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Logo der Informationsplattform H-Soz-Kult

Online-Plattform

H-Soz-Kult. Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften

Die 1996 ins Leben gerufene Informations- und Kommunikationsplattform für Historikerinnen und Historiker H-Soz-Kult (Humanities – Sozial- und Kulturgeschichte), ist eine der bedeutendsten Websites für historische Fachinformationen im deutschsprachigen Netz. Das Open-Access-Portal veröffentlicht jährlich circa 1.000 Rezensionen, 500 Tagungsberichte, 2.000 Ankündigungen von Veranstaltungen, Inhaltsverzeichnisse aktueller Ausgaben von über 500 Periodika und über 1.000 Stipendien- und Stellenausschreibungen.  Die ständig besetzte Kernredaktion am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin wird durch die ehrenamtliche Arbeit von über 40 renommierten Experten und Expertinnen aus nahezu allen Fachbereichen der Geschichtswissenschaft unterstützt. Die redaktionelle Betreuung der Beiträge garantiert die hohe wissenschaftliche Qualität des Portals. Neben der Website https://www.hsozkult.de/ gelangt man auch über ein Mail-Abo oder den Twitter-Kanal der Plattform an die Fachinformationen. H-Soz-Kult ist Teil des Historikernetzwerkes Clio-online – Fachportal Geschichte & Geschichtswissenschaft. Zahlreiche Veranstaltungsankündigungen, Calls und Rezensionen einschlägiger Neuerscheinungen beschäftigen sich mit der Erforschung und Aufarbeitung der Geschichte des Kommunismus. Auf unserer Website verlinken wir oftmals auf Buch- und Konferenzbesprechungen sowie auf Call for Papers und Veranstaltungsankündigungen des Portals.

Cover des Buches "Beziehungsweise Revolution", Verlag Suhrkamp

Fachbuch

Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende

Bini Adamczak

Die Autorin beschäftigt sich in ihrem Buch Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende anlässlich des 100. Jahrestages der Russischen Revolution mit den Ereignissen des Jahres 1917, die sie mit der sozialen Revolution 1968 in Beziehung setzt. Diese Revolutionen waren von sehr unterschiedlicher Natur: Die Russische Revolution verfolgte einen Umbau politischer Art, während 1968 auf das Individuum zielte. Die Autorin verknüpft diese Prozesse anhand der neuen Geschlechterverhältnisse und fragt nach der „vergangenen Zukunft von Revolutionen“. Das Buch gliedert sich in drei Teile: Russische Revolution, Das Geschlecht der Revolution, Beziehungswesen. Bini Adamczak publiziert als freie Autorin Bücher zum Themenkomplex des Kommunismus und erlangte durch ihr Kinderbuch Kommunismus. Kleine Geschichte wie es endlich alles anders wird internationale Bekanntheit. Ihr neues Buch Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende erscheint am 9. Oktober 2017 im Suhrkamp Verlag.

Buchcover Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum, Martin Gutzeit (Hrsg.): Umbrüche und Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989

Fachbuch

Umbrüche und Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989

Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum, Martin Gutzeit (Hrsg.)

Der Band basiert auf einer gleichnamigen Konferenz, die sich mit verschiedenen Ebenen des Epochenumbruchs 1989/90 in der DDR, in Polen, der Tschechoslowakei und in Ungarn befasst hat. Die Autoren untersuchen sowohl Gemeinsamkeiten und Besonderheiten nationaler und internationaler Akteure als auch die Veränderungen in Staat und Gesellschaft. Auch die damalige Sicht der sowjetischen Führung auf Ostmitteleuropa wird beleuchtet, um die Ausgangslage vor der friedlichen Revolution darzustellen. So werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Revolution und Transformation nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime in den Blick genommen.

Cover des "Journal of Modern European History"

Zeitschrift

Public Debt and Financialization after 1945

Jörg Baberowski, Andreas Eckert, Jörn Leonhard (Hrsg.)

Mit dem Schwerpunkt „Staatsverschuldung“ befasst sich die Ausgabe 15 (2017) Heft 4 des Journal of Modern European History mit einem Thema, das im 20. Jahrhundert für die Entwicklung aller Volkswirtschaften, aber auch des globalen Finanzmarktes entscheidend war. Gegensätzlich zu den vorherrschenden Ansichten über Staatsschulden als ein rein nationales Problem, diskutieren die Artikel vielmehr die Bedeutung der Weltwirtschaft sowie des Aufstiegs der globalen Kapitalmärkte im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts als neue Faktoren auf dem Gebiet der öffentlichen Finanzwirtschaft. Denn die Beziehungen zwischen kreditnehmenden und -gebenden Staaten sowie zwischen institutionellen Anlegern, Banken, dem öffentlichen Sektor und der privaten Altersvorsorge haben sich grundlegend verändert. Die Staatsverschuldung kann somit nicht mehr nur als Folge makroökonomischer Zwänge, sondern vielmehr als Ausdruck von Machtverhältnissen, politischen Entscheidungen und sozialen Auswirkungen beschrieben werden. Der Washington Consensus und die damit einhergehenden Liberalisierung der Finanzmärkte waren ein mitbestimmender Faktor für das Fortbestehen oder den Untergang der sozialistischen Staaten.  InhaltA. TikhomirovThe Grammar of Trust and Distrust under State Socialism after Stalin. IntroductionM. PirogovskayaTaste of Trust: Documenting Solidarity in Soviet Private Cookbooks, 1950-1980sA. TikhomirovaConsumption of East German Clothing by Soviet Women in the Brezhnev EraK. BönkerThe Post-Soviet Revaluation of Soviet Money Practices and Social EqualityA. TikhomirovSpeaking Kinship, Being Soviet and Reinventing Tradition in the USSRArticleC. Frysztacka / K. Herborn / M. Palli / T. ScheidtKolumbus transnational: Verflochtene Geschichtskulturen und europäische Medienlandschaften im Kontext des 400. Jubiläums der Entdeckung Amerikas 1892CommentaryD. LogemannDer Streit um das Warschauer Museum des Zweiten Weltkrieges

Buchcover David E. Barclay, Eric D. Weitz (Hrsg.): Between reform and revolution. German socialism and communism from 1840 to 1990

Fachbuch

Between reform and revolution. German socialism and communism from 1840 to 1990

David E. Barclay, Eric D. Weitz (Hrsg.)

Der von den Historikern David E. Barclay und Eric D. Weitz herausgegebene Band versammelt Studien, in denen die Geschichte der SPD und der Linken in Deutschland seit den 1990er-Jahren neu bewertet wird. Die 23 Beiträge spiegeln die methodische und thematische Vielfalt der Forschungen zur deutschen Arbeiterbewegung sowie zu sozialen und politischen Bewegungen wider. Das Themenspektrum reicht von der Rolle des Nationalismus im Diskurs über Sozialismus in den 1830er- und 40er-Jahren bis hin zu westdeutschen sozialdemokratischen Gender-Politiken in den 1950er- und 60er-Jahren. Dabei gehen die US-amerikanischen, deutschen und britischen Autoren und Autorinnen der Frage nach, welchen Einfluss Sozialismus und Kommunismus auf die moderne deutsche Geschichte ausübten.

Buchcover: Jan C. Behrends, Nikolaus Katzer und Thomas Lindenberger (Hrsg): 100 Jahre Roter Oktober

Sammelband | Fachbuch

100 Jahre Roter Oktober: Zur Weltgeschichte der russischen Revolution

Jan C. Behrends, Nikolaus Katzer und Thomas Lindenberger (Hrsg.)

Der 100. Jahrestag der Russischen Revolution ist der Anlass für viele Ausstellungseröffnungen und Publikationen, weil er dazu einlädt, sich mit der globalen Wirkungsgeschichte der Ereignisse zu beschäftigen. Die Deutung der revolutionären Umstürze im Verlauf des Jahres 1917 in Petrograd war stets Inhalt zahlreicher Diskussionen und Kontroversen. Die verschiedenen Interpretationen als Staatsstreich, Volksaufstand oder als sozialistische Revolution der Arbeiterklasse wurden von Historikern und Politikern propagiert und instrumentalisiert. Der vom ZZF Potsdam und DHI Moskau veröffentlichte Sammelband „100 Jahre Roter Oktober. Zur Weltgeschichte der Russischen Revolution" verhandelt das Verhältnis vom Mythos des Roten Oktober zur globalhistorischen Erfahrung kommunistischer Regime im 20. und 21. Jahrhundert. Ausgehend vom Jahr 1917 bis in unsere Zeit untersuchen Autoren aus Deutschland, Russland, Großbritannien, den USA, Polen und Spanien in elf Essays die welthistorischen Auswirkungen der Russischen Revolution.

