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Busky, Communism, Asia, Africa, Americas

Fachbuch

Communism in History and Theory: Asia, Africa, and the Americas

Donald F. Busky

Im Jahr 2002 publizierte Donald F. Busky nach seiner Studie zum Kommunismus in Europa mit „Communism in History and Theory: Asia, Africa, and the Americas“ eine umfassende Darstellung marxistisch-leninistischer Parteien und ihrer Schlüsselfiguren in den USA, Australien und Neuseeland sowie in „Dritte Welt“-Ländern des asiatischen, afrikanischen und amerikanischen Kontinents im 20. Jahrhundert. In detaillierter Synthesearbeit beleuchtet Busky die theoretischen Grundlagen kommunistischer Herrschaft und deren reelle Ausprägungen auf den genannten Kontinenten. Ausführlich setzt er sich z. B. mit dem Maoismus und den US-amerikanischen Aktionen gegen kommunistische Staaten und Bewegungen vom Korea- bis zum Vietnamkrieg und in Mittelamerika auseinander. In Kombination mit seinem Buch zum europäischen Kommunismus kann so von einer globalen Kommunismusgeschichte Buskys gesprochen werden.

Buchcover Stéphane Courtois (Hrsg.): Das Schwarzbuch des Kommunismus, Bd. 1 Unterdrückung, Verbrechen und Terror

Fachbuch

Das Schwarzbuch des Kommunismus

Stéphane Courtois (Hrsg.)

Die 1000 Seiten starke deutsche Übersetzung der französischen Originalausgabe erschien erstmals 1998 und löste auch in Deutschland eine heftige Debatte aus. Der erste Band des Schwarzbuch des Kommunismus widmet sich den Verbrechen kommunistischer Regime und Bewegungen in der Sowjetunion, in Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika. Zentrale These des Buches ist, dass Terror und Unterdrückung im Namen einer Ideologie und zur Durchsetzung von Herrschaft von Beginn an den Charakter kommunistischer Parteien und Regime prägte. Der kommunistische „Klassengenozid“ wird damit auf eine Stufe mit dem nationalsozialistischen „Rassengenozid“ gestellt. Der zweite Band, 2004 auf Deutsch publiziert, enthält Studien zu Rumänien, Bulgarien und den baltischen Staaten. Außerdem werden kommunistische Parteien in Westeuropa sowie der Umgang mit der kommunistischen Vergangenheit im modernen Russland untersucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Idee von der klassenlosen Gesellschaft zu derartiger Gewalt und Terror führen konnte.

Screenshot der Website dekoder.org mit Onlinedossier zur Oktoberrevolution

Online-Plattform | Website

dekoder [Russland entschlüsseln]

dekoder

Die Online-Plattform dekoder [Russland entschlüsseln] erhielt 2016 den Grimme Online Award. Die Website kommentiert und begleitet das kulturelle, politische und soziale Leben im heutigen Russland. In den Beiträgen werden Inhalte von Russlandexperten aus Wissenschaft und Journalismus leicht verständlich vermittelt. Die Autorinnen und Autoren zeichnen somit ein differenziertes Bild der postsowjetischen Gesellschaft. Es finden sich Artikel zu Pop, Memory, Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft. Die Einträge sind gut recherchiert und zeichnen sich durch ihre multimediale und quellengestützte Darstellung aus. In dem Netzwerk aus Medienexperten, Journalisten und Übersetzern kommen russische Stimmen genauso zu Wort wie deutsche. Somit fördert die Seite das gegenseitige Verständnis und den kulturellen Austausch. Anlässlich des Centennials der Oktoberrevolutionen hat der Blog ein Onlinedossier zu diesem Topos erstellt. Neben einer zeitgenössischen Presseschau finden sich dort beispielsweise Artikel zum Soundtrack der Revolution oder zum Anteil der Frauen am Revolutionsgeschehen.

Screenshot von Zeitschriftencover: Revolution retour. 1917-2017: Vorwärts und stets vergessen, in: Osteuropa Jg. 67 (2017) Heft 6-8, Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag 2017.

Zeitschrift

Revolution retour. 1917-2017: Vorwärts und stets vergessen

Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e. V. (DGO) (Hrsg.)

Anlässlich des 100. Jahrestages der russischen Oktoberrevolution erschien eine Doppelausgabe der Zeitschrift "Osteuropa" mit dem Titel "Revolution retour. 1917-2017: Vorwärts und stets vergessen". Der Titel ist eine Anspielung auf das Arbeiterlied "Solidaritätslied" von Ernst Busch und Hanns Eisler. Dort heißt es allerdings "Vorwärts, nicht vergessen". Der Titel möchte also schon den Zustand russischer Geschichtspolitik und Erinnerungskultur beschreiben. Dieser widmet sich das Heft in drei großen Kapiteln: Kategorien der Revolution, Bilder der Revolution und Strahlen der Revolution. Der Band vereint über 25 Beiträge namhafter Osteuropaexperten, die den Umgang mit der Oktoberrevolution auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion untersuchen. Den Inhalt des Heftes sowie eine passende Zustandsbeschreibung liefern Manfred Sapper und Volker Weichsel in ihrem Editorial, wenn sie schreiben: "Russlands staatliche Erinnerungspolitik verdrängt beides: die Utopie wie die Gewalt. Sie möchte nichts von Tätern wissen und nicht der Opfer gedenken. Sie kennt nur eine Tragödie, die wie ein Naturereignis über die Gesellschaft hereingebrochen sei – und den Staat, der angeblich einzig Rettung zu bringen vermag."

Cover der ZEIT Geschichte Ausgabe "1917", Die Zeit

Magazin

1917 - Revolution in Russland, Kriegseintritt der USA: Ein Jahr, das die Welt verändert

Die Zeit (Hrsg.)

Die zweite Ausgabe 2017 des vierteljährlich erscheinenden Magazins ZEIT Geschichte beschäftigt sich mit dem Jahr 1917 und den weitreichenden globalen Veränderungen. Zwar endete das Jahr wie es begonnen hatte: Der Erste Weltkrieg wütete weiter und die betroffenen Menschen mussten weiterhin Hunger und Entbehrungen ertragen. Doch waren sich viele Zeitgenossen einig, dass sie Zeugen vom Anbruch einer neuen Epoche sind. Dies ergab sich auch aus dem „Erwachen“ der zwei Mächte, die das gesamte Jahrhundert prägen sollten: Der Kriegseintritt der USA ist "der Beginn des Aufstiegs zur Schutzmacht der Demokratie". Doch auch der künftige Gegenspieler im später so genannten Kalten Krieg betrat mit dem Sturz des Zarenreiches und der Etablierung des ersten kommunistischen Regimes durch die Bolschewiki die Bühne der Welt. Das Magazin thematisiert die vielen kleinen und großen Umbrüche des Jahres im Deutschen Kaiserreich, im Nahen Osten und im Rest der Welt. Der Fokus liegt dabei auf den Akteuren dieser Prozesse wie Lenin und Wilson, die dieses „Epochenjahr“ prägten.

Logo: Themenwinter: 100 Jahre Revolution – Berlin 1918/19

Sachbuch

Es lebe das Neue! Berlin in der Revolution 1918/19

Moritz van Dülmen und Bjoern Weigel im Auftrag der Kulturprojekte Berlin (Hrsg.)

Anlässlich des von 100 Jahre Novemberrevolution in Berlin wurde von „Kulturprojekte Berlin“ das Projekt „100 Jahre Revolution. Berlin 1918/19“ ins Leben gerufen. Ziel des Projektes, das in Kooperation mit verschiedenen Partnern in Berlin realisiert wurde, war es, an die Ereignisse zu erinnern und an gegenwärtige politische Debatten anzuknüpfen. Der vorgelegte Band ist die Dokumentation des Teilprojektes „Topographie der Revolution. 100 Orte – 100 Geschichten“. Die konkreten Orte der Revolution in Berlin rücken hier in den Mittelpunkt. Die 100 Orte werden in zehn thematischen Kapiteln vorgestellt, wobei jeder Ort mit einem einseitigen bebilderten Text vorgestellt wird und mit einer Nadel jeweils auf einem heutigen Berliner Stadtplan markiert ist. Auf einem virtuellen Stadtplan unter https://100jahrerevolution.berlin/100-orte/ kann man die Orte anklicken und die Texte nachlesen, welche online manchmal um Audiobeiträge ergänzt werden. Der Band rückt auch unbekanntere Orte und Ereignisse der Revolution ins Stadtgedächtnis und zeigt, an welchen Orten die Revolution noch sichtbar und an welchem sie im heutigen Berlin verschwunden ist.

