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Buchcover Sheila Fitzpatrick: Stalins Mannschaft. Teamarbeit und Tyrannei im Kreml, Ferdinand Schöningh

Sachbuch

Stalins Mannschaft. Teamarbeit und Tyrannei im Kreml

Sheila Fitzpatrick

Die US-amerikanische Historikerin und Expertin für sowjetische Geschichte, Sheila Fitzpatrick, zeigt in ihrem Buch "Stalins Mannschaft", wie Stalin gemeinsam mit einer hinter ihm stehenden Gruppe von loyalen Anhängern seit Ende der 1920er-Jahre, die stalinistische Diktatur aufbaute und prägte. Sie widerlegt damit die These, dass die sowjetische Führung nur aus Statisten und Ergebenen eines unumstrittenen Diktators bestand. Fitzpatrick nimmt die Männer neben Stalin genau in den Blick: den Geheimdienstchef Lawrenti Beria, den Regierungschef und Außenminister Wjatscheslaw Molotow, den engen Vertrauten und Minister Grigori Ordshonikidse sowie den Chef der Parteikontrollkommission Andrej Andrejew. Dabei eröffnet sie einen neuen Blick auf das stalinistische System, in dem die Gefolgsleute Stalins, die sein soziales Umfeld ausmachten, diesen fürchteten und bewunderten, erheblich zu dem Klima der Paranoia und der Herrschaft des Terrors beitrugen.

Buchcover Ossip Kurt Flechtheim: Bolschewismus 1917 – 1967. Von der Weltrevolution zum Sowjetimperium

Fachbuch

Bolschewismus 1917–1967. Von der Weltrevolution zum Sowjetimperium

Ossip Kurt Flechtheim

Der Jurist, Politikwissenschaftler, Hochschullehrer und Autor Ossip Kurt Flechtheim (1909–1998) emigrierte 1939 in die USA und kehrte in den 1950er-Jahren nach Deutschland zurück, wo er bis zu seiner Emeritierung 1974 an der Freien Universität Berlin lehrte und forschte. In diesen Aufsätzen aus der Zeit zwischen 1936 und 1967 beschreibt er die Geschichte der Sowjetunion als eine permanente Revolution von oben, die immer wieder auch Gegenrevolutionen hervorbrachte. Diese Veränderungen hätten sich innerhalb derselben Ideologie (Marxismus-Leninismus) und derselben Institutionen (Kommunistische Partei und „Sowjetstaat“) vollzogen und die Kontinuität des Systems in den – von ihm aus gesehen – letzten 50 Jahren nicht in Frage gestellt. Der Wandel des Bolschewismus sei mit dem Verzicht auf die unmittelbare Verwirklichung der Weltrevolution und dem Wandel der sowjetischen Außenpolitik einhergegangen. Flechtheim untermauert seine Darstellung mit umfänglichem Material. Seine Analyse der Sowjetunion aus dem Jahr 1967 mit zahlreichen Tabellen soll Fortschritte (z.B. im Bildungswesen) belegen.

Cover: Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat Nr. 42, ZdF 42/2018, Berlin: Dreilinden Verlag 2018.

Zeitschrift

Umsturz und Staatsgewalt

Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin (Hrsg.)

Der 42. Zeitschriftenband des Forschungsverbundes SED-Staat widmet sich dem Thema „Umsturz und Staatsgewalt“. In sechs Aufsätzen von renommierten Historikern nähert sich die Zeitschrift ihrem Gegenstand aus unterschiedlichsten Perspektiven. Peter Erler gibt einen Überblick über die KPD-Führung und deutsche Emigranten während den stalinistischen Säuberungen in der Sowjetunion der 1930er-Jahre. Viktor Krieger fragt nach ökonomischen, gesellschaftlichen und sozialen Verbesserungen deutscher Siedler durch den Umsturz im Oktober 1917 in Russland. Wilhelm Schmidt porträtiert den Althistoriker Peter Musiolek, der vor seiner wissenschaftlichen Laufbahn in sowjetischen Straflagern gefangen war. Enrico Seewald untersucht die Auswirkungen von Geheimdienstmorden auf diplomatische Beziehungen im Kalten Krieg. Stefan Appelius möchte anhand eines Wohnbezirks die Beziehung zwischen MfS und SED in lokalen Parteistrukturen herausarbeiten. Jochen Staadt untersucht die Rolle von Geheimdiensten bei den Protesten der 1968er-Jahre. Die Zeitschrift schließt mit Beiträgen und Mitteilungen aus der Arbeit des Verbundes und einem Rezensionsteil.

Fachbuch

Die Geschichte der IV. Internationale

Pierre Frank

Pierre Frank (1905–1984), ein französischer Trotzkist, war zwischen 1948 und 1979 Mitglied im Sekretariat der IV. Internationale, deren Geschichte er in seinem Buch darstellt. Frank befasst sich eingehend mit den internationalen Konferenzen und Weltkongressen, die zwischen 1938 und 1974 stattgefunden haben, beschreibt sowohl die ideologische als auch die institutionelle Entwicklung der Internationale und erklärt die Ziele und Motive zeitgenössischer trotzkistischer Gruppen. Seiner Ansicht nach geht die IV. Internationale direkt auf die bolschewistische Partei der Sowjetunion zurück und sei damit die Erbin der Russischen Revolution. Ab 1948 bekam die Internationale nach einer Zeit der Stagnation wieder neuen Zulauf. Als Wendepunkt in der Geschichte der IV. Internationale sieht Frank jedoch das Jahr 1968, als mehrere Tausend Schüler und Studenten in die trotzkistischen Gruppen kamen, die alten Strukturen zu erneuern versuchten und damit die politische Kraft der Internationale stärkten.

Buchcover

Aufsatzsammlung

Endgames? Late Communism in Global Perspective: 1968 to the Present

Juliane Fürst, Silvio Pons, Mark Selden

“Endgames? Late Communism in global perspective 1968 to the present” ist das dritte Buch der dreiteiligen Reihe “The Cambridge History of Communism”. Die Beiträge beschäftigen sich mit dem Zeitraum der 1960er-Jahre bis heute, welcher vom Ende sozialistischer Regime in Osteuropa, dem Zerfall der Sowjetunion und dem Beginn einer neuen Weltordnung nach Ende des Kalten Krieges  geprägt ist. In den 1960er-Jahren wurden noch weite Teile der Welt von kommunistischen Regimen regiert; kommunistische Parteien spielten eine wichtige Rolle in der westlichen Welt. Heute, hundert Jahre nach der Oktoberrevolution, ist davon nur noch wenig übrig. International scheint der Kommunismus nur noch in Form von formal kommunistisch regierten Ländern wie Vietnam oder Kuba eine Rolle zu spielen. Nichtsdestotrotz hat die Hochphase des Kommunismus Spuren in (Geo)Politik, Gesellschaft und Kultur hinterlassen. Anspruch der Buchreihe ist es, die Geschichte des Kommunismus in den größeren Kontext der Geschichte des 20. Jahrhunderts einzuordnen. Das umfangreiche Referenzwerk versammelt zahlreiche Beiträge zur Geschichte des Kommunismus und stellt den immensen internationalen  Einfluss kommunistischer Ideen und Bewegungen auf die politischen und gesellschaftlichen Prozesse des 20. Jahrhunderts dar.

Cover von GEO Epoche Nr. 83

Magazin

GEO Epoche: Die Russische Revolution

GEO Epoche

Die 83. Ausgabe von “GEO Epoche: Das Magazin für Geschichte” beschäftigt sich mit der Russischen Revolution. Die Autoren liefern eine umfassende und vielseitige Darstellung der politischen Umwälzungen Russlands. Das Magazin stellt die Revolution nicht als isoliertes Ereignis, sondern als Konsequenz und Ausgangspunkt der sie zeitlich umgebenden Ereignisse dar. So beginnt die Ausgabe mit Artikeln zu den ersten aufständischen Momenten 1905, zu gescheiterten Reformversuchen der Monarchie und zur Haltung der russischen Bevölkerung zum Ersten Weltkrieg. Es folgen Artikel zur Februarrevolution, der Machtergreifung der Bolschewiki sowie zum durch sie ausgelösten Bürgerkrieg 1917-1922. Dabei beschränkt sich das Magazin nicht auf die innenpolitischen Aspekte Russlands, sondern präsentiert den Lesenden immer auch eine internationale Perspektive; zum Beispiel mit den Beiträgen zum Kriegsende mit Deutschland oder zur Beziehung mit Polen. Nach einem Artikel zum Kronstädter Matrosenaufstand 1921 endet das Magazin schließlich mit der Darstellung der Gründung der Sowjetunion - und den schon kurz darauf folgenden Kämpfen um Lenins Nachfolge. 