Cover des Buches "Russlands Westen", Verlag Harrassowitz

Fachbuch

Russlands Westen. Westorientierung und Reformgesetzgebung im ausgehenden Zarenreich 1905-1917

Benjamin Beuerle

Benjamin Beuerles Buch „Russlands Westen“ behandelt die russische Politik zwischen den Revolutionen von 1905 und 1917. Nach dem Petersburger Blutsonntag und den darauf folgenden Unruhen stimmte der Zar der Etablierung einer gewählten Versammlung zu. Mit der Duma gab es erstmals ein gewähltes Parlament, das die Reformbedürftigkeit Russlands öffentlich anprangerte. Orientierung und Vorbild für den Staat sollte dabei der Westen sein. Benjamin Beuerle untersucht in seiner Dissertation die Diskussionsverläufe und die Gesetzgebungsverfahren im neuen Parlament. Zentral dabei sind drei Reformansätze: die Agrarreform, die Arbeiterversicherung und die Abschaffung der Todesstrafe. Erstaunlich ist der der Umstand eines überparteilichen Grundkonsenses über die Ausrichtung der staatlichen Entwicklung nach Westen, um zu Wohlstand und Fortschritt zu gelangen. Beuerle betont die Stabilität des politischen Systems des Russischen Reiches am Vorabend des Ersten Weltkriegs, das von der Oktoberrevolution zerstört worden sei.

Buchcover Franz Borkenau: Der europäische Kommunismus. Seine Geschichte von 1917 bis zur Gegenwart

Fachbuch

Der europäische Kommunismus. Seine Geschichte von 1917 bis zur Gegenwart

Franz Borkenau

Der Kulturhistoriker und Soziologe Franz Borkenau (1900–1957) war in den 1920er-Jahren Mitglied der KPD, wurde 1929 aber aus der Partei ausgeschlossen, weil er sich gegen den Stalinismus wandte. In seinem Buch, dessen deutsche Übersetzung 1952 erschien, stellt Borkenau die Geschichte des europäischen Kommunismus dar und bezeichnet diesen als „die größte gegenwärtige Weltgefahr“. Zunächst geht er auf die KPD im Deutschland der 1920er-Jahre und den französischen Kommunismus vor 1934 ein. Sein Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den 1930er-Jahren. Borkenau analysiert die Beschlüsse und Taktiken der kommunistischen Parteien in Europa und zieht daraus Rückschlüsse auf die Innen- und Außenpolitik der sowjetischen Führung in Moskau. Außerdem behandelt er den Pakt zwischen Hitler und Stalin, die Resistánce in Frankreich, den Aufstieg Titos und die Bürgerkriege in Südosteuropa. Nach dem Krieg, so Borkenau, hätten die europäischen kommunistischen Parteien für die sowjetische Politik eine immer geringere Rolle gespielt.

Buchcover "100 Jahre Oktoberrevolution: Irrweg oder Ausweg?"

Aufsatzsammlung

100 Jahre Oktoberrevolution: Irrweg oder Ausweg?

Daniel Bratanovic (Hrsg.)

Der Band stellt die Frage, wie es um das „programmatische Erbe“ der Oktoberrevolution bestellt ist und ob der Blick darauf etwas anderes sein kann als „nostalgische Verklärung einerseits oder Verdammung andererseits“. Zahlreiche Historiker gehen der Frage nach, „ob und, falls ja, wie die Oktoberrevolution und ihre Errungenschaften auch 100 Jahre danach immer noch als Maßstab zum Verständnis gegenwärtiger Krisen dienen können“. Somit soll in erster Linie keine historische Ereignisgeschichte geschrieben werden, sondern Antworten auf die Frage „Wie aktuell ist die Oktoberrevolution heute noch?“ geliefert werden. Der 1981 geborene Herausgeber des Bandes leitet das Ressort »Thema« der Tageszeitung junge Welt.

Buchcover Margarete Buber-Neumann: Kriegsschauplätze der Weltrevolution. Ein Bericht aus der Praxis der Komintern 1919–1943

Fachbuch

Kriegsschauplätze der Weltrevolution. Ein Bericht aus der Praxis der Komintern 1919 – 1943

Margarete Buber-Neumann

Die deutsche Kommunistin und Publizistin Margarete Buber-Neumann (1901–1989) wurde mit ihrem Mann Heinz Neumann 1935 aus dem schweizerischen Exil nach Russland abgeschoben. Als Heinz Neumann während des Großen Terrors der 1930er-Jahren zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, kam Margarete Buber-Neumann in ein Straflager. 1940 an das nationalsozialistische Deutschland ausgeliefert, musste sie fünf weitere Jahre im KZ Ravensbrück verbringen. Ihre Geschichte der Komintern, auch Dritte Internationale genannt, basiert daher nicht nur auf umfangreichem Quellenmaterial, sondern auch auf eigenen Erfahrungen und Reflektionen. Durch ihre persönliche Nähe zu Personen, Orten und Institutionen, über die sie schreibt, wird ihr Buch selbst zu einer wichtigen Quelle dieser Geschichte. So war etwa ihre Auslieferung Teil der Vereinbarungen des Hitler-Stalin-Paktes, der auch das Ende der Komintern als Zugeständnis der sowjetischen Seite bedeutete.

Cover der APuZ-Ausgabe "Oktoberrevolution", Bundeszentrale für politische Bildung

Fachzeitschrift

Aus Politik und Zeitgeschichte - Oktoberrevolution

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.) | vom 29.10.2007

Die Ausgabe 44-45/2007 der von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebenen Fachzeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ (APuZ) trägt den Titel „Oktoberrevolution“. Sieben Historikerinnen und Historiker beschäftigen sich darin mit der Genese, dem Verlauf und den Auswirkungen der Russischen Revolutionen des Jahres 1917. In einem vergleichenden Zugang wird die Oktoberrevolution in der Geschichte Russlands verortet und mit dem „Großen Terror“ Stalins und dem Zerfall der Sowjetunion in Beziehung gesetzt. Die Ausgabe nimmt ebenfalls die gewaltsame Entwicklung der Revolution in den Blick, betrachtet den Beitrag der Bolschewiki zum Untergang der Weimarer Republik und ordnet das revolutionäre Russland in einen globalen Kontext ein. Die APuZ-Ausgabe kann über die Website der Bundeszentrale für politische Bildung kostenfrei bezogen und heruntergeladen werden. Die Beiträge der Ausgabe sind dort ebenfalls als einzelne Dossiers online verfügbar.

Cover  Horch und Guck 24. Jg. Heft 81, 1/2015

Zeitschrift

Horch und Guck

Bürgerkomitee Leipzig e.V. für die Auflösung der ehemaligen Staatssicherheit (MfS) (Hrsg.)

Die Zeitschrift Horch und Guck erscheint mehrmals jährlich in unregelmäßigen Abständen seit 1992.  Gegründet wurde die Zeitschrift aus der Aufarbeitungsinitiative "Bürgerkomitee 15. Januar e.V. Berlin. Verein zur Aufarbeitung der DDR- und Stasigeschichte" 1992. Seit 2014 fungiert das "Bürgerkomitee Leipzig e.V., mit der Gedenkstätte Museum in der Runden Ecke" als Herausgeber der Zeitschrift. Beides sind Aufarbeitungsinitiativen, die sich aus dem direkten Kontext der DDR-Opposition gegründet hatten. Somit behandelte das Periodikum in den ersten Ausgaben vor allem die Repression in der SED-Diktatur und plädierte für eine kritische Aufarbeitung von dieser. Inzwischen fand eine inhaltliche Öffnung hin zu breiteren Themen statt. So wird das generelle Unrecht kommunistischer Diktaturen und die Frage nach einem angemessenen Umgang damit, diskutiert.   

