigen Bildungs- und Veranstaltungsprogramm, Sonderausstellungen und Forschungsprojekten.

Eingang zur Gedenkstätte  für die Häftlinge des Frauenlagers ALŽIR, Urheber: Ninaras, Lizenz: CC-BY 4.0

Gedenkstätte

Gedenkstätte für die Häftlinge des Frauenlagers ALŽIR, Akmolinsk, Kasachstan

Die am 31. Mai 2007, dem nationalen Gedenktag für die Opfer politischer Repressionen, vom kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew eröffnete Gedenkstätte befindet sich am historischen Ort des einstigen "Akmolinsker Lager für die Ehefrauen von Vaterlandsverrätern" (ALŽIR). Von Dezember 1937 bis zu seiner Auflösung im Juni 1953 bestand ALŽIR als zentraler Inhaftierungsort für Frauen und Kinder von als "Volksfeinden" stigmatisierten Opfern politischer Verfolgung. Heute gibt es auf dem Gelände neben einem "Museum für die Opfer der politischen Repression und des Totalitarismus" einen Gedenkpark, mehrere Skulpturengruppen sowie die Monumentalbauten "Bogen der Trauer" und eine Granitwand mit den Namen von 7.259 hier inhaftierten Frauen. Die Familienangehörigen von bereits Inhaftierten wurden nach dem Prinzip der Sippenhaft ebenfalls verhaftet. Insgesamt bestanden auf dem Gebiet der Sowjetunion drei Sonderlager für Familienangehörige: in Mordwinien, in Westsibirien nahe der Stadt Tomsk sowie in Kasachstan bei Akmolinsk. Das „Akmolinsker Lager für Ehefrauen von Vaterlandsverrätern“ unterstand dem Komplex der Karagandinsker Lager, dem KARLag. Es befand sich in einem von den übrigen Haftorten isolierten Gebiet an den Ufern des Sees Selonas in der Nähe von Akmolinsk, das im Kasachischen „weißes Grab“ bedeutet. Im Unterschied zu den anderen Standorten des KARLag galt in ALŽIR ein verschärftes Lagerregime. Dies ging mit der Isolation der politischen Gefangenen, aber auch mit dem Verbot jeglicher Korrespondenz, schwerer körperlicher Arbeit sowie erhöhten Arbeitsnormen einher. Im Oktober 1938 wurde in Spassk, in der Nähe der Stadt Karaganda, eine ebenfalls dem KARLag unterstehende „Sonderfiliale“ des Frauenlagers eröffnet. Dort befanden sich bis zu seiner Umfunktionierung in ein Kriegsgefangenenlager in den 1940er-Jahren 3.000 inhaftierte Frauen. Insgesamt durchliefen mehr als 18.000 Frauen das Sonderlager bei Akmolinsk. Die Ausstellung des "Museums für die Opfer der politischen Repression und des Totalitarismus" thematisiert die Entstehungsgeschichte der Besserungsarbeitslager sowie ihre politische, administrative und wirtschaftliche Bedeutung im Staatsgefüge der Sowjetunion der 1930er bis 1950er-Jahre. Es werden die individuellen Schicksale von Opfern sowjetischer Repressionspolitik, deren einziges „Vergehen“ darin bestand Mütter, Ehefrauen, Töchter oder Schwestern der als "Volksverräter" stigmatisierten Männer zu sein, dargestellt. Die zweiteilige Dauerausstellung des Museums stellt die „Politische Geschichte Kasachstans im 19. und 20. Jahrhundert" sowie den Haftalltag und das Internierungsregime des Akmolinsker Frauenlagers dar. Besucher können an Führungen durch die Ausstellung in Englisch, Russisch oder Kasachisch teilnehmen. Das museale Angebot wird durch ein breites Veranstaltungsspektrum wie Lesungen und Vortragsreihen zum Thema Repression und Verfolgung sowie Gesprächen mit ehemaligen Insassinnen und der Vorführung thematischer Dokumentarfilme ergänzt. Vor der Errichtung des heutigen Gedenkstättenkomplexes befand sich seit 1989 ein kleines Museum auf dem einstigen Gelände des Lagerfriedhofs. Seine Bestände wurden in die Gedenkstätte übernommen. Ein massiver Torbogen aus schwarzem Granit unter einer aus Stahlnetzen verwobenen Kuppel bildet den Eingang zur heutigen Gedenkstätte. Auf dem Gelände befinden sich außerdem die originalgetreue Nachbildung einer Häftlingsbaracke sowie die Skulpturenkompositionen „Verzweiflung und Ohnmacht“ und „Kampf und Hoffnung“. Die erste Bronzeskulptur zeigt einen kauernden Mann mit vor Trauer gebeugtem Haupt. Ihm gegenüber befindet sich die Skulptur einer ausgezehrten, aber hoffnungsvoll blickenden Frau. Die Gedenkwand mit den eingravierten Namen der in ALŽIR inhaftierten Frauen trägt Inschriften in Kasachisch, Russisch und Englisch in Erinnerung an die Oper der totalitären Repressionen.

Haupteingang des Museums © Stiftung Haus der Geschichte/Axel Thünker

Museum

Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland vermittelt die deutsche Zeitgeschichte in anschaulichen Dauer-, Wechsel- und Wanderausstellungen. Ihre Arbeit trägt dazu bei, historisches Wissen zugänglich zu machen, Diskussionen anzuregen und zur Bildung kritischer Meinungen beizutragen.  Die erste Initiative zum Aufbau einer „Sammlung zur deutschen Geschichte seit 1945“ in Bonn ging 1982 von Bundeskanzler Helmut Kohl aus. Auf Grundlage des Gutachtens einer Sachverständigenkommission arbeitete seit 1986 ein Aufbaustab an der Vorbereitung der Ausstellung. Am 28. Februar 1990 verabschiedete der Deutsche Bundestag schließlich das „Gesetz zur Errichtung einer selbständigen Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“. 1994 wurde das Haus mit einer Dauerausstellung eröffnet, die man im Juli 2001 teilweise überarbeitete und unter das Motto „Geschichte neu erleben“ stellte. Eine weitere Neugestaltung der Schau erfolgte zehn Jahre später. Sie wurde im Mai 2011 vom damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff wiedereröffnet und präsentiert unter dem Titel „Unsere Geschichte. Deutschland seit 1945“ die Geschichte Deutschlands vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die Gegenwart. Auf 4.000 Quadratmetern werden über 7.000 Ausstellungsstücke und 150 Medienstationen zur deutschen Zeitgeschichte angeboten. Die Dauerausstellung wird regelmäßig durch aktuelle Wechsel- und Wanderausstellungen ergänzt. Das Haus der Geschichte in Bonn verfügt zudem über ein Informationszentrum, das als Bibliothek und Mediathek dazu einlädt, sich näher mit der deutschen Zeitgeschichte auseinanderzusetzen. Dort finden interessierte Besucher auch eine Spezialbibliothek zur Geschichte der DDR.

Haupteingang des Katyń-Museums, Urheber: Adrian Grycuk, Lizenz: CC BY-SA 3.0 PL

Museum

Katyń-Museum, Warschau, Polen

Das Katyń-Museum in Warschau wurde am 29. Juni 1993 als Abteilung des Museums der Polnischen Armee in den Kasematten des aus dem 19. Jahrhundert stammenden russischen Forts Sadyba im Stadtteil Mokotów eröffnet. Es dient der Sammlung und Präsentation von Erinnerungsstücken, die während der Exhumierungen an den Orten der Massengräber in Katyń, Mednoje und Charkiw zu Beginn der 1990er-Jahre gefunden wurden. Außerdem sammelt es Erinnerungsstücke von den Angehörigen der Opfer. Die Gründung des Museums geht auf die Initiative des „Verbandes der Katyń-Familien“ zurück, die einen würdigen Ort für die Fundstücke schaffen wollten. In Zusammenarbeit mit dem Museum der Polnischen Armee organisierte der Verband in den Jahren 1991/1992 zwei Ausstellungen von Fotografien und Exponaten der Ausgrabungen. Im Dezember 1991 wurde die Gründung eines Katyń-Museums beschlossen und im Juni 1993 eröffnet. Durch Fundstücke aus den bis 1996 fortgeführten Ausgrabungen an den Orten der Massengräber wuchsen die Bestände des Museums weiter an. Dennoch konnte nur ein kleiner Teil der Bestände in den Ausstellungssälen und einem „Saal des Gedenkens“ präsentiert werden. Nach der Schließung der Räume im Fort Sadyba wurde seit dem 17. September 2011 im Hauptgebäude des Museums der Polnischen Armee eine Sonderausstellung des Katyń-Museums gezeigt. Im Zuge des Umzugs des Museums der Polnischen Armee auf die Warschauer Zitadelle, einem Festungskomplex aus dem 19. Jahrhundert, konnte dort 2015 eine mit modernsten Mitteln gestaltete neue Ausstellung eröffnet werden. Das 2,5 Hektar große Außengelände ist von tiefer Symbolik geprägt: ein Appellplatz, ein Holzkreuz, ein kleiner Wald, der von der „Allee der Nichtanwesenden“ durchschnitten wird. Über 20.000 Pflastersteine wurden gesetzt – einen für jeden Ermordeten. Die Namen der Toten sind in ein Epitaph eingraviert, das aus 15 Tafeln besteht. Eine Glocke mit einem Durchschuss soll ein Zeichen für die Exekution der Häftlinge sein. Die Ausstellung gliedert sich in die Ebenen „Entdeckung“ und „Zeugnis“. In der ersten Ebene werden die Vorgeschichte und die Ausführung des Verbrechens, seine Instrumentalisierung durch die deutschen Entdecker und die sowjetischen Täter, das Verschweigen und Verleumden der Gewalttaten sowie schließlich ihre offizielle Aufdeckung dargestellt. Im Hintergrund sind ratternde Züge, tropfendes Wasser und Glockenschläge zu hören. Auf der zweiten Ebene des Museums werden über 6.000 bei den Exhumierungen der Massengräber zutage geförderte persönliche Gegenstände der Hingerichteten gezeigt. Der letzte Raum konfrontiert den Besucher mit den für das Massaker von Katyń verantwortlichen Tätern. Die historische Chiffre „Katyń“ steht nicht nur in Polen symbolhaft für die verbrecherische Terrorpolitik der sowjetischen Machthaber an der polnischen Gesellschaft. In erster Linie bezeichnet sie jedoch den Massenmord an fast 22.000 Repräsentanten des polnischen Staates – etwa 15.000 polnischen Zivilisten und 7.000 Offizieren –, die aufgrund eines Beschlusses des Politbüros vom 5. März 1940 erschossen wurden. Die überwiegende Mehrheit der Opfer gehörte der polnischen Elite und Oberschicht an. Im April und Mai 1940 wurden die rund 15.000 Kriegsgefangenen aus den Lagern in Kosselsk im Kreis Kaluga, Ostaschkow auf der Insel Stolobny bei Seligersee und Starobielsk im Kreis Luzansk mit Zügen zu den Exekutionsstätten in Katyń, Twer und Charkiw gebracht. Nach ihrer brutalen Hinrichtung verscharrte man die sterblichen Überreste der Ermordeten in namenlosen Massengräbern an mindestens fünf verschiedenen Orten auf dem Gebiet der UdSSR. Über den Massengräbern pflanzten Soldaten junge Bäume. Die Leichen der in Twer Hingerichteten wurden in Mednoje sowie in Charkiw nahe der Vorstadtsiedlung Pjatichatki vergraben. Die übrigen Gefangenen wurden in verschiedenen Gefängnissen erschossen. Ihre Leichname verscharrte man an mindestens zwei Orten in der Belarussischen SSR in Kurapaty am nördlichen Stadtrand von Minsk sowie in der Ukrainischen SSR in Bykiwnja, einem Waldgebiet im Osten Kiews. Der Kampf um die Erinnerung war seit der Entdeckung der Massengräber im Frühjahr 1943 auch dadurch geprägt, dass die wahre Urheberschaft dieses auf Befehl der obersten sowjetischen Führung unter Stalin ausgeführten Verbrechens verschleiert wurde.