Buchcover Bernd Faulenbach, Ulrich Mählert, Pavel Žáček (Hrsg.): Die Tschechoslowakei 1945/48 bis 1989. Studien zu kommunistischer Herrschaft und Repression

Sammelband

Die Tschechoslowakei 1945/48 bis 1989. Studien zu kommunistischer Herrschaft und Repression

Bernd Faulenbach, Ulrich Mählert, Pavel Žáček (Hrsg.)

Der Sammelband ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projekts der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Instituts für das Studium totalitärer Regime in Prag. Ziel war es, die kommunistischen Diktaturen in Ost- und Mitteleuropa miteinander zu vergleichen und die tschechoslowakische Nachkriegsgeschichte stärker in den Fokus der interessierten deutschen Öffentlichkeit zu rücken. Im ersten Teil des Bandes untersuchen die Autoren u. a. die Deportationen tschechoslowakischer Staatsbürger in die Sowjetunion nach 1945, die Kollektivierung der Landwirtschaft sowie die kommunistische Kirchen- und Medienpolitik. Danach werden Struktur und Entwicklung des tschechoslowakischen Staatssicherheitsdienstes sowie das Gefängniswesen beleuchtet. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Sicherung der Westgrenze, die Auslandsspionage und die Kooperation zwischen Geheimdiensten der DDR und der Tschechoslowakei. 

Cover: Ossip Kurt Flechtheim: Weltkommunismus im Wandel, Berlin: Verlag Europäische Ideen 1977.

Fachbuch

Weltkommunismus im Wandel

Ossip Kurt Flechtheim

Der Jurist, Politikwissenschaftler, Hochschullehrer und Autor Ossip Kurt Flechtheim (1909–1998) war bis 1933 Mitglieder der Kommunistischen Partei in Deutschland und schloss sich danach einer Splitterorganisation der Sozialdemokraten an. 1939 emigrierte er in die USA und kehrte in den 1950er-Jahren nach Deutschland zurück, wo er bis zu seiner Emeritierung 1974 an der Freien Universität Berlin lehrte und forschte. Dieses Buch ist eine Sammlung von Essays, die Flechtheim zwischen 1936 und 1964 geschrieben hat. Sie haben die kommunistische Weltrevolution, die historischen und sozialen Bedingungen des Bolschewismus sowie dessen Ideologie zum Thema. Flechtheims zentrale These ist, dass sich im Lauf des 20. Jahrhundert der Weltkommunismus „entrevolutioniert“, „differenziert“ und schließlich „domestiziert“, d.h. sich von seinem totalitären Erbe befreien werde.

Cover des Schwerpunkthefs "Oktoberrevolutionsfieber"

Zeitschrift

Oktoberrevolutionsfieber

Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin (Hrsg.)

Zum 100. Jahrestag der Russischen Revolution erschien eine Vielzahl an Publikationen, Radiofeatures und Ausstellungen, die sich mit dem historischen Ereignis und seinen Folgen beschäftigten. Das geschieht heutzutage völlig selbstverständlich meist auf sachliche Art und Weise, mit einem wissenschaftlichen Anspruch. Doch die „Glut des bolschewistischen Revolutionsfeuers“ (Jochen Staadt), die die Zeitgenossen der Russischen Revolution mobilisierte und auch noch Jahrzehnte später immer wieder unter den Nachgeborenen geschürt wurde, ist heute nicht mehr zu spüren. Dieses „Oktoberrevolutionsfieber“ steht im Fokus der 41. Ausgabe der Zeitschrift des Forschungsverbundes. Die Beiträge der Autoren thematisieren im Schwerpunkt den Mythos der bolschewistischen Oktoberrevolution in der deutschen Sozialdemokratie, Paul Levis Schriften und die sowjetische Beziehung zum eigenen Gründungsmythos. Enthalten ist ebenfalls ein Interview mit Harald Wessel über Willi Münzenberg und die Oktoberrevolution. Des Weiteren wirft Jörg Drieselmann einen „kritischen Blick“ auf die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Deutschen Historischen Museums. 

Fachbuch

Die Geschichte der IV. Internationale

Pierre Frank

Pierre Frank (1905–1984), ein französischer Trotzkist, war zwischen 1948 und 1979 Mitglied im Sekretariat der IV. Internationale, deren Geschichte er in seinem Buch darstellt. Frank befasst sich eingehend mit den internationalen Konferenzen und Weltkongressen, die zwischen 1938 und 1974 stattgefunden haben, beschreibt sowohl die ideologische als auch die institutionelle Entwicklung der Internationale und erklärt die Ziele und Motive zeitgenössischer trotzkistischer Gruppen. Seiner Ansicht nach geht die IV. Internationale direkt auf die bolschewistische Partei der Sowjetunion zurück und sei damit die Erbin der Russischen Revolution. Ab 1948 bekam die Internationale nach einer Zeit der Stagnation wieder neuen Zulauf. Als Wendepunkt in der Geschichte der IV. Internationale sieht Frank jedoch das Jahr 1968, als mehrere Tausend Schüler und Studenten in die trotzkistischen Gruppen kamen, die alten Strukturen zu erneuern versuchten und damit die politische Kraft der Internationale stärkten.

Logo der Stiftung Ettersberg

Sammelband

Die Oktoberrevolution 1917: Vom Ereignis zum Mythos

Jörg Ganzenmüller und Franz-Josef Schlichting (Hrsg.)

Als Auftaktveranstaltung zu einer Reihe anlässlich des Jahrestages der russischen Oktoberrevolution luden die  Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und die Stiftung Ettersberg am 25. März 2017 zu einem Tagesseminar nach Erfurt ein. Die Ergebnisse dieser Tagung liegen nun in Form eines Sammelbandes vor. Fünf Aufsätze stellen die Ereignisse in Russland 1917 und ihre Wirkung bis in die Gegenwart dar. Der Beitrag von Franziska Schedewie betrachtet die konstitutionell-demokratische Entwicklung in Russland im Vorfeld der Revolution. Helmut Altrichter stellt Akteure und den Verlauf des Umsturzes im Zentrum vor, während Jörn Happel die Revolution in der Peripherie des imperialen Russlands in den Blick nimmt. Alexander Schwarz analysiert die Erinnerung an die Oktoberrevolution in der Sowjetunion und der DDR, bevor Ekaterina Makhotina mit einem Blick auf die heutige Erinnerungskultur in Russland schließt. Die renommierten Expertinnen und Experten bieten einen kompakten Überblick zu den Ereignissen 1917 und untersuchen, wie die Revolution zum Mythos in der Erinnerungskultur geworden ist.

Buchcover Lukasz Kaminski, Krzysztof Persak, Jens Gieseke (Hrsg.): Handbuch der kommunistischen Geheimdienste in Osteuropa 1944–1991

Sammelband | Fachbuch

Handbuch der kommunistischen Geheimdienste in Osteuropa 1944–1991

Jens Gieseke, Lukasz Kaminski, Krzysztof Persak (Hrsg.)

Das Handbuch ist ein Kooperationsprojekt verschiedener Aufarbeitungsinstitutionen in Ostmitteleuropa und bietet einen umfassenden Überblick über die Staatssicherheitsapparate in der Sowjetunion, der DDR, Ungarn, Polen, Bulgarien, Rumänien und der Tschechoslowakei. Die Autoren stellen den aktuellen Forschungsstand zur Entwicklung der jeweiligen Geheimpolizeien dar. Sie beleuchten die Organisationsstrukturen, die personelle und die finanzielle Ausstattung sowie die politischen Hierarchien. Auch die Instrumente der Beobachtung und Verfolgungen werden beschrieben und einige wichtige Funktionäre in Kurzbiographien vorgestellt. Die Zahl der Opfer von KGB, MfS, Securitate, Bezpieka und anderen Geheimdiensten kann nur geschätzt werden. Das Handbuch ist eine Basis für weitere vergleichende Betrachtungen zur Geschichte politischer Verfolgung in Osteuropa unter sowjetischer Herrschaft.

Cover des Buches „Mecca of Revolution. Algeria, Decolonization, and the Third World Order“, Oxford University Press

Fachbuch

Mecca of Revolution. Algeria, Decolonization, and the Third World Order

Jeffrey James Byrne

Mecca of Revolution untersucht anhand der algerischen Unabhängigkeit die Geschichte des antikolonialen Internationalismus und dessen Verflechtungen in den internationalen Beziehungen. Jeffrey James Byrne, Professor an der University of British Columbia, argumentiert, dass der „Third Worldism“, der als subversive transnationale Bewegung in der spät-kolonialistischen Ära entstanden ist, sich zu einem elitären, diplomatischen Zusammenschluss entwickelte. Dieser verstärkte die Souveränität der Staaten und deren nationale Autorität. Das selbstbewusste Auftreten der frisch unabhängigen Staaten als ein verbundener Block in den diplomatischen Beziehungen, interpretiert Byrne als Folge des Kalten Krieges.Weiter untersucht Byrne die Süd-Süd-Beziehungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, um das Phänomen des „Third Worldism“ zu entmystifizieren. Seinen Analysefokus legt er dabei auf die aktuellen geopolitischen Situationen im globalen Süden. Byrne schildert die Entwicklung eines komplexen normativen Systems, welches Ereignisse und Teilbereiche wie den Arabischen Frühling, den Handel mit Nuklearwaffen oder auch globale Handelsvereinbarungen umfasst. Der Autor möchte die These vom Scheitern des „Third-Worldism“ dadurch widerlegen.

