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Buchcover: Martin Aust: Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium

Fachbuch

Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium

Martin Aust

Der deutsche Historiker Martin Aust nimmt sich in seinem Werk „Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium“ nicht nur der bolschewistischen Oktoberrevolution 1917 an, sondern nimmt alle revolutionären Umwälzungen zwischen 1905 und 1921 auf dem Gebiet des alten Zarenreiches in den Blick. Diese trugen von Region zu Region verschiedene Züge und waren von unterschiedlicher Intensität.  Die Vielzahl der Russischen Revolutionen bedeutete enorme soziale und politische Brüche, die das zaristische Imperium in den Wirren des Ersten Weltkriegs in die Knie zwangen und den Weg für die Schaffung der Sowjetunion durch die Bolschewiki bereiteten. Martin Austs Werk berücksichtigt die Komplexität des Vielvölkerstaates und untersucht die Prozesse, die schließlich in den stalinistischen Terror führten.

Cover des Buches "The CSCE and the End of the Cold War", Berghahn Books

Sammelband

The CSCE and the End of the Cold War. Diplomacy, Societies and Human Rights 1972-1990

Nicolas Badalassi und Sarah B. Snyder (Hrsg.)

The CSCE and the End of the Cold War. Diplomacy, Societies and Human Rights 1972-1990, herausgegeben von Nicolas Badalassi und Sarah B. Snyder widmet sich der Bedeutung der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) für das Ende des Kalten Krieges. Die KSZE waren eine Reihe von Konferenzen, an denen Repräsentantinnen und Repräsentanten sowohl aus den Ostblock- als auch den westlichen Staaten teilnahmen; sie fand erstmals 1973 statt. Sie war eine kontroverse Institution, deren Beitrag zum Ende des Kalten Krieges heute wenig umstritten ist. Dieser Band führt neue und innovative Forschung über die KSZE zusammen und  untersucht dabei Fragen, die für das Verständnis des Kalten Krieges entscheidend sind: Welche Rolle spielten Diplomaten bei der Gestaltung der Schlussakte von Helsinki 1975? Und wie haben die KSZE und die von der Schlussakte von Helsinki inspirierten Aktivisten das Ende des Kalten Krieges beeinflusst? Die 14 Kapitel sind in drei Teile unterteilt: Diplomats, Diplomacies and the Making of the CSCE; The Transnational Promotion of Human Rigths and the Role of Dissisdence; The Politics of the CSCE in Europe.

Cover des Buches "Eurocommunism. From the Communist to the Radical European Left", Routledge

Monographie

Eurocommunism. From the Communist to the Radical European Left

Ioannis Balampanidis

In Eurocommunism. From the Communist to the Radical European Left analysiert Ioannis Balampanidis die Entwicklung der „Eurokommunismus“ genannten Strömung innerhalb der kommunistischen Parteien Westeuropas. Der Eurokommunismus entstand um 1968 – das Jahr brachte nicht nur radikale gesellschaftliche Umbrüche mit sich, sondern führte auch zu einer zunehmenden Ausdifferenzierung linker Ideologien. Auch entstand die Bewegung in Folge der Ereignisse des Prager Frühlings: Kommunistische Parteien Westeuropas, vor allem in Italien, Frankreich, Spanien und Griechenland, distanzierten sich von der sowjetischen Niederschlagung der Proteste in der damaligen Tschechoslowakei und begannen in der Folge zunehmend, sich vom Kommunismus sowjetischer Prägung abzugrenzen. Im Zuge dieser Entwicklungen gelang es kommunistischen Parteien, in der öffentlichen Wahrnehmung mit Reformen und liberalen Werten assoziiert zu werden,  anstatt mit einem repressiven System sowjetischer Prägung. Dies führte zu einer Phase der politischen Einflussnahme, die bis in die frühen 1980er-Jahre andauern sollte und deren Erfolgsrezept darin bestand, sich sowohl gegen die revolutionäre Linke als auch die gemäßigte Sozialdemokratie abzugrenzen. Das Buch erscheint in der Serie The Routledge Global 1960s and 1970s Series.

Buchcover Bernhard H. Bayerlein, Jakov Drabkin, Aleksandr Galkin, Hermann Weber (Hrsg.): Deutschland, Russland, Komintern - I. Überblicke, Analysen, Diskussionen

Fachbuch

Deutschland, Russland, Komintern - I. Überblicke, Analysen, Diskussionen

Bernhard H. Bayerlein, Jakov Drabkin, Aleksandr Galkin, Hermann Weber (Hrsg.)

Der erste Band des Editionsprojekts kontextualisiert und analysiert die im zweiten Band editierten Dokumente zu den Beziehungen zwischen Komtintern, der sowjetischen Führung und KPD in den Jahren von 1918 bis 1943. Die Edition ist ein Ergebnis der Deutsch-Russischen Geschichtskommission, die 1997 mit dem Ziel gegründet wurde, gegenseitiges Vertrauen zu festigen. Der Fokus liegt auf dem Einfluss der Komintern auf die deutsch-russischen Beziehungen, wobei insbesondere die Entwicklung der KPD durch Vorgaben aus Moskau in den Blick genommen wird. Im Einführungsband präsentieren die vier Herausgeber neue Erkenntnisse auf Basis der auf Deutsch zugänglich gemachten Quellen. Herrmann Weber beschäftigt sich mit Schlüsselereignissen der KPD-Geschichte. Jakov Drabkin untersucht die globale Entwicklung der Komintern als Transformation der „Idee der Weltrevolution“. Bernhard Bayerlein stellt neue Materialien zur Konzeptualisierung der 1930er-Jahre vor, und Aleksandr Galkin gibt einen Überblick über die Geschichte der Arbeiterbewegung als Voraussetzung für die Entstehung von KPD und Komintern.

Buchcover

Monographie

Die K-Gruppen. Entstehung – Entwicklung - Niedergang

Jens Benicke

In seinem Buch analysiert der Politikwissenschaftler Jens Benicke die Entstehung und Entwicklung der sogenannten K-Gruppen. Unter K-Gruppen wird eine Vielzahl – oftmals untereinander heftig zerstrittener – Vereinigungen verstanden, die sich nach dem Zerfall der Studierendenbewegung von 1968 formieren. Der Begriff K-Gruppe wird vor allem von Außenstehenden verwendet und spielt auf das Verständnis der Gruppen als Kaderorganisation an. Die maoistisch-neoleninistisch ausgerichteten Organisationen entwickeln sich während des „roten Jahrzehnts“ der 1970er-Jahre innerhalb kurzer Zeit zu einer der bedeutendsten Strömungen in der außerparlamentarischen Linken, Schätzungen zufolge sind zwischenzeitlich bis zu 15 000 Menschen Mitglied in verschiedenen K-Gruppen. Im Zuge der aufkommenden Neuen Sozialen Bewegungen verlieren sie rasch an Bedeutung; viele Mitglieder schließen sich neuen Gruppierungen in der Friedens- und Umweltbewegung oder Gewerkschaften an. Das Buch ist in vier Kapitel unterteilt: Das rote Schisma – der historische Hintergrund; Von Adorno zu Mao – Die Entstehung der K-Gruppen aus der niedergehenden 68er-Bewegung; Die K-Gruppen – Marxistisch-Leninistische Organisationen in der Bundesrepublik; Die K-Gruppen – ein Phänomen der 1970er.

Buchcover

Katalog

Genosse. Jude. Wir wollten nur das Paradies auf Erden

Sabine Bergler, Gabriele Kohlbauer-Fritz

Zur Ausstellung „Genosse. Jude. Wir wollten nur das Paradies auf Erden“ im Jüdischen Museum Wien, die bis zum 1. Mai 2018 zu besichtigen war, erschien dieser Katalog. Die Ausstellung blickte aus spezifisch jüdischer Sicht auf den Kommunismus, von seinen Anfängen bis zur Perestroika unter besonderer Berücksichtigung des österreichisch-russischen Verhältnisses. Die zahlreichen Verbindungen zwischen österreichischen und russischen Marxisten, auf diplomatischer und politischer ebenso wie auf gesellschaftlicher und kultureller Ebene bilden den Ausgangspunkt für die Betrachtung der Geschichte des Kommunismus. Eine große Sammlung von Plastiken, Gemälden, Plakaten und Schriftstücken jüdischer Künstler und Intellektueller versucht, die Entwicklung des Kommunismus in Österreich und in der Sowjetunion nachzuzeichnen. Der von den Kuratorinnen Sabine Bergler und Gabriele Kohlbauer-Fritz verfasste Ausstellungskatalog erschien im Wiener Amalthea-Verlag und umfasst auf 264 Seiten eine zweisprachige (Deutsch und Englisch) Begleitung der Ausstellung.