Gerd Koenen "Die Farbe Rot: Ursprünge und Geschichte des Kommunismus", Screenshot vom Buchcover

Fachbuch

Die Farbe Rot: Ursprünge und Geschichte des Kommunismus

Gerd Koenen

Der Traum von der großen welthistorischen Kommunion, in der alle Menschen Brüder werden und keiner mehr des anderen Knecht sein muss, hat seine Spur durch die Jahrhunderte gezogen bis die Revolution im Oktober 1917 in Russland den Kommunismus an die Macht brachte. Doch als die Utopie nach der Wirklichkeit griff, wurde der Traum von Gleichheit und Gemeinschaft zum Albtraum: Das Rendezvous des Kommunismus mit der Geschichte endete in Terror und Paranoia. Autor Gerd Koenen schildert in diesem Werk die Geschichte des Kommunismus und lässt dabei Philosophen, Revolutionäre und Politiker zu Wort kommen. Beschrieben werden die Ursachen für die Anziehungskraft der kommunistischen Idee: Herrschaft und Unterdrückung, sowie Elend und Armut der Ausgebeuteten. Zudem führt Koenen auf, warum der Kampf um soziale Gerechtigkeit in einer Welt des Kapitalismus bis heute legitim und aktuell ist.

Buchcover Bini Adamczak: Kommunismus. Kleine Geschichte, wie es endlich alles anders wird

Fachbuch

Kommunismus. Kleine Geschichte, wie es endlich alles anders wird

Bini Adamczak

Die Autorin erklärt die Funktionsweise des Kapitalismus sowie die Theorie und Geschichte des Kommunismus für Einsteiger. Das Buch ist in einer leicht verständlichen und märchenhaften Sprache geschrieben und stellt die Frage in den Mittelpunkt, warum Menschen immer wieder mit dem Wunsch gescheitert sind, die Welt zu ändern. Im ersten Teil des Buches erzählt sie die Geschichte des Kapitalismus, im zweiten Teil erläutert sie die historischen Versuche, ihn zu überwinden. Auf die wichtigsten Argumente und Schlagworte der Kapitalismuskritik folgen Vorschläge, wie ein gelebter Kommunismus aussehen könnte. Im Epilog greift die Autorin die Nachteile der Kritikstrategien am Kapitalismus noch einmal auf, wobei sie hier auf die kindgemäße Sprache verzichtet.

Apor, Sarkisova, Past for the eyes, cinema, museum, public history

Sammelband | Fachbuch

Past for the Eyes: East European Representations of Communism in Cinema and Museums after 1989

Peter Apor, Oksana Sarkisova

Mit „Past for the Eyes: East European Representations of Communism in Cinema and Museums after 1989“ gaben Peter Apor und Oksana SarkisovaIn 2008 einen Sammelband zur Rezeptionsgeschichte des Kommunismus in modernen Filmen, Museen und Ausstellungen heraus. In 13 Essays setzen sich die weitgehend osteuropäischen Autoren mit der Frage auseinander, wie Darstellungen in den genannten Bereichen das gegenwärtige Bild der kommunistischen Vergangenheit formen. Der Fokus liegt auf den vielfach verknüpften Prozessen der Visualisierung von Vergangenem und dessen Wahrnehmung im kollektiven Gedächtnis der Generationen. Die betrachteten Objekte werden in drei Kategorien eingeteilt, die die verschiedenen Herangehensweisen an das kommunistische Erbe definieren: „Documents of Communism“, „Subjects of Nostalgia“ und „Objects of Memory“. So soll eine vielschichtigere Analyse verschiedener Darstellungsweisen ermöglicht werden.

Buchcover Uwe Backes, Stéphane Courtois (Hrsg.): "Ein Gespenst geht um in Europa". Das Erbe kommunistischer Ideologien

Fachbuch

„Ein Gespenst geht um in Europa". Das Erbe kommunistischer Ideologien

Uwe Backes, Stéphane Courtois (Hrsg.)

Der Sammelband basiert auf einer Tagung, die das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung und die Groupe d'Étude et d'Observation de la Démocratie an der Universität in Paris-Nanterre veranstaltet haben. Die deutsch- und französischsprachigen Forscher und Forscherinnen setzen sich die wissenschaftliche Aufarbeitung des ideologischen Erbes des Kommunismus zum Ziel. Sie untersuchen das Selbstverständnis der verschiedenen kommunistischen Ideologien und beleuchten die Gefahren, die von totalitären Tendenzen ausgehen; wobei sie die Geschichte explizit aus der Perspektive des demokratischen Verfassungsstaates betrachten. Am Beispiel zentraler Theoretiker wie Karl Marx, Wladimir I. Lenin, Rosa Luxemburg, Leo Trotzki und Antonio Gramsci werden die Entstehung, der Wandel und die gegenwärtige Bedeutung verschiedener kommunistischer Ideen erläutert.

Screenshot von Volltext des Aufsatzes unter: http://indes-online.de/1-2017-das-geheime-winogradow-treffen-im-februar-1933

Aufsatz

Das geheime Winogradow-Treffen im Februar 1933

Bernhard H. Bayerlein

Am Vorabend der Errichtung der NS-Diktatur im Jahr 1933 sondierten zwei Sozialdemokraten die Chancen einer Einheitsfront aus SPD und KPD; doch nach dem Treffen mit dem sowjetischen Diplomaten Winogradow zerschlug sich ihre Hoffnung – die Sowjetunion verweigerte sich kategorisch jeglicher Intervention. Denn in Moskau versprach man sich von der Hitlerregierung eine Zerschlagung des Kapitalismus in Deutschland. Vor diesem Hintergrund plädiert der Historiker Bernhard H. Bayerlein in der Zeitschrift in Heft 1/2017 der Zeitschrift INDES für eine kritische Beleuchtung der »Narrative, Thematiken, Forschungsergebnisse und Hypothesen« im Kontext des »Deutschland-Russland-Komplexes«. Der Historiker stellt konstatiert in seinem Beitrag: „Das Winogradow-Treffen ist einer der frühesten Anhaltspunkte für die offiziös zum Ausdruck gebrachte neutrale bis freundliche Haltung der Sowjetunion gegenüber dem Nationalsozialismus. Stalin war am Schicksal der Arbeiterbewegung und aller Hitlergegner offensichtlich völlig desinteressiert.“ Nach Bayerlein „räumt das Winogradow-Treffen gleich mit mehreren Geschichtslegenden auf. Es zeigt zunächst erstens, dass Sozialdemokraten und nicht Kommunisten das historische Verdienst zukommt, eine letzte Chance für ein gemeinsames Vorgehen gegen Hitler ergriffen zu haben, was die parteioffizielle und in ihrem Gefolge die DDR-Historiographie bis zum Schluss ableugnete. Globalhistorisch bedeutsam ist – zweitens – die definitive Demontage des antifaschistischen Ursprungsmythos der Sowjetunion, die aufgrund ihres späteren Sieges über Hitlerdeutschland im Zweiten Weltkrieg als konsequente Gegnerin des Nationalsozialismus erschien.“ Der Autor Dr. habil. Bernhard H. Bayerlein, geb. 1949, ist Historiker und Romanist und arbeitet als Senior Researcher am Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum. Zahlreiche Forschungsprojekte, Gastprofessuren und Veröffentlichungen der Grundlagenforschung im Bereich der internationalen Kommunismusforschung und der vergleichenden Politikwissenschaft u. a. in Amsterdam, Berlin, Lissabon, Paris, Lausanne, São Paulo, Moskau, Guadalajara und Moskau. Im globalen Rahmen engagiert er sich besonders für die Sicherung der Moskauer Archive.

"Es gibt keinen Gott!" Kirchen und Kommunismus. Eine Konfliktgeschichte, Screenshot vom Buchcover.

Sachbuch

"Es gibt keinen Gott!" Kirchen und Kommunismus. Eine Konfliktgeschichte

Nadezhda Beljakova, Thomas Bremer, Katharina Kunter

Die Geschichte des Kommunismus ist auch die Geschichte des Kampfes gegen Kirchen und Gläubige. Denn schließlich sei die Religion laut Karl Marx als "das Opium des Volks" zu sehen. Glauben Menschen an ein höheres Wesen, sind sie nach den Ansätzen des Kommunismus nicht genügend gebildet oder haben kein ausreichendes gesellschaftliches Bewusstsein. Dieser Band zeichnet die wichtigsten Etappen der konfliktreichen Beziehung zwischen Kirche und Kommunismus nach: Die grundsätzlichen ideologischen Gegensätze, aber auch die Gemeinsamkeiten, die erste Realisierung einer kommunistischen Herrschaft in der Sowjetunion nach 1917, die eine Christenverfolgung ungeahnten Ausmaßes zur Folge hatte und das Leben der Kirchen in Mittel- und Osteuropa unter den kommunistischen Regimes nach 1945. Auch die Folgen für das außereuropäische Christentum und die Ökumene, die Rolle der Kirchen in den Veränderungsprozessen seit den späten 1980er-Jahren, sowie die aktuellen Herausforderungen werden in diesem Werk ausführlich analysiert.