Buchcover: Hannes Giessler Furlan: Verein freier Menschen? Idee und Realität kommunistischer Ökonomie, Springe: zu Klampen Verlag 2018.

Fachbuch

Verein freier Menschen? Idee und Realität kommunistischer Ökonomie

Hannes Gießler Furlan

In „Verein freier Menschen? Idee und Realität kommunistischer Ökonomie“ sucht Autor Hannes Gießler Furlan nach den Ursachen, die die Ideen des Kommunismus in den zahlreichen Versuchen seiner praktischen Umsetzung zu totalitären Systemen verkommen ließen. Gießler verortet diese Ursachen in den ökonomischen Grundannahmen des Kommunismu, die nach einer Reorganisation der Produktionsverhältnisse verlangen. Der Kernbegriff, auf den Gießler seine Analyse stützt, ist der der Akkumulation. Während kapitalistische Gesellschaften nach einer Akkumulation des Kapitals verlangen, habe die Schaffung einer kommunistischen Gesellschaft eine sozialistische Akkumulation verlangt. Die hierfür notwendige Umstrukturierung der Produktionsverhältnisse wurde in der agrargesellschaftlichen Sowjetunion unter anderem durch die Enteignung von Bauern umgesetzt. Gießler stellt dar, wie die dominante Idee des Kommunismus – die Veränderung der Produktionsverhältnisse – als eine der Ursachen für sein Abdriften in totalitäre Herrschaftssysteme verstanden werden kann.

Cover des Buches "Peasants in Russia from Serfdom to Stalin", Bloomsbury

Analyse

Peasants in Russia from Serfdom to Stalin. Accommodation, Survival, Resistance

Boris Gorhshkov

Boris Gorhshkovs Buch "Peasants in Russia from Serfdom to Stalin: Accommodation, Survival, Resistance" widmet sich der Geschichte der russischen Bauern. Die Bevölkerungsschicht der Bauern macht im untersuchten Zeitraum – vom Zarenreich bis hin zu Stalins Herrschaft - die große Mehrheit der russischen Bevölkerung aus. Der Autor zeichnet ein umfassendes Bild vom Leben und Handeln russischer Bauern in diesen Epochen und untersucht Auswirkungen bis ins post-sowjetische Russland. Gorshkow analysiert die komplexen Beziehungen von Bauern zu ihrer physischer Umgebung, bäuerlicher Ökonomie, sozialen Praktiken, Kultur, staatlicher Politik und Machtverhältnissen. Das Buch richtet sich auch an Studentinnen und Studenten, die einen Einstieg in das Thema suchen und ist an vielen Stellen um zusätzliche Verständnisfragen, Leselisten und Karten ergänzt. Das Buch ist in 13 Kapitel gegliedert: Life under Russian Serfdom; Peasant Agriculture, Peasants, Childhood and Gender Roles; The Field and the Loom: Peasant Economy; Peasants and Russia's Early Industrialization; The Peasant and the Formation of Industrial Labor Forces; Social Mobility of the Peasantry; Peasants and the Public Sphere; Peasants and the End of Serfdom; Post-Emancipation Peasant Economy and Society; Peasants and the Russian Revolution; Realpolitik: From the Red Terror tot he New Economic Policy; Peasant Life during Collectivization. 

Buchcover

Fachbuch

The Proletarian Dream. Socialism, Culture, and Emotion in Germany, 1863-1933

Sabine Hake

In  „The Proletarian Dream. Socialism, Culture, and Emotion in Germany, 1863-1933“ widmet sich die Kulturwissenschaftlerin Sabine Hake einem der zentralen Begriffe sozialistischer Theorie – dem des Proletariats. Bereits im Klappentext wird klar, dass die Autorin das Proletariat nicht als reale soziale Einheit betrachtet, sondern dass sie es als Phänomen des kulturellen gesellschaftlichen Gedächtnisses versteht: „The proletariat never existed – but it had a profound effect on modern German culture and society.“(dt: Das Proletariat hat niemals existiert – aber es hatte gravierenden Einfluss auf die moderne deutsche Kultur und Gesellschaft). Die Autorin zeichnet anhand der Analyse unterschiedlicher kultureller Diskurse und Praktiken – unter anderem an Reden, Zeitschriften, Romanen, Filmen und Theaterstücken – nach, wie das Konzept des „Proletariats“ Eingang in das kulturelle Gedächtnis fand. Dabei beleuchtet sie Aspekte, die das gängige Bild des „Proletariats“ als feststehende Einheit in Frage stellen – wie zum Beispiel, ob die Arbeiterbewegung in Deutschland tatsächlich ein einheitlicher von links geführter Kampf gegen Adel und Bürgertum war. Im Jahr von Karl Marx‘ 200. Geburtstag stellt sich mit neuer Aktualität die Fage, in welchen Formen zentrale Begriffe des Sozialismus‘ Eingang in das kulturelle Gedächtnis der deutschen Gesellschaft gefunden haben.

Webseite marx200.org

Online-Plattform

Marx200

Helle Panke; Rosa-Luxemburg-Stiftung (Hrsg.)

Im Herbst 2017 jährt sich die Veröffentlichung von Karl Marx "Das Kapital" zum 150 mal und 2018 das Erscheinen des "Kommunistischen Manifestes" zum 170 mal. Desweiteren steht 2018 der 200. Geburtstag von Karl Marx bevor. Neben diesen marxspezifischen Jahrestagen finden 2017 und 2018 auch die Centennials der Revolutionen in Deutschland und Russland und 2018 das 50-jährige der 68er-Bewegung, statt. Diese Anlässe möchte die Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Helle Panke e. V. nutzen, um mit dem Multimediaprojekt marx200 die Jahrestage zu begleiten und nach der Aktualität marxistischer Theorie zu Fragen. Auf der Seite werden Quellen, Bilder, Texte, Videos und Audios präsentiert, auf aktuelle Veranstaltungen hingewiesen und neue Publikationen sowie die Arbeit der Rosa-Luxemburg Stiftung zu diesen Themen vorgestellt. Über den Twitteraccount der Webseite werden "live" Lebensdaten aus Marx Biografie getwittert.

Buchcover Gerhard Hirscher, Marc Lazar, Patrick Moreau (Hrsg.): Der Kommunismus in Westeuropa. Niedergang oder Mutation?

Fachbuch

Der Kommunismus in Westeuropa. Niedergang oder Mutation?

Gerhard Hirscher, Marc Lazar, Patrick Moreau (Hrsg.)

Der Band ist das Ergebnis einer Tagung, die u.a. von der Akademie für Politik und Zeitgeschichte der Hanns-Seidel-Stiftung im Herbst 1996 veranstaltet wurde. Die Autoren untersuchen die Geschichte verschiedener kommunistischer und postkommunistischer Parteien in Westeuropa, wobei sie darauf hinweisen, dass nach dem Zusammenbruch des Staatssozialismus kommunistische Ideen und Organisationsformen nicht vollständig verschwunden sind. Die Kapitel sind nach Ländern oder Regionen Europas gegliedert: Mittelmeerraum, Nordeuropa, den Benelux-Staaten und den Niederlanden sowie Großbritannien und Irland. Zum Schluss werden transnationale Fragen und die Gefahr einer „internationalistischen“ Kooperation der Linken für die Gegenwart Europas erörtert.

Logo des Cultures of history Forums

Online-Plattform

Cultures of History Forum

Imre Kertesz Kolleg

Das Online-Journal Cultures of History Forum des Imre Kertesz Kollegs der Friedrich-Schiller-Universität Jena beschäftigt sich damit, wie sich die ehemaligen sozialistischen Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas mit ihrer Geschichte öffentlich auseinandersetzen. Das Online-Journal analysiert, wie diese Staaten ihre Vergangenheit aufarbeiten, wobei der Fokus besonders auf den öffentlichen Debatten und der Art und Weise, wie Geschichte in den dortigen Museen ausgestellt und behandelt wird, liegt. Die Webseite zeichnet nach, wie sich die Museen in Ostmittel- und Südosteuropa in den vergangenen 25 Jahren an neue Bedingungen und gewandelte Herausforderungen anpassen mussten. Innerhalb der Gesellschaften entstanden durch polarisierende Debatten über die Erfahrungen mit der kommunistischen Diktatur neue Erwartungen an die historische Aufarbeitung der Museen. Das Forum beleuchtet kontrastierende historische Interpretationen, lokale Debatten und politische Reden. Zusätzlich liefert das Forum Hintergrundinformationen zu den unterschiedlichen Geschichtskulturen der Staaten. Alle Artikel sind über eine themenbezogene Suchfunktion zugänglich.

Cover des Buches "Stalinism. New Directions", Routledge

Analyse

Stalinism. New Directions

Sheila Fitzpatrick (Hrsg.)