Buchcover

Analyse

Fanfaren einer neuen Freiheit

Heidi Beutin, Wolfgang Beutin

Heidi und Wolfgang Beutin stellen in "Fanfaren einer neuen Freiheit. Deutsche Intellektuelle und die Novemberrevolution" die Haltungen deutscher Intellektueller zur Novemberrevolution in ihrer ganzen Bandbreite vor. Anhand einer großen Zahl kaum bekannter Quellen entsteht ein Porträt, anhand dessen Leser erfahren, dass ein politischer Konsens unter diesen Intellektuellen nicht vorhanden war – und in Ermangelung dessen bei weitem nicht alle die Revolution begrüßten, sich bald die ersten wieder von ihr abwandten. Eine Auswahl Intellektueller wird in ihrer Vielseitigkeit – von Bürgerlichen und Pazifisten hin zu Linksradikalen und Kommunisten – vorgestellt, unter anderem Thomas Mann, Ernst Jünger, Victor Klemperer, Anita Augspurg, Rosa Luxemburg, Clara Zetkin und Franz Mehring. 

Cover des Buches "New Perspectives on the End of the Cold War. Unexpected Transformations?", Routledge

Aufsatzsammlung

New Perspectives on the End of the Cold War. Unexpected Transformations?

Bernhard Blumenau; Jussi M. Hanhimäki; Barbara Zanchetta (Hrsg.)

Die Aufsatzsammlung „New Persepektives on the End of the Cold War“, herausgegeben von Bernhard Blumenau, Jussi M. Hanhimäki und Barbara Zanchetta stellt gängige Thesen zum Ende des Kalten Krieges und dessen Konsequenzen in Frage. Der Forschungsbestand zu diesem Thema wächst kontinuierlich. Lange Zeit war die Forschung von stark vereinfachten Debatten geprägt, die um die Rollen von „Verlierern“ und „Gewinnern“ des Kalten Krieges kreisten. Anhand einer Vielzahl unterschiedlicher Aspekte hinterfragen die Beitrage dieses Buches diese Sichtweise und analysieren unter anderem die Rolle von Persönlichkeiten und von transnationalen Bewegungen. Das verbindende Element der einzelnen Beiträge ist die Herausforderung einer besonders gängigen Annahme in Bezug auf das Ende des Kalten Krieges: die, dass die Dynamiken, die Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre zur Transformation des weltweiten politischen Systems führten, unerwartet und unvorhersehbar gewesen seien. Geografisch konzentrieren sich die Beiträge auf die Vereinigten Staaten, Europa mit besonderem Fokus auf Deutschland, und die Sowjetunion. Der Band leistet mit seinen kritischen Beiträgen und der  neuen Sichtweise einen wichtigen Beitrag zu einem viel untersuchten Themenbereich.

Buchcover

Fachbuch

Oktoberrevolution. Aufstand gegen den Krieg 1917-1922

Stefan Bollinger

Dr. Stefan Bollinger, der als Historiker und Politikwissenschaftler unter anderem zur Geschichte der DDR und BRD, zur osteuropäischen Geschichte und zu den Zusammenhängen von Ideologie- und Politikgeschichte forscht, geht in diesem Werk der Frage nach, ob der heutige globale Kapitalismus "revolutionär perfektioniert" oder nach dem Muster von 1917 überwunden werden sollte. Nachdem die bürgerliche russische Regierung im Oktober 1917 gestürzt wurde, die neuen Kräfte den Krieg beendeten und den Aufbau einer gänzlich anderen Gesellschaft einleiteten, kam es zu weiteren Revolutionen: 1921 die Wende zu einer Neuen Ökonomischen Politik, die Beendigung des Bürgerkrieges und die Gründung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken 1922. Bollinger entrümpelt den früheren Umgang mit diesen historischen Ereignissen, betrachtet die Zeit ohne ideologische Brille und nimmt nicht nur den Herbst 1917, sondern gleich fünf Jahre in den Blick. Er beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Auswirkungen der Revolutionen bis in die Gegenwart, bringt viele unbekannte oder in Vergessenheit geratene Fakten zutage, sortiert diese neu und macht das 20. Jahrhundert anhand seiner Lektüre verständlich. 

Screenshot von Webseite der Zeitschrift unter: http://www.zeithistorische-forschungen.de/files/teaserzf22015jpg

Zeitschrift

Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History

Frank Bösch, Konrad H. Jarausch, Martin Sabrow (Hrsg.)

„Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History“ (ZF/SCH) ist ein Peer-Review-Journal, das seit 2004 frei zugänglich im Internet sowie in einer gedruckten Ausgabe im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht erscheint. Geographisch, thematisch und methodisch verfolgt die Zeitschrift ein breites Verständnis von Zeitgeschichte: Beiträge zur deutsch-deutschen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts sowie besonders zur Phase des Systemkonflikts von 1945 bis 1990 bilden einen Schwerpunkt. Zugleich gibt es regelmäßig Blickerweiterungen in den amerikanischen, asiatischen oder afrikanischen Raum. Auch gegenwartsnahe Themen werden aufgegriffen und mit einer spezifisch zeithistorischen Perspektive untersucht. Anregungen aus Nachbardisziplinen wie den Politik-, Literatur-, Wirtschafts- und Medienwissenschaften, der Ethnologie und Soziologie sind dabei ausdrücklich erwünscht. Ein spezielles Augenmerk der Zeitschrift gilt den Inhalten und Methoden einer Visual History, also den Entstehungs-, Wirkungs- und Rezeptionszusammenhängen von Bildmedien im 20. Jahrhundert. Dieses inhaltliche Interesse drückt sich zugleich in der Präsentationsform der Zeitschrift aus: Bei der Verwendung von Bild- und Tondokumenten versucht sie neue Wege zu gehen. „Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History“ richtet sich an Historiker/innen und Wissenschaftler/innen benachbarter Disziplinen sowie an Studentinnen und Studenten dieser Fächer, aber auch an eine breitere, zeithistorisch interessierte Öffentlichkeit. Die Zeitschrift wird gelistet im Directory of Open Access Journals (DOAJ). Die pdf-Dateien der Druckausgabe werden mit einem Abstand von drei Heften auf der Website ergänzt, d.h. in der Regel nach einem Jahr. Alle Beiträge zum Themenfeld „Kommunismusgeschichte“ finden sich unter http://www.zeithistorische-forschungen.de/thematische-klassifikation/kommunismus.

Cover des Sammelbandes

Sammelband

Die USPD zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus 1917-1922

Andreas Braune, Mario Hesselbarth und Stefan Müller (Hrsg.)

Die USPD zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus 1917-1922 ist ein Sammelband, der von Andreas Braune, Mario Hesselbarth und Stefan Müller herausgegeben wurde. Der Band versammelt eine Auswahl von Beiträgen eines Kolloquiums zum 100. Jahrestag der Parteigründung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD). Diese hatte sich im April 1917 in Abgrenzung zur SPD gegründet. Viele der bisherigen Publikationen zum Thema betrachten die USPD lediglich als eine Vorläuferpartei der KPD, deren Mitglieder die Spaltung der Linken durch ihre vermeintlich zu radikalen Ideen maßgeblich gefördert hätten. Dem gegenüber zeichnen die Beiträge des Bandes die Phase der USPD als Massenbewegung nach, die durch ihre Heterogenität und Vielzahl denkbarer Gesellschaftsentwürfe geprägt war. Das Buch erschien als dritter Band der Reihe "Weimarer Schriften zur Republik" im Franz Steiner Verlag. Andreas Braune ist Politikwissenschaftler und stellvertretender Leiter der Forschungsstelle Weimarer Republik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Mario Hesselbarth ist Historiker und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e.V. Stefan Muller ist Historiker und Referent im Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Buchcover

Sammelband

Political and Transitional Justice in Germany, Poland and the Soviet Union from the 1930s to the 1950s

Magnus Brechtken, Władysław Bułhak, Jürgen Zarusky (Hrsg.)