Buchcover Ian H. Birchall: Arbeiterbewegung und Parteiherrschaft. Zur Geschichte des internationalen Kommunismus seit 1943

Fachbuch

Arbeiterbewegung und Parteiherrschaft. Zur Geschichte des internationalen Kommunismus seit 1943

Ian H. Birchall

Der britische marxistische Historiker und Übersetzer Ian H. Birchall beschreibt in seinem Buch die Geschichte der kommunistischen Parteien in Europa und der internationalen sozialistischen Bewegung vom Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre. Gegliedert ist der Band in drei Teile: Zunächst stellt Birchall den Beginn des Kalten Krieges in Europa und die Kriege und Revolutionen in Asien zwischen 1943 und 1953 dar. Im zweiten Abschnitt analysiert der Autor die Zeit der Entstalinisierung (1953–1963) und Begriffe wie Imperialismus, Nationalismus und Polyzentrismus. Im dritten Teil des Buches geht es um die Entwicklungen und Krisen in Osteuropa, die Beziehungen zwischen den sozialistischen Staaten sowie die Guerillakriege in vielen Ländern Afrikas und Asiens zwischen 1963 und 1973. Zum Schluss plädiert Birchall für einen Wiederbelebung einer vom Stalinismus befreiten „internationalen revolutionären Bewegung“, zu der er in vielen sozialistischen Ländern erste Ansätze sieht.

Screenshot von Webseite der Zeitschrift unter: http://www.zeithistorische-forschungen.de/files/teaserzf22015jpg

Zeitschrift

Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History

Frank Bösch, Konrad H. Jarausch, Martin Sabrow (Hrsg.)

„Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History“ (ZF/SCH) ist ein Peer-Review-Journal, das seit 2004 frei zugänglich im Internet sowie in einer gedruckten Ausgabe im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht erscheint. Geographisch, thematisch und methodisch verfolgt die Zeitschrift ein breites Verständnis von Zeitgeschichte: Beiträge zur deutsch-deutschen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts sowie besonders zur Phase des Systemkonflikts von 1945 bis 1990 bilden einen Schwerpunkt. Zugleich gibt es regelmäßig Blickerweiterungen in den amerikanischen, asiatischen oder afrikanischen Raum. Auch gegenwartsnahe Themen werden aufgegriffen und mit einer spezifisch zeithistorischen Perspektive untersucht. Anregungen aus Nachbardisziplinen wie den Politik-, Literatur-, Wirtschafts- und Medienwissenschaften, der Ethnologie und Soziologie sind dabei ausdrücklich erwünscht. Ein spezielles Augenmerk der Zeitschrift gilt den Inhalten und Methoden einer Visual History, also den Entstehungs-, Wirkungs- und Rezeptionszusammenhängen von Bildmedien im 20. Jahrhundert. Dieses inhaltliche Interesse drückt sich zugleich in der Präsentationsform der Zeitschrift aus: Bei der Verwendung von Bild- und Tondokumenten versucht sie neue Wege zu gehen. „Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History“ richtet sich an Historiker/innen und Wissenschaftler/innen benachbarter Disziplinen sowie an Studentinnen und Studenten dieser Fächer, aber auch an eine breitere, zeithistorisch interessierte Öffentlichkeit. Die Zeitschrift wird gelistet im Directory of Open Access Journals (DOAJ). Die pdf-Dateien der Druckausgabe werden mit einem Abstand von drei Heften auf der Website ergänzt, d.h. in der Regel nach einem Jahr. Alle Beiträge zum Themenfeld „Kommunismusgeschichte“ finden sich unter http://www.zeithistorische-forschungen.de/thematische-klassifikation/kommunismus.

Fachbuch

Geschichte der Internationale

Julius Braunthal

Der Journalist und Staatswissenschaftler Julius Braunthal (1891–1972), der 1951 die Sozialistische Internationale mitbegründete und bis 1956 ihr Sekretär war, widmete sich intensiv der Geschichtsschreibung der internationalen und österreichischen Arbeiterbewegung. In drei Büchern setzte er sich mit den geistigen Wurzeln und Strömungen sowie den Zerreißproben der sozialistischen Internationale auseinander. Band 1 beginnt mit einem Kapitel über die Französischen Revolution, die Braunthal als Ursprung der sozialistischen Gedankenwelt ansieht. Für die Darstellung der Ersten Internationale von der Gründung 1864 bis zur Selbstauflösung 1872 wertete er u.a. die ungedruckten Protokolle ihrer Generalsitzungen aus. Im zweiten Band werden die Auseinandersetzungen innerhalb der kommunistischen und sozialistischen Internationale vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs bis zur ihrer Auflösung 1943 beschrieben. Auch im Abschlussband geht Braunthal auf die einzelnen Parteien und Pioniere der internationalen Arbeiterbewegung ein. Die im journalistischen Stil geschriebenen, mit Dokumenten und Illustrationen ausgestatteten Werke sind bis heute eine der wichtigsten Gesamtdarstellungen zu diesem Thema.

Cover des Buches "Kambodscha unter den Roten Khmer", Verlag Schöningh

Fachbuch

Kambodscha unter den Roten Khmer. Die Erschaffung des perfekten Sozialisten

Daniel Bultmann

Der Autor Daniel Bultmann beschäftigt sich in seinem Buch „Kambodscha unter den Roten Khmer“ mit der Guerillabewegung um Pol-Pot. Bis zum Ende ihrer Herrschaft 1978 fielen den Roten Khmer etwa zwei Millionen Kambodschaner zum Opfer. Die gewaltsamen Maßnahmen zur Metamorphose des Staates in einen Agrarkommunismus zählen zu den brutalsten Staatsverbrechen des 20. Jahrhunderts. Doch die Roten Khmer formten nicht nur die soziale und politische Ordnung neu, sondern auch die Gedankenwelten ihrer Untertanen. Ein System von Zwangsarbeit, Indoktrination und Umerziehungslagern sollte den perfekten Sozialisten hervorbringen. Daniel Bultmann zeigt in seinem Werk die durchaus modernen Repressionstechniken des vermeintlichen „Steinzeitkommunismus“ und zeichnet die Geschichte der Revolution der Roten Khmer und ihre „Eskalationslogiken“ detailliert nach.

Screen 17. Juni 1953 - Volksaufstand in der DDR

Website

17. Juni 1953 – Volksaufstand in der DDR

Bundeszentrale für politische Bildung, DeutschlandRadio, Zentrum für Zeithistorische Forschung (Hrsg.)

Zum 50. Jahrestag des Volksaufstands in der DDR ging die Webseite online und wurde 2013 zuletzt aktualisiert. Sie widmet sich dem 17. Juni 1953, der ersten Massenerhebung im sowjetischen Machtbereich nach 1945, die zu einem Schlüsselereignis in der Geschichte des geteilten Deutschland wurde. Die Webseite stellt eine Chronik zur Vorgeschichte, zu dem Ereignis und seinen Folgen bereit, sowie eine Karte mit Informationen zum 17. Juni in verschiedenen Städten der DDR. Ergänzend wird auf der Seite eine umfangreiche Materialsammlung zur Verfügung gestellt. Zahleiche Zeitzeugenberichte, Fotos, Karten, Dokumente und Grafiken vermitteln ein dem aktuellen Forschungsstand entsprechendes Bild vom 17. Juni 1953. Darüber hinaus werden Informationen zu Archiven, Quellensammlungen, wissenschaftlichen Publikationen, Prosa-Literatur und Filmen angeboten, die den 17. Juni thematisieren. Linklisten führen zu weiteren Onlineangeboten, Gedenkstätten, Forschungseinrichtungen und Schülerprojekten. Hier geht es zur Webseite.

Buchcover

Aufsatzsammlung

Mobilities in Socialist and Post-Socialist States. Societies on the Move

Kathy Burrell und Kathrin Hörschelmann (Hrsg.)