Die Aufsatzsammlung „Stalinism. New Directions“, herausgegeben von der australischen Historikerin Sheila Fitzpatrick, versammelt neue und innovative Sichtweisen auf die Epoche des Stalinismus. Der Band beinhaltet vornehmlich Beiträge von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sowie einige Artikel, die deren Forschung maßgeblich prägten. Die Sammlung widmet sich dabei nicht ausschließlich Themen der Hochpolitik, sondern so vielseitigen Aspekten wie Klasse, Identität, Konsumkultur und Agency. Besonders die Themen des Stalinistischen Terrors sowie Stalins Nationalitätenpolitik werden anhand neuer archivarischer Funde neu beleuchtet. Das Buch besteht aus fünf Teilen: Social identities; Private and public practices; Consumption and civilization; Varieties of terror; Nationality as a status. Vorangestellt ist ein Vorwort der Herausgeberin, in der sie die Debatte nachzeichnet, die sich um die Frage herum abspielte, ob eine Geschichte totalitärer Staaten unter Einbezug staatlicher Quellen sinnvoll sein kann, oder ob eine möglichst unverfälschte Analyse nur unter Auslassung dieser gelingen kann. Sheila Fitzpatrick, 1941 in Melbourne geboren, lehrte sowjetische Geschichte an der Universität von Chicago. Zur Zeit ist sie Professorin für moderne russische Geschichte an der University of Sydney.

Cover des Schwerpunkthefts "Judentum und Revolution"

Zeitschrift

Judentum und Revolution. Der Weltverband Poale Zion zwischen Zionismus und Kommunismus

Förderverein für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung e. V. (Hrsg.)

Im Schwerpunktheft „Judentum und Revolution: Der Weltverband Poale Zion zwischen Zionismus und Kommunismus“ der Zeitschrift „Arbeit – Bewegung – Geschichte“ wird das Jahr 2017 als Jubliäumsjahr zum Anlass genommen, sich nicht nur mit der Oktoberrevolution, sondern auch mit der Balfour-Deklaration zu beschäftigen. Der britische Außenminister Lord Arthur James Balfour versprach in dieser Deklaration vom 2. November 1917, dem jüdischen Volk eine „nationale Heimstätte“ in Palästina einzurichten. Da die jüdische Bevölkerung über kein eigenes Siedlungsgebiet verfügte, ihre Zugehörigkeiten zu Nation und Gemeinschaft umstritten war und Repressionen und Diskriminierungen erleiden musste, wurde seit der Jahrhundertwende die Gründung eines jüdischen Staates in Palästina propagiert. Das Schwerpunktheft beschäftigt sich mit diesen zionistischen Bewegungen, insbesondere mit dem sozialistisch-zionistischen Verband „Poale Zion“ und seiner globalen Entwicklung bis zu seiner Spaltung 1920. Das Heft enthält ebenso zahlreiche weitere Beiträge zur Arbeiterbewegung und Buchbesprechungen.

Cover des Buches "1919: Ein Kontinent erfindet sich neu", Reclam

Fachbuch

1919: Ein Kontinent erfindet sich neu

Birte Förster

In ihrem Buch „1919: Ein Kontinent erfindet sich neu“ widmet sich die Historikerin Birte Förster den zahlreichen Neuanfängen, die Europa nach Ende des Ersten Weltkrieges prägen. Mit Ende des Krieges wird eine Aufbruchsphase eingeleitet, in der alles möglich erscheint: Staaten, Organisationen und Parteien werden neu gegründet, es wird über demokratische Werte und Gleichberechtigung der Geschlechter debattiert.  Die Ideen der Russischen Revolution verbreiten sich rasant, Lenin gründet in Moskau die Dritte Kommunistische Internationale, und auch die Novemberrevolution in Deutschland ist stark von den Ideen der Russischen Revolution zwei Jahre zuvor geprägt. Neben der Politik vollziehen sich auch in anderen Bereichen wie Wissenschaft, Kunst und Kultur wegweisenden Entwicklungen. Die Autorin zeichnet ein umfassendes Bild der Epoche und lässt dabei auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wie Harry Graf Kessler, Virginia Woolf, Viktor Klemperer, Käthe Kollwitz und Franz Kafka zu Wort kommen. Birte Förster, geb. 1973, ist Historikerin und lehrt an der Technischen Universität Darmstadt sowie an der Universität Bremen; sie schreibt u. a. für die FAZ.

Cover des Buches "Vergesse", dtv

Fachbuch

Vergessen. Stalins Gulag in Putins Russland

Misha Friedman und Masha Gessen

Vergessen ist ein Text- und Bildband von Masha Gessen (Text) und Misha Friedmann (Fotografie). Gessen und Friedmann dokumentieren die Orte früherer Straf- und Arbeitslager in Russland und gehen dabei der Frage nach, welche Rolle die Aufarbeitung dieses Kapitels russischer Geschichte im heutigen Russland spielt. Der Titel des Buches gibt die Antwort bereits vorweg – erschreckend klein, so Gessen, sei der Platz, den Erinnerung und Aufarbeitung des Lagersystems einnehmen dürfen. Das kollektive Erinnern an die Millionen von Menschen, die in Lagern ihr Leben ließen, sei einem kollektiven Vergessen gewichen. "Vergessen" dokumentiert die vereinzelten Versuche, Erinnerung zu schaffen – und leistet so selbst einen Beitrag gegen das Vergessen. Misha Friedman, 1977 in Moldavien geboren, studierte an der London School of Economics Wirtschaftswissenschaften und Politik. Er hat im Finanzwesen gearbeitet und später im humanitären Bereich. In dieser Zeit hat er sich das Fotografieren beigebracht. Für seine Fotos wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Heute lebt er in New York. Masha Gessen wurde 1967 in Russland geboren und emigrierte 1981 in die USA, wo sie als Journalistin und Zeitschriftenredakteurin arbeitete. 1994 kehrte sie nach Russland zurück. Dort arbeitet sie als Kolumnistin und Autorin für verschiedene Zeitschriften.

Cover des Buches "Mosaiki", Lukas-Verlag

Sammelband

Mosaiki

Aram Galstyan, Katja Koch

Der Sammelband Mosaiki von Aram Galstyan und Katja Koch widmet sich der Kunstform des Mosaik im (post)sowjetischen Raum. Öffentliche Bildkunst in der Sowjetunion diente der Kommunikation von Werten und Utopien. Das Mosaik war eine häufig gewählte Kunstform, die in der Sowjetunion – in westlichen Staaten weitgehend unbemerkt – zur Perfektion geführt wurde. Nach Ende der Sowjetunion ist nicht nur die Utopie, die die Mosaike einst bewarben, Vergangenheit – auch die Mosaike selbst sind zunehmen im Verfall inbegriffen. Der deutsch-englische Sammelband von Aram Galystan und Katja Koch erlaubt es, in sieben Kapiteln einen Blick auf ein zunehmend schwindendes Sammelsurium an sowjetischer Kunst zu werfen:  Arbeit, Bildung, Bushaltestellen, Kultur, Freizeit und Erholung, Öffentlicher Raum und öffentliche Gebäude, Wohnen. Aram Galstyan, 1977 in Jerewan in Armenien geboren,  studierte dort Kunst und Pädagogik und war Dozent für Malerei und Grafik an der Fachhochschule für Schöne Künste. Seit 2009 lehrt er an der Kunst.Schule.Rostock. Nebenher ist er als freischaffender Künstler und Übersetzer tätig. Katja Koch wurde 1970 in Thüringen geboren. Sie ist an der Universität Rostock als Dozentin für Sonderpädagogik tätig. Sowohl beruflich als auch privat bereist sie seit vielen Jahren die postsowjetischen Ländern und den postsozialistischen Raum.

Cover der Gerbergasse 18 Ausgabe "Oktoberrevolution", Geschichtswerkstatt Jena e. V.

Zeitschrift

Oktoberrevolution

Geschichtswerkstatt Jena e.V. (Hrsg.)

