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Buchcover

Fachbuch

1918. Die Welt im Fieber

Laura Spinney

Laura Spinney analysiert in "1918. Die Welt im Fieber. Wie die Spanische Grippe die Gesellschaft veränderte" die Auswirkungen der Spanischen Grippe auf Gesellschaft, Politik und Kultur. Die sogenannte Spanische Grippe war eine Pandemie, die durch eine Variation des Influenzavirus verursacht wurde und die, unterschiedlichen Schätzungen zufolge, in den Jahren 1918 bis 1920 zwischen 25 und 50 Millionen Menschen das Leben kostete. Weltweit brachte die Katastrophe der Spanischen Grippe Machtverhältnisse ins Wanken und beeinflusste maßgeblich den weiteren Verlauf der Geschichte. Trotzdem sind die Auswirkungen auf Gesellschaft, Politik und Kultur weitgehend unbekannt. Anhand von Schicksalen auf der ganzen Welt zeichnet die Autorin den Einfluss der Pandemie nach. 

Logo des Journals

Zeitschrift

Journal of Modern European History

J. Baberowski, A. Eckert, R. Gerwarth, C. von Hodenberg, S. Kott (Hrsg.)

Das Journal of Modern European History (JMEH) ist ein vergleichendes Journal zur Geschichte Europas in der Moderne und erscheint vier Mal im Jahr auf Englisch, Deutsch und Französisch. Als Gemeinschaftsunternehmen europäischer Historiker versteht sich das JMEH als weltweites Forum, dem ein gemeinsames Interesse an der Geschichte Europas zu Grunde liegt und das einen Beitrag zur fortschreitenden Internationalisierung der Geschichtswissenschaft leistet. Ziel ist es, nationale Grenzen programmatisch zu überwinden und auch nach dem Ende des Ost-West-Gegensatzes verschiedene Wissenschaften stärker zusammenzuführen. Jede Ausgabe ist einem eigenen Thema, wie zum Beispiel dem Verhältnis von Vertrauen und Misstrauen in sozialistischen Gesellschaften oder dem Schwerpunkt Staatsverschuldung gewidmet. Zeitlich konzentriert sich die Zeitschrift auf die letzten drei Jahrhunderte. Themen aus der frühen Neuzeit sind allerdings ebenso wenig ausgeschlossen wie epochenübergreifende Vergleiche. Zudem ist das Journal offen für alle methodischen und theoretischen Ansätze. 

Logo Institute for Development Research and Alternatives

Projekt

Citizens understanding and perceptions of the Communist past in Albania and expectations for the future

Institute for Development Research and Alternatives (IDRA)

Die Veröffentlichung “Citizens understanding and perceptions of the Communist past in Albania and expectations for the future” präsentiert die Ergebnisse einer Studie zur Rolle der kommunistischen Vergangenheit in der albanischen Gesellschaft. Die Studie wurde seit Ende 2015 vom Institute for Development Research and Alternatives (IDRA) durchgeführt und wurde von der OSZE-Präsenz Albanien initiiert. Die Studie ist, entsprechend der thematischen Einordnung der gestellten Fragen, in drei Bereiche aufgegliedert. Der erste Teil präsentiert die Einstellungen der Bevölkerung zu der Frage, inwieweit die kommunistische Vergangenheit als Problem wahrgenommen wird und welcher Umgang mit ihr den Befragten sinnvoll erscheint. Der zweite Teil zielt darauf ab, zu ermitteln, wie viel Wissen über die Zeit des kommunistischen Regimes in der Bevölkerung vorhanden ist. Zuletzt wird sich der Frage gewidmet, wie die Studienteilnehmer die Lebensbedingungen zur Zeit des kommunistischen Regimes im Vergleich zur heutigen Zeit wahrnehmen. Die Studie ist Teil eines Projektes, welches die Schaffung einer Plattform zum Ziel hat, auf der ein Dialog über die Menschenrechtsverletzungen durch das kommunistische Regime geführt werden kann. Dies verfolgt das langfristige Ziel, der albanischen Gesellschaft Wissen über die kommunistische Vergangenheit des Landes verfügbar zu machen und sich somit mit ihr auseinandersetzen zu können.  

Buchcover

Analyse

Nature and the Iron Curtain. Environmental Policy and Social Movements in Communist and Capitalist Countries 1945–1990

Astrid Mignon Kirchhof, John R. McNeill (Hrsg.)

Der Sammelband Nature and the Iron Curtain. Environmental Policy and Social Movements in Communist and Capitalist Countries 1945–1990 widmet sich dem Zusammenhang zwischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem sowie Naturnutzung und- schutz. Der sogenannte Eiserne Vorhang war in Natur- und Umweltschutzbelangen viel durchlässiger als gedacht, denn die Umweltprobleme forderten zuweilen eine Zusammenarbeit über die Systemgrenzen hinweg. Die Verfasser vertreten die Auffassung, dass sowohl im Osten als auch Westen Umweltbelange lange nicht auf der Agenda standen, da wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Anliegen Vorrang gegeben wurden. Die verschiedenen Fallstudien folgen alle dem Ziel die Sichtweise einer starren Blocktrennung in Frage zu stellen.

Buchcover

Fachbuch

The Art of the Bribe. Corruption Under Stalin 1943–1953

James Heinzen

James Heinzen beschäftigt sich in „The Art of the Bribe. Corruption Under Stalin 1943–1953“ mit dem Phänomen der Bestechlichkeit und Korruption in der Sowjetunion während der Ära Stalin. Das Thema zieht vor allem aufgrund seiner Ambivalenz Interesse auf sich: Zum einen stellte in der damaligen sowjetischen Bevölkerung Bestechlichkeit eine Alltäglichkeit dar; besonders seit dem Ende der Sowjetunion ist über die privaten Kreise hinaus das tatsächliche Ausmaß der Korruption bekannt geworden. Dem gegenüber steht die sowjetischen Propaganda, die Korruption als ein Phänomen kapitalistischer Gier darstellte, deren Verführungen der Sowjetmensch nicht länger erlegen sei. Die seit Ende der Sowjetunion zum Thema erscheinenden Arbeiten werden mit Heinzens Buch um eine Analyse der Regierungsjahre Stalins bereichert. Das Buch gliedert sich in drei Teile, die sich der Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln nähern und somit eine vielschichtige Analyse erlauben. Die einzelnen Kapitel decken eine Vielzahl von Aspekten ab und reichen von den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf Korruptionsmechanismen und sozialen Normen der Bestechungspraktiken bis hin zu den immer wieder stattfindenden Schauprozessen gegen „Diebe des sozialistischen Eigentums“, die die Unvereinbarkeit des Sozialismus mit korrupten Tendenzen vermitteln sollten. Durch seine akribischen Analyse solch diverser Teilaspekte erlaubt Heinzen seinen Lesern einen detaillierten Einblick in das Leben der sowjetischen Gesellschaft in der Zeit des Stalinismus.  

Screenshot bruderland.de

Online-Ressource

Eigensinn im Bruderland

Dr. Isabel Enzenbach, Mai-Phuong Kollath, Julia Oelkers

"Eigensinn im Bruderland" ist eine Webdokumentation über Menschen, die aus sogenannten Sozialistischen Bruderstaaten in die DDR kamen – als Vertragsarbeiter oder als Studenten. Die Dokumentation lässt in kurzen Videoporträts jene Migranten von ihren Erfahrungen berichten. Diese unterscheiden sich erheblich, je nachdem unter welchem Status die Person in die DDR kam. So war die Lebensrealität von Menschen, die als Studenten in die DDR kamen eine andere als der Werkstätigen. Das Studium in der DDR galt als hochwertig; diejenigen die von ihren sowie den Partnerhochschulen für eines der begehrten Stipendien ausgewählt wurden, waren sich einer erfolgreichen Zukunft gewiss. Während Vertragsarbeiter in der technisch fortschrittlichen DDR für die Produktion in ihren Heimatländern wertvolle Fähigkeiten erwerben, sollte mit ihnen in der DDR dem Arbeitskräftemangel entgegen gewirkt werden. Sie wurden zu großen Teilen für wenig attraktive Arbeiten eingesetzt – konnten jedoch weder die Arbeitsplätze einfach wechseln, noch die Arbeitsverträge vorzeitig beenden. Gegen diese Arbeitsbedingungen organisierten sich mehrfach Arbeiter. Neben diesen beiden Gruppen gab es zudem Menschen, die als Kommunisten in ihren Heimatländern bedroht wurden und politisches Asyl in der DDR erhielten, wie zum Beispiel aus der Türkei und Chile. Die Webdokumentation kombiniert kurze Videointerviews, die von der Vielzahl der Erfahrungen von Migranten zeugen, mit Textblöcken, welche einen umfassenden Einblick in das Thema geben und trägt zur Erhellung eines im öffentlichen Diskurs nur wenig präsenten Themas bei.

