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Cover des Buches "Beziehungsweise Revolution", Verlag Suhrkamp

Fachbuch

Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende

Bini Adamczak

Die Autorin beschäftigt sich in ihrem Buch Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende anlässlich des 100. Jahrestages der Russischen Revolution mit den Ereignissen des Jahres 1917, die sie mit der sozialen Revolution 1968 in Beziehung setzt. Diese Revolutionen waren von sehr unterschiedlicher Natur: Die Russische Revolution verfolgte einen Umbau politischer Art, während 1968 auf das Individuum zielte. Die Autorin verknüpft diese Prozesse anhand der neuen Geschlechterverhältnisse und fragt nach der „vergangenen Zukunft von Revolutionen“. Das Buch gliedert sich in drei Teile: Russische Revolution, Das Geschlecht der Revolution, Beziehungswesen. Bini Adamczak publiziert als freie Autorin Bücher zum Themenkomplex des Kommunismus und erlangte durch ihr Kinderbuch Kommunismus. Kleine Geschichte wie es endlich alles anders wird internationale Bekanntheit. Ihr neues Buch Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende erscheint am 9. Oktober 2017 im Suhrkamp Verlag.

Buchcover Anne Applebaum: Der Gulag

Analyse

Der Gulag

Anne Applebaum

Anne Applebaum beschreibt die Geschichte und Struktur des sowjetischen Lagersystems und berichtet über Schicksale und Erfahrungen ehemaliger Häftlinge. Dabei stützt sie sich auf zahlreiche Materialien aus den staatlichen Archiven Russlands und den baltischen Republiken. Zudem hat sie Memoirenliteratur und Dokumentationen der Menschenrechtsorganisation Memorial ausgewertet. Im ersten Teil des Buches skizziert Applebaum die Ursprünge des Gulags von 1917 bis 1939. Im Hauptteil des Buches schildert sie das Leben und die Arbeit in den Lagern auf der Basis von Häftlingserinnerungen. Dabei geht die Autorin auf die Lage von Frauen und Kindern ebenso ein wie auf das Sterben und den Widerstand der Häftlinge. Mit großer Anschaulichkeit skizziert Applebaum im letzten Teil den Aufstieg und das Ende des Lager-Industriekomplexes zwischen 1940 und 1986.

Buchcover Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.): Die Idee des Kommunismus III

Fachbuch

Die Idee des Kommunismus III

Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.)

Der Sammelband enthält die 2011 auf der Konferenz „Communism: A New Beginning“ in New York gehaltenen Beiträge. Neben den Organisatoren Badiou und Žižek diskutierten u. a. Étienne Balibar, Bruno Bosteels, Susan Buck-Morss, Adrian Johnston und Frank Ruda darüber, wie das Scheitern kommunistischer Ideen im 20. Jahrhundert erklärt werden kann und welche Alternativen zum bestehenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystem die kommunistische Ideologie heute noch bereithält. Zusammenhänge zwischen der Unzufriedenheit vieler Menschen und dem globalen Kapitalismus verdeutlichen die Autoren am Beispiel des Arabischen Frühlings und der Occupy-Bewegung.

Buchcover: Jan C. Behrends, Nikolaus Katzer und Thomas Lindenberger (Hrsg): 100 Jahre Roter Oktober

Sammelband | Fachbuch

100 Jahre Roter Oktober: Zur Weltgeschichte der russischen Revolution

Jan C. Behrends, Nikolaus Katzer und Thomas Lindenberger (Hrsg.)

Der 100. Jahrestag der Russischen Revolution ist der Anlass für viele Ausstellungseröffnungen und Publikationen, weil er dazu einlädt, sich mit der globalen Wirkungsgeschichte der Ereignisse zu beschäftigen. Die Deutung der revolutionären Umstürze im Verlauf des Jahres 1917 in Petrograd war stets Inhalt zahlreicher Diskussionen und Kontroversen. Die verschiedenen Interpretationen als Staatsstreich, Volksaufstand oder als sozialistische Revolution der Arbeiterklasse wurden von Historikern und Politikern propagiert und instrumentalisiert. Der vom ZZF Potsdam und DHI Moskau veröffentlichte Sammelband „100 Jahre Roter Oktober. Zur Weltgeschichte der Russischen Revolution" verhandelt das Verhältnis vom Mythos des Roten Oktober zur globalhistorischen Erfahrung kommunistischer Regime im 20. und 21. Jahrhundert. Ausgehend vom Jahr 1917 bis in unsere Zeit untersuchen Autoren aus Deutschland, Russland, Großbritannien, den USA, Polen und Spanien in elf Essays die welthistorischen Auswirkungen der Russischen Revolution.

Buchcover Ian H. Birchall: Arbeiterbewegung und Parteiherrschaft. Zur Geschichte des internationalen Kommunismus seit 1943

Fachbuch

Arbeiterbewegung und Parteiherrschaft. Zur Geschichte des internationalen Kommunismus seit 1943

Ian H. Birchall

Der britische marxistische Historiker und Übersetzer Ian H. Birchall beschreibt in seinem Buch die Geschichte der kommunistischen Parteien in Europa und der internationalen sozialistischen Bewegung vom Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre. Gegliedert ist der Band in drei Teile: Zunächst stellt Birchall den Beginn des Kalten Krieges in Europa und die Kriege und Revolutionen in Asien zwischen 1943 und 1953 dar. Im zweiten Abschnitt analysiert der Autor die Zeit der Entstalinisierung (1953–1963) und Begriffe wie Imperialismus, Nationalismus und Polyzentrismus. Im dritten Teil des Buches geht es um die Entwicklungen und Krisen in Osteuropa, die Beziehungen zwischen den sozialistischen Staaten sowie die Guerillakriege in vielen Ländern Afrikas und Asiens zwischen 1963 und 1973. Zum Schluss plädiert Birchall für einen Wiederbelebung einer vom Stalinismus befreiten „internationalen revolutionären Bewegung“, zu der er in vielen sozialistischen Ländern erste Ansätze sieht.

Screenshot von Webseite der Zeitschrift unter: http://www.zeithistorische-forschungen.de/files/teaserzf22015jpg

Zeitschrift

Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History

Frank Bösch, Konrad H. Jarausch, Martin Sabrow (Hrsg.)

„Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History“ (ZF/SCH) ist ein Peer-Review-Journal, das seit 2004 frei zugänglich im Internet sowie in einer gedruckten Ausgabe im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht erscheint. Geographisch, thematisch und methodisch verfolgt die Zeitschrift ein breites Verständnis von Zeitgeschichte: Beiträge zur deutsch-deutschen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts sowie besonders zur Phase des Systemkonflikts von 1945 bis 1990 bilden einen Schwerpunkt. Zugleich gibt es regelmäßig Blickerweiterungen in den amerikanischen, asiatischen oder afrikanischen Raum. Auch gegenwartsnahe Themen werden aufgegriffen und mit einer spezifisch zeithistorischen Perspektive untersucht. Anregungen aus Nachbardisziplinen wie den Politik-, Literatur-, Wirtschafts- und Medienwissenschaften, der Ethnologie und Soziologie sind dabei ausdrücklich erwünscht. Ein spezielles Augenmerk der Zeitschrift gilt den Inhalten und Methoden einer Visual History, also den Entstehungs-, Wirkungs- und Rezeptionszusammenhängen von Bildmedien im 20. Jahrhundert. Dieses inhaltliche Interesse drückt sich zugleich in der Präsentationsform der Zeitschrift aus: Bei der Verwendung von Bild- und Tondokumenten versucht sie neue Wege zu gehen. „Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History“ richtet sich an Historiker/innen und Wissenschaftler/innen benachbarter Disziplinen sowie an Studentinnen und Studenten dieser Fächer, aber auch an eine breitere, zeithistorisch interessierte Öffentlichkeit. Die Zeitschrift wird gelistet im Directory of Open Access Journals (DOAJ). Die pdf-Dateien der Druckausgabe werden mit einem Abstand von drei Heften auf der Website ergänzt, d.h. in der Regel nach einem Jahr. Alle Beiträge zum Themenfeld „Kommunismusgeschichte“ finden sich unter http://www.zeithistorische-forschungen.de/thematische-klassifikation/kommunismus.