Die zweite Ausgabe 2017 der Thüringer Vierteljahresschrift für Zeitgeschichte und Politik "Gerbergasse 18" thematisiert die Machtübernahme der Bolschewiki 1917 in Russland und besonders deren globale Auswirkungen. Die umfangreich illustrierte Zeitschrift fragt nach der Bedeutung der Oktoberrevolution für aktuelle Gedenktage und Jahrestage, die besonders zum Jahrestag 2017 vermehrt begangen werden. In fünf disparaten Beiträgen zum „Roten Oktober“ werden Ausschnitte und Teilaspekte des Komplexes betrachtet. Der Blick wird dabei auf die zeitgenössische Situation in Thüringen, die Besonderheiten in Estland, die Eindrücke reisender Schriftsteller, die Schlaglichter und Schatten der neuen Zeit sowie auf einen neuen Dokumentarfilm zum Mythos Oktoberrevolution gerichtet. Die "Gerbergasse 18" wird von der Geschichtswerkstatt Jena e. V. in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegeben und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

Cover des Buches "Blaue Jungs mit roten Fahnen", Unrast Verlag

Fachbuch

Blaue Jungs mit roten Fahnen. Die Volksmarinedivision 1918/19

Klaus Gietinger

Blaue Jungs mit roten Fahnen ist ein Sachbuch des Sozialwissenschaftlers Klaus Gietinger. Darin widmet er sich der Volksmarinedivision (VMD). Bei dieser handelt es sich um eine bewaffnete Formation, die vor allem aus Matrosen bestand, die am Kieler Aufstand 1918 beteiligt waren: Matrosen der preußischen Marine weigerten sich, sich in einen weiteren sinnlosen Einsatz zu begeben, da der Krieg ohnehin nicht mehr zu gewinnen war. Dies markiert den Auftakt der deutschen Novemberrevolution von 1918/1919, an deren Ende die Abschaffung der Monarchie und die Gründung der Weimarer Republik stand. Während sich viele Publikationen zur Novemberrevolution auf die weitreichenden Konsequenzen des Aufstandes konzentrieren, fokussiert sich Gietinger auf die Matrosen selbst und deren Organisierung in der Volksmarinedivision. Die Geschichte der VMD gibt einen tiefen Einblick in die revolutionären Umbrüche des Winters 1918/1919: zunächst als eine Art Polizei in Berlin unterwegs, wurden ihre Mitglieder – obwohl in großen Teilen sozialdemokratisch orientiert – als linksradikal bezeichnet und schließlich im März 1919 von Freikorps zerschlagen. Klaus Gietingers quellenbasiertes Buch bietet Leserinnen und Lesern einen tiefen Einblick in ein wenig beleuchtetes Element der Novemberrevolution. Blaue Jungs mit roten Fahnen erschien im Februar 2019 im Unrast Verlag. Der Unrast Verlag wurde Anfang der 1990er-Jahre als Verlag für linke und antifschistischen Literatur gegründet. Sein Motto lautet "Bücher der Kritik". 

Buchcover von Mathias Greffrath (Hrsg.), RE: Das Kapital. Politische Ökonomie im 21. Jahrhundert, München: Verlag Antje Kunstmann 2017.

Sammelband

RE: Das Kapital. Politische Ökonomie im 21. Jahrhundert

Mathias Greffrath (Hrsg.)

Anlässlich des 150. Jahrestages der Veröffentlichung von Karl Marx Werk "Das Kapital" im Jahr 2017 versammelt der Herausgeber Mathias Greffrath in der Essaysammlung bedeutende Persönlichkeiten aus Philosophie, Ökonomie, Politik und Wissenschaft. Sie alle Fragen nach der aktuellen Bedeutung der marxistischen Theorie. Die marxschen Kategorien, das Verhältnis von Gewalt und Kapitalismus, der Entfremdungsbegriff, die Frage nach dem Niedergang des Kapitalismus, Kooperation als Kapitalismusalternative, die Aktualität marxscher Krisenanalysen, Bewegungsformen des Kapitals und andere grundlegende Fragen zur aktuellen Debatte der marxistischenh Theorie werden in den Beiträgen diskutiert. Sie alle möchten dazu anregen sich kritisch mit dem marxschen Werk auseinanderzusetzen. Die Beiträge des Sammelbandes sind zum Teil als Sendungen der gleichnamigen Reihe auf Deutschlandradio Kultur ausgestrahlt worden.

Screen Totalitarismus und Demokratie. Zeitschrift für internationale Diktatur- und Freiheitsforschung

Zeitschrift

Kommunistische Nachrichtendienste im westlichen Europa

Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung Dresden (Hrsg.)

Die Zeitschrift versammelt Forschungsergebnisse zu den Aktivitäten kommunistischer Geheimdienste in Westeuropa. Damit soll ein Aspekt beleuchtet werden, der in der Forschung bisher wenig beachtet wurde, nämlich die externe Dimension der geheimdienstlichen Aktivitäten kommunistischer Regime. Christoph Nehring widmet sich in einem Beitrag dem Einsatz von Informationen zur Diffamierung des Westens. Er kommt dabei zu dem Ergebnis, dass diese Propaganda kaum Erfolg hatte und nicht gegen die Anziehungskraft westlicher Gesellschaften ankamen. Die anderen Aufsätze beschäftigen sich mit den Aktivitäten der ostmitteleuropäischen Geheimdienste im Norden Europas, mit der Rolle der Agentenkinder in der Spionagetätigkeit der Eltern sowie mit der Auseinandersetzung um das Verhältnis des Stasiopfers Walter Linse zum NS-System. Im zweiten Teil der Zeitschrift sind Rezensionen zu aktuellen Publikationen aus der Demokratie- und Extremismusforschung zu lesen.

Buchcover „Botschafter der Revolution. Das transnationale Kommunikationsnetzwerk zwischen der Frente Sandinista de Liberación Nacional und bundesdeutscher Solidaritätsbewegung 1977–1990“, de Gruyter

Monographie | Fachbuch

Botschafter der Revolution. Das transnationale Kommunikationsnetzwerk zwischen der Frente Sandinista de Liberación Nacional und bundesdeutscher Solidaritätsbewegung 1977–1990

Christian Helm

Der Autor Christian Helm beschäftigt sich in seinem Werk Botschafter der Revolution. Das transnationale Kommunikationsnetzwerk zwischen der Frente Sandinista de Liberación Nacional und bundesdeutscher Solidaritätsbewegung 1977–1990 mit der Frente Sandinista de Liberación Nacional aus Nicaragua und in diesem Zusammenhang mit den deutsch-sandinistischen Kommunikationswegen in den 1970er- und 1980er-Jahren. Die Sandinistische Nationale Befreiungsfront wurde 1961 als linke Opposition und revolutionäre Bewegung in Ablehnung der Diktatur der Somoza-Dynastie gegründet. In Folge dessen wurde die Somoza Diktatur gestürzt und Nicaragua bis 1990 von der FSLN regiert. Der so genannte Sandinismus kritisiert die Politik von traditionellen kommunistischen Parteien und Regierungen und betont stattdessen das demokratische Element der Revolution in Nicaragua. Ab 1977 begann die FSLN ein interaktives Kommunikationsnetzwerk aufzubauen, um internationale Unterstützung zu erzielen. Mit Hilfe gezielt geknüpfter Netzwerke, starkem Informationstransfer und einer breiten Öffentlichkeitsarbeit gelang es der sandinistischen Bewegung eine starke internationale Solidarität mit Nicaragua zu gewinnen. Die Bewegung erfuhr in Folge dessen eine große Unterstützung aus dem linken Spektrum und aus christlichen Kreisen. Der Autor zeichnet nach, wie die Revolutionsbewegung ein transnationales Netzwerk knüpfte und die Öffentlichkeitsarbeit zu ihren Gunsten organisierte. Helm untersucht transnationale Netzwerke und die unterschiedlichen Formen der Solidarität mit der Revolutionsbewegung und stützt sich dabei auf detaillierte Archivrecherchen und Interviews. Der Autor nimmt besonders Bezug auf die westdeutschen Solidaritätsgruppen und der entstandenen Dritte-Welt-Solidarität in Westdeutschland. Dabei grenzt er sich bewusst vom bisher vorherrschenden eurozentristischen Ansatz der bisherigen Forschung in Bezug auf diese Thematik ab.

Cover: Ralf Höller: Das Wintermärchen. Schriftsteller erzählen die bayerische Revolution und die Münchner Räterepublik 1918/1919, Berlin: Edition Tiamat 2017.

Fachbuch

Das Wintermärchen. Schriftsteller erzählen die bayerische Revolution und die Münchner Räterepublik 1918/1919

Ralf Höller

In den Wirren des endenden Weltkrieges und der sich anbahnenden Novemberrevolution im Deutschen Reich, kommt es am 7. November in München zu Demonstrationen und der Gründung der Räterepublik München. Die soziale Bewegung besetzt öffentliche Einrichtungen, gründet eine Regierung und versucht Bayern mit kommunistischen Räten zu regieren. Das in der öffentlichen Wahrnehmung fast vergessene rätekommunistische Experiment in Bayern existiert nur 175 Tage. Es kommt zu Gewaltexzessen und einem Bürgerkrieg an dessen Ende die Räte niedergeschlagen werden. Ralf Höller interpretiert dieses Ereignisse in seiner quellengestützten Analyse aus der Perspektive der damals in München lebenden Schriftsteller. Zwischen euphorischer Begeisterung bis hin zur Übernahme von Regierungsämtern und der totalen Ablehnung der Revolution, stellt Höller verschiedene Protagonisten des geistigen Lebens in München dieser Zeit vor. Unter ihnen befinden sich so bedeutende Personen wie Rainer Maria Rilke, Thomas Mann, Ernst Toller, Gustav Landauer, Erich Mühsam oder Lion Feuchtwanger. Die von Höller entworfene Collage an zeitgenössischen Kommentaren zum Revolutionsgeschehen zeigt die Ambivalenzen dieses Umsturzversuches in Bayern auf.

