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Sonderausstellung

Revolution! Lippe 1918

vom 03.11.2018 | bis zum 28.04.2019

Die Novemberrevolution 1918, die zum Sturz der Monarchie in Deutschland und zur Gründung der ersten deutschen parlamentarischen Demokratie – der Weimarer Republik, führte, vollzog sich im wesentlichen nicht nur in Berlin oder München, sondern gerade auch in den deutschen Kleinstaaten und Provinzen. Die Sonderausstellung „Revolution! Lippe 1918“, die vom 3. November 2018 bis zum 28. April 2019 im Lippischen Landesmuseum Detmold zu sehen ist, nutz Lippe als Fallbeispiel, um den historischen Moment des Übergangs von der Monarchie zur Demokratie nachzuzeichnen. Lippe bildete um 1900 das typische Beispiel eines deutschen Kleinstaates zur Kaiserzeit. Die Ereignisse im Fürstentum Lippe stehen beispielhaft für die Geschichte vieler deutscher Staaten der damaligen Zeit. 1918 dankte in Lippe parallel zu den Ereignissen in Berlin der regierende Fürst Leopold IV. ab, wodurch aus einem Fürstentum ein Freistaat entstehen konnte. Am Beispiel von Lippe werden die großen historischen Ereignisse von 1918 im regionalen Kontext greifbar. Die Ausstellung lenkt den Blick bewusst weg aus den Metropolen, die meist im Fokus der Berichterstattung stehen, und stattdessen mithilfe einer regional-historischen Perspektive hin zu den Ereignissen in der Provinz. Ziel der Ausstellung ist es, das demokratische Bewusstsein zu fördern und für die langfristigen Erfolge der Revolution zu sensibilisieren. Die Ereignisse werden vor allem in ihrer Bedeutung für die Gegenwart begreifbar gemacht. Mit Hilfe von Zeitzeugenberichten, die die revolutionären Umbrüche erlebten, unterschiedlichen historischen Dokumenten und verschiedenen Objekten verschafft die Ausstellung den Besuchern spannende Einblicke in eine ereignisreiche und bedeutungsvolle Zeit.

Die frühere Zentrale des MfS in der Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg © Bundesstiftung Aufarbeitung

Museum

Stasimuseum Berlin

Im Haus 1 des Gebäudekomplexes der Normannenstraße 22 befand sich seit 1961 die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Bis zum Ende der DDR befehligte von hier aus Erich Mielke, der seit 1957 Minister für Staatssicherheit war, den riesigen Unterdrückungsapparat der SED, der sich selbst als „Schild und Schwert der Partei“ verstand. Das MfS agierte als Instrument zur „offensiven Unterstützung der Umsetzung der Beschlüsse der Partei“ und war gleichzeitig Geheimpolizei, Nachrichtendienst und Untersuchungsorgan zur Strafverfolgung und Vorbereitung von Prozessen. Im Jahr 1989 arbeiteten für das MfS 91.016 hauptamtliche Angestellte und mindestens 173.000 Inoffizielle Mitarbeiter (IM). Etwa 15.000 IM waren in Westdeutschland und West-Berlin tätig. Etwa acht Hektar umfasste das Areal des MfS zwischen Magdalenen-, Rusche- und Normannenstraße, das 1989 Arbeitsplatz von 20.000 Mitarbeitern war. In der Zentrale wurde die Arbeit des gesamten Ministeriums koordiniert. Von hier aus wurden grundsätzliche Entscheidungen getroffen und die untergeordneten Einheiten kontrolliert. Darüber hinaus gehörten zu den zentralen Aufgaben des MfS die Passkontrolle an der innerstädtischen Grenze sowie die Überwachung von Journalisten aus dem westlichen Ausland. Im Zuge der Friedlichen Revolution drangen am Abend des 15. Januar 1990 tausende Demonstranten in das Gelände ein. Das Berliner Bürgerkomitee übernahm das Hauptquartier in der Normannenstraße und begann seine Arbeit zur Auflösung des MfS bzw. des „Amtes für Nationale Sicherheit“, wie es seit Mitte November 1989 hieß. Eine Woche später entschied der Zentrale Runde Tisch, im Haus 1 eine Forschungs- und Gedenkstätte zum politischen System der DDR einzurichten. Die mit der Wahl vom 18. März 1990 frei gewählte DDR-Regierung fasste am 16. Mai einen entsprechenden Beschluss, der jedoch nicht mehr umgesetzt wurde. Deshalb gründeten im August 1990 Mitglieder des Bürgerkomitees und Bürgerrechtler den Verein Antistalinistische Aktion Normannenstraße e. V. (ASTAK). Am 7. November 1990 wurde die „Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße“ mit der Ausstellung „Wider den Schlaf der Vernunft“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mittelpunkt des historischen Ortes sind seither die im Originalzustand belassenen Amts- und Arbeitsräume Erich Mielkes. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde das denkmalgeschützte Haus 1 im Januar 2012 wiedereröffnet. Im dortigen Stasi-Museum informiert seit dem 17. Januar 2015 die neue Dauerausstellung „Staatssicherheit in der SED-Diktatur“ über die Tätigkeit des MfS, zeigt Facetten des politischen Systems und beleuchtet Formen von Widerstand und Opposition in der DDR. Realisiert wurde die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Trägerverein ASTAK e.V. und dem BStU. Seit Juni 2016 zeigt die Robert-Havemann-Gesellschaft die Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall” auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale. Die zweisprachige Dauerausstellung dokumentiert die wichtigsten Stationen der Friedlichen Revolution in der DDR und ist rund um die Uhr kostenfrei zugänglich.