Buchcover Archie Brown: Aufstieg und Fall des Kommunismus

Fachbuch

Aufstieg und Fall des Kommunismus

Archie Brown

Der aus Schottland stammende Historiker und Kommunismusforscher Archie Brown hat eine umfassende Darstellung zur Geschichte des Weltkommunismus vorgelegt. Brown beginnt mit dem Aufkommen frühkommunistischer Ideen im 14. Jahrhundert und endet beim Zerfall der Sowjetunion. Er erläutert, wie sich nach Marx´ und Engels´ „Kommunistischem Manifest“ 1848 die Idee in Europa verbreitete und sich kommunistische Parteien gründeten, warum diese in einigen Ländern an die Macht gelangten und wie sie sich dort halten konnten. Brown widmet sich auch dem Eurokommunismus nach dem Zweiten Weltkrieg sowie den nichtkommunistischen Bürgerrechtsbewegungen in kommunistischen Staaten. Das Buch endet mit dem Kollaps dieser Systeme und dem Niedergang des Kommunismus als Ideologie, wobei Brown das gegenwärtige chinesische Modell des pragmatischen Konsumkommunismus nicht unterschlägt.

Screenshot des Sammel-Dossiers "Oktoberrevolution", Bundeszentrale für politische Bildung

Onlinedossier

Oktoberrevolution. Sammel-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung

Das Sammel-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zur Oktoberrevolution bündelt Texte, die bereits in anderen Dossiers und Publikationen der bpb über Russland, die Sowjetunion oder den Kommunismus erschienen sind. Im Verlauf des aktuellen Gedenkjahres sollen die Inhalte noch ergänzt werden. Das Sammel-Dossier gliedert sich in die Kapitel Geschichte, Folgen, Aufarbeitung und Videos. Mit den Beiträgen vermittelt das Sammel-Dossier einen Überblick über die Ereignisse der Oktoberrevolution 1917 und reflektiert die daraus entstandenen politischen, sozialen und kulturellen Auswirkungen. So ist etwa ein Dossier zum Film „Panzerkreuzer Potemkin“ und dessen Erzählweise vorhanden, aber auch Texte zu Stalinismus und der Genese des Kommunismus. Das Sammel-Dossier verweist außerdem auf thematisch passende Publikationen und Videos der bpb zur weiterführenden Beschäftigung mit der Russischen Revolution.

Logo Sowjetunion I: 1917-1953, Informationen zur Politischen Bildung

Website

Sowjetunion I: 1917-1953

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb (Hrsg.)

Der als Heft und als Onlinemagazine von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebene erste Teil des Themenschwerpunkts Sowjetunion beschäftigt sich mit der Geschichte dieses Landes zwischen 1917 und 1953. Von der Machtergreifung der Bolschewiki bis zum Tod Stalins werden die bevölkerungspolitischen, die wirtschaftlichen und industriellen Großprojekte der kommunistischen Herrscher sowie die Durchsetzung von Macht thematisiert. Die Beiträge gehen den kontroversen Sichtweisen auf die Sowjetunion als Supermacht oder Zwangsregime nach. Analysiert werden zudem die Strategien der Bolschewiki, nach dem Bürgerkrieg ihre Macht zu behaupten, und das Vorhaben, das russische Vielvölkerreich in eine moderne Industrienation zu verwandeln. Der von Gewalt und Terror, aber auch durch Visionen von Moderne und Fortschritt geprägten Herrschaft Josef Stalins ist ebenfalls ein Beitrag gewidmet. Landkarten, ein Glossar und eine Zeittafel ergänzen die Darstellungen.

Buchcover Robert Conquest: Der Grosse Terror. Sowjetunion 1934 – 1938

Fachbuch

Der Große Terror 1934–1938

Robert Conquest

Der aus England stammende Historiker und Autor Robert Conquest (1917–2015) behandelt in seinem 1968 veröffentlichten ersten Hauptwerk die stalinistischen Säuberungen in der Sowjetunion der 1930er-Jahre. Die überarbeitete, 1992 auf Deutsch erschienene Ausgabe fasst den westlichen Wissensstand vor dem Ende Sowjetunion zusammen. Conquest erklärt die Hintergründe und Methoden der Massenverbrechen unter Stalin, die 1934 mit der mysteriösen Ermordung des Parteisekretärs Kirow begannen. Seine Quellen sind offizielle sowjetische Veröffentlichungen aus den 1930er-Jahren und der Chruschtschow-Zeit sowie Berichte von Emigranten und Dissidenten. Den linken Intellektuellen im Westen wirft Conquest vor, Stalin nicht kritisiert und den Terror damit unterstützt zu haben.

Cover FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte Jg. 20 (2016) Heft 1

Zeitschrift

„Andersdenkende“ im Kommunismus

Luks, Leonid; Dehnert, Gunter; Fuchs, John Andreas; Lobkowicz, Nikolaus; Rybakow, Alexei; Umland, Andreas (Hg.)

Diese Ausgabe der Zeitschrift FORUM, das Periodikum des Zentralinstituts für Mittel- und Osteuropastudien der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, widmet sich Formen der Opposition und intellektueller Freiheiten im Sowjetkommunismus. Anhand ausgewählter Beiträge wird untersucht welche Handlungsspielräume für Wissenschaftler und Kulturschaffende im Rahmen der Diktatur bestanden haben. Anne Rennert untersucht in ihrem Aufsatz die Bildsprache sowjetischer Maler und Graphiker, Dirk Mathias Dalberg die Gesellschaftsanalyse des Prager Dichters Egon Bondy und Leonid Luks die Interpretation der russischen Revolution des ukrainischen Philosophen Nikolaj Berdjaev. Ein weiterer Beitrag von Roman Schmolorz versucht die soziale Integration der Westdeutschen Gesellschaft zu rekonstruieren. Der letzte Essay der Ausgabe von Martin Malek geht auf den 550. Jahrestag der Begründung kasachischer Staatlichkeit ein.

Buchcover Wolfgang Müller, Francesco Di Palma (Hrsg.): Kommunismus und Europa. Europapolitik und -vorstellungen europäischer kommunistischer Parteien im Kalten Krieg

Sammelband | Fachbuch

Kommunismus und Europa. Europapolitik und -vorstellungen europäischer kommunistischer Parteien im Kalten Krieg

Wolfgang Müller, Francesco Di Palma (Hrsg.)

Der Sammelband fragt nach den Europabildern der europäischen kommunistischen Parteien. Es werden ihre Vorstellungen von europäischer Integration, ihre Theoriediskussionen sowie ihre transnationale Zusammenarbeit vor dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus 1989/1991 untersucht. In Fallstudien zu West- und Osteuropa wird das Spannungsfeld deutlich, in dem sich die kommunistischen Parteien Europas befanden. Auf der einen Seite ordneten sie sich den Vorgaben aus Moskau unter; auf der anderen Seite versuchten sie im nationalen, aber auch internationalen Bereich Freiräume für eigenständiges Handeln und die westeuropäische Integration zu erschließen. Inwiefern sich die Europapolitik und die Europabilder der KPs vor dem Hintergrund der Volksaufstände in der DDR 1953, in Polen und Ungarn 1956 sowie in der Tschechoslowakei 1968 wandelten, möchten die Autoren verdeutlichen.

