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Verband

Arbeitsgemeinschaft Fünfeichen

Die 1991 gegründete Arbeitsgemeinschaft ehemaliger Häftlinge des sowjetischen Speziallagers Nr. 9 engagiert sich in der Entwicklung und kontinuierlichen Pflege der Mahn- und Gedenkstätte Fünfeichen sowie in der Aufklärung der Öffentlichkeit über die sowjetischen Speziallager in der SBZ/DDR. Das von den Nationalsozialisten als Kriegsgefangenenlager genutzte Gelände in Fünfeichen, wurde von Juni 1945 bis November 1948 vom sowjetischen Geheimdienst NKWD als Speziallager betrieben, in dem über 15.000 Menschen inhaftiert waren. Der Schwerpunkt der Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft Fünfeichen liegt in der ständigen Betreuung und Beratung ihrer Mitglieder, vor allem bei der Durchsetzung von Rehabilitierungs- bzw. Entschädigungsansprüchen und der Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung auch für Hinterbliebene und nahe Angehörige. Die Arbeitsgemeinschaft erteilt zudem Auskünfte über die im Speziallager Nr. 9 verstorbenen Häftlinge und deren Ruhestätte. Sie ist Mitglied in der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG)

Denkmal „Schwerter zu Pflugscharen“ vor der Kreuzkirche, Urheber: Ulrike Lehmann, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 DE

Denkmal

Denkmal „Schwerter zu Pflugscharen“, Dresden

Das Denk- und Mahnmal „Schwerter zu Pflugscharen – Steine des Anstoßes für eine Bewegung, die das Land veränderte“ erinnert seit Anfang Oktober 2010 vor der Kreuzkirche im Dresdner Stadtzentrum an die friedliche Protestbewegung. Initiiert wurde die Aufstellung des Denkmals von ehemaligen Beteiligten wie dem Oberlandeskirchenrat i.R. Harald Bretschneider. Für die Beschaffung der finanziellen Mittel zeigen sich Dipl.-Ing. Jürgen Bönninger und die Renate & Gerhart Baum-Stiftung verantwortlich. Die Skulptur besteht aus zwei je sieben Tonnen schweren Granitquadern. Diese bildeten einst das Fundament eines Baldachins über dem Hochzeitsportal der Kreuzkirche, dienten seit 1982 immer wieder als Ablageort von Kerzen und konnten so, bearbeitet und gesandstrahlt, vor der Entsorgung bewahrt werden. In den unteren Stein ist das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ nach einem Entwurf des Dresdner Bildhauers Lothar Beck als Metallguss eingelassen. Darunter ist das Gründungsdatum des „Friedensforums“, der 13. Februar 1982, verewigt. Auf der Rückseite des unteren Blockes befindet sich die Inschrift: „Schwerter / zu Pflugscharen / Friedens und Protest / Bewegung die das Land veränderte / Tausende Menschen / mit Kerzen / stimmen an / dona nobis pacem“. Jedes Jahr wird eine Plakette mit dem Namen „Schwerter zu Pflugscharen“ an einen besonders herausragenden Friedensaktivisten oder eine entsprechende Initiative überreicht. Bisher wurden die evangelische Schule „Talitha Kumi“ in Bait Dschala bei Bethlehem, der Liberianer George Togba und der ungarische Bischof Tamás Fabiny ausgezeichnet. Das Bibelzitat „Schwerter zu Pflugscharen“ aus dem Buch Micha des Alten Testaments entwickelte sich in den 1980er Jahren zum wohl bekanntesten Motto der christlich geprägten Friedensbewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, mit gewaltfreiem Widerstand gegen das DDR-System und die zunehmende Militarisierung zu protestieren. Das Zitat befand sich u.a. auf Aufnähern, die von den Jugendgruppen der Kirchengemeinden verteilt wurden. Kreiert hatte das Symbol der damalige Jugendpfarrer Harald Bretschneider. Wer mit dieser Symbolik aufgegriffen wurde, musste mit Repressalien rechnen. Etwa 5.000 Menschen versammelten sich am 13. Februar 1982 in Dresden, um angesichts der zunehmenden Militarisierung des zivilen Lebens an den Trümmern der Frauenkirche an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 zu erinnern. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens hatte, um Zusammenstöße der Demonstranten mit den bewaffneten Sicherheitskräften zu vermeiden, ein „Forum Frieden“ in der Kreuzkirche als Alternative zur illegalen Versammlung angeregt. Die SED-Leitung hatte dem Vorschlag zugestimmt, um eine öffentliche Demonstration zu vermeiden. Während die Staatsmacht sich bemühte, möglichst wenige „Verdächtige“ ins Stadtgebiet zu lassen, versuchten kirchliche Mitarbeiter die Menschen, die sich an der Frauenkirche versammelten, dazu zu bewegen, in die Kreuzkirche zu gehen. Einige hundert Demonstranten zogen es vor, an der Ruine zu verharren, während die überwiegende Mehrheit sich zunächst am Forum in der Kreuzkirche beteiligte. Entgegen dem ausdrücklichen Rat der Kirchenleitung zogen viele von ihnen im Anschluss schweigend mit Kerzen zur Frauenkirche. Das offene Diskussionsforum und das schweigende Gedenken wurden seither jährlich am 13. Februar in Dresden begangen.

Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg, Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung

Denkmal

Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus, Zentralfriedhof Friedrichsfelde, Berlin

Im Jahre 1881 wurde der Friedhof in Friedrichsfelde eingeweiht. Seit der Beisetzung des Revolutionärs und sozialistischen Politikers Wilhelm Liebknecht im Jahre 1919, an der mehr als 120.000 Menschen teilnahmen, entwickelte sich der Friedhof zu einem Begräbnisort führender Vertreter der Arbeiterbewegung. Gründer der Sozialdemokraten und führende Gewerkschafter fanden hier ihre letzte Ruhe. Im Januar 1919 wurden nach dem gescheiterten Spartakusaufstand die beiden Arbeiterführer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ermordet. Für sie wurde auf dem Friedhof in Friedrichsfelde eine eigene Abteilung als Gedenkstätte der KPD und ihrer Anhänger eingerichtet. 1926 wurde ein Revolutionsdenkmal des Architekten Mies van der Rohe eingeweiht, das von den Nationalsozialisten 1935 abgerissen wurde. Bereits während der Weimarer Republik wurde alljährlich an einem Sonntag im Januar mit einer Gedenkfeier der beiden Ermordeten gedacht. Bis heute findet diese Demonstration am zweiten Sonntag im Januar statt. Im Jahre 1951 wurde durch die SED-Führung die „Gedenkstätte der Sozialisten“ mit Grab- und Gedenksteinen für führende Arbeiterführer und einem Prophyrblock eingeweiht, dessen Inschrift lautet:  „Die Toten / mahnen / uns.“ Auf dem Friedhof wurden zudem führende Politiker der DDR beigesetzt. Gegenwärtig erinnert eine Dauerausstellung auf dem Gelände an die Geschichte des Friedhofs und der Gedenkstätte und gibt biographische Informationen über die hier beigesetzten Persönlichkeiten. An die Opfer stalinistischer Säuberungen in der Arbeiterbewegung wurde auf dem Friedhof bisher nicht erinnert, obwohl sich einige Gräber hier befinden, zum Beispiel das von Paul Merker. Auf Initiative des Förderkreises Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiterbewegung Berlin-Friedrichsfelde wurde am 11. Dezember 2006 am Rande der Gedenkstätte der Sozialisten ein Gedenkstein aus rotem Porphyr enthüllt. Seine Inschrift lautet: „Den Opfern / des / Stalinismus.“ Mit dem Gedenkstein soll der Opfer politischer Repression in der Sowjetunion, der SBZ und DDR gedacht werden. Während der Einweihung kam es zu Protesten von Anhängern der Linkspartei.PDS und der DKP, die den Gedenkstein als Verunglimpfung hochrangiger Kommunisten und den Begriff „Stalinismus“ als Antikommunismus interpretieren. Auch die „Vereinigung der Opfer des Stalinismus“ (VOS) kritisierte den Gedenkstein, weil er in unmittelbarer Nähe zum SED-Ehrenmal errichtet wurde, sie sahen darin eine Vermischung von Tätern und Opfern.

Aufarbeitungsinitiative

Initiativgruppe Internierungslager Ketschendorf / Speziallager Nr. 5 e. V.

Die 1990 gegründete Initiativgruppe Internierungslager Ketschendorf / Speziallager Nr.5 e. V. hat sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerungen an die Leiden und Opfer des sowjetischen Internierungslagers Ketschendorf wach zu halten und ihr Andenken zu ehren. Ende April 1945 wurde die Wohnsiedlung des Reifenwerkes Ketschendorf von der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und in ein Speziallager umgewandelt. Zwischen Mai 1945 und Februar 1947 lebten in der für 500 Personen ausgelegten Siedlung zeitweise mehr als 9.000 Menschen. Nach Auflösung des Lagers wurden die überlebenden Häftlinge in andere Speziallager verlegt oder in die Sowjetunion verschleppt. Im sogenannten Wäldchen, wo die Toten des Lagers verscharrt wurden, befindet sich heute eine Gedenkanlage. Die Initiativgruppe sammelt Materialien zur Geschichte des Lagers und stellt sie der Öffentlichkeit zur Verfügung. Der Verein ist Mitglied in der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG).

Logo Memorial Deutschland e.V

Menschenrechtsorganisation | Aufarbeitungsinitiative

Memorial Deutschland e.V.

Memorial Deutschland e.V. ist eine von etwa 70 nationalen und regionalen Gruppen und Verbänden der Nichtregierungsorganisation Memorial International, die ihren Sitz in Moskau hat. Memorial ist eine Menschenrechtsorganisation, die zunächst als Bürgerrechtsbewegung in der Zeit von Glasnost und Perestroika 1987 in der Sowjetunion gegründet wurde. Ihr Ziel war es, die Auswirkungen der Gewaltherrschaft des Stalinismus aufzuarbeiten und der Opfer zu gedenken. Der erste Vorsitzende von Memorial war der Atomphysiker und Dissident Andrej Sacharow. Der deutsche Verband entstand 1993 in Berlin als Förderverein für Memorial St. Petersburg und wurde später in die internationale Gesellschaft Memorial aufgenommen. 2001 erfolgte die Umbenennung des Vereins in Memorial Deutschland e.V., und seit 2008 existiert ein weiterer Ableger in München. Die ehrenamtlichen Mitglieder engagieren sich für die Aufarbeitung des Kommunismus. Sie unterstützen die Aktivitäten der Partnerorganisationen und informieren über die aktuelle Menschenrechtssituation in Russland.