Screenshot des Buchcovers

Analyse

Grenzen des Sozialismus zu Land und zu Wasser. Die tschechoslowakische Landgrenze und die polnische Seegrenze im Vergleich (1948-1968)

Jasmin Nithammer

Bei Grenzen des Sozialismus zu Land und zu Wasser. Die tschechoslowakische Landgrenze und die polnische Seegrenze im Vergleich (1948-1968) handelt es sich um eine 2016 an der Justus-Liebig-Universität Gießen verteidigten und in einigen Punkten überarbeiteten Dissertationsschrift. Jasmin Nithammer befasst sich dabei mit den Systemaußengrenzen Polens und der Tschechoslowakei im Zeitraum von 1948-1968. Hierbei analysiert sie die „Entwicklung von Staats- zu Systemaußengrenzen“ auf verschiedenen Ebenen, denen sie jeweils ein Kapitel widmet. So wird zuallererst eine Einführung in die komplexe Geschichte von Grenzen in Ostmittteleuropa gegeben. Darauf folgen Ausführungen über rechtliche Grundlagen und internationale Vereinbarungen von Grenzen, die Entwicklung der Grenzsicherung sowie über die alltäglichen Erfahrungen an und mit der Grenze.

Aufsatz

„Zermensch­li­chung“. Wie Lite­ratur extreme Erfah­rung fort­schreibt

Renate Lachmann

"Was bedeutet es, in Situationen zu geraten, die an die Grenzen des Menschlichen gehen?", dieser Frage geht die Konstanzer Literaturwissenschaftlerin Renate Lachmann in ihrem Beitrag für die Website "Geschichte der Gegenwart"  nach. Literatur speichere nicht nur das Wissen über solche Grenzerfahrungen, sondern auch die Formen, die es ermöglichen, über extreme Erfahrungen von Entwürdigung und Entpersönlichung zu schreiben. Die Autorinnen und Autoren der Lagerliteratur des 20. Jahrhunderts hätten nicht nur von Zwangs­ar­beit, Hunger und Kälte berichtet, sondern stets "auch die Bedro­hung des Mensch­seins als zentrales Thema" behandelt. Der Beitrag basiert auf ihrer Monographie "Lager und Lite­ratur. Zeug­nisse des GULAG", der 2019 in der Konstanz Univer­sity Press erschienen ist.

Screenhot: Online-Dossier "Mauerfall und Perestroika - Revisited" auf dekoder.org

Onlinedossier

Perestroika und Mauerfall – Revisited

dekoder [Russland entschlüsseln]

Perestroika und Mauerfall – Revisited ist ein multimediales Dossier des Online-Portals dekoder – Russland entschlüsseln. Anlässlich des 30. Jahrestages der Friedlichen Revolution 1989 widmet sich dekoder Umbruchsphasen: für Deutschland die Zeit um den Mauerfall 1989 herum und für die Sowjetunion die „Perestroika“ genannte Phase unter Regierungschef Michail Gorbatschow, die von innenpolitischen Reformen und einer Annäherung von Ost und West gekennzeichnet war. Dabei will sich das Dossier unter anderem folgenden Fragen widmen: Wie blickte die Sowjetunion damals auf die Geschehnisse in Berlin und Deutschland – mitten während der Perestroika und unmittelbar vor Zusammenbruch des eigenen Systems? Wie war der Lebensalltag, gerade der jungen Leute, in Ost und West? Wie erinnert man sich heute in Deutschland und Russland an den Mauerfall 1989? Wie bewertet die jeweilige Gesellschaft Schlüsselfiguren der damaligen Zeit, wie etwa Michail Gorbatschow, Andrej Sacharow oder Helmut Kohl? Und wie hat sich die gegenseitige Wahrnehmung in den vergangenen 30 Jahren geändert? Auch angesichts der Herausforderungen und Krisen, von denen das Verhältnis zwischen Ost und West heute wieder zunehmend geprägt scheint, wirft das Dossier einen Blick darauf, wie vor dreißig Jahren ein politischer und zivilgesellschaftlicher Neuanfang gelingen konnte und betrachtet die Thematik sowohl aus deutscher als auch aus russischer Perspektive.

Screenshhot Buchcover "De-Stalinization reconsidered: persistence and change in the Soviet Union", Campus-Verlag.

Sammelband

De-Stalinization reconsidered: persistence and change in the Soviet Union

Michel Abeßer, Thomas M. Bohn, Rayk Einax (Hrsg.)

Der Sammelband De-Stalinization reconsidered: Persistence and Change in the Soviet Union von den Herausgebern Thomas M. Bohn, Rayk Einax und Michel Abeßer beschäftigt sich mit der Phase der Entstalinisierung der Sowjetunion nach dem Tod Stalins 1953. Josef Stalin war ein kommunistischer Politiker und Diktator, der die Sowjetunion von 1927 bis zu seinem Tod 1953 totalitär regierte. Stalins Tod stellte ein einschneidendes Ereignis in der Geschichte der Sowjetunion dar. Die Sowjetunion war gezwungen, ihre politische, kulturelle und wirtschaftliche Identität neu zu finden. Der Sammelband befasst sich kritisch mit dieser Phase der Entstalinisierung. Die Beiträge verdeutlichen, warum die 1950er- und 1960er-Jahre von entscheidender Bedeutung für Glasnost und Perestroika waren. Der Begriff Perestroika bezeichnet den 1986 unter Michail Gorbatschow einsetzenden Prozess zur Modernisierung des politischen und wirtschaftlichen Systems der Sowjetunion unter Führung der KPdSU. Der Sammelband zeigt, dass die damaligen Prozesse von wesentlicher Bedeutung sind, um auch das heutige Russland und die gegenwärtigen Ereignisse zu verstehen. Die Autoren des Sammelbandes beschäftigen sich unter anderem mit dem Wandel und der Kontinuität der sowjetischen Politik, der sowjetischen Gesellschaft und der Urbanisierung.

Cover des Buches "The Comintern", Macmillan

Fachbuch

The Comintern. A History of International Communism from Lenin to Stalin

Jeremy Agnew und Kevin McDermott

The Comintern von Jeremy Agnew und Kevin McDermott ist der Geschichte der Kommunistischen Internationale in den Jahren 1919 bis 1943 gewidmet. Das Buch liefert eine umfassende Darstellung und stellt die Entwicklung der Komintern dar. Sie entwickelte sich von einer revolutionären, internationalistischen Organisation hin zu einer Institution, deren vorrangiges Merkmal in ihrer Hörigkeit gegenüber der sowjetischen Außenpolitik bestand. Die Autoren beziehen sich auf Forschungsarbeiten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowohl aus westlichen Staaten als auch der ehemaligen Sowjetunion. Schwerpunkte des Bandes liegen auf den Verbindungen aber auch Brüchen zwischen der leninistischen und der stalinistischen Phase, zwischen bolschewistischen und nationalen Traditionen und auf der Rolle von Führungsfiguren innerhalb des Komintern-Apparats. Das Buch besteht aus sechs Kapitel: Comintern in the Era of Lenin 1919-23; Bolshevising the Comintern 1924-28; Stalin and the Third Period 1928-33; Popular Front and Stalinist Terror 1934-38; Comintern in East Asia, 1919-39; From War to Dissolution 1939-43. 

Sammelband

Der lange Schatten des Kommunismus - 100 Jahre Russische Revolution und das kommunistische Erbe Europas

Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum, Heike Tuchscheerer (Hrsg.)