Buchcover Bini Adamczak: Kommunismus. Kleine Geschichte, wie es endlich alles anders wird

Fachbuch

Kommunismus. Kleine Geschichte, wie es endlich alles anders wird

Bini Adamczak

Die Autorin erklärt die Funktionsweise des Kapitalismus sowie die Theorie und Geschichte des Kommunismus für Einsteiger. Das Buch ist in einer leicht verständlichen und märchenhaften Sprache geschrieben und stellt die Frage in den Mittelpunkt, warum Menschen immer wieder mit dem Wunsch gescheitert sind, die Welt zu ändern. Im ersten Teil des Buches erzählt sie die Geschichte des Kapitalismus, im zweiten Teil erläutert sie die historischen Versuche, ihn zu überwinden. Auf die wichtigsten Argumente und Schlagworte der Kapitalismuskritik folgen Vorschläge, wie ein gelebter Kommunismus aussehen könnte. Im Epilog greift die Autorin die Nachteile der Kritikstrategien am Kapitalismus noch einmal auf, wobei sie hier auf die kindgemäße Sprache verzichtet.

Buchcover: Martin Aust: Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium

Fachbuch

Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium

Martin Aust

Der deutsche Historiker Martin Aust nimmt sich in seinem Werk „Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium“ nicht nur der bolschewistischen Oktoberrevolution 1917 an, sondern nimmt alle revolutionären Umwälzungen zwischen 1905 und 1921 auf dem Gebiet des alten Zarenreiches in den Blick. Diese trugen von Region zu Region verschiedene Züge und waren von unterschiedlicher Intensität.  Die Vielzahl der Russischen Revolutionen bedeutete enorme soziale und politische Brüche, die das zaristische Imperium in den Wirren des Ersten Weltkriegs in die Knie zwangen und den Weg für die Schaffung der Sowjetunion durch die Bolschewiki bereiteten. Martin Austs Werk berücksichtigt die Komplexität des Vielvölkerstaates und untersucht die Prozesse, die schließlich in den stalinistischen Terror führten.

Buchcover David E. Barclay, Eric D. Weitz (Hrsg.): Between reform and revolution. German socialism and communism from 1840 to 1990

Fachbuch

Between reform and revolution. German socialism and communism from 1840 to 1990

David E. Barclay, Eric D. Weitz (Hrsg.)

Der von den Historikern David E. Barclay und Eric D. Weitz herausgegebene Band versammelt Studien, in denen die Geschichte der SPD und der Linken in Deutschland seit den 1990er-Jahren neu bewertet wird. Die 23 Beiträge spiegeln die methodische und thematische Vielfalt der Forschungen zur deutschen Arbeiterbewegung sowie zu sozialen und politischen Bewegungen wider. Das Themenspektrum reicht von der Rolle des Nationalismus im Diskurs über Sozialismus in den 1830er- und 40er-Jahren bis hin zu westdeutschen sozialdemokratischen Gender-Politiken in den 1950er- und 60er-Jahren. Dabei gehen die US-amerikanischen, deutschen und britischen Autoren und Autorinnen der Frage nach, welchen Einfluss Sozialismus und Kommunismus auf die moderne deutsche Geschichte ausübten.

"Es gibt keinen Gott!" Kirchen und Kommunismus. Eine Konfliktgeschichte, Screenshot vom Buchcover.

Sachbuch

"Es gibt keinen Gott!" Kirchen und Kommunismus. Eine Konfliktgeschichte

Nadezhda Beljakova, Thomas Bremer, Katharina Kunter

Die Geschichte des Kommunismus ist auch die Geschichte des Kampfes gegen Kirchen und Gläubige. Denn schließlich sei die Religion laut Karl Marx als "das Opium des Volks" zu sehen. Glauben Menschen an ein höheres Wesen, sind sie nach den Ansätzen des Kommunismus nicht genügend gebildet oder haben kein ausreichendes gesellschaftliches Bewusstsein. Dieser Band zeichnet die wichtigsten Etappen der konfliktreichen Beziehung zwischen Kirche und Kommunismus nach: Die grundsätzlichen ideologischen Gegensätze, aber auch die Gemeinsamkeiten, die erste Realisierung einer kommunistischen Herrschaft in der Sowjetunion nach 1917, die eine Christenverfolgung ungeahnten Ausmaßes zur Folge hatte und das Leben der Kirchen in Mittel- und Osteuropa unter den kommunistischen Regimes nach 1945. Auch die Folgen für das außereuropäische Christentum und die Ökumene, die Rolle der Kirchen in den Veränderungsprozessen seit den späten 1980er-Jahren, sowie die aktuellen Herausforderungen werden in diesem Werk ausführlich analysiert.

Buchcover Hans Manfred Bock: Geschichte des ,linken Radikalismus‘ in Deutschland. Ein Versuch

Fachbuch

Geschichte des ,linken Radikalismus‘ in Deutschland. Ein Versuch

Hans Manfred Bock

Der Politikwissenschaftler Hans Manfred Bock beschreibt den Linksradikalismus als ein politisch-soziales Phänomen, das an den Rändern der Arbeiterbewegung zu finden sei und von jungen Intellektuellen angeführt werde. Als Prototypen macht er die Bewegung der so genannten „Jungen“ in der Sozialdemokratie um 1890, die „Rätekommunisten“ in der Weimarer Republik sowie den radikalen Flügel der westdeutschen Studentenbewegung in den 1960er-Jahren aus. Anschaulich und mit großer Sachkenntnis schildert er die Entwicklung einzelner Organisationen und deren Ideen. Das Buch endet mit einer Darstellung der sich auflösenden Kräfte der radikalen Linken nach dem Zerfall der antiautoritären Studentenbewegung Ende der 1960er-Jahre.

Buchcover Lutz Brangsch, Michael Brie (Hrsg.): Das Kommunistische. Oder: Ein Gespenst kommt nicht zur Ruhe

Fachbuch

Das Kommunistische. Oder: Ein Gespenst kommt nicht zur Ruhe

Lutz Brangsch, Michael Brie (Hrsg.)

Der Sammelband, veröffentlicht von der Rosa Luxemburg Stiftung, beschäftigt sich mit der Frage, warum das kommunistische Gespenst immer noch umgeht. Genauer gesagt, möchten die Autoren ergründen, weshalb weder die Furcht vor dem Kommunismus noch die Hoffnung auf eine gerechtere Zukunft, die viele mit ihm verbinden, bisher verschwunden sei. „Das Kommunistische“ trage in sich die Hoffnung, dass Gemeineigentum und freie gemeinschaftliche Arbeit zur Befreiung von Ausbeutung jedweder Art beitragen können. Die verschiedenen Versuche, Theorien und Utopien, die sich entweder selbst kommunistisch nannten oder so bezeichnet wurden, werden in den Beiträgen näher untersucht und auf ihre Tragfähigkeit für die Gegenwart hin befragt.