 Das GULAG History Museum in Moskau, Screenshot von der Website

Museum

The State Museum of the History of GULAG, Moskau, Russland

Das Moskauer Gulag-Museum zeichnet die Geschichte der Millionen von Menschen nach, die in dem riesigen Netz von Gefängnissen und Zwangsarbeitslagern der Sowjetunion verschwanden. Das Museum wurde 2001 von Anton Antonov-Ovseenko, selbst ein Gefangener in Stalins Arbeitslagern, gegründet und besteht aus einem dokumentarischen Archiv, Briefen und Memoiren, persönlichen Gegenständen ehemaliger GULAG-Häftlinge, sowie einer Sammlung von Kunstwerken, die die eigene Sicht der Häftlinge auf das Leben in den Arbeitslagern darstellen. Die integrierte Ausstellung widmet sich der Geschichte des Aufstiegs, der Entwicklung und des Niedergangs des sowjetischen Arbeitslagersystems, einem wesentlichen und integralen Bestandteil der sowjetischen Staatsmaschinerie in den 1930er- und 1950er-Jahren und ihrer politischen, administrativen und wirtschaftlichen Rolle. Der Ausstellungsraum zeigt auch persönliche Schiksale von verschiedenen Personen, die Opfer der sowjetischen repressiven Politik wurden und zu Arbeitslagerstrafen verurteilt wurden. Im Juni 2013 wurde zudem das Projekt "My GULAG" gestartet, dessen Ziel es ist, ein Archiv von Reminiszenzen und Interviews zu schaffen, die an das GULAG-Thema gebunden sind. Die Erinnerungen Betroffener und Angehöriger werden dabei in den Vordergrund gestellt.  