Victims of Communism Memorial Foundation, Washington, NGO

Aufarbeitungsinitiative | Stiftung

Victims of Communism Memorial Foundation

Die 1994 ins Leben gerufene amerikanische Victims of Communism Memorial Foundation ist eine nicht-gewinnorientierte Organisation mit Sitz in Washington DC. Sie verfolgt die Absicht, aktuelle und zukünftige Generationen über Ideologie, Geschichte und Vermächtnis des Kommunismus aufzuklären. Sie verleiht jährlich die Truman-Reagan Medal of Freedom, die den Einsatz für Frieden und Demokratie und Opposition gegenüber dem Kommunismus und anderen Formen der Diktatur auszeichnet. Sie betreibt u.a. die Webseiten „Virtual Exhibits on Communism“ und „The Gulag Museum of Communism“, die einen interaktiven Zugang zum Thema erlauben. Auf ihrer eigenen Website stellt die Organisation mit dem „Witness Project“ Zeitzeugenberichte aus kommunistischen Regimes weltweit in Videoform bereit. Die Victims of Communism Memorial Foundation organisiert zudem Veranstaltungen und stellt Material für schulische Bildung zum Kommunismus zur Verfügung.

Screen Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen 1945–1950 e. V.

Beratungsangebot | Aufarbeitungsinitiative

Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen 1945–1950 e. V.

Die Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen 1945–1950 e. V. wurde 1991 gegründet. Im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit steht die Beratung und Betreuung von ehemaligen Inhaftierten des sowjetischen Speziallagers Sachsenhausen Nr. 7/Nr. 1 bzw. politisch Verfolgten in der SBZ/DDR und deren Angehörigen, sowie die Ermittlung von Schicksalen ehemaliger Inhaftierter des Speziallagers Sachsenhausen. Darüber hinaus hält der Verein die Erinnerung an die Opfer des Speziallagers wach. Die Arbeitsgemeinschaft verfügt über eine Sammlung von Materialien und Dokumenten zur Geschichte dieses Ortes. In dem ehemaligen Konzentrationslager inhaftierte sie sowjetische Geheimpolizei zwischen 1945 und 1950 etwa 60.000 Personen, von denen bis zu 25.000 ums Leben kamen. Die Arbeitsgemeinschaft ist Mitglied in der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG).

Denkmal zum 17. Juni 1953, Platz des Volksaufstandes von 1953, Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung, Annabelle Ziegler

Denkmal

Gedenken an den Volksaufstand am 17. Juni 1953, Berlin

Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 markierte kaum vier Jahre nach der Gründung der DDR die erste große Erhebung gegen ein kommunistisches Regime nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Aufstand wurde durch sowjetische Panzer mit Waffengewalt niedergeschlagen. Während des Aufstands wurden 18 Menschen standrechtlich erschossen. Weitere ca. 50 Personen starben während der Demonstrationen durch sowjetische Kugeln. Etwa 15.000 Menschen wurden nach dem Aufstand verhaftet und zu teilweise langen Haftstrafen verurteilt. Insgesamt kam es bis 1955 zu über 1.800 politischen Urteilen im Zusammenhang mit dem Aufstand. In der Folgezeit wurden der Aufstand und die Aufständischen in der DDR diffamiert und kriminalisiert. Die offizielle Erklärung der SED-Führung lautete, dass es sich bei den Protesten um einen von Saboteuren und Provokateuren aus dem Westen organisierten und gesteuerten faschistischen Putsch gehandelt habe. Insgesamt wurde der Aufstand zum gesellschaftlichen Tabu-Thema. Trotzdem blieben die Juni-Ereignisse der kommunistischen Führung als Mahnung und Warnung bis zum Ende der DDR im Gedächtnis präsent. Die ersten Mahnmale und Denkmäler zur Erinnerung an den Aufstand und seine Opfer entstanden im damaligen West-Berlin. Zum zentralen Ort des Gedenkens an die Opfer des Aufstands im Westen der Stadt Berlin wurde der Städtische Urnenfriedhof an der Seestraße im Bezirk Wedding. Dort wurden am 23. Juni 1953 acht Opfer des Aufstandes, die in West-Berliner Krankenhäusern gestorben waren, beigesetzt. Stellvertretend für alle Opfer wurde hier am 17. Juni 1955 ein Mahnmal eingeweiht, an dem bis heute alljährlich die offiziellen Gedenkfeiern und Kranzniederlegungen der Bundesregierung und des Berliner Senats stattfinden. Das zentrale Denkmal in Berlin, das sich auf dem Platz vor dem einstigen Haus der Ministerien – dem heutigen Bundesfinanzministerium – befindet, erinnert seit 2000 an den Volksaufstand. Das Haus der Ministerien spielte während des Aufstands eine zentrale Rolle. Am 16. Juni 1953 zogen Tausende Bauarbeiter hierher, um der Regierung ihre Forderungen zu überbringen. Bereits im Jahr 1993 war neben dem Wandbild von Max Lingner, das die Vorzüge der sozialistischen Gesellschaft preist, eine Gedenktafel angebracht worden. Auf Initiative des Arbeitskreises 17. Juni und der Arbeitsgemeinschaft 13. August konnten 1994 an der Fassade des unter Denkmalschutz stehenden Hauses große Fotografien angebracht werden, die dem Platz einen sichtbaren historischen Bezug zum Aufstand und seiner Niederschlagung gaben. In den Folgejahren wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den der Künstler Wolfgang Rüppel gewann. Sein Bodendenkmal „Denkmal für die Ereignisse des siebzehnten Juni Neunzehnhundertdreiundfünfzig“ besteht aus einem in den Boden eingelassenen, mehrfach vergrößerten und grob gerasterten Foto. Es zeigt Streikende auf dem Weg zum damaligen Haus der Ministerien, die untergehakt einen Protestzug bilden. Auf dem Areal an der Ecke Leipziger Straße/Wilhelm-Straße befinden sich inzwischen auch Informationsstelen des Landes Berlin. Anlässlich des 60. Jahrestages 2013 und auf Antrag des Bundesfinanzministeriums wurde der Platz in „Platz des Volksaufstandes von 1953“ umbenannt.