"Political and Transitional Justice in Germany, Poland and the Soviet Union from the 1930s to the 1950s" ist ein Sammelband, der von Magnus Brechtken, Władysław Bułhak und Jürgen Zarusky herausgegeben wurde. Dabei werden zwei Konzepte zusammengebracht, die auf den ersten Blick eher gegensätzlich scheinen: während "political justice" vor allem mit der Legitimierung staatlicher Repression und Verbrechen in Verbindung gebracht wird, bezeichnet "transitional justice" die Aufarbeitungsprozesse einer repressiven staatlichen Vergangenheit. Die Beiträge des Bandes analysieren anhand konkreter Fälle aus der Deutschen, Polnischen und Sowjetischen Geschichte wie die Konzepte der "political justice" und der "transitional justice" im Umgang mit Kriegsverbrechen und staatlichem Terror zusammenspielen. Die Autoren, die zum Band beitragen, stammen aus einer Vielzahl von Ländern und unterstreichen damit die große Bedeutung internationaler Zusammenarbeit in diesem wie in anderen Forschungsfeldern. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert: Varieties of Political Justice in the Soviet Union, Germany and Poland 1930s to 1950s und Dealing with State Crimes. Der Sammelband kann als Open-Access-Version mit CC-BY-NC-NS-Lizenz hier heruntergeladen werden.

Der Titel "Trust and Distrust under State Socialism, 1953–1991", Screenshot vom Cover

Zeitschrift

Trust and Distrust under State Socialism, 1953–1991

Als Sonderausgabe präsentiert das dritte Heft des Journal of Modern European History interdisziplinäre Ansätze, um tiefergehend das Verhältnis von Vertrauen und Misstrauen in sozialistischen Gesellschaften zu entschlüsseln. Die Autoren betrachten den Übergang vom Stalinismus zur Liberalisierung des Ostblocks als Ganzes in der Post-Stalin-Ära und untersuchen verschiedenste Quellen, um die thematischen Schwerpunkte "Vertrauen" und "Misstrauen" zu historisieren. Dabei finden Methoden der Oral History und Anthropologie, Sozial- und Kulturgeschichte, Ethnographie und Soziologie ihre Anwendung. Durch die Entschlüsselung der Quellen schaffen die Autoren nicht nur eine umfangreiche historische Einordnung, sondern erarbeiten auch einen Ausblick auf das gesellschaftliche Vertrauensverhältnis im postkommunistischen Raum.  Inhalt Trust and Distrust under State Socialism, 1953-1991 A. Tikhomirov The Grammar of Trust and Distrust under State Socialism after Stalin. Introduction M. Pirogovskaya Taste of Trust: Documenting Solidarity in Soviet Private Cookbooks, 1950-1980s A. Tikhomirova Consumption of East German Clothing by Soviet Women in the Brezhnev Era K. Bönker The Post-Soviet Revaluation of Soviet Money Practices and Social Equality A. Tikhomirov Speaking Kinship, Being Soviet and Reinventing Tradition in the USSR Article: C. Frysztacka / K. Herborn / M. Palli / T. Scheidt Kolumbus transnational: Verflochtene Geschichtskulturen und europäische Medienlandschaften im Kontext des 400. Jubiläums der Entdeckung Amerikas 1892 Commentary D. Logemann Der Streit um das Warschauer Museum des Zweiten Weltkrieges

Buchcover Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.): Die Idee des Kommunismus II

Fachbuch

Die Idee des Kommunismus II

Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.)

Die zweite internationale Konferenz zur Erneuerung der Idee des Kommunismus fand 2010 auf Initiative von Alain Badiou und Slavoj Žižek in der Berliner Volksbühne statt. Dabei sollten vor allem Philosophen aus nicht westlichen und aus ehemals kommunistischen Ländern zu Wort kommen. Der Band dokumentiert alle Referate, darunter die von Artemy Magun, Kuba Mikurda, Antonio Negri, Frank Ruda, Bülent Somay, Janek Sowa und Jan Völker. Eine der größten Herausforderungen, so Alain Badiou einleitend, bestehe darin, Kommunismus weder nur theoretisch zu betrachten oder zu idealisieren noch rein aktivistisch zu interpretieren. In diesem Sinne versucht etwa Saroj Giri, Professor für Politische Wissenschaft in Delhi, die Ideen von Vordenkern der neuen sozialen Bewegungen mit den realen Bewegungen in Südamerika in Beziehung zu setzen.

Buchcover David E. Barclay, Eric D. Weitz (Hrsg.): Between reform and revolution. German socialism and communism from 1840 to 1990

Fachbuch

Between reform and revolution. German socialism and communism from 1840 to 1990

David E. Barclay, Eric D. Weitz (Hrsg.)

Der von den Historikern David E. Barclay und Eric D. Weitz herausgegebene Band versammelt Studien, in denen die Geschichte der SPD und der Linken in Deutschland seit den 1990er-Jahren neu bewertet wird. Die 23 Beiträge spiegeln die methodische und thematische Vielfalt der Forschungen zur deutschen Arbeiterbewegung sowie zu sozialen und politischen Bewegungen wider. Das Themenspektrum reicht von der Rolle des Nationalismus im Diskurs über Sozialismus in den 1830er- und 40er-Jahren bis hin zu westdeutschen sozialdemokratischen Gender-Politiken in den 1950er- und 60er-Jahren. Dabei gehen die US-amerikanischen, deutschen und britischen Autoren und Autorinnen der Frage nach, welchen Einfluss Sozialismus und Kommunismus auf die moderne deutsche Geschichte ausübten.

Logo der Konrad-Adenauer-Stiftung

Fachbuch

Im dunklen Keller der Erinnerung

Norbert Beckmann-Dierkes, Alexander Welscher

Alexander Welscher und Norbert-Beckmann-Dierkes sind Mitarbeiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung im lettischen Riga, welche den vorgelegten Band herausgegeben hat. Anlässlich des in Riga gefeierten europäischen Kulturhauptstadtjahres 2014, untersucht dieser Band die Orte stalinistischer Verbrechen im heutigen Riga. Die Initiatoren der Kulturhauptstadt haben die Eröffnung der ehemaligen Geheimdienstzentrale in Riga als Gedenkort für die stalinistischen Verbrechen bis 2014 vorangetrieben. Die gesellschaftliche Debatte und die Nutzung anderer Orte kommunistischer Verbrechen in der lettischen Hauptstadt soll der vorliegende Band dokumentieren. Dem Buch gelingt es, ausgehend von der Gegenwart einen Blick in die Vergangenheit Rigas zu werfen. Auf eine detaillierte Analyse der Geheimdiensttätigkeiten, staatlicher Repression und Verbrechen in Lettland zwischen den 1940er-Jahren und 1990, wird die Aufarbeitung der sozialistischen Diktaturerfahrung kritisch beleuchtet. Die Nutzung von Gebäuden des ehemaligen staatlichen Repressionsapparates steht hierbei im Fokus. Wenn der vorgelegte Band aktuelle Nutzungsdebatten als Spiegel des Standes der Aufarbeitung vorstellt, spannen die Autoren den Bogen bis in die Gegenwart.

Buchcover "Mao Zedong and the Chinese Revolution", Routledge

Sammelband

Mao Zedong and the Chinese Revolution

Gregor Benton (Hrsg.)

Der Autor und Experte für chinesische Geschichte Gregor Benton beschäftigt sich in seiner Studie Mao Zedong and the Chinese Revolution mit der Person Mao Zedong und seiner Rolle in der Chinesischen Revolution. Mao war von 1943 bis 1976 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas und Vorsitzender der von ihm gegründeten Volksrepublik. Nach ihm wurde die politische Bewegung des Maoismus, die eine kommunistisch-revolutionäre Bewegung oder Weltanschauung bezeichnet, benannt. Die Studie von Gregor Benton beschäftigt sich intensiver mit Maos Rolle in der chinesischen Revolution und geht den Fragen nach, was seine Ziele waren und wie er die Kommunistische Partei Chinas und den Staat zu seinen persönlichen und politischen Zielen manipulierte. Der Sammelband umfasst unterschiedlichste Beiträge, Studien und Aufsätze, die sich mit verschiedensten Aspekten rund um diese Fragen beschäftigen und einen detaillierten Blick auf die Person Maos und seine politischen Ziele geben.

Cover: Berliner Debatte Initial e.V. (Hrsg.): "Russland in Blut gewaschen". Ein Revolutionsjahr und seine Folgen in der Literatur, in: Berliner Debatte Initial 28 (2017), Heft 1, Potsdam: WeltTrends 2017.

Fachzeitschrift

"Russland in Blut gewaschen". Ein Revolutionsjahr und seine Folgen in der Literatur

Berliner Debatte Initial e.V. (Hrsg.)