Screenshot Startseite Online Ausstellung

Online-Ausstellung

Vor 100 Jahren: Novemberrevolution in Mecklenburg und Pommern

Vor rund 100 Jahren ging 1918 im Zuge der Novemberrevolution die Monarchie im Deutschen Reich zu Ende. Die Revolution ergriff vom Matrosenaufstand in Kiel ausgehend am 6. November Mecklenburg und am 9. November die preußische Provinz Pommern. Fünf Tage nach der Abdankung von Kaiser Wilhelm II. in Berlin berief Großherzog Friedrich Franz IV. die Regierung in Schwerin und Neustrelitz ab und verzichtete am 14. November für sich und seine gesamte Familie auf den Thronsitz. Damit ging auch in den Großherzogtümern in Mecklenburg die Monarchie zu Ende. Diesen Ereignissen widmet die Stiftung Mecklenburg im virtuellen Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern eine Sonderausstellung unter dem Titel „Vor 100 Jahren: Novemberrevolution in Mecklenburg und Pommern“. Die Ausstellung beleuchtet die Vorgeschichte und die einzelnen Etappen der Revolution in den verschiedenen Städten und analysiert ihre Nachwirkungen und Folgen für die Geschichte Deutschlands. Zeitzeugenberichte zeichnen ein lebendiges Bild über die Alltagsprobleme während der Revolution. Archivalien und Texte informieren unter anderem über die Entstehung und das Wirken der neugegründeten Arbeiter- und Soldatenräte und die ersten demokratischen Wahlergebnisse in Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz und in der preußischen Provinz Pommern. Zahlreiche Fotos und Archivalien, wie die Abdankungsurkunde von Friedrich Franz IV., laden Interessierte zu einer Zeitreise durch eine von Umbrüchen geprägte Epoche ein.

Revolution! Revolution? Hamburg 1918-1919: Ankündigung der Ausstellung im Museum für Hamburgische Geschichte, Screenshot von der Website

Sonderausstellung

Revolution! Revolution? Hamburg 1918-1919, Museum für Hamburgische Geschichte

vom 25.04.2018 | bis zum 25.02.2019

Als eines der größten stadthistorischen Museen Europas, zeigt das Museum für Hamburgische Geschichte die vielfältige Entwicklungsgeschichte der Stadt Hamburg von ihren Anfängen um 800 bis zur Gegenwart. Die Revolution von 1918/19 markiert dabei eines der wichtigsten Ereignisse in der Hansestadt und steht nicht nur für den Beginn einer modernen demokratischen Ordnung des Stadtstaates, sondern stellt zugleich einen der frühen historischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts in Hamburg dar: An den Fronten des Ersten Weltkriegs schwiegen die Waffen, der Kaiser und die deutschen Bundesfürsten dankten ab. Soldaten und Arbeiter erzwangen den Beginn der ersten demokratischen Republik in Deutschland. In Hamburg kam es zu Demonstrationen, Straßenkämpfen und heftigen politischen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern des Umbruchs, die auch 1919 anhielten. Zugleich lebten viele Menschen in größter Not. Die Ausstellung fokussiert nicht nur die Revolution in Hamburg selbst, sondern zeigt auch die Abläufe auf dem Weg in die erste demokratische Stadtverfassung und ermöglicht die vergleichende Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen demokratischen Konfliktlösungsstrategien.

Virtual Exhibits on Communism, Victims of Communism Memorial Foundation

Online-Ausstellung

The Gulag - Museum on Communism

Die Website „Virtual Exhibits on Communism“ der Victims of Communism Memorial Foundation präsentiert virtuelle Ausstellungen und Medien verschiedenster Gattungen rund um den Themenkomplex „Kommunismus“. Neben den „Main Exhibits“, die u. a. eine Timeline und eine Weltkarte zum Thema umfassen, werden interaktive Materialien zu momentan sechzehn Staaten, die von kommunistischen Regimen regiert wurden oder noch immer werden, und Features zu spezielleren und Randthemen dargeboten. Die Auswahl wird ständig erweitert. Die Website ist für den interessierten Leser aufwendig und ansprechend gestaltet. Die Informationen und Themenangebote werden in hoher Dichte im Stile einer Nachrichtenseite präsentiert. Der multimediale Zugriff erlaubt einen einfachen Einstieg in das Thema. Der Leser sollte die kommunismuskritische Haltung der finanzierenden amerikanischen Victims of Communism Memorial Foundation beachten.