Haupteingang des Museums der Okkupationen und des Freiheitskampfes © Bundesstiftung Aufarbeitung

Museum

Museum der Okkupationen und des Freiheitskampfes, Tallinn, Estland

Das estnische Museum der Okkupationen und des Freiheitskampfes wurde am 27. Juni 2003 aus Anlass des Jahrestages der ersten sowjetischen Besatzung 1940 eingeweiht. Die amerikanisch-estnische Kistler-Ritso-Stiftung hatte 1998 das Projekt zur Errichtung des Museums initiiert. Die Ausstellung zeigt einen chronologischen Abriss der drei Okkupationen Estlands im zwanzigsten Jahrhundert, angefangen von der sowjetischen Besatzung 1940/41 über die Herrschaft der Nationalsozialisten zwischen 1941 und 1944 bis zur erneuten sowjetischen Okkupation von 1944 bis 1991. Anhand von offiziellen Zeugnissen und persönlichen Hinterlassenschaften ehemaliger Häftlinge und Verfolgter sowie zahlreicher audiovisueller Medien werden verschiedene Aspekte von Unterdrückung, Anpassung und Widerstand illustriert. Im Zentrum des Ausstellungsbereichs befinden sich zwei große, abstrakt gestaltete Lokomotivnachbildungen. Ein mit dem Symbol der Swastika versehenes Exemplar repräsentiert dabei die nationalsozialistische deutsche Besatzungszeit Estlands, während eine andere mit dem Roten Stern gekennzeichnete Lok die zwei sowjetischen Okkupationen des Landes darstellen soll. Das Okkupationsmuseum führt in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen Seminare und Konferenzen durch. Die Einrichtung bietet zudem Exkursionen zu den Verstecken der „Waldbrüder“ an.

Museum of socialist curiosities, Múzeum socialistických kuriozít, Hnusta, Museum, Slowakei

Museum

Museum of Socialist Curiosities

Das slowakische Museum of Socialist Curiosities (Múzeum socialistických kuriozít) zeigt das Alltagsleben unter der kommunistischen Herrschaft in drei Wohnräumen, die in der Stadt Hnúšťa in einem ehemaligen Amphitheater errichtet wurden. Die Ausstellung umfasst rund 100 Objekte und Bilder, die sich auf Küche, Kinderzimmer und Wohnzimmer verteilen. Anhand dieser plastischen Alltagsdarstellung soll jüngeren Generationen der Einfluss eines sozialistischen Regimes auf das Leben der Einwohner vor Augen geführt werden. Hnúšťa ist die ehemalige Hochburg der slowakischen Schwerindustrie und steht somit sinnbildlich für die Situation der Arbeiterklasse. Heute ist Hnúšťa durch wirtschaftliche Rezession geprägt. Die aufwendig gestaltete Website ist ausschließlich auf slowakischer Sprache verfügbar.

Museum

Retro Museum of Socialism

Das Retro Museum of Socialism in Varna stellt Alltagsgegenstände und Kultobjekte aus den Jahren 1945 bis 1989 aus. Unter anderem Modelle bekannter Automarken, Motorräder, Luxusgüter und Haushaltsgegenstände, die in den Ostblock-Staaten produziert wurden. Zur Ausstellung gehören auch Wachsfiguren berühmter sozialistischer Herrscher. Durch Spenden und Schenkungen aus ganz Bulgarien soll die Sammlung stetig vergrößert werden. Der Gründer des Museums ist der bulgarische Geschäftsmann Tsvetan Atanasov. Die Räumlichkeiten des Museums sind in einem Einkaufzentrum untergebracht, eine eigene Museums-Website existiert nicht, die Facebookseite wird ausschließlich in kyrillischer Schrift unterhalten. Die Ausrichtung des Hauses und das Narrativ der Ausstellung sind somit nur schwer einschätzbar.

Die frühere Zentrale des MfS in der Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg © Bundesstiftung Aufarbeitung

Museum

Stasimuseum Berlin

Im Haus 1 des Gebäudekomplexes der Normannenstraße 22 befand sich seit 1961 die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Bis zum Ende der DDR befehligte von hier aus Erich Mielke, der seit 1957 Minister für Staatssicherheit war, den riesigen Unterdrückungsapparat der SED, der sich selbst als „Schild und Schwert der Partei“ verstand. Das MfS agierte als Instrument zur „offensiven Unterstützung der Umsetzung der Beschlüsse der Partei“ und war gleichzeitig Geheimpolizei, Nachrichtendienst und Untersuchungsorgan zur Strafverfolgung und Vorbereitung von Prozessen. Im Jahr 1989 arbeiteten für das MfS 91.016 hauptamtliche Angestellte und mindestens 173.000 Inoffizielle Mitarbeiter (IM). Etwa 15.000 IM waren in Westdeutschland und West-Berlin tätig. Etwa acht Hektar umfasste das Areal des MfS zwischen Magdalenen-, Rusche- und Normannenstraße, das 1989 Arbeitsplatz von 20.000 Mitarbeitern war. In der Zentrale wurde die Arbeit des gesamten Ministeriums koordiniert. Von hier aus wurden grundsätzliche Entscheidungen getroffen und die untergeordneten Einheiten kontrolliert. Darüber hinaus gehörten zu den zentralen Aufgaben des MfS die Passkontrolle an der innerstädtischen Grenze sowie die Überwachung von Journalisten aus dem westlichen Ausland. Im Zuge der Friedlichen Revolution drangen am Abend des 15. Januar 1990 tausende Demonstranten in das Gelände ein. Das Berliner Bürgerkomitee übernahm das Hauptquartier in der Normannenstraße und begann seine Arbeit zur Auflösung des MfS bzw. des „Amtes für Nationale Sicherheit“, wie es seit Mitte November 1989 hieß. Eine Woche später entschied der Zentrale Runde Tisch, im Haus 1 eine Forschungs- und Gedenkstätte zum politischen System der DDR einzurichten. Die mit der Wahl vom 18. März 1990 frei gewählte DDR-Regierung fasste am 16. Mai einen entsprechenden Beschluss, der jedoch nicht mehr umgesetzt wurde. Deshalb gründeten im August 1990 Mitglieder des Bürgerkomitees und Bürgerrechtler den Verein Antistalinistische Aktion Normannenstraße e. V. (ASTAK). Am 7. November 1990 wurde die „Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße“ mit der Ausstellung „Wider den Schlaf der Vernunft“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mittelpunkt des historischen Ortes sind seither die im Originalzustand belassenen Amts- und Arbeitsräume Erich Mielkes. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde das denkmalgeschützte Haus 1 im Januar 2012 wiedereröffnet. Im dortigen Stasi-Museum informiert seit dem 17. Januar 2015 die neue Dauerausstellung „Staatssicherheit in der SED-Diktatur“ über die Tätigkeit des MfS, zeigt Facetten des politischen Systems und beleuchtet Formen von Widerstand und Opposition in der DDR. Realisiert wurde die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Trägerverein ASTAK e.V. und dem BStU. Seit Juni 2016 zeigt die Robert-Havemann-Gesellschaft die Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall” auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale. Die zweisprachige Dauerausstellung dokumentiert die wichtigsten Stationen der Friedlichen Revolution in der DDR und ist rund um die Uhr kostenfrei zugänglich.

Logo der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

Ausstellung

Von Buchenwald nach Karaganda

vom 16.09.2017 | bis zum 31.03.2018

Sonderausstellung über Internierte des sowjetischen Speziallagers Nr. 2 in Kasachstan 1947 bis 1949 vom 16. September 2017 bis zum 31. März 2018 in der Gedenkstätte BuchenwaldEröffnung am Samstag, dem 16. September 2017, um 11.30 Uhr, im Ausstellungsgebäude Speziallager8. Februar 1947: Am Bahnhof Buchenwald stehen mehr als 1.000 Internierte aus dem sowjetischen Speziallager Nr. 2 für einen Transport bereit. Zum Arbeitseinsatz in der Sowjetunion bestimmt, führt ihr Weg in die kasachische Stadt Karaganda. Der Transport ist ein Ausnahmefall in der Geschichte des Speziallagers Buchenwald, in dem Beschäftigungslosigkeit und strenge Isolation herrschen. Von Hunger und Krankheiten geschwächt, ist die Mehrheit der zu diesem Zeitpunkt insgesamt 15.000 dort Internierten weder transport- noch arbeitsfähig.Am 20. März 1947, nach sechswöchiger Fahrt unter schwierigen Bedingungen, erreichen 1.038 Internierte das Kriegsgefangenenlager Nr. 7099 in Karaganda. Harte Arbeit im Bergbau und auf Baustellen prägt den Alltag der Gefangenen. Nach Jahren der Ungewissheit können sie ab Ende 1947 erstmals Postkarten schreiben und so Kontakt zu ihren Angehörigen aufnehmen. Nach Gründung beider deutscher Staaten 1949 werden die meisten Internierten entlassen.70 Jahre später informiert die Sonderausstellung der Gedenkstätte Buchenwald über Geschichte und Hintergrund dieses Transportes.

