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Gerd Koenen "Die Farbe Rot: Ursprünge und Geschichte des Kommunismus", Screenshot vom Buchcover

Fachbuch

Die Farbe Rot: Ursprünge und Geschichte des Kommunismus

Gerd Koenen

Der Traum von der großen welthistorischen Kommunion, in der alle Menschen Brüder werden und keiner mehr des anderen Knecht sein muss, hat seine Spur durch die Jahrhunderte gezogen bis die Revolution im Oktober 1917 in Russland den Kommunismus an die Macht brachte. Doch als die Utopie nach der Wirklichkeit griff, wurde der Traum von Gleichheit und Gemeinschaft zum Albtraum: Das Rendezvous des Kommunismus mit der Geschichte endete in Terror und Paranoia. Autor Gerd Koenen schildert in diesem Werk die Geschichte des Kommunismus und lässt dabei Philosophen, Revolutionäre und Politiker zu Wort kommen. Beschrieben werden die Ursachen für die Anziehungskraft der kommunistischen Idee: Herrschaft und Unterdrückung, sowie Elend und Armut der Ausgebeuteten. Zudem führt Koenen auf, warum der Kampf um soziale Gerechtigkeit in einer Welt des Kapitalismus bis heute legitim und aktuell ist.

Logo des Journals

Zeitschrift

Journal of Modern European History

J. Baberowski, A. Eckert, R. Gerwarth, C. von Hodenberg, S. Kott (Hrsg.)

Das Journal of Modern European History (JMEH) ist ein vergleichendes Journal zur Geschichte Europas in der Moderne und erscheint vier Mal im Jahr auf Englisch, Deutsch und Französisch. Als Gemeinschaftsunternehmen europäischer Historiker versteht sich das JMEH als weltweites Forum, dem ein gemeinsames Interesse an der Geschichte Europas zu Grunde liegt und das einen Beitrag zur fortschreitenden Internationalisierung der Geschichtswissenschaft leistet. Ziel ist es, nationale Grenzen programmatisch zu überwinden und auch nach dem Ende des Ost-West-Gegensatzes verschiedene Wissenschaften stärker zusammenzuführen. Jede Ausgabe ist einem eigenen Thema, wie zum Beispiel dem Verhältnis von Vertrauen und Misstrauen in sozialistischen Gesellschaften oder dem Schwerpunkt Staatsverschuldung gewidmet. Zeitlich konzentriert sich die Zeitschrift auf die letzten drei Jahrhunderte. Themen aus der frühen Neuzeit sind allerdings ebenso wenig ausgeschlossen wie epochenübergreifende Vergleiche. Zudem ist das Journal offen für alle methodischen und theoretischen Ansätze. 

Werbebanner der Ausstellung „Das Kapital“

Katalog | Sonderausstellung

DAS KAPITAL – Das Magazin zur Ausstellung

Mario Bäumer, Rita Müller (Hrsg.)

Zu der von Joachim Baur anlässlich des Karl Marx Doppeljubiläums 2017/2018 kuratierten Sonderausstellung „Das Kapital“ im Hamburger Museum der Arbeit liegt eine Begleitpublikation vor. Der Band wurde von Mario Bäumer und Rita Müller herausgegeben und umfasst neben zahlreichen Abbildungen auch 16 Seiten Faksimile aus „Das Kapital, Bd. 1, 1867“. Der Band versammelt zudem unter anderem folgende Beiträge: Mario Bäumer: Kapitalismus in der Musik; Dr. Joachim Baur: „Das Kapital“ ausstellen oder: Marx ins Museum?; Dr. Christine Dohler: Karl Marx und die Frauen; Prof. Dr. Rolf Hecker: Was macht Marx’ „Kapital“ so aktuell?; Prof. Dr. Rudi Mair: „Für alle, die was bewegen wollen ...“, Karl Marx in der Werbung; Fabian Reifferscheidt: Marx in der Kunst; Den Kapitalismus überwinden, aber was dann?, Interview mit Slavoj Zizek. Genau wie die Ausstellung nähert sich der Katalog auf vielfältige Weise dem Opus Magnum von Karl Marx und fragt immer wieder nach der heutigen Aktualität von „Das Kapital“.

Buchcover

Katalog

Evreinov & Andere »Sturm auf den Winterpalast«

Inke Arns; Igor Chubarov; Sylvia Sasse (Hrsg.)

Der Dokumenten- und Essayband wurde von den Kuratoren begleitend zu der Ausstellung „Sturm auf den Winterpalast“ in Zusammenarbeit mit Igor Chubarov herausgegeben. Die Ausstellung, die vom 23. September bis 25. Oktober 2017 in Zürich stattfand, widmete sich der Rolle der Fotografie in der Konstruktion des „Sturms auf den Winterpalast“. Dieser Vorfall, welcher nachträglich zum zentralen Ereignis der Oktoberrevolution stilisiert wurde, hat nie in der heroischen, dramatischen Form, die im Nachhinein kolportiert wurde, stattgefunden. Die Bilder, welche vermeintlich Zeugnis von der Erstürmung des Winterpalast ablegen, entstanden zu großen Teilen im Zuge eines Massentheaterstückes im Jahre 1920, welches aufgrund des dritten Jahrestages der Oktoberrevolution inszeniert wurde. Dieser Inszenierung widmen sich die im Ausstellungskatalog versammelten Essays, welche um bislang unveröffentlichte Manuskripte des Theaterstückes bereichert werden. Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei die Person Nikolaj Evreinov, der Leiter des Regiekollektivs, und sein Konzept des therapeutischen Theaters, in dem das Spielen und Nachempfinden von fiktiven Situationen einen zentralen Bestandteil bildet. Die Essays und Dokumente, die in dem Katalog versammelt sind, erlauben durch zusätzliche Dokumente, Anregungen und Hintergrundinfomationen eine weitere Perspektive auf den Ausstellungsgegenstand. 

Screenhot: Online-Dossier "Mauerfall und Perestroika - Revisited" auf dekoder.org

Onlinedossier

Perestroika und Mauerfall – Revisited

dekoder [Russland entschlüsseln]

Perestroika und Mauerfall – Revisited ist ein multimediales Dossier des Online-Portals dekoder – Russland entschlüsseln. Anlässlich des 30. Jahrestages der Friedlichen Revolution 1989 widmet sich dekoder Umbruchsphasen: für Deutschland die Zeit um den Mauerfall 1989 herum und für die Sowjetunion die „Perestroika“ genannte Phase unter Regierungschef Michail Gorbatschow, die von innenpolitischen Reformen und einer Annäherung von Ost und West gekennzeichnet war. Dabei will sich das Dossier unter anderem folgenden Fragen widmen: Wie blickte die Sowjetunion damals auf die Geschehnisse in Berlin und Deutschland – mitten während der Perestroika und unmittelbar vor Zusammenbruch des eigenen Systems? Wie war der Lebensalltag, gerade der jungen Leute, in Ost und West? Wie erinnert man sich heute in Deutschland und Russland an den Mauerfall 1989? Wie bewertet die jeweilige Gesellschaft Schlüsselfiguren der damaligen Zeit, wie etwa Michail Gorbatschow, Andrej Sacharow oder Helmut Kohl? Und wie hat sich die gegenseitige Wahrnehmung in den vergangenen 30 Jahren geändert? Auch angesichts der Herausforderungen und Krisen, von denen das Verhältnis zwischen Ost und West heute wieder zunehmend geprägt scheint, wirft das Dossier einen Blick darauf, wie vor dreißig Jahren ein politischer und zivilgesellschaftlicher Neuanfang gelingen konnte und betrachtet die Thematik sowohl aus deutscher als auch aus russischer Perspektive.

Buchcover Bini Adamczak: Kommunismus. Kleine Geschichte, wie es endlich alles anders wird

Fachbuch

Kommunismus. Kleine Geschichte, wie es endlich alles anders wird

Bini Adamczak

Die Autorin erklärt die Funktionsweise des Kapitalismus sowie die Theorie und Geschichte des Kommunismus für Einsteiger. Das Buch ist in einer leicht verständlichen und märchenhaften Sprache geschrieben und stellt die Frage in den Mittelpunkt, warum Menschen immer wieder mit dem Wunsch gescheitert sind, die Welt zu ändern. Im ersten Teil des Buches erzählt sie die Geschichte des Kapitalismus, im zweiten Teil erläutert sie die historischen Versuche, ihn zu überwinden. Auf die wichtigsten Argumente und Schlagworte der Kapitalismuskritik folgen Vorschläge, wie ein gelebter Kommunismus aussehen könnte. Im Epilog greift die Autorin die Nachteile der Kritikstrategien am Kapitalismus noch einmal auf, wobei sie hier auf die kindgemäße Sprache verzichtet.