Screenshot der Ausstellungsankündigung

Sonderausstellung

Trotz alledem und alledem. Kulturerbe Arbeiterlied

vom 29.03.2019 | bis zum 31.03.2019

Im Jahr 2014 wurde das „Singen der Lieder der deutschen Arbeiterbewegung“ in das Verzeichnis des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Dadurch wurde eine politisch-künstlerische Ausdrucksart offiziell anerkannt, die drohte, in Vergessenheit zu geraten. Die Arbeiterlieder dienten im 19. und frühen 20. Jahrhunderts vor allem als  Protestlieder, deren Ursprung in der industriellen Revolution begründet war. Millionen Menschen sangen ihre Strophen. Die Ausstellung „Trotz alledem und alledem. Kulturerbe Arbeiterlied“ begibt sich auf die Spurensuche der Arbeiterlieder, einem Kulturgut, das 1933 unter der Herrschaft der Nationalsozialisten verboten und zerstört wurde. Das sozialkritische Lied „Trotz alledem“ von Ferdinand Freiligrath, auf das der Titel der Ausstellung anspielt, ist eines der bis heute am häufigsten rezipierten Lieder der 1848er-Revolution. Besonders in Deutschland erfuhren die klassischen Arbeiterlieder in den 1970er-Jahren eine Renaissance, verschwanden aber in den 1990er-Jahren gänzlich. Arbeiterlieder spiegeln die historischen Zustände ihrer Zeit wider und vermitteln somit Wissen über die damaligen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Umstände und Machtverhältnisse. Die Ausstellung ist vom 29. März bis zum 31. März 2019 im Rahmen des 20. Festivals „Musik und Politik“ in der Volksbühne Berlin zu sehen.

Logo Weimarer Republik e.V.

Online-Ressource | Wanderausstellung

Wanderausstellung Weimarer Republik

Vor rund hundert Jahren begann Deutschlands Aufbruch zur Demokratie. Im Jahr 2018 jährt sich die Gründung der Weimarer Republik zum 100. Mal. Sie stellte die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland dar und löste nach der Novemberrevolution 1918 die Monarchie im Deutschen Reich ab. Während ihrer Anfangsjahre hatte sie mit den unmittelbaren Folgen des Ersten Weltkrieges zu kämpfen, besonders mit der Hyperinflation und politischen Unruhen, ab 1929 wurde sie nach einer Phase relativer Stabilität schwer durch die Weltwirtschaftskrise belastet. Der Aufstieg der Nationalsozialisten zu Beginn der 1930er-Jahre führte schließlich nach 14 Jahren zum Untergang der ersten Demokratie. Mit diesen unterschiedlichen Phasen, Herausforderungen und Krisen der ersten deutschen Demokratie beschäftigte sich die multimediale Wanderausstellung „Die Weimarer Republik. Deutschlands erste Demokratie“, die von November 2015 bis Mai 2018 in über 30 Städten Deutschlands zu sehen war. Die Ausstellung beleuchtete an Hand von 32 Stationen den hoffnungsfrohen Beginn der Weimarer Republik, die Krisen, mit denen sie zu kämpfen hatte und ihr vernichtendes Ende durch die Machtübernahe der Nationalsozialisten. 16 Medienstationen, 800 Bilder, 60 Filme und 4 Kinowürfel beleuchten die damalige Zeit und den Werdegang der ersten deutschen Demokratie. Die Wanderausstellung hat ihre Deutschlandtour inzwischen beendet und wird eine tragende Rolle im Jubiläumsjahr in Weimar spielen. Der Großteil ihrer Inhalte ist über das Themenportal einsehbar. Gefördert wurde die Ausstellung des Vereins Weimarer Republik e.V. durch finanzielle Mittel des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz. Ziel der Ausstellung war es, ein möglichst breites Publikum anzusprechen und den Blick auf die Erfahrungen und Lehren aus der Zeit der Weimarer Republik zu lenken. Die Weimarer Republik soll als Lehrbeispiel mit hoher Aktualität dienen, besonders vor dem Hintergrund einem Wiedererstarken der rechten Kräfte in Gesamteuropa. Das Jubiläumsportal zur Weimarer Republik bündelt alle Informationen rund um Veranstaltungen, Ausstellungen, Informationsportale und Quellensammlungen zur Weimarer Republik. Zur Verfügung stehen ein Veranstaltungskalender, der aktuelle Veranstaltungen zur Weimarer Zeit präsentiert, eine Deutschlandkarte, die zeigt, wo an die Weimarer Republik erinnert wird und an welchen Orten Projekte zu dieser Zeit entstehen. Zudem findet sich eine detaillierte Auflistung der herausragendsten Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2018.