Logo der Ausstellung "1917 Revolution. Russland und die Schweiz"

Sonderausstellung

1917 Revolution. Russland und die Schweiz

vom 24.02.2017 | bis zum 25.06.2017

Als 1917 in Russland die Revolution ausbricht, leben dort tausende Schweizerinnen und Schweizer. Es sind Unternehmer, Bauern, Lehrerinnen. Umgekehrt halten sich zu Beginn des Jahres russische Intellektuelle, Künstler und Sozialisten in der Schweiz auf – unter ihnen auch Lenin, der sich in Genf, Bern und Zürich auf die Revolution vorbereitet. Zum 100. Jahrestag der Russischen Revolution erzählt die Ausstellung im Landesmuseum Zürich anhand von Objekten, Fotografien, Dokumenten und Kunstwerken von den Beziehungen und engen Verflechtungen der beiden Länder in einer Zeit des Umbruchs und bietet einen Überblick über die politische und kulturelle Entwicklung Russlands in dieser Periode. Die Ausstellung des Landesmuseums Zürich ist in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum entstanden. Es finden zwei separate Ausstellungen statt, die jedoch durch ein gemeinsames Kapitel und einen gemeinsamen Katalog miteinander verbunden sind.

Cover des Ausstellungskatalogs zu "Das sowjetische Experiment"

Ausstellung

Das sowjetische Experiment - 100 Jahre Oktoberrevolution

Ivan Kulnev | vom 11.07.2017 | bis zum 11.09.2017

Die Ausstellung „Das sowjetische Experiment - 100 Jahre Oktoberrevolution“ des russischen Kuratoren Ivan Kulnev verbindet historische Analyse mit künstlerischer Präsentation. Kulnev möchte anhand von Collagen einen Diskurs über die Entstehung, den Verlauf und das Scheitern des „sowjetischen Experiments“ anregen. Hierzu trug er im Rahmen seiner wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Sowjetunion Zeitungsausschnitte, Fotografien und Filmsequenzen zusammen, die er zu Collagen neu arrangierte. Der Betrachter soll sich anhand der Vielzahl dieser Quellen historisch verorten, die Zusammenhänge der jeweiligen Zeit besser verstehen und Schlussfolgerungen für die Gegenwart und Zukunft ziehen. Kulnev will damit eine differenzierte Betrachtung des kommunistischen Systems fördern, gerade weil er die lauter werdenden Rufe von jungen Leuten in seiner Heimat nach einer Resowjetisierung mit Sorge verfolgt. Die zumeist in russischer Sprache verfassten Texte der neu arrangierten Dokumente und Bilder sind mit kurzen Übersetzungen für deutsche Besucher versehen worden.

Logo Deutsches Historisches Museum

Museum

Deutsches Historisches Museum

Das Deutsche Historische Museum ist das nationale Geschichtsmuseum der Bundesrepublik Deutschland. Sein Auftrag ist es, deutsche Geschichte von ihren Anfängen bis zur Gegenwart im europäischen und internationalen Zusammenhang darzustellen. Es wurde 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin von der damaligen Bundesregierung unter Bundeskanzler Helmut Kohl sowie dem Land Berlin gegründet. Schon am 3. Oktober 1990, im Zuge der deutschen Wiedervereinigung, übertrug die Bundesregierung dem noch jungen Deutschen Historischen Museum die Gebäude und Sammlungen des Museums für Deutsche Geschichte, dem zentralen Geschichtsmuseum der DDR, das im September 1990 geschlossen worden war. Damit wurde das Zeughaus von 1695, das älteste Gebäude Unter den Linden, zum Sitz des Deutschen Historischen Museums. Von 1991 bis Ende 1998 zeigte das Deutsche Historische Museum im Zeughaus eine Vielzahl von Sonderausstellungen zu historischen, kultur- und zeitgeschichtlichen Themen sowie zahlreiche Fotoausstellungen. Darüber hinaus präsentierte es im Obergeschoss ab 1994 bis Ende 1998 Bilder und Zeugnisse der Deutschen Geschichte. Um den Anforderungen eines modernen Museums zu entsprechen, wurde das barocke Zeughaus ab 1999 umfangreich restauriert und modernisiert. Im spannungsvollen Kontrast dazu entwarf der amerikanisch-chinesische Architekt I. M. Pei eine mit dem Gebäude verbundene Ausstellungshalle, die durch ihre eindrucksvolle, moderne Architektur ebenso zum Markenzeichen des Museums wurde. 2003 wurde das Haus eröffnet und zeigt seit dem wechselnde Sonderausstellungen. Seit Mai 2006 ist die Dauerausstellung „Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen“ im Zeughaus zu sehen. Auf 8.000 Quadratmetern werden mehr als 7.000 Exponate gezeigt, die durch alle Epochen deutscher Geschichte führen. Das Deutsche Historische Museum versteht sich als Ort lebendiger Geschichtsvermittlung und bietet seinen Besucherinnen und Besuchern neben den vielfältigen Ausstellungen ein umfangreiches Begleitprogramm an. Dazu gehören Führungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen oder Tagungen. Das virtuelle Geschichtsportal LeMO (Lebendiges Museum Online), das in Kooperation mit dem Haus der Geschichte in Bonn erarbeitet wurde, ist für alle Interessierten frei zugänglich.

Außenansicht des Zentrums, Urheber: Justyna Malinowska, Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Museum

Europäisches Zentrum der Solidarność, Danzig, Polen

Das am 30. August 2014 eröffnete Europäische Zentrum der Solidarność befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Leninwerft. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der freien Gewerkschaft Solidarność in Polen sowie der Bürgerbewegungen in anderen Staaten Mittel- und Osteuropas. Die Gründung des Europäischen Zentrums geht auf eine Initiative des polnischen Kulturministeriums und des Gewerkschaftsbundes NSZZ Solidarność zurück. Der 20.000 Quadratmeter große Gebäudekomplex vereinigt in sich ein Museum, ein Zentralarchiv, eine Multimedia-Bibliothek, ein Forschungs- und Bildungszentrum sowie Büroräume für zivilgesellschaftliche Organisationen. In die Gesamtkonzeption einbezogen wurden der geschichtsträchtige „Platz der Solidarität“, an dem sich auch das Denkmal für die gefallenen Werftarbeiter befindet, das berühmte „Tor 2“ der Danziger Leninwerft sowie die einstige Arbeitsschutzhalle, welche die Gewerkschaftsaktivisten während der legalen Phase ihrer Arbeit als Konferenzsaal nutzten und welche heute als Gedenkstätte dient. Komplettiert wird das Ensemble durch einen mehrgliedrigen Neubau, in dem sich die ständige Ausstellung des Zentrums befindet. Die vom kommunistischen Staat unabhängige Gewerkschaft Solidarność entstand im September 1980 im Ergebnis der Auguststreiks sowie der Danziger Vereinbarungen zwischen der polnischen Regierung und den streikenden Arbeitern. Nach den ersten im Juli 1980 einsetzenden Proteste stellte die zweite Streikwelle, die am 14. August mit der Arbeitsniederlegung in der Danziger Werft ihren Anfang nahm, ein einschneidendes Ereignis dar. Innerhalb kürzester Zeit erfasste die Streikbewegung Hunderte von Betrieben in Danzig und Gdingen. Am 16. August gründete sich unter der Leitung von Lech Wałęsa das „Überbetriebliche Streikkomitee“. Die wichtigste Forderung an den Staat war die Anerkennung des Rechts zur Gründung freier Gewerkschaften. Aufgrund der rasanten Ausbreitung der Streiks sah sich die Staatsführung gezwungen, Verhandlungen mit dem Überbetrieblichen Streikkomitee aufzunehmen und Vereinbarungen zu unterzeichnen. Damit erkannte sie den unabhängigen selbstverwalteten gewerkschaftlichen Pluralismus an, gestand den Arbeitern das Streikrecht zu und sicherte eine gesetzliche Regelung zur Begrenzung der Zensurauflagen zu. Außerdem verpflichtete sich der Staat zur Freilassung aller im Zusammenhang mit den Protesten inhaftierten politischen Gefangenen sowie zur Rücknahme aller nach den Streiks im Dezember 1970 und Juni 1976 ausgesprochenen Kündigungen. Die von diesem Zeitpunkt an überall in Polen entstehenden Gewerkschaften vereinigten sich schließlich am 17. September 1980 zur Unabhängigen Selbstverwalteten Gewerkschaft „Solidarność“ (Niezależny Samorządny Związek Zawodowy – NSZZ „Solidarność“). Innerhalb von wenigen Monaten zählte sie bereits mehr als neun Millionen Mitglieder. Innerhalb kürzester Zeit hatte die Solidarność allein durch ihre Existenz das staatliche Monopol auf Organisation der Bevölkerung durchbrochen. Ihre Gründung und ihr beispielloser Erfolg hatten über die Arbeiterschaft hinaus zahlreiche andere soziale Gruppen – wie die Bauernschaft und die Studenten – zur Loslösung von der sozialistischen Behördenkontrolle bewogen. Alle wichtigen Entscheidungen in Wirtschafts- und Sozialpolitik, Bildung und Kultur konnte die Partei nicht mehr im Alleingang entscheiden. Fortan war sie auf die Konsensfindung mit Vertretern der in Gewerkschaften und Verbänden organisierten Bevölkerung angewiesen. Die Entstehung und Existenz der Solidarność stand im eklatanten Widerspruch zum Wesen des kommunistischen Systems. In den Rängen der PVAP-Führung setzte sich immer stärker das Streben nach Wiedererlangung des Machtmonopols durch, was sich am 13. Dezember 1981 in der Ausrufung des Kriegsrechts manifestierte. Mit Verhängung der Maßnahmen, die bis zum 22. Juli 1983 andauern sollten, waren nicht nur die Solidarność, die von da an lange Jahre als Untergrundorganisation agierte, sondern nahezu alle gesellschaftlichen Vereinigungen verboten worden. Drakonische Strafmaßnahmen sollten den Widerstandswillen der Bevölkerung brechen. Innerhalb eines Jahres wurden rund 9.700 Personen in Gefängnissen interniert. Weitere fast 12.300 Personen wurden bis zum Juli 1983 abgeurteilt. Jeglichen Protestversuchen begegneten die staatlichen Sicherheitsorgane mit rücksichtsloser Härte. Diffamierende Propagandakampagnen zielten auf die Unterminierung des Solidarność-Mythos und die Diffamierung der Wortführer der Bewegung. Denn obwohl sie in den Untergrund abgetaucht war, agierte die Solidarność durch den sogenannten Provisorischen Koordinierungsausschuss weiter – sein Leitungsgremium bildeten die Gewerkschaftsführer der Regionen Danzig, Masowien, Niederschlesien und Kleinpolen. Der bis 1987 bestehende Ausschuss handelte im Selbstverständnis einer auf gewerkschaftlichen Strukturen fußenden „Untergrundgesellschaft“, die sich bei ihren Aktivitäten auf ein Netzwerk unabhängiger Interessensgruppen stützte. Ende der 1980er-Jahre gelang es der Bewegung, ihren Einfluss wieder zu erweitern. Nach großen Streikwellen im Mai und August 1988 zeigte sich die Staatsführung erneut zu Gesprächen mit den Gewerkschaftsführern bereit. Bei den Verhandlungen am Runden Tisch, die vom 6. Februar bis zum 5. April 1989 andauerten, konnte die von Lech Wałęsa angeführte Solidarność-Delegation die offizielle Wiederzulassung der Bewegung erwirken. Außerdem setzten die Verhandlungsführer die Verabschiedung eines politischen Reformpakets durch, welches unter anderem die freie Wahl von einem Drittel der Sejmsitze vorsah. Bei den ersten „halbfreien“ Wahlen am 4. Juni 1989 gelang es den Kandidaten der politischen Vereinigung der Gewerkschaften – dem Bürgerkomitee – beim ersten Wahlgang alle laut der Vereinbarung möglichen Sitze einzunehmen. Damit war der Erfolgskurs der demokratischen Reformkräfte um die Solidarność nicht mehr aufzuhalten. Bereits am 24. August 1989 wurde mit dem katholischen Publizisten, Bürgerrechtler und Aktivisten der Solidarność, Tadeusz Mazowiecki, der erste nichtkommunistische Ministerpräsident Polens seit vierzig Jahren gewählt. Die Dauerausstellung des Europäischen Zentrums der Solidarność informiert auf einer Gesamtfläche von 3.000 Quadratmetern über die Entstehungsgeschichte und das Wirken der gewerkschaftlichen Massenbewegung. In sechs chronologisch strukturierten Themeneinheiten wird der Untergangsprozess des Kommunismus in Polen und den anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks dargestellt. Es wird von den Anfängen der oppositionellen Tätigkeit rund um den Streiksommer 1980 bis hin zur Gründung der ersten Freien Gewerkschaften in der Volksrepublik Polen berichtet. Andere Ausstellungssäle beleuchten Aspekte des Alltags im sozialistischen Volkspolen, das Wirken der antikommunistischen Opposition vor 1980, die Tätigkeiten des staatlichen Repressionsregimes, den „Weg zur Demokratie“ sowie den „Triumph der Freiheit“. Ein Raum der Stille lädt den Besucher zur Reflexion ein. Die Dauerausstellung zeichnet sich nicht zuletzt durch die Zusammenführung zahlreicher historischer Originalexponate und multimedialer Elemente aus. Gleichzeitig bieten einzigartige Originalexponate einen besonderen Blick auf erlebte Geschichte. Die gesamte Präsentation ist in Polnisch und Englisch gestaltet und behindertengerecht konzipiert, Audiobeiträge und Braille-Texte machen Inhalte auch für Blinde nachvollziehbar.

Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus und des Widerstands, Memorialul Victimelor Comunismului şi al Rezistenţei, Rumänien

Forschungsinstitut | Museum

Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus und des Widerstands

Die rumänische Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus und des Widerstands (Memorialul Victimelor Comunismului şi al Rezistenţei) wurde im Jahr 1992 initiiert. Nur drei Jahre später wurde sie unter die Schirmherrschaft des Europarats gestellt, der sie als eine der wichtigsten Gedenkstätten Europas betrachtet. Zu ihr gehört ein Museum, das sich in den Räumen des ehemaligen politischen Gefängnisses in Sighet (Nordrumänien) befindet, und das Internationale Zentrum für Studien über den Kommunismus mit Sitz in Bukarest. Zusätzlich bietet die Einrichtung Summer Schools an. Die Gedenkstätte beschreibt diese Kombination aus Forschungs- und Bildungseinrichtung sowie Museum als einzigartig. Das Museum ist in über 50 Räumen einer ehemaligen Haftanstalt untergebracht. Die wissenschaftliche Relevanzsoll durch die Mitarbeit von renommierten internationalen Wissenschaftlern gewährleistet werden.

Museum Haus des Terrors, Terror Háza Múzeum, Budapest

Museum

Haus des Terrors

Das Museum Haus des Terrors (Terror Háza Múzeum) erinnert an die Leiden Ungarns unter den Regimen des 20. Jahrhunderts: die Herrschaft der Pfeilkreuzler und den Sozialismus. Das Gebäude, in dem das Museum seit 2002 untergebracht ist, hatte unter beiden Diktaturen eine maßgebliche Funktion: Zum einen diente es als Sitz und Gefängnis der Pfeilkreuzlerpartei und nachfolgend als Hauptquartier des kommunistischen Staatsicherheitsdienstes und als dessen Foltergefängnis. Die Ausstellung verfolgt das Ziel, die Erinnerung an die Opfer zu wahren, die an diesem Ort der Willkür der Regime ausgesetzt waren. Das House of Terror steht immer wieder in der Kritik, durch das gewählte Narrativ politisch unterschiedliche Diktaturen gleichzusetzen, durch parteipolitische Anbindung historische Themen wie das Horthy-Regime auszuschließen oder den ungarischen Einfluss auf den Holocaust durch die gewählte Opferdarstellung zu marginalisieren.

Okkupationsmuseum in Riga © Bundesstiftung Aufarbeitung

Museum

Lettisches Okkupationsmuseum, Riga, Lettland

Das Lettische Okkupationsmuseum wurde am 1. Juli 1993 eröffnet. Es befindet sich im Gebäude des ehemaligen Museums der „Roten lettischen Schützen“, bewaffneter Militäreinheiten, die sich zum Ende des Ersten Weltkriegs mit den Bolschewiki verbündeten und an der Seite der Roten Armee für die Durchsetzung der kommunistischen Herrschaft kämpften. Das Museum wurde 1970 errichtet, 1990 – noch zu Sowjetzeiten – aber wieder geschlossen. Nach geringfügigen baulichen Veränderungen bezog 1991 das Okkupationsmuseum die Räume. Es verdankt seine Entstehung hauptsächlich dem Engagement lettischer Emigranten aus Westeuropa und Übersee, die nach der staatlichen Unabhängigkeit die Einrichtung einer Institution inhaltlich und finanziell unterstützten, die an die Besetzungen Lettlands durch Nazideutschland und die Sowjetunion erinnert. Zum gleichen Zweck wurde auch die „Stiftung Okkupationsmuseum“ ins Leben gerufen. Seit 1997 hat der lettische Staat die Schirmherrschaft über das Museum inne. Die Dauerausstellung zeigt die Geschichte der Besatzungsregime in Lettland seit 1940. Sie beginnt mit den Auswirkungen und Folgen des Hitler-Stalin-Paktes vom 23. August 1939. Im Anschluss an die erste sowjetische Okkupation 1940/41 wird die Darstellung chronologisch mit der nationalsozialistischen deutschen Besatzungsherrschaft von 1941 bis 1944 und dem Holocaust fortgesetzt. Einen dritten Schwerpunkt bildet die Darstellung der zweiten sowjetischen Besatzung ab 1944, die mit der Porträtierung der Unabhängigkeitsbewegung in den 1980er Jahren ihren Abschluss findet. Gezeigt werden soll, welche Auswirkungen die jeweiligen politischen Systeme auf die lettische Bevölkerung hatten. Es ist ein Erweiterungsbau des lettisch-amerikanischen Architekten Gunnar Birkerts geplant. Auch die Dauerausstellung soll umgestaltet werden. Nachdem das lettische Parlament dem Museum am 20. September 2016 den Status eins „Objekts nationalen Bedeutung“ zugesprochen und zusätzliche Mittel für den Umbau in Aussicht gestellt hat, ist die Neueröffnung der Einrichtung für Oktober 2018 geplant. Während der Rekonstruktionsarbeiten kann die Dauerausstellung in den Räumlichkeiten der ehemaligen amerikanischen Botschaft auf dem Raiņa Boulevard besichtigt werden. Das Okkupationsmuseum verfügt über eine Forschungs- und Dokumentationsabteilung. Zum Bildungsangebot gehören neben geführten Touren auf Lettisch, Englisch, Russisch und Deutsch auch Seminare und Konferenzen sowie thematische Veranstaltungen. Darüber hinaus bietet die Einrichtung auf ihrer Internetpräsenz die Möglichkeit, das „Virtuelle Museum der Okkupationen Lettlands“ zu erkunden.

Logo Muzeum Komunismu

Museum

Museum of Communism

Das Museum will das Leben in der Tschechoslowakei von der Machtübernahme der Kommunistischen Partei 1948 bis zum Zusammenbruch des Regimes im November 1989 veranschaulichen. Es ist das erste und einzige Museum in Prag, das die Geschichte des im sowjetischen Herrschaftsbereich etablierten Systems aus der tschechischen Perspektive aufbereitet. Thematisiert werden das Alltagsleben, Bildung, Sport und Kunst, aber auch Politik, Staatssicherheit und Arbeitslager sowie Medienpropanda und Zensur. Seit 2001 können in den Räumen „Kommunismus – Der Traum“, „Die Realität“ und „Der Albtraum“ auf 500 Quadratmetern originale Gegenstände und Installationen besichtigt werden. Dazu gehören auch ein historisches Klassenzimmer sowie ein Verhörraum.

