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Gedenkstätte für die Opfer politischer Repressionen 1930-1950, Jekaterinburg, Russland

Gedenken | Gedenkstätte
Gedenkstätte für die Opfer politischer Repressionen 1930-1950, Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung
Gedenkstätte für die Opfer politischer Repressionen 1930-1950, Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung

Die Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer der politischen Repression wurde am 26. Oktober 1996 außerhalb von Jekaterinburg eingeweiht. Das Gelände befindet sich am Kilometer 12 der Straße von Jekaterinburg nach Moskau. Auf Betreiben der Assoziation der Opfer politischer Repression des Gebietes Swerdlowsk und der Stadtverwaltung Jekaterinburg konnte das Areal gestaltet werden.

Die Gedenkstätte für die Opfer politischer Repressionen in Jekaterinburg befindet sich am Ort der Massenhinrichtungen von Bürgern aus den Regionen Perm, Tomsk und Swerdlowsk. Sie wurden zwischen 1937 und 1938 von der zuständigen Troika – einem außergerichtlichem Dreiergremium bestehend aus einem lokalen NKWD-Funktionär sowie je einem Vertreter der Partei und Staatsanwaltschaft – abgeurteilt, an diesem Ort hingerichtet und anonym verscharrt. Bereits seit 1991 wurden auf dem Gelände des ehemaligen Sperrgebietes der sowjetischen Geheimpolizei NKWD Gedenkfeiern abgehalten. 1993 stimmte der Bürgermeister von Jekaterinburg, A. M. Tschernezkij, der Errichtung einer Gedenkstätte an diesem Ort zu. Die Finanzierung wurde von der Stadtverwaltung übernommen. Die Entwürfe stammen von dem Architekten A. L. Bulygin und dem Vorsitzenden der Häftlingsassoziation, A. A. Kriwonogow.

Zentraler Bestandteil ist ein mehrere Meter hohes Anbetungskreuz aus schwarzem Marmor, auf dem ein weißes Kreuz, symbolisch für die Unschuld der Toten, angebracht ist. Unter dem Sockel des Kreuzes befindet sich ein Massengrab. Es liegt in der Mitte eines strahlenförmig angelegten Platzes, dessen Zugänge von Ziegelsteinmauern eingefasst sind. Dort sind auf 46 Metallplatten die Namen, Geburts- und Sterbedaten von 18.475 Menschen verzeichnet, die in den Lagern der Gebiete Swerdlowsk und Perm inhaftiert waren oder auf andere Weise Opfer politischer Verfolgung wurden. Der Straße zugewandt befindet sich eine aus weißen Quadern gesetzte Mauer.

Auf dem Gelände der Gedenkstätte steht seit 2004 außerdem ein 1,5 Meter hoher aus grauem Granit gestalteter Obelisk mit den Symbolen der vier großen Weltreligionen. Zudem wurde auf Initiative der Assoziation der Opfer politischer Repressionen in Swerdlowsk mit Unterstützung der Stadtverwaltung Jekaterinburg ein weiteres Mahnmal errichtet, das die Erinnerung an die namenlosen Opfer der Gefängnisse und Lager des GULag wachhält. Alljährlich finden an diesem Ort am 30. Oktober, dem Tag der Opfer politischer Repressionen in Russland, von der städtischen Administration in Zusammenarbeit mit der Opferassoziation organisierte Gedenkveranstaltungen statt.

Gedenkstätte für die Opfer politischer Repressionen 1930-1950, Jekaterinburg, Russland

Die Gedenkstätte befindet sich am Kilometer 12 des Novo-Moskovskiy Trakt nach Moskau.

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