Die beiden großen Revolutionen in Russland im Jahr 1917 hatten über die gesellschaftlichen Umwälzungen hinaus auch große Auswirkungen auf die russische Literatur. Im Themenschwerpunkt des Heftes 1/2017 der Berliner Debatte Initial geht es darum, wie die Revolution und ihre Folgen in der Literatur dargestellt werden, wie "Genesis, Dialektik und Perspektive der Revolutionsepoche" gedeutet werden und was Rezeption und Übersetzungen über die jeweilige Sicht auf die Revolution und die Auseinandersetzung mit ihr aussagen. So finden sich unter den 19 Beiträgen beispielsweise Aufsätze von Thomas Grob zu Iwan Bunins Revolutionstagebuch „Verfluchte Tage“, von Michael Leetz zu Andrej Platonow, von Andreas Tretner zur deutschen Übersetzung von Isaak Babels „Reiterarmee“ oder von Wladislaw Hedeler zu Fedor Stepun. Berliner Debatte Initial ist eine vierteljährlich erscheinende geistes- und sozialwissenschaftliche Zeitschrift. Sie wurde 1990 von DDR-Sozialwissenschaftlern gegründet und wird heute vom Verein Berliner Debatte Initial e.V. herausgegeben und im Potsdamer Wissenschaftsverlag WeltTrends verlegt.

Buchcover: Dietrich Beyrau: Krieg und Revolution: Russische Erfahrungen

Fachbuch

Krieg und Revolution: Russische Erfahrungen

Dietrich Beyrau

Eine Folge des Ersten Weltkriegs als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ war die Russische Revolution 1917 und der ihr folgende Bürgerkrieg. Der von Dietrich Beyrau verfasste Band „Krieg und Revolution: Russische Erfahrungen“ erschien pünktlich zum 100. Jubiläumsjahr der revolutionären Umwälzungen, die das zaristische Imperium stürzten und zur Etablierung der Sowjetunion führten. Im Fokus stehen Bedingungen und Folgen politischer und ideologischer Militanz sowie Strukturen und Erfahrungen vor dem Hintergrund von Krieg und revolutionärem Umbruch. Der Autor untersucht das Kontinuum von Gewalt, Zerstörungen und Katastrophen, welches sich aus den nationalen Problemen des Zarenreiches, der Revolutionen, dem Ersten Weltkrieg und dem Bürgerkrieg bildete. Der neu entstehende Machtstaat bildete das Modell einer Gesellschaftsordnung, die ganz auf den Krieg ausgerichtet, aber nicht unbedingt aggressiv war.

Buchcover Hans Manfred Bock: Geschichte des ,linken Radikalismus‘ in Deutschland. Ein Versuch

Fachbuch

Geschichte des ,linken Radikalismus‘ in Deutschland. Ein Versuch

Hans Manfred Bock

Der Politikwissenschaftler Hans Manfred Bock beschreibt den Linksradikalismus als ein politisch-soziales Phänomen, das an den Rändern der Arbeiterbewegung zu finden sei und von jungen Intellektuellen angeführt werde. Als Prototypen macht er die Bewegung der so genannten „Jungen“ in der Sozialdemokratie um 1890, die „Rätekommunisten“ in der Weimarer Republik sowie den radikalen Flügel der westdeutschen Studentenbewegung in den 1960er-Jahren aus. Anschaulich und mit großer Sachkenntnis schildert er die Entwicklung einzelner Organisationen und deren Ideen. Das Buch endet mit einer Darstellung der sich auflösenden Kräfte der radikalen Linken nach dem Zerfall der antiautoritären Studentenbewegung Ende der 1960er-Jahre.

Buchcover

Fachbuch

Oktoberrevolution. Aufstand gegen den Krieg 1917-1922

Stefan Bollinger

Als im Oktober 1917 die bürgerliche russische Regierung gestürzt wurde, lauteten die Lösungen "Frieden" und "Brot". Die neuen Kräfte beendeten den Krieg und leiteten den Aufbau einer gänzlich anderen Gesellschaft ein, was weitere Revolutionen nach sich zog: 1921 die Wende zu einer neuen ökonomischen Politik, die Beendigung des Bürgerkrieges und 1922 die Gründung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Heute werden die russischen Revolutionen als Teil einer revolutionären Welle im Gefolge des Ersten Weltkrieges und als Signal zur Ablösung des Kapitalismus gesehen. Aufgeteilt in die drei Kapitel „Eine kleine Revolutionsgeschichte“, „Revolution, Epoche, Erbe, Tradition“ und "Revolution – die Karriere eines Begriffs nach dem Ende des Ostblocks", beschäftigt sich Historiker und Politikwissenschaftler Stefan Bollinger mit den unterschiedlichen Auswirkungen der Revolution bis in die Gegenwart und geht der Frage nach, ob der heutige globale Kapitalismus "revolutionär perfektioniert" oder nach dem Muster von 1917 überwunden werden sollte.

Twentieth Century Communism

Zeitschrift

Twentieth Century Communism. A Journal of international History

Gavin Bowd, Gidon Cohen, Ben Harker, Dianne Kirby, Norman LaPorte, Kevin Morgan, Matthew Worley (Hrsg.)

Die halbjährlich erscheinende Fachzeitschrift Twentieth Century Communism widmet sich den neusten Forschungen zur Geschichte und Theorie des Kommunismus weltweit. Die internationale Zeitschrift möchte wichtige wissenschaftliche Debatten und Entwicklungen, die nicht in englischer Sprache geführt werden, der globalen Scientific Community zugänglich machen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Zeitspanne von der Russischen Revolution 1917 bis zum Ende der Sowjetunion 1991 und auf den Aktivitäten der kommunistischen Parteien. Darüber hinaus werden die Vorläufer und Rivalen der Kommunistischen Parteien, staatliche Systeme, sowie der kulturelle und politische Einfluss des Kommunismus untersucht. Das Journal erscheint sowohl als Print- und Digitalversion. Mehrere Artikel der Fachzeitschrift sind über die Website frei verfügbar. Vorgänger der Zeitschrift war der Communist History Network Newsletter (1996-2008). Das Journal wurde bis 2012 um einen Blog ergänzt, der über aktuelle Konferenzen, Bucherscheinungen und Vorträge informierte.

Buchcover

Analyse

Die USPD zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus 1917–1922. Neue Wege zu Frieden, Demokratie und Sozialismus?

Andreas Braune, Mario Hesselbarth, Stefan Müller (Hrsg.)

Der Band "Die USPD zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus 1917–1922. Neue Wege zu Frieden, Demokratie und Sozialismus?" analysiert in zwölf Beiträgen die Rolle und Stellung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) innerhalb der deutschen Arbeiterbewegung. Die USPD gründete sich 1917 in Opposition zur SPD und trat für eine radikale Abkehr von der alten Ordnung ein. Der Fokus des Bandes auf die USPD als radikales Gegenmoment zur SPD liefert einen alternativen Blick auf die Dynamiken innerhalb der Arbeiterbewegung: Ein Großteil der Forschung fokussiert auf die Spaltung zwischen SPD und KPD – mit deren verhängnisvollen Folgen für die politischen Entwicklungen in der jungen Weimarer Republik.

Screenshot des Onlinedossiers "Russian Revolution" auf der Website der British Library

Onlinedossier

Russian Revolution

British Library

Anlässlich des 100. Jahrestages der Russischen Revolution hat die Nationalbibliothek des Vereinigten Königreiches (British Library) auf ihrer Website ein Onlinedossier zu den umwälzenden Ereignissen in Russland um das Jahr 1917 erstellt. Vom Fall des letzten russischen Zaren, Nikolaus II., bis zur Errichtung des ersten kommunistischen Staates wird der Leser hier über die Umstürze informiert, die Russland, aber auch den Rest der Welt verändert haben. Dies geschieht unter anderem anhand von Postern, Karikaturen und Artikeln, beispielsweise über die Rolle der Frau während der Revolution. Eine Zeitleiste und ein Glossar erklären Begriffe, Konzepte und Ereignisse, die wichtig sind im Zusammenhang mit der Russischen Revolution. Das Onlinedossier wurde in Verbindung mit der Ausstellung "Russian Revolution. Hope, Tragedy, Myths" in der British Library zusammengestellt. Im Dossier können einzelne Ausstellungsobjekte angesehen werden, so zum Beispiel Propaganda-Poster und -Flugzettel der Bolschewiki, Zeitungsartikel und Karikaturen aus ausländischen Zeitungen.

Cover des "Journal of Modern European History"

Zeitschrift

Public Debt and Financialization after 1945

Jörg Baberowski, Andreas Eckert, Jörn Leonhard (Hrsg.)