"Mobilities in Socialist and Post-Socialist States. Societies on the Move", herausgegeben von Kathy Burrell und Kathrin Hörschelmann, ist eine interdisziplinäre Sammlung von 12 Artikeln, die sich der Frage widmen, was Mobilität im Kontext von sowjetischen Gesellschaften bedeutete – und wie diese Frage bis heute in den post-sozialistischen Gesellschaften nachwirkt. Die Artikel bieten vielfältige Ansätze und Perspektiven auf das Thema und reichen von dem Zusammenhang von Macht und Mobilität, Auslandsreisen zu Zeiten des Eisernen Vorhangs und der Verknüpfung von Mobilität und Gender bis hin zu Analysen der Bewegungsfreiheit während der internationalen Intervention in Bosnien-Herzegowina und den Besonderheiten des öffentlichen Personennahverkehrs im post-sozialistischen Zentralasien. Die Artikel bieten eine immense Bandbreite an geografischen und thematischen Schwerpunkten und erlauben somit, das weit gefasste Thema des Bandes zugänglich zu machen.

Screenshot von Startseite des Onlinedossiers auf dekoder.org: http://www.dekoder.org/de/dossier/stalinkult-entstalinisierung-aufarbeitung-erinnerungskultur

Onlinedossier

Stalin: Zwischen Kult und Aufarbeitung

dekoder [Russland entschlüsseln]

Die preisgekrönte Online-Plattform dekoder [Russland entschlüsseln] veröffentlicht Recherchen, Reportagen und Projekte aus russischsprachigen Medien und macht diese für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Deutschsprachige Russlandexperten kommentieren auf der Plattform in Beiträgen das Geschehen in Russland. 80 Jahre nach der Beendigung der stalinistischen Säuberungen der Jahre 1937/1938 präsentiert dekoder.org das Dossier "Stalin: Zwischen Kult und Aufarbeitung". Das multimediale Dossier beschäftigt sich mit der Frage wie die Stalinzeit sowie die Säuberungen im Russland der Gegenwart reflektiert und diskutiert werden. Über aktuelle Restalinisierungstendenzen wird ebenso berichtet wie über die Geschichte der stalinistischen Säuberungen, den Prozess der Entstalinisierung in den 1950er-Jahren und in der Zeit der Perestroika. Umfangreiche Reportagen zu den Ereignissen in der Sowjetunion und im heutigen Russland, Informationen zur Kultur- Sozial- und Politikgeschichte sowie ausgewählte, digitalisierte und kommentierte Quellen werden den Lesenden präsentiert. Auf aktuelle politische Debatten wird ebenso eingegangen wie auf wissenschaftliche Kontroversen. Es wird damit die große Bedeutung Stalins in der kollektiven als auch der offiziellen staatlichen Erinnerung im heutigen Russland deutlich. Die Aktualität des Themas zeigt sich gerade in der öffentlichen Debatte um das Aufführungsverbot des Filmes The Death of Stalin, wozu dekoder bereits eine umfangreiche Debattenschau in dem Dossier veröffentlicht hat. Es lassen sich folgende Beiträge in dem Dossier finden: Anastasija Platonowa mit Fotos von Anna Ivantsova: „Der Geschichte sind die Augen verbunden“ Ekaterina Makhotina: Sandarmoch Interview mit Alexander Etkind: „Krieg bedeutet vor allem Opfer“ von Alexander Gorbatschow Pawel Aptekar: Bürokratisches Verbrechen Franziska Thun-Hohenstein: Warlam Schalamow Video #16: Loblied auf Stalin Fabian Thunemann: Stalins Tod Leonid A. Klimov: Die Brüder Henkin Interview mit Juri Dmitrijew: „Wie es ausgeht, weiß keiner” von Anna Jarowaja Debattenschau Nr. 61: The Death of Stalin nicht im russischen Kino vom 24.01.2018 Ekaterina Schulmann: Stalin: eine aufgezwungene Liebe Natalia Fjodorowa: „Die Vergangenheit ist uns allen im Blut”Pawel Merslikin, Sascha Sulim: Wieso ist Stalin heute so populär?Schura Burtin: Die Geister der VergangenheitEkaterina Makhotina: Der Große Vaterländische Krieg in der Erinnerungskultur Sergej Medwedew: Die Täter-DebatteNikolay Epplée: Erinnerungs-Entzündung  Boris Grosowski: Zurück in die UdSSRIvan Kurilla: Die Fragen der EnkelNina Frieß: Der Große TerrorCorinna Kuhr-Korolev: GulagTorben Philipp: TauwetterAnastasia Surkov: Wolgograd (Stalingrad)Sergej Mitrofanow: Stalins Follower

Cover des Buches "1917 – sozialistische Oktoberrevolution – Ein Menschheitsschritt vorwärts!", artofax Verlag

Katalog

1917 – sozialistische Oktoberrevolution – Ein Menschheitsschritt vorwärts!

Florian Aicher, Silke Treusch

2017 ist die Publikation 1917 – sozialistische Oktoberrevolution – ein Menschheitsschritt vorwärts von Florian Aicher und Silke Treusch erschienen und dokumentiert die gleichnamige Ausstellung. Das Buch und die Ausstellung wurden für die Marxistisch-Leninistischen Gruppe Schweiz (MLGS) erarbeitet, eine linksradikale Splitterpartei innerhalb der Schweizer Parteienlandschaft. Wie der Klappentext des Buches verspricht, sei Lenin vor rund hundert Jahren in Zürich aufgebrochen, „um die Welt zu verändern“ und fand in Russland den Boden bereitet für seine revolutionären Ideen: „Der 1. Weltkrieg, die unmenschlichen Bedingungen, die im zaristischen Russland herrschten" hätten laut den Autoren nach Veränderung geschrien: „Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ergriff die Arbeiterklasse die Staatsmacht.“ Das Buch gibt vollständig die zugehörige Ausstellung wider, die auf elf Tafeln mit Bildern und Texten die Geschichte und die Bedeutung der Oktoberrevolution verdeutlichen soll. Erstmals am 1. Mai 2017 in Zürich gezeigt, war die Ausstellung bei Veranstaltungen aus dem linken Spektrum wie dem Pfingstjugendtreffen in Gelsenkirchen und dem Kulturfest zu 100 Jahre Oktoberrevolution der deutschen Schwesterpartei (Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands, MLPD) zu sehen.

Buchcover Anne Applebaum: Der Gulag

Analyse

Der Gulag

Anne Applebaum

Anne Applebaum beschreibt die Geschichte und Struktur des sowjetischen Lagersystems und berichtet über Schicksale und Erfahrungen ehemaliger Häftlinge. Dabei stützt sie sich auf zahlreiche Materialien aus den staatlichen Archiven Russlands und den baltischen Republiken. Zudem hat sie Memoirenliteratur und Dokumentationen der Menschenrechtsorganisation Memorial ausgewertet. Im ersten Teil des Buches skizziert Applebaum die Ursprünge des Gulags von 1917 bis 1939. Im Hauptteil des Buches schildert sie das Leben und die Arbeit in den Lagern auf der Basis von Häftlingserinnerungen. Dabei geht die Autorin auf die Lage von Frauen und Kindern ebenso ein wie auf das Sterben und den Widerstand der Häftlinge. Mit großer Anschaulichkeit skizziert Applebaum im letzten Teil den Aufstieg und das Ende des Lager-Industriekomplexes zwischen 1940 und 1986.

Buchcover Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.): Die Idee des Kommunismus II

Fachbuch

Die Idee des Kommunismus II

Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.)

Die zweite internationale Konferenz zur Erneuerung der Idee des Kommunismus fand 2010 auf Initiative von Alain Badiou und Slavoj Žižek in der Berliner Volksbühne statt. Dabei sollten vor allem Philosophen aus nicht westlichen und aus ehemals kommunistischen Ländern zu Wort kommen. Der Band dokumentiert alle Referate, darunter die von Artemy Magun, Kuba Mikurda, Antonio Negri, Frank Ruda, Bülent Somay, Janek Sowa und Jan Völker. Eine der größten Herausforderungen, so Alain Badiou einleitend, bestehe darin, Kommunismus weder nur theoretisch zu betrachten oder zu idealisieren noch rein aktivistisch zu interpretieren. In diesem Sinne versucht etwa Saroj Giri, Professor für Politische Wissenschaft in Delhi, die Ideen von Vordenkern der neuen sozialen Bewegungen mit den realen Bewegungen in Südamerika in Beziehung zu setzen.