Screen Prager Frühling 1968 tagesschau.de

Website

Prager Frühling 1968

Manuel Czauderna, Wolfgang Denzler

Der Onlineauftritt von tagesschau.de bietet eine multimediale Chronik zur Geschichte des Prager Frühlings 1968 in der Tschechoslowakei an. Anhand von Einführungstexten sowie historischen Fernseh- und Radiobeiträgen können die Ereignisse vom Beginn des Aufstands bis zu dessen Niederschlagung durch die Armeen der Warschauer Pakt Staaten und damit das Scheitern des Liberalisierungs- und Demokratisierungskurses von Parteichef Alexander Dubček nachvollzogen werden. Die Beiträge informieren über die angespannte wirtschaftliche Situation, die gesellschaftliche Unzufriedenheit im Vorfeld der Proteste, die geplanten Reformen der Kommunistischen Partei sowie die Reaktionen aus Moskau und die Wiederherstellung des alten Regimes. Auf einem Zeitstrahl können einzelne Ereignisse zwischen Dezember 1967 und August 1968 angeklickt werden, die zu den jeweiligen historischen Video-, Audio- oder Bilddokumenten führen.

Buchcover

Analyse

Demolition on Karl Marx Square. Cultural Barbarism and the People's State in 1968

Andrew Demshuk

Andrew Demshuk widmet sich in seiner Analyse der Bedeutung der Sprengung der Leipziger Paulinerkirche am 30. Mai 1968. Bürgerinnen und Bürger der Stadt versuchten, die Zerstörung der vollkommen intakten mittelalterlichen Kirche auf dem Leipziger Karl-Marx-Platz zu verhindern – jedoch vergeblich. Die Proteste gegen die Sprengung waren die größten, mit denen sich die DDR zwischen dem Arbeiteraufstand 1953 und der Friedlichen Revolution 1989 konfrontiert sah. Dieser Akt der Durchsetzung staatlichen Willens gegen den der Bevölkerung zum Erhalt der Kirche wird von dem Autor als entscheidender Wendepunkt in der Beziehung zwischen der DDR-Regierung und den Bürgerinnen und Bürgern betrachtet, an dem letzteren der autoritäre Charakter des DDR-Regimes nochmal nachdrücklich bewusst gemacht wurde. Zwar fokussierte sich die internationale Berichterstattung schon bald nach der Zerstörung der Kirche auf die Ereignisse des Prager Frühlings im selben Jahr, doch die Bedeutung der Sprengung für die Stadt Leipzig, wo im Oktober 1989 die Grundsteine der Friedlichen Revolution gelegt wurden, ist nicht zu unterschätzen. Besonders hervorzuheben ist die große Zahl Primärquellen, mit denen Demshuk arbeitet, wie zum Beispiel Material aus dem Stasi-Unterlagen-Archiv, mit dem die Leserinnen und Leser die Beobachtung des Protestes durch die Staatsmacht nachvollziehen können.  

Screenshot von Zeitschriftencover: Revolution retour. 1917-2017: Vorwärts und stets vergessen, in: Osteuropa Jg. 67 (2017) Heft 6-8, Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag 2017.

Zeitschrift

Osteuropa

Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e. V. (DGO) (Hrsg.)

Osteuropa ist eine monatlich erscheinende von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) herausgegebene Zeitschrift. Sie analysiert Politik und Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft im Osten Europas, nimmt hierbei einen globalen Blickwinkel ein und ist interdisziplinären Ansätzen verpflichtet. Die Vorläufergesellschaft sowie ihr Periodikum gründeten sich bereits 1913. In der in Berlin ansässigen Redaktion sind Dr. Manfred Sapper und Dr. Volker Weichsel federführend. Ihre thematisch breiten und für Debatten offenen Hefte versuchen erfolgreich verschiedene Perspektiven auf dem Topos Osteuropa einzunehmen. Länderdossiers, aufwendige Karten oder Themenhefte in vergleichender Perspektive gewährleisten den breiten Blick auf das historische, aber auch das gegenwärtige Osteuropa.

Buchcover

Fachbuch

The Cultural Revolution. A People‘s History 1962-1976

Frank Dikötter

„The Cultural Revolution. A People‘s History 1962-1976“ ist der dritte und letzte Band von Frank Dikötters Trilogie über die Kommunistische Revolution in China. Er folgt auf die Bände „Mao‘s Great Famine“ (dt.: Maos große Hungersnot) und „The Tragedy of Liberation“ (dt.: Die Tragödie der Befreiung). Der Analysezeitrahmen des Buches beginnt 1962, ein Jahr nachdem das ökonomische Desaster des „Großen Sprungs nach vorn“ vorzeitig abgebrochen worden war. Mit dem "Großen Sprung nach vorn" wird eine staatlich gesteuerte Kampagne zur Umstrukturierung der Landwirtschaft bezeichnet, die eine Hungernot zur Folge hatte, welche Millionen von chinesischen Bürgern das Leben kostete. Um ihre Stärke und Autorität in Folge zu festigen, initiierte die Regierung Mao Zedongs die sogenannte "Große Kulturrevolution". Das offizielle Ziel dieser Kampagne war die Beseitigung von bürgerlichen und kapitalistischen Elementen in der chinesischen Bevölkerung, um eine Bedrohung der kommunistischen Ideologie zu verhindern. Die Kulturrevolution stürzte das Land ins Chaos und warf es sowohl wirtschaftlich wie auch gesellschaftlich weit zurück. Massenverhaftungen und Verfolgung von vermeintlichen Regimegegnern kosteten erneut Hunderttausende Menschen das Leben und setzten weitere Millionen Folter und Gefangenschaft aus. Frank Dikötter arbeitet in seiner Analyse mit einer immensen Anzahl zuvor nicht zugänglichen Quellendokumenten und ermöglicht den Lesern des Buches dadurch eine neue Perspektive auf die Kulturrevolution.

Buchcover: Patrick Eiden-Offe: Die Poesie der Klasse. Romantischer Antikapitalismus und die Erfindung des Proletariats, Berlin: Matthes & Seitz 2017.

Fachbuch

Die Poesie der Klasse. Romantischer Antikapitalismus und die Erfindung des Proletariats

Patrick Eiden-Offe

In „Die Poesie der Klasse. Romantischer Antikapitalismus und die Erfindung des Proletariats“ zeichnet der Autor Patrick Eiden-Offe nach, wie Literatur und Kultur des Vormärz‘ ein Bild des Proletariats erschaffen. Als Vormärz werden die Jahre, die der Märzrevolution von 1848/49 vorausgingen, bezeichnet. Der Autor analysiert eine Vielzahl von Schriften – Novellen, Reportagen, statistische Untersuchungen und Monatsbulletins – dieser Zeit und versucht nachzuempfinden, wie durch diese ein bestimmtes Bild des Proletariats entstand. Eiden-Offe betont vor allem den vielfältigen, heterogenen und offenen Charakter dieser Gruppe – im Gegensatz zu einer sich später formierenden, uniformierten, Arbeiterklasse, die das Unorganisierte, Nicht-Angepasste schon bald als reaktionär verurteilen würde. In dieser Heterogenität des Vormärz-Proletariats sieht der Autor auch die Anknüpfungspunkte an diejenige soziale Gruppe, die heute oft unter dem Begriff  Prekariat zusammengefasst werden. Patrick Eiden-Offe, geboren 1971, ist Literatur- und Kulturwissenschaftler. Seit 2017 untersucht er am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) in Berlin die Theoriebildung des jungen Georg Lukács. Patrick Eiden-Offe lebt und schreibt in Berlin.  

Titel von: François Fejtö: Die Geschichte der Volksdemokratien. Bd. 1 Die Ära Stalin 1945–1953, Bd. 2  Nach Stalin 1953–1972, Bd. 3 Von Breschnew bis Gorbatschow, Frankfurt am Main: Eichborn 1988.