Cover des Buches "Den Protest regieren", Klartext

Sammelband

Den Protest regieren. Staatliches Handeln, neue soziale Bewegungen und linke Organisationen in den 1970er und 1980er Jahren

Alexandra Jaeger, Julia Kleinschmidt und David Templin

Den Protest regieren. Staatliches Handeln, neue soziale Bewegungen und linke Organisationen in den 1970er und 1980er Jahren ist ein Sammelband von Alexandra Jaeger, Julia Kleinschmidt und David Templin. Er widmet sich denjenigen politischen und sozialen Protestbewegungen, die in den Jahren nach 1968 in Westdeutschland entstanden sind. Viele von diesen zumeist linken Bewegungen stellten staatliches Handeln, viele aber auch den Staat an sich in Frage. Die Beträge des Bandes beschreiben zum einen die Bewegungen selbst – ihre Entstehung und ihre unterschiedlichen Ausprägungen. Des weiteren analysieren die Beiträge, wie der Staat auf diese Proteste reagierte. Dabei geht der Blick des Bandes über die sichtbaren Formen von staatlichem Handeln wie zum Beispiel in Form von Polizeieinsätzen hinaus, sondern nimmt auch das ganz alltägliche Handeln der Regierungsbehörden in den Blick und untersucht, wie sich diese auf den öffentlichen Diskurs auswirkten und welche Rolle die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen der Auseinandersetzungen zwischen Staat und Bewegungen spielt. Die linken Bewegungen im Westdeutschland der 1960er- und 1970er-Jahre waren stark von den Ideen des Kommunismus geprägt, splitteten sich jedoch entlang unterschiedlicher Auslegungen in zahlreiche Klein- und Kleinstgruppen auf.

Buchcover „Energy Infrastructures in the Eastern Bloc. Poland and the Construction of Transnational Electricity, Oil, and Gas Systems“, Harrassowitz Verlag.

Monographie

Energy Infrastructures in the Eastern Bloc. Poland and the Construction of Transnational Electricity, Oil, and Gas Systems

Falk Flade

Der Autor Falk Flade beschäftigt sich in seiner Monografie Energy Infrastructures in the Eastern Bloc. Poland and the Construction of Transnational Electricity, Oil, and Gas Systems mit den ökonomischen Verhältnissen zur Zeit des Kalten Krieges. Flade analysiert vor allem die Energieflüsse des ehemaligen kommunistischen Ostblocks und fokussiert sich dabei auf Polen und den Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW). Die Studie zeichnet die Entstehung und den Betrieb von grenzüberschreitenden Energienetzen in Osteuropa nach und analysiert die transnationalen Strom-, Öl- und Gasübertragungssysteme. Zeitlich konzentriert sich die Analyse vor allem auf die sozialistische Zeit von den 1940er-Jahren bis zu Beginn der 1990er-Jahre. Der Autor nimmt besonders auf die Entstehung und Durchführung von drei Großprojekten des RGWs Bezug: Er vergleicht die Entstehung des Elektrizitäts-Netzwerk Mir, die der Erdölpipeline Druzhba und die der Erdgaspipeline Sojus miteinander. Anhand dieser drei Projekte erläutert Flade die Geschichte der wirtschaftlichen Kooperation und deren Hindernisse in Ost- und Mitteleuropa und bezieht auch andere Staaten des ehemaligen Ostblocks, unter anderem die DDR, die Sowjetunion und die Tschechoslowakei mit in seine Analyse ein.  

Logo der Zeitschrift Arbeit – Bewegung – Geschichte, Cover von Schwerpunktheft: Judentum und Revolution Der Weltverband Poale Zion zwischen Zionismus und Kommunismus, in: Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien 2017/II.

Zeitschrift

Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien

Förderverein für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung e. V. (Hrsg.)

Der Förderverein für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung e. V. besteht bereits seit 1991 in Berlin und möchte die politische Bildung, wissenschaftliche Forschung und Publikationen zur Geschichte der Arbeiterbewegung und anderer sozialer Bewegungen fördern. Hierfür gab der Verein von 2002 bis 2015 das JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung heraus. 2016 kam es zu einem relaunch der Zeitschrift. Seitdem erscheint sie dreimal jährlich im Berliner Metropol Verlag unter dem Titel Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien. Die wissenschaftliche Zeitschrift widmet sich dem weiten Feld der Laborhistory. Die Geschichte der Arbeiterbewegung und anderer demokratischer Bewegungen stehen genauso wie Aspekte der Alltags- und Sozialgeschichte im Fokus der Beiträge. Die Redaktion arbeitet ehrenamtlich und hat ihren Sitz ebenfalls in Berlin. In der Zeitschrift publizieren Nachwuchswissenschaftler neben renommierten Experten und Expertinnen. Jedes Heft widmet sich einem Schwerpunkt.

Cover des Buches "Verfassungswidrig!", , Verlag Vandenhoeck & Ruprecht

Fachbuch

Verfassungswidrig! Das KPD-Verbot im Kalten Bürgerkrieg

Josef Foschepoth

Mit dem Verbotsverfahren gegen die KPD betrachtet Josef Foschepoth in seinem neuen Buch das bis heute langwierigste und umstrittenste Parteiverbotsverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik. Da grundlegende Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit verletzt worden seien, hält der Historiker das Verbot der Partei durch das Bundesverfassungsgericht im August 1956 letztlich selbst für verfassungswidrig. In einem „Staatsprozess“ seien, so Foschepoth, die taktischen und inhaltlichen Einzelheiten des Urteils zwischen der Bundesregierung und dem Bundesverfassungsgericht bis in Einzelheiten abgesprochen und damit die Gewaltenteilung verletzt worden. Bis 1969 arbeitete die Partei illegal in der Bundesrepublik weiter und diente zugleich der SED als Instrument ihrer Westpolitik. Da weder der Osten noch der Westen an einer Wiederbelebung der KPD interessiert war, wurde mit der DKP eine neue kommunistische Partei ins Leben gerufen, die wiederum zum Instrument im Kalten Krieg wurde. Ergänzt wird Verfassungswidrig! Das KPD-Verbot im Kalten Bürgerkrieg durch eine umfangreiche Dokumentation bislang unveröffentlichter Quellen. 

Cover des Buches "Gegengeschichten oder Versöhnung?", Verlag Graswurzelrevolution

Monographie

Gegengeschichten oder Versöhnung? Erinnerungskulturen und Geschichte der spanischen Arbeiterbewegung vom Bürgerkrieg bis zur »Transición« (1936–1982)

Alexandre Froidevaux

Die verschiedenen Strömungen der spanischen Arbeiterbewegung entwarfen die unterschiedlichsten Geschichtsbilder vom Bürgerkrieg (1936–1939), was wiederum das Selbstverständnis der anarchistischen, sozialistischen und kommunistischen Aktivisten und ihrer Organisationen in den Jahrzehnten danach prägte. Die Kämpfe innerhalb der linken Bewegung belasteten jedoch auch den Widerstand gegen die Franco-Diktatur (1939–1975). Alexandre Froidevaux legt nach der Erforschung spanischer Quellen und Archive erstmals eine übergreifende Erinnerungsgeschichte der spanischen Arbeiterbewegung vor: ausgehend vom Bürgerkrieg über die Zeit des Franquismus bis hin zur „Transición“ (1975–1982), der Zeit des Übergangs zur Demokratie. Der Autor analysiert geschichtspolitische Debatten, die linken Opfererinnerungen, wie die Linken durch Rückbezug auf die Vergangenheit politische Identitäten ausbildeten und wie sich diese wandelten. Lesen Sie eine ausführliche Rezension des Bandes auf H-Soz-Kult.

Logo der Stiftung Ettersberg

Sammelband

Die Oktoberrevolution 1917: Vom Ereignis zum Mythos

Jörg Ganzenmüller und Franz-Josef Schlichting (Hrsg.)

