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Stasimuseum Berlin

Ausstellungen | Museum
Die frühere Zentrale des MfS in der Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg © Bundesstiftung Aufarbeitung
Die frühere Zentrale des MfS in der Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg © Bundesstiftung Aufarbeitung

Im Haus 1 des Gebäudekomplexes der Normannenstraße 22 befand sich seit 1961 die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Bis zum Ende der DDR befehligte von hier aus Erich Mielke, der seit 1957 Minister für Staatssicherheit war, den riesigen Unterdrückungsapparat der SED, der sich selbst als „Schild und Schwert der Partei“ verstand. Das MfS agierte als Instrument zur „offensiven Unterstützung der Umsetzung der Beschlüsse der Partei“ und war gleichzeitig Geheimpolizei, Nachrichtendienst und Untersuchungsorgan zur Strafverfolgung und Vorbereitung von Prozessen.

Im Jahr 1989 arbeiteten für das MfS 91.016 hauptamtliche Angestellte und mindestens 173.000 Inoffizielle Mitarbeiter (IM). Etwa 15.000 IM waren in Westdeutschland und West-Berlin tätig. Etwa acht Hektar umfasste das Areal des MfS zwischen Magdalenen-, Rusche- und Normannenstraße, das 1989 Arbeitsplatz von 20.000 Mitarbeitern war. In der Zentrale wurde die Arbeit des gesamten Ministeriums koordiniert. Von hier aus wurden grundsätzliche Entscheidungen getroffen und die untergeordneten Einheiten kontrolliert. Darüber hinaus gehörten zu den zentralen Aufgaben des MfS die Passkontrolle an der innerstädtischen Grenze sowie die Überwachung von Journalisten aus dem westlichen Ausland.

Im Zuge der Friedlichen Revolution drangen am Abend des 15. Januar 1990 tausende Demonstranten in das Gelände ein. Das Berliner Bürgerkomitee übernahm das Hauptquartier in der Normannenstraße und begann seine Arbeit zur Auflösung des MfS bzw. des „Amtes für Nationale Sicherheit“, wie es seit Mitte November 1989 hieß. Eine Woche später entschied der Zentrale Runde Tisch, im Haus 1 eine Forschungs- und Gedenkstätte zum politischen System der DDR einzurichten. Die mit der Wahl vom 18. März 1990 frei gewählte DDR-Regierung fasste am 16. Mai einen entsprechenden Beschluss, der jedoch nicht mehr umgesetzt wurde. Deshalb gründeten im August 1990 Mitglieder des Bürgerkomitees und Bürgerrechtler den Verein Antistalinistische Aktion Normannenstraße e. V. (ASTAK).

Am 7. November 1990 wurde die „Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße“ mit der Ausstellung „Wider den Schlaf der Vernunft“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mittelpunkt des historischen Ortes sind seither die im Originalzustand belassenen Amts- und Arbeitsräume Erich Mielkes. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde das denkmalgeschützte Haus 1 im Januar 2012 wiedereröffnet. Im dortigen Stasi-Museum informiert seit dem 17. Januar 2015 die neue Dauerausstellung „Staatssicherheit in der SED-Diktatur“ über die Tätigkeit des MfS, zeigt Facetten des politischen Systems und beleuchtet Formen von Widerstand und Opposition in der DDR. Realisiert wurde die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Trägerverein ASTAK e.V. und dem BStU. Seit Juni 2016 zeigt die Robert-Havemann-Gesellschaft die Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall” auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale. Die zweisprachige Dauerausstellung dokumentiert die wichtigsten Stationen der Friedlichen Revolution in der DDR und ist rund um die Uhr kostenfrei zugänglich.

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