Cover der Ausstellung. Urheber: Gustavs Klucis, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Ausstellung

Oкнa - Fenster. Sowjetische Plakate als Fenster zum Kommunismus

vom 08.09.2017 | bis zum 30.03.2018

Anlässlich des 100. Jahrestages der Russischen Revolution zeigt das Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) die Ausstellung „Oкнa - Fenster. Sowjetische Plakate als Fenster zum Kommunismus“. Sie thematisiert die „Fenster“, wie sowjetrussische Propagandisten ihre meist eilig konzipierten Werke nannten. Für die Sowjetunion und ihre Nachrichtenagenturen produzierten Künstler erster Güte in einer enormen Geschwindigkeit politisch agitierende Plakate. Die Ausstellung des ZZF konzentriert sich im Jubiläumsjahr 2017 in 28 Reproduktionen auf die Geburt der Sowjetunion durch die Russische Revolution und den darauf folgenden Russischen Bürgerkrieg sowie die ersten Jahren der Industrialisierung, die in der Sowjetunion ca. 1930 einsetzte. Den Flyer zur Plakatausstellung können Sie hier als PDF betrachten.Eröffnet wird die Ausstellung am 7. September 2017 um 18 Uhr in folgenden Räumen:Zentrum für Zeithistorische Forschung PotsdamGroßer SeminarraumAm Neuen Markt 9 d14467 Potsdam

Revolutionär und Ministerpräsident: Kurt Eisner (1867-1919)

Sonderausstellung

Revolutionär und Ministerpräsident: Kurt Eisner (1867-1919)

vom 12.05.2017 | bis zum 08.10.2017

Die einen verspotten ihn als Idealisten und Utopisten, die anderen sehen ihn ihm einen fortschrittlichen Mann der Tat. Mit seinen Ideen beeinflusste der Revolutionär zu seiner Zeit eine ganze Generation von Sozialisten, kurze Zeit sogar den jungen Adolf Hitler. Zum 150. Geburtstag von Kurt Eisner widmet das Münchner Stadtmuseum dem ersten Ministerpräsidenten Bayerns eine Sonderausstellung. Schwerpunkte ist sein publizistischer und politischer Werdegang.Am 14. Mai 1867 in Berlin geboren, studierte Eisner zunächst Philosophie, Geschichts- und Literaturwissenschaft. Als Eisner sein Studium aufgeben musste, begann seine Laufbahn als monarchiekritischer Journalist. Mit seinen treffsicheren Argumenten  erwarb er in den Kreisen der Sozialdemokraten großes Renommee und trat 1898 der SPD bei, 1917 der USPD. Am Ende des Ersten Weltkriegs proklamierte Eisner in der Nacht vom 7. auf den 8. November 1918 die Absetzung des Hauses Wittelsbach und die Gründung der Bayerischen Republik. Von der Versammlung der Arbeiter- und Soldatenräte wurde er schließlich zum Ministerpräsidenten gewählt, wenige Monate später jedoch, am 21. Februar 1919, von einem antisemitischen Nationalisten auf offener Straße erschossen.

Plakat The Art of Revolution 1917-2017

Ausstellung

The Art of Revolution 1917-2017

vom 05.09.2017 | bis zum 30.09.2017

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Russischen Revolution von 1917 zeigt die Norwich Studio Art Gallery die Ausstellung „The Art of Revolution 1917-2017“, die von dem aus Belarus stammenden russischen Künstler Gennadiy Ivanov kuratiert wird. Darin verarbeitet er seine persönlichen Themen, wie Konflikt, Repression, Migration und Heimat. Die 29 beteiligten lokalen, nationalen und internationalen Künstler und Künstlerinnen beschäftigen sich in ihren Arbeiten mit der Bedeutung der Oktoberrevolution und ihrem kulturellem Erbe. Mit Musik, Film, Theater, Mode, bildender Kunst und politischem Aktivismus wollen sie provozieren und soziale Fragen aufwerfen. Das Ziel der Ausstellungsmacher ist, die Öffentlichkeit zu konfrontieren und zum Nachdenken anzuregen sowie bürgerschaftliche Bewegungen für mehr soziale Gerechtigkeit zu stärken.

Ein Ausschnitt aus der "Weltkarte des Kommunismus" © Hans Antonius

Kunstwerk

Weltkarte des Kommunismus

Dai Hua (代化) | vom 18.08.2017 | bis zum 03.09.2017

Im Auftrag des Kunstfests Weimar 2017 fertigte der in Peking geborene Künstler Dai Hua (代化) eine „Weltkarte des Kommunismus“ an, die anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Russischen Revolution an der Außenfassade des Kasseturms in Weimar ausgestellt wurde. Das Kunstwerk illustriert den Aufstieg der kommunistischen Idee und die Etablierung kommunistischer Systeme im 20. Jahrhundert mit ihren Siegen und Niederlagen. Die besonders farbenfrohe Darstellung entspringt der Verwendung von Pixeln (Bildpartikel), die der Künstler zu großen Panaromabildern zusammensetzt. Dai Hua greift historische Ereignisse auf und arrangiert seine Bilder in einer Weise, die an frühe Computerspiele, aber auch an Parteipropaganda erinnert. Er hat mit Werken wie „I Love Beijing’s Tiananmen“ (2006) und „Birth and Destruction“ (2008) bereits sein Geschick in der Illustration der Geschichte von Nationen und politischen Ideen bewiesen. Die „Weltkarte des Kommunismus“ wurde im Rahmen des von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vielfach geförderten Kunstfest Weimars 2017 am Kasseturm Weimar sowie in der ACC Galerie ausgestellt.

Logo des Deutschen Historischen Museums

Sonderausstellung

1917. Revolution. Russland und Europa

vom 18.10.2017 | bis zum 15.04.2018

Die Ausstellung „1917. Revolution. Russland und Europa“ im Deutschen Historischen Museum thematisiert die Russische Revolution und deren komplexe und vielfältige Folgen für Europa. Die revolutionären Ereignisse und der fünf Jahre wütende Bürgerkrieg in Russland führten zur Errichtung eines neuen Systems, das neue Formen in allen Bereichen der Gesellschaft herbeiführte und das gesamte 20. Jahrhundert prägte. Von Beginn an war der Kommunismus aber auch mit politischen Gegenbewegungen konfrontiert, die mit Terror gewaltsam unterdrückt wurden. Nach den politisch-gesellschaftlichen Umwälzungen wurde der russische Kommunismus als Gegensatz zur parlamentarisch-demokratischen Entwicklung vieler europäischer Staaten wahrgenommen. Zum 100. Jahrestag der Revolution wirft die Sonderausstellung des DHM einen Blick auf die Geschichte und Gegenwartsbezüge der Russischen Revolution. Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Landesmuseum Zürich entstanden. Es finden zwei separate Ausstellungen statt, die jedoch durch ein gemeinsames Kapitel und einen gemeinsamen Katalog miteinander verbunden sind.

Plakat Der Kalte Krieg. Ursachen – Geschichte – Folgen

Ausstellung

Der Kalte Krieg. Ursachen – Geschichte – Folgen

Bernd Greiner

Die Ausstellung besteht aus 22 Plakaten, die den Ost-West-Konflikt vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Auflösung der Sowjetunion thematisieren. Die Ursachen des Kalten Krieges in globaler Perspektive werden ebenso herausgearbeitet wie die Dynamik des nuklearen Rüstungswettlaufs und die „heißen Kriege“ in der Dritten Welt, die bis heute Traumata und ökonomische Entwicklungsdefizite verursachen. Schließlich widmet sich die Ausstellung diplomatischen und zivilgesellschaftlichen Initiativen, die den Kalten Krieg mindestens zeitweilig eindämmten. Damit bietet die Ausstellung zugleich Anknüpfungspunkte, sich mit aktuellen internationalen Konflikten zu befassen. Es werden rund 160 zeithistorische Fotos, Dokumente und Schaubilder gezeigt. Über QR-Codes können außerdem zeitgenössische Filmdokumente zu den Ausstellungsthemen online abgerufen werden. Die Plakate eignen sich für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit und können an öffentlichen Orten, wie Rathäusern, Volkshochschulen, Stadtbibliotheken oder Kirchen präsentiert werden.

Logo des Zentrum Paul Klee

Ausstellung

Die Revolution ist tot. Lang lebe die Revolution!

vom 13.04.2017 | bis zum 09.07.2017

Das Kunstmuseum Bern und das Zentrum Paul Klee lassen mit der Ausstellung Die Revolution ist tot. Lang lebe die Revolution! ein äußerst bedeutendes Jahrhundert der Kunstgeschichte Revue passieren. Sie zeigt sowohl den Aufbruch zur radikal gegenstandslosen Kunst als auch die verschiedenen Formen des «Sozialistischen Realismus». Die Schau beschränkt sich nicht nur auf die verschiedenen Stilrichtungen, sondern beleuchtet auch die Reflexion der gesellschaftlichen Revolution bis in die Gegenwartskunst. Die Ausstellung im Zentrum Paul Klee widmet sich dem revolutionären bildnerischen Geist des Suprematismus und Konstruktivismus und reicht von der russischen Avantgarde bis zur Minimal Art und Konzeptkunst der 1960er- und 1970er-Jahre. Die Schwerpunkte der Ausstellung im Kunstmuseum Bern bilden der sozialistische Realismus und dessen Wandlungen und Verwerfungen bis hinein in die Gegenwartskunst.

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung

Gedenkstätte

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ist einer der wichtigsten Erinnerungsorte für Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland. Auf dem Gelände befand sich ab Juni 1945 zeitweilig ein sowjetisches Speziallager. Nach dessen Auflösung nutzte die sowjetische Besatzungsmacht  die ehemalige Großküche der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt als ihr zentrales Untersuchungsgefängnis in Deutschland. Ab 1951 bis zum Untergang der DDR nutzte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) den Bau ebenfalls als zentrales Untersuchungsgefängnis. Im Herbst 1989 wurden alle politischen Gefangenen freigelassen. Vorübergehend wurde das Gefängnis dem DDR-Innenministerium unterstellt. Nach der Wiedervereinigung wurde es am 3. Oktober 1990 geschlossen. Im Oktober 1991 empfahl der Berliner Senat die Einrichtung einer Gedenkstätte auf dem früheren Gefängnisgelände. Das Abgeordnetenhaus stimmte dem 1992 zu. Die Haftanstalt wurde im selben Jahr unter Denkmalschutz gestellt und 1994 für Besucher geöffnet. Die Gedenkstätte bietet entgeltpflichtige Führungen durch die Haftanstalt an, die von ehemaligen Insassen durchgeführt werden. Kostenfrei kann die Dauerausstellung „Gefangen in Hohenschönhausen: Zeugnisse politischer Verfolgung 1945-1989“ besucht werden. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen der Opfer während ihrer Haft.