Mit dem Schwerpunkt „Staatsverschuldung“ befasst sich die Ausgabe 15 (2017) Heft 4 des Journal of Modern European History mit einem Thema, das im 20. Jahrhundert für die Entwicklung aller Volkswirtschaften, aber auch des globalen Finanzmarktes entscheidend war. Gegensätzlich zu den vorherrschenden Ansichten über Staatsschulden als ein rein nationales Problem, diskutieren die Artikel vielmehr die Bedeutung der Weltwirtschaft sowie des Aufstiegs der globalen Kapitalmärkte im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts als neue Faktoren auf dem Gebiet der öffentlichen Finanzwirtschaft. Denn die Beziehungen zwischen kreditnehmenden und -gebenden Staaten sowie zwischen institutionellen Anlegern, Banken, dem öffentlichen Sektor und der privaten Altersvorsorge haben sich grundlegend verändert. Die Staatsverschuldung kann somit nicht mehr nur als Folge makroökonomischer Zwänge, sondern vielmehr als Ausdruck von Machtverhältnissen, politischen Entscheidungen und sozialen Auswirkungen beschrieben werden. Der Washington Consensus und die damit einhergehenden Liberalisierung der Finanzmärkte waren ein mitbestimmender Faktor für das Fortbestehen oder den Untergang der sozialistischen Staaten.  InhaltA. TikhomirovThe Grammar of Trust and Distrust under State Socialism after Stalin. IntroductionM. PirogovskayaTaste of Trust: Documenting Solidarity in Soviet Private Cookbooks, 1950-1980sA. TikhomirovaConsumption of East German Clothing by Soviet Women in the Brezhnev EraK. BönkerThe Post-Soviet Revaluation of Soviet Money Practices and Social EqualityA. TikhomirovSpeaking Kinship, Being Soviet and Reinventing Tradition in the USSRArticleC. Frysztacka / K. Herborn / M. Palli / T. ScheidtKolumbus transnational: Verflochtene Geschichtskulturen und europäische Medienlandschaften im Kontext des 400. Jubiläums der Entdeckung Amerikas 1892CommentaryD. LogemannDer Streit um das Warschauer Museum des Zweiten Weltkrieges

Buchcover Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.): Die Idee des Kommunismus III

Fachbuch

Die Idee des Kommunismus III

Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.)

Der Sammelband enthält die 2011 auf der Konferenz „Communism: A New Beginning“ in New York gehaltenen Beiträge. Neben den Organisatoren Badiou und Žižek diskutierten u. a. Étienne Balibar, Bruno Bosteels, Susan Buck-Morss, Adrian Johnston und Frank Ruda darüber, wie das Scheitern kommunistischer Ideen im 20. Jahrhundert erklärt werden kann und welche Alternativen zum bestehenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystem die kommunistische Ideologie heute noch bereithält. Zusammenhänge zwischen der Unzufriedenheit vieler Menschen und dem globalen Kapitalismus verdeutlichen die Autoren am Beispiel des Arabischen Frühlings und der Occupy-Bewegung.

Buchcover

Sammelband

Bruderparteien jenseits des Eisernen Vorhangs: die Beziehungen der SED zu den kommunistischen Parteien West- und Südeuropas (1968 - 1989)

Arnd Bauerkämper, Francesco Di Palma (Hrsg.)

"Bruderparteien jenseits des Eisernen Vorhangs: die Beziehungen der SED zu den kommunistischen Parteien West- und Südeuropas (1968 - 1989)" ist ein Sammelband, der von Arnd Bauerkämper und Franceso Di Palma herausgegeben wurde. Er versammelt 14 Beiträge, die sich einem bis dahin weitgehend vernachlässigten Thema der Erforschung der DDR-Geschichte widmen: die Beziehungen der SED zu ihren west- und südeuropäischen kommunistischen „Bruderparteien“ in Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Griechenland. Der Sammelband widmet sich diesen Beziehungen und beleuchtet sie im Zusammenhang mit ihren jeweiligen Positionierungen zur KpdSU. Diese Positionierung ist besonders relevant für den Zeitrahmen, in den die Niederschlagung des Prager Frühlings durch Truppen des Warschauer Pakts im Jahr 1968 fällt.   

Buchcover: Jan C. Behrends, Nikolaus Katzer und Thomas Lindenberger (Hrsg): 100 Jahre Roter Oktober

Sammelband | Fachbuch

100 Jahre Roter Oktober: Zur Weltgeschichte der russischen Revolution

Jan C. Behrends, Nikolaus Katzer und Thomas Lindenberger (Hrsg.)

Der 100. Jahrestag der Russischen Revolution ist der Anlass für viele Ausstellungseröffnungen und Publikationen, weil er dazu einlädt, sich mit der globalen Wirkungsgeschichte der Ereignisse zu beschäftigen. Die Deutung der revolutionären Umstürze im Verlauf des Jahres 1917 in Petrograd war stets Inhalt zahlreicher Diskussionen und Kontroversen. Die verschiedenen Interpretationen als Staatsstreich, Volksaufstand oder als sozialistische Revolution der Arbeiterklasse wurden von Historikern und Politikern propagiert und instrumentalisiert. Der vom ZZF Potsdam und DHI Moskau veröffentlichte Sammelband „100 Jahre Roter Oktober. Zur Weltgeschichte der Russischen Revolution" verhandelt das Verhältnis vom Mythos des Roten Oktober zur globalhistorischen Erfahrung kommunistischer Regime im 20. und 21. Jahrhundert. Ausgehend vom Jahr 1917 bis in unsere Zeit untersuchen Autoren aus Deutschland, Russland, Großbritannien, den USA, Polen und Spanien in elf Essays die welthistorischen Auswirkungen der Russischen Revolution.

Cover des Buches "Der kalte Krieg. Kältegrade eines globalen Konflikts", Diaphanes

Sammelband

Der kalte Krieg – Kältegrade eines globalen Konflikts

Silvia Berger Ziauddin, David Eugster und Christa Wirth (Hrsg.)

Der Sammelband Der kalte Krieg – Kältegrade eines globalen Konflikts, herausgegeben von Silvia Berger Ziauddin, David Eugster und Christa Wirth, widmet sich der Metaphorik des Begriffs "Kalter Krieg". Dies war und ist die gängige Bezeichnung für die Pattsituation, in der sich die beiden Supermächte USA und Sowjetunion in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gegenüberstanden. Während die politik-, geschichts- und kulturwissenschaftlichen Analysen des Konflikts außerordentlich zahlreich sind, sind Studien, die sich dem Konflikt aus einer semantischen Perspektive nähern, bisher rar. Diese Lücken schließt dieser Sammelband, indem die Beiträge untersuchen, wie der Begriff der Kälte, beziehungsweise Vorstellungen davon, die Narrative des Konflikts prägten und somit auf den Konflikt selbst einwirkten. Die Beiträge sind vielseitig; sie berichten von U-Boot-Werften im Norden der Sowjetunion und deren Beitrag zum Narrativ heroischer Marinesoldaten, von amerikanischen Militärbasen in Nordgrönland, andere gehen den Artikulationen der Kältemetaphorik in Kultur und Gesellschaft nach. Silvia Berger Ziauddin ist assoziiertes Mitglied am Zentrum »Geschichte des Wissens« (ETH und Universität Zürich), wo sie das Netzwerk »Wissen und Kalter Krieg« mitbegründet hat, sowie Lehrbeauftragte an der Universität Basel. Christa Wirth ist Oberassistentin am Lehrstuhl von Prof. Monika Dommann am Historischen Seminar der Universität Zürich und assoziiertes Mitglied am Zentrum »Geschichte des Wissens« (ETH und Universität Zürich). David Eugster ist Kulturwissenschaftler und assoziiertes Mitglied des Zentrums »Geschichte des Wissens« (ETH und Universität Zürich). Bis 2016 war er wissenschaftlicher Assistent am Deutschen Seminar der Universität Zürich, heute ist er als Gymnasiallehrer und Lehrbeauftragter tätig.

Cover: Berliner Debatte Initial e.V. (Hrsg.): Marx und der Anarchismus, in: Berliner Debatte Initial 29 (2018), Heft 2, Potsdam: WeltTrends 2018.

Fachzeitschrift

Marx und der Anarchismus

Berliner Debatte Initial e.V. (Hrsg.)

Anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx widmet sich das zweite Heft 2018 der Berliner Debatte Initial dem Verhältnis von marxistischer und anarchistischer Theorie und Philosophie. Die beiden geistigen Strömungen stehen sich trotz zahlreicher Gemeinsamkeiten kritisch gegenüber. Die Aufsätze und Beiträge beleuchten das Verhältnis von Marx zu seinen zeitgenössischen anarchistischen Kontrahenten. So wird die Kritik von Marx an anarchistischen Denkern und Philosophen wie Proudhon, Bakunin oder Blanqui deutlich. In den elf Beiträgen von renommierten Experten werden allerdings auch Gemeinsamkeiten zwischen marxistischer und anarchistischer Denktradition betont, nach der Aktualität einer anarchistischen Gesellschaftskritik gefragt und der Konflikt zwischen Marxisten und Anarchisten Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts historisiert. Berliner Debatte Initial ist eine vierteljährlich erscheinende geistes- und sozialwissenschaftliche Zeitschrift. Sie wurde 1990 von DDR-Sozialwissenschaftlern gegründet und wird heute vom Verein Berliner Debatte Initial e.V. herausgegeben und im Potsdamer Wissenschaftsverlag WeltTrends verlegt.