Als Auftaktveranstaltung zu einer Reihe anlässlich des Jahrestages der russischen Oktoberrevolution luden die  Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und die Stiftung Ettersberg am 25. März 2017 zu einem Tagesseminar nach Erfurt ein. Die Ergebnisse dieser Tagung liegen nun in Form eines Sammelbandes vor. Fünf Aufsätze stellen die Ereignisse in Russland 1917 und ihre Wirkung bis in die Gegenwart dar. Der Beitrag von Franziska Schedewie betrachtet die konstitutionell-demokratische Entwicklung in Russland im Vorfeld der Revolution. Helmut Altrichter stellt Akteure und den Verlauf des Umsturzes im Zentrum vor, während Jörn Happel die Revolution in der Peripherie des imperialen Russlands in den Blick nimmt. Alexander Schwarz analysiert die Erinnerung an die Oktoberrevolution in der Sowjetunion und der DDR, bevor Ekaterina Makhotina mit einem Blick auf die heutige Erinnerungskultur in Russland schließt. Die renommierten Expertinnen und Experten bieten einen kompakten Überblick zu den Ereignissen 1917 und untersuchen, wie die Revolution zum Mythos in der Erinnerungskultur geworden ist.

Buchcover Lukasz Kaminski, Krzysztof Persak, Jens Gieseke (Hrsg.): Handbuch der kommunistischen Geheimdienste in Osteuropa 1944–1991

Sammelband | Fachbuch

Handbuch der kommunistischen Geheimdienste in Osteuropa 1944–1991

Jens Gieseke, Lukasz Kaminski, Krzysztof Persak (Hrsg.)

Das Handbuch ist ein Kooperationsprojekt verschiedener Aufarbeitungsinstitutionen in Ostmitteleuropa und bietet einen umfassenden Überblick über die Staatssicherheitsapparate in der Sowjetunion, der DDR, Ungarn, Polen, Bulgarien, Rumänien und der Tschechoslowakei. Die Autoren stellen den aktuellen Forschungsstand zur Entwicklung der jeweiligen Geheimpolizeien dar. Sie beleuchten die Organisationsstrukturen, die personelle und die finanzielle Ausstattung sowie die politischen Hierarchien. Auch die Instrumente der Beobachtung und Verfolgungen werden beschrieben und einige wichtige Funktionäre in Kurzbiographien vorgestellt. Die Zahl der Opfer von KGB, MfS, Securitate, Bezpieka und anderen Geheimdiensten kann nur geschätzt werden. Das Handbuch ist eine Basis für weitere vergleichende Betrachtungen zur Geschichte politischer Verfolgung in Osteuropa unter sowjetischer Herrschaft.

Buchcover „To See Paris and Die. The Soviet Lives of Western Culture“, Harvard University Press

Fachbuch

To See Paris and Die. The Soviet Lives of Western Culture

Eleonory Gilburd

Die Autorin Eleonory Gilburd beschäftigt sich in ihrem Werk To See Paris and Die. The Soviet Lives of Western Culture mit der Öffnung der ehemaligen Sowjetunion gegenüber westlichen Künsten, Musik und Literatur in den 1950er- und 1960er-Jahren. Die Sowjetunion war bis zu dem Tod des kommunistischen Diktators Josef Stalin eine notorisch geschlossene Gesellschaft. Unter Stalins repressiver Herrschaft gab es kaum Zugang für die sowjetische Gesellschaft zu ausländischer Literatur und Kunst. In Folge von Stalins Tod begann die Öffnung der Sowjetunion für die westliche Kultur. Gilburd zeichnet in ihrem Werk nach, wie Mitte der 1950er-Jahre die Öffnung der UdSSR gegenüber dem Westen begann und eine Flut von westlichen Literaturwerken, Kunstwerken und Filmen in die Sowjetunion gelangte. Die Autorin analysiert die Rezeption von diesen westlichen Filmen, Büchern und anderen kulturellen Gütern durch die Einwohner in der Sowjetunion. Die Protagonisten des Werkes sind Studenten, die durch die Öffnung eine breitere und vielfältigere Welt entdeckten und Kleinstadteinwohner, die von fernen Orten träumten. Gilburd zeigt, wie westliche Texte von den Bürgern in der Sowjetunion interpretiert und abgewandelt wurden und liefert somit einen wichtigen Beitrag, die sowjetische Geschichte und die gesamte europäische Geschichte und Entwicklung besser verstehen zu können.

Cover des Buches "Das kommunistische Postskriptum", Suhrkamp

Fachbuch

Das kommunistische Postskriptum

Boris Groys

Die Globalisierung, die unsere Welt kennzeichnet, ist ein post-kommunistisches Projekt und kann nur dann adäquat verstanden werden, wenn ihre post-kommunistische Lage präzise thematisiert und analysiert wird. So die These von Boris Groys in seinem Buch Das kommunistische Postskriptum. Bei den ökonomischen, politischen und ideologischen Unternehmungen der heutigen Zeit handle es sich um post-kommunistische Projekte, deren Entstehung und Verbreitung vor allem durch den Untergang des Kommunismus möglich geworden sei. Egal ob sie sich mit revolutionären oder mit friedliche Mitteln durchsetzen, so seien ihre Strategien, Ziele und Selbstdarstellungen in den Medien von den Erfahrungen des historischen Kommunismus geprägt - sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Seine These erläutert der in Ostberlin geborene Philosoph und Medienkritiker anhand von so unterschiedlichen Entwicklungen wie der Vereinigung Europas oder der Ausbreitung des politischen Islam.

Logo von Totalitarismus und Demokratie

Zeitschrift

Lenins Diktatur: Begriff, Selbstverständnis, Reaktion

Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung Dresden (Hrsg.)

Im Ersten Weltkrieg lieferten sich die europäischen Großmächte einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft in Europa und in der Welt. 1917 begann sich noch während des Krieges eine neue Weltordnung abzuzeichnen, die nach kurzer Zeit zwei Pole formte: Die demokratische Neuordnung unter Führung der USA oder die Weltrevolution nach den Vorstellungen der Bolschewiki unter Führung der Sowjetunion. Dass die demokratischen Kräfte in Russland von den Bolschewiki verdrängt werden konnten, hatte zahlreiche Ursachen. Von zentraler Bedeutung dürfte die Ankunft Lenins in Russland sein, der mit der Unterstützung des Deutschen Kaiserreichs in einem Zug in seine Heimat gereist war. Der Revolutionär spielte eine zentrale Rolle beim Verlauf der Oktoberrevolution und der Gründung der Sowjetunion. Das Buch „Lenins Diktatur: Begriff, Selbstverständnis, Reaktion“ beschäftigt sich mit der historischen Gestalt und der Resonanz der bolschewistischen Oktoberrevolution. Sechs Historiker und ein Politologe analysieren „Lenins Diktatur“ aus verschiedenen Perspektiven.

Edition Suhrkamp: "Die Russische Revolution 1905–1921", Screenshot vom Cover

Fachbuch

Die Russische Revolution. 1905–1921

Manfred Hildermeier

In diesem Werk erläutert Manfred Hildermeier den wirtschaftlichen und sozialen Wandel des Zarenreichs im ausgehenden 19. Jahrhundert, die schwere Krise des alten Regimes 1905/07, den Zusammenhang von Krieg und Revolution, die Gründe für das Scheitern des einzigen demokratischen Regimes der russischen Geschichte, sowie die Ursachen und inneren Folgen der Durchsetzung der Sowjetmacht im Bürgerkrieg. Einen besonderen Fokus legt der Autor darauf, wie es zur Revolution der Bolschewiki kam und wie die Machtergreifung der Bolschewiken ermöglicht und anschließend im Verlaufe des Bürgerkrieges abgesichert werden konnte. Das Buch umfasst eine kurze, nach Volksgruppen und zentralen Ereignissen gegliederte Zusammenfassung, die die Verhältnisse und Entwicklungen in Russland vor 1905 erläutert. Anschließend folgt ein überwiegend chronologisch aufgebauter Text, der auf unterschiedlichen Betrachtungsebenen die Zusammenhänge verschiedenster Ereignisse und der dabei beteiligten Gruppen für den Leser verständlich wiedergibt.

Buchcover „Communism. A very short introduction“, Oxford University Press.

Monographie

Communism. A Very Short Introduction

Leslie Holmes

Die Autorin Leslie Holmes beschäftigt sich in Communism. A very short introduction mit dem Begriff des Kommunismus und seiner Entstehung. Seit dem Zusammenbruch der kommunistischen Ostblockstaaten im Jahr 1989 ist der Kommunismus als politische Bewegung rückläufig geworden. Den Höhepunkt erfuhr die kommunistische Strömung im 20. Jahrhundert, als rund ein Drittel der Weltpopulation unter kommunistischer Herrschaft stand. Auf 155 Seiten geht die Autorin der Frage nach, was Kommunismus eigentlich ist und woher die Idee des Kommunismus ursprünglich stammt. In sieben Kapiteln werden die theoretischen Ursprünge des Kommunismus, das politische System des Kommunismus, das Wirtschafts- und Sozialsystem kommunistischer Staaten und den Zusammenbruch des Kommunismus 1989 behandelt. Holmes zeichnet die wesentlichen Entwicklungen des Kommunismus nach, angefangen bei den Schriften von Karl Marx, über die Revolution der Bolschewisten bis hin zum Zusammenbruch des Ostblocks 1989. Das Werk stellt die wesentlichsten Akteure innerhalb der kommunistischen Bewegung vor und geht auf die Ideen von Marx, Stalin, Mao und Lenin ein.