Buchcover Margarete Buber-Neumann: Kriegsschauplätze der Weltrevolution. Ein Bericht aus der Praxis der Komintern 1919–1943

Fachbuch

Kriegsschauplätze der Weltrevolution. Ein Bericht aus der Praxis der Komintern 1919 – 1943

Margarete Buber-Neumann

Die deutsche Kommunistin und Publizistin Margarete Buber-Neumann (1901–1989) wurde mit ihrem Mann Heinz Neumann 1935 aus dem schweizerischen Exil nach Russland abgeschoben. Als Heinz Neumann während des Großen Terrors der 1930er-Jahren zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, kam Margarete Buber-Neumann in ein Straflager. 1940 an das nationalsozialistische Deutschland ausgeliefert, musste sie fünf weitere Jahre im KZ Ravensbrück verbringen. Ihre Geschichte der Komintern, auch Dritte Internationale genannt, basiert daher nicht nur auf umfangreichem Quellenmaterial, sondern auch auf eigenen Erfahrungen und Reflektionen. Durch ihre persönliche Nähe zu Personen, Orten und Institutionen, über die sie schreibt, wird ihr Buch selbst zu einer wichtigen Quelle dieser Geschichte. So war etwa ihre Auslieferung Teil der Vereinbarungen des Hitler-Stalin-Paktes, der auch das Ende der Komintern als Zugeständnis der sowjetischen Seite bedeutete.

Screen 17. Juni 1953 - Volksaufstand in der DDR

Website

17. Juni 1953 – Volksaufstand in der DDR

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.)

Zum 50. Jahrestag des Volksaufstands in der DDR ging die Webseite online und wurde 2013 zuletzt aktualisiert. Sie widmet sich dem 17. Juni 1953, der ersten Massenerhebung im sowjetischen Machtbereich nach 1945, die zu einem Schlüsselereignis in der Geschichte des geteilten Deutschland wurde. Die Webseite stellt eine Chronik zur Vorgeschichte, zu dem Ereignis und seinen Folgen, eine Karte mit Informationen zum 17. Juni in verschiedenen Städten der DDR sowie eine umfangreiche Materialsammlung zur Verfügung. Zahleiche Zeitzeugenberichte, Fotos, Karten, Dokumente und Grafiken vermitteln ein dem aktuellen Forschungsstand entsprechendes Bild vom 17. Juni 1953. Darüber hinaus werden Informationen zu Archiven, Quellensammlungen, wissenschaftlichen Publikationen, Prosa-Literatur und Filmen angeboten, die den 17. Juni thematisieren. Linklisten führen zu weiteren Onlineangeboten, Gedenkstätten, Forschungseinrichtungen und Schülerprojekten.

Cover  Horch und Guck 24. Jg. Heft 81, 1/2015

Zeitschrift

Horch und Guck

Bürgerkomitee Leipzig e.V. für die Auflösung der ehemaligen Staatssicherheit (MfS) (Hrsg.)

Die Zeitschrift Horch und Guck erscheint mehrmals jährlich in unregelmäßigen Abständen seit 1992.  Gegründet wurde die Zeitschrift aus der Aufarbeitungsinitiative "Bürgerkomitee 15. Januar e.V. Berlin. Verein zur Aufarbeitung der DDR- und Stasigeschichte" 1992. Seit 2014 fungiert das "Bürgerkomitee Leipzig e.V., mit der Gedenkstätte Museum in der Runden Ecke" als Herausgeber der Zeitschrift. Beides sind Aufarbeitungsinitiativen, die sich aus dem direkten Kontext der DDR-Opposition gegründet hatten. Somit behandelte das Periodikum in den ersten Ausgaben vor allem die Repression in der SED-Diktatur und plädierte für eine kritische Aufarbeitung von dieser. Inzwischen fand eine inhaltliche Öffnung hin zu breiteren Themen statt. So wird das generelle Unrecht kommunistischer Diktaturen und die Frage nach einem angemessenen Umgang damit, diskutiert.   

Buchcover Stéphane Courtois (Hrsg.): Das Schwarzbuch des Kommunismus, Bd. 1 Unterdrückung, Verbrechen und Terror

Fachbuch

Das Schwarzbuch des Kommunismus

Stéphane Courtois (Hrsg.)

Die 1000 Seiten starke deutsche Übersetzung der französischen Originalausgabe erschien erstmals 1998 und löste auch in Deutschland eine heftige Debatte aus. Der erste Band des Schwarzbuch des Kommunismus widmet sich den Verbrechen kommunistischer Regime und Bewegungen in der Sowjetunion, in Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika. Zentrale These des Buches ist, dass Terror und Unterdrückung im Namen einer Ideologie und zur Durchsetzung von Herrschaft von Beginn an den Charakter kommunistischer Parteien und Regime prägte. Der kommunistische „Klassengenozid“ wird damit auf eine Stufe mit dem nationalsozialistischen „Rassengenozid“ gestellt. Der zweite Band, 2004 auf Deutsch publiziert, enthält Studien zu Rumänien, Bulgarien und den baltischen Staaten. Außerdem werden kommunistische Parteien in Westeuropa sowie der Umgang mit der kommunistischen Vergangenheit im modernen Russland untersucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Idee von der klassenlosen Gesellschaft zu derartiger Gewalt und Terror führen konnte.

Cover FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte Jg. 20 (2016) Heft 1

Zeitschrift

FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte

Leonid Luks, Nikolaus Lobkowicz, Alexei Rybakov, Andreas Umland und Gunther Dehnert (Hrsg.)

Das Periodikum "FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte" ist die Schriftenreihe des Zentralinstituts für Mittel- und Osteuropastudien (ZIMOS) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Die Zeitschrift erscheint halbjährlich seit 1997. Bis 2013 wurde das FORUM vom Böhlau-Verlag in Köln verlegt. Seit 2014 erscheint es im Stuttgarter ibidem-Verlag. Zu den Herausgebern der Zeitschrift gehören renommierte europäische Osteuropahistoriker. Inhaltlich geht es den Autoren und Autorinnen um die wissenschaftliche Aufarbeitung der Sowjetdiktaturen. Zentral hierbei ist in den Beiträgen die Ideengeschichte der Opposition. Die Suche nach Alternativen zum Kommunismus in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft unter den Bedingungen der Diktatur sind die bestimmende sich durch alle Jahrgänge durchziehende Forschungsfrage des FORUM.

Mao und seine verlorenen Kinder: Chinas Kulturrevolution, Screenshot vom Buchcover

Fachbuch

Mao und seine verlorenen Kinder

Frank Dikötter

In seiner Darstellung der Chinesischen Kulturrevolution geht der Historiker und Sinologe Frank Dikötter auf die Auswirkungen der chinesischen Kulturrevolution 1966-67 ein, die mit massiven Menschenrechtsverletzungen und politischen Morden einher ging. Das Buch beschäftigt sich intensiv mit den Auswirkungen auf die beteiligten Menschen und der Frage danach, was in den Studenten und Bauern vorging, als sie auf dem Acker aufeinandertrafen. Denn egal ob politische Führungskraft oder verarmter Dorfbewohner - gleich mehrere Millionen Menschen wurden im Zuge dieser "Revolution" Folter und anderen physischen, sowie psychischen Misshandlungen ausgesetzt. Sie wurden verhaftet, landeten in Gefängnissen und Arbeitslagern oder wurden in entlegene Gegenden des Landes zwangsverschickt. Für die Arbeit an diesem Werk durfte der Autor als einer der ersten westlichen Wissenschaftler verschlossene Parteiarchive besuchen. Hunderte von Dokumenten erzählen aus einer neuen Perspektive die aufrüttelnde Geschichte über Mao, das Entgleiten seiner Macht und die Kinder seiner Revolution.

Buchcover Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum, Martin Gutzeit (Hrsg.): Umbrüche und Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989

Fachbuch

Umbrüche und Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989

Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum, Martin Gutzeit (Hrsg.)