Fachbuch

Die Geschichte der Volksdemokratien

François Fejtö

Der aus Ungarn stammende französische Historiker, Journalist und Publizist François Fejtő (1909–2008) veröffentlichte den ersten Teil seines Werkes, in dem er die Geschichte der Ostblockstaaten während der Ära Stalins betrachtet, bereits 1952. Der zweite Teil ist eine Überblicksdarstellung zu den 1950er- und 1960er-Jahren und endet beim Aufstand der Arbeiter in den Ostseestädten Polens 1971. Im dritten Teil beschreibt Fejtö den Wandel der osteuropäischen Volksdemokratien während Breschnews und Gorbatschows Herrschaft. Von 1944 bis 1979 war Fejtő Journalist der französischen Nachrichtenagentur AFP und berichtete vor allem über Osteuropa. In den Büchern finden sich sowohl zeitgeschichtliche Erzählungen und Reportagen als auch historische Analysen.

Buchcover Ossip Kurt Flechtheim: Bolschewismus 1917 – 1967. Von der Weltrevolution zum Sowjetimperium

Fachbuch

Bolschewismus 1917–1967. Von der Weltrevolution zum Sowjetimperium

Ossip Kurt Flechtheim

Der Jurist, Politikwissenschaftler, Hochschullehrer und Autor Ossip Kurt Flechtheim (1909–1998) emigrierte 1939 in die USA und kehrte in den 1950er-Jahren nach Deutschland zurück, wo er bis zu seiner Emeritierung 1974 an der Freien Universität Berlin lehrte und forschte. In diesen Aufsätzen aus der Zeit zwischen 1936 und 1967 beschreibt er die Geschichte der Sowjetunion als eine permanente Revolution von oben, die immer wieder auch Gegenrevolutionen hervorbrachte. Diese Veränderungen hätten sich innerhalb derselben Ideologie (Marxismus-Leninismus) und derselben Institutionen (Kommunistische Partei und „Sowjetstaat“) vollzogen und die Kontinuität des Systems in den – von ihm aus gesehen – letzten 50 Jahren nicht in Frage gestellt. Der Wandel des Bolschewismus sei mit dem Verzicht auf die unmittelbare Verwirklichung der Weltrevolution und dem Wandel der sowjetischen Außenpolitik einhergegangen. Flechtheim untermauert seine Darstellung mit umfänglichem Material. Seine Analyse der Sowjetunion aus dem Jahr 1967 mit zahlreichen Tabellen soll Fortschritte (z.B. im Bildungswesen) belegen.

Cover: Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat Nr. 42, ZdF 42/2018, Berlin: Dreilinden Verlag 2018.

Zeitschrift

Umsturz und Staatsgewalt

Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin (Hrsg.)

Der 42. Zeitschriftenband des Forschungsverbundes SED-Staat widmet sich dem Thema „Umsturz und Staatsgewalt“. In sechs Aufsätzen von renommierten Historikern nähert sich die Zeitschrift ihrem Gegenstand aus unterschiedlichsten Perspektiven. Peter Erler gibt einen Überblick über die KPD-Führung und deutsche Emigranten während den stalinistischen Säuberungen in der Sowjetunion der 1930er-Jahre. Viktor Krieger fragt nach ökonomischen, gesellschaftlichen und sozialen Verbesserungen deutscher Siedler durch den Umsturz im Oktober 1917 in Russland. Wilhelm Schmidt porträtiert den Althistoriker Peter Musiolek, der vor seiner wissenschaftlichen Laufbahn in sowjetischen Straflagern gefangen war. Enrico Seewald untersucht die Auswirkungen von Geheimdienstmorden auf diplomatische Beziehungen im Kalten Krieg. Stefan Appelius möchte anhand eines Wohnbezirks die Beziehung zwischen MfS und SED in lokalen Parteistrukturen herausarbeiten. Jochen Staadt untersucht die Rolle von Geheimdiensten bei den Protesten der 1968er-Jahre. Die Zeitschrift schließt mit Beiträgen und Mitteilungen aus der Arbeit des Verbundes und einem Rezensionsteil.

Cover des Buches "Gegengeschichten oder Versöhnung?", Verlag Graswurzelrevolution

Monographie

Gegengeschichten oder Versöhnung? Erinnerungskulturen und Geschichte der spanischen Arbeiterbewegung vom Bürgerkrieg bis zur »Transición« (1936–1982)

Alexandre Froidevaux

Die verschiedenen Strömungen der spanischen Arbeiterbewegung entwarfen die unterschiedlichsten Geschichtsbilder vom Bürgerkrieg (1936–1939), was wiederum das Selbstverständnis der anarchistischen, sozialistischen und kommunistischen Aktivisten und ihrer Organisationen in den Jahrzehnten danach prägte. Die Kämpfe innerhalb der linken Bewegung belasteten jedoch auch den Widerstand gegen die Franco-Diktatur (1939–1975). Alexandre Froidevaux legt nach der Erforschung spanischer Quellen und Archive erstmals eine übergreifende Erinnerungsgeschichte der spanischen Arbeiterbewegung vor: ausgehend vom Bürgerkrieg über die Zeit des Franquismus bis hin zur „Transición“ (1975–1982), der Zeit des Übergangs zur Demokratie. Der Autor analysiert geschichtspolitische Debatten, die linken Opfererinnerungen, wie die Linken durch Rückbezug auf die Vergangenheit politische Identitäten ausbildeten und wie sich diese wandelten. Lesen Sie eine ausführliche Rezension des Bandes auf H-Soz-Kult.

Cover des Buches "Ungarn 1956 - Aufstand, Revolution und Freiheitskampf in einem geteilten Europa", Tyrolia-Verlag

Fachbuch

Ungarn 1956 - Aufstand, Revolution und Freiheitskampf in einem geteilten Europa

Michael Gehler, Erich Lessing

In Ungarn 1956. Aufstand, Revolution und Freiheitskampf in einem geteilten Europa hält der Fotograf Erich Lessing den Aufstand Ungarns gegen den Kommunismus in beeindruckenden Bildern fest, der Historiker Michael Gehler beschreibt in einem Essay die Ereignisse in Ungarn 1956 und erläutert deren Bedeutung für Europa und liefert umfassende Hintergrundinformationen zu Lessings Fotografien. Der ungarische Volksaufstand begann am 23. Oktober 1956 als bürgerlich-demokratische Revolution, die sich gegen die repressive Politik der kommunistischen Regierung und gegen die Besetzung des Landes durch die sowjetische Armee richtete. Dem Aufstand schloss sich ein Teil der kommunistischen Führung an. Es wurde eine Mehrparteienregierung mit der sozialdemokratischen Partei gebildet und Ungarn verließ den Warschauer Pakt. Im November 1956 wurde der Aufstand von Truppen der Sowjetunion niedergeschlagen. Damit scheiterte der Versuch, einen kommunistisch geführten Staat von innen zu reformieren. Die Fotografien von Erich Lessing zeigen Ungarn 1956 in den Tagen vor dem Aufstand, Momente des Aufstands selbst und schließlich auch dessen Niederschlagung und die Überlebenden dessen. Ungarn im Jahr 1956 befand sich zwischen Begeisterung und Rachsucht. Diese hält der Fotograf in lebhaften und eindrucksvollen Bildern fest. Die Fotografien zählen heute zu den Meilensteinen der Reportagefotografie.

Buchcover: Hannes Giessler Furlan: Verein freier Menschen? Idee und Realität kommunistischer Ökonomie, Springe: zu Klampen Verlag 2018.

Fachbuch

Verein freier Menschen? Idee und Realität kommunistischer Ökonomie

Hannes Gießler Furlan

In „Verein freier Menschen? Idee und Realität kommunistischer Ökonomie“ sucht Autor Hannes Gießler Furlan nach den Ursachen, die die Ideen des Kommunismus in den zahlreichen Versuchen seiner praktischen Umsetzung zu totalitären Systemen verkommen ließen. Gießler verortet diese Ursachen in den ökonomischen Grundannahmen des Kommunismu, die nach einer Reorganisation der Produktionsverhältnisse verlangen. Der Kernbegriff, auf den Gießler seine Analyse stützt, ist der der Akkumulation. Während kapitalistische Gesellschaften nach einer Akkumulation des Kapitals verlangen, habe die Schaffung einer kommunistischen Gesellschaft eine sozialistische Akkumulation verlangt. Die hierfür notwendige Umstrukturierung der Produktionsverhältnisse wurde in der agrargesellschaftlichen Sowjetunion unter anderem durch die Enteignung von Bauern umgesetzt. Gießler stellt dar, wie die dominante Idee des Kommunismus – die Veränderung der Produktionsverhältnisse – als eine der Ursachen für sein Abdriften in totalitäre Herrschaftssysteme verstanden werden kann.