Das Karl-Liebknecht-Haus in der Weydingerstraße 14/16 in Berlin-Mitte, Urheber: Jörg Zägel, Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Denkmal

Gedenktafel für die Opfer des Stalinismus, Karl-Liebknecht-Haus, Berlin

Im Dezember 2013 wurde am Karl-Liebknecht-Haus in Berlin-Mitte, der Parteizentrale der Partei Die Linke, eine Gedenktafel für die Opfer des Kommunismus enthüllt. Die Glastafel wurde von der Künstlerin Helga Lieser gestaltet und soll an die Antifaschisten und Kommunisten erinnern, die dem Großen Terror in der Sowjetunion zum Opfer fielen. Vorausgegangen war eine langwierige Debatte innerhalb der Partei und in der Öffentlichkeit, nach dem die Anregung für die Tafel von der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) gekommen war. Die Inschrift lautet: „Ehrendes Gedenken an Tausende deutsche Kommunistinnen und Kommunisten, Antifaschistinnen und Antifaschisten, die in der Sowjetunion zwischen den 1930er und 1950er Jahren willkürlich verfolgt, entrechtet, in Straflager deportiert, auf Jahrzehnte verbannt und ermordet wurden.“ Das Gebäude in der Kleinen Alexanderstraße wurde 1926 von der Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) erworben und nach Karl Liebknecht benannt. Es war u.a. der Sitz des Zentralkomitees (ZK) der KPD und der KPD-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Lausitz-Grenzmark. Nachdem die SA das Gebäude im März 1933 besetzt hatte, diente es der Drangsalierung von Gegnern des Nationalsozialismus und später als Sitz der Abteilung zur Bekämpfung des Bolschewismus der Politischen Polizei, dann der Gestapo. Nach einem Umbau war es seit 1935 der Sitz des Katasteramts der preußischen Finanzverwaltung und ab 1937 der SA-Gruppe Berlin-Brandenburg. Im Dezember 1947 übergab die sowjetische Militäradministration das beschlagnahmte Gebäude der SED, die 1946 durch die Vereinigung von KPD und SPD im Ostteil Deutschlands entstanden war. Ab 1949 wurde es auf Beschluss der SED-Führung mit geringen Fassadenveränderungen sowie um ein Geschoss erweitert erneut aufgebaut. Das Gebäude benutzten zunächst zentrale Dienststellen der SED, deren Führung im nahen „Haus der Einheit“ amtierte, später das „Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED“ als Büro- und Gästehaus. Das Karl-Liebknecht-Haus ist heute Sitz der Bundesgeschäftsstelle und der Berliner Landesgeschäftsstelle der Partei Die Linke.

Logo der  Internationale Gesellschaft für Menschenrechte e. V.

Menschenrechtsorganisation | Aufarbeitungsinitiative

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte e.V.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) wurde am 8. April 1972 in Frankfurt a.M. gegründet. Sie setzt sich für die Verwirklichung von Menschenrechten ein und unterstützt diejenigen, die verfolgt werden, weil sie diese Rechte einfordern. Die IGFM stützt sich auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948 und andere Menschenrechtsdokumente. Initiator der IGFM war Iwan Agrusow, der während des Zweiten Weltkriegs im Alter von 20 Jahren aus Pskow in der Russischen Sowjetrepublik als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt worden war. Weil die sowjetische Regierung die zurückkehrenden Zwangsarbeiter nach dem Krieg wie Verräter behandelte und zum Teil in Arbeitslager deportierte, entschied sich Agrusow, in Deutschland zu bleiben. Das Engagement gegen Menschenrechtsverletzungen in der damaligen Sowjetunion und den Ländern im sowjetischen Machtbereich prägte die Arbeit der IGFM von Beginn an. Neben vielen Aktivitäten weltweit unterstützt sie auch heute u.a. Wiedergutmachungsangelegenheiten für die Opfer der SED-Diktatur.