Buchcover Bernhard H. Bayerlein, Jakov Drabkin, Aleksandr Galkin, Hermann Weber (Hrsg.): Deutschland, Russland, Komintern - I. Überblicke, Analysen, Diskussionen

Fachbuch

Deutschland, Russland, Komintern - I. Überblicke, Analysen, Diskussionen

Bernhard H. Bayerlein, Jakov Drabkin, Aleksandr Galkin, Hermann Weber (Hrsg.)

Der erste Band des Editionsprojekts kontextualisiert und analysiert die im zweiten Band editierten Dokumente zu den Beziehungen zwischen Komtintern, der sowjetischen Führung und KPD in den Jahren von 1918 bis 1943. Die Edition ist ein Ergebnis der Deutsch-Russischen Geschichtskommission, die 1997 mit dem Ziel gegründet wurde, gegenseitiges Vertrauen zu festigen. Der Fokus liegt auf dem Einfluss der Komintern auf die deutsch-russischen Beziehungen, wobei insbesondere die Entwicklung der KPD durch Vorgaben aus Moskau in den Blick genommen wird. Im Einführungsband präsentieren die vier Herausgeber neue Erkenntnisse auf Basis der auf Deutsch zugänglich gemachten Quellen. Herrmann Weber beschäftigt sich mit Schlüsselereignissen der KPD-Geschichte. Jakov Drabkin untersucht die globale Entwicklung der Komintern als Transformation der „Idee der Weltrevolution“. Bernhard Bayerlein stellt neue Materialien zur Konzeptualisierung der 1930er-Jahre vor, und Aleksandr Galkin gibt einen Überblick über die Geschichte der Arbeiterbewegung als Voraussetzung für die Entstehung von KPD und Komintern.

Cover: Berliner Debatte Initial e.V. (Hrsg.): "Russland in Blut gewaschen". Ein Revolutionsjahr und seine Folgen in der Literatur, in: Berliner Debatte Initial 28 (2017), Heft 1, Potsdam: WeltTrends 2017.

Fachzeitschrift

"Russland in Blut gewaschen". Ein Revolutionsjahr und seine Folgen in der Literatur

Berliner Debatte Initial e.V. (Hrsg.)

Die beiden großen Revolutionen in Russland im Jahr 1917 hatten über die gesellschaftlichen Umwälzungen hinaus auch große Auswirkungen auf die russische Literatur. Im Themenschwerpunkt des Heftes 1/2017 der Berliner Debatte Initial geht es darum, wie die Revolution und ihre Folgen in der Literatur dargestellt werden, wie "Genesis, Dialektik und Perspektive der Revolutionsepoche" gedeutet werden und was Rezeption und Übersetzungen über die jeweilige Sicht auf die Revolution und die Auseinandersetzung mit ihr aussagen. So finden sich unter den 19 Beiträgen beispielsweise Aufsätze von Thomas Grob zu Iwan Bunins Revolutionstagebuch „Verfluchte Tage“, von Michael Leetz zu Andrej Platonow, von Andreas Tretner zur deutschen Übersetzung von Isaak Babels „Reiterarmee“ oder von Wladislaw Hedeler zu Fedor Stepun. Berliner Debatte Initial ist eine vierteljährlich erscheinende geistes- und sozialwissenschaftliche Zeitschrift. Sie wurde 1990 von DDR-Sozialwissenschaftlern gegründet und wird heute vom Verein Berliner Debatte Initial e.V. herausgegeben und im Potsdamer Wissenschaftsverlag WeltTrends verlegt.

Buchcover Hans Manfred Bock: Geschichte des ,linken Radikalismus‘ in Deutschland. Ein Versuch

Fachbuch

Geschichte des ,linken Radikalismus‘ in Deutschland. Ein Versuch

Hans Manfred Bock

Der Politikwissenschaftler Hans Manfred Bock beschreibt den Linksradikalismus als ein politisch-soziales Phänomen, das an den Rändern der Arbeiterbewegung zu finden sei und von jungen Intellektuellen angeführt werde. Als Prototypen macht er die Bewegung der so genannten „Jungen“ in der Sozialdemokratie um 1890, die „Rätekommunisten“ in der Weimarer Republik sowie den radikalen Flügel der westdeutschen Studentenbewegung in den 1960er-Jahren aus. Anschaulich und mit großer Sachkenntnis schildert er die Entwicklung einzelner Organisationen und deren Ideen. Das Buch endet mit einer Darstellung der sich auflösenden Kräfte der radikalen Linken nach dem Zerfall der antiautoritären Studentenbewegung Ende der 1960er-Jahre.

Twentieth Century Communism

Zeitschrift

Twentieth Century Communism. A Journal of international History

Gavin Bowd, Gidon Cohen, Ben Harker, Dianne Kirby, Norman LaPorte, Kevin Morgan, Matthew Worley (Hrsg.)

Die halbjährlich erscheinende Fachzeitschrift Twentieth Century Communism widmet sich den neusten Forschungen zur Geschichte und Theorie des Kommunismus weltweit. Die internationale Zeitschrift möchte wichtige wissenschaftliche Debatten und Entwicklungen, die nicht in englischer Sprache geführt werden, der globalen Scientific Community zugänglich machen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Zeitspanne von der Russischen Revolution 1917 bis zum Ende der Sowjetunion 1991 und auf den Aktivitäten der kommunistischen Parteien. Darüber hinaus werden die Vorläufer und Rivalen der Kommunistischen Parteien, staatliche Systeme, sowie der kulturelle und politische Einfluss des Kommunismus untersucht. Das Journal erscheint sowohl als Print- und Digitalversion. Mehrere Artikel der Fachzeitschrift sind über die Website frei verfügbar. Vorgänger der Zeitschrift war der Communist History Network Newsletter (1996-2008). Das Journal wurde bis 2012 um einen Blog ergänzt, der über aktuelle Konferenzen, Bucherscheinungen und Vorträge informierte.

Screenshot des Onlinedossiers "Russian Revolution" auf der Website der British Library

Onlinedossier

Russian Revolution

British Library

Anlässlich des 100. Jahrestages der Russischen Revolution hat die Nationalbibliothek des Vereinigten Königreiches (British Library) auf ihrer Website ein Onlinedossier zu den umwälzenden Ereignissen in Russland um das Jahr 1917 erstellt. Vom Fall des letzten russischen Zaren, Nikolaus II., bis zur Errichtung des ersten kommunistischen Staates wird der Leser hier über die Umstürze informiert, die Russland, aber auch den Rest der Welt verändert haben. Dies geschieht unter anderem anhand von Postern, Karikaturen und Artikeln, beispielsweise über die Rolle der Frau während der Revolution. Eine Zeitleiste und ein Glossar erklären Begriffe, Konzepte und Ereignisse, die wichtig sind im Zusammenhang mit der Russischen Revolution. Das Onlinedossier wurde in Verbindung mit der Ausstellung "Russian Revolution. Hope, Tragedy, Myths" in der British Library zusammengestellt. Im Dossier können einzelne Ausstellungsobjekte angesehen werden, so zum Beispiel Propaganda-Poster und -Flugzettel der Bolschewiki, Zeitungsartikel und Karikaturen aus ausländischen Zeitungen.

Screen bpb Internationale Beziehungen I

Zeitschrift

Internationale Beziehungen I

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.)

Zwei Ausgaben der Informationen zur Politischen Bildung (bpb) beschäftigen sich mit den internationalen Beziehungen. Im ersten Heft wird der Ost-West-Konflikt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1990 dargestellt. Der Text basiert auf einer Veröffentlichung von Manfred Görtemaker und Manuela Hrdlicka aus dem Jahr 1990. Zunächst werden der Beginn der Bipolarität sowie die Ursachen und die Entstehung des Kalten Krieges vorgestellt. In weiteren Kapiteln werden die Koexistenz in den 1950er-Jahren, der Übergang zur Entspannung und die Neue Ostpolitik seit Ende der 1960er-Jahre thematisiert. Von der Krise und dem Neubeginn der Ost-West-Kooperation wird anschließend der Bogen zu den friedlichen Revolutionen in Osteuropa geschlagen. Am Schluss gibt die Publikation einen Ausblick auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und bietet Literaturhinweise zu den besprochenen Themen. Das zweite Heft widmet sich den internationalen Beziehungen nach 1989/90.