Bis heute werfen die Ereignisse der Russischen Revolution von 1917 Fragen auf, die für das kollektive europäische Gedächtnis von großer Bedeutung sind. Wie gehen Deutschland und Europa mit ihrer totalitären Erfahrung um? Welche Erinnerungskultur hat sich entwickelt und wie beeinflusst sie die Politik in den jeweiligen Ländern? Welche Rolle spielt die kommunistische Ideologie im öffentlichen Diskurs? 100 Jahre nach der Russischen Revolution diskutieren und analysieren Experten aus dem In- und Ausland das kommunistische Vermächtnis. Der Tagungsband ist Ergebnis der gleichnamigen Konferenz, die vom 19. bis 20. Oktober 2017 in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund in Berlin stattgefunden hat.

Zeitschriftscover

Zeitschrift

Aus Politik und Zeitgeschichte. Estland, Lettland, Litauen

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.)

Die 67. Ausgabe der Reihe "Aus Politik und Zeitgeschichte" widmet sich "Estland, Lettland und Litauen". Die Länder werden trotz ihrer Verschiedenheit als „Baltikum“ zusammengefasst – tatsächlich unterscheiden sie sich in historischer, religiöser und sprachlicher Hinsicht grundlegend. Mit welchem Nachdruck Estland, Lettland und Litauen ihre Eigenständigkeit betonen, wird vor allem vor dem Hintergrund verständlich, dass sie erst 1991 ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion wiedererlangten. Jedoch forcierte die Ukrainekrise 2014 und die daraus resultierenden Sicherheitsinteressen die Gemeinschaft der drei Staaten. Diese Entwicklung wird weiterhin verstärkt durch den schwindenden Zusammenhalt von EU und NATO. Neben einem Abriss der Geschichte der baltischen Länder und dem Text „Drei Länder, drei Wege in die Demokratie“ über die Entwicklungen nach 1991, befassen sich die Beiträge des Heftes mit der jüngsten Vergangenheit und der aktuellen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation. Folgende Themen werden behandelt: Erinnerungsdiskurse und Geschichtspolitik, Minderheitenintegration, Bewältigung der Finanzkrise und das Verhältnis zu Russland.

Buchover

Analyse

The Balkans in the Cold War

Rajak, Svetozar; Botsiou, Konstantina E.; Karamouzi, Eirini; Hatzivassiliou, Evanthis (Hrsg.)

„The Balkans in the Cold War“ widmet sich in 15 Aufsätzen aus unterschiedlichen Perspektiven der Rolle,welche die Balkan-Region während des Kalten Krieges spielte. Die geografischen Lage der Balkan-Länder an der Trennlinie zwischen zwei rivalisierenden Lagern des Kalten Krieges ist dabei von ebenso herausragendem Interesse für Forscher wie die ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt der Region. Die Beträge des Buches spüren den Ursprüngen, der Entwicklung und den Auswirkungen des Kalten Krieges nach. Dabei wird stets die Bedeutung der regionalen Besonderheiten und der sich daraus ergebenden Spannungsverhältnisse mit berücksichtigt. Die 15 Beiträge aus den Bereichen der Geschichtswissenschaft, den Internationalen Beziehungen und der Politikwissenschaft sind in drei thematische Blöcke unterteilt: The Balkans and the Creation of the Cold War Order; Military Allicances and the Balkans; Uneasy Relations with the Superpowers; Balkan Dilemmas in 1970s and 1980s and the „Significant Other“ - the EEC; Identity, Culture, Ideology. Durch die Versammlung solch unterschiedlicher Themengebiete in einem Band liefert das Buch einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Rolle der Balkan-Staaten während des Ost-West-Konflikts.  

Werbebanner der Ausstellung „Das Kapital“

Katalog | Sonderausstellung

DAS KAPITAL – Das Magazin zur Ausstellung

Mario Bäumer, Rita Müller (Hrsg.)

Zu der von Joachim Baur anlässlich des Karl Marx Doppeljubiläums 2017/2018 kuratierten Sonderausstellung „Das Kapital“ im Hamburger Museum der Arbeit liegt eine Begleitpublikation vor. Der Band wurde von Mario Bäumer und Rita Müller herausgegeben und umfasst neben zahlreichen Abbildungen auch 16 Seiten Faksimile aus „Das Kapital, Bd. 1, 1867“. Der Band versammelt zudem unter anderem folgende Beiträge: Mario Bäumer: Kapitalismus in der Musik; Dr. Joachim Baur: „Das Kapital“ ausstellen oder: Marx ins Museum?; Dr. Christine Dohler: Karl Marx und die Frauen; Prof. Dr. Rolf Hecker: Was macht Marx’ „Kapital“ so aktuell?; Prof. Dr. Rudi Mair: „Für alle, die was bewegen wollen ...“, Karl Marx in der Werbung; Fabian Reifferscheidt: Marx in der Kunst; Den Kapitalismus überwinden, aber was dann?, Interview mit Slavoj Zizek. Genau wie die Ausstellung nähert sich der Katalog auf vielfältige Weise dem Opus Magnum von Karl Marx und fragt immer wieder nach der heutigen Aktualität von „Das Kapital“.

Buchcover

Analyse

Erwartungen im Umbruch. Die westdeutsche Linke und das Ende des "real existierenden Sozialismus"

Konrad Sziedat

Die Studie Erwartungen im Umbruch. Die westdeutsche Linke und das Ende des "real existierenden Sozialismus" von Konrad Sziedat untersucht die Hoffnungen und Erwartungen, welche westdeutsche Linke seit den 1980er-Jahren in einen Transformationsprozess, der Wiedervereinigung nachfolgend, setzten. Diese Erwartungen seien dem Autor zufolge größtenteils enttäuscht worden und so analysiert Sziedat die Strategien der Linken, mit denen sie darauf reagierten. Ausgehend von der Unterstützungskampagne "Solidarität mit Solidarność" verdeutlicht er zudem, wie Linke unterschiedlichster ideologischer Orientierung wiederholt zu gemeinsamen Aktionen zusammenfanden. Das Buch möchte den tiefergreifenden Wandel der westdeutschen Linken seit 1989 nachzeichnen. Bei der Studie handelt es sich um Konrad Sziedats leicht überarbeitete Dissertation, die 2016 von der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München angenommen wurde.

Buchcover

Sachbuch

Crime and Punishment in the Russian Revolution

Tsuyoshi Hasegawa

Tyuyoshi Hasegawas Analyse “Crime and Punishment in the Russian Revolution” thematisiert das Wegfallen staatlicher Ordnungsgewalt in Petrograd während des Revolutionsjahres 1917. Nach der Februarrevolution und der Absetzung des Zaren ist die Übergangsregierung um die Einführung liberaler Reformen bemüht. Diese beinhalten unter anderem die Abschaffung der verhassten zaristischen Polizei. Die bürgerliche Polizei, die an deren Stelle tritt, ist jedoch nicht in der Lage, Verbrechen mit der gleichen Effizienz zu verfolgen wie ihre Vorgängerinstitution. Somit sieht sich sich die Bevölkerung damit konfrontiert, dass sie zwar nicht länger der Willkür des zaristischen Polizeiregimes ausgesetzt ist, dafür jedoch der Allgegenwart von Gewaltverbrechen. Als Reaktion darauf bilden sich zunehmend Bürgerwehren, deren Versuche, die Gewalt in den Straßen einzudämmen zu Fällen von Lynchjustiz führen - aber nicht zu mehr Ordnung oder Sicherheit. Erst nach der Oktoberrevolution und mit Einführung einer Geheimpolizei, die Gewaltverbrechen als konterrevolutionäre Straftaten bewertet, gelingt die Sanktionierung von Gewalttaten wieder - und ebnet zugleich den Weg für das Schreckensregime der kommunistischen Geheimpolizei. Hasegawas Buch liefert einen neuen Blickwinkel auf das Revolutionsjahr: während der Fokus vorangegangener Analysen meist auf aktiv an der Revolution Beteiligten liegt, betrachtet der Autor hier die Revolution durch die Augen der einfachen Bevölkerung und rückt deren durch Gewaltverbrechen geprägten Alltag in den Mittelpunkt seiner Studie.