Cover des Buches "Das Charisma der Weltrevolution", Böhlau Verlag

Fachbuch

Das Charisma der Weltrevolution. Revolutionärer Internationalismus in der frühen Sowjetgesellschaft 1917–1927

Gleb J. Albert

Was bedeuteten „Weltrevolution“ und „internationale Solidarität“ für einfache Parteiaktivisten und die sowjetische Bevölkerung im ersten Jahrzehnt nach der Oktoberrevolution? Mit Das Charisma der Weltrevolution. Revolutionärer Internationalismus in der frühen Sowjetgesellschaft 1917–1927 hat der 1981 in Moskau geborene Historiker Gleb J. Albert die erste Gesellschaftsgeschichte des frühsowjetischen revolutionären Internationalismus verfasst. Darin untersucht er die Vermittlung internationalistischer Ideen sowie die Bedeutungen, die frühsowjetische Aktivisten und Bürger in sie hineininterpretierten. Ebenso dargestellt werden die Praktiken, mittels derer Sowjetbürger an revolutionären Ereignissen im Ausland teilhaben konnten. Neben seiner Mitarbeit an Editionen zur Komintern ist der Autor Mitglied der DFG-Forschergruppe »Medien und Mimesis« am Historischen Seminar der Universität Zürich und arbeitet an einem Habilitationsprojekt zur transnationalen Geschichte jugendlicher Softwarepiraterie in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren. Zudem ist er Mitherausgeber des Online-Magazins Geschichte der Gegenwart und des International Newsletter of Communist Studies sowie als Historischer Berater bei diversen Theaterproduktionen tätig.  

Apor, Sarkisova, Past for the eyes, cinema, museum, public history

Sammelband | Fachbuch

Past for the Eyes: East European Representations of Communism in Cinema and Museums after 1989

Peter Apor, Oksana Sarkisova

Mit „Past for the Eyes: East European Representations of Communism in Cinema and Museums after 1989“ gaben Peter Apor und Oksana SarkisovaIn 2008 einen Sammelband zur Rezeptionsgeschichte des Kommunismus in modernen Filmen, Museen und Ausstellungen heraus. In 13 Essays setzen sich die weitgehend osteuropäischen Autoren mit der Frage auseinander, wie Darstellungen in den genannten Bereichen das gegenwärtige Bild der kommunistischen Vergangenheit formen. Der Fokus liegt auf den vielfach verknüpften Prozessen der Visualisierung von Vergangenem und dessen Wahrnehmung im kollektiven Gedächtnis der Generationen. Die betrachteten Objekte werden in drei Kategorien eingeteilt, die die verschiedenen Herangehensweisen an das kommunistische Erbe definieren: „Documents of Communism“, „Subjects of Nostalgia“ und „Objects of Memory“. So soll eine vielschichtigere Analyse verschiedener Darstellungsweisen ermöglicht werden.

Der Titel "Trust and Distrust under State Socialism, 1953–1991", Screenshot vom Cover

Zeitschrift

Trust and Distrust under State Socialism, 1953–1991

Als Sonderausgabe präsentiert das dritte Heft des Journal of Modern European History interdisziplinäre Ansätze, um tiefergehend das Verhältnis von Vertrauen und Misstrauen in sozialistischen Gesellschaften zu entschlüsseln. Die Autoren betrachten den Übergang vom Stalinismus zur Liberalisierung des Ostblocks als Ganzes in der Post-Stalin-Ära und untersuchen verschiedenste Quellen, um die thematischen Schwerpunkte "Vertrauen" und "Misstrauen" zu historisieren. Dabei finden Methoden der Oral History und Anthropologie, Sozial- und Kulturgeschichte, Ethnographie und Soziologie ihre Anwendung. Durch die Entschlüsselung der Quellen schaffen die Autoren nicht nur eine umfangreiche historische Einordnung, sondern erarbeiten auch einen Ausblick auf das gesellschaftliche Vertrauensverhältnis im postkommunistischen Raum.  Inhalt Trust and Distrust under State Socialism, 1953-1991 A. Tikhomirov The Grammar of Trust and Distrust under State Socialism after Stalin. Introduction M. Pirogovskaya Taste of Trust: Documenting Solidarity in Soviet Private Cookbooks, 1950-1980s A. Tikhomirova Consumption of East German Clothing by Soviet Women in the Brezhnev Era K. Bönker The Post-Soviet Revaluation of Soviet Money Practices and Social Equality A. Tikhomirov Speaking Kinship, Being Soviet and Reinventing Tradition in the USSR Article: C. Frysztacka / K. Herborn / M. Palli / T. Scheidt Kolumbus transnational: Verflochtene Geschichtskulturen und europäische Medienlandschaften im Kontext des 400. Jubiläums der Entdeckung Amerikas 1892 Commentary D. Logemann Der Streit um das Warschauer Museum des Zweiten Weltkrieges

Buchcover Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.): Die Idee des Kommunismus II

Fachbuch

Die Idee des Kommunismus II

Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.)

Die zweite internationale Konferenz zur Erneuerung der Idee des Kommunismus fand 2010 auf Initiative von Alain Badiou und Slavoj Žižek in der Berliner Volksbühne statt. Dabei sollten vor allem Philosophen aus nicht westlichen und aus ehemals kommunistischen Ländern zu Wort kommen. Der Band dokumentiert alle Referate, darunter die von Artemy Magun, Kuba Mikurda, Antonio Negri, Frank Ruda, Bülent Somay, Janek Sowa und Jan Völker. Eine der größten Herausforderungen, so Alain Badiou einleitend, bestehe darin, Kommunismus weder nur theoretisch zu betrachten oder zu idealisieren noch rein aktivistisch zu interpretieren. In diesem Sinne versucht etwa Saroj Giri, Professor für Politische Wissenschaft in Delhi, die Ideen von Vordenkern der neuen sozialen Bewegungen mit den realen Bewegungen in Südamerika in Beziehung zu setzen.

Buchcover David E. Barclay, Eric D. Weitz (Hrsg.): Between reform and revolution. German socialism and communism from 1840 to 1990

Fachbuch

Between reform and revolution. German socialism and communism from 1840 to 1990

David E. Barclay, Eric D. Weitz (Hrsg.)

Der von den Historikern David E. Barclay und Eric D. Weitz herausgegebene Band versammelt Studien, in denen die Geschichte der SPD und der Linken in Deutschland seit den 1990er-Jahren neu bewertet wird. Die 23 Beiträge spiegeln die methodische und thematische Vielfalt der Forschungen zur deutschen Arbeiterbewegung sowie zu sozialen und politischen Bewegungen wider. Das Themenspektrum reicht von der Rolle des Nationalismus im Diskurs über Sozialismus in den 1830er- und 40er-Jahren bis hin zu westdeutschen sozialdemokratischen Gender-Politiken in den 1950er- und 60er-Jahren. Dabei gehen die US-amerikanischen, deutschen und britischen Autoren und Autorinnen der Frage nach, welchen Einfluss Sozialismus und Kommunismus auf die moderne deutsche Geschichte ausübten.

Buchcover: Jan C. Behrends, Nikolaus Katzer und Thomas Lindenberger (Hrsg): 100 Jahre Roter Oktober

Sammelband | Fachbuch

100 Jahre Roter Oktober: Zur Weltgeschichte der russischen Revolution

Jan C. Behrends, Nikolaus Katzer und Thomas Lindenberger (Hrsg.)

Der 100. Jahrestag der Russischen Revolution ist der Anlass für viele Ausstellungseröffnungen und Publikationen, weil er dazu einlädt, sich mit der globalen Wirkungsgeschichte der Ereignisse zu beschäftigen. Die Deutung der revolutionären Umstürze im Verlauf des Jahres 1917 in Petrograd war stets Inhalt zahlreicher Diskussionen und Kontroversen. Die verschiedenen Interpretationen als Staatsstreich, Volksaufstand oder als sozialistische Revolution der Arbeiterklasse wurden von Historikern und Politikern propagiert und instrumentalisiert. Der vom ZZF Potsdam und DHI Moskau veröffentlichte Sammelband „100 Jahre Roter Oktober. Zur Weltgeschichte der Russischen Revolution" verhandelt das Verhältnis vom Mythos des Roten Oktober zur globalhistorischen Erfahrung kommunistischer Regime im 20. und 21. Jahrhundert. Ausgehend vom Jahr 1917 bis in unsere Zeit untersuchen Autoren aus Deutschland, Russland, Großbritannien, den USA, Polen und Spanien in elf Essays die welthistorischen Auswirkungen der Russischen Revolution.