Der Band basiert auf einer gleichnamigen Konferenz, die sich mit verschiedenen Ebenen des Epochenumbruchs 1989/90 in der DDR, in Polen, der Tschechoslowakei und in Ungarn befasst hat. Die Autoren untersuchen sowohl Gemeinsamkeiten und Besonderheiten nationaler und internationaler Akteure als auch die Veränderungen in Staat und Gesellschaft. Auch die damalige Sicht der sowjetischen Führung auf Ostmitteleuropa wird beleuchtet, um die Ausgangslage vor der friedlichen Revolution darzustellen. So werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Revolution und Transformation nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime in den Blick genommen.

Buchcover Uwe Backes, Stéphane Courtois (Hrsg.): "Ein Gespenst geht um in Europa". Das Erbe kommunistischer Ideologien

Fachbuch

„Ein Gespenst geht um in Europa". Das Erbe kommunistischer Ideologien

Uwe Backes, Stéphane Courtois (Hrsg.)

Der Sammelband basiert auf einer Tagung, die das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung und die Groupe d'Étude et d'Observation de la Démocratie an der Universität in Paris-Nanterre veranstaltet haben. Die deutsch- und französischsprachigen Forscher und Forscherinnen setzen sich die wissenschaftliche Aufarbeitung des ideologischen Erbes des Kommunismus zum Ziel. Sie untersuchen das Selbstverständnis der verschiedenen kommunistischen Ideologien und beleuchten die Gefahren, die von totalitären Tendenzen ausgehen; wobei sie die Geschichte explizit aus der Perspektive des demokratischen Verfassungsstaates betrachten. Am Beispiel zentraler Theoretiker wie Karl Marx, Wladimir I. Lenin, Rosa Luxemburg, Leo Trotzki und Antonio Gramsci werden die Entstehung, der Wandel und die gegenwärtige Bedeutung verschiedener kommunistischer Ideen erläutert.

Screenshot von Volltext des Aufsatzes unter: http://indes-online.de/1-2017-das-geheime-winogradow-treffen-im-februar-1933

Aufsatz

Das geheime Winogradow-Treffen im Februar 1933

Bernhard H. Bayerlein

Am Vorabend der Errichtung der NS-Diktatur im Jahr 1933 sondierten zwei Sozialdemokraten die Chancen einer Einheitsfront aus SPD und KPD; doch nach dem Treffen mit dem sowjetischen Diplomaten Winogradow zerschlug sich ihre Hoffnung – die Sowjetunion verweigerte sich kategorisch jeglicher Intervention. Denn in Moskau versprach man sich von der Hitlerregierung eine Zerschlagung des Kapitalismus in Deutschland. Vor diesem Hintergrund plädiert der Historiker Bernhard H. Bayerlein in der Zeitschrift in Heft 1/2017 der Zeitschrift INDES für eine kritische Beleuchtung der »Narrative, Thematiken, Forschungsergebnisse und Hypothesen« im Kontext des »Deutschland-Russland-Komplexes«. Der Historiker stellt konstatiert in seinem Beitrag: „Das Winogradow-Treffen ist einer der frühesten Anhaltspunkte für die offiziös zum Ausdruck gebrachte neutrale bis freundliche Haltung der Sowjetunion gegenüber dem Nationalsozialismus. Stalin war am Schicksal der Arbeiterbewegung und aller Hitlergegner offensichtlich völlig desinteressiert.“ Nach Bayerlein „räumt das Winogradow-Treffen gleich mit mehreren Geschichtslegenden auf. Es zeigt zunächst erstens, dass Sozialdemokraten und nicht Kommunisten das historische Verdienst zukommt, eine letzte Chance für ein gemeinsames Vorgehen gegen Hitler ergriffen zu haben, was die parteioffizielle und in ihrem Gefolge die DDR-Historiographie bis zum Schluss ableugnete. Globalhistorisch bedeutsam ist – zweitens – die definitive Demontage des antifaschistischen Ursprungsmythos der Sowjetunion, die aufgrund ihres späteren Sieges über Hitlerdeutschland im Zweiten Weltkrieg als konsequente Gegnerin des Nationalsozialismus erschien.“ Der Autor Dr. habil. Bernhard H. Bayerlein, geb. 1949, ist Historiker und Romanist und arbeitet als Senior Researcher am Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum. Zahlreiche Forschungsprojekte, Gastprofessuren und Veröffentlichungen der Grundlagenforschung im Bereich der internationalen Kommunismusforschung und der vergleichenden Politikwissenschaft u. a. in Amsterdam, Berlin, Lissabon, Paris, Lausanne, São Paulo, Moskau, Guadalajara und Moskau. Im globalen Rahmen engagiert er sich besonders für die Sicherung der Moskauer Archive.

Screenshot der Website berlinerdebatte.de

Fachzeitschrift

"Russland in Blut gewaschen". Ein Revolutionsjahr und seine Folgen in der Literatur

Berliner Debatte Initial e.V. (Hrsg.)

Die beiden großen Revolutionen in Russland im Jahr 1917 hatten über die gesellschaftlichen Umwälzungen hinaus auch große Auswirkungen auf die russische Literatur. Im Themenschwerpunkt des Heftes 1/2017 der Berliner Debatte Initial geht es darum, wie die Revolution und ihre Folgen in der Literatur dargestellt werden, wie "Genesis, Dialektik und Perspektive der Revolutionsepoche" gedeutet werden und was Rezeption und Übersetzungen über die jeweilige Sicht auf die Revolution und die Auseinandersetzung mit ihr aussagen. Berliner Debatte Initial ist eine vierteljährlich erscheinende geistes- und sozialwissenschaftliche Zeitschrift. Sie wurde 1990 von DDR-Sozialwissenschaftlern gegründet und wird heute vom Verein Berliner Debatte Initial e.V. herausgegeben und im Potsdamer Wissenschaftsverlag WeltTrends verlegt.

Bois, Kommunisten, Hitler, Stalin

Fachbuch

Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik. Eine Gesamtdarstellung

Marcel Bois

Marcel Bois legte 2014 eine über 600 Seiten starke Abhandlung über kommunistische Widerstandkämpfe vor. Darin vollzieht er die Abspaltungen und Wandlungen des linken Flügels der KPD in den 1920er-Jahren umfassend nach. Der Autor stellt knapp ein Dutzend Gruppen der linken KPD-Opposition und deren Aktivitäten vor. Auch bisher kaum erforschte Gruppierungen wie den Leninbund bezieht er ein. Bois’ politik- und sozialgeschichtliche Überlegungen geben Aufschluss über das Innenleben dieses Spektrums dissidenter Kommunistinnen und Kommunisten, die Akteure und Spaltungsprozesse werden detailliert nachgezeichnet. Besonders im Fokus steht dabei, dem Titel entsprechend, die Haltung verschiedener Gruppen zu den Diktatoren Hitler und Stalin sowie die Kritik an der „Entdemokratisierung“ der KPD. Bois’ Buch „Kommunisten gegen Hitler und Stalin“ wurde mit dem Wissenschaftspreis 2015 der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen ausgezeichnet.

Fachbuch

Geschichte der Internationale

Julius Braunthal

Der Journalist und Staatswissenschaftler Julius Braunthal (1891–1972), der 1951 die Sozialistische Internationale mitbegründete und bis 1956 ihr Sekretär war, widmete sich intensiv der Geschichtsschreibung der internationalen und österreichischen Arbeiterbewegung. In drei Büchern setzte er sich mit den geistigen Wurzeln und Strömungen sowie den Zerreißproben der sozialistischen Internationale auseinander. Band 1 beginnt mit einem Kapitel über die Französischen Revolution, die Braunthal als Ursprung der sozialistischen Gedankenwelt ansieht. Für die Darstellung der Ersten Internationale von der Gründung 1864 bis zur Selbstauflösung 1872 wertete er u.a. die ungedruckten Protokolle ihrer Generalsitzungen aus. Im zweiten Band werden die Auseinandersetzungen innerhalb der kommunistischen und sozialistischen Internationale vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs bis zur ihrer Auflösung 1943 beschrieben. Auch im Abschlussband geht Braunthal auf die einzelnen Parteien und Pioniere der internationalen Arbeiterbewegung ein. Die im journalistischen Stil geschriebenen, mit Dokumenten und Illustrationen ausgestatteten Werke sind bis heute eine der wichtigsten Gesamtdarstellungen zu diesem Thema.