Logo der Informationsplattform H-Soz-Kult

Online-Plattform

H-Soz-Kult. Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften

Clio-online – Fachportal Geschichte & Geschichtswissenschaft

Die 1996 ins Leben gerufene Informations- und Kommunikationsplattform für Historikerinnen und Historiker H-Soz-Kult (Humanities – Sozial- und Kulturgeschichte), ist eine der bedeutendsten Websites für historische Fachinformationen im deutschsprachigen Netz. Das Open-Access-Portal veröffentlicht jährlich circa 1.000 Rezensionen, 500 Tagungsberichte, 2.000 Ankündigungen von Veranstaltungen, Inhaltsverzeichnisse aktueller Ausgaben von über 500 Periodika und über 1.000 Stipendien- und Stellenausschreibungen.  Die ständig besetzte Kernredaktion am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin wird durch die ehrenamtliche Arbeit von über 40 renommierten Experten und Expertinnen aus nahezu allen Fachbereichen der Geschichtswissenschaft unterstützt. Die redaktionelle Betreuung der Beiträge garantiert die hohe wissenschaftliche Qualität des Portals. Neben der Website https://www.hsozkult.de/ gelangt man auch über ein Mail-Abo oder den Twitter-Kanal der Plattform an die Fachinformationen. H-Soz-Kult ist Teil des Historikernetzwerkes Clio-online – Fachportal Geschichte & Geschichtswissenschaft. Zahlreiche Veranstaltungsankündigungen, Calls und Rezensionen einschlägiger Neuerscheinungen beschäftigen sich mit der Erforschung und Aufarbeitung der Geschichte des Kommunismus. Auf unserer Website verlinken wir oftmals auf Buch- und Konferenzbesprechungen sowie auf Call for Papers und Veranstaltungsankündigungen des Portals.  

Buchcover Alfons Dalma, Heinz Ramseier, Andreas Graf Razumovsky u.a.: Euro-Kommunismus. Italien, Frankreich, Jugoslawien, Spanien, Portugal

Fachbuch

Euro-Kommunismus. Italien, Frankreich, Jugoslawien, Spanien, Portugal

Alfons Dalma, Heinz Ramseier, Andreas Graf Razumovsky, Joseph Rovan, Michael Vermehren

Der Band gibt einen Überblick über die Debatte zum Eurokommunismus der 1970er-Jahre. Ausschlaggebend dafür war das Buch von Santiago Carillo, Generalsekretär der Kommunistischen Partei Spaniens, aus dem Jahr 1977, das den Titel trug Eurocommunism and the State und für den Bruch der westlichen KPs mit Moskau plädierte. Alfons Dalma, Heinz Ranseiner u.a. zeigen, dass der Eurokommunismus in jedem Land anders interpretiert und praktiziert wird. Die inneren Widersprüche etwa der Kommunistischen Partei Frankreichs verdeutlicht Joseph Rovan anhand ihrer Zerrissenheit zwischen der Treue zu Moskau auf der einen und den nationalen Traditionen auf der anderen Seite. Heinz Ramseier skizziert den Weg des Vorsitzenden der Portugiesischen Kommunistischen Partei, Álvaro Cunhal, von strenger Parteidoktrin zur eurokommunistischen Beweglichkeit.

Buchcover: Frank Deppe: 1917 | 2017. Revolution und Gegenrevolution

Fachbuch

1917 | 2017. Revolution und Gegenrevolution

Frank Deppe

Der deutsche Politikwissenschaftler Frank Deppe beschäftigt sich 100 Jahre nach der Russischen Revolution mit den „kleinen“ und „großen“ Revolutionen des 20. Jahrhunderts. Der Autor definiert die jeweiligen Wesensmerkmale, fragt nach Verlaufsformen von Revolutionszyklen, nach sozialen Akteuren und den Gegenrevolutionen, die diese Epoche nicht minder prägten. Russland, Deutschland, Spanien, China, Mexiko, Chile, Kuba und viele andere Staaten werden in den Blick genommen, wobei ein Fokus auf der Analyse der Ursachen, dem Verlauf und den Folgen der Oktoberrevolution der Bolschewiki liegt. Deppe setzt sich mit der zeitgeschichtlichen Revolutionsforschung auseinander und diskutiert die Perspektiven von Revolution und Gegenrevolution im 21. Jahrhundert. Der Rezensent Franz Sz. Horváth bemängelt jedoch, dass der Politologe Deppe den aktuellen Forschungsstand der Geschichtswissenschaft zu wenig in seine Betrachtungen einbezogen habe und wichtige Standardwerke zur Oktoberrevolution und dem Stalinismus nicht kenne. Sie können die Rezension bei H-Soz-Kult nachlesen.

Buchcover Isaac Deutscher: Die unvollendete Revolution 1917–1967

Fachbuch

Die unvollendete Revolution 1917–1967

Isaac Deutscher

Das Buch enthält sechs Vorträge des trotzkistischen Schriftstellers, Journalisten und Historiker Isaac Deutscher (1907–1967), die dieser aus Anlass des 50. Jahrestages der Russischen Revolution in Cambridge gehalten hat. Darin beschäftigt er sich mit der Frage, ob die sowjetische Herrschaft kommunistische Ziele verfolgt und welche Rolle sie damit für die kommunistische Bewegung weltweit spielt. Deutscher analysiert die innere Entwicklung der Sowjetunion und ihre Außenwirkung, wobei er Stalin vorwirft, die revolutionäre Bewegung unterbrochen zu haben. Weder in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg noch in der Sowjetunion selbst sei das „Proletariat“ wirklich befreit worden, es sei vielmehr unter die Herrschaft der Bürokratie geraten, so der Autor. Die Revolution, glaubt Deutscher 1967, könne durch eine Erneuerung der sowjetischen Gesellschaft noch vollendet werden; dazu müsse sich aber auch der Westen dem Sozialismus endlich öffnen.

Mao und seine verlorenen Kinder: Chinas Kulturrevolution, Screenshot vom Buchcover

Fachbuch

Mao und seine verlorenen Kinder

Frank Dikötter

In seiner Darstellung der Chinesischen Kulturrevolution geht der Historiker und Sinologe Frank Dikötter auf die Auswirkungen der chinesischen Kulturrevolution 1966-67 ein, die mit massiven Menschenrechtsverletzungen und politischen Morden einher ging. Das Buch beschäftigt sich intensiv mit den Auswirkungen auf die beteiligten Menschen und der Frage danach, was in den Studenten und Bauern vorging, als sie auf dem Acker aufeinandertrafen. Denn egal ob politische Führungskraft oder verarmter Dorfbewohner - gleich mehrere Millionen Menschen wurden im Zuge dieser "Revolution" Folter und anderen physischen, sowie psychischen Misshandlungen ausgesetzt. Sie wurden verhaftet, landeten in Gefängnissen und Arbeitslagern oder wurden in entlegene Gegenden des Landes zwangsverschickt. Für die Arbeit an diesem Werk durfte der Autor als einer der ersten westlichen Wissenschaftler verschlossene Parteiarchive besuchen. Hunderte von Dokumenten erzählen aus einer neuen Perspektive die aufrüttelnde Geschichte über Mao, das Entgleiten seiner Macht und die Kinder seiner Revolution.

Buchcover Roger Engelmann, Thomas Großbölting,  Hermann Wentker (Hrsg.): Kommunismus in der Krise. Die Entstalinisierung 1956 und die Folgen

Fachbuch

Kommunismus in der Krise. Die Entstalinisierung 1956 und die Folgen

Roger Engelmann, Thomas Großbölting, Hermann Wentker (Hrsg.)

Dieser Sammelband thematisiert Ursachen, transnationale Verschiedenheiten und Interdependenzen der so genannten „Entstalinisierungskrise“ im sowjetischen Machtbereich, die der berühmten Geheimrede Chruschtschows auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 folgten. Die ersten Beiträge widmen sich den Ereignissen der Krise in den Staaten Ost-Mitteleuropas. Im zweiten Teil werden die internationalen Auswirkungen etwa auf die Blockkonfrontation und die kommunistischen Parteien Westeuropas untersucht. Weitere Studien verdeutlichen am Beispiel von Geheimdiensten und Justizbehörden in ausgewählten Ländern die systembedingten Grenzen der Entstalinisierung: Die Repressionsorgane wurden nicht aufgelöst, die Justiz weiterhin politisch instrumentalisiert. Schließlich beleuchtet der Band auch die Rolle der Intellektuellen sowie die gesellschaftlichen Konflikte während der „Entstalinisierungskrise“.