Screenshot von Startseite des Onlinedossiers auf dekoder.org: http://www.dekoder.org/de/dossier/stalinkult-entstalinisierung-aufarbeitung-erinnerungskultur

Onlinedossier

Stalin: Zwischen Kult und Aufarbeitung

dekoder [Russland entschlüsseln]

Die preisgekrönte Online-Plattform dekoder [Russland entschlüsseln] veröffentlicht Recherchen, Reportagen und Projekte aus russischsprachigen Medien und macht diese für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Deutschsprachige Russlandexperten kommentieren auf der Plattform in Beiträgen das Geschehen in Russland. 80 Jahre nach der Beendigung der stalinistischen Säuberungen der Jahre 1937/1938 präsentiert dekoder.org das Dossier "Stalin: Zwischen Kult und Aufarbeitung". Das multimediale Dossier beschäftigt sich mit der Frage wie die Stalinzeit sowie die Säuberungen im Russland der Gegenwart reflektiert und diskutiert werden. Über aktuelle Restalinisierungstendenzen wird ebenso berichtet wie über die Geschichte der stalinistischen Säuberungen, den Prozess der Entstalinisierung in den 1950er-Jahren und in der Zeit der Perestroika. Umfangreiche Reportagen zu den Ereignissen in der Sowjetunion und im heutigen Russland, Informationen zur Kultur- Sozial- und Politikgeschichte sowie ausgewählte, digitalisierte und kommentierte Quellen werden den Lesenden präsentiert. Auf aktuelle politische Debatten wird ebenso eingegangen wie auf wissenschaftliche Kontroversen. Es wird damit die große Bedeutung Stalins in der kollektiven als auch der offiziellen staatlichen Erinnerung im heutigen Russland deutlich. Die Aktualität des Themas zeigt sich gerade in der öffentlichen Debatte um das Aufführungsverbot des Filmes The Death of Stalin, wozu dekoder bereits eine umfangreiche Debattenschau in dem Dossier veröffentlicht hat. Es lassen sich folgende Beiträge in dem Dossier finden: Robert Kindler: Hungersnot in der Sowjetunion 1932/33 Sergej Bondarenko: Bystro #6: Was war der Große Terror? Swetlana Chustik: „Wir müssen die Erinnerung wiederbeleben“ Fotoserie von Max Sher: Gulag-Museum unter besonderen Bedingungen Anke Giesen: Perm-36 Anastasija Platonowa mit Fotos von Anna Ivantsova: „Der Geschichte sind die Augen verbunden“ Ekaterina Makhotina: Sandarmoch Interview mit Alexander Etkind: „Krieg bedeutet vor allem Opfer“ von Alexander Gorbatschow Pawel Aptekar: Bürokratisches Verbrechen Franziska Thun-Hohenstein: Warlam Schalamow Video #16: Loblied auf Stalin Fabian Thunemann: Stalins Tod Leonid A. Klimov: Die Brüder Henkin Interview mit Juri Dmitrijew: „Wie es ausgeht, weiß keiner” von Anna Jarowaja Debattenschau Nr. 61: The Death of Stalin nicht im russischen Kino vom 24.01.2018 Ekaterina Schulmann: Stalin: eine aufgezwungene Liebe Natalia Fjodorowa: „Die Vergangenheit ist uns allen im Blut” Pawel Merslikin, Sascha Sulim: Wieso ist Stalin heute so populär? Schura Burtin: Die Geister der Vergangenheit Ekaterina Makhotina: Der Große Vaterländische Krieg in der Erinnerungskultur Sergej Medwedew: Die Täter-Debatte Nikolay Epplée: Erinnerungs-Entzündung  Boris Grosowski: Zurück in die UdSSR Ivan Kurilla: Die Fragen der Enkel Nina Frieß: Der Große Terror Corinna Kuhr-Korolev: Gulag Torben Philipp: Tauwetter Anastasia Surkov: Wolgograd (Stalingrad) Sergej Mitrofanow: Stalins Follower

Buchover

Analyse

The Balkans in the Cold War

Rajak, Svetozar; Botsiou, Konstantina E.; Karamouzi, Eirini; Hatzivassiliou, Evanthis (Hrsg.)

„The Balkans in the Cold War“ widmet sich in 15 Aufsätzen aus unterschiedlichen Perspektiven der Rolle,welche die Balkan-Region während des Kalten Krieges spielte. Die geografischen Lage der Balkan-Länder an der Trennlinie zwischen zwei rivalisierenden Lagern des Kalten Krieges ist dabei von ebenso herausragendem Interesse für Forscher wie die ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt der Region. Die Beträge des Buches spüren den Ursprüngen, der Entwicklung und den Auswirkungen des Kalten Krieges nach. Dabei wird stets die Bedeutung der regionalen Besonderheiten und der sich daraus ergebenden Spannungsverhältnisse mit berücksichtigt. Die 15 Beiträge aus den Bereichen der Geschichtswissenschaft, den Internationalen Beziehungen und der Politikwissenschaft sind in drei thematische Blöcke unterteilt: The Balkans and the Creation of the Cold War Order; Military Allicances and the Balkans; Uneasy Relations with the Superpowers; Balkan Dilemmas in 1970s and 1980s and the „Significant Other“ - the EEC; Identity, Culture, Ideology. Durch die Versammlung solch unterschiedlicher Themengebiete in einem Band liefert das Buch einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Rolle der Balkan-Staaten während des Ost-West-Konflikts.  

Screenshot Buchcover

Aufsatzsammlung

Lenin. Revolution und Politik

Suhrkamp Verlag (Hrsg.)

Im Jahr 1970 wäre Wladimir Iljitsch Lenin 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat der Suhrkamp Verlag ein Buch mit Aufsätzen deutscher sowie ausländischer Autoren, Marxisten und Ökonomen veröffentlicht. Die Texte setzen sich kritisch und analytisch mit den Theorien Lenins und den Auswirkungen seiner Politik auseinander. Der Anführer der Oktoberrevolution und Mitbegründer der Sowjetunion hat die Entwicklung der Welt im 20. Jahrhundert geprägt wie kaum ein anderer. Die Aufsatzsammlung "Lenin. Revolution und Politik" beinhaltet folgende Texte: Paul Mattick, "Der Leninismus und die Arbeiterbewegung des Westens." Bernd Rabehl, "Zur Methode der revolutionären Realpolitik des Leninismus." Juri Tynjanow, "Das Wörterbuch Lenins." Ernest Mandel, "Lenin und das Problem des proletarischen Klassenbewusstseins."

Logo der Zeitschrift

Zeitschrift

Moving the Social: Journal of Social History and the History of Social Movements

Institut für soziale Bewegungen an der RUB (Hrsg.)

Die Zeitschrift “Moving the Social: Journal of Social History and the History of Social Movements” wird vom Institut für Soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum herausgegeben. Die Herausgeber verorten die Zeitschrift in der Geschichtswissenschaft, formulieren jedoch explizit eine interdisziplinäre Sichtweise auf den Forschungsgegenstand der Sozialen Bewegungen. Besondere Bedeutung kommt dabei den Sozialwissenschaften, der Geographie und der Ethnologie zu. Die Zeitschrift will vor allem transnationalen und vergleichenden Ansätzen eine Plattform bieten, welche der enormen Diversität der ökonomischen, sozialen und politischen Strukturen sozialer Bewegungen in ihren Analysen gerecht werden. “Moving the Social” erscheint halbjährlich; pro Jahr erscheint eine thematische und eine offene Ausgabe. Jede Ausgabe beinhaltet eine ausführliche Rezension einer vor Kurzem entschiedenen Publikation aus dem Forschungsfeld der sozialen Bewegungen. Das Institut für Soziale Bewegungen ging aus dem "Institut zur Erforschung der europäischen Arbeiterbewegung" (IGA) hervor. Die Zeitschrift, vormals das “Mitteilungsblatt des Instituts für Soziale Bewegungen” erscheint seit 2012 unter diesem Namen. 

Cover: Der Abschied vom Kommunismus, in: FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte Jg. 23 (2019) Heft 2, Hannover: ibidem-Verlag 2019.

Zeitschrift

Der Abschied vom Kommunismus

ZIMOS - Zentralinstitut für Mittel- und Osteuropastudien der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (Hrsg.)

Die zweite Ausgabe der Zeitschrift "FORUM" im Jahr 2019 widmet sich der Erosion der kommunistischen Herrschaftssysteme an den Beispielen der Tschechoslowakei und Polens. In der ersten Rubrik des Heftes, „Der Abschied vom Kommunismus“, befasst sich der in Bratislava wirkende Politikwissenschaftler Dirk Mathias Dalberg mit einem der führenden Vertreter der regimekritischen Kreise in der CSSR,  dem Philosophen Milan Šimečka. In einem weiteren Aufsatz befasst sich Leonid Lukas mit dem Wirken der Solidarność-Bewegung und ihrem Triumph während der Friedlichen Revolution 1989. In „Zeitgeschichte“ ist eine Diskussion aus dem Jahre 2011 abgedruckt, die sich mit kurz zuvor erschienenen Büchern zur Geschichte des 20. Jahrhunderts beschäftigte. In der Rubrik „Eichstätter Vorträge“ ist der zweite Teil des Beitrags des Eichstätter Politikwissenschaftlers Bernhard Sutor über die Herausforderungen, mit denen sowohl die ungefestigten als auch die gefestigten Demokratien aktuell konfrontiert werden, veröffentlicht. Zuletzt ist in „Historische Texte“ der erste Teil der Schrift „Götzendämmerung“ des russischen Philosophen Simon L. Frank publiziert. Das Periodikum "FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte" ist die Schriftenreihe des Zentralinstituts für Mittel- und Osteuropastudien (ZIMOS) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Buchcover

Fachbuch

Pan-Africanism and Communism: The Communist International

Hakim Adi

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, in der Rassismus auch in den freien westlichen Demokratien wuchs, fühlten sich die Unterdrückten von der Gründung der Sowjetunion 1917 und der Kommunistischen Internationale 1919 inspiriert. Noch unter der Führung Lenins ermunterte sie die Komintern, sich gegen die "Fesseln des Imperialismus" zu wehren. Die Kommunisten standen damit in der Zwischenkriegszeit mit an der Spitze des Kampfes gegen die Kolonialherrschaft westlicher Staaten, so die zentrale These von Hakim Adi in seinem Buch "Pan-Africanism and Communism: The Communist International". Der Professor an der University of Chichester (West Sussex) hat sich seit den 1990er-Jahren mit seinen Studien über die Geschichte Afrikas, Panafrikanismus sowie die afrikanische Diaspora, vor allem in Großbritannien, als einer der führenden britischen Historiker auf diesem Forschungsgebiet etabliert. In diesem Werk untersucht er den Einfluss der Komintern und der Internationalen Gewerkschaftskomitees der Negerarbeiter auf die kommunistische Bewegung in Afrika, der Karibik und afroamerikanischen Gemeinden. Dafür greift er auf Quellen aus den Archiven der Komintern in Moskau sowie auf Archive in Frankreich, Großbritannien, den USA und West-Afrika zurück.   