Logo des State Museum of Political History of Russia

Ausstellung

Georgy Plekhanov: the Apostle of Russian Marxism

vom 09.12.2016 | bis zum 28.08.2017

Der einflussreichste russische Theoretiker zur Arbeiterbewegung, Denker und revolutionärer Aktivist, der Begründer der Sozialdemokratie Russlands, Georgi Walentinowitsch Plechanow wurde am 11. Dezember 1856 im Dorf Gudalovka, Provinz Tambov geboren. Anlässlich des 160. Jahrestags seiner Geburt widmet sich das State Museum of Political History of Russia mit der Ausstellung Georgy Plekhanov: the Apostle of Russian Marxism dem Leben und den politischen Ansichten Plechanows.  Plechanow war russischer Journalist und Philosoph. Im Exil nahm Georgi Plechanow an den Kongressen der Zweiten Internationale teil und schrieb mehrere theoretische, journalistische, philosophische und literarische Werke der Ästhetik. Er übersetzte das "Manifest der Kommunistischen Partei" ins Russische, was ihn zu einem prominenten Marxismus-Theoretiker machte.

Horchposten 1941

Wanderausstellung

Horchposten 1941 / я слышу войну

Andreas von Westphalen, Jochen Langner

Der „Horchposten 1941“ bezeichnet sowohl eine interaktive Audioinstallation als auch ein zweiteiliges Hörspiel des Deutschlandfunks. Das deutsch-russische Dialog-Projekt sammelte Dokumente und Tagebucheinträge, die von russischen und deutschen Sprechern vertont wurden. Die Installation erzählt die Geschichte der Stadt St. Petersburg im Zweiten Weltkrieg. Hitler hatte beschlossen, an Leningrad (wie die Stadt zwischen 1924 und 1991 genannt wurde) ein Exempel zu statuieren und die Stadt dem Erdboden gleich zu machen. Für Stalin war die Leningrad das Tor zu Europa und deshalb strategisch wichtig, aber auch verdächtig. Die Installation schildert die Erfahrungen von Zivilisten und Soldaten, von Opfern und Tätern, Deutschen und Sowjets zwischen den Fronten des Nationalsozialismus und Stalinismus. Der Besucher sitzt auf Stühlen in einem Raum und hört die eingesprochenen Texte von Zeitzeugen. Aufgeteilt ist der Raum in fünf Zonen, die einen multiperspektivischen Blick ermöglichen. Das Projekt wird ebenfalls von Deutschlandfunk, Radio Echo Moskwy und dem Westdeutschen Rundfunk als Hörspiel ausgestrahlt.

Litauisches Museum für die Opfer des Genozids und Widerstands, Urheber: Algirdas, Lizenz: CC-BY-SA 3.0.

Museum

Litauisches Museum für die Opfer des Genozids und Widerstands, Vilnius, Litauen

Das Museum für die Opfer des Genozids und des Widerstands wurde 1992 auf Initiative litauischer Häftlings- und Deportiertenverbände gegründet. Seit 1997 ist die Einrichtung Bestandteil des staatlichen Forschungszentrums für Genozid und Widerstand, einer Institution, die sich der Erforschung der nationalsozialistischen und sowjetischen Besatzung Litauens widmet. Die Dauerausstellung thematisiert die Repressionen der Okkupationsregime gegen die litauische Bevölkerung sowie den antisowjetischen und antinazistischen Widerstand. Das klassizistische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, in dem sich heute das Museum befindet, ist sowohl ein zentraler Erinnerungsort an die Repressionsregime in Litauen, als auch ein historischer Tatort: Das Gebäude war während der sowjetischen Besatzungszeiten und der NS-Herrschaft bis zur nationalen Unabhängigkeit des Landes im Herbst 1991 Sitz der Hauptverwaltung des KGB der Litauischen Sowjetrepublik bzw. der Gestapo. Seit seiner Erbauung 1899 diente das Haus in der heutigen Aukų gatve 2 A, der "Straße der Opfer", als Gerichts-, Verwaltungs- und Schulgebäude. Im Juni 1940 bezog das NKWD den Gebäudekomplex und richtete im Kellergeschoss über fünfzig Zellen für Untersuchungshäftlinge ein. Während der deutschen Okkupation Litauens zwischen Juni 1941 und Juli 1944 diente das Haus als Gestapo-Hauptquartier. Mit der zweiten sowjetischen Besetzung des Landes ab Juli 1944 kehrte das NKWD in das Gebäude zurück und die Haftanstalt wurde durch neue Zellentrakte erweitert. Nach der Niederschlagung des bewaffneten antisowjetischen Widerstandes wurden viele Zellen in den frühen 1960er-Jahren in Lagerräume des KGB-Archivs umgewandelt. Mehr als 20 Internierungszellen wurden allerdings weiterhin genutzt, um Regimegegner und Menschenrechtsaktivisten einzusperren. Die Ausstellung thematisiert die Verfolgung der litauischen Bevölkerung durch sowjetische und deutsche Besatzer. Ein Großteil der Ausstellungsfläche befindet sich in rekonstruierten Zellen im Kellergeschoss des Gebäudes. Dokumentiert werden hier neben dem Erfassungsprozedere der Inhaftierten, der Haftbedingungen in den verschiedenen Verfolgungsperioden auch die Hinrichtungen des KGB. Die Installation in der ehemaligen Hinrichtungszelle dient dabei als zentraler Gedenkraum. Sie hält die Erinnerung an die 1.000 in dem Gefängnis erschossenen oder in den Zellen verstorbenen Menschen sowie an alle Opfer der totalitären Systeme wach. Seit 2011 widmet sich ein Teil der Dauerausstellung dem Gedenken der über 200.000 litauischen Holocaustopfer. Nachgezeichnet werden neben dem nationalsozialistischen Vernichtungsregime der deutschen Besatzer die Nutzung des Gestapo-Gefängnisses und Schicksale seiner Opfer. Eingehende Betrachtung finden auch die Geschichte des Vilniusser Ghetto sowie die Massenexekutionen in der größten litauischen Erschießungsstätte der SS in Ponary. Weitere Ausstellungsräume sind verschiedenen Aspekten der sowjetischen Okkupationen 1940/41 sowie zwischen 1944 und 1991 gewidmet. Überblicksdarstellungen und Einzelschicksale geben Aufschluss über die Repressionen, die Massendeportationen sowie die Untergrundbewegung in den Nachkriegsjahren. Beleuchtet werden der bewaffnete antisowjetische Widerstand zwischen 1944 und 1953 und die Dissidentenbewegung der sechziger und siebziger Jahre. Seit Dezember 2008 obliegt dem Museum außerdem die Verwaltung des Memorialen Komplexes im Tuskulenai Friedenspark. Von 1944 bis 1947 vollstreckte die sowjetische Geheimpolizei in den Kellerzellen des ehemaligen KGB-Gefängnisses 767 Todesurteile. Die sterblichen Überreste der Opfer wurden in Massengräbern auf dem Territorium der Parkanlage verscharrt. Erst bei archäologischen Grabungsarbeiten 1994 wurden sie entdeckt und in einer Urnenhalle beigesetzt. Die Ausstellung „Geheimnisse des Tuskulenai Guts“ informiert über den Vernichtungsapparat des totalitären Sowjetregimes. Das Museum bietet neben Führungen auf Litauisch und Englisch auch speziell konzipierte Bildungsprogramme an, in deren Rahmen Exkursionen und Seminare durchgeführt werden. An der Gebäudefassade erinnern die eingemeißelten Namen von 199 zwischen 1945 und 1946 ermordeten litauischen Bürgern an die Opfer des sowjetischen Repressionsregimes.

Museum of Crimes and Victims of Communism, Múzeum zločinov a obetí komunizmu, Bratislava,

Museum | Erinnerungsstätte

Museum of Crimes and Victims of Communism

Das Museum of Crimes and Victims of Communism (Múzeum zločinov a obetí komunizmu) wurde im März 2013 am 25. Jahrestag der antikommunistischen Demonstration Sviečková manifestácia, auch Kerzendemonstration genannt, in Bratislava eröffnet. Zu den Bildungsangeboten des Museums gehören neben Ausstellungen auch eine Bibliothek, Vorträge und Besuche von Mahn- und Erinnerungsorten. Das didaktische Angebot des Hauses richtet sich vor allem an Schulen. Die Gründungsinitiative kam von der Civil Society Unknown Heroes. Diese hat sich zur Aufgabe gemacht, junge Menschen und Lehrer „unbekannte Helden“ entdecken zu lassen, die durch ihre Einstellung und ihr Engagement dazu beigetragen haben, die Freiheit für alle Menschen unter kommunistischer Herrschaft zurückzugewinnen. Die Fortführung des Museums wird ermöglicht von ehrenamtlichen „professionals“, deren Profession jedoch nicht weiter erklärt wird. Die Website ist nur in der Landessprache verfügbar.

Die dem River Irwell zugewandte Seite des People's History Museum, Urheber: Patyo1994, Lizenz: CC-BY-SA 4.0.

Museum

People’s History Museum, Manchester, Großbritannien

Das People’s History Museum in Manchester ist das nationale Museum für Demokratie in Großbritannien. Es unterstützt und fördert die Erhaltung von demokratischen und rechtsstaatlichen Grundsätzen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Besucherinnen und Besuchern zu verdeutlichen, dass „es schon immer Ideen gab, für die es sich lohnte, zu kämpfen“. Das Museum öffnete erstmals 1975 seine Türen, damals als National Museum of Labour History und in London. Der Umzug nach Manchester erfolgte 15 Jahre später, nachdem der Stadtrat von Manchester das Museum vor der Schließung retten und eine langfristige Finanzierung zusichern konnte. Seitdem wurde der Bestand kontinuierlich erweitert. Es verfügt heute über die größte Sammlung von Exponaten über die Arbeiterbewegung und -organisation, ergänzt durch Ausstellungsstücke über den Kampf für ein für alle geltendes  Wahlrecht in Großbritannien. Die Sammlung politischer (Wahl-)Plakate und der Exponate zur Geschichte der Gewerkschaften ist weltweit eine der größten.