Buchcover Ruth Fischer: Von Lenin zu Mao. Kommunismus in der Bandung-Ära

Fachbuch

Von Lenin zu Mao. Kommunismus in der Bandung-Ära

Ruth Fischer

Ruth Fischer (1895–1961) war kurze Zeit Vorsitzende der KPD, aus der sie 1926 auf Geheiß Moskaus ausgeschlossen wurde. Von den Nationalsozialisten und Stalin verfolgt, entwickelte sie sich im US-amerikanischen Exil zur Antikommunistin. In den 1950-er Jahren suchte sie Anschluss an die undogmatische Linke. In dem Buch skizziert sie die Entwicklungen in der Sowjetunion von Lenin bis zum 20. Parteitag der KPdSU 1956 und untersucht die Beziehungen des Kreml zu den nationalrevolutionären Bewegungen und kommunistischen Parteien Asiens. Sie vertritt die These, dass das Bündnis mit den antikolonialen Bewegungen in Afrika und Asien den sowjetischen Kommunismus entscheidend beeinflusst habe.

Cover des Schwerpunkthefts "Judentum und Revolution"

Zeitschrift

Judentum und Revolution. Der Weltverband Poale Zion zwischen Zionismus und Kommunismus

Förderverein für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung e. V. (Hrsg.)

Im Schwerpunktheft „Judentum und Revolution: Der Weltverband Poale Zion zwischen Zionismus und Kommunismus“ der Zeitschrift „Arbeit – Bewegung – Geschichte“ wird das Jahr 2017 als Jubliäumsjahr zum Anlass genommen, sich nicht nur mit der Oktoberrevolution, sondern auch mit der Balfour-Deklaration zu beschäftigen. Der britische Außenminister Lord Arthur James Balfour versprach in dieser Deklaration vom 2. November 1917, dem jüdischen Volk eine „nationale Heimstätte“ in Palästina einzurichten. Da die jüdische Bevölkerung über kein eigenes Siedlungsgebiet verfügte, ihre Zugehörigkeiten zu Nation und Gemeinschaft umstritten war und Repressionen und Diskriminierungen erleiden musste, wurde seit der Jahrhundertwende die Gründung eines jüdischen Staates in Palästina propagiert. Das Schwerpunktheft beschäftigt sich mit diesen zionistischen Bewegungen, insbesondere mit dem sozialistisch-zionistischen Verband „Poale Zion“ und seiner globalen Entwicklung bis zu seiner Spaltung 1920. Das Heft enthält ebenso zahlreiche weitere Beiträge zur Arbeiterbewegung und Buchbesprechungen.

Cover des Buches "Verfassungswidrig!", , Verlag Vandenhoeck & Ruprecht

Fachbuch

Verfassungswidrig! Das KPD-Verbot im Kalten Bürgerkrieg

Josef Foschepoth

Mit dem Verbotsverfahren gegen die KPD betrachtet Josef Foschepoth in seinem neuen Buch das bis heute langwierigste und umstrittenste Parteiverbotsverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik. Da grundlegende Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit verletzt worden seien, hält der Historiker das Verbot der Partei durch das Bundesverfassungsgericht im August 1956 letztlich selbst für verfassungswidrig. In einem „Staatsprozess“ seien, so Foschepoth, die taktischen und inhaltlichen Einzelheiten des Urteils zwischen der Bundesregierung und dem Bundesverfassungsgericht bis in Einzelheiten abgesprochen und damit die Gewaltenteilung verletzt worden. Bis 1969 arbeitete die Partei illegal in der Bundesrepublik weiter und diente zugleich der SED als Instrument ihrer Westpolitik. Da weder der Osten noch der Westen an einer Wiederbelebung der KPD interessiert war, wurde mit der DKP eine neue kommunistische Partei ins Leben gerufen, die wiederum zum Instrument im Kalten Krieg wurde. Ergänzt wird Verfassungswidrig! Das KPD-Verbot im Kalten Bürgerkrieg durch eine umfangreiche Dokumentation bislang unveröffentlichter Quellen. 

Buchcover François Furet: Das Ende der Illusion. Der Kommunismus im 20. Jahrhundert

Fachbuch

Das Ende der Illusion. Der Kommunismus im 20. Jahrhundert

François Furet

Der französische Historiker François Furet (1927–1997) möchte mit seinem 700 Seiten langen Essay den Kommunismus entmythologisieren. Er geht der Frage nach, wie diese Idee Menschen im 20. Jahrhundert begeistern und verblenden konnte. Insbesondere die Rolle der Intellektuellen nimmt er dabei in den Blick. Furet, der bis zum Ungarn-Aufstand 1956 selbst Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs war, hält die Französische Revolution für das Paradigma der Moderne, deren Wiedergeburt viele Intellektuelle im Kommunismus gesehen haben. Den „Antifaschismus“ betrachtet er als einen kommunistischen Mythos, den Stalin ebenso instrumentalisiert habe wie die Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Deutschland. Furet vergleicht Kommunismus und Faschismus, um die Anziehung der kommunistischen Idee zu erklären. Bei vielen Unterschieden sei beiden Ideologien die Vorstellung von Kollektivität gemeinsam gewesen, Stalin habe das Bürgertum bekämpft und Hitler die Juden ausrotten wollen.

Cover von GEO Epoche Nr. 83

Magazin

GEO Epoche: Die Russische Revolution

GEO Epoche

Die 83. Ausgabe von “GEO Epoche: Das Magazin für Geschichte” beschäftigt sich mit der Russischen Revolution. Die Autoren liefern eine umfassende und vielseitige Darstellung der politischen Umwälzungen Russlands. Das Magazin stellt die Revolution nicht als isoliertes Ereignis, sondern als Konsequenz und Ausgangspunkt der sie zeitlich umgebenden Ereignisse dar. So beginnt die Ausgabe mit Artikeln zu den ersten aufständischen Momenten 1905, zu gescheiterten Reformversuchen der Monarchie und zur Haltung der russischen Bevölkerung zum Ersten Weltkrieg. Es folgen Artikel zur Februarrevolution, der Machtergreifung der Bolschewiki sowie zum durch sie ausgelösten Bürgerkrieg 1917-1922. Dabei beschränkt sich das Magazin nicht auf die innenpolitischen Aspekte Russlands, sondern präsentiert den Lesenden immer auch eine internationale Perspektive; zum Beispiel mit den Beiträgen zum Kriegsende mit Deutschland oder zur Beziehung mit Polen. Nach einem Artikel zum Kronstädter Matrosenaufstand 1921 endet das Magazin schließlich mit der Darstellung der Gründung der Sowjetunion - und den schon kurz darauf folgenden Kämpfen um Lenins Nachfolge. 

Buchcover „To See Paris and Die. The Soviet Lives of Western Culture“, Harvard University Press

Fachbuch

To See Paris and Die. The Soviet Lives of Western Culture

Eleonory Gilburd

Die Autorin Eleonory Gilburd beschäftigt sich in ihrem Werk To See Paris and Die. The Soviet Lives of Western Culture mit der Öffnung der ehemaligen Sowjetunion gegenüber westlichen Künsten, Musik und Literatur in den 1950er- und 1960er-Jahren. Die Sowjetunion war bis zu dem Tod des kommunistischen Diktators Josef Stalin eine notorisch geschlossene Gesellschaft. Unter Stalins repressiver Herrschaft gab es kaum Zugang für die sowjetische Gesellschaft zu ausländischer Literatur und Kunst. In Folge von Stalins Tod begann die Öffnung der Sowjetunion für die westliche Kultur. Gilburd zeichnet in ihrem Werk nach, wie Mitte der 1950er-Jahre die Öffnung der UdSSR gegenüber dem Westen begann und eine Flut von westlichen Literaturwerken, Kunstwerken und Filmen in die Sowjetunion gelangte. Die Autorin analysiert die Rezeption von diesen westlichen Filmen, Büchern und anderen kulturellen Gütern durch die Einwohner in der Sowjetunion. Die Protagonisten des Werkes sind Studenten, die durch die Öffnung eine breitere und vielfältigere Welt entdeckten und Kleinstadteinwohner, die von fernen Orten träumten. Gilburd zeigt, wie westliche Texte von den Bürgern in der Sowjetunion interpretiert und abgewandelt wurden und liefert somit einen wichtigen Beitrag, die sowjetische Geschichte und die gesamte europäische Geschichte und Entwicklung besser verstehen zu können.

Buchcover Robert Conquest: Der Grosse Terror. Sowjetunion 1934 – 1938

Fachbuch

Der Große Terror 1934–1938

Robert Conquest

Der aus England stammende Historiker und Autor Robert Conquest (1917–2015) behandelt in seinem 1968 veröffentlichten ersten Hauptwerk die stalinistischen Säuberungen in der Sowjetunion der 1930er-Jahre. Die überarbeitete, 1992 auf Deutsch erschienene Ausgabe fasst den westlichen Wissensstand vor dem Ende Sowjetunion zusammen. Conquest erklärt die Hintergründe und Methoden der Massenverbrechen unter Stalin, die 1934 mit der mysteriösen Ermordung des Parteisekretärs Kirow begannen. Seine Quellen sind offizielle sowjetische Veröffentlichungen aus den 1930er-Jahren und der Chruschtschow-Zeit sowie Berichte von Emigranten und Dissidenten. Den linken Intellektuellen im Westen wirft Conquest vor, Stalin nicht kritisiert und den Terror damit unterstützt zu haben.