Cover des Buches " Rußland 1917", Verlag Schöningh

Fachbuch

Rußland 1917. Ein Land auf der Suche nach sich selbst

Helmut Altrichter

Nicht die Rolle Lenins oder die Wirkung seiner „donnergleichen Reden“ (Suchanow) als treibende Kräfte der Russischen Revolution stehen im Fokus dieser neu aufgelegten und erweiterten Darstellung von Helmut Altrichter. Die Strukturen des russischen Zarenreichs und seiner Gesellschaft werden als Rahmen für die sich entwickelnden Umbrüche des Revolutionsjahres 1917 in Russland betrachtet. Mit den Methoden der Sozialgeschichte fragt Altrichter nach den Erwartungen der Arbeiter, Bauern, Bürgern und Soldaten, die aus völlig unterschiedlichen Gründen heraus am Sturz des Zaren mitwirkten. Die urbanen, zentralen Akteure der Russischen Revolution in Petrograd und Moskau sind bereits in zahlreichen Studien thematisiert worden, weshalb der Autor dieses Bandes auch einen Blick auf die Forderungen und Aktivitäten der nationalen Gruppierungen in den Randgebieten des sich im Auflösen befindenden Zarenreiches wirft. Nationalisten in Polen, Finnland, der Ukraine und weiteren Provinzen forderten die Unabhängigkeit, die im Russischen Bürgerkrieg erkämpft wurde. Helmut Altrichters Darstellung „Rußland 1917“ wird von Rezensent Diethard Hennig besonders für die „sachliche und distanzierte Art“, mit der der Autor den Verlauf der Russischen Revolution nachzeichnet, gelobt.

Buchcover "Roter Hunger. Stalins Krieg gegen die Ukraine", Siedler Verlag.

Monographie

Roter Hunger. Stalins Krieg gegen die Ukraine

Anne Applebaum

Die amerikanische Historikerin Anne Applebaum beschäftigt sich in ihrer Monografie Roter Hunger. Stalins Krieg gegen die Ukraine mit dem erzwungenen Hungertod von mehreren Millionen Ukrainerinnen und Ukrainern durch die kommunistische Führung der Sowjetunion zwischen 1932 und 1933. Applebaum zeichnet nach, wie Stalin ein Terrorregime gegenüber der Ukraine errichten ließ und wie er seine Vernichtungspolitik gegenüber der ukrainischen Bevölkerung umsetzte. Zahlreiche Bewohner der Ukraine fielen einer Hungersnot zum Opfer, die als „Holodomor“ bezeichnet wird. Stalins Ziel war es, den ukrainischen Freiheitsdrang zu unterdrücken, die sowjetische Macht in der Ukraine zu festigen und die ukrainische Kultur zu vernichten. Die Autorin greift in ihrer Monografie die Debatte auf, ob die Hungersnot von Stalin vorsätzlich verursacht wurde oder vorwiegend durch die vorangetriebene Zwangskollektivierung bedingt wurde. Applebaum beschäftigt sich vor allem auch mit der historischen Aufarbeitung und den kontroversen Diskussionen um den Begriff „Holodomor“ und geht der Frage nach, ob die Geschehnisse 1932 als Genozid zu beurteilen sind. Zusätzlich analysiert sie die Bedeutung dieser menschlichen Katastrophe für die heutige Ukraine und ihr Verhältnis zu Russland.

Cover des "Journal of Modern European History"

Zeitschrift

Public Debt and Financialization after 1945

Jörg Baberowski, Andreas Eckert, Jörn Leonhard (Hrsg.)

Mit dem Schwerpunkt „Staatsverschuldung“ befasst sich die Ausgabe 15 (2017) Heft 4 des Journal of Modern European History mit einem Thema, das im 20. Jahrhundert für die Entwicklung aller Volkswirtschaften, aber auch des globalen Finanzmarktes entscheidend war. Gegensätzlich zu den vorherrschenden Ansichten über Staatsschulden als ein rein nationales Problem, diskutieren die Artikel vielmehr die Bedeutung der Weltwirtschaft sowie des Aufstiegs der globalen Kapitalmärkte im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts als neue Faktoren auf dem Gebiet der öffentlichen Finanzwirtschaft. Denn die Beziehungen zwischen kreditnehmenden und -gebenden Staaten sowie zwischen institutionellen Anlegern, Banken, dem öffentlichen Sektor und der privaten Altersvorsorge haben sich grundlegend verändert. Die Staatsverschuldung kann somit nicht mehr nur als Folge makroökonomischer Zwänge, sondern vielmehr als Ausdruck von Machtverhältnissen, politischen Entscheidungen und sozialen Auswirkungen beschrieben werden. Der Washington Consensus und die damit einhergehenden Liberalisierung der Finanzmärkte waren ein mitbestimmender Faktor für das Fortbestehen oder den Untergang der sozialistischen Staaten.  InhaltA. TikhomirovThe Grammar of Trust and Distrust under State Socialism after Stalin. IntroductionM. PirogovskayaTaste of Trust: Documenting Solidarity in Soviet Private Cookbooks, 1950-1980sA. TikhomirovaConsumption of East German Clothing by Soviet Women in the Brezhnev EraK. BönkerThe Post-Soviet Revaluation of Soviet Money Practices and Social EqualityA. TikhomirovSpeaking Kinship, Being Soviet and Reinventing Tradition in the USSRArticleC. Frysztacka / K. Herborn / M. Palli / T. ScheidtKolumbus transnational: Verflochtene Geschichtskulturen und europäische Medienlandschaften im Kontext des 400. Jubiläums der Entdeckung Amerikas 1892CommentaryD. LogemannDer Streit um das Warschauer Museum des Zweiten Weltkrieges

Buchcover Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.): Die Idee des Kommunismus III

Fachbuch

Die Idee des Kommunismus III

Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.)

Der Sammelband enthält die 2011 auf der Konferenz „Communism: A New Beginning“ in New York gehaltenen Beiträge. Neben den Organisatoren Badiou und Žižek diskutierten u. a. Étienne Balibar, Bruno Bosteels, Susan Buck-Morss, Adrian Johnston und Frank Ruda darüber, wie das Scheitern kommunistischer Ideen im 20. Jahrhundert erklärt werden kann und welche Alternativen zum bestehenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystem die kommunistische Ideologie heute noch bereithält. Zusammenhänge zwischen der Unzufriedenheit vieler Menschen und dem globalen Kapitalismus verdeutlichen die Autoren am Beispiel des Arabischen Frühlings und der Occupy-Bewegung.

Screenshot von Volltext des Aufsatzes unter: http://indes-online.de/1-2017-das-geheime-winogradow-treffen-im-februar-1933