Logo der Zeitschrift

Zeitschrift

Moving the Social: Journal of Social History and the History of Social Movements

Institut für soziale Bewegungen an der RUB (Hrsg.)

Die Zeitschrift “Moving the Social: Journal of Social History and the History of Social Movements” wird vom Institut für Soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum herausgegeben. Die Herausgeber verorten die Zeitschrift in der Geschichtswissenschaft, formulieren jedoch explizit eine interdisziplinäre Sichtweise auf den Forschungsgegenstand der Sozialen Bewegungen. Besondere Bedeutung kommt dabei den Sozialwissenschaften, der Geographie und der Ethnologie zu. Die Zeitschrift will vor allem transnationalen und vergleichenden Ansätzen eine Plattform bieten, welche der enormen Diversität der ökonomischen, sozialen und politischen Strukturen sozialer Bewegungen in ihren Analysen gerecht werden. “Moving the Social” erscheint halbjährlich; pro Jahr erscheint eine thematische und eine offene Ausgabe. Jede Ausgabe beinhaltet eine ausführliche Rezension einer vor Kurzem entschiedenen Publikation aus dem Forschungsfeld der sozialen Bewegungen. Das Institut für Soziale Bewegungen ging aus dem "Institut zur Erforschung der europäischen Arbeiterbewegung" (IGA) hervor. Die Zeitschrift, vormals das “Mitteilungsblatt des Instituts für Soziale Bewegungen” erscheint seit 2012 unter diesem Namen. 

Screenshot Buchcover

Analyse

Frontbeziehungen. Geschlechterverhältnisse und Gewaltdynamiken in der Roten Armee 1941-1945

Kerstin Bischl

In der publizierten Fassung ihrer Dissertation Frontbeziehungen: Geschlechterverhältnisse und Gewaltdynamiken in der Roten Armee 1941-1945 behandelt Kerstin Bischl sexuelle Gewalt, welche von den männlichen Rotarmisten gegenüber Frauen, auch ihrer weiblichen Kameraden, ausging und wie sich in dem „Frontraum“ diese radikalisierten Geschlechterverhältnisse entwickelten. Gleichzeitig versucht die Studie mit den gewonnenen Erkenntnissen auch die Endphasengewalt gegen deutsche, polnische wie auch displaced women zu erklären. Das erste Kapitel beschreibt die von Mangel und stalinistischer Willkür geprägten Bedingungen des Kriegseinsatzes. Darauf folgt eine Analyse der Geschlechterverhältnisse in der Roten Armee. Zuletzt wird "Sexuelles Gewalthandeln" thematisiert, also die sexuelle Gewalt von Angehörigen der Roten Armee bei Kriegsende.

Aufsatz | Museum

Kommunismus im Museum

Muriel Blaive

Mehr als 30 Jahre ist es her, als die Samtene Revolution den Kommunismus in der Tschechoslowakei zu Fall gebracht hat. Wie schwer es den Tschechen bis heute fällt, darüber zu sprechen, beschreibt die Sozialhistorikerin Muriel Blaive am Beispiel des Kommunismus-Museums in Prag. Ihr Beitrag für das Science Magazin des ORF basiert auf Blaives Aufsatz für den Sammelband "Museum of Communism. New Memory Sites in Central and Eastern Europe" herausgeben von Stephen M. Norris im Verlag Indiana University Press (2020). Sie widmet sich dem Paradox, dass das einzige der Geschichte der kommunistischen Tschechoslowakei in Prag gewidmete Museum in privater Hand von einem US-Amerikaner geführt wird. Während dieses Museum bei Touristen auf große Resonanz stößt, wird es von den Einheimischen weithin ignoriert. 

Cover: Der Abschied vom Kommunismus, in: FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte Jg. 23 (2019) Heft 2, Hannover: ibidem-Verlag 2019.

Zeitschrift

Der Abschied vom Kommunismus

ZIMOS - Zentralinstitut für Mittel- und Osteuropastudien der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (Hrsg.)

Die zweite Ausgabe der Zeitschrift "FORUM" im Jahr 2019 widmet sich der Erosion der kommunistischen Herrschaftssysteme an den Beispielen der Tschechoslowakei und Polens. In der ersten Rubrik des Heftes, „Der Abschied vom Kommunismus“, befasst sich der in Bratislava wirkende Politikwissenschaftler Dirk Mathias Dalberg mit einem der führenden Vertreter der regimekritischen Kreise in der CSSR,  dem Philosophen Milan Šimečka. In einem weiteren Aufsatz befasst sich Leonid Lukas mit dem Wirken der Solidarność-Bewegung und ihrem Triumph während der Friedlichen Revolution 1989. In „Zeitgeschichte“ ist eine Diskussion aus dem Jahre 2011 abgedruckt, die sich mit kurz zuvor erschienenen Büchern zur Geschichte des 20. Jahrhunderts beschäftigte. In der Rubrik „Eichstätter Vorträge“ ist der zweite Teil des Beitrags des Eichstätter Politikwissenschaftlers Bernhard Sutor über die Herausforderungen, mit denen sowohl die ungefestigten als auch die gefestigten Demokratien aktuell konfrontiert werden, veröffentlicht. Zuletzt ist in „Historische Texte“ der erste Teil der Schrift „Götzendämmerung“ des russischen Philosophen Simon L. Frank publiziert. Das Periodikum "FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte" ist die Schriftenreihe des Zentralinstituts für Mittel- und Osteuropastudien (ZIMOS) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Cover des Buches "Beziehungsweise Revolution", Verlag Suhrkamp

Fachbuch

Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende

Bini Adamczak

Die Autorin beschäftigt sich in ihrem Buch Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende anlässlich des 100. Jahrestages der Russischen Revolution mit den Ereignissen des Jahres 1917, die sie mit der sozialen Revolution 1968 in Beziehung setzt. Diese Revolutionen waren von sehr unterschiedlicher Natur: Die Russische Revolution verfolgte einen Umbau politischer Art, während 1968 auf das Individuum zielte. Die Autorin verknüpft diese Prozesse anhand der neuen Geschlechterverhältnisse und fragt nach der „vergangenen Zukunft von Revolutionen“. Das Buch gliedert sich in drei Teile: Russische Revolution, Das Geschlecht der Revolution, Beziehungswesen. Bini Adamczak publiziert als freie Autorin Bücher zum Themenkomplex des Kommunismus und erlangte durch ihr Kinderbuch Kommunismus. Kleine Geschichte wie es endlich alles anders wird internationale Bekanntheit. Ihr neues Buch Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende erscheint am 9. Oktober 2017 im Suhrkamp Verlag.

Cover des Buches "1917 – sozialistische Oktoberrevolution – Ein Menschheitsschritt vorwärts!", artofax Verlag

Katalog

1917 – sozialistische Oktoberrevolution – Ein Menschheitsschritt vorwärts!

Florian Aicher, Silke Treusch

2017 ist die Publikation 1917 – sozialistische Oktoberrevolution – ein Menschheitsschritt vorwärts von Florian Aicher und Silke Treusch erschienen und dokumentiert die gleichnamige Ausstellung. Das Buch und die Ausstellung wurden für die Marxistisch-Leninistischen Gruppe Schweiz (MLGS) erarbeitet, eine linksradikale Splitterpartei innerhalb der Schweizer Parteienlandschaft. Wie der Klappentext des Buches verspricht, sei Lenin vor rund hundert Jahren in Zürich aufgebrochen, „um die Welt zu verändern“ und fand in Russland den Boden bereitet für seine revolutionären Ideen: „Der 1. Weltkrieg, die unmenschlichen Bedingungen, die im zaristischen Russland herrschten" hätten laut den Autoren nach Veränderung geschrien: „Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ergriff die Arbeiterklasse die Staatsmacht.“ Das Buch gibt vollständig die zugehörige Ausstellung wider, die auf elf Tafeln mit Bildern und Texten die Geschichte und die Bedeutung der Oktoberrevolution verdeutlichen soll. Erstmals am 1. Mai 2017 in Zürich gezeigt, war die Ausstellung bei Veranstaltungen aus dem linken Spektrum wie dem Pfingstjugendtreffen in Gelsenkirchen und dem Kulturfest zu 100 Jahre Oktoberrevolution der deutschen Schwesterpartei (Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands, MLPD) zu sehen.

