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Buchcover Margarete Buber-Neumann: Kriegsschauplätze der Weltrevolution. Ein Bericht aus der Praxis der Komintern 1919–1943

Fachbuch

Kriegsschauplätze der Weltrevolution. Ein Bericht aus der Praxis der Komintern 1919 – 1943

Margarete Buber-Neumann

Die deutsche Kommunistin und Publizistin Margarete Buber-Neumann (1901–1989) wurde mit ihrem Mann Heinz Neumann 1935 aus dem schweizerischen Exil nach Russland abgeschoben. Als Heinz Neumann während des Großen Terrors der 1930er-Jahren zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, kam Margarete Buber-Neumann in ein Straflager. 1940 an das nationalsozialistische Deutschland ausgeliefert, musste sie fünf weitere Jahre im KZ Ravensbrück verbringen. Ihre Geschichte der Komintern, auch Dritte Internationale genannt, basiert daher nicht nur auf umfangreichem Quellenmaterial, sondern auch auf eigenen Erfahrungen und Reflektionen. Durch ihre persönliche Nähe zu Personen, Orten und Institutionen, über die sie schreibt, wird ihr Buch selbst zu einer wichtigen Quelle dieser Geschichte. So war etwa ihre Auslieferung Teil der Vereinbarungen des Hitler-Stalin-Paktes, der auch das Ende der Komintern als Zugeständnis der sowjetischen Seite bedeutete.

Cover der APuZ-Ausgabe "Oktoberrevolution", Bundeszentrale für politische Bildung

Fachzeitschrift

Aus Politik und Zeitgeschichte - Oktoberrevolution

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.) | vom 29.10.2007

Die Ausgabe 44-45/2007 der von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebenen Fachzeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ (APuZ) trägt den Titel „Oktoberrevolution“. Sieben Historikerinnen und Historiker beschäftigen sich darin mit der Genese, dem Verlauf und den Auswirkungen der Russischen Revolutionen des Jahres 1917. In einem vergleichenden Zugang wird die Oktoberrevolution in der Geschichte Russlands verortet und mit dem „Großen Terror“ Stalins und dem Zerfall der Sowjetunion in Beziehung gesetzt. Die Ausgabe nimmt ebenfalls die gewaltsame Entwicklung der Revolution in den Blick, betrachtet den Beitrag der Bolschewiki zum Untergang der Weimarer Republik und ordnet das revolutionäre Russland in einen globalen Kontext ein. Die APuZ-Ausgabe kann über die Website der Bundeszentrale für politische Bildung kostenfrei bezogen und heruntergeladen werden. Die Beiträge der Ausgabe sind dort ebenfalls als einzelne Dossiers online verfügbar.

Logo Sowjetunion I: 1917-1953, Informationen zur Politischen Bildung

Zeitschrift

Sowjetunion I: 1917-1953

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb (Hrsg.)

Der als Heft und als Onlinemagazine von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebene erste Teil des Themenschwerpunkts Sowjetunion beschäftigt sich mit der Geschichte dieses Landes zwischen 1917 und 1953. Von der Machtergreifung der Bolschewiki bis zum Tod Stalins werden die bevölkerungspolitischen, die wirtschaftlichen und industriellen Großprojekte der kommunistischen Herrscher sowie die Durchsetzung von Macht thematisiert. Die Beiträge gehen den kontroversen Sichtweisen auf die Sowjetunion als Supermacht oder Zwangsregime nach. Analysiert werden zudem die Strategien der Bolschewiki, nach dem Bürgerkrieg ihre Macht zu behaupten, und das Vorhaben, das russische Vielvölkerreich in eine moderne Industrienation zu verwandeln. Der von Gewalt und Terror, aber auch durch Visionen von Moderne und Fortschritt geprägten Herrschaft Josef Stalins ist ebenfalls ein Beitrag gewidmet. Landkarten, ein Glossar und eine Zeittafel ergänzen die Darstellungen.

Buchcover

Aufsatzsammlung

Mobilities in Socialist and Post-Socialist States. Societies on the Move

Kathy Burrell und Kathrin Hörschelmann (Hrsg.)