Logo Risiko Freiheit

Online-Ausstellung

Risiko Freiheit - Fluchthilfe für DDR-Bürger 1961-1989

In dieser Online-Ausstellung erzählen fünf Multimedia-Touren von Flucht und Fluchthilfe aus der DDR in die Bundesrepublik oder nach Westberlin. Die Inhalte der Webseite beruhen auf einer Ausstellung, die 2014/15 in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde gezeigt wurde. Die zwischen 1961 und 1989 angesiedelten Touren sind in thematische Abschnitte unterteilt, die über Fluchtwege, professionelle Fluchthilfegruppen und private Fluchthelfer, ihre Motive und Methoden sowie die damit verbundenen Risiken Auskunft geben. Nachzulesende Erläuterungen, die auch von einem Sprecher vorgetragen werden,  Quelldokumente, historische Filmaufnahmen, Fotografien sowie Zeitzeugeninterviews veranschaulichen geglückte und gescheiterte Aktionen sowie öffentliche Reaktionen darauf. Zwei Karten zeigen Fluchthilfewege im geteilten Berlin sowie die Fluchtrouten über Osteuropa. Gesetzestexte belegen die unterschiedliche Bewertung von Fluchthilfe in der Bundesrepublik und der DDR.

Screenshot von thejewishmuseum.org

Online-Ausstellung

The Power of Pictures: Early Soviet Photography, Early Soviet Film, Jewish Museum New York

Vom 25. September 2015 bis zum 7. Februar 2016 war im Jewish Museum New York die Fotoausstellung „The Power of Pictures: Early Soviet Photography, Early Soviet Film“ zu sehen. Sowjetischen Fotografinnen und Fotografen spielten eine große Rolle für die Geschichte der Fotografie; ihnen widmete das Museum diese Ausstellung. Dabei wird die Zeit von der Oktoberrevolution 1917 bis in die 1930er-Jahre abgedeckt. Neben einem Fokus darauf, wie sich ein dediziert sowjetischer Stil in der Fotografie herausbildete, blickt die Ausstellung auch darauf, welche Rolle Fotografie, ebenso wie Film und Druckkunst, in der Verbreitung kommunistischer Ideologie spielen. Zum Zeitpunkt der Oktoberrevolution konnten an die 70 Prozent der russischen Bevölkerung nicht lesen und schreiben – die Bedeutung von visuellen Medien wird anhand solcher Zahlen nochmals deutlicher. Den Besucherinnen und Besuchern nahe zu bringen, wie sich zu diesem Zeitpunkt der russischen bzw. sowjetischen Geschichte künstlerische Entwicklung und gesellschaftlicher Wandel gegenseitig bedingen und stärken konnten, war das Hauptaugenmerk der Ausstellung. Auch nach Ende der Ausstellung finden sich auf der Website des Museums zahlreiche Informationen zu der Thematik; besonders informativ ist der über Soundcloud frei zugängliche Audioguide zur Ausstellung.

Tuol-Sleng-Genozid-Museum, Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung, Dr. Anna Kaminsky