Logo bpb Dossier Russland

Website

bpb Dossier Russland

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Das Länderdossier Russland ist ein Onlineangebot der Bundeszentrale für politische Bildung, das einen Überblick über die Geschichte, Politik, Gesellschaft, Kultur und Geografie eines der größten Länder der Welt präsentiert. Die Russische Föderation mit mehr als 140 Mio. Einwohnern erstreckt sich über neun Zeitzonen von Osteuropa bis Ostasien und hat eine durch zahlreiche Bevölkerungsgruppen geprägte vielfältige Kultur. Neben den thematischen Beiträgen können auf der Webseite auch Landkarten, Infografiken zur Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung abgerufen sowie Quizfragen beantwortet werden. Russland wird als ein Land zwischen Autokratie und Modernisierung charakterisiert, dessen Demokratisierungsprozess, der nach dem Zerfall der Sowjetunion eingesetzt hat, stagniert und das gegenwärtig versucht, seine historische außenpolitische Bedeutung wiederzuerlangen.

Busky, Communism, History, Theory

Fachbuch

Communism in History and Theory: The European Experience

Donald F. Busky

Im Jahr 2002 legte Donald F. Busky gleich zwei Fachbücher vor: zum einen sein Werk zum Kommunismus in Afrika, Asien und Amerika. Zum anderen veröffentlichte Busky mit „Communism in History and Theory: The European Experience“ eine tiefgreifende Darstellung der Geschichte kommunistischer Regierungen, kommunistischer Parteien und ihrer Schlüsselfiguren im Europa des 20. Jahrhunderts. Einen weiteren Schwerpunkt legt er in diesem Werk auf die europäische neomarxistische Philosophie. Busky kommt zu dem Schluss, dass die marxistische Idee letztendlich als Erklärungsansatz historischer Prozesse scheitert, da sie sich zu stark auf ökonomische Problemlagen beschränkt. Er verfolgt einen interdisziplinären Ansatz und bezieht in seiner eigenen Analyse Erkenntnisse psychologischer Anthropologie ein.

Buchcover

Aufsatzsammlung

The Socialist Camp and World Power: 1941–1960s

Norman Naimark, Silvio Pons, Sophie Quinn-Judge (Hrsg.)

“The Socialist Camp and World Power 1941-1960s” ist das zweite Buch der dreiteiligen Reihe “The Cambridge History of Communism”. Die Beiträge beschäftigen sich mit einer Zeit, die als Hochphase des Kommunismus gelten kann: Während sich die Einflusssphäre der Sowjetunion in Zentral- und Osteuropa mit dem Sieg der Alliierten immens vergrößert, gewinnen die kommunistischen Parteien in Europa zusehends Zulauf. Thematischer Fokus der Beiträge sind die kontinuierliche Spannugen zwischen dem “Zentrum” des Kommunismus - Moskau - und der kommunistischen Peripherie in Form kommunistisch regierter Staaten zum einen, und den oppositionellen kommunistischen Parteien in Ländern der westlichen und dritten Welt zum anderen. Anspruch der Buchreihe ist es, die Geschichte des Kommunismus in den größeren Kontext der Geschichte des 20. Jahrhunderts einzuordnen. Das umfangreiche Referenzwerk versammelt zahlreiche Beiträge zur Geschichte des Kommunismus und stellt den immensen internationalen  Einfluss kommunistischer Ideen und Bewegungen auf die politischen und gesellschaftlichen Prozesse des 20. Jahrhunderts dar.  

Cover des Buches "Das Charisma der Weltrevolution", Böhlau Verlag

Fachbuch

Das Charisma der Weltrevolution. Revolutionärer Internationalismus in der frühen Sowjetgesellschaft 1917–1927

Gleb J. Albert

Was bedeuteten „Weltrevolution“ und „internationale Solidarität“ für einfache Parteiaktivisten und die sowjetische Bevölkerung im ersten Jahrzehnt nach der Oktoberrevolution? Mit Das Charisma der Weltrevolution. Revolutionärer Internationalismus in der frühen Sowjetgesellschaft 1917–1927 hat der 1981 in Moskau geborene Historiker Gleb J. Albert die erste Gesellschaftsgeschichte des frühsowjetischen revolutionären Internationalismus verfasst. Darin untersucht er die Vermittlung internationalistischer Ideen sowie die Bedeutungen, die frühsowjetische Aktivisten und Bürger in sie hineininterpretierten. Ebenso dargestellt werden die Praktiken, mittels derer Sowjetbürger an revolutionären Ereignissen im Ausland teilhaben konnten. Neben seiner Mitarbeit an Editionen zur Komintern ist der Autor Mitglied der DFG-Forschergruppe »Medien und Mimesis« am Historischen Seminar der Universität Zürich und arbeitet an einem Habilitationsprojekt zur transnationalen Geschichte jugendlicher Softwarepiraterie in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren. Zudem ist er Mitherausgeber des Online-Magazins Geschichte der Gegenwart und des International Newsletter of Communist Studies sowie als Historischer Berater bei diversen Theaterproduktionen tätig.

Buchcover: Martin Aust: Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium

Fachbuch

Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium

Martin Aust

Der deutsche Historiker Martin Aust nimmt sich in seinem Werk „Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium“ nicht nur der bolschewistischen Oktoberrevolution 1917 an, sondern nimmt alle revolutionären Umwälzungen zwischen 1905 und 1921 auf dem Gebiet des alten Zarenreiches in den Blick. Diese trugen von Region zu Region verschiedene Züge und waren von unterschiedlicher Intensität.  Die Vielzahl der Russischen Revolutionen bedeutete enorme soziale und politische Brüche, die das zaristische Imperium in den Wirren des Ersten Weltkriegs in die Knie zwangen und den Weg für die Schaffung der Sowjetunion durch die Bolschewiki bereiteten. Martin Austs Werk berücksichtigt die Komplexität des Vielvölkerstaates und untersucht die Prozesse, die schließlich in den stalinistischen Terror führten.

Buchcover Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.): Die Idee des Kommunismus III

Fachbuch

Die Idee des Kommunismus III

Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.)

Der Sammelband enthält die 2011 auf der Konferenz „Communism: A New Beginning“ in New York gehaltenen Beiträge. Neben den Organisatoren Badiou und Žižek diskutierten u. a. Étienne Balibar, Bruno Bosteels, Susan Buck-Morss, Adrian Johnston und Frank Ruda darüber, wie das Scheitern kommunistischer Ideen im 20. Jahrhundert erklärt werden kann und welche Alternativen zum bestehenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystem die kommunistische Ideologie heute noch bereithält. Zusammenhänge zwischen der Unzufriedenheit vieler Menschen und dem globalen Kapitalismus verdeutlichen die Autoren am Beispiel des Arabischen Frühlings und der Occupy-Bewegung.

Logo der Konrad-Adenauer-Stiftung

Fachbuch

Im dunklen Keller der Erinnerung

Norbert Beckmann-Dierkes, Alexander Welscher

Alexander Welscher und Norbert-Beckmann-Dierkes sind Mitarbeiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung im lettischen Riga, welche den vorgelegten Band herausgegeben hat. Anlässlich des in Riga gefeierten europäischen Kulturhauptstadtjahres 2014, untersucht dieser Band die Orte stalinistischer Verbrechen im heutigen Riga. Die Initiatoren der Kulturhauptstadt haben die Eröffnung der ehemaligen Geheimdienstzentrale in Riga als Gedenkort für die stalinistischen Verbrechen bis 2014 vorangetrieben. Die gesellschaftliche Debatte und die Nutzung anderer Orte kommunistischer Verbrechen in der lettischen Hauptstadt soll der vorliegende Band dokumentieren. Dem Buch gelingt es, ausgehend von der Gegenwart einen Blick in die Vergangenheit Rigas zu werfen. Auf eine detaillierte Analyse der Geheimdiensttätigkeiten, staatlicher Repression und Verbrechen in Lettland zwischen den 1940er-Jahren und 1990, wird die Aufarbeitung der sozialistischen Diktaturerfahrung kritisch beleuchtet. Die Nutzung von Gebäuden des ehemaligen staatlichen Repressionsapparates steht hierbei im Fokus. Wenn der vorgelegte Band aktuelle Nutzungsdebatten als Spiegel des Standes der Aufarbeitung vorstellt, spannen die Autoren den Bogen bis in die Gegenwart.

Cover: Berliner Debatte Initial e.V. (Hrsg.): Marx und der Anarchismus, in: Berliner Debatte Initial 29 (2018), Heft 2, Potsdam: WeltTrends 2018.