Nationales Denkmal für die Opfer des Mauerbaus und der deutschen Teilung in der Gedenkstätte Berliner Mauer, Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung

Denkmal

Nationales Denkmal für die Opfer des Mauerbaus und der deutschen Teilung, Berlin

Im Zuge der Neugestaltung des Areals der Gedenkstätte Berliner Mauer lobte der Bund, vertreten durch das Deutsche Historische Museum, im April 1994 einen Wettbewerb für die Gestaltung des nationalen Denkmals für die Opfer des Mauerbaus und der deutschen Teilung aus, das seinen Platz am historischen Ort in der Bernauer Straße finden sollte. Realisiert wurde der Gestaltungsvorschlag von Kohlhoff&Kohlhoff. Dieser Entwurf sah die Integration überlieferter Sachspuren der originalen Grenzanlage an der Bernauer Straße vor und suchte diese durch gestalterische Mittel zu verstärken und zu überhöhen. Dem Wettbewerb war eine mehrjährige kontroverse Debatte über die angemessene Form und Gestaltung des Gedenkens vorangegangen. Am 13. August 1998 wurde das Denkmal, dessen zwei Stahlwände ein 70 Meter langes original erhaltenes Stück der Grenzanlagen einschließen, offiziell eingeweiht. Die Inschrift am Denkmal lautet: „In Erinnerung an die Teilung der Stadt vom 13. August 1961 bis 9. November 1989 und zum Gedenken an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft“. Die Bernauer Straße wurde durch den Bau der Berliner Mauer zu einem der zentralen Symbole für die Teilung der Stadt. Die Grenze verlief entlang der Häuserfront der Grenzhäuser auf der Ost-Berliner Seite. Der Bürgersteig davor gehörte bereits zum Westsektor. Die Straße erlangte aufgrund der zahlreichen Fluchtversuche, der Todesopfer, dem Abriss der Grenzhäuser, der Sprengung der Versöhnungskirche 1985, der Flucht Conrad Schumanns und dem Fall der Berliner Mauer traurige Berühmtheit.

Gedenkveranstaltung an der Gräberstätte Karnickelberg am 25. Mai 2016, Bundesstiftung Aufarbeitung, Anna v. Arnim Rosenthal

Aufarbeitungsinitiative

Bautzen Komitee e. V.

Das Bautzen Komitee e. V. wurde 1990 von ehemaligen Häftlingen des Speziallagers Bautzen und der Strafvollzugseinrichtung der Staatssicherheit (Bautzen II) gegründet. Das Komitee berät und betreut ehemalige Häftlinge und deren Hinterbliebene zu Fragen der Rehabilitierung und Wiedergutmachung. Überdies widmet sich der Verein der Aufklärung und Aufarbeitung der Verbrechen der kommunistischen Gewaltherrschaft in der SBZ/DDR und möchte die Erinnerung an das Leid der unschuldigen Opfer aufrechterhalten. Auf Initiative des Komitees wurden intensive Suchgrabungen hinter der Justizvollzugsanstalt Bautzen vorgenommen. Es konnten Massengräber der im Speziallager Verstorbenen freigelegt sowie in Erinnerung an die Opfer eine Gräberstätte und eine Gedenkkapelle eingerichtet werden. Zwischen 1945 bis 1956 sind im Speziallager Bautzen etwa 3.000 Inhaftierte an den Folgen der Haft gestorben. In Zusammenhang mit dem alljährlich stattfindenden Bautzen-Forum der Friedrich-Ebert-Stiftung findet auch das Treffen der Mitglieder des Bautzen-Komitees statt.

Gedenkstätte Bautzen 2016, Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung, Anna v. Arnim-Rosenthal

Gedenkstätte

Gedenkstätte Bautzen

Der Name der sächsisches Stadt Bautzen steht wie kaum ein anderer für Unrecht und politische Verfolgung in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands (SBZ) und in der DDR. Bautzen umfasst als Gefängnisstandort die unter dem Namen „Gelbes Elend“ bekannt gewordene Strafvollzugsanstalt Bautzen I und das Gefängnis Bautzen II, das als „Stasi-Gefängnis“ traurige Berühmtheit erlangte. In beiden Gefängnissen wurden während des NS-Regimes, der sowjetischen Besatzungszeit und der SED-Diktatur Menschen aus politischen Gründen unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert.Anfang 1992 wurde der ehemalige „Stasi-Knast“ Bautzen II als Gefängnis geschlossen und im darauffolgenden Jahr dank des Einsatzes des Bautzen-Komitees, einem Verband ehemaliger politischer Häftlinge, vom Freistaat Sachsen zur Gedenkstätte erklärt. Seit 1994 befindet sich die Gedenkstätte Bautzen unter dem Dach der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft. Seit 1998 fördern der Bund und der Freistaat Sachsen die Gedenkstätte.Die Gedenkstätte Bautzen befindet sich am Ort der ehemaligen Stasi-Sonderhaftanstalt Bautzen II. Trotz mehrerer Baumaßnahmen ist das Haus größtenteils in dem baulichen Zustand der 1980er-Jahre verblieben. Das Gefängnis vermittelt konkrete Eindrücke der Haftbedingungen der späten DDR. Neben Dauerausstellungen zu den einzelnen Verfolgungsperioden ist das ehemalige Gefängnis mit all seinen Haftbereichen, Arrestzellen („Tigerkäfige“), dem Isolationstrakt, den Fahrzeuggaragen und Gefangenentransportern, den Kellerarbeitsräumen und Freihöfen, dem alten Kinoraum usw. das Hauptexponat selbst. Nahezu alle Bereiche können von den Gedenkstättenbesuchern frei besichtigt oder im Rahmen von Führungen besucht werden.