Buchcover Ian H. Birchall: Arbeiterbewegung und Parteiherrschaft. Zur Geschichte des internationalen Kommunismus seit 1943

Fachbuch

Arbeiterbewegung und Parteiherrschaft. Zur Geschichte des internationalen Kommunismus seit 1943

Ian H. Birchall

Der britische marxistische Historiker und Übersetzer Ian H. Birchall beschreibt in seinem Buch die Geschichte der kommunistischen Parteien in Europa und der internationalen sozialistischen Bewegung vom Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre. Gegliedert ist der Band in drei Teile: Zunächst stellt Birchall den Beginn des Kalten Krieges in Europa und die Kriege und Revolutionen in Asien zwischen 1943 und 1953 dar. Im zweiten Abschnitt analysiert der Autor die Zeit der Entstalinisierung (1953–1963) und Begriffe wie Imperialismus, Nationalismus und Polyzentrismus. Im dritten Teil des Buches geht es um die Entwicklungen und Krisen in Osteuropa, die Beziehungen zwischen den sozialistischen Staaten sowie die Guerillakriege in vielen Ländern Afrikas und Asiens zwischen 1963 und 1973. Zum Schluss plädiert Birchall für einen Wiederbelebung einer vom Stalinismus befreiten „internationalen revolutionären Bewegung“, zu der er in vielen sozialistischen Ländern erste Ansätze sieht.

Screenshot des Online-Dossiers auf zeitgeschichte-online.des

Onlinedossier

Weder Ost noch West. Ein Themenschwerpunkt über die schwierige Geschichte der Transformation Ostdeutschlands

Kerstin Brückweh und Marcus Böick

Weder Ost noch West ist ein Online-Dossier über die Geschichte der Transformation Ostdeutschlands, das von Kerstin Brückweg und Marcus Böick zusammengestellt wurde. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Wiedervereinigung soll das Dossier eine Bestandsaufnahme der zeithistorischen Forschung zu den Dynamiken und Auswirkungen der Jahre 1989/1990 bieten. Das Dossier ist in fünf Bereiche unterteilt: Räume: "Sonderfall Ostdeutschland"; Forschungsberichte: Institutionen, Alltag, Ideen; Methoden: Wie kann die Transformationsgeschichte erforscht werden?; Aufarbeitung: Rückblicke und Perspektiven; Vermittlung: Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit. Marcus Böick studierte in den Jahren 2004 bis 2009 Geschichte, Politikwissenschaften, Soziologie und Sozialpsychologie an der Ruhr-Universität Bochum. Er wurde, ebenfalls an der Ruhr-Universität Bochum, im Jahr 2016 zu „Die Treuhand. Idee - Praxis - Erfahrung 1990-1994“ promoviert und ist dort seit 2017 Akademischer Rat am Historischen Institut. Kerstin Brückweh ist Leiterin der Forschungsgruppe „Die lange Geschichte der ,Wende‘. Lebenswelt und Systemwechsel in Ostdeutschland vor, während und nach 1989“ am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und zurzeit Fellow am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien in Erfurt.

Buchcover Franz Borkenau: Der europäische Kommunismus. Seine Geschichte von 1917 bis zur Gegenwart

Fachbuch

Der europäische Kommunismus. Seine Geschichte von 1917 bis zur Gegenwart

Franz Borkenau

Der Kulturhistoriker und Soziologe Franz Borkenau (1900–1957) war in den 1920er-Jahren Mitglied der KPD, wurde 1929 aber aus der Partei ausgeschlossen, weil er sich gegen den Stalinismus wandte. In seinem Buch, dessen deutsche Übersetzung 1952 erschien, stellt Borkenau die Geschichte des europäischen Kommunismus dar und bezeichnet diesen als „die größte gegenwärtige Weltgefahr“. Zunächst geht er auf die KPD im Deutschland der 1920er-Jahre und den französischen Kommunismus vor 1934 ein. Sein Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den 1930er-Jahren. Borkenau analysiert die Beschlüsse und Taktiken der kommunistischen Parteien in Europa und zieht daraus Rückschlüsse auf die Innen- und Außenpolitik der sowjetischen Führung in Moskau. Außerdem behandelt er den Pakt zwischen Hitler und Stalin, die Resistánce in Frankreich, den Aufstieg Titos und die Bürgerkriege in Südosteuropa. Nach dem Krieg, so Borkenau, hätten die europäischen kommunistischen Parteien für die sowjetische Politik eine immer geringere Rolle gespielt.

Buchcover Lutz Brangsch, Michael Brie (Hrsg.): Das Kommunistische. Oder: Ein Gespenst kommt nicht zur Ruhe

Fachbuch

Das Kommunistische. Oder: Ein Gespenst kommt nicht zur Ruhe

Lutz Brangsch, Michael Brie (Hrsg.)

Der Sammelband, veröffentlicht von der Rosa Luxemburg Stiftung, beschäftigt sich mit der Frage, warum das kommunistische Gespenst immer noch umgeht. Genauer gesagt, möchten die Autoren ergründen, weshalb weder die Furcht vor dem Kommunismus noch die Hoffnung auf eine gerechtere Zukunft, die viele mit ihm verbinden, bisher verschwunden sei. „Das Kommunistische“ trage in sich die Hoffnung, dass Gemeineigentum und freie gemeinschaftliche Arbeit zur Befreiung von Ausbeutung jedweder Art beitragen können. Die verschiedenen Versuche, Theorien und Utopien, die sich entweder selbst kommunistisch nannten oder so bezeichnet wurden, werden in den Beiträgen näher untersucht und auf ihre Tragfähigkeit für die Gegenwart hin befragt.

Buchcover "Partisanen einer neuen Welt – eine Geschichte der Linken und Arbeiterbewegung in der Türkei", Die Buchmacherei

Analyse

Partisanen einer neuen Welt – eine Geschichte der Linken und Arbeiterbewegung in der Türkei

Nikolaus Brauns / Murat Cakir (Hg.)

Das Buch „Partisanen einer neuen Welt“ der Herausgeber Nikolaus Brauns und Murat Cakir ist eine umfassende Übersicht über die Geschichte der türkischen Linken. Dieses Thema ist bisher im deutschen Sprachraum wenig beachtet worden – die Herausgeber schließen mit ihrem Buch eine Lücke in der deutschsprachigen Literatur. Sie präsentieren Leserinnen und Lesern einen Überblick über die Entwicklung türkischer linker Strömungen und Arbeiterbewegungen von Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. Von Beginn an ist die Bewegung mit gewaltsamen Gegenbewegungen konfrontiert und starken Repressionen ausgesetzt. Die Gründungsmitglieder der verbotenen Türkischen Kommunistischen Partei fallen 1921 einem Mordanschlag zum Opfer, in den 1970er-Jahren sterben zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten bei Demonstrationen und in polizeilichem Gewahrsam. Aber auch zwischen den unterschiedlichen Gruppierungen innerhalb der Linken finden Kämpfe und Auseinandersetzungen statt, die bei Weitem nicht immer friedlich ablaufen. Die Herausgeber tragen mit ihrem Buch zur Information eines Themas bei, welches über die türkische Diaspora nicht nur für die türkische, sondern ebenso für die deutsche Linke von Bedeutung ist.

Buchcover

Fachbuch

Der Mythos vom starken Führer: politische Führung im 20. und 21. Jahrhundert

Archie Brown

Basierend auf seiner ausführlichen Studie analysiert Archie Brown in "Der Mythos vom starken Führer: politische Führung im 20. und 21. Jahrhundert" die Führungsstile verschiedener Demokratien sowie Diktaturen und stellt weitverbreitete Annahmen über politische Wirksamkeit und Stärke in Frage. Dabei fokussiert er sich darauf, welche Rolle die Konzentration von Macht in einer einzigen Person spielt. Er kommt zu dem Schluss, dass die Anhäufung von Macht ein Wegbereiter für Fehler und im schlimmsten Fall für Blutvergießen sei. Zudem beleuchtet er die Erfolge und Misserfolge der größten Demokraten und Diktatoren der vergangenen 100 Jahre – von Stalin über Trump, Putin und Erdoğan. Damit liefert er einen wichtigen Beitrag zur Debatte über das Comeback autoritärer Führungsstile.