Buchcover Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum, Martin Gutzeit (Hrsg.): Umbrüche und Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989

Fachbuch

Umbrüche und Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989

Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum, Martin Gutzeit (Hrsg.)

Der Band basiert auf einer gleichnamigen Konferenz, die sich mit verschiedenen Ebenen des Epochenumbruchs 1989/90 in der DDR, in Polen, der Tschechoslowakei und in Ungarn befasst hat. Die Autoren untersuchen sowohl Gemeinsamkeiten und Besonderheiten nationaler und internationaler Akteure als auch die Veränderungen in Staat und Gesellschaft. Auch die damalige Sicht der sowjetischen Führung auf Ostmitteleuropa wird beleuchtet, um die Ausgangslage vor der friedlichen Revolution darzustellen. So werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Revolution und Transformation nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime in den Blick genommen.

Buchcover

Sammelband

Making the Revolution. Histories of the Latin American Left

Kevin A. Young (Hrsg)

Bei Making the Revolution: Histories of the Latin American Left handelt es sich um einen Sammelband, der in 10 historischen Studien die Geschichte der lateinamerikanischen Linken in 10 Ländern behandelt. Im Hintergrund der heftigen Proteste in Chile 2019 gegen die Regierung und das vom neoliberalen Kapitalismus durchdrungene System, in dem sich eine vom Großteil der Bevölkerung distanzierte politische und wirtschaftliche Elite gebildet hat, bestätigt sich die Aktualität eines Bandes, welcher sich um eine neue Sichtweise auf die Linke in Lateinamerika bemüht. Im Fokus der einzelnen Beiträge steht die Beteiligung von Frauen, Indigenen oder Afroamerikanern an linken Projekten im 20. Jahrhundert. Es sollen Lehren für die Gegenwart, wie mit den gesellschaftlichen Problemen umzugehen ist, gezogen werden.

Buchcover

Analyse

Das Kominform und Stalins Neuordnung Europa

Grant M. Adibekovs

Grant M. Adibekovs Buch „Das Kominform und Stalins Neuordnung Europas“ ist eine umfassende Geschichte der Kominform. Die Analyse des Autors stützt sich auf bis dato unbekannte Materialien aus russischen Archiven. Während die russischen Originalausgabe bereits 1994 erschien, wurde das Buch in der Übersetzung von Beatrix Höhne, Ute Meltzer und Wolf-Ulrich Pradel ersstmals 2002 auf deutsch veröffentlicht; damit ist es die erste Geschichte der Kominform in deutscher Sprache. Der Autor schildert und analysiert die Institutionen, Entscheidungsprozesse und Methoden, die schließlich zur politischen Gleichschaltung der kommunistischen Bewegung führten. Die Kominform wurde 1947 als Nachfolgeorganisation der Komintern gegründet und war formell ein überstaatlicher Zusammenschluss verschiedener kommunistischer Parteien. Faktisch diente sie vor allem der Kontrolle dieser Parteien durch die Sowjetunion unter Stalin. Der Autor Grant M. Adibekov ist wissenschaftlicher Leiter am Russischen Staatsarchiv für Soziale und Politische Forschung (RGASPI), Moskau und Autor zahlreicher grundlegender Werke zur Geschichte des internationalen Kommunismus.

Screenshot Buchcover

Aufsatzsammlung

Lenin. Revolution und Politik

Suhrkamp Verlag (Hrsg.)

Im Jahr 1970 wäre Wladimir Iljitsch Lenin 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat der Suhrkamp Verlag ein Buch mit Aufsätzen deutscher sowie ausländischer Autoren, Marxisten und Ökonomen veröffentlicht. Die Texte setzen sich kritisch und analytisch mit den Theorien Lenins und den Auswirkungen seiner Politik auseinander. Der Anführer der Oktoberrevolution und Mitbegründer der Sowjetunion hat die Entwicklung der Welt im 20. Jahrhundert geprägt wie kaum ein anderer. Die Aufsatzsammlung "Lenin. Revolution und Politik" beinhaltet folgende Texte: Paul Mattick, "Der Leninismus und die Arbeiterbewegung des Westens." Bernd Rabehl, "Zur Methode der revolutionären Realpolitik des Leninismus." Juri Tynjanow, "Das Wörterbuch Lenins." Ernest Mandel, "Lenin und das Problem des proletarischen Klassenbewusstseins."

Buchcover

Fachbuch

Die "Ungarische Revolution" und der "Prager Frühling". Eine Verflechtungsgeschichte zweier Reformbewegungen zwischen 1956 und 1968

Hannes Lachmann

Die Ungarische Revolution von 1956 und der Prager Frühling von 1968 zählen zu den großen Krisen des Staatssozialismus. 1956 war die Hoffnung groß, ein von der Sowjetunion autonomes und demokratisches Ungarn etablieren zu können. 1968 wurden in der Tschechoslowakei Reformversuche angestrebt, die den von Alexander Dubček angestrebten „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ etablieren sollten. Beide Ereignisse gelten als Beweis dafür, dass Revolutionen zwar gelingen können, aber gleichzeitig auch Gegenrevolutionen auslösen können. Der Prager Frühling und die Ungarische Revolution erfuhren in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung bereits große Aufmerksamkeit, jedoch vorwiegend als Einzelanalysen. Der Historiker Hannes Lachmann dagegen legt mit seinem Band „Die "Ungarische Revolution" und der "Prager Frühling". Eine Verflechtungsgeschichte zweier Reformbewegungen zwischen 1956 und 1968“ eine vergleichende, multiperspektivische Studie mit transnationalem Fokus auf die wechselseitigen ungarisch-tschechoslowakischen Wahrnehmungen vor.  

Buchcover

Katalog

Evreinov & Andere »Sturm auf den Winterpalast«

Inke Arns; Igor Chubarov; Sylvia Sasse (Hrsg.)

Der Dokumenten- und Essayband wurde von den Kuratoren begleitend zu der Ausstellung „Sturm auf den Winterpalast“ in Zusammenarbeit mit Igor Chubarov herausgegeben. Die Ausstellung, die vom 23. September bis 25. Oktober 2017 in Zürich stattfand, widmete sich der Rolle der Fotografie in der Konstruktion des „Sturms auf den Winterpalast“. Dieser Vorfall, welcher nachträglich zum zentralen Ereignis der Oktoberrevolution stilisiert wurde, hat nie in der heroischen, dramatischen Form, die im Nachhinein kolportiert wurde, stattgefunden. Die Bilder, welche vermeintlich Zeugnis von der Erstürmung des Winterpalast ablegen, entstanden zu großen Teilen im Zuge eines Massentheaterstückes im Jahre 1920, welches aufgrund des dritten Jahrestages der Oktoberrevolution inszeniert wurde. Dieser Inszenierung widmen sich die im Ausstellungskatalog versammelten Essays, welche um bislang unveröffentlichte Manuskripte des Theaterstückes bereichert werden. Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei die Person Nikolaj Evreinov, der Leiter des Regiekollektivs, und sein Konzept des therapeutischen Theaters, in dem das Spielen und Nachempfinden von fiktiven Situationen einen zentralen Bestandteil bildet. Die Essays und Dokumente, die in dem Katalog versammelt sind, erlauben durch zusätzliche Dokumente, Anregungen und Hintergrundinfomationen eine weitere Perspektive auf den Ausstellungsgegenstand. 

Logo der Zeitschrift

Zeitschrift

Moving the Social: Journal of Social History and the History of Social Movements, Vol 58 (2017)

Institut für soziale Bewegungen an der RUB (Hrsg.)