Screenshot von Startseite des Onlinedossiers auf dekoder.org: http://www.dekoder.org/de/dossier/19172017-100-jahre-revolution

Onlinedossier

1917/2017 – 100 Jahre Revolution

dekoder [Russland entschlüsseln]

dekoder [Russland entschlüsseln] macht ausgewählte Recherchen, Reportagen und Projekte aus russischsprachigen Medien ins Deutsche übersetzt einem breiten Publikum zugänglich. Ebenso kommentieren deutschsprachige Wissenschaftler und Journalisten auf der Plattform die russische (Zeit)Geschichte. Aus Anlass des 100. Jahrestags der Russischen Revolution präsentiert dekoder.org das Dossier „1917/2017 – 100 Jahre Revolution“. Das multimediale Dossier versammelt über 20 Beiträge rund um das Geschehen im Jahre 1917 im damaligen Russland. Neben Audio- und Videopodcasts finden sich auch Beiträge zu Musik, Kino und Kunst des Revolutionsjahres. Umfangreiche Reportagen zu den Ereignissen in Russland, Informationen zur Kultur- Sozial- und Politikgeschichte des Jahres 1917 sowie ausgewählte, digitalisierte und kommentierte Quellen werden den Lesenden anschaulich und innovativ präsentiert. In einem Beitrag des Historikers Frithjof Benjamin Schenk kann man beispielsweise auf einer interaktiven Karte den Weg Lenins aus dem schweizer Exil nach Russland nachverfolgen. Das Autorenteam des Dossiers setzt sich aus renommierten Wissenschaftlern und Journalisten zusammen. Es lassen sich folgende Beiträge in dem Dossier finden: Maxim Gorki: Hier stirbt die Demokratie!Leonid A. Klimov: Alte und neue ZeitrechnungSandra Birzer: Sprache und RevolutionPodcast #1: Hundert Jahre RevolutionMiriam Leimer, geb. Häßler: Kunst und Revolution Debattenschau Nr. 59: Schweigen über 100 Jahre Revolution vom 08.11.2017 Revolutionäre Grüße aus dem Jahr 1917. Ansichtskarten aus dem RevolutionsjahrSergej Schelin: Oktoberrevolution: Erbe ohne ErbenVideo #10: Petrograder Winterpalast unter Beschuss!Kino #10: OktoberRobert Kindler: Das Revolutionsjahr an der PeripherieBenno Ennker: Lenin in der russischen RevolutionRobert Kindler: Russland im Ersten WeltkriegArzamas: Musyka: Soundtrack der RevolutionFrithjof Benjamin Schenk: Lenins Fahrt in die RevolutionCarmen Scheide: Frauen und die RevolutionOlga Filina: FAQ zum Revolutionsgedenken 1917Alexey Pavperov: „Geknallt hätte es sowieso“ – Teil I Alexey Pavperov: „Geknallt hätte es sowieso“ – Teil IIMatthias Stadelmann: Nikolaus II.Frithjof Benjamin Schenk: Die FebruarrevolutionHistorische Presseschau: Oktober 1917Robert Kindler: Oktoberrevolution 1917

Screenshot von Zeitschriftencover: Wärmebild. Sondierungen im Osten Europas, in: Osteuropa Jg. 67 (2017) Heft 9-10, Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag 2017.

Zeitschrift

Wärmebild. Sondierungen im Osten Europas

Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e. V. (DGO) (Hrsg.)

In der Doppelausgabe der Zeitschrift Osteuropa mit dem Titel Wärmebild. Sondierungen im Osten Europas geht es um gesellschaftliche und politische Aus- und Verhandlungsprozesse im sowjetischen und postsowjetischen Osten Europas. Der Band versammelt 15 Aufsätze in drei Überkapiteln. Den Schwerpunkt mit sechs Einträgen bildet der erste Abschnitt "Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Sicherheit", in dem vor allem auf aktuelle politische Entwicklungen in Russland und dem östlichen Europa eingegangen wird. Direkt mit der Kommunismusgeschichte beschäftigen sich die Beiträge des Kapitels zur "Völkergeschichte". Die Aufsätze von Egbert Jahn, Robert Kindler und Uwe Halbach diskutieren Idee und Realität der kommunistischen Internationale, die Integration von Russlanddeutschen in die sowjetische Gesellschaft und das Verhältnis von Russland und dem Kaukasus. Abschließend finden sich Aufsätze die das Verhältnis von Staat, Politik und Religion im östlichen Europa anhand ausgewählter Beispiele in den Blick nehmen.

Cover: Landesbeauftragte M-V für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes (Hrsg.): "Ein Gespenst geht um in Europa..." Der Kommunismus im 20. Jahrhundert, Schwerin 2018.

Sammelband

"Ein Gespenst geht um in Europa..." Der Kommunismus im 20. Jahrhundert

Die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (Hrsg.)

Anlässlich des 100. Jahrestages der russischen Oktoberrevolution veranstaltete die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR eine Fachtagung in Schwerin. Die Ergebnisse dieser Tagung liegen in Form eines Sammelbandes vor. Die acht verschriftlichten Beiträge der Tagung möchten den Kommunismus im 20. Jahrhundert wissenschaftlich neu denken. Die versammelten Aufsätze werfen nicht nur einen Blick auf die Ereignisse im Herbst 1917 in Russland, sondern fragen auch nach der Ideologie des Marxismus, der Rolle der Gewalt in sozialistischen Diktaturen und möchten eine globale Perspektive auf das Thema einnehmen, ebenso wie eine spezifisch mecklenburg-vorpommerische. So untersucht beispielsweise Nikita Petrov in seinem Beitrag den operativen Sektor des NKWD in Mecklenburg von 1945 bis 1952 oder Dominik Rigoll die historischen Ambivalenzen des Antikommunismus. Diese Beiträge bieten eine gute Ergänzung zu Vorträgen die sich eher auf der Makroebene mit dem Thema Kommunismus beschäftigen. So analysiert beispielsweise Jörg Ganzenmüller Formen politischer Gewalt im Stalinismus oder Dietrich Beyrau die Oktoberrevolution in Russland.

Costas Douzinas, Slavoj Žižek (Hrsg.): Die Idee des Kommunismus I

Fachbuch

Die Idee des Kommunismus I

Costas Douzinas, Slavoj Žižek (Hrsg.)

Der Sammelband basiert auf der gleichnamigen Konferenz, zu der der slowenische Philosoph und Kulturkritiker Slavoj Žižek linke und linksradikale Theoretiker im März 2009 nach London geladen hatte. Ziel war es, über die Idee des Kommunismus neu zu reflektieren und sie von den Verbrechen des 20. Jahrhunderts zu lösen, um gesellschaftliche Konzepte zu erarbeiten, die eine Alternative zum Kapitalismus darstellen können. Der Band soll wie die Tagung zu politischem Handeln anleiten. Er enthält u. a. Beiträge von Jacques Rancière, Gianni Vattimo, Judith Balso, Antonio Negri, Jean-Luc Nancy, Susan Buck Morss und Michael Hardt. Bei allen spielt die Frage, warum linke Politik oft scheiterte und dennoch bis heute attraktiv ist, eine besondere Rolle.

200 Jahre Karl Marx: Was wurde aus der kommunistischen Idee, Onlinedossier der Epoch Times Deutschland, Screenshot auf http://www.epochtimes.de/themen/kommunistische-idee-heute-und-gestern

Onlinedossier

200 Jahre Karl Marx: Was wurde aus der kommunistischen Idee

Epoch Times Deutschland

Die Epoch Times Deutschland präsentiert aus Anlass des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution den Themenschwerpunkt „200 Jahre Karl Marx: Was wurde aus der kommunistischen Idee“. Die Online-Zeitung zählt zur internationalen Epoch-Times-Gruppe, die mit der Herausgabe der chinesischsprachigen Zeitung Da Ji Yuan im Jahre 1999 in New York als Reaktion auf die Unterdrückung von Falun Gong und die damit verbundene Medienzensur in China von Falun Gong nahestehenden Aktivisten gegründet wurde, so Wikipedia. Der Themenschwerpunkt fasst neue und alte Artikel zusammen, darunter Beiträge zur Genese der kommunistischen Ideologie, zur Stasi sowie zum „Karl-Marx-Denkmal“, das China der Stadt Trier aus Anlass des 200. Geburtstages von Marx im Jahr 2018 geschenkt hat. Weitere Texte widmen sich u.a. der New York Times, der eine Idealisierung der kommunistischen Ideologie vorgeworfen wird, sowie der Analyse der US-amerikanischen Nachrichten- und Meinungswebseite Breitbart News, dass „Trumps Angriff auf die Globalisierung [den] Weltsozialismus beenden“ werde.