Cover des Buches "Kambodscha unter den Roten Khmer", Verlag Schöningh

Fachbuch

Kambodscha unter den Roten Khmer. Die Erschaffung des perfekten Sozialisten

Daniel Bultmann

Der Autor Daniel Bultmann beschäftigt sich in seinem Buch „Kambodscha unter den Roten Khmer“ mit der Guerillabewegung um Pol-Pot. Bis zum Ende ihrer Herrschaft 1978 fielen den Roten Khmer etwa zwei Millionen Kambodschaner zum Opfer. Die gewaltsamen Maßnahmen zur Metamorphose des Staates in einen Agrarkommunismus zählen zu den brutalsten Staatsverbrechen des 20. Jahrhunderts. Doch die Roten Khmer formten nicht nur die soziale und politische Ordnung neu, sondern auch die Gedankenwelten ihrer Untertanen. Ein System von Zwangsarbeit, Indoktrination und Umerziehungslagern sollte den perfekten Sozialisten hervorbringen. Daniel Bultmann zeigt in seinem Werk die durchaus modernen Repressionstechniken des vermeintlichen „Steinzeitkommunismus“ und zeichnet die Geschichte der Revolution der Roten Khmer und ihre „Eskalationslogiken“ detailliert nach.

Cover der APuZ-Ausgabe "Oktoberrevolution", Bundeszentrale für politische Bildung

Fachzeitschrift

Aus Politik und Zeitgeschichte - Oktoberrevolution

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.) | vom 29.10.2007

Die Ausgabe 44-45/2007 der von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebenen Fachzeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ (APuZ) trägt den Titel „Oktoberrevolution“. Sieben Historikerinnen und Historiker beschäftigen sich darin mit der Genese, dem Verlauf und den Auswirkungen der Russischen Revolutionen des Jahres 1917. In einem vergleichenden Zugang wird die Oktoberrevolution in der Geschichte Russlands verortet und mit dem „Großen Terror“ Stalins und dem Zerfall der Sowjetunion in Beziehung gesetzt. Die Ausgabe nimmt ebenfalls die gewaltsame Entwicklung der Revolution in den Blick, betrachtet den Beitrag der Bolschewiki zum Untergang der Weimarer Republik und ordnet das revolutionäre Russland in einen globalen Kontext ein. Die APuZ-Ausgabe kann über die Website der Bundeszentrale für politische Bildung kostenfrei bezogen und heruntergeladen werden. Die Beiträge der Ausgabe sind dort ebenfalls als einzelne Dossiers online verfügbar.

Busky, Communism, History, Theory

Fachbuch

Communism in History and Theory: The European Experience

Donald F. Busky

Im Jahr 2002 legte Donald F. Busky gleich zwei Fachbücher vor: zum einen sein Werk zum Kommunismus in Afrika, Asien und Amerika. Zum anderen veröffentlichte Busky mit „Communism in History and Theory: The European Experience“ eine tiefgreifende Darstellung der Geschichte kommunistischer Regierungen, kommunistischer Parteien und ihrer Schlüsselfiguren im Europa des 20. Jahrhunderts. Einen weiteren Schwerpunkt legt er in diesem Werk auf die europäische neomarxistische Philosophie. Busky kommt zu dem Schluss, dass die marxistische Idee letztendlich als Erklärungsansatz historischer Prozesse scheitert, da sie sich zu stark auf ökonomische Problemlagen beschränkt. Er verfolgt einen interdisziplinären Ansatz und bezieht in seiner eigenen Analyse Erkenntnisse psychologischer Anthropologie ein.

Screen Prager Frühling 1968 tagesschau.de

Website

Prager Frühling 1968

Wolfgang Denzler, Manuel Czauderna

Der Onlineauftritt von tagesschau.de bietet eine multimediale Chronik zur Geschichte des Prager Frühlings 1968 in der Tschechoslowakei an. Anhand von Einführungstexten sowie historischen Fernseh- und Radiobeiträgen können die Ereignisse vom Beginn des Aufstands bis zu dessen Niederschlagung durch die Armeen der Warschauer Pakt Staaten und damit das Scheitern des Liberalisierungs- und Demokratisierungskurses von Parteichef Alexander Dubček nachvollzogen werden. Die Beiträge informieren über die angespannte wirtschaftliche Situation, die gesellschaftliche Unzufriedenheit im Vorfeld der Proteste, die geplanten Reformen der Kommunistischen Partei sowie die Reaktionen aus Moskau und die Wiederherstellung des alten Regimes. Auf einem Zeitstrahl können einzelne Ereignisse zwischen Dezember 1967 und August 1968 angeklickt werden, die zu den jeweiligen historischen Video-, Audio- oder Bilddokumenten führen.

Screenshot der Website dekoder.org mit Onlinedossier zur Oktoberrevolution

Blog | Website

dekoder [Russland entschlüsseln]

dekoder

Das Webblog dekoder [Russland entschlüsseln] erhielt 2016 den Grimme Online Award. Der Blog kommentiert und begleitet das kulturelle, politische und soziale Leben im heutigen Russland. In den Beiträgen werden Inhalte von Russlandexperten aus Wissenschaft und Journalismus leicht verständlich vermittelt. Die Autorinnen und Autoren zeichnen somit ein differenziertes Bild der postsowjetischen Gesellschaft. Es finden sich Artikel zu Pop, Memory, Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft. Die Einträge sind gut recherchiert und zeichnen sich durch ihre multimediale und quellengestützte Darstellung aus. In dem Netzwerk aus Medienexperten, Journalisten und Übersetzern kommen russische Stimmen genauso zu Wort wie deutsche. Somit fördert die Seite das gegenseitige Verständnis und den kulturellen Austausch. Anlässlich des Centennials der Oktoberrevolutionen hat der Blog ein Onlinedossier zu diesem Topos erstellt. Neben einer zeitgenössischen Presseschau finden sich dort beispielsweise Artikel zum Soundtrack der Revolution oder zum Anteil der Frauen am Revolutionsgeschehen.

Costas Douzinas, Slavoj Žižek (Hrsg.): Die Idee des Kommunismus I

Fachbuch

Die Idee des Kommunismus I

Costas Douzinas, Slavoj Žižek (Hrsg.)

Der Sammelband basiert auf der gleichnamigen Konferenz, zu der der slowenische Philosoph und Kulturkritiker Slavoj Žižek linke und linksradikale Theoretiker im März 2009 nach London geladen hatte. Ziel war es, über die Idee des Kommunismus neu zu reflektieren und sie von den Verbrechen des 20. Jahrhunderts zu lösen, um gesellschaftliche Konzepte zu erarbeiten, die eine Alternative zum Kapitalismus darstellen können. Der Band soll wie die Tagung zu politischem Handeln anleiten. Er enthält u. a. Beiträge von Jacques Rancière, Gianni Vattimo, Judith Balso, Antonio Negri, Jean-Luc Nancy, Susan Buck Morss und Michael Hardt. Bei allen spielt die Frage, warum linke Politik oft scheiterte und dennoch bis heute attraktiv ist, eine besondere Rolle.