Fachzeitschrift

Marx und der Anarchismus

Berliner Debatte Initial e.V. (Hrsg.)

Anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx widmet sich das zweite Heft 2018 der Berliner Debatte Initial dem Verhältnis von marxistischer und anarchistischer Theorie und Philosophie. Die beiden geistigen Strömungen stehen sich trotz zahlreicher Gemeinsamkeiten kritisch gegenüber. Die Aufsätze und Beiträge beleuchten das Verhältnis von Marx zu seinen zeitgenössischen anarchistischen Kontrahenten. So wird die Kritik von Marx an anarchistischen Denkern und Philosophen wie Proudhon, Bakunin oder Blanqui deutlich. In den elf Beiträgen von renommierten Experten werden allerdings auch Gemeinsamkeiten zwischen marxistischer und anarchistischer Denktradition betont, nach der Aktualität einer anarchistischen Gesellschaftskritik gefragt und der Konflikt zwischen Marxisten und Anarchisten Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts historisiert. Berliner Debatte Initial ist eine vierteljährlich erscheinende geistes- und sozialwissenschaftliche Zeitschrift. Sie wurde 1990 von DDR-Sozialwissenschaftlern gegründet und wird heute vom Verein Berliner Debatte Initial e.V. herausgegeben und im Potsdamer Wissenschaftsverlag WeltTrends verlegt.

Bois, Kommunisten, Hitler, Stalin

Fachbuch

Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik. Eine Gesamtdarstellung

Marcel Bois

Marcel Bois legte 2014 eine über 600 Seiten starke Abhandlung über kommunistische Widerstandkämpfe vor. Darin vollzieht er die Abspaltungen und Wandlungen des linken Flügels der KPD in den 1920er-Jahren umfassend nach. Der Autor stellt knapp ein Dutzend Gruppen der linken KPD-Opposition und deren Aktivitäten vor. Auch bisher kaum erforschte Gruppierungen wie den Leninbund bezieht er ein. Bois’ politik- und sozialgeschichtliche Überlegungen geben Aufschluss über das Innenleben dieses Spektrums dissidenter Kommunistinnen und Kommunisten, die Akteure und Spaltungsprozesse werden detailliert nachgezeichnet. Besonders im Fokus steht dabei, dem Titel entsprechend, die Haltung verschiedener Gruppen zu den Diktatoren Hitler und Stalin sowie die Kritik an der „Entdemokratisierung“ der KPD. Bois’ Buch „Kommunisten gegen Hitler und Stalin“ wurde mit dem Wissenschaftspreis 2015 der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen ausgezeichnet.

Buchcover Lutz Brangsch, Michael Brie (Hrsg.): Das Kommunistische. Oder: Ein Gespenst kommt nicht zur Ruhe

Fachbuch

Das Kommunistische. Oder: Ein Gespenst kommt nicht zur Ruhe

Lutz Brangsch, Michael Brie (Hrsg.)

Der Sammelband, veröffentlicht von der Rosa Luxemburg Stiftung, beschäftigt sich mit der Frage, warum das kommunistische Gespenst immer noch umgeht. Genauer gesagt, möchten die Autoren ergründen, weshalb weder die Furcht vor dem Kommunismus noch die Hoffnung auf eine gerechtere Zukunft, die viele mit ihm verbinden, bisher verschwunden sei. „Das Kommunistische“ trage in sich die Hoffnung, dass Gemeineigentum und freie gemeinschaftliche Arbeit zur Befreiung von Ausbeutung jedweder Art beitragen können. Die verschiedenen Versuche, Theorien und Utopien, die sich entweder selbst kommunistisch nannten oder so bezeichnet wurden, werden in den Beiträgen näher untersucht und auf ihre Tragfähigkeit für die Gegenwart hin befragt.

Buchcover Archie Brown: Aufstieg und Fall des Kommunismus

Fachbuch

Aufstieg und Fall des Kommunismus

Archie Brown

Der aus Schottland stammende Historiker und Kommunismusforscher Archie Brown hat eine umfassende Darstellung zur Geschichte des Weltkommunismus vorgelegt. Brown beginnt mit dem Aufkommen frühkommunistischer Ideen im 14. Jahrhundert und endet beim Zerfall der Sowjetunion. Er erläutert, wie sich nach Marx´ und Engels´ „Kommunistischem Manifest“ 1848 die Idee in Europa verbreitete und sich kommunistische Parteien gründeten, warum diese in einigen Ländern an die Macht gelangten und wie sie sich dort halten konnten. Brown widmet sich auch dem Eurokommunismus nach dem Zweiten Weltkrieg sowie den nichtkommunistischen Bürgerrechtsbewegungen in kommunistischen Staaten. Das Buch endet mit dem Kollaps dieser Systeme und dem Niedergang des Kommunismus als Ideologie, wobei Brown das gegenwärtige chinesische Modell des pragmatischen Konsumkommunismus nicht unterschlägt.

Screenshot des Sammel-Dossiers "Oktoberrevolution", Bundeszentrale für politische Bildung

Onlinedossier

Oktoberrevolution. Sammel-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung

Bundeszentrale für politische Bildung

Das Sammel-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zur Oktoberrevolution bündelt Texte, die bereits in anderen Dossiers und Publikationen der bpb über Russland, die Sowjetunion oder den Kommunismus erschienen sind. Im Verlauf des aktuellen Gedenkjahres sollen die Inhalte noch ergänzt werden. Das Sammel-Dossier gliedert sich in die Kapitel Geschichte, Folgen, Aufarbeitung und Videos. Mit den Beiträgen vermittelt das Sammel-Dossier einen Überblick über die Ereignisse der Oktoberrevolution 1917 und reflektiert die daraus entstandenen politischen, sozialen und kulturellen Auswirkungen. So ist etwa ein Dossier zum Film „Panzerkreuzer Potemkin“ und dessen Erzählweise vorhanden, aber auch Texte zu Stalinismus und der Genese des Kommunismus. Das Sammel-Dossier verweist außerdem auf thematisch passende Publikationen und Videos der bpb zur weiterführenden Beschäftigung mit der Russischen Revolution.

Logo Sowjetunion I: 1917-1953, Informationen zur Politischen Bildung

Website

Sowjetunion I: 1917-1953

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb (Hrsg.)

Der als Heft und als Onlinemagazine von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebene erste Teil des Themenschwerpunkts Sowjetunion beschäftigt sich mit der Geschichte dieses Landes zwischen 1917 und 1953. Von der Machtergreifung der Bolschewiki bis zum Tod Stalins werden die bevölkerungspolitischen, die wirtschaftlichen und industriellen Großprojekte der kommunistischen Herrscher sowie die Durchsetzung von Macht thematisiert. Die Beiträge gehen den kontroversen Sichtweisen auf die Sowjetunion als Supermacht oder Zwangsregime nach. Analysiert werden zudem die Strategien der Bolschewiki, nach dem Bürgerkrieg ihre Macht zu behaupten, und das Vorhaben, das russische Vielvölkerreich in eine moderne Industrienation zu verwandeln. Der von Gewalt und Terror, aber auch durch Visionen von Moderne und Fortschritt geprägten Herrschaft Josef Stalins ist ebenfalls ein Beitrag gewidmet. Landkarten, ein Glossar und eine Zeittafel ergänzen die Darstellungen.

Busky, Communism, Asia, Africa, Americas

Fachbuch

Communism in History and Theory: Asia, Africa, and the Americas

Donald F. Busky

Im Jahr 2002 publizierte Donald F. Busky nach seiner Studie zum Kommunismus in Europa mit „Communism in History and Theory: Asia, Africa, and the Americas“ eine umfassende Darstellung marxistisch-leninistischer Parteien und ihrer Schlüsselfiguren in den USA, Australien und Neuseeland sowie in „Dritte Welt“-Ländern des asiatischen, afrikanischen und amerikanischen Kontinents im 20. Jahrhundert. In detaillierter Synthesearbeit beleuchtet Busky die theoretischen Grundlagen kommunistischer Herrschaft und deren reelle Ausprägungen auf den genannten Kontinenten. Ausführlich setzt er sich z. B. mit dem Maoismus und den US-amerikanischen Aktionen gegen kommunistische Staaten und Bewegungen vom Korea- bis zum Vietnamkrieg und in Mittelamerika auseinander. In Kombination mit seinem Buch zum europäischen Kommunismus kann so von einer globalen Kommunismusgeschichte Buskys gesprochen werden.