Die 58. Ausgabe des “Essays on Social History and the History of Social Movements” erschien 2017. Die Halbjahres-Zeitschrift erscheint im Wechsel als thematische Ausgabe und als offene Ausgabe, die einem breiten Spektrum von Analysen aus dem Forschungsfeld der sozialen Bewegungen eine Plattform bietet. Ausgabe 58 fällt unter das Format der offenen Ausgabe, dementsprechend divers sind die Beiträge. Der erste Beitrag von Flemming Mikkelsen widmet sich der Arbeiterbewegung in Dänemark im 20. Jahrhundert. Es folgt eine Analyse von Matthias Möller zu alternativen Wohnkonzepten in Deutschland und Frankreich in den 1970er- und 1980er-Jahren. Bernhard H. Bayerleins Essay liefert eine transnationale Perspektive auf antifaschistischen Widerstand in den Jahren 1938-1940. Der letzte Beitrag von Juan L. Fernández untersucht den Einfluss von Darwins Evolutionstheorie auf die Geschichtsschreibung in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg. Den Abschluss bildet, wie in jeder Ausgabe der Zeitschrift, eine Rezension kürzlich erschienener Publikationen im Bereich der Sozialen Bewegungsforschung.  

Abbildung: de Gruyter Verlag

Fachbuch

Falsche Freunde im Kalten Krieg?

Sonja Großmann

Warum engagierten sich zahlreiche Westeuropäer im Kalten Krieg für die Sowjetunion? Waren dies von Moskau gesteuerte ideologisch verblendete Kommunisten? Inwiefern förderten sie tatsächlich den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch? Sonja Großmann analysiert erstmals vergleichend die Entwicklung sowjetischer Freundschaftsgesellschaften in Frankreich, Großbritannien und der Bundesrepublik vom Zweiten Weltkrieg bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion. Von diesen gesellschaftlichen Akteuren ausgehend eröffnet das Buch neue Perspektiven auf die Formen und Methoden sowjetischer Selbstdarstellung gegenüber dem Ausland, auf das Zusammenspiel staatlicher und gesellschaftlicher Akteure über den ,Eisernen Vorhang' hinweg und auf kommunistische Organisationen im Westen. Das Bild der Sowjetunion in den verschiedenen Ländern spielt ebenso eine Rolle wie konkrete Felder des kulturellen Austausches in Kunst und Wissenschaft, Tourismus oder Städteverbindungen. Das Buch liefert einen innovativen Beitrag zur Internationalen Geschichte, indem es ost- und westeuropäische Geschichte, Diplomatie- und Kulturgeschichte sowie top-down mit bottom-up Ansätzen zusammenführt. (Verlagstext)

Screenshot Online-Dossier

Onlinedossier

Novemberrevolution 1918-2018

Anlässlich des 100. Jahrestages der Novemberrevolution versammelt das Online-Dossier alle Aufsätze zum Thema, die in den Jahren von 2002 bis 2016 in der der Zeitschrift "Arbeit – Bewegung – Geschichte" erschienen sind. Insgesamt stehen den Lesern damit 21 Artikel aus 15 Jahren im Volltext zur Verfügung. Dabei widmen sich die Beiträge einer großen Vielzahl von Themen. Darunter finden sich Texte, die sich mit den Biografien von bekannten Figuren der Revolution wie Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg beschäftigen ebenso wie solche, die sich unbekannteren Personen wie dem Arbeiterdichter Werner Möller oder dem Kommandant der Volksmarinedivision Fritz Radtke widmen. Weitere Beiträge widmen sich Aspekten der politischen Geschichte, wie dem Entstehen und der Entwicklung politischer Parteien, oder sozialgeschichtlichen Themen wie der Rolle von Gewerkschaften im Revolutionsverlauf. 

Katalogcover

Katalog

Karl Marx 1818-1883. Leben. Werk. Zeit.

Beatrix Bouvier, Rainer Auts (Hrsg.)

Am 5. Mai 2018 startete anlässlich des 200. Geburtstages das Karl-Marx-Jahr in Trier mit der Eröffnung der großen Landesausstellung an zwei Standorten in Trier, die sich mit dem Philosophen, Ökonomen und Revolutionär Karl Marx beschäftigt. Ausstellungsbegleitend erschien 2018 der Katalog „Karl Marx 1818-1883. Leben. Werk. Zeit.“ von Beatrix Bouvier und Rainer Auts, der die Ausstellungen dokumentiert und zahlreiche Informationen rund um die Person Marx und sein Leben bietet. Der Katalog ermöglicht einen Einblick in den intellektuellen Werdegang des Ökonomen und Philosophen und in seine bedeutendsten Schriften. Auch wird der Mensch Marx mit seinem familiären Hintergrund und seinen unterschiedlichsten Lebensstationen im In- und Ausland beleuchtet und gelöst von seiner Rolle als Revolutionär betrachtet. Wodurch wurde Marx geprägt? Welche Rolle spielen seine Wohnorte Paris, Trier oder London in seinem Leben und Werdegang?

Buchcover Bini Adamczak: Kommunismus. Kleine Geschichte, wie es endlich alles anders wird

Fachbuch

Kommunismus. Kleine Geschichte, wie es endlich alles anders wird

Bini Adamczak

Die Autorin erklärt die Funktionsweise des Kapitalismus sowie die Theorie und Geschichte des Kommunismus für Einsteiger. Das Buch ist in einer leicht verständlichen und märchenhaften Sprache geschrieben und stellt die Frage in den Mittelpunkt, warum Menschen immer wieder mit dem Wunsch gescheitert sind, die Welt zu ändern. Im ersten Teil des Buches erzählt sie die Geschichte des Kapitalismus, im zweiten Teil erläutert sie die historischen Versuche, ihn zu überwinden. Auf die wichtigsten Argumente und Schlagworte der Kapitalismuskritik folgen Vorschläge, wie ein gelebter Kommunismus aussehen könnte. Im Epilog greift die Autorin die Nachteile der Kritikstrategien am Kapitalismus noch einmal auf, wobei sie hier auf die kindgemäße Sprache verzichtet.

Cover des Buches "Das Charisma der Weltrevolution", Böhlau Verlag

Fachbuch

Das Charisma der Weltrevolution. Revolutionärer Internationalismus in der frühen Sowjetgesellschaft 1917–1927

Gleb J. Albert

Was bedeuteten „Weltrevolution“ und „internationale Solidarität“ für einfache Parteiaktivisten und die sowjetische Bevölkerung im ersten Jahrzehnt nach der Oktoberrevolution? Mit Das Charisma der Weltrevolution. Revolutionärer Internationalismus in der frühen Sowjetgesellschaft 1917–1927 hat der 1981 in Moskau geborene Historiker Gleb J. Albert die erste Gesellschaftsgeschichte des frühsowjetischen revolutionären Internationalismus verfasst. Darin untersucht er die Vermittlung internationalistischer Ideen sowie die Bedeutungen, die frühsowjetische Aktivisten und Bürger in sie hineininterpretierten. Ebenso dargestellt werden die Praktiken, mittels derer Sowjetbürger an revolutionären Ereignissen im Ausland teilhaben konnten. Neben seiner Mitarbeit an Editionen zur Komintern ist der Autor Mitglied der DFG-Forschergruppe »Medien und Mimesis« am Historischen Seminar der Universität Zürich und arbeitet an einem Habilitationsprojekt zur transnationalen Geschichte jugendlicher Softwarepiraterie in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren. Zudem ist er Mitherausgeber des Online-Magazins Geschichte der Gegenwart und des International Newsletter of Communist Studies sowie als Historischer Berater bei diversen Theaterproduktionen tätig.  

Apor, Sarkisova, Past for the eyes, cinema, museum, public history

Sammelband | Fachbuch

Past for the Eyes: East European Representations of Communism in Cinema and Museums after 1989

Peter Apor, Oksana Sarkisova

Mit „Past for the Eyes: East European Representations of Communism in Cinema and Museums after 1989“ gaben Peter Apor und Oksana SarkisovaIn 2008 einen Sammelband zur Rezeptionsgeschichte des Kommunismus in modernen Filmen, Museen und Ausstellungen heraus. In 13 Essays setzen sich die weitgehend osteuropäischen Autoren mit der Frage auseinander, wie Darstellungen in den genannten Bereichen das gegenwärtige Bild der kommunistischen Vergangenheit formen. Der Fokus liegt auf den vielfach verknüpften Prozessen der Visualisierung von Vergangenem und dessen Wahrnehmung im kollektiven Gedächtnis der Generationen. Die betrachteten Objekte werden in drei Kategorien eingeteilt, die die verschiedenen Herangehensweisen an das kommunistische Erbe definieren: „Documents of Communism“, „Subjects of Nostalgia“ und „Objects of Memory“. So soll eine vielschichtigere Analyse verschiedener Darstellungsweisen ermöglicht werden.