Gedenkstätte

Tuol-Sleng-Genozid-Museum, Phnom Penh, Kambodscha

Das ehemalige Tuol-Svay-Prey-Gymnasium in der 103. Straße der kambodschanischen Hauptstadt beherbergt seit der Niederwerfung des Terrorregimes der Roten Khmer 1979 das Tuol-Sleng-Genozid Museum. Es befindet sich am historischen Ort, an dem die Rote Khmer nach der Vertreibung der Stadtbevölkerung aufs Land 1975 das berüchtigte „Sicherheitsbüro 21“ („S21“) errichtet hatte. Der aus mehreren Gebäuden bestehende Komplex bildete das zentrale „Sicherheitsgefängnis“ der Roten Khmer. In der Zeit seiner vierjährigen Schreckensherrschaft nutzte es das Regime zur Internierung, Folter und Hinrichtung von etwa 15.000 bis 20.000 Menschen aus ganz Kambodscha, darunter auch ehemalige Mitglieder der Roten Khmer. Das Tuol-Sleng-Genozid-Museum dient der Erinnerung an die Verbrechen im ehemaligen Sicherheitsgefängnis S21. Unterstellt war das „S21“ dem Verteidigungsministerium unter der Führung von Son Sen. Aber auch dem Gefängniskomplex selbst waren mehrere Haft- und Exekutionsstätten untergeordnet, darunter das Prey Sar Gefängnis („S24“) sowie Choeung Ek, eine Hinrichtungsstätte etwa 15 Kilometer westlich von Phnom Penh. Etwa 1.700 Menschen zählten zum Gefängnispersonal. Nach der Übernahme des Schulgeländes durch die Rote Khmer wurde der gesamte Campus von einem elektrischen Stacheldrahtzaun eingefasst. Auch die einzelnen Verbindungsgänge zwischen den Gebäudetrakten sowie die Fenster der zu Gefängnis- und Folterzellen umfunktionierten Klassenräume wurden mit Stacheldraht umzäunt. Verzweifelten Gefangen sollte damit die Möglichkeit genommen werden, sich in den Freitod zu stürzen. Die Internierung erfolgte je nach Kategorie der Gefangenen in jeweils unterschiedlichen Gebäudeteilen. Ehemals hochrangige Mitglieder der Roten Khmer, die vom Regime als „Verräter“ gebrandmarkt wurden, kerkerte man in zwei Räumen im Erdgeschoss des Gebäudes A ein. In den Klassenzimmern der als B, C und D bezeichneten Gebäudeteile wurden winzige Isolationszellen im Umfang von 1,6 Quadratmetern errichtet. In den Obergeschossen befanden sich Massenarrestzellen für 40 bis 50 Internierte. Untereinander sprechen war den Gefangenen strengstens untersagt. Jede Bewegung der am Boden festgeketteten Häftlinge – auch das Aufstehen, Hinsetzen oder Umdrehen – bedurfte der Zustimmung des Wachpersonals. Die Nichteinhaltung der Regeln wurde mit Folter bestraft. An den Haupttrakt angrenzende Gebäude dienten der Gefängnisleitung zum Verhör und zur Folter der Inhaftierten. Nach den erzwungenen Geständnissen wurden diejenigen, die die grausame Folter und menschenverachtenden Haftbedingungen überlebten, auf den Killing Fields außerhalb der Stadt brutal hingerichtet. Häufig waren die Gefangenen gezwungen, ihre eigenen Gräber auszuheben. Nach dem Zusammenbruch des „Steinzeitkommunismus“ der Roten Khmer und der Befreiung Phnom Penhs durch vietnamesische Interventionstruppen Anfang 1979 konnten in Tuol Sleng nur noch zwölf Gefangene, darunter vier Kinder, der Hinrichtung entgehen. Die vierzehn aus weißem Stein errichteten Grabmahle im Innenhof der Anlage symbolisieren die letzten vierzehn ums Leben gekommenen Folteropfer des Gefängnisses, die auf dem Gelände von Tuol Sleng gefunden worden waren. Daneben befinden sich die Überreste eines vom Wachpersonal zu einem Galgen zweckentfremdeten Gerüsts. Die am historischen Ort zu besichtigende Dauerausstellung zeigt die von den Roten Khmer zu Gefängniszellen umfunktionierten Klassenräume des ehemaligen Tuol-Svay-Pray-Gymnasiums. Eingehend beleuchtet wird darin die Geschichte der Terrorherrschaft der Roten Khmer zwischen 1975 und 1979 sowie ganz besonders die im Tuol-Sleng-Gefängnis begangenen Verbrechen. Breiter Raum wird dabei der Darstellung tausender Fotos der im „S21“ internierten Personen eingeräumt. Ausgestellt werden im Museum darüber hinaus die Gemälde des Tuol-Sleng Überlebenden Vann Nath, der in seinen Werken die menschenverachtenden Haftbedingungen und die Folter verarbeitet. Neben der ständigen Exposition werden im Museum auch stets wechselnde Ausstellungen präsentiert. Ihr Bildungsangebot erweitert die Einrichtung durch verschiedene Veranstaltungsformate wie Filmvorführungen, Zeitzeugengespräche, Seminare, Konferenzen, Weiterbildungen und Workshops.