Aufsatz

Das geheime Winogradow-Treffen im Februar 1933

Bernhard H. Bayerlein

Am Vorabend der Errichtung der NS-Diktatur im Jahr 1933 sondierten zwei Sozialdemokraten die Chancen einer Einheitsfront aus SPD und KPD; doch nach dem Treffen mit dem sowjetischen Diplomaten Winogradow zerschlug sich ihre Hoffnung – die Sowjetunion verweigerte sich kategorisch jeglicher Intervention. Denn in Moskau versprach man sich von der Hitlerregierung eine Zerschlagung des Kapitalismus in Deutschland. Vor diesem Hintergrund plädiert der Historiker Bernhard H. Bayerlein in der Zeitschrift in Heft 1/2017 der Zeitschrift INDES für eine kritische Beleuchtung der »Narrative, Thematiken, Forschungsergebnisse und Hypothesen« im Kontext des »Deutschland-Russland-Komplexes«. Der Historiker stellt konstatiert in seinem Beitrag: „Das Winogradow-Treffen ist einer der frühesten Anhaltspunkte für die offiziös zum Ausdruck gebrachte neutrale bis freundliche Haltung der Sowjetunion gegenüber dem Nationalsozialismus. Stalin war am Schicksal der Arbeiterbewegung und aller Hitlergegner offensichtlich völlig desinteressiert.“ Nach Bayerlein „räumt das Winogradow-Treffen gleich mit mehreren Geschichtslegenden auf. Es zeigt zunächst erstens, dass Sozialdemokraten und nicht Kommunisten das historische Verdienst zukommt, eine letzte Chance für ein gemeinsames Vorgehen gegen Hitler ergriffen zu haben, was die parteioffizielle und in ihrem Gefolge die DDR-Historiographie bis zum Schluss ableugnete. Globalhistorisch bedeutsam ist – zweitens – die definitive Demontage des antifaschistischen Ursprungsmythos der Sowjetunion, die aufgrund ihres späteren Sieges über Hitlerdeutschland im Zweiten Weltkrieg als konsequente Gegnerin des Nationalsozialismus erschien.“ Der Autor Dr. habil. Bernhard H. Bayerlein, geb. 1949, ist Historiker und Romanist und arbeitet als Senior Researcher am Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum. Zahlreiche Forschungsprojekte, Gastprofessuren und Veröffentlichungen der Grundlagenforschung im Bereich der internationalen Kommunismusforschung und der vergleichenden Politikwissenschaft u. a. in Amsterdam, Berlin, Lissabon, Paris, Lausanne, São Paulo, Moskau, Guadalajara und Moskau. Im globalen Rahmen engagiert er sich besonders für die Sicherung der Moskauer Archive.

"Es gibt keinen Gott!" Kirchen und Kommunismus. Eine Konfliktgeschichte, Screenshot vom Buchcover.

Sachbuch

"Es gibt keinen Gott!" Kirchen und Kommunismus. Eine Konfliktgeschichte

Nadezhda Beljakova, Thomas Bremer, Katharina Kunter

Die Geschichte des Kommunismus ist auch die Geschichte des Kampfes gegen Kirchen und Gläubige. Denn schließlich sei die Religion laut Karl Marx als "das Opium des Volks" zu sehen. Glauben Menschen an ein höheres Wesen, sind sie nach den Ansätzen des Kommunismus nicht genügend gebildet oder haben kein ausreichendes gesellschaftliches Bewusstsein. Dieser Band zeichnet die wichtigsten Etappen der konfliktreichen Beziehung zwischen Kirche und Kommunismus nach: Die grundsätzlichen ideologischen Gegensätze, aber auch die Gemeinsamkeiten, die erste Realisierung einer kommunistischen Herrschaft in der Sowjetunion nach 1917, die eine Christenverfolgung ungeahnten Ausmaßes zur Folge hatte und das Leben der Kirchen in Mittel- und Osteuropa unter den kommunistischen Regimes nach 1945. Auch die Folgen für das außereuropäische Christentum und die Ökumene, die Rolle der Kirchen in den Veränderungsprozessen seit den späten 1980er-Jahren, sowie die aktuellen Herausforderungen werden in diesem Werk ausführlich analysiert.

Zeitschriftscover

Zeitschrift

Aus Politik und Zeitgeschichte. Estland, Lettland, Litauen

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.)

Die 67. Ausgabe der Reihe "Aus Politik und Zeitgeschichte" widmet sich "Estland, Lettland und Litauen". Die Länder werden trotz ihrer Verschiedenheit als „Baltikum“ zusammengefasst – tatsächlich unterscheiden sie sich in historischer, religiöser und sprachlicher Hinsicht grundlegend. Mit welchem Nachdruck Estland, Lettland und Litauen ihre Eigenständigkeit betonen, wird vor allem vor dem Hintergrund verständlich, dass sie erst 1991 ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion wiedererlangten. Jedoch forcierte die Ukrainekrise 2014 und die daraus resultierenden Sicherheitsinteressen die Gemeinschaft der drei Staaten. Diese Entwicklung wird weiterhin verstärkt durch den schwindenden Zusammenhalt von EU und NATO. Neben einem Abriss der Geschichte der baltischen Länder und dem Text „Drei Länder, drei Wege in die Demokratie“ über die Entwicklungen nach 1991, befassen sich die Beiträge des Heftes mit der jüngsten Vergangenheit und der aktuellen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation. Folgende Themen werden behandelt: Erinnerungsdiskurse und Geschichtspolitik, Minderheitenintegration, Bewältigung der Finanzkrise und das Verhältnis zu Russland.

Buchcover

Analyse

Das Kominform und Stalins Neuordnung Europa

Grant M. Adibekovs

Grant M. Adibekovs Buch „Das Kominform und Stalins Neuordnung Europas“ ist eine umfassende Geschichte der Kominform. Die Analyse des Autors stützt sich auf bis dato unbekannte Materialien aus russischen Archiven. Während die russischen Originalausgabe bereits 1994 erschien, wurde das Buch in der Übersetzung von Beatrix Höhne, Ute Meltzer und Wolf-Ulrich Pradel ersstmals 2002 auf deutsch veröffentlicht; damit ist es die erste Geschichte der Kominform in deutscher Sprache. Der Autor schildert und analysiert die Institutionen, Entscheidungsprozesse und Methoden, die schließlich zur politischen Gleichschaltung der kommunistischen Bewegung führten. Die Kominform wurde 1947 als Nachfolgeorganisation der Komintern gegründet und war formell ein überstaatlicher Zusammenschluss verschiedener kommunistischer Parteien. Faktisch diente sie vor allem der Kontrolle dieser Parteien durch die Sowjetunion unter Stalin. Der Autor Grant M. Adibekov ist wissenschaftlicher Leiter am Russischen Staatsarchiv für Soziale und Politische Forschung (RGASPI), Moskau und Autor zahlreicher grundlegender Werke zur Geschichte des internationalen Kommunismus.

Buchcover

Aufsatzsammlung

Aufbruch im Osten. Die Enstalinisierung in Ostmitteleuropa und ihre Folgen

Robert Grünbaum, Heike Tuchscheerer (Hrsg.)

Robert Grünbaum und Heike Tuchscheerer liefern mit dem von ihnen herausgegebenen Band einen Überblick über die Ereignisse, die sich im folgeträchtigen Jahr 1956 in Ostmitteleuropa ereignen: In seiner berühmten Geheimrede von 1956 rechnet der sowjetische Parteichef Nikita Chruschtschow mit seinem gefürchteten Vorgänger und dessen Verbrechen ab. Drei Jahre nach Stalins Tod stürzt damit Chruschtschow den Tyrannen vom Sockel. Seine Politik der Entstalinisierung führt zu einer innen- und außenpolitischen Entspannung, welche die kommunistische Staatenwelt schließlich in ihrer Existenz bedrohen wird. Der Posener Aufstand in Polen sowie die Ungarische Revolution sind beispielhaft dafür, welche weitreichenden Konsequenzen die Entstalinisierung für die Innenpolitik anderer Staaten des Warschauer Pakt hat. Diese besondere historische Entwicklung steht im Mittelpunkt der Publikation, deren Beiträge in Form von Länderberichten, Analysen sowie Podiumsgesprächen einen analytischen Blick auf das europäische Schicksalsjahr 1956 werfen.  

Logo der Zeitschrift

Zeitschrift

Moving the Social: Journal of Social History and the History of Social Movements, Vol 58 (2017)

Institut für soziale Bewegungen an der RUB (Hrsg.)

Die 58. Ausgabe des “Essays on Social History and the History of Social Movements” erschien 2017. Die Halbjahres-Zeitschrift erscheint im Wechsel als thematische Ausgabe und als offene Ausgabe, die einem breiten Spektrum von Analysen aus dem Forschungsfeld der sozialen Bewegungen eine Plattform bietet. Ausgabe 58 fällt unter das Format der offenen Ausgabe, dementsprechend divers sind die Beiträge. Der erste Beitrag von Flemming Mikkelsen widmet sich der Arbeiterbewegung in Dänemark im 20. Jahrhundert. Es folgt eine Analyse von Matthias Möller zu alternativen Wohnkonzepten in Deutschland und Frankreich in den 1970er- und 1980er-Jahren. Bernhard H. Bayerleins Essay liefert eine transnationale Perspektive auf antifaschistischen Widerstand in den Jahren 1938-1940. Der letzte Beitrag von Juan L. Fernández untersucht den Einfluss von Darwins Evolutionstheorie auf die Geschichtsschreibung in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg. Den Abschluss bildet, wie in jeder Ausgabe der Zeitschrift, eine Rezension kürzlich erschienener Publikationen im Bereich der Sozialen Bewegungsforschung.  

Screenshhot Buchcover "De-Stalinization reconsidered: persistence and change in the Soviet Union", Campus-Verlag.

Sammelband

De-Stalinization reconsidered: persistence and change in the Soviet Union

Michel Abeßer, Thomas M. Bohn, Rayk Einax (Hrsg.)