Screenshot von kritika.georgetown.edu

Fachzeitschrift

Kritika: Explorations in Russian and Eurasian History

Andrew Jenks, Susan Morrissey, Williard Sunderland (ed.)

Die Zeitschrift „Kritika: Explorations in Russian and Eurasian History“ ist der kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte und Kultur Russlands und Eurasiens gewidmet. Anspruch der Zeitschrift ist es, die internationale Relevanz des Forschungsfeldes zu erweitern und diese einem weiten, interdisziplinären Publikum von Akademikerinnen und Akademikern zugänglich zu machen. Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift veröffentlicht Beiträge aus einer Vielzahl von geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen  Disziplinen. Die Zeitschrift möchte über die Curricula der nordamerikanischen Russlandstudien hinausgehen; hierzu veröffentlicht sie in jeder Ausgabe Rezensionen zu russischen, europäischen und eurasischen Werken, die ansonsten im nordamerikanischen Raum nicht viel Beachtung erfahren. Die Zeitschrift wird an der Georgetown University in Washington, D.C. herausgegeben.

Cover: Ossip Kurt Flechtheim: Weltkommunismus im Wandel, Berlin: Verlag Europäische Ideen 1977.

Fachbuch

Weltkommunismus im Wandel

Ossip Kurt Flechtheim

Der Jurist, Politikwissenschaftler, Hochschullehrer und Autor Ossip Kurt Flechtheim (1909–1998) war bis 1933 Mitglieder der Kommunistischen Partei in Deutschland und schloss sich danach einer Splitterorganisation der Sozialdemokraten an. 1939 emigrierte er in die USA und kehrte in den 1950er-Jahren nach Deutschland zurück, wo er bis zu seiner Emeritierung 1974 an der Freien Universität Berlin lehrte und forschte. Dieses Buch ist eine Sammlung von Essays, die Flechtheim zwischen 1936 und 1964 geschrieben hat. Sie haben die kommunistische Weltrevolution, die historischen und sozialen Bedingungen des Bolschewismus sowie dessen Ideologie zum Thema. Flechtheims zentrale These ist, dass sich im Lauf des 20. Jahrhundert der Weltkommunismus „entrevolutioniert“, „differenziert“ und schließlich „domestiziert“, d.h. sich von seinem totalitären Erbe befreien werde.

Cover des Schwerpunkthefs "Oktoberrevolutionsfieber"

Zeitschrift

Oktoberrevolutionsfieber

Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin (Hrsg.)

Zum 100. Jahrestag der Russischen Revolution erschien eine Vielzahl an Publikationen, Radiofeatures und Ausstellungen, die sich mit dem historischen Ereignis und seinen Folgen beschäftigten. Das geschieht heutzutage völlig selbstverständlich meist auf sachliche Art und Weise, mit einem wissenschaftlichen Anspruch. Doch die „Glut des bolschewistischen Revolutionsfeuers“ (Jochen Staadt), die die Zeitgenossen der Russischen Revolution mobilisierte und auch noch Jahrzehnte später immer wieder unter den Nachgeborenen geschürt wurde, ist heute nicht mehr zu spüren. Dieses „Oktoberrevolutionsfieber“ steht im Fokus der 41. Ausgabe der Zeitschrift des Forschungsverbundes. Die Beiträge der Autoren thematisieren im Schwerpunkt den Mythos der bolschewistischen Oktoberrevolution in der deutschen Sozialdemokratie, Paul Levis Schriften und die sowjetische Beziehung zum eigenen Gründungsmythos. Enthalten ist ebenfalls ein Interview mit Harald Wessel über Willi Münzenberg und die Oktoberrevolution. Des Weiteren wirft Jörg Drieselmann einen „kritischen Blick“ auf die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Deutschen Historischen Museums. 

Cover: Ben Fowkes: Aufstieg und Niedergang des Kommunismus in Osteuropa, in: Osteuropa-Studien Bd. 1, Mainz: Decaton-Verlag, 1. Aufl. 1994.

Fachbuch

Aufstieg und Niedergang des Kommunismus in Osteuropa

Ben Fowkes

Ben Fowkes untersucht vier Jahrzehnte kommunistischer Herrschaft in Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei, Bulgarien, Rumänien, Jugoslawien und der DDR. Er verweist auf die Erfolge dieser Staaten, etwa im Bereich der Bildung, des Lebensstandards und der Geschlechterverhältnisse, benennt aber auch die Unzulänglichkeiten vieler Reformen und Veränderungen. Weder der kommunistische Einparteienstaat noch der westliche Kapitalismus würden, so Fowkes, weitere Fortschritte dieser ost-mitteleuropäischen Länder sichern. Als Sozialist sieht er vielmehr in den Reformbewegungen, wie etwa der Solidarność, die Wegbereiter einer freiheitlichen sozialistischen Ordnung, die ihre gesellschaftspolitischen Vorstellungen allerdings nicht mehr unter Beweis stellen konnten.

Buchcover François Furet: Das Ende der Illusion. Der Kommunismus im 20. Jahrhundert

Fachbuch

Das Ende der Illusion. Der Kommunismus im 20. Jahrhundert

François Furet

Der französische Historiker François Furet (1927–1997) möchte mit seinem 700 Seiten langen Essay den Kommunismus entmythologisieren. Er geht der Frage nach, wie diese Idee Menschen im 20. Jahrhundert begeistern und verblenden konnte. Insbesondere die Rolle der Intellektuellen nimmt er dabei in den Blick. Furet, der bis zum Ungarn-Aufstand 1956 selbst Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs war, hält die Französische Revolution für das Paradigma der Moderne, deren Wiedergeburt viele Intellektuelle im Kommunismus gesehen haben. Den „Antifaschismus“ betrachtet er als einen kommunistischen Mythos, den Stalin ebenso instrumentalisiert habe wie die Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Deutschland. Furet vergleicht Kommunismus und Faschismus, um die Anziehung der kommunistischen Idee zu erklären. Bei vielen Unterschieden sei beiden Ideologien die Vorstellung von Kollektivität gemeinsam gewesen, Stalin habe das Bürgertum bekämpft und Hitler die Juden ausrotten wollen.

Cover des Buches "Ungarn 1956 - Aufstand, Revolution und Freiheitskampf in einem geteilten Europa", Tyrolia-Verlag

Fachbuch

Ungarn 1956 - Aufstand, Revolution und Freiheitskampf in einem geteilten Europa

Michael Gehler, Erich Lessing

In Ungarn 1956. Aufstand, Revolution und Freiheitskampf in einem geteilten Europa hält der Fotograf Erich Lessing den Aufstand Ungarns gegen den Kommunismus in beeindruckenden Bildern fest, der Historiker Michael Gehler beschreibt in einem Essay die Ereignisse in Ungarn 1956 und erläutert deren Bedeutung für Europa und liefert umfassende Hintergrundinformationen zu Lessings Fotografien. Der ungarische Volksaufstand begann am 23. Oktober 1956 als bürgerlich-demokratische Revolution, die sich gegen die repressive Politik der kommunistischen Regierung und gegen die Besetzung des Landes durch die sowjetische Armee richtete. Dem Aufstand schloss sich ein Teil der kommunistischen Führung an. Es wurde eine Mehrparteienregierung mit der sozialdemokratischen Partei gebildet und Ungarn verließ den Warschauer Pakt. Im November 1956 wurde der Aufstand von Truppen der Sowjetunion niedergeschlagen. Damit scheiterte der Versuch, einen kommunistisch geführten Staat von innen zu reformieren. Die Fotografien von Erich Lessing zeigen Ungarn 1956 in den Tagen vor dem Aufstand, Momente des Aufstands selbst und schließlich auch dessen Niederschlagung und die Überlebenden dessen. Ungarn im Jahr 1956 befand sich zwischen Begeisterung und Rachsucht. Diese hält der Fotograf in lebhaften und eindrucksvollen Bildern fest. Die Fotografien zählen heute zu den Meilensteinen der Reportagefotografie.

Buchcover "Wie kann denn der Sieger ein Verbrecher sein?", ibidem Verlag.