Logo Risiko Freiheit

Online-Ausstellung

Risiko Freiheit

In dieser Online-Ausstellung erzählen fünf Multimedia-Touren von Flucht und Fluchthilfe aus der DDR in die Bundesrepublik oder nach Westberlin. Die Inhalte der Webseite beruhen auf einer Ausstellung, die 2014/15 in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde gezeigt wurde. Die zwischen 1961 und 1989 angesiedelten Touren sind in thematische Abschnitte unterteilt, die über Fluchtwege, professionelle Fluchthilfegruppen und private Fluchthelfer, ihre Motive und Methoden sowie die damit verbundenen Risiken Auskunft geben. Nachzulesende Erläuterungen, die auch von einem Sprecher vorgetragen werden,  Quelldokumente, historische Filmaufnahmen, Fotografien sowie Zeitzeugeninterviews veranschaulichen geglückte und gescheiterte Aktionen sowie öffentliche Reaktionen darauf. Zwei Karten zeigen Fluchthilfewege im geteilten Berlin sowie die Fluchtrouten über Osteuropa. Gesetzestexte belegen die unterschiedliche Bewertung von Fluchthilfe in der Bundesrepublik und der DDR.

Logo The State Museum of Political History of Russia

Ausstellung

The Russian Revolution 1917-1922

Die Ausstellung zur Russischen Revolution ist Teil der permanenten Exposition des Museums der Politischen Geschichte Russlands in St. Petersburg. In der ersten Sektion der Ausstellung wird erklärt, welche politischen und gesellschaftlichen Bedingungen zum Fall des Zaren 1917 führten, und welche Versuche unternommen wurden, um ein neues demokratisches System zu etablieren. Ein weiterer Teil der Ausstellung beschäftigt sich intensiv mit der Oktoberrevolution, der Machtergreifung der Bolschewiki und dem ab Sommer 1918 ausbrechenden Bürgerkrieg auf dem Territorium des früheren Russischen Zarenreiches. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei auf die Entwicklungen in den verschiedenen nationalen Regionen Russlands gelegt. In der letzten Sektion schließt die Ausstellung mit dem Ende des Bürgerkriegs und der Etablierung des neuen Staates, der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, sowie mit der Zwangsmigration von mehr als zwei Millionen Einwohnern Russlands aus ihren Heimatregionen.

Haupteingang des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig © Stiftung Haus der Geschichte/Christoph Petras

Museum

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Am 9. Oktober 1999 wurde in Erinnerung an die Demonstration in Leipzig das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig eröffnet. Sein Träger ist die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Der Aufbau des Museums geht auf eine Initiative der Unabhängigen Föderalismuskommission des Deutschen Bundestages und des Bundesrates von 1992 zurück. Aus der Ursprungsidee, ein „Archiv der Deutschen Einheit“ einzurichten, wurde alsbald ein Ausstellungs-, Informations- und Dokumentationszentrum – das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig. Das Forum versteht sich als Ort des lebendigen Erinnerns an die Geschichte von Diktatur und Widerstand in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR. Auf 2.000 Quadratmetern wird anhand von Texten, Ton- und Bilddokumenten sowie etwa 3.200 Ausstellungsstücken über das widerständige Verhalten der Bevölkerung in der SBZ/DDR informiert. Die Friedliche Revolution, deren Ausgangsort Leipzig war, steht im Mittelpunkt der Dauerausstellung. Die Zivilcourage der Bevölkerung unter den Bedingungen der Diktatur sollen gewürdigt sowie die Erfahrungen, Herausforderungen und Leistungen der Menschen in beiden Teilen Deutschlands verständlich gemacht werden. Im Jahr 2007 wurde die Dauerausstellung grundsätzlich überarbeitet, einzelne Schwerpunkte präzisiert und der biografische Zugang gestärkt. Mehrmals im Jahr werden Wechselausstellungen gezeigt, die sowohl aktuelle Ereignisse aufgreifen als auch einzelne Themen der Dauerausstellung vertiefen. Regelmäßige Veranstaltungen gehören ebenfalls zum Programm des Zeitgeschichtlichen Forums.

Logo der Eremitage Amsterdam

Ausstellung

1917. Romanovs & Revolution. The End of Monarchy

vom 04.02.2017 | bis zum 17.09.2017

Die Ausstellung 1917. Romanovs & Revolution. The End of Monarchy umfasst über 250 Exponate aus den Sammlungen des Staatlichen Eremitage-Museums in St. Petersburg, des Staatsarchivs der Russischen Föderation in Moskau und das Artillerie-Museum in St. Petersburg. Anhand von Filmen, Fotografien, Gemälden, Kunstgegenständen und historischen Dokumenten können Besucher sehen und hören, wie Entscheidungen des Zaren die Revolution unvermeidlich machten und zum unausweichlichen Ende der 300-jährigen Romanov-Monarchie in Russland führten. Die Ausstellung bietet Einblicke in die letzten Jahre der kaiserlichen Familie, die in ihrer Ermordung enden. Zu den Exponaten zählen unter anderem Gegenstände aus dem Kleiderschrank des Kaiserpaares, Porträts, Kinderspielzeug und -zeichnungen, Kunstwerke aus jener Zeit und eine der Mordwaffen.

Plakatausstellung "Der Kommunismus in seinem Zeitalter" - © Bundesstiftung Aufarbeitung

Ausstellung

Der Kommunismus in seinem Zeitalter

Gerd Koenen

2017 jährt sich die Russische Revolution zum 100. Mal. Der zur Oktoberrevolution mystifizierte Putsch der Bolschewiki war die Geburtsstunde des Kommunismus, der zur größten und tiefgreifendsten Massenbewegung des 20. Jahrhunderts wurde. Aus diesem Anlass zeigt die Plakatausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ den Aufstieg und Niedergang der kommunistischen Bewegungen. Diese waren im 20. Jahrhundert dazu angetreten, nicht nur die Welt, sondern auch die Menschen grundlegend zu verändern. Ihr totalitärer Anspruch mobilisierte rund um den Globus Millionen und entwickelte sich zum Albtraum von Abermillionen, die Opfer kommunistischer Gewaltregime wurden. Die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ umfasst 25 Tafeln mit über 200 zeithistorischen Fotos, Dokumenten sowie QR-Codes, die mit Filmdokumenten im Internet verlinkt sind. Herausgeber der Ausstellung sind die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Deutsche Historische Museum Berlin. Ihr Autor ist der Frankfurter Historiker Gerd Koenen.

Engels-Haus, Wuppertal, Friedrich Engels

Museum

Engels-Haus

Das Engels-Haus des Historischen Zentrums Wuppertal beschäftigt sich mit dem Leben und Werk von Friedrich Engels (1820–1895). Es befindet sich in einem ehemaligen Wohnhaus auf dem Anwesen der Familie Engels in Wuppertal. Die Ausstellung arbeitet mit Originalobjekten und soll veranschaulichen, wie Engels’ persönliche Erfahrungen als junger Erwachsener und Auszubildender in der englischen Textilindustrie seine kritischen Ansichten und sein politisches sowie theoretisches Wirken beeinflusst haben. Besondere Berücksichtigung findet seine Freundschaft und gemeinsame Arbeit mit Karl Marx. Es wird also sowohl die persönliche Geschichte Engels’ als auch eine damit verbundene Intellektuellen- und Theoriegeschichte des 19. Jahrhunderts nachgezeichnet. Das Museum ist ein beliebter außerschulischer Bildungsort und kann ebenso von interessierten Einzelpersonen besichtigt werden.

Fenster des Gedenkens in der Gedenkstätte Berliner Mauer, Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung, Anna v. Arnim-Rosenthal

Gedenkstätte

Gedenkstätte Berliner Mauer

Die Gedenkstätte Berliner Mauer ist der zentrale Erinnerungsort an die Teilung der Stadt Berlin und die deutsche Teilung. Die Gedenkstätte ist Teil der Stiftung Berliner Mauer und zeigt im ehemaligen Grenzstreifen an der Bernauer Straße auf einer Länge von 1,4 Kilometern die Folgen des Mauerbaus für das Land und die Stadt Berlin und deren Umland sowie insbesondere die Lebenswege der Anwohner der Straße. Die neue Dauerausstellung „1961 | 1989. Die Berliner Mauer“ im Dokumentationszentrum erläutert darüber hinaus den politisch-historischen Kontext der Berliner Mauer und erschließt anhand von Biografien, welche Folgen die Teilung für die Menschen hatte. Erste Initiativen für den Erhalt eines Mauerabschnitts als Erinnerungsort gehen auf das Jahr 1990 zurück. Am 2. Oktober 1990 erklärte der Ost-Berliner Magistrat den 212 Meter langen Mauerabschnitt entlang des Friedhofs der Sophiengemeinde zum Baudenkmal. Am 13. August 1991 beschloss der Berliner Senat den Bau der Gedenkstätte. Es sollte sieben Jahre dauern, bis das Denkmal in der Bernauer Straße offiziell eingeweiht werden konnte. Es besteht aus zwei sieben Meter hohen Stahlwänden, die ein siebzig Meter langes Stück der Grenzanlagen einschließen. Damit befindet sich heute auf dem Gelände der Gedenkstätte das letzte Stück Berliner Mauer, das in seiner Tiefenstaffelung – mit Hinterlandmauer, Signalzaun, Wachturm, Todesstreifen und Mauer – erhalten ist. Am 9. November 1999 eröffnete das Dokumentationszentrum, ein Jahr später wurde die Kapelle der Versöhnung eingeweiht. Nach einem internationalen Wettbewerb zur Neugestaltung der Gedenkstätte wurde das Gedenkstättenareal in seiner heutigen Form 2015 fertig gestellt. Es umfasst heute 4,4 Hektar. Ergänzt wurde unter anderem das „Fenster des Gedenkens“, eine zwölf Meter lange Wand aus Cortenstahl. In die Wand sind Nischen eingelassen, in denen mit schwarz-weißen Porträtfotografien an die mindestens 140 Todesopfer der Berliner Mauer erinnert wird. Der Eintritt zu allen Ausstellungen ist frei. Die Außenausstellung ist jederzeit frei zugänglich, Dokumentations- und Besucherzentrum sind dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

GULAG: Soviet Forced Labor Camps and the Struggle for Freedom

Online-Ausstellung | Gedenkstätte

GULAG: Soviet Forced Labor Camps and the Struggle for Freedom

Die Onlineausstellung GULAG informiert über das Entstehen der sowjetischen Arbeitslager, ihren Bedeutungsgewinn in der Zeit Stalins und den Einfluss der Menschenrechtsbewegung in den 1960er- und 70er-Jahren. Auch die Bedeutung für das heutige Russland spielt eine Rolle, in dem die Geschichte der Arbeitslager aufgearbeitet werden soll. Die Onlineausstellung basiert auf dem Museum in den Räumen des ehemaligen Lagers „Perm 36“, das von der NGO Perm-36 erarbeitet und 2014 verstaatlicht wurde. Der Schwerpunkt liegt auf dem Lager „Perm 36”, das als Hochsicherheitslager für politische Gefangene diente. In der Online-Ausstellung findet der Nutzer Informationen sowohl zu verschiedene Facetten des Lagerlebens wie der Situation von Frauen, Arbeitsbedingungen, Gründe für Inhaftierungen als auch zur Dissidentenbewegung nach dem Tod Stalins im Jahr 1953 und den Wandel mit dem Ende der Sowjetunion.