Der Sammelband De-Stalinization reconsidered: Persistence and Change in the Soviet Union von den Herausgebern Thomas M. Bohn, Rayk Einax und Michel Abeßer beschäftigt sich mit der Phase der Entstalinisierung der Sowjetunion nach dem Tod Stalins 1953. Josef Stalin war ein kommunistischer Politiker und Diktator, der die Sowjetunion von 1927 bis zu seinem Tod 1953 totalitär regierte. Stalins Tod stellte ein einschneidendes Ereignis in der Geschichte der Sowjetunion dar. Die Sowjetunion war gezwungen, ihre politische, kulturelle und wirtschaftliche Identität neu zu finden. Der Sammelband befasst sich kritisch mit dieser Phase der Entstalinisierung. Die Beiträge verdeutlichen, warum die 1950er- und 1960er-Jahre von entscheidender Bedeutung für Glasnost und Perestroika waren. Der Begriff Perestroika bezeichnet den 1986 unter Michail Gorbatschow einsetzenden Prozess zur Modernisierung des politischen und wirtschaftlichen Systems der Sowjetunion unter Führung der KPdSU. Der Sammelband zeigt, dass die damaligen Prozesse von wesentlicher Bedeutung sind, um auch das heutige Russland und die gegenwärtigen Ereignisse zu verstehen. Die Autoren des Sammelbandes beschäftigen sich unter anderem mit dem Wandel und der Kontinuität der sowjetischen Politik, der sowjetischen Gesellschaft und der Urbanisierung.

Cover des Buches "The Comintern", Macmillan

Fachbuch

The Comintern. A History of International Communism from Lenin to Stalin

Jeremy Agnew und Kevin McDermott

The Comintern von Jeremy Agnew und Kevin McDermott ist der Geschichte der Kommunistischen Internationale in den Jahren 1919 bis 1943 gewidmet. Das Buch liefert eine umfassende Darstellung und stellt die Entwicklung der Komintern dar. Sie entwickelte sich von einer revolutionären, internationalistischen Organisation hin zu einer Institution, deren vorrangiges Merkmal in ihrer Hörigkeit gegenüber der sowjetischen Außenpolitik bestand. Die Autoren beziehen sich auf Forschungsarbeiten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowohl aus westlichen Staaten als auch der ehemaligen Sowjetunion. Schwerpunkte des Bandes liegen auf den Verbindungen aber auch Brüchen zwischen der leninistischen und der stalinistischen Phase, zwischen bolschewistischen und nationalen Traditionen und auf der Rolle von Führungsfiguren innerhalb des Komintern-Apparats. Das Buch besteht aus sechs Kapitel: Comintern in the Era of Lenin 1919-23; Bolshevising the Comintern 1924-28; Stalin and the Third Period 1928-33; Popular Front and Stalinist Terror 1934-38; Comintern in East Asia, 1919-39; From War to Dissolution 1939-43. 

Sammelband

Der lange Schatten des Kommunismus - 100 Jahre Russische Revolution und das kommunistische Erbe Europas

Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum, Heike Tuchscheerer (Hrsg.)

Bis heute werfen die Ereignisse der Russischen Revolution von 1917 Fragen auf, die für das kollektive europäische Gedächtnis von großer Bedeutung sind. Wie gehen Deutschland und Europa mit ihrer totalitären Erfahrung um? Welche Erinnerungskultur hat sich entwickelt und wie beeinflusst sie die Politik in den jeweiligen Ländern? Welche Rolle spielt die kommunistische Ideologie im öffentlichen Diskurs? 100 Jahre nach der Russischen Revolution diskutieren und analysieren Experten aus dem In- und Ausland das kommunistische Vermächtnis. Der Tagungsband ist Ergebnis der gleichnamigen Konferenz, die vom 19. bis 20. Oktober 2017 in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund in Berlin stattgefunden hat.

Buchcover Anne Applebaum: Der Gulag

Analyse

Der Gulag

Anne Applebaum

Anne Applebaum beschreibt die Geschichte und Struktur des sowjetischen Lagersystems und berichtet über Schicksale und Erfahrungen ehemaliger Häftlinge. Dabei stützt sie sich auf zahlreiche Materialien aus den staatlichen Archiven Russlands und den baltischen Republiken. Zudem hat sie Memoirenliteratur und Dokumentationen der Menschenrechtsorganisation Memorial ausgewertet. Im ersten Teil des Buches skizziert Applebaum die Ursprünge des Gulags von 1917 bis 1939. Im Hauptteil des Buches schildert sie das Leben und die Arbeit in den Lagern auf der Basis von Häftlingserinnerungen. Dabei geht die Autorin auf die Lage von Frauen und Kindern ebenso ein wie auf das Sterben und den Widerstand der Häftlinge. Mit großer Anschaulichkeit skizziert Applebaum im letzten Teil den Aufstieg und das Ende des Lager-Industriekomplexes zwischen 1940 und 1986.

Buchcover Uwe Backes, Stéphane Courtois (Hrsg.): "Ein Gespenst geht um in Europa". Das Erbe kommunistischer Ideologien

Fachbuch

„Ein Gespenst geht um in Europa". Das Erbe kommunistischer Ideologien

Uwe Backes, Stéphane Courtois (Hrsg.)

Der Sammelband basiert auf einer Tagung, die das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung und die Groupe d'Étude et d'Observation de la Démocratie an der Universität in Paris-Nanterre veranstaltet haben. Die deutsch- und französischsprachigen Forscher und Forscherinnen setzen sich die wissenschaftliche Aufarbeitung des ideologischen Erbes des Kommunismus zum Ziel. Sie untersuchen das Selbstverständnis der verschiedenen kommunistischen Ideologien und beleuchten die Gefahren, die von totalitären Tendenzen ausgehen; wobei sie die Geschichte explizit aus der Perspektive des demokratischen Verfassungsstaates betrachten. Am Beispiel zentraler Theoretiker wie Karl Marx, Wladimir I. Lenin, Rosa Luxemburg, Leo Trotzki und Antonio Gramsci werden die Entstehung, der Wandel und die gegenwärtige Bedeutung verschiedener kommunistischer Ideen erläutert.

Buchcover

Fachbuch

Nicaragua - die privatisierte Revolution

Hannes Bahrmann

Hannes Bahrmann beschreibt in seinem 2017 erschienenen Buch die Entwicklung des post-revolutionären Nicaraguas. Daniel Ortega war nach dem Sturz des Diktators Somoza im Jahr 1979 führendes Mitglied der sandinistischen Revolution; Ziel der Bewegung war die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaftsordnung sowie enge staatliche Beziehungen zu Kuba und den Ländern des Warschauer Pakts. Die Bestrebungen fanden auch international breite Unterstützung; in den 1980er Jahren reisten Helfer aus der ganzen Welt nach Nicaragua um den Aufbau von Projekten mitzutragen. Als die Sandinisten 1990 unter Daniel Ortega die Parlamentswahl verloren, war die Phase bis zur Amtsübergabe an die neue Staatspräsidentin zunächst von der hemmungslosen Bereicherung der Funktionäre geprägt. Nach Jahren in der Opposition ist Ortega seit 2006 erneut an der Macht; internationale Kritik wurde an Unregelmäßigkeiten im Wahlablauf und an Verfassungsänderungen laut. Heute ist Ortegas Frau Vizepräsidentin, die Kinder der Familie bekleiden wichtige Funktionen in Politik, Wirtschaft und Medien. Durch den Fokus auf Ortega liest sich das Buch nicht nur als eines über die neuere Geschichte Nicaraguas, sondern auch als eines, das die Entwicklung Ortegas vom Guerillakämpfer zum korrupten Politiker nachzeichnet. 

Buchcover Bernhard H. Bayerlein, Jakov Drabkin, Aleksandr Galkin, Hermann Weber (Hrsg.): Deutschland, Russland, Komintern - I. Überblicke, Analysen, Diskussionen

Fachbuch

Deutschland, Russland, Komintern - I. Überblicke, Analysen, Diskussionen

Bernhard H. Bayerlein, Jakov Drabkin, Aleksandr Galkin, Hermann Weber (Hrsg.)

Der erste Band des Editionsprojekts kontextualisiert und analysiert die im zweiten Band editierten Dokumente zu den Beziehungen zwischen Komtintern, der sowjetischen Führung und KPD in den Jahren von 1918 bis 1943. Die Edition ist ein Ergebnis der Deutsch-Russischen Geschichtskommission, die 1997 mit dem Ziel gegründet wurde, gegenseitiges Vertrauen zu festigen. Der Fokus liegt auf dem Einfluss der Komintern auf die deutsch-russischen Beziehungen, wobei insbesondere die Entwicklung der KPD durch Vorgaben aus Moskau in den Blick genommen wird. Im Einführungsband präsentieren die vier Herausgeber neue Erkenntnisse auf Basis der auf Deutsch zugänglich gemachten Quellen. Herrmann Weber beschäftigt sich mit Schlüsselereignissen der KPD-Geschichte. Jakov Drabkin untersucht die globale Entwicklung der Komintern als Transformation der „Idee der Weltrevolution“. Bernhard Bayerlein stellt neue Materialien zur Konzeptualisierung der 1930er-Jahre vor, und Aleksandr Galkin gibt einen Überblick über die Geschichte der Arbeiterbewegung als Voraussetzung für die Entstehung von KPD und Komintern.