Buchcover Uwe Backes, Stéphane Courtois (Hrsg.): "Ein Gespenst geht um in Europa". Das Erbe kommunistischer Ideologien

Fachbuch

„Ein Gespenst geht um in Europa". Das Erbe kommunistischer Ideologien

Uwe Backes, Stéphane Courtois (Hrsg.)

Der Sammelband basiert auf einer Tagung, die das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung und die Groupe d'Étude et d'Observation de la Démocratie an der Universität in Paris-Nanterre veranstaltet haben. Die deutsch- und französischsprachigen Forscher und Forscherinnen setzen sich die wissenschaftliche Aufarbeitung des ideologischen Erbes des Kommunismus zum Ziel. Sie untersuchen das Selbstverständnis der verschiedenen kommunistischen Ideologien und beleuchten die Gefahren, die von totalitären Tendenzen ausgehen; wobei sie die Geschichte explizit aus der Perspektive des demokratischen Verfassungsstaates betrachten. Am Beispiel zentraler Theoretiker wie Karl Marx, Wladimir I. Lenin, Rosa Luxemburg, Leo Trotzki und Antonio Gramsci werden die Entstehung, der Wandel und die gegenwärtige Bedeutung verschiedener kommunistischer Ideen erläutert.

Buchcover

Fachbuch

Nicaragua - die privatisierte Revolution

Hannes Bahrmann

Hannes Bahrmann beschreibt in seinem 2017 erschienenen Buch die Entwicklung des post-revolutionären Nicaraguas. Daniel Ortega war nach dem Sturz des Diktators Somoza im Jahr 1979 führendes Mitglied der sandinistischen Revolution; Ziel der Bewegung war die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaftsordnung sowie enge staatliche Beziehungen zu Kuba und den Ländern des Warschauer Pakts. Die Bestrebungen fanden auch international breite Unterstützung; in den 1980er Jahren reisten Helfer aus der ganzen Welt nach Nicaragua um den Aufbau von Projekten mitzutragen. Als die Sandinisten 1990 unter Daniel Ortega die Parlamentswahl verloren, war die Phase bis zur Amtsübergabe an die neue Staatspräsidentin zunächst von der hemmungslosen Bereicherung der Funktionäre geprägt. Nach Jahren in der Opposition ist Ortega seit 2006 erneut an der Macht; internationale Kritik wurde an Unregelmäßigkeiten im Wahlablauf und an Verfassungsänderungen laut. Heute ist Ortegas Frau Vizepräsidentin, die Kinder der Familie bekleiden wichtige Funktionen in Politik, Wirtschaft und Medien. Durch den Fokus auf Ortega liest sich das Buch nicht nur als eines über die neuere Geschichte Nicaraguas, sondern auch als eines, das die Entwicklung Ortegas vom Guerillakämpfer zum korrupten Politiker nachzeichnet. 

Screenshot von Volltext des Aufsatzes unter: http://indes-online.de/1-2017-das-geheime-winogradow-treffen-im-februar-1933

Aufsatz

Das geheime Winogradow-Treffen im Februar 1933

Bernhard H. Bayerlein

Am Vorabend der Errichtung der NS-Diktatur im Jahr 1933 sondierten zwei Sozialdemokraten die Chancen einer Einheitsfront aus SPD und KPD; doch nach dem Treffen mit dem sowjetischen Diplomaten Winogradow zerschlug sich ihre Hoffnung – die Sowjetunion verweigerte sich kategorisch jeglicher Intervention. Denn in Moskau versprach man sich von der Hitlerregierung eine Zerschlagung des Kapitalismus in Deutschland. Vor diesem Hintergrund plädiert der Historiker Bernhard H. Bayerlein in der Zeitschrift in Heft 1/2017 der Zeitschrift INDES für eine kritische Beleuchtung der »Narrative, Thematiken, Forschungsergebnisse und Hypothesen« im Kontext des »Deutschland-Russland-Komplexes«. Der Historiker stellt konstatiert in seinem Beitrag: „Das Winogradow-Treffen ist einer der frühesten Anhaltspunkte für die offiziös zum Ausdruck gebrachte neutrale bis freundliche Haltung der Sowjetunion gegenüber dem Nationalsozialismus. Stalin war am Schicksal der Arbeiterbewegung und aller Hitlergegner offensichtlich völlig desinteressiert.“ Nach Bayerlein „räumt das Winogradow-Treffen gleich mit mehreren Geschichtslegenden auf. Es zeigt zunächst erstens, dass Sozialdemokraten und nicht Kommunisten das historische Verdienst zukommt, eine letzte Chance für ein gemeinsames Vorgehen gegen Hitler ergriffen zu haben, was die parteioffizielle und in ihrem Gefolge die DDR-Historiographie bis zum Schluss ableugnete. Globalhistorisch bedeutsam ist – zweitens – die definitive Demontage des antifaschistischen Ursprungsmythos der Sowjetunion, die aufgrund ihres späteren Sieges über Hitlerdeutschland im Zweiten Weltkrieg als konsequente Gegnerin des Nationalsozialismus erschien.“ Der Autor Dr. habil. Bernhard H. Bayerlein, geb. 1949, ist Historiker und Romanist und arbeitet als Senior Researcher am Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum. Zahlreiche Forschungsprojekte, Gastprofessuren und Veröffentlichungen der Grundlagenforschung im Bereich der internationalen Kommunismusforschung und der vergleichenden Politikwissenschaft u. a. in Amsterdam, Berlin, Lissabon, Paris, Lausanne, São Paulo, Moskau, Guadalajara und Moskau. Im globalen Rahmen engagiert er sich besonders für die Sicherung der Moskauer Archive.

"Es gibt keinen Gott!" Kirchen und Kommunismus. Eine Konfliktgeschichte, Screenshot vom Buchcover.

Sachbuch

"Es gibt keinen Gott!" Kirchen und Kommunismus. Eine Konfliktgeschichte

Nadezhda Beljakova, Thomas Bremer, Katharina Kunter

Die Geschichte des Kommunismus ist auch die Geschichte des Kampfes gegen Kirchen und Gläubige. Denn schließlich sei die Religion laut Karl Marx als "das Opium des Volks" zu sehen. Glauben Menschen an ein höheres Wesen, sind sie nach den Ansätzen des Kommunismus nicht genügend gebildet oder haben kein ausreichendes gesellschaftliches Bewusstsein. Dieser Band zeichnet die wichtigsten Etappen der konfliktreichen Beziehung zwischen Kirche und Kommunismus nach: Die grundsätzlichen ideologischen Gegensätze, aber auch die Gemeinsamkeiten, die erste Realisierung einer kommunistischen Herrschaft in der Sowjetunion nach 1917, die eine Christenverfolgung ungeahnten Ausmaßes zur Folge hatte und das Leben der Kirchen in Mittel- und Osteuropa unter den kommunistischen Regimes nach 1945. Auch die Folgen für das außereuropäische Christentum und die Ökumene, die Rolle der Kirchen in den Veränderungsprozessen seit den späten 1980er-Jahren, sowie die aktuellen Herausforderungen werden in diesem Werk ausführlich analysiert.

Buchcover

Analyse

Communist Parties Revisited. Sociocultural Approaches to Party Rule in the Soviet Bloc 1956-1991

Rüdiger Bergien, Jens Gieseke (Hrsg.)

Der Band "Communist Parties Revisited" widmet sich dem Innenleben der herrschenden kommunistischen Parteien innerhalb der sowjetischen Einflusssphäre in den Jahren 1956-1991. Die Macht der herrschenden Parteien über die jeweilige Gesellschaft war immens; dies mag ein Grund dafür sein, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihnen bisher zu einem beachtlichen Teil auf einer Wahrnehmung der Parteien als großen, einheitlichen Gebilde beruhte. Dieser Band widmet sich den Parteien aus einer anderen Perspektive: die Analyse des alltäglichen Lebens innerhalb von Parteiorganisationen untersucht die sozialen Gefüge und Dynamiken. Informelle Praktiken, interne Machtkämpfe und die immer wieder aufs Neue notwendige Produktion von Ideologie stehen dem gängigen Bild der kommunistischen Parteien als einheitliche Machtgebilde entgegen und liefern eine neue Sichtweise auf den Forschungsgegenstand.    