Screen Initiativgruppe Buchenwald 1945–1950 e. V.

Beratungsangebot | Aufarbeitungsinitiative

Initiativgruppe Buchenwald 1945–1950 e. V.

Die Initiativgruppe Buchenwald 1945–1950 e. V. wurde 1990 gegründet und ist eine Interessenvertretung ehemaliger Häftlinge der Speziallager des sowjetischen Geheimdienstes NKWD, insbesondere des Speziallagers Nr. 2 Buchenwald. Die Initiativgruppe unterstützt die Aufarbeitung der Geschichte des Speziallagers und wirkt mit an der Gestaltung der Gedenkstätte und der Gräberfelder auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald. Darüber hinaus berät und unterstützt die Initiativgruppe ehemalige Häftlinge bzw. deren Hinterbliebene bei der Klärung von Einzelschicksalen sowie bei der Durchsetzung von Entschädigungszahlungen und Beihilfen. Die Initiativgruppe ist Mitglied in der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) und arbeitet eng mit anderen Vereinigungen zusammen, die sich mit den Menschenrechtsverletzungen in den ehemaligen kommunistischen Staaten Europas beschäftigen.

Aufarbeitungsinitiative

Lagergemeinschaft Workuta / GULag Sowjetunion

Die Lagergemeinschaft wurde auf Initiative von Sigurd Binski und dem Sprecher Horst Schüler gegründet. Das erste ihrer jährlichen Zusammentreffen fand 1994 im ehemaligen Zuchthaus „Roter Ochse“ in Halle statt und versammelte Menschen, die ein gemeinsames Schicksal teilen: Sie wurden Opfer des sowjetischen Geheimdienstes NKWD oder der sowjetischen Militärjustiz in der Sowjetischen Besatzungszone nach dem Zweiten Weltkrieg. Die meisten wurden zu 25 Jahren Haft in einem der so genannten „Besserungs-Arbeitslager“ verurteilt und in die Sowjetunion deportiert, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen in Lagerkomplexen wie Workuta Zwangsarbeit leisten mussten. Die Lagergemeinschaft erinnert auch an die Frauen und Männer, die zum Tode verurteilt und Moskau erschossen wurden. Die überwiegende Zahl der zu Lagerhaft und zum Tode verurteilten Deutschen wurde mittlerweile von der Hauptmilitärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation in Moskau rehabilitiert.

Website Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft

Dachverband

Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.

Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. (UOKG) wurde 1991 gegründet und ist heute ein Dachverband von etwa 40 Verbänden, die die Interessen von Opfern kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland vertreten und deren Leid in Erinnerung halten. Die verschiedenen Opferverbände, Menschenrechtsorganisationen und Aufarbeitungsinitiativen setzen sich für eine stärkere öffentliche Auseinandersetzung mit der Geschichte und den Folgen der sowjetischen Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg sowie mit dem SED-Regime ein. Sie plädieren für bessere Entschädigungen und Renten für erlittenes Unrecht und ein Mahnmal für die Opfer des Kommunismus. Die UOKG führt regelmäßig Veranstaltungen durch, auf der auch Zeitzeugen zu Wort kommen. Seit 2007 betreibt die UOKG zudem eine Beratungsstelle in Berlin-Lichtenberg für die Opfer von politischer Verfolgung in der SBZ/DDR.

Aufarbeitungsinitiative

Bund der Stalinistisch Verfolgten e.V.

Der Bund der Stalinistisch Verfolgten e.V. (BSV) wurde 1990 in Leipzig als zweitgrößter Zusammenschluss von Opfern und Verfolgten der sowjetischen Besatzungs- oder DDR-Sicherheitsorgane gegründet. Von den damaligen Landesverbänden besteht heute nur noch der Landesverband Berlin-Brandenburg. Der Landesverband Sachsen e.V. wurde 2013/14 unabhängig vom früheren Bundesverband gegründet. Der BSV sieht sich als Interessenvertretung der Personen und ihrer Angehörigen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetischen Besatzungszone willkürlich verhaftet, interniert oder von Sowjetischen Militärtribunalen (SMT) verurteilt wurden, in der DDR aus politischen Gründen inhaftiert waren oder andere Repressionen erleiden mussten. Ziel des BSV ist die historische Aufarbeitung und das Wachhalten der Erinnerung an begangenes Unrecht; aber auch die Rehabilitierung der von SMT unschuldig Verurteilten und die Wiedergutmachung für erlittene Schäden durch Haftzeiten und andere Benachteiligungen. Der BSV gibt mit seinem Förderverein und der UOKG die Zeitschrift „der Stacheldraht“ heraus, die neunmal im Jahr erscheint.