Buchcover

Monographie

Die K-Gruppen. Entstehung – Entwicklung - Niedergang

Jens Benicke

In seinem Buch analysiert der Politikwissenschaftler Jens Benicke die Entstehung und Entwicklung der sogenannten K-Gruppen. Unter K-Gruppen wird eine Vielzahl – oftmals untereinander heftig zerstrittener – Vereinigungen verstanden, die sich nach dem Zerfall der Studierendenbewegung von 1968 formieren. Der Begriff K-Gruppe wird vor allem von Außenstehenden verwendet und spielt auf das Verständnis der Gruppen als Kaderorganisation an. Die maoistisch-neoleninistisch ausgerichteten Organisationen entwickeln sich während des „roten Jahrzehnts“ der 1970er-Jahre innerhalb kurzer Zeit zu einer der bedeutendsten Strömungen in der außerparlamentarischen Linken, Schätzungen zufolge sind zwischenzeitlich bis zu 15 000 Menschen Mitglied in verschiedenen K-Gruppen. Im Zuge der aufkommenden Neuen Sozialen Bewegungen verlieren sie rasch an Bedeutung; viele Mitglieder schließen sich neuen Gruppierungen in der Friedens- und Umweltbewegung oder Gewerkschaften an. Das Buch ist in vier Kapitel unterteilt: Das rote Schisma – der historische Hintergrund; Von Adorno zu Mao – Die Entstehung der K-Gruppen aus der niedergehenden 68er-Bewegung; Die K-Gruppen – Marxistisch-Leninistische Organisationen in der Bundesrepublik; Die K-Gruppen – ein Phänomen der 1970er.

Zeitschriftscover

Fachzeitschrift

Journal of Contemporary History

Richard J. Evans, Stanly Payne (Eds.)

Die Zeitschrift „Journal of Contemporary History“ ist eine wissenschaftliche Fachzeitschrift zur Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts. Neben Aufsätzen von Historikern zu sozialgeschichtlichen, politischen, wirtschafts- und kulturhistorischen Themen des 20. Jahrhunderts beinhaltet die Zeitschrift Rezensionen aktueller Buchveröffentlichungen zur Zeitgeschichte. Dabei besteht kein regionaler Fokus sondern es werden Studien aus allen Bereichen der Welt veröffentlicht. Die veröffentlichten Artikel verfolgen eine große Bandbreite an geschichtswissenschaftlichen Ansätzen, die Studien im Bereich der Wirtschaft, Politik, Diplomatie, Ideen- und Kulturgeschichte beinhalten. Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich bei SAGE Publications und wird von Richard J. Evans (University of Cambridge) und Stanly Payne (University of Wisconsin-Madison) herausgegeben. 

Logo Institute for Development Research and Alternatives

Projekt

Citizens understanding and perceptions of the Communist past in Albania and expectations for the future

Institute for Development Research and Alternatives (IDRA)

Die Veröffentlichung “Citizens understanding and perceptions of the Communist past in Albania and expectations for the future” präsentiert die Ergebnisse einer Studie zur Rolle der kommunistischen Vergangenheit in der albanischen Gesellschaft. Die Studie wurde seit Ende 2015 vom Institute for Development Research and Alternatives (IDRA) durchgeführt und wurde von der OSZE-Präsenz Albanien initiiert. Die Studie ist, entsprechend der thematischen Einordnung der gestellten Fragen, in drei Bereiche aufgegliedert. Der erste Teil präsentiert die Einstellungen der Bevölkerung zu der Frage, inwieweit die kommunistische Vergangenheit als Problem wahrgenommen wird und welcher Umgang mit ihr den Befragten sinnvoll erscheint. Der zweite Teil zielt darauf ab, zu ermitteln, wie viel Wissen über die Zeit des kommunistischen Regimes in der Bevölkerung vorhanden ist. Zuletzt wird sich der Frage gewidmet, wie die Studienteilnehmer die Lebensbedingungen zur Zeit des kommunistischen Regimes im Vergleich zur heutigen Zeit wahrnehmen. Die Studie ist Teil eines Projektes, welches die Schaffung einer Plattform zum Ziel hat, auf der ein Dialog über die Menschenrechtsverletzungen durch das kommunistische Regime geführt werden kann. Dies verfolgt das langfristige Ziel, der albanischen Gesellschaft Wissen über die kommunistische Vergangenheit des Landes verfügbar zu machen und sich somit mit ihr auseinandersetzen zu können.  

Buchcover

Fachbuch

The Art of the Bribe. Corruption Under Stalin 1943–1953

James Heinzen

James Heinzen beschäftigt sich in „The Art of the Bribe. Corruption Under Stalin 1943–1953“ mit dem Phänomen der Bestechlichkeit und Korruption in der Sowjetunion während der Ära Stalin. Das Thema zieht vor allem aufgrund seiner Ambivalenz Interesse auf sich: Zum einen stellte in der damaligen sowjetischen Bevölkerung Bestechlichkeit eine Alltäglichkeit dar; besonders seit dem Ende der Sowjetunion ist über die privaten Kreise hinaus das tatsächliche Ausmaß der Korruption bekannt geworden. Dem gegenüber steht die sowjetischen Propaganda, die Korruption als ein Phänomen kapitalistischer Gier darstellte, deren Verführungen der Sowjetmensch nicht länger erlegen sei. Die seit Ende der Sowjetunion zum Thema erscheinenden Arbeiten werden mit Heinzens Buch um eine Analyse der Regierungsjahre Stalins bereichert. Das Buch gliedert sich in drei Teile, die sich der Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln nähern und somit eine vielschichtige Analyse erlauben. Die einzelnen Kapitel decken eine Vielzahl von Aspekten ab und reichen von den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf Korruptionsmechanismen und sozialen Normen der Bestechungspraktiken bis hin zu den immer wieder stattfindenden Schauprozessen gegen „Diebe des sozialistischen Eigentums“, die die Unvereinbarkeit des Sozialismus mit korrupten Tendenzen vermitteln sollten. Durch seine akribischen Analyse solch diverser Teilaspekte erlaubt Heinzen seinen Lesern einen detaillierten Einblick in das Leben der sowjetischen Gesellschaft in der Zeit des Stalinismus.  

Screenshot des Buchcovers

Sammelband

Verheißung und Bedrohung: Die Oktoberrevolution als globales Ereignis

Jörg Ganzenmüller (Hrsg.) | vom 10.12.2019

Die russische Oktoberrevolution warf weltweit neue und fundamentale Fragen über die politische und soziale Ordnung von Gesellschaften auf stellte einen tiefen historischen Einschnitt mit weitreichenden globalen Auswirkungen dar. Diese beleuchtet der von Jörg Ganzenmüller herausgegebene Sammelband Verheißung und Bedrohung: Die Oktoberrevolution als globales Ereignis, welcher im November 2019 im Böhlau Verlag erschien. In verschiedenen Aufsätzen werden die Resonanzen der Oktoberrevolution in Deutschland, Europa und auf globaler Ebene sowie die Entstehung und Bedeutung des Antibolschewismus in den Blick genommen. Die ersten beiden Teile nehmen die Resonanzen in Deutschland in den Blick. Bernhard. H. Bayerlein beleuchtet die Revolutionsvorstellungen der deutschen Kommunisten und die Versuche, eine deutsche Oktoberrevolution zu initiieren. Im dritten Teil analysiert zum Beispiel Thomas Kroll die Bedeutung der Oktoberrevolution für die politische Linke in Frankreich und Großbritannien. Des Weiteren wird die Bedeutung des Antibolschewismus für die Entstehung des Faschismus in Italien untersucht. Schließlich zeigt Julia Richers die Verbindungen zwischen der Oktoberrevolution und der Räterepublik sowie des entstehenden Antibolschewismus in Ungarn auf.

Cover des Buches "Beziehungsweise Revolution", Verlag Suhrkamp

Fachbuch

Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende

Bini Adamczak

Die Autorin beschäftigt sich in ihrem Buch Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende anlässlich des 100. Jahrestages der Russischen Revolution mit den Ereignissen des Jahres 1917, die sie mit der sozialen Revolution 1968 in Beziehung setzt. Diese Revolutionen waren von sehr unterschiedlicher Natur: Die Russische Revolution verfolgte einen Umbau politischer Art, während 1968 auf das Individuum zielte. Die Autorin verknüpft diese Prozesse anhand der neuen Geschlechterverhältnisse und fragt nach der „vergangenen Zukunft von Revolutionen“. Das Buch gliedert sich in drei Teile: Russische Revolution, Das Geschlecht der Revolution, Beziehungswesen. Bini Adamczak publiziert als freie Autorin Bücher zum Themenkomplex des Kommunismus und erlangte durch ihr Kinderbuch Kommunismus. Kleine Geschichte wie es endlich alles anders wird internationale Bekanntheit. Ihr neues Buch Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende erscheint am 9. Oktober 2017 im Suhrkamp Verlag.

Cover des Buches "1917 – sozialistische Oktoberrevolution – Ein Menschheitsschritt vorwärts!", artofax Verlag

Katalog

1917 – sozialistische Oktoberrevolution – Ein Menschheitsschritt vorwärts!