Zeitschriftscover

Fachzeitschrift

Journal of Contemporary History

Richard J. Evans, Stanly Payne (Eds.)

Die Zeitschrift „Journal of Contemporary History“ ist eine wissenschaftliche Fachzeitschrift zur Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts. Neben Aufsätzen von Historikern zu sozialgeschichtlichen, politischen, wirtschafts- und kulturhistorischen Themen des 20. Jahrhunderts beinhaltet die Zeitschrift Rezensionen aktueller Buchveröffentlichungen zur Zeitgeschichte. Dabei besteht kein regionaler Fokus sondern es werden Studien aus allen Bereichen der Welt veröffentlicht. Die veröffentlichten Artikel verfolgen eine große Bandbreite an geschichtswissenschaftlichen Ansätzen, die Studien im Bereich der Wirtschaft, Politik, Diplomatie, Ideen- und Kulturgeschichte beinhalten. Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich bei SAGE Publications und wird von Richard J. Evans (University of Cambridge) und Stanly Payne (University of Wisconsin-Madison) herausgegeben. 

Buchcover

Analyse

Der Duft der Imperien

Karl Schlögel

Karl Schlögels Der Duft der Imperien erzählt die Geschichte eines Duftes auf dessen Grundlage das weltberühmte Chanel Nº 5 und sein sowjetisches Pendant Rotes Moskau entstand. Durch die Wirren der Russischen Revolution gelangte die Formel für einen Duft, der zum 300. Kronjubiläum der Romanows kreiert worden war, nach Frankreich. In den verschiedenen Essays werden auch die Schöpfer und das Umfeld, in dem sie sich bewegten, behandelt. Verantwortlich für die sowjetische Parfümindustrie war Polina Schemtschuschina, die Frau des Außenministers Molotow. Sie fiel später einer Säuberungskampagne zum Opfer ― und Coco Chanel kollaborierte mit den deutschen Besatzern. Schlögel ergänzt mit seinem Buch diese sonst so gut erforschte Epoche um eine weitere Perspektive.

Buchcover

Analyse

Den Jazz sowjetisch machen: Kulturelle Leitbilder, Musikmarkt und Distinktion zwischen 1953 und 1970

Michel Abeßer

Die Studie Den Jazz sowjetisch machen: Kulturelle Leitbilder, Musikmarkt und Distinktion zwischen 1953 und 1970 von Michel Abeßer zeichnet die Entwicklung und kulturellen Auswirkungen der Jazzmusik in der Sowjetunion nach. Stets rang die Staatsmacht um die kulturelle Hoheit und Hörergunst gegen den als potentiell politisch subversiv betrachteten Jazz. Trotzdem vermochte man nicht, die Verbreitung des Jazzs zu verhindern. 1953 veränderte die Förderung der Konsumgüterindustrie die Freizeit und Alltagskultur von Millionen Bürgern radikal. Daraufhin entstand ein symbiotisches Verhältnis von Jugendkultur und staatlichen Einrichtungen, was sich in den Jazzclubs und Jugendcafés zeigte, die niemand geringeres als der Komsomol unterhielt. Das Buch möchte jedoch nicht vorrangig die Geschichte des sowjetischen Jazz abhandeln, sondern einen Einblick in das gesellschaftliche Leben einer Epoche geben, in der Kunst im Tauwetter Gesellschaft zu verändern vermochte.

Buchcover

Aufsatzsammlung

Aufbruch im Osten. Die Enstalinisierung in Ostmitteleuropa und ihre Folgen

Robert Grünbaum, Heike Tuchscheerer (Hrsg.)

Robert Grünbaum und Heike Tuchscheerer liefern mit dem von ihnen herausgegebenen Band einen Überblick über die Ereignisse, die sich im folgeträchtigen Jahr 1956 in Ostmitteleuropa ereignen: In seiner berühmten Geheimrede von 1956 rechnet der sowjetische Parteichef Nikita Chruschtschow mit seinem gefürchteten Vorgänger und dessen Verbrechen ab. Drei Jahre nach Stalins Tod stürzt damit Chruschtschow den Tyrannen vom Sockel. Seine Politik der Entstalinisierung führt zu einer innen- und außenpolitischen Entspannung, welche die kommunistische Staatenwelt schließlich in ihrer Existenz bedrohen wird. Der Posener Aufstand in Polen sowie die Ungarische Revolution sind beispielhaft dafür, welche weitreichenden Konsequenzen die Entstalinisierung für die Innenpolitik anderer Staaten des Warschauer Pakt hat. Diese besondere historische Entwicklung steht im Mittelpunkt der Publikation, deren Beiträge in Form von Länderberichten, Analysen sowie Podiumsgesprächen einen analytischen Blick auf das europäische Schicksalsjahr 1956 werfen.  

Fachbuch

Der Prager Frühling. Aufbruch in eine neue Welt

Martin Schulze Wessel

Mit seiner umfassenden Analyse "Der Prager Frühling. Aufbruch in eine neue Welt" liefert der Osteuropahistoriker Martin Schulze Wessel einen neuen Blickwinkel auf die Ereignisse des Jahres 1968. Unter dem Generalsekretär Alexander Dubček formierte sich in der damaligen Tschechoslowakei eine reformkommunistische Bewegung, deren Ziel es war, einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" zu schaffen. Die Bewegung wurde im August 1968 von Truppen des Warschauer Paktes gewaltsam niedergeschlagen. Schulze Wessels Buch besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil liefert eine detaillierte Analyse derjenigen Ideen, die der Reformbewegung des Prager Frühlings zugrunde liegen. Der zweite Teil liefert eine kleinteilige Beschreibung der Ereignisse zwischen dem Amtsantritt von Alexander Dubček am 5. Januar 1968 und dem Einmarsch von Warschauer Pakt-Truppen in der Nacht vom 20. Auf den 21. August 1968. Dieser zweite Teil unterscheidet Schulze Wessels Analyse von den zahlreichen bereits erschienenen Analysen des Prager Frühlings dahingehend, dass der Autor die Ereignisse allesamt als Form der Vergangenheitsbewältigung deutet. Die 1950er-Jahre waren von einem extrem repressiven Regime und dessen Schauprozessen geprägt. Als Reaktion auf diese Vergangenheit liest der Autor die reformpolitischen Bestrebungen des Prager Frühlings. 

Screenshot des Buchcovers

Analyse

Francos langer Schatten. Diktatur und Demokratie in Spanien

Hannes Bahrmann

In Francos langer Schatten. Diktatur und Demokratie in Spanien erzählt der Autor und Historiker Hannes Bahrmann die Geschichte Spaniens vom Franco-Putsch 1936 über den Tod des Diktators 1975 bis heute. Zusätzlich setzt er sich kritisch mit dieser nach ihm unaufgearbeiteten Vergangenheit Spaniens auseinander. Eingeleitet wird die Analyse durch eine Kurzzusammenfassung der spanischen Geschichte der letzten 100 Jahre und zieht dann einen Bogen zur Errichtung der faschistischen Diktatur Francos, die 40 Jahre bestand. Der drauf folgende weiche Übergang von Diktatur zu Demokratie, die sogenannte „transición“, verhinderte laut Bahrmann eine tiefergehende Vergangenheitsbewältigung. Auch das Erstarken der rechtspopulistischen Partei Vox wird im thematischen Kontext des Buches analysiert.