Apor, Sarkisova, Past for the eyes, cinema, museum, public history

Sammelband | Fachbuch

Past for the Eyes: East European Representations of Communism in Cinema and Museums after 1989

Peter Apor, Oksana Sarkisova

Mit „Past for the Eyes: East European Representations of Communism in Cinema and Museums after 1989“ gaben Peter Apor und Oksana SarkisovaIn 2008 einen Sammelband zur Rezeptionsgeschichte des Kommunismus in modernen Filmen, Museen und Ausstellungen heraus. In 13 Essays setzen sich die weitgehend osteuropäischen Autoren mit der Frage auseinander, wie Darstellungen in den genannten Bereichen das gegenwärtige Bild der kommunistischen Vergangenheit formen. Der Fokus liegt auf den vielfach verknüpften Prozessen der Visualisierung von Vergangenem und dessen Wahrnehmung im kollektiven Gedächtnis der Generationen. Die betrachteten Objekte werden in drei Kategorien eingeteilt, die die verschiedenen Herangehensweisen an das kommunistische Erbe definieren: „Documents of Communism“, „Subjects of Nostalgia“ und „Objects of Memory“. So soll eine vielschichtigere Analyse verschiedener Darstellungsweisen ermöglicht werden.

Buchcover Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.): Die Idee des Kommunismus II

Fachbuch

Die Idee des Kommunismus II

Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.)

Die zweite internationale Konferenz zur Erneuerung der Idee des Kommunismus fand 2010 auf Initiative von Alain Badiou und Slavoj Žižek in der Berliner Volksbühne statt. Dabei sollten vor allem Philosophen aus nicht westlichen und aus ehemals kommunistischen Ländern zu Wort kommen. Der Band dokumentiert alle Referate, darunter die von Artemy Magun, Kuba Mikurda, Antonio Negri, Frank Ruda, Bülent Somay, Janek Sowa und Jan Völker. Eine der größten Herausforderungen, so Alain Badiou einleitend, bestehe darin, Kommunismus weder nur theoretisch zu betrachten oder zu idealisieren noch rein aktivistisch zu interpretieren. In diesem Sinne versucht etwa Saroj Giri, Professor für Politische Wissenschaft in Delhi, die Ideen von Vordenkern der neuen sozialen Bewegungen mit den realen Bewegungen in Südamerika in Beziehung zu setzen.

Buchcover Bernhard H. Bayerlein, Jakov Drabkin, Aleksandr Galkin, Hermann Weber (Hrsg.): Deutschland, Russland, Komintern - I. Überblicke, Analysen, Diskussionen

Fachbuch

Deutschland, Russland, Komintern - I. Überblicke, Analysen, Diskussionen

Bernhard H. Bayerlein, Jakov Drabkin, Aleksandr Galkin, Hermann Weber (Hrsg.)

Der erste Band des Editionsprojekts kontextualisiert und analysiert die im zweiten Band editierten Dokumente zu den Beziehungen zwischen Komtintern, der sowjetischen Führung und KPD in den Jahren von 1918 bis 1943. Die Edition ist ein Ergebnis der Deutsch-Russischen Geschichtskommission, die 1997 mit dem Ziel gegründet wurde, gegenseitiges Vertrauen zu festigen. Der Fokus liegt auf dem Einfluss der Komintern auf die deutsch-russischen Beziehungen, wobei insbesondere die Entwicklung der KPD durch Vorgaben aus Moskau in den Blick genommen wird. Im Einführungsband präsentieren die vier Herausgeber neue Erkenntnisse auf Basis der auf Deutsch zugänglich gemachten Quellen. Herrmann Weber beschäftigt sich mit Schlüsselereignissen der KPD-Geschichte. Jakov Drabkin untersucht die globale Entwicklung der Komintern als Transformation der „Idee der Weltrevolution“. Bernhard Bayerlein stellt neue Materialien zur Konzeptualisierung der 1930er-Jahre vor, und Aleksandr Galkin gibt einen Überblick über die Geschichte der Arbeiterbewegung als Voraussetzung für die Entstehung von KPD und Komintern.

Cover des Buches "Russlands Westen", Verlag Harrassowitz

Fachbuch

Russlands Westen. Westorientierung und Reformgesetzgebung im ausgehenden Zarenreich 1905-1917

Benjamin Beuerle

Benjamin Beuerles Buch „Russlands Westen“ behandelt die russische Politik zwischen den Revolutionen von 1905 und 1917. Nach dem Petersburger Blutsonntag und den darauf folgenden Unruhen stimmte der Zar der Etablierung einer gewählten Versammlung zu. Mit der Duma gab es erstmals ein gewähltes Parlament, das die Reformbedürftigkeit Russlands öffentlich anprangerte. Orientierung und Vorbild für den Staat sollte dabei der Westen sein. Benjamin Beuerle untersucht in seiner Dissertation die Diskussionsverläufe und die Gesetzgebungsverfahren im neuen Parlament. Zentral dabei sind drei Reformansätze: die Agrarreform, die Arbeiterversicherung und die Abschaffung der Todesstrafe. Erstaunlich ist der der Umstand eines überparteilichen Grundkonsenses über die Ausrichtung der staatlichen Entwicklung nach Westen, um zu Wohlstand und Fortschritt zu gelangen. Beuerle betont die Stabilität des politischen Systems des Russischen Reiches am Vorabend des Ersten Weltkriegs, das von der Oktoberrevolution zerstört worden sei.

Buchcover Franz Borkenau: Der europäische Kommunismus. Seine Geschichte von 1917 bis zur Gegenwart

Fachbuch

Der europäische Kommunismus. Seine Geschichte von 1917 bis zur Gegenwart

Franz Borkenau

Der Kulturhistoriker und Soziologe Franz Borkenau (1900–1957) war in den 1920er-Jahren Mitglied der KPD, wurde 1929 aber aus der Partei ausgeschlossen, weil er sich gegen den Stalinismus wandte. In seinem Buch, dessen deutsche Übersetzung 1952 erschien, stellt Borkenau die Geschichte des europäischen Kommunismus dar und bezeichnet diesen als „die größte gegenwärtige Weltgefahr“. Zunächst geht er auf die KPD im Deutschland der 1920er-Jahre und den französischen Kommunismus vor 1934 ein. Sein Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den 1930er-Jahren. Borkenau analysiert die Beschlüsse und Taktiken der kommunistischen Parteien in Europa und zieht daraus Rückschlüsse auf die Innen- und Außenpolitik der sowjetischen Führung in Moskau. Außerdem behandelt er den Pakt zwischen Hitler und Stalin, die Resistánce in Frankreich, den Aufstieg Titos und die Bürgerkriege in Südosteuropa. Nach dem Krieg, so Borkenau, hätten die europäischen kommunistischen Parteien für die sowjetische Politik eine immer geringere Rolle gespielt.

Screenshot des Onlinedossiers "Russian Revolution" auf der Website der British Library

Onlinedossier

Russian Revolution

British Library

Anlässlich des 100. Jahrestages der Russischen Revolution hat die Nationalbibliothek des Vereinigten Königreiches (British Library) auf ihrer Website ein Onlinedossier zu den umwälzenden Ereignissen in Russland um das Jahr 1917 erstellt. Vom Fall des letzten russischen Zaren, Nikolaus II., bis zur Errichtung des ersten kommunistischen Staates wird der Leser hier über die Umstürze informiert, die Russland, aber auch den Rest der Welt verändert haben. Dies geschieht unter anderem anhand von Postern, Karikaturen und Artikeln, beispielsweise über die Rolle der Frau während der Revolution. Eine Zeitleiste und ein Glossar erklären Begriffe, Konzepte und Ereignisse, die wichtig sind im Zusammenhang mit der Russischen Revolution. Das Onlinedossier wurde in Verbindung mit der Ausstellung "Russian Revolution. Hope, Tragedy, Myths" in der British Library zusammengestellt. Im Dossier können einzelne Ausstellungsobjekte angesehen werden, so zum Beispiel Propaganda-Poster und -Flugzettel der Bolschewiki, Zeitungsartikel und Karikaturen aus ausländischen Zeitungen.