Gedenkstein und Gedenkkreuze, Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung

Gedenkstätte

Gedenkstätte für die Opfer der Repression „Kurapaty“, Minsk, Belarus

Die Gedenkstätte Kurapaty liegt am nördlichen Stadtrand von Minsk. Hier befindet sich ein Gräberfeld, auf dem Zehntausende Menschen zwischen 1937 und 1941 durch die sowjetische Geheimpolizei hingerichtet wurden. Nach der Annexion der ehemals polnischen Gebiete in Westbelarus im Herbst 1939 durch die Sowjetunion setzten erneut Massenexekutionen ein. Betroffen waren vor allem Angehörige der polnischen sozialen, militärischen und politischen Eliten, die in das Zentralgefängnis der BSSR nach Minsk verbracht und anschließend zu tausenden in Kurapaty erschossen und anonym verscharrt wurden. Nach dem Rückzug der deutschen Truppen und der Befreiung von Minsk durch die sowjetische Armee im Sommer 1944 begannen Angehörige der sowjetischen Geheimpolizei mit der Beseitigung einiger Gräber. Die eingesunkenen Massengräber wurden teilweise aufgefüllt und das Gelände aufgeforstet. In den 1960er Jahren erfolgte der Bau einer Straße sowie einer Gaspipeline durch das Gräberfeld. Die im Zuge dieser Arbeiten aufgefundenen sterblichen Überreste wurden beseitigt. In den 1970er Jahren entstand eine Neubausiedlung, die bis unmittelbar an Kurapaty heranreichte. Das Waldstück wurde zu einem beliebten Naherholungsort für die Anwohner. In den 1970er Jahren bestätigten Berichte von Zeitzeugen aus den umliegenden Dörfern die Existenz der Massengräber. In der Zeit von Glasnost und Perestroika wurden sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Im Mai 1988 konnte ein kleines Team von Archäologen mit Genehmigung der Militärstaatsanwaltschaft erste Suchgrabungen durchführen. Ihr in Auszügen veröffentlichter Bericht holte die bis dahin tabuisierten Verbrechen zurück in das öffentliche Bewusstsein. Die Vereinigung „Martyraloh Belarusi“ trat für eine unabhängige Aufarbeitung der stalinistischen Vergangenheit ein. Die Staatsmacht reagierte auf diese Entwicklung mit Repressionen. Allerdings zwang der zunehmende Machtverfall die Staats- und Parteiführung im Frühjahr 1989 einzulenken und die Verbrechen auch offiziell anzuerkennen. Dem Gräberfeld wurde der Status eines nationalen Mahnmales zugesprochen und im Januar 1989 ein vom Ministerrat der BSSR initiierter Gedenkstein errichtet. Die ersten Gedenkzeichen, ein sechs Meter hohes Holzkreuz, wurden unter der Anteilnahme von etwa 50.000 Menschen in einer Prozession nach Kurapaty getragen und dort eingesegnet. Im Frühjahr 1990 begann die provisorische Umgestaltung des Geländes. Gegenüber dem Märtyrerkreuz wurde eine Hinweistafel aufgestellt und Kreuze auf den einzelnen Grabstellen errichtet. 1991 änderte die Regierung ihren Kurs. Die Toten von Kurapaty wurden nun zu Opfern der Deutschen Wehrmacht erklärt, was durch weitere Suchgrabungen zweielsfrei widerlegt wurde. Die stalinistischen Verbrechen traten in den Hintergrund. Dies änderte sich im Herbst 2001, als auf einen Präsidialerlass hin die Erweiterung der durch das Gräberfeld führenden Straße in Angriff genommen wurde. Die „Initiative zur Bewahrung von Kurapaty“ („Za utrawannje Kurapaty“) und die Vereinigung „Jugend für Kurapaty“ protestierten dagegen. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, aber der Bau konnte nicht verhindert werden. Als Zugeständnis wurde eine Unterführung angelegt, durch die das Gräberfeld heute zu erreichen ist. Verschiedene Organisationen, Religionsgemeinschaften sowie Angehörige der Opfer regten die Aufstellung zahlloser neuer Kreuze an. Bis heute bemühen sich Vereinigungen und Parteien in Belarus um die Umgestaltung des Areals in eine nationale Gedenkstätte. Bislang scheiterte dieses Vorhaben am Widerstand des Staates. Dennoch steht der Name Kurapaty in weiten Teilen der belarussischen Gesellschaft als Synonym für die Verbrechen des Stalinismus.

Gedenkstein Speziallager Jamlitz, By J.-H. Janßen (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Beratungsangebot | Aufarbeitungsinitiative

Initiativgruppe Internierungslager Jamlitz e. V.