Monographie

Roter Orient

Gero Fedtke

Aus der Rezension von Ulrich Hofmeister in sehepunkte 20 (2020), Nr. 9, 15.9.2020: "Roter Orient war der Name eines Zugs, dessen Besatzung 1920 im Auftrag der Moskauer Zentralgewalt die Durchsetzung der sowjetischen Herrschaft in Zentralasien vorantreiben sollte. Gero Fedtke nimmt diesen Zug und das Vorgehen seiner Mannschaft gegen lokale Funktionäre als Ausgangspunkt einer detaillierten Studie über turkestanische muslimische Kommunisten in den Jahren zwischen dem Oktoberputsch 1917 und der nationalen Aufteilung Zentralasiens 1924. Fedtkes Buch gehört zu einer ganzen Reihe von neueren Arbeiten, die die Etablierung der Sowjetmacht in Zentralasien behandeln und die dabei die Handlungsmacht der nichtrussischen Akteure betonen." Wer mehr über das hoch hoch gelobte Buch erfahren will, der findet die vollständige Rezension hier: http://www.sehepunkte.de/2020/09/34108.html 

Screenshot des Buchcovers

Sammelband

Verheißung und Bedrohung: Die Oktoberrevolution als globales Ereignis

Jörg Ganzenmüller (Hrsg.) | vom 10.12.2019

Die russische Oktoberrevolution warf weltweit neue und fundamentale Fragen über die politische und soziale Ordnung von Gesellschaften auf stellte einen tiefen historischen Einschnitt mit weitreichenden globalen Auswirkungen dar. Diese beleuchtet der von Jörg Ganzenmüller herausgegebene Sammelband Verheißung und Bedrohung: Die Oktoberrevolution als globales Ereignis, welcher im November 2019 im Böhlau Verlag erschien. In verschiedenen Aufsätzen werden die Resonanzen der Oktoberrevolution in Deutschland, Europa und auf globaler Ebene sowie die Entstehung und Bedeutung des Antibolschewismus in den Blick genommen. Die ersten beiden Teile nehmen die Resonanzen in Deutschland in den Blick. Bernhard. H. Bayerlein beleuchtet die Revolutionsvorstellungen der deutschen Kommunisten und die Versuche, eine deutsche Oktoberrevolution zu initiieren. Im dritten Teil analysiert zum Beispiel Thomas Kroll die Bedeutung der Oktoberrevolution für die politische Linke in Frankreich und Großbritannien. Des Weiteren wird die Bedeutung des Antibolschewismus für die Entstehung des Faschismus in Italien untersucht. Schließlich zeigt Julia Richers die Verbindungen zwischen der Oktoberrevolution und der Räterepublik sowie des entstehenden Antibolschewismus in Ungarn auf.

Zeitschriftencover

Zeitschrift

Berliner Debatte Initial

Berliner Debatte Initial e.V.

"Berliner Debatte Initial" ist eine seit 1990 in Berlin erscheinende sozialwissenschaftliche Fachzeitschrift, die 1990 gegründet wurde. Die Gründer bestehen aus einer Gruppe von Sozialwissenschaftlern, die den reformorientierten Ideen des damaligen sowjetischen Staatsoberhauptes Michail Gorbatschow nahe stehen. Es gibt keinen Chefredakteur, laut Redaktionsstatut nur gleichberechtigte Redakteure mit Vetorecht. Jede Ausgabe besteht aus einem Themenschwerpunkt sowie weiteren Beiträgen, Besprechungen und Rezensionen. Das Themenspektrum reicht von der Transformations- und Osteuropaforschung, über philosophische und sozialtheoretische Problemstellungen bis zu aktuellen Debatten über wirtschaftspolitische und gesellschaftspolitische Fragen. Zunächst unter dem Titel "Initial – Zeitschrift für Politik und Gesellschaft" wird die Zeitschrift nun seit 1992 durch den Verein „Berliner Debatte Initial e.V.“ herausgegeben und bei WeltTrends unter dem Titel "Berliner Debatte Initial - Sozial- und geisteswissenschaftliches Journal" verlegt. Sie erscheint vierteljährlich

Buchcover

Fachbuch

Pan-Africanism and Communism: The Communist International

Hakim Adi

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, in der Rassismus auch in den freien westlichen Demokratien wuchs, fühlten sich die Unterdrückten von der Gründung der Sowjetunion 1917 und der Kommunistischen Internationale 1919 inspiriert. Noch unter der Führung Lenins ermunterte sie die Komintern, sich gegen die "Fesseln des Imperialismus" zu wehren. Die Kommunisten standen damit in der Zwischenkriegszeit mit an der Spitze des Kampfes gegen die Kolonialherrschaft westlicher Staaten, so die zentrale These von Hakim Adi in seinem Buch "Pan-Africanism and Communism: The Communist International". Der Professor an der University of Chichester (West Sussex) hat sich seit den 1990er-Jahren mit seinen Studien über die Geschichte Afrikas, Panafrikanismus sowie die afrikanische Diaspora, vor allem in Großbritannien, als einer der führenden britischen Historiker auf diesem Forschungsgebiet etabliert. In diesem Werk untersucht er den Einfluss der Komintern und der Internationalen Gewerkschaftskomitees der Negerarbeiter auf die kommunistische Bewegung in Afrika, der Karibik und afroamerikanischen Gemeinden. Dafür greift er auf Quellen aus den Archiven der Komintern in Moskau sowie auf Archive in Frankreich, Großbritannien, den USA und West-Afrika zurück.   

Cover des Buches " Rußland 1917", Verlag Schöningh

Fachbuch

Rußland 1917. Ein Land auf der Suche nach sich selbst

Helmut Altrichter

Nicht die Rolle Lenins oder die Wirkung seiner „donnergleichen Reden“ (Suchanow) als treibende Kräfte der Russischen Revolution stehen im Fokus dieser neu aufgelegten und erweiterten Darstellung von Helmut Altrichter. Die Strukturen des russischen Zarenreichs und seiner Gesellschaft werden als Rahmen für die sich entwickelnden Umbrüche des Revolutionsjahres 1917 in Russland betrachtet. Mit den Methoden der Sozialgeschichte fragt Altrichter nach den Erwartungen der Arbeiter, Bauern, Bürgern und Soldaten, die aus völlig unterschiedlichen Gründen heraus am Sturz des Zaren mitwirkten. Die urbanen, zentralen Akteure der Russischen Revolution in Petrograd und Moskau sind bereits in zahlreichen Studien thematisiert worden, weshalb der Autor dieses Bandes auch einen Blick auf die Forderungen und Aktivitäten der nationalen Gruppierungen in den Randgebieten des sich im Auflösen befindenden Zarenreiches wirft. Nationalisten in Polen, Finnland, der Ukraine und weiteren Provinzen forderten die Unabhängigkeit, die im Russischen Bürgerkrieg erkämpft wurde. Helmut Altrichters Darstellung „Rußland 1917“ wird von Rezensent Diethard Hennig besonders für die „sachliche und distanzierte Art“, mit der der Autor den Verlauf der Russischen Revolution nachzeichnet, gelobt.

Buchcover "Roter Hunger. Stalins Krieg gegen die Ukraine", Siedler Verlag.

Monographie

Roter Hunger. Stalins Krieg gegen die Ukraine

Anne Applebaum

Die amerikanische Historikerin Anne Applebaum beschäftigt sich in ihrer Monografie Roter Hunger. Stalins Krieg gegen die Ukraine mit dem erzwungenen Hungertod von mehreren Millionen Ukrainerinnen und Ukrainern durch die kommunistische Führung der Sowjetunion zwischen 1932 und 1933. Applebaum zeichnet nach, wie Stalin ein Terrorregime gegenüber der Ukraine errichten ließ und wie er seine Vernichtungspolitik gegenüber der ukrainischen Bevölkerung umsetzte. Zahlreiche Bewohner der Ukraine fielen einer Hungersnot zum Opfer, die als „Holodomor“ bezeichnet wird. Stalins Ziel war es, den ukrainischen Freiheitsdrang zu unterdrücken, die sowjetische Macht in der Ukraine zu festigen und die ukrainische Kultur zu vernichten. Die Autorin greift in ihrer Monografie die Debatte auf, ob die Hungersnot von Stalin vorsätzlich verursacht wurde oder vorwiegend durch die vorangetriebene Zwangskollektivierung bedingt wurde. Applebaum beschäftigt sich vor allem auch mit der historischen Aufarbeitung und den kontroversen Diskussionen um den Begriff „Holodomor“ und geht der Frage nach, ob die Geschehnisse 1932 als Genozid zu beurteilen sind. Zusätzlich analysiert sie die Bedeutung dieser menschlichen Katastrophe für die heutige Ukraine und ihr Verhältnis zu Russland.