Monographie

„Wie kann denn der Sieger ein Verbrecher sein?“ Eine diskursanalytische Untersuchung der russlandweiten Debatte über Konzept und Verstaatlichungsprozess der Lagergedenkstätte „Perm’-36“ im Ural

Anke Giesen

Anke Giesen setzt sich in ihrer Monografie "Wie kann denn der Sieger ein Verbrecher sein?" Eine diskursanalytische Untersuchung der russlandweiten Debatte über Konzept und Verstaatlichungsprozess der Lagergedenkstätte „Perm’-36“ im Ural mit der Aufarbeitung der stalinistischen Vergangenheit auseinander. Perm´-36 ist die einzige Gedenkstätte in Russland, die sich auf dem Gelände eines ehemaligen Arbeitslagers befindet. Ziel des Museums ist es, das ehemalige Arbeitslager als ein historisches Zeitzeugnis und Dokument zu erhalten und über die politische Repression während der kommunistischen Diktatur unter Josef Stalin aufzuklären. Die Gedenkstätte erinnert an die Gewalt und den Terror des sowjetischen Systems und beeinflusst die Erinnerungskultur. 2014 ging die Leitung der Gedenkstätte von einer NGO über in staatliche Hand, wodurch tiefgreifende Veränderungen an der Ausstellung vorgenommen wurden. Mit dieser Thematik beschäftigt sich Anke Giesen in ihrer Studie. Die Autorin analysiert unter anderem die unterschiedlichen und divergierenden „Gedächtnisinteressen“ innerhalb der russischen Bevölkerung und bildet die verschiedenen Facetten der Debatte über die Gedenkstätte ab. Der Leser bekommt einen Einblick in die russische Erinnerungskultur und die machtpolitischen Gegebenheiten und wie diese die Erinnerungskultur und ihre Entwicklung beeinflussen.

Cover des Buches "To See Paris and Die", Harvard University Press

Fachbuch

To See Paris and Die: The Soviet Lives of Western Culture

Eleonory Gilburd

"To See Paris and Die" ist ein Buch der amerikanischen Historikerin Eleonory Gilburd. Es widmet sich der Sowjetunion nach Stalins Tod im Jahr 1953. Während sich ein Großteil der Veröffentlichungen, die sich mit dieser Epoche sowjetischer Geschichte beschäftigen, auf den Machtkampf um Stalins Nachfolge sowie die gesellschaftlichen Prozesse der Destalinisierung konzentrieren, ist diesen Buch den kulturellen Besonderheiten dieser Zeit gewidmet. Bis zu Stalins Tod sind westliche Kulturimporte aus dem kapitalistischen Ausland rar gesät. Mitte der 1950er-Jahre strömt dann eine große Anzahl westlicher Romane, Filme und Kunstwerke in die Sowjetunion: von Erich-Maria Remarque und Ernest Hemingway über Pablo Picasso und Rockwell Kent bis hin zu J.D. Salinger stellen die Werke den sowjetischen Konsens – über Kultur, Werte, und Gesellschaft – in Frage. Die Autorin analysiert die vielschichtigen Konsequenzen, die diese Dynamiken auf die Bürgerinnen und Bürger der Sowjetunion hatten. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei der Übersetzung der jeweiligen Werke ins Russische und das Bild der Schaffenden, das infolge der jeweiligen Übersetzungen in der Sowjetunion prägend wurde. Eleonory Gilburd ist Assistant Professor für Geschichte an der University of Chicago. 

Gupta, Komintern, Kommunismus, Indien

Fachbuch

Komintern und Kommunismus in Indien 1919–1943

Sobhanlal Datta Gupta

Sobhanlal Datta Gupta, emeritierter Professor of Political Science der University of Calcutta in Indien, vermittelt in diesem Buch einen Einblick in das im deutschsprachigen Raum wenig beleuchte subkontinentale kommunistische Geschehen. Der Autor geht detailliert auf die strukturellen Veränderungen und den Wandel in der Komintern ein. Er kann sich auf nach Öffnung der Kominternarchive zugänglich gewordene Quellen stützen. Um seine selbst aufgeworfene Frage „Was ist schiefgelaufen und warum?“ (S. 19) zu beantworten, erörtert Gupta den Zusammenhang zwischen Entscheidungen und Einfluss der Komintern und dem politischen Scheitern der Communist Party of India (CPI). Die Verflechtung zwischen der CPI, der Komintern und der britischen KP werden ebenso in den Blick genommen wie kommunistische Bewegungen in anderen Teilen Asiens. Die Studie wurde von der Fachwissenschaft, etwa in einer Rezension auf H-Soz-Kult, lobend aufgenommen; einzig die manchmal recht umständliche Übersetzung ins Deutsche wurde moniert.

Screen Totalitarismus und Demokratie. Zeitschrift für internationale Diktatur- und Freiheitsforschung

Zeitschrift

Totalitarismus und Demokratie. Zeitschrift für internationale Diktatur- und Freiheitsforschung

Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung Dresden (Hrsg.)

Totalitarismus und Demokratie ist eine seit 2004 vier Mal im Jahr erscheinende Zeitschrift, die Beiträge zur vergleichenden Erforschung nichtdemokratischer Systeme der Vergangenheit und Gegenwart veröffentlicht. Studien zu den beiden deutschen Diktaturen im 20. Jahrhundert sowie zu Regimen und Bewegungen in Europa und der Welt sollen darin Historikern, Politikwissenschaftlern, Soziologen, Religionswissenschaftlern und anderen Fachöffentlichkeiten zugänglich gemacht werden. Im Mittelpunkt stehen die politischen, gesellschaftlichen, sozialpsychologischen und kulturellen Konstellationen, in denen demokratische oder nichtdemokratische Gesellschaften entstehen. Die Zeitschrift möchte darüber hinaus den interdisziplinären Austausch über Funktionsweisen und die Auswirkungen autokratischer Systeme fördern.

Hirscher, Linksextremismus, Hanna-Seidel-Stiftung

Sammelband

Linksextremismus in Deutschland. Bestandsaufnahme und Perspektiven

Gerhard Hirscher

Der von Gerhard Hirscher herausgegebene Sammelband „Linksextremismus in Deutschland. Bestandsaufnahme und Perspektiven“ erschien bei der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung in der Reihe „Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen“. Linksextremismus ist in Deutschland nach Analyse des Herausgebers Hirscher als extremistische Position weit weniger wissenschaftlich betrachtet worden als etwa Rechtsextremismus und radikaler Islamismus. In sechs Studien widmen sich die Autoren der Einordnung des Linksextremismus, der Linkspartei wie auch der militanten Linken in Deutschland. Auch kulturelle Bezüge (Themen, Feindbilder, Funktion linksextremistischer Musik), regionale Fallbeispiele wie der Linksextremismus in Bayern und der Umgang mit Rechts- und Linksextremismus stehen im Blickpunkt. Der Band ist online kostenlos als PDF zugänglich.

Buchcover „Setting the East ablaze. On secret service in Bolshevik Asia”, Oxford University Press.

Monographie

Setting the East Ablaze. On Secret Service in Bolshevik Asia

Peter Hopkirk

In seiner Monografie Setting the East ablaze. On secret service in Bolshevik Asia beschäftigt sich der britische Journalist und Autor Peter Hopkirk mit dem Versuch der Bolschewiki, den Osten mit einer neuen Form des Marxismus als dominierende Ideologie zu etablieren. Aus dem Anspruch Lenins, Gesamtasien zu befreien folgte ein Krieg, in den unter anderem die Kommunistische Internationale, chinesische Kriegsherren, kommunistische Revolutionäre und britisch-indische Geheimdienstoffiziere involviert waren. Ausgangspunkt für Lenin und seine revolutionären Genossen war Britisch-Indien. Hopkirk zeichnet gestützt auf Archivmaterial, Zeitzeugen- und Geheimdienstberichten in 18 einzelnen Kapiteln eine Geschichte von Bürgerkrieg, Verrat und Intrigen nach und zeigt auf, wie die Folgen heute noch in Zentralasien zu sehen sind.

Buchcover „New World Disorder. The Leninist Extinction“, University of California Press

Monographie

New World Disorder. The Leninist Extinction

Ken Jowitt

Ken Jowitt begreift Leninismus in seinem vorgelegten Buch als spezifisch autoritäre und russische Form eines Marxismus. Er nähert sich dem Begriff des Leninismus über eine Analyse von Ideologie, Theorie und  diktatorischer Machtausübung der Bolschewiki. Der Autor Ken Jowitt beschäftigt sich in seinem Buch „New World Disorder. The Leninist Extinction“ näher mit dem Phänomen des Leninismus, das zahlreiche Menschen faszinierte, verängstigte, anzog oder abstieß. In seiner Studie analysiert Jowitt genauer den außergewöhnlichen Charakter des leninistischen Regimes und der politischen Korruption und erlaubt dem Leser einen neuen Blick auf diese Epoche. In insgesamt neun Kapiteln behandelt der Autor Ken Jowitt unter anderem den Leninismus als Phänomen, die Kultur in leninistischen Regimen, das Erbe des Leninismus und den Neotraditionalismus.