Haupteingang des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig, Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung, Stefan Finkele

Museum

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Am 9. Oktober 1999 wurde in Erinnerung an die Demonstration in Leipzig das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig eröffnet. Sein Träger ist die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Der Aufbau des Museums geht auf eine Initiative der Unabhängigen Föderalismuskommission des Deutschen Bundestages und des Bundesrates von 1992 zurück. Aus der Ursprungsidee, ein „Archiv der Deutschen Einheit“ einzurichten, wurde alsbald ein Ausstellungs-, Informations- und Dokumentationszentrum – das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig. Das Forum versteht sich als Ort des lebendigen Erinnerns an die Geschichte von Diktatur und Widerstand in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR. Auf 2.000 Quadratmetern wird anhand von Texten, Ton- und Bilddokumenten sowie etwa 3.200 Ausstellungsstücken über das widerständige Verhalten der Bevölkerung in der SBZ/DDR informiert. Die Friedliche Revolution, deren Ausgangsort Leipzig war, steht im Mittelpunkt der Dauerausstellung. Die Zivilcourage der Bevölkerung unter den Bedingungen der Diktatur sollen gewürdigt sowie die Erfahrungen, Herausforderungen und Leistungen der Menschen in beiden Teilen Deutschlands verständlich gemacht werden. Im Jahr 2007 wurde die Dauerausstellung grundsätzlich überarbeitet, einzelne Schwerpunkte präzisiert und der biografische Zugang gestärkt. Mehrmals im Jahr werden Wechselausstellungen gezeigt, die sowohl aktuelle Ereignisse aufgreifen als auch einzelne Themen der Dauerausstellung vertiefen. Regelmäßige Veranstaltungen gehören ebenfalls zum Programm des Zeitgeschichtlichen Forums.

Soviet Epoch: Between Utopia And Reality, Screenshot von der Website des State Museum of Political History of Russia

Ausstellungen

Soviet Epoch: Between Utopia And Reality, St. Petersburg, Russland

Die Ausstellung widmet sich der sowjetischen Zeit Russlands und zeigt in sechs Ausstellungshallen über 1.000 Exponate, die die Hauptstadien der sowjetischen Staatssystembildung und die wichtigsten Elemente des sozialen und privaten Lebens des sowjetischen Volkes darstellen. Der erste Teil der Ausstellung zeigt den Mechanismus von Stalins Macht, die volle Kontrolle über alle Lebensbereiche des Landes zu nehmen. Der zweite Teil betont die allmähliche Überwindung des Erbes von Stalin durch die sowjetische Gesellschaft. Plakate und Slogans, künstlerische Darstellungen sowjetischer Führer und Massenverbrauchsgüter mit sowjetischer Symbolik zeigen Methoden, die für die Propaganda des neuen Staatssystems und die Schaffung des Machtkultes weit verbreitet waren. Zudem sind die rekonstruierten Innenräume einer Kaserne, sowie einer Küche in einer Gemeinschaftswohnung zu sehen, die ein reales und atmosphärisches Bild davon schaffen, wie der Großteil der Bevölkerung der UdSSR in den 1930er- und 1940er-Jahren lebte.