Screen bpb Internationale Beziehungen I

Zeitschrift

Internationale Beziehungen I

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.)

Zwei Ausgaben der Informationen zur Politischen Bildung (bpb) beschäftigen sich mit den internationalen Beziehungen. Im ersten Heft wird der Ost-West-Konflikt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1990 dargestellt. Der Text basiert auf einer Veröffentlichung von Manfred Görtemaker und Manuela Hrdlicka aus dem Jahr 1990. Zunächst werden der Beginn der Bipolarität sowie die Ursachen und die Entstehung des Kalten Krieges vorgestellt. In weiteren Kapiteln werden die Koexistenz in den 1950er-Jahren, der Übergang zur Entspannung und die Neue Ostpolitik seit Ende der 1960er-Jahre thematisiert. Von der Krise und dem Neubeginn der Ost-West-Kooperation wird anschließend der Bogen zu den friedlichen Revolutionen in Osteuropa geschlagen. Am Schluss gibt die Publikation einen Ausblick auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und bietet Literaturhinweise zu den besprochenen Themen. Das zweite Heft widmet sich den internationalen Beziehungen nach 1989/90.

Logo bpb Dossier Russland

Website

bpb Dossier Russland

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Das Länderdossier Russland ist ein Onlineangebot der Bundeszentrale für politische Bildung, das einen Überblick über die Geschichte, Politik, Gesellschaft, Kultur und Geografie eines der größten Länder der Welt präsentiert. Die Russische Föderation mit mehr als 140 Mio. Einwohnern erstreckt sich über neun Zeitzonen von Osteuropa bis Ostasien und hat eine durch zahlreiche Bevölkerungsgruppen geprägte vielfältige Kultur. Neben den thematischen Beiträgen können auf der Webseite auch Landkarten, Infografiken zur Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung abgerufen sowie Quizfragen beantwortet werden. Russland wird als ein Land zwischen Autokratie und Modernisierung charakterisiert, dessen Demokratisierungsprozess, der nach dem Zerfall der Sowjetunion eingesetzt hat, stagniert und das gegenwärtig versucht, seine historische außenpolitische Bedeutung wiederzuerlangen.

Busky, Communism, Asia, Africa, Americas

Fachbuch

Communism in History and Theory: Asia, Africa, and the Americas

Donald F. Busky

Im Jahr 2002 publizierte Donald F. Busky nach seiner Studie zum Kommunismus in Europa mit „Communism in History and Theory: Asia, Africa, and the Americas“ eine umfassende Darstellung marxistisch-leninistischer Parteien und ihrer Schlüsselfiguren in den USA, Australien und Neuseeland sowie in „Dritte Welt“-Ländern des asiatischen, afrikanischen und amerikanischen Kontinents im 20. Jahrhundert. In detaillierter Synthesearbeit beleuchtet Busky die theoretischen Grundlagen kommunistischer Herrschaft und deren reelle Ausprägungen auf den genannten Kontinenten. Ausführlich setzt er sich z. B. mit dem Maoismus und den US-amerikanischen Aktionen gegen kommunistische Staaten und Bewegungen vom Korea- bis zum Vietnamkrieg und in Mittelamerika auseinander. In Kombination mit seinem Buch zum europäischen Kommunismus kann so von einer globalen Kommunismusgeschichte Buskys gesprochen werden.

Buchcover Alfons Dalma, Heinz Ramseier, Andreas Graf Razumovsky u.a.: Euro-Kommunismus. Italien, Frankreich, Jugoslawien, Spanien, Portugal

Fachbuch

Euro-Kommunismus. Italien, Frankreich, Jugoslawien, Spanien, Portugal

Alfons Dalma, Heinz Ramseier, Andreas Graf Razumovsky, Joseph Rovan, Michael Vermehren

Der Band gibt einen Überblick über die Debatte zum Eurokommunismus der 1970er-Jahre. Ausschlaggebend dafür war das Buch von Santiago Carillo, Generalsekretär der Kommunistischen Partei Spaniens, aus dem Jahr 1977, das den Titel trug Eurocommunism and the State und für den Bruch der westlichen KPs mit Moskau plädierte. Alfons Dalma, Heinz Ranseiner u.a. zeigen, dass der Eurokommunismus in jedem Land anders interpretiert und praktiziert wird. Die inneren Widersprüche etwa der Kommunistischen Partei Frankreichs verdeutlicht Joseph Rovan anhand ihrer Zerrissenheit zwischen der Treue zu Moskau auf der einen und den nationalen Traditionen auf der anderen Seite. Heinz Ramseier skizziert den Weg des Vorsitzenden der Portugiesischen Kommunistischen Partei, Álvaro Cunhal, von strenger Parteidoktrin zur eurokommunistischen Beweglichkeit.

Buchcover Isaac Deutscher: Die unvollendete Revolution 1917–1967

Fachbuch

Die unvollendete Revolution 1917–1967

Isaac Deutscher

Das Buch enthält sechs Vorträge des trotzkistischen Schriftstellers, Journalisten und Historiker Isaac Deutscher (1907–1967), die dieser aus Anlass des 50. Jahrestages der Russischen Revolution in Cambridge gehalten hat. Darin beschäftigt er sich mit der Frage, ob die sowjetische Herrschaft kommunistische Ziele verfolgt und welche Rolle sie damit für die kommunistische Bewegung weltweit spielt. Deutscher analysiert die innere Entwicklung der Sowjetunion und ihre Außenwirkung, wobei er Stalin vorwirft, die revolutionäre Bewegung unterbrochen zu haben. Weder in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg noch in der Sowjetunion selbst sei das „Proletariat“ wirklich befreit worden, es sei vielmehr unter die Herrschaft der Bürokratie geraten, so der Autor. Die Revolution, glaubt Deutscher 1967, könne durch eine Erneuerung der sowjetischen Gesellschaft noch vollendet werden; dazu müsse sich aber auch der Westen dem Sozialismus endlich öffnen.

Buchcover Roger Engelmann, Thomas Großbölting,  Hermann Wentker (Hrsg.): Kommunismus in der Krise. Die Entstalinisierung 1956 und die Folgen

Fachbuch

Kommunismus in der Krise. Die Entstalinisierung 1956 und die Folgen

Roger Engelmann, Thomas Großbölting, Hermann Wentker (Hrsg.)

Dieser Sammelband thematisiert Ursachen, transnationale Verschiedenheiten und Interdependenzen der so genannten „Entstalinisierungskrise“ im sowjetischen Machtbereich, die der berühmten Geheimrede Chruschtschows auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 folgten. Die ersten Beiträge widmen sich den Ereignissen der Krise in den Staaten Ost-Mitteleuropas. Im zweiten Teil werden die internationalen Auswirkungen etwa auf die Blockkonfrontation und die kommunistischen Parteien Westeuropas untersucht. Weitere Studien verdeutlichen am Beispiel von Geheimdiensten und Justizbehörden in ausgewählten Ländern die systembedingten Grenzen der Entstalinisierung: Die Repressionsorgane wurden nicht aufgelöst, die Justiz weiterhin politisch instrumentalisiert. Schließlich beleuchtet der Band auch die Rolle der Intellektuellen sowie die gesellschaftlichen Konflikte während der „Entstalinisierungskrise“.