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Mahnmal „Solowezki-Stein“, Moskau, Russland

Gedenken | Denkmal
Mahnmal „Solowezki-Stein“, Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung
Mahnmal „Solowezki-Stein“, Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung

Der „Solowezkijj-Stein“ für die Opfer der politischen Repression wurde am 30. Oktober 1990 vor dem Hauptquartier der ehemaligen sowjetischen Geheimpolizei am Rande des Lubjanka-Platzes eingeweiht. Der Stein ist eines der ersten großen Gedenkzeichen für die Opfer politischer Verfolgung auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Initiiert wurde er von der Vereinigung Memorial, die den Stein nach Moskau bringen und auf einen Sockel aus Marmorplatten setzen ließ. Die Moskauer Stadtregierung beteiligte sich finanziell an dem Unternehmen, das jedoch zum Großteil aus von Memorial gesammelten Spenden finanziert wurde. Den Entwurf für das zunächst als Provisorium gedachte Mahnmal lieferte der Künstler S. I. Smirnow, der ihn von dem Architekten W. E. Korsi umsetzen ließ. In den Sockel ist eine Inschrift eingelassen, die auf die Bedeutung des Steines verweist. Am Rande des Platzes wurde in den 1990er-Jahren eine Tafel aufgestellt, die weitere Informationen in russischer und englischer Sprache bietet. Mit Gründung der Vereinigung Memorial 1988 wurde die Forderung nach Errichtung eines Denkmals für die Opfer politischer Verfolgung in der Sowjetunion zu einem der wichtigsten Anliegen der Gesellschaft. Die sowjetische Staats- und Parteiführung wehrte sich lange gegen den Bau eines derartigen Mahnmals, musste aber schließlich dem öffentlichen Druck nachgeben. Die Initiative für das Vorhaben lag damit bei Memorial. Als in Archangelsk im Frühjahr 1990 eine Expedition der dortigen Aufarbeitungsinitiative „Sowjest“ zu den Solowezkij-Inseln aufbrach, um von dort einen Stein für ein Mahnmal der Opfer politischer Repression in der Stadt zu holen, schloss sich Memorial dieser Unternehmung an und orderte seinerseits einen eigenen Stein für das Moskauer Mahnmal. Die Einweihung auf dem Lujbjanka-Platz erfolgte mit Unterstützung der Moskauer Stadtregierung. Der symbolträchtige Ort vor dem Hauptquartier der sowjetischen Geheimpolizei, die als Lubjanka bekannt wurde, war bewusst gewählt worden. Noch vor Einweihung des Denkmals erhielt der damalige Dsherzynski-Platz seine ursprüngliche Bezeichnung Lubjanka-Platz zurück, während das Denkmal für den Gründer der sowjetischen Geheimpolizei Feliks Dscherschinski bis August 1991 stehen blieb. Der nach Moskau verbrachte Solowezkij-Stein wurde etwas abseits des Lubjanka-Platzes in einer Grünanlage vor dem Polytechnischen Museum aufgestellt. Zur Einweihung am 30. Oktober 1990 zogen tausende Menschen durch die Straßen Moskaus. Der ehemalige Solowezkij-Häftling Oleg Wolkow sowie der verbannte Priester Gelb Jakunin nahmen die Einweihungszeremonie vor. Von Seiten Memorials sprachen Anatoli Shigulin und Sergej Kowaljow. Der unbehauene Stein sollte in der Vorstellung der Initiatoren im Verlaufe der Jahre durch ein neues „bearbeitetes“ Mahnmal ersetzt werden. Trotz verschiedener Initiativen in den folgenden Jahren blieb der Solowezkij-Stein ein Provisorium, gewann aber aufgrund seiner Bedeutung dennoch eine hohe symbolische Bedeutung.

Mahnmal „Solowezki-Stein“

Moskau, Neuer Platz 3/4

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