Florian Aicher, Silke Treusch

2017 ist die Publikation 1917 – sozialistische Oktoberrevolution – ein Menschheitsschritt vorwärts von Florian Aicher und Silke Treusch erschienen und dokumentiert die gleichnamige Ausstellung. Das Buch und die Ausstellung wurden für die Marxistisch-Leninistischen Gruppe Schweiz (MLGS) erarbeitet, eine linksradikale Splitterpartei innerhalb der Schweizer Parteienlandschaft. Wie der Klappentext des Buches verspricht, sei Lenin vor rund hundert Jahren in Zürich aufgebrochen, „um die Welt zu verändern“ und fand in Russland den Boden bereitet für seine revolutionären Ideen: „Der 1. Weltkrieg, die unmenschlichen Bedingungen, die im zaristischen Russland herrschten" hätten laut den Autoren nach Veränderung geschrien: „Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ergriff die Arbeiterklasse die Staatsmacht.“ Das Buch gibt vollständig die zugehörige Ausstellung wider, die auf elf Tafeln mit Bildern und Texten die Geschichte und die Bedeutung der Oktoberrevolution verdeutlichen soll. Erstmals am 1. Mai 2017 in Zürich gezeigt, war die Ausstellung bei Veranstaltungen aus dem linken Spektrum wie dem Pfingstjugendtreffen in Gelsenkirchen und dem Kulturfest zu 100 Jahre Oktoberrevolution der deutschen Schwesterpartei (Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands, MLPD) zu sehen.

Buchcover Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum, Martin Gutzeit (Hrsg.): Umbrüche und Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989

Fachbuch

Umbrüche und Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989

Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum, Martin Gutzeit (Hrsg.)

Der Band basiert auf einer gleichnamigen Konferenz, die sich mit verschiedenen Ebenen des Epochenumbruchs 1989/90 in der DDR, in Polen, der Tschechoslowakei und in Ungarn befasst hat. Die Autoren untersuchen sowohl Gemeinsamkeiten und Besonderheiten nationaler und internationaler Akteure als auch die Veränderungen in Staat und Gesellschaft. Auch die damalige Sicht der sowjetischen Führung auf Ostmitteleuropa wird beleuchtet, um die Ausgangslage vor der friedlichen Revolution darzustellen. So werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Revolution und Transformation nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime in den Blick genommen.

Buchcover: Martin Aust: Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium

Fachbuch

Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium

Martin Aust

Der deutsche Historiker Martin Aust nimmt sich in seinem Werk „Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium“ nicht nur der bolschewistischen Oktoberrevolution 1917 an, sondern nimmt alle revolutionären Umwälzungen zwischen 1905 und 1921 auf dem Gebiet des alten Zarenreiches in den Blick. Diese trugen von Region zu Region verschiedene Züge und waren von unterschiedlicher Intensität.  Die Vielzahl der Russischen Revolutionen bedeutete enorme soziale und politische Brüche, die das zaristische Imperium in den Wirren des Ersten Weltkriegs in die Knie zwangen und den Weg für die Schaffung der Sowjetunion durch die Bolschewiki bereiteten. Martin Austs Werk berücksichtigt die Komplexität des Vielvölkerstaates und untersucht die Prozesse, die schließlich in den stalinistischen Terror führten.

Cover des Buches "The CSCE and the End of the Cold War", Berghahn Books

Sammelband

The CSCE and the End of the Cold War. Diplomacy, Societies and Human Rights 1972-1990

Nicolas Badalassi und Sarah B. Snyder (Hrsg.)

The CSCE and the End of the Cold War. Diplomacy, Societies and Human Rights 1972-1990, herausgegeben von Nicolas Badalassi und Sarah B. Snyder widmet sich der Bedeutung der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) für das Ende des Kalten Krieges. Die KSZE waren eine Reihe von Konferenzen, an denen Repräsentantinnen und Repräsentanten sowohl aus den Ostblock- als auch den westlichen Staaten teilnahmen; sie fand erstmals 1973 statt. Sie war eine kontroverse Institution, deren Beitrag zum Ende des Kalten Krieges heute wenig umstritten ist. Dieser Band führt neue und innovative Forschung über die KSZE zusammen und  untersucht dabei Fragen, die für das Verständnis des Kalten Krieges entscheidend sind: Welche Rolle spielten Diplomaten bei der Gestaltung der Schlussakte von Helsinki 1975? Und wie haben die KSZE und die von der Schlussakte von Helsinki inspirierten Aktivisten das Ende des Kalten Krieges beeinflusst? Die 14 Kapitel sind in drei Teile unterteilt: Diplomats, Diplomacies and the Making of the CSCE; The Transnational Promotion of Human Rigths and the Role of Dissisdence; The Politics of the CSCE in Europe.

Cover des Buches "Eurocommunism. From the Communist to the Radical European Left", Routledge

Monographie

Eurocommunism. From the Communist to the Radical European Left

Ioannis Balampanidis

In Eurocommunism. From the Communist to the Radical European Left analysiert Ioannis Balampanidis die Entwicklung der „Eurokommunismus“ genannten Strömung innerhalb der kommunistischen Parteien Westeuropas. Der Eurokommunismus entstand um 1968 – das Jahr brachte nicht nur radikale gesellschaftliche Umbrüche mit sich, sondern führte auch zu einer zunehmenden Ausdifferenzierung linker Ideologien. Auch entstand die Bewegung in Folge der Ereignisse des Prager Frühlings: Kommunistische Parteien Westeuropas, vor allem in Italien, Frankreich, Spanien und Griechenland, distanzierten sich von der sowjetischen Niederschlagung der Proteste in der damaligen Tschechoslowakei und begannen in der Folge zunehmend, sich vom Kommunismus sowjetischer Prägung abzugrenzen. Im Zuge dieser Entwicklungen gelang es kommunistischen Parteien, in der öffentlichen Wahrnehmung mit Reformen und liberalen Werten assoziiert zu werden,  anstatt mit einem repressiven System sowjetischer Prägung. Dies führte zu einer Phase der politischen Einflussnahme, die bis in die frühen 1980er-Jahre andauern sollte und deren Erfolgsrezept darin bestand, sich sowohl gegen die revolutionäre Linke als auch die gemäßigte Sozialdemokratie abzugrenzen. Das Buch erscheint in der Serie The Routledge Global 1960s and 1970s Series.

Logo der Konrad-Adenauer-Stiftung

Fachbuch

Im dunklen Keller der Erinnerung

Norbert Beckmann-Dierkes, Alexander Welscher

Alexander Welscher und Norbert-Beckmann-Dierkes sind Mitarbeiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung im lettischen Riga, welche den vorgelegten Band herausgegeben hat. Anlässlich des in Riga gefeierten europäischen Kulturhauptstadtjahres 2014, untersucht dieser Band die Orte stalinistischer Verbrechen im heutigen Riga. Die Initiatoren der Kulturhauptstadt haben die Eröffnung der ehemaligen Geheimdienstzentrale in Riga als Gedenkort für die stalinistischen Verbrechen bis 2014 vorangetrieben. Die gesellschaftliche Debatte und die Nutzung anderer Orte kommunistischer Verbrechen in der lettischen Hauptstadt soll der vorliegende Band dokumentieren. Dem Buch gelingt es, ausgehend von der Gegenwart einen Blick in die Vergangenheit Rigas zu werfen. Auf eine detaillierte Analyse der Geheimdiensttätigkeiten, staatlicher Repression und Verbrechen in Lettland zwischen den 1940er-Jahren und 1990, wird die Aufarbeitung der sozialistischen Diktaturerfahrung kritisch beleuchtet. Die Nutzung von Gebäuden des ehemaligen staatlichen Repressionsapparates steht hierbei im Fokus. Wenn der vorgelegte Band aktuelle Nutzungsdebatten als Spiegel des Standes der Aufarbeitung vorstellt, spannen die Autoren den Bogen bis in die Gegenwart.

Buchcover "Mao Zedong and the Chinese Revolution", Routledge

Sammelband

Mao Zedong and the Chinese Revolution

Gregor Benton (Hrsg.)

Der Autor und Experte für chinesische Geschichte Gregor Benton beschäftigt sich in seiner Studie Mao Zedong and the Chinese Revolution mit der Person Mao Zedong und seiner Rolle in der Chinesischen Revolution. Mao war von 1943 bis 1976 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas und Vorsitzender der von ihm gegründeten Volksrepublik. Nach ihm wurde die politische Bewegung des Maoismus, die eine kommunistisch-revolutionäre Bewegung oder Weltanschauung bezeichnet, benannt. Die Studie von Gregor Benton beschäftigt sich intensiver mit Maos Rolle in der chinesischen Revolution und geht den Fragen nach, was seine Ziele waren und wie er die Kommunistische Partei Chinas und den Staat zu seinen persönlichen und politischen Zielen manipulierte. Der Sammelband umfasst unterschiedlichste Beiträge, Studien und Aufsätze, die sich mit verschiedensten Aspekten rund um diese Fragen beschäftigen und einen detaillierten Blick auf die Person Maos und seine politischen Ziele geben.