Buchcover Sheila Fitzpatrick: Stalins Mannschaft. Teamarbeit und Tyrannei im Kreml, Ferdinand Schöningh

Sachbuch

Stalins Mannschaft. Teamarbeit und Tyrannei im Kreml

Sheila Fitzpatrick

Die US-amerikanische Historikerin und Expertin für sowjetische Geschichte, Sheila Fitzpatrick, zeigt in ihrem Buch "Stalins Mannschaft", wie Stalin gemeinsam mit einer hinter ihm stehenden Gruppe von loyalen Anhängern seit Ende der 1920er-Jahre, die stalinistische Diktatur aufbaute und prägte. Sie widerlegt damit die These, dass die sowjetische Führung nur aus Statisten und Ergebenen eines unumstrittenen Diktators bestand. Fitzpatrick nimmt die Männer neben Stalin genau in den Blick: den Geheimdienstchef Lawrenti Beria, den Regierungschef und Außenminister Wjatscheslaw Molotow, den engen Vertrauten und Minister Grigori Ordshonikidse sowie den Chef der Parteikontrollkommission Andrej Andrejew. Dabei eröffnet sie einen neuen Blick auf das stalinistische System, in dem die Gefolgsleute Stalins, die sein soziales Umfeld ausmachten, diesen fürchteten und bewunderten, erheblich zu dem Klima der Paranoia und der Herrschaft des Terrors beitrugen.

Logo der Zeitschrift Arbeit – Bewegung – Geschichte, Cover von Schwerpunktheft: Judentum und Revolution Der Weltverband Poale Zion zwischen Zionismus und Kommunismus, in: Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien 2017/II.

Zeitschrift

Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien

Förderverein für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung e. V. (Hrsg.)

Der Förderverein für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung e. V. besteht bereits seit 1991 in Berlin und möchte die politische Bildung, wissenschaftliche Forschung und Publikationen zur Geschichte der Arbeiterbewegung und anderer sozialer Bewegungen fördern. Hierfür gab der Verein von 2002 bis 2015 das JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung heraus. 2016 kam es zu einem relaunch der Zeitschrift. Seitdem erscheint sie dreimal jährlich im Berliner Metropol Verlag unter dem Titel Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien. Die wissenschaftliche Zeitschrift widmet sich dem weiten Feld der Laborhistory. Die Geschichte der Arbeiterbewegung und anderer demokratischer Bewegungen stehen genauso wie Aspekte der Alltags- und Sozialgeschichte im Fokus der Beiträge. Die Redaktion arbeitet ehrenamtlich und hat ihren Sitz ebenfalls in Berlin. In der Zeitschrift publizieren Nachwuchswissenschaftler neben renommierten Experten und Expertinnen. Jedes Heft widmet sich einem Schwerpunkt.

Cover: Ben Fowkes: Aufstieg und Niedergang des Kommunismus in Osteuropa, in: Osteuropa-Studien Bd. 1, Mainz: Decaton-Verlag, 1. Aufl. 1994.

Fachbuch

Aufstieg und Niedergang des Kommunismus in Osteuropa

Ben Fowkes

Ben Fowkes untersucht vier Jahrzehnte kommunistischer Herrschaft in Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei, Bulgarien, Rumänien, Jugoslawien und der DDR. Er verweist auf die Erfolge dieser Staaten, etwa im Bereich der Bildung, des Lebensstandards und der Geschlechterverhältnisse, benennt aber auch die Unzulänglichkeiten vieler Reformen und Veränderungen. Weder der kommunistische Einparteienstaat noch der westliche Kapitalismus würden, so Fowkes, weitere Fortschritte dieser ost-mitteleuropäischen Länder sichern. Als Sozialist sieht er vielmehr in den Reformbewegungen, wie etwa der Solidarność, die Wegbereiter einer freiheitlichen sozialistischen Ordnung, die ihre gesellschaftspolitischen Vorstellungen allerdings nicht mehr unter Beweis stellen konnten.

Buchcover

Aufsatzsammlung

Endgames? Late Communism in Global Perspective: 1968 to the Present

Juliane Fürst, Silvio Pons, Mark Selden

“Endgames? Late Communism in global perspective 1968 to the present” ist das dritte Buch der dreiteiligen Reihe “The Cambridge History of Communism”. Die Beiträge beschäftigen sich mit dem Zeitraum der 1960er-Jahre bis heute, welcher vom Ende sozialistischer Regime in Osteuropa, dem Zerfall der Sowjetunion und dem Beginn einer neuen Weltordnung nach Ende des Kalten Krieges  geprägt ist. In den 1960er-Jahren wurden noch weite Teile der Welt von kommunistischen Regimen regiert; kommunistische Parteien spielten eine wichtige Rolle in der westlichen Welt. Heute, hundert Jahre nach der Oktoberrevolution, ist davon nur noch wenig übrig. International scheint der Kommunismus nur noch in Form von formal kommunistisch regierten Ländern wie Vietnam oder Kuba eine Rolle zu spielen. Nichtsdestotrotz hat die Hochphase des Kommunismus Spuren in (Geo)Politik, Gesellschaft und Kultur hinterlassen. Anspruch der Buchreihe ist es, die Geschichte des Kommunismus in den größeren Kontext der Geschichte des 20. Jahrhunderts einzuordnen. Das umfangreiche Referenzwerk versammelt zahlreiche Beiträge zur Geschichte des Kommunismus und stellt den immensen internationalen  Einfluss kommunistischer Ideen und Bewegungen auf die politischen und gesellschaftlichen Prozesse des 20. Jahrhunderts dar.

Cover der Gerbergasse 18 Ausgabe "Oktoberrevolution", Geschichtswerkstatt Jena e. V.

Zeitschrift

Oktoberrevolution

Geschichtswerkstatt Jena e.V. (Hrsg.)

Die zweite Ausgabe 2017 der Thüringer Vierteljahresschrift für Zeitgeschichte und Politik "Gerbergasse 18" thematisiert die Machtübernahme der Bolschewiki 1917 in Russland und besonders deren globale Auswirkungen. Die umfangreich illustrierte Zeitschrift fragt nach der Bedeutung der Oktoberrevolution für aktuelle Gedenktage und Jahrestage, die besonders zum Jahrestag 2017 vermehrt begangen werden. In fünf disparaten Beiträgen zum „Roten Oktober“ werden Ausschnitte und Teilaspekte des Komplexes betrachtet. Der Blick wird dabei auf die zeitgenössische Situation in Thüringen, die Besonderheiten in Estland, die Eindrücke reisender Schriftsteller, die Schlaglichter und Schatten der neuen Zeit sowie auf einen neuen Dokumentarfilm zum Mythos Oktoberrevolution gerichtet. Die "Gerbergasse 18" wird von der Geschichtswerkstatt Jena e. V. in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegeben und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

Buchcover von Mathias Greffrath (Hrsg.), RE: Das Kapital. Politische Ökonomie im 21. Jahrhundert, München: Verlag Antje Kunstmann 2017.

Sammelband

RE: Das Kapital. Politische Ökonomie im 21. Jahrhundert

Mathias Greffrath (Hrsg.)

Anlässlich des 150. Jahrestages der Veröffentlichung von Karl Marx Werk "Das Kapital" im Jahr 2017 versammelt der Herausgeber Mathias Greffrath in der Essaysammlung bedeutende Persönlichkeiten aus Philosophie, Ökonomie, Politik und Wissenschaft. Sie alle Fragen nach der aktuellen Bedeutung der marxistischen Theorie. Die marxschen Kategorien, das Verhältnis von Gewalt und Kapitalismus, der Entfremdungsbegriff, die Frage nach dem Niedergang des Kapitalismus, Kooperation als Kapitalismusalternative, die Aktualität marxscher Krisenanalysen, Bewegungsformen des Kapitals und andere grundlegende Fragen zur aktuellen Debatte der marxistischenh Theorie werden in den Beiträgen diskutiert. Sie alle möchten dazu anregen sich kritisch mit dem marxschen Werk auseinanderzusetzen. Die Beiträge des Sammelbandes sind zum Teil als Sendungen der gleichnamigen Reihe auf Deutschlandradio Kultur ausgestrahlt worden.