Logo The State Museum of Political History of Russia

Ausstellung

The Russian Revolution 1917-1922, St. Petersburg, Russland

Die Ausstellung zur Russischen Revolution ist Teil der permanenten Exposition des Museums der Politischen Geschichte Russlands in St. Petersburg. In der ersten Sektion der Ausstellung wird erklärt, welche politischen und gesellschaftlichen Bedingungen zum Fall des Zaren 1917 führten, und welche Versuche unternommen wurden, um ein neues demokratisches System zu etablieren. Ein weiterer Teil der Ausstellung beschäftigt sich intensiv mit der Oktoberrevolution, der Machtergreifung der Bolschewiki und dem ab Sommer 1918 ausbrechenden Bürgerkrieg auf dem Territorium des früheren Russischen Zarenreiches. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei auf die Entwicklungen in den verschiedenen nationalen Regionen Russlands gelegt. In der letzten Sektion schließt die Ausstellung mit dem Ende des Bürgerkriegs und der Etablierung des neuen Staates, der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, sowie mit der Zwangsmigration von mehr als zwei Millionen Einwohnern Russlands aus ihren Heimatregionen.

Virtuelles Gulag Museum, Screenshot von der Website

Online-Ausstellung

Virtuelles Gulagmuseum

Das virtuelle Gulagmuseum ist ein Projekt des Forschungs- und Informationszentrums “Memorial” in St Petersburg, das auf der Notwendigkeit basiert, die Erfahrung von Gulag und Terror in einer unabhängigen von staatlichen Narrativen befreiten Form aufzuarbeiten. Das virtuelle Museum möchte ein notwendiges Bindeglied zwischen Wissen und Verstehen, Fakt und Ereignis, Erfahrung und Erinnerung sein und so insbesondere mit der russischen Erinnerungskultur in einen Dialog treten. Das Ziel des virtuellen Museums ist neben der historischen Aufarbeitung, ein Gesamtbild der Geschichte des Terrors zu zeigen. Dafür enthält die Datenbank des Museums eine reiche Sammlung von Zeugnissen über die Ära des sowjetischen Terrors und stellt eine Liste mit vielen Initiativprojekten, Aufarbeitungsinitiativen und erinnerungspolitischen Akteuren zur Verfügung. Die Sammlung des Museums möchte also die geographisch weit verstreuten wie auch inhaltlich sehr unterschiedlichen Exponate die auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion verstreut aufzufinden sind, zusammenführen, kontextualisieren und für die historische Aufarbeitung nutzbar machen.  

Screenshot von archiv-buergerbewegung.de

Plakatausstellung

„Die ganze action hat geprägt“ – Die Sprengung der Universitätskirche in Leipzig 1968 – Erinnerung von Zeitzeugen

„Die ganze action hat geprägt“ ist eine Plakatausstellung der Organisation Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.. Auf 19 Tafeln werden Besucherinnen und Besuchern der Verlauf der Ereignisse rund um die Sprengung der Leipziger Universitätskirche nahe gebracht. Am 30. Mai 1968 war die vollkommen intakte Kirche gegen den Protest vieler Leipzigerinnen und Leipziger gesprengt worden; dieses Erlebnis schlug sich nachhaltig in der kollektiven Erinnerung der Stadt nieder und markiert einen wichtigen Punkt zivilgesellschaftlichen Engagements in der DDR. Die Ausstellung nimmt das Ereignis als Beispiel, anhand dessen dargestellt wird, wie sich Alltagsrealitäten in der DDR im ständigen Konflikt zwischen partizipatorischen Ansprüchen der Bürgerinnen und Bürgern und Machtansprüchen der Regierung gestalteten. Die Ausstellung basiert auf Zeitzeugeninterviews, die den Akteuren eine Stimme verleihen. Es wird ein Stimmungsbild vermittelt, das sowohl die Erinnerung lebendig macht, als auch die Möglichkeit bietet, eigene Erfahrungen zu reflektieren. Es werden Momente der Zivilcourage bis zum offenen Widerstand verdeutlicht. Alle Ausstellungen können auf Anfrage ausgeliehen werden. Für Ausstellungseröffnungen oder andere Veranstaltungen kann das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. Referentinnen und Referenten vermitteln.