Cover des Buches "Russlands Westen", Verlag Harrassowitz

Fachbuch

Russlands Westen. Westorientierung und Reformgesetzgebung im ausgehenden Zarenreich 1905-1917

Benjamin Beuerle

Benjamin Beuerles Buch „Russlands Westen“ behandelt die russische Politik zwischen den Revolutionen von 1905 und 1917. Nach dem Petersburger Blutsonntag und den darauf folgenden Unruhen stimmte der Zar der Etablierung einer gewählten Versammlung zu. Mit der Duma gab es erstmals ein gewähltes Parlament, das die Reformbedürftigkeit Russlands öffentlich anprangerte. Orientierung und Vorbild für den Staat sollte dabei der Westen sein. Benjamin Beuerle untersucht in seiner Dissertation die Diskussionsverläufe und die Gesetzgebungsverfahren im neuen Parlament. Zentral dabei sind drei Reformansätze: die Agrarreform, die Arbeiterversicherung und die Abschaffung der Todesstrafe. Erstaunlich ist der der Umstand eines überparteilichen Grundkonsenses über die Ausrichtung der staatlichen Entwicklung nach Westen, um zu Wohlstand und Fortschritt zu gelangen. Beuerle betont die Stabilität des politischen Systems des Russischen Reiches am Vorabend des Ersten Weltkriegs, das von der Oktoberrevolution zerstört worden sei.

Buchcover

Monographie

Frontbeziehungen. Geschlechterverhältnisse und Gewaltdynamiken in der Roten Armee 1941-1945

Kerstin Bischl

Kerstin Bischls Buch Fronbeziehungen. Geschlechterverhältnisse und Gewaltdynamiken in der Roten Armee 1941-1945 analysiert die Zusammenhänge von Geschlechterbeziehung und Gewalt in der Roten Armee. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der einen Million Frauen, die neben 30 Millionen männlichen Soldaten in der Roten Armee kämpften. Die Autorin analysiert, welche Vorstellungen von Geschlechterverhältnissen innerhalb der Armee eine Rolle spielten und wie diese einen Struktur hervorbrachten, deren Kernelement ein dominantes Männlichkeitsbild war, welches über die Fähigkeit der Gewaltausübung und der sexuellen Potenz und Dominanz definiert wurde. Nur durch ein Verständnis dieser im Frontalltag radikalisierten Geschlechterverhältnisse, so die Autorin, lassen sich die von Rotarmisten zahlreich begangenen Massenvergewaltigungen analysieren. Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Der Frontraum: Gewalt und Alltag in der Roten Armee; Geschlechterverhältnisse in der Roten Armee; Sexuelles Gewalthandeln. 

Bois, Kommunisten, Hitler, Stalin

Fachbuch

Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik. Eine Gesamtdarstellung

Marcel Bois

Marcel Bois legte 2014 eine über 600 Seiten starke Abhandlung über kommunistische Widerstandkämpfe vor. Darin vollzieht er die Abspaltungen und Wandlungen des linken Flügels der KPD in den 1920er-Jahren umfassend nach. Der Autor stellt knapp ein Dutzend Gruppen der linken KPD-Opposition und deren Aktivitäten vor. Auch bisher kaum erforschte Gruppierungen wie den Leninbund bezieht er ein. Bois’ politik- und sozialgeschichtliche Überlegungen geben Aufschluss über das Innenleben dieses Spektrums dissidenter Kommunistinnen und Kommunisten, die Akteure und Spaltungsprozesse werden detailliert nachgezeichnet. Besonders im Fokus steht dabei, dem Titel entsprechend, die Haltung verschiedener Gruppen zu den Diktatoren Hitler und Stalin sowie die Kritik an der „Entdemokratisierung“ der KPD. Bois’ Buch „Kommunisten gegen Hitler und Stalin“ wurde mit dem Wissenschaftspreis 2015 der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen ausgezeichnet.

Buchcover "Zeitenwende 1979: Als die Welt von heute begann", Beck Verlag

Sachbuch | Fachbuch

Zeitenwende 1979: Als die Welt von heute begann

Frank Bösch

Der Historiker Frank Bösch beschäftigt sich in seinem Buch Zeitenwende 1979: Als die Welt von heute begann mit dem Jahr 1979 und interpretiert als das Schlüsseljahr des 20. Jahrhunderts, da es den Beginn der multipolaren Welt einleitete. Im Jahr 1979 gab es weltweit Revolutionen, Krisen, Aufbruchsbewegungen und politische Veränderungen mit weltpolitischer Bedeutung. Der Autor verknüpft das Jahr 1979 und die damaligen Ereignisse mit der Gegenwart und beleuchtet die bedeutsamsten Wendepunkte. Bösch nimmt Bezug auf die wesentlichsten Ereignisse: den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan, bei dem die Sowjetunion eine neue kommunistische Führung einsetzte und dadurch einen bis 1989 andauernden Konflikt zwischen der Regierung und den Rebellengruppen auslöste, die Iranische Revolution, die zur Errichtung einer islamistischen Diktatur führte, den Papstbesuch in Polen und die ökonomische Liberalisierung Chinas. Bösch verbindet all diese Ereignisse zu einem Narrativ in die Gegenwart. In den historischen Kontext eingebettet wird deutlich, weshalb das Jahr 1979 mit seinen unterschiedlichen Ereignissen als ein bedeutsames Jahr angesehen werden kann.

Buchcover "100 Jahre Oktoberrevolution: Irrweg oder Ausweg?"

Aufsatzsammlung

100 Jahre Oktoberrevolution: Irrweg oder Ausweg?

Daniel Bratanovic (Hrsg.)

Der Band stellt die Frage, wie es um das „programmatische Erbe“ der Oktoberrevolution bestellt ist und ob der Blick darauf etwas anderes sein kann als „nostalgische Verklärung einerseits oder Verdammung andererseits“. Zahlreiche Historiker gehen der Frage nach, „ob und, falls ja, wie die Oktoberrevolution und ihre Errungenschaften auch 100 Jahre danach immer noch als Maßstab zum Verständnis gegenwärtiger Krisen dienen können“. Somit soll in erster Linie keine historische Ereignisgeschichte geschrieben werden, sondern Antworten auf die Frage „Wie aktuell ist die Oktoberrevolution heute noch?“ geliefert werden. Der 1981 geborene Herausgeber des Bandes leitet das Ressort »Thema« der Tageszeitung junge Welt.

Cover: Julius Braunthal: Geschichte der Internationale, Bd. 1-3, Berlin/ Bonn: Dietz, 3. Aufl. 1978.

Fachbuch

Geschichte der Internationale

Julius Braunthal

Der Journalist und Staatswissenschaftler Julius Braunthal (1891–1972), der 1951 die Sozialistische Internationale mitbegründete und bis 1956 ihr Sekretär war, widmete sich intensiv der Geschichtsschreibung der internationalen und österreichischen Arbeiterbewegung. In drei Büchern setzte er sich mit den geistigen Wurzeln und Strömungen sowie den Zerreißproben der sozialistischen Internationale auseinander. Band 1 beginnt mit einem Kapitel über die Französischen Revolution, die Braunthal als Ursprung der sozialistischen Gedankenwelt ansieht. Für die Darstellung der Ersten Internationale von der Gründung 1864 bis zur Selbstauflösung 1872 wertete er u.a. die ungedruckten Protokolle ihrer Generalsitzungen aus. Im zweiten Band werden die Auseinandersetzungen innerhalb der kommunistischen und sozialistischen Internationale vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs bis zur ihrer Auflösung 1943 beschrieben. Auch im Abschlussband geht Braunthal auf die einzelnen Parteien und Pioniere der internationalen Arbeiterbewegung ein. Die im journalistischen Stil geschriebenen, mit Dokumenten und Illustrationen ausgestatteten Werke sind bis heute eine der wichtigsten Gesamtdarstellungen zu diesem Thema.

Buchcover Archie Brown: Aufstieg und Fall des Kommunismus

Fachbuch

Aufstieg und Fall des Kommunismus

Archie Brown

Der aus Schottland stammende Historiker und Kommunismusforscher Archie Brown hat eine umfassende Darstellung zur Geschichte des Weltkommunismus vorgelegt. Brown beginnt mit dem Aufkommen frühkommunistischer Ideen im 14. Jahrhundert und endet beim Zerfall der Sowjetunion. Er erläutert, wie sich nach Marx´ und Engels´ „Kommunistischem Manifest“ 1848 die Idee in Europa verbreitete und sich kommunistische Parteien gründeten, warum diese in einigen Ländern an die Macht gelangten und wie sie sich dort halten konnten. Brown widmet sich auch dem Eurokommunismus nach dem Zweiten Weltkrieg sowie den nichtkommunistischen Bürgerrechtsbewegungen in kommunistischen Staaten. Das Buch endet mit dem Kollaps dieser Systeme und dem Niedergang des Kommunismus als Ideologie, wobei Brown das gegenwärtige chinesische Modell des pragmatischen Konsumkommunismus nicht unterschlägt.