Schwerpunkte der Tätigkeit der 1992 gegründeten Initiativgruppe Internierungslager Jamlitz sind die Aufarbeitung der Geschichte des sowjetischen Speziallagers Jamlitz, die Beratung von Opfern politischer Verfolgung, die Klärung von Schicksalen ehemaliger Lagerinsassen sowie die Pflege des Kontaktes zu den Familien der Opfer des Lagers. Darüber hinaus stehen die Mitglieder der Initiativgruppe als Zeitzeugen für Gespräche an Schulen bzw. mit interessierten Personen oder Institutionen zur Verfügung. Zwischen 1943 und 1945 war auf dem Gelände ein Außenlager des KZ-Sachsenhausen untergebracht. Im September 1945 richtete die sowjetische Geheimpolizei NKWD hier das Speziallager Nr. 6 ein, in dem bis April 1947 Menschen ohne Urteil interniert wurden. Etwa 3.300 von ihnen überlebten das Lager nicht und wurden in den Wäldern um Jamlitz in Massengräbern verscharrt. Die Initiativgruppe ist Mitglied in der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG).

Logo der Union der Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft

Denkmal

Mahnmal für die Opfer der kommunistischen Diktaturen, Berlin (in Planung)

Die „Initiative Mahnmal“ der Union der Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft (UOKG) setzt sich mit der Unterstützung von DDR-Bürgerrechtlern seit vielen Jahren für ein Mahnmal für die Opfer der kommunistischen Diktaturen in Deutschland ein. An einem zentralen Ort in der politischen Mitte Berlins soll es an jene Menschen erinnern, die unter der kommunistischen Diktatur in Deutschland zwischen 1945 und 1989 Opfer politischer Verfolgung wurden. Die Initiatoren verweisen auf die zentralen Denkmäler für die Opfer des Kommunismus in vielen ostmittel- und osteuropäischen Staaten und sehen vor allem das Denkmal für die Opfer des Kommunismus in Prag als Vorbild. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt das Vorhaben. Zwar hat sich insbesondere in Berlin eine differenzierte und vielfältige Gedenkstätten- und Erinnerungslandschaft entwickelt, deutschlandweit erinnern viele Denkmäler dezentral an die verschiedenen Opfergruppen des SED-Regimes. Dennoch beschäftigen sich die Erinnerungsorte mit einzelnen Opfergruppen und Repressionsformen und richten damit den Fokus jeweils auf eine bestimmte Gruppe, einen Zeitabschnitt oder einen Ort. Ein nationales Denkmal im Herzen Berlins wäre mehr als ein öffentlich sichtbares Bekenntnis von Parlament und Regierung. Es wäre ein öffentliches Symbol, das nicht nur der Erinnerung an die Opfer einen Ort gibt, sondern auch Widerstand und Zivilcourage würdigt und daran erinnert, dass Menschen sich zu allen Zeiten um den Preis ihrer eigenen Freiheit, ihrer Gesundheit, ihres Fortkommens und sogar ihres Lebens für Freiheit und Demokratie eingesetzt haben. Ein solcher Ort würde auch dazu beitragen, dass die Auseinandersetzung mit der kommunistischen Diktatur und ihren Folgen nicht allein als ein ostdeutsches Thema verstanden wird. Der Bundestag hatte bereits im Oktober 2015 anlässlich des 25. Jahrestags der deutschen Einheit auf Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD den Beschluss gefasst, in Berlin an zentraler Stelle ein Mahnmal für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft zu errichten. Das Gedenkstättenkonzept des Bundes sollte in diesem Sinne weiterentwickelt und noch in dieser Legislaturperiode eine konkrete Initiative des Parlaments für ein solches Mahnmal auf den Weg gebracht werden. Der Beschluss wurde im Februar 2017 im Rahmen eines Fachgesprächs des Kulturausschusses mit vier Sachverständigen von allen Fraktionen noch einmal bekräftigt. Seit Juli 2017 zeichnet sich ab, dass der Bundestag in dieser Legislaturperiode keinen Errichtungsbeschluss mehr verabschieden wird.

Logo Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V.

Aufarbeitungsinitiative

Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V.

Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. / Gemeinschaft von Verfolgten und Gegnern des Kommunismus e.V. (VOS) vertritt die Interessen von Opfern politischer Verfolgung und setzt sich für die Aufarbeitung kommunistischen Unrechts ein. Die VOS wurde am 9. Februar 1950 von entlassenen deutschen Kriegsgefangenen, in sowjetischen Speziallagern internierten oder zu langen Strafen verurteilten ehemaligen Häftlingen in Westberlin gegründet. Eine ihrer Hauptaufgaben ist die Unterstützung von Mitgliedern bei Anträgen auf Rehabilitierung und Entschädigung. Zudem kämpfte die VOS für Gesetze und staatliche Einrichtungen, die sich um die Belange von ehemaligen politischen Häftlingen kümmern. Eine ihrer Forderungen ist die angemessene Entschädigung von DDR-Zwangsarbeitern. Die VOS gibt die monatlich erscheinende Zeitschrift Freiheitsglocke heraus, in der über Vereinsaktivitäten und sie betreffende politische Ereignisse berichtet wird.