Logo Inszenierung und Medialisierung politischer Justiz in Osteuropa

Online-Ausstellung

Inszenierung und Medialisierung politischer Justiz in Osteuropa

Die Online-Ausstellung ist das Ergebnis eines Projekts, das von Studierenden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Jahr 2015 erarbeitet wurde. Sie zeigt Aspekte der Inszenierung und Medialisierung politischer Justiz in Osteuropa anhand von zehn Schauprozessen aus vier osteuropäischen Staaten. Präsentiert werden Bilder, Auszüge aus Zeitungsartikeln, Audio- und Videosequenzen sowie den Prozessprotokollen. Die Beispiele stammen aus der Sowjetunion der 1920er- und 1930er-Jahre, aus Ungarn, der Tschechoslowakei und der DDR in der Anfangszeit des Kalten Krieges. Ihnen wird die westliche Rezeption der medial vermittelten Prozesse gegenübergestellt. Neben einer Einführung zu den Themen „politische Justiz“ und „Schauprozesse“ bietet die Webseite ein Personenregister mit den wichtigsten Informationen zu den historischen Akteuren.

Logo Menschenrechtszentrum Cottbus e. V.

Gedenkstätte

Menschenrechtszentrum Cottbus e. V.

Das Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. (MRZ) wurde im Oktober 2007 von ehemaligen politischen Häftlingen der DDR gegründet. Viele von ihnen saßen im Zuchthaus Cottbus ein. Seit 2011 betreibt das MRZ die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus im früheren Gefängnis an der Bautzener Straße. Mit der Dauerausstellung „Karierte Wolken – politische Haft im Zuchthaus Cottbus 1933 – 1989" sowie Rekonstruktionen innerhalb des Hafthauses will das MRZ Besuchern die Geschichte des Strafvollzugs im Nationalsozialismus und in der DDR näher bringen und an die Verfolgten erinnern. Zu den Aufgaben des Vereins gehören darüber hinaus die Dokumentation und Erforschung des Haftortes Cottbus, die Arbeit mit Zeitzeugen sowie die Ausrichtung von Veranstaltungen zu historischen und aktuellen Themen. Das MRZ setzt sich aktiv für die Einhaltung von Menschenrechten außerhalb Deutschlands ein.

Museum of Socialist Art, Muzey na sotsialisticheskoto izkustvo, Sofia, Bulgaria

Museum

Museum of Socialist Art

Das Museum of Socialist Art (Muzey na sotsialisticheskoto izkustvo) in Sofia, im September 2011 auf Initiative des bulgarischen Kulturministeriums eröffnet, stellt Skulpturen, Bilder und Plakate aus der Zeit von 1945 bis 1989 aus. Viele Ausstellungsstücke wurden im Auftrag der Regierung zu Propagandazwecken von einigen der renommiertesten Künstler Bulgariens geschaffen. Häufig sind sowjetische Führer oder entscheidende Personen der Zeitgeschichte wie Lenin dargestellt. Andere Werke glorifizieren das Leben der Arbeiterklasse. Über 70 nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems an ihren bisherigen Standorten abgebaute Büsten und Statuen sind auf dem Außengelände des Museums zu besichtigen. Das Museum soll vor allem eine Attraktion für Touristen und jüngere Bulgaren sein und die Zeit des Sozialismus im Land endlich „dorthin stellen, wo sie hingehört: in ein Museum“ (Vezhdi Rashidov, ehemaliger Kulturminister Bulgariens bei der Eröffnung des Museums). Trotzdem solle aber dem künstlerischen Wert der Arbeiten Beachtung geschenkt werden. Das Museum verfügt über keine eigene Webpräsenz, lediglich über einen Facebook-Auftritt.

Logo der Tate Gallery

Ausstellung

Red Star Over Russia

vom 08.11.2017 | bis zum 18.02.2018

Die Oktoberrevolution löste eine Welle an Innovationen und neuem Design in Russland aus. In den Jahren nach 1917, als Russland zur Sowjetunion wurde, bildeten diese frühen Experimente und vielfältigen Praktiken eine neue visuelle Kultur, der sich die Ausstellung im Tate Modern London, eines der größten Museen für moderne Kunst und zeitgenössische Kunst weltweit, widmet. Red Star Over Russia erforscht Kunstwerke von russischen und sowjetischen Künstlern über fünf Jahrzehnte, von der ersten Revolution von 1905 bis zum Tod von Stalin im Jahre 1953. Bislang kaum gesehene Plakate, Fotografien und andere grafische Werke aus der David King Collection - jetzt Teil von Tate – werden gezeigt, darunter die Arbeiten von El Lissitzky, Gustav Klutsis, Dmitri Moor, Alexander Deineka, Nina Vatolina und Jewgeni Khaldei.

Eingangstor zur British Library, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Ausstellung

Russian Revolution: Hope, Tragedy, Myths. Liberty and Revolution: Russia 1917 Revisited

vom 28.04.2017 | bis zum 29.08.2017

Zur Erinnerung an das 100-jährige Jubiläum der Russischen Revolution wird die British Library auf Exponate aus ihrer reichhaltigen Sammlung sowie einige einzigartige und aufschlussreiche Leihgaben zurückgreifen, um dieses einschneidende historische Ereignis des 20. Jahrhunderts darzustellen. Mit dem Fokus auf das traumatische und außergewöhnliche Leben des russischen Volkes zu dieser Zeit wird diese Ausstellung einen Blick auf die russische Revolution, ihre wichtigsten Akteure und einige der dramatischsten Momente werfen. Anhand seltener Ausstellungsstücke wie dem Tagebuch von Nikolaus II, einem Entwurf von Trotzkis Rede und Propagandamaterialien erzählt die Sammlung die mehrschichtige und komplizierte Geschichte nach. Die Ausstellung befasst sich mit den letzten Tagen des letzten Zaren Russlands, dem Aufstieg des ersten kommunistischen Staates der Welt, sowie dem Erbe der russischen Revolution für das moderne Russland und die globale Politik.

Virtual Exhibits on Communism, Victims of Communism Memorial Foundation

Online-Ausstellung

Virtual Exhibits on Communism

Die Website „Virtual Exhibits on Communism“ der Victims of Communism Memorial Foundation präsentiert virtuelle Ausstellungen und Medien verschiedenster Gattungen rund um den Themenkomplex „Kommunismus“. Neben den „Main Exhibits“, die u. a. eine Timeline und eine Weltkarte zum Thema umfassen, werden interaktive Materialien zu momentan sechzehn Staaten, die von kommunistischen Regimen regiert wurden oder noch immer werden, und Features zu spezielleren und Randthemen dargeboten. Die Auswahl wird ständig erweitert. Die Website ist für den interessierten Leser aufwendig und ansprechend gestaltet. Die Informationen und Themenangebote werden in hoher Dichte im Stile einer Nachrichtenseite präsentiert. Der multimediale Zugriff erlaubt einen einfachen Einstieg in das Thema. Der Leser sollte die kommunismuskritische Haltung der finanzierenden amerikanischen Victims of Communism Memorial Foundation beachten.

»The Kids Want Communism«, Screenshot von der Website "Kunstraum Kreuzberg/Bethanien"

Sonderausstellung

»The Kids Want Communism«

vom 09.09.2017 | bis zum 12.11.2017

Zum Gedenken an den 100. Jahrestag der Oktoberrevolution von 1917 bildet die Ausstellung den Abschluss der Ausstellungsserie des "MoBY-Museums of Bat Yam/Israel" und gibt Anlass über Form und Folgen des real existierenden Sozialismus im 20. Jahrhundert in Europa und Asien nachzudenken. »The Kids Want Communism« lädt dazu ein, genauer zu beleuchten, was beinahe passiert wäre, was nicht passiert ist, was hätte passieren können oder sollen und was noch immer passieren könnte. Denn wie kaum ein anderer Begriff drückt „Kommunismus“ den Gegensatz zu einer Realität aus, die Ausbeutung und Ungleichheit befürwortet und zelebriert. "Der Kommunismus ist ein ganzer Kosmos, der von einem schwarzen Loch – den Ereignissen von 1989 bis 1992 – verschluckt worden ist", beschreibt Kurator Joshua Simon die Hintergrundgedanken der Ausstellung. "Und wir sollten die gegenwärtigen politischen Ereignisse, ihre Intensität und das außergewöhnliche Tempo, in dem sie unsere Welt verändern, vor dem Hintergrund der Implosion des Sowjetblocks und der Schocktherapie begreifen, der die postsowjetischen Gesellschaften und Volkswirtschaften anschließend ausgesetzt waren." Für die Ausstellung wird zum Teil das umfangreiche Kunstarchiv des Sowjetblocks in verschiedenen Formen genutzt, jedoch werden die Werke, die aus Künstlerkollektiven, Werkgruppen, Ausstellungen, Symposien und Zeitschriften entspringen, mit einem Gegenwartsbezug neu aufbereitet. Zu sehen sind keine historischen Exponate, sondern Katalysatoren für eine andersartige künstlerische Praxis, die zum Nachdenken anregt. So zeigt zum Beispiel Künstler Max Epstein das Modell einer Datscha, dem wohlbekannten russischen Sommerhaus, das der sowjetische Staat vielen seiner Bürger gewährte. Das Exponat besteht aus verschiedenen Objekten, Geräten und Skulpturen, Miniaturen vielfältigem ländlichen Lebens, die sich zwischen Gebrauchsgegenstand und Dekoration bewegen. Jeder einzelne Teil des Kunstwerkes ist sowohl Objekt als auch Zeichen, sowohl eine Sache als auch eine Repräsentation. Das Haus, das Epstein darbietet, ist ein Ort unbegrenzter Zeit, vollkommener Freizeit, ein Raum zum Ausruhen, Denken und Handeln.