"Mobilities in Socialist and Post-Socialist States. Societies on the Move", herausgegeben von Kathy Burrell und Kathrin Hörschelmann, ist eine interdisziplinäre Sammlung von 12 Artikeln, die sich der Frage widmen, was Mobilität im Kontext von sowjetischen Gesellschaften bedeutete – und wie diese Frage bis heute in den post-sozialistischen Gesellschaften nachwirkt. Die Artikel bieten vielfältige Ansätze und Perspektiven auf das Thema und reichen von dem Zusammenhang von Macht und Mobilität, Auslandsreisen zu Zeiten des Eisernen Vorhangs und der Verknüpfung von Mobilität und Gender bis hin zu Analysen der Bewegungsfreiheit während der internationalen Intervention in Bosnien-Herzegowina und den Besonderheiten des öffentlichen Personennahverkehrs im post-sozialistischen Zentralasien. Die Artikel bieten eine immense Bandbreite an geografischen und thematischen Schwerpunkten und erlauben somit, das weit gefasste Thema des Bandes zugänglich zu machen.

Screenshot des Zeitschrift auf journals.openedition.org/monderusse

Fachzeitschrift

The Political and Social History of Sexual and Gender Dissidence in the USSR and Post-Soviet Space

Arthur Clech, Dan Healey, Francesca Stella

Im Sommer 2021 erscheint eine Ausgabe der Cahiers du Monde Russe, die dem Thema “The Political and Social History of Sexual and Gender Dissidence in the USSR and Post-Soviet Space“ gewidmet sind. Grundannahme ist, dass sowohl während des Zarenreiches als auch der Sowjetunion ihren Nachfolgestaaten, Homosexualität durch staatliche Macht reglementiert wurde – teils mit der Konsequenz direkter medizinischer und rechtlicher Repression, teils mit der Konsequenz gesellschaftlicher Zensur. Die Ausgabe will dissidentes Verhalten in den Bereich Sex und Gender im 20. und frühen 21. Jahrhundert betrachten. Dabei soll es zum einen um die medizinischen und rechtlichen Repressionen gehen, aber vor allem auch um die Frage, welche Auswirkungen diese auf queere Subjektivitäten hatten; dementsprechend soll der Fokus auch auf Fragen der Selbst-Unterdrückung, der Denunziation, der alternativen Diskurse und anderer Überlebensstrategien sein. Themenbereiche, die in der Ausgabe abgedeckt werden sollen beinhalten unter anderem: Queer spatial and temporal differences; Homosociabilities and suspicions of homosexuality; Religious and medical discourses; Methods and practices of queer historical reconstruction. 

Buchcover Robert Conquest: Der Grosse Terror. Sowjetunion 1934 – 1938

Fachbuch

Der Große Terror 1934–1938

Robert Conquest

Der aus England stammende Historiker und Autor Robert Conquest (1917–2015) behandelt in seinem 1968 veröffentlichten ersten Hauptwerk die stalinistischen Säuberungen in der Sowjetunion der 1930er-Jahre. Die überarbeitete, 1992 auf Deutsch erschienene Ausgabe fasst den westlichen Wissensstand vor dem Ende Sowjetunion zusammen. Conquest erklärt die Hintergründe und Methoden der Massenverbrechen unter Stalin, die 1934 mit der mysteriösen Ermordung des Parteisekretärs Kirow begannen. Seine Quellen sind offizielle sowjetische Veröffentlichungen aus den 1930er-Jahren und der Chruschtschow-Zeit sowie Berichte von Emigranten und Dissidenten. Den linken Intellektuellen im Westen wirft Conquest vor, Stalin nicht kritisiert und den Terror damit unterstützt zu haben.

Buchcover „Das Handbuch des Kommunismus. Geschichte, Ideen, Köpfe“, Piper Verlag.

Handbuch

Das Handbuch des Kommunismus. Geschichte, Ideen, Köpfe

Stéphane Courtois

Stéphane Courtois liefert mit dem von ihm herausgegeben Handbuch des Kommunismus. Geschichte, Ideen, Köpfe aus einer globalen Perspektive einen umfassenden Überblick über kommunistische Ideologien, seiner Genese in sozialen Bewegungen und autoritären Regimen, sowie bedeutenden Exponenten. Das Handbuch erläutert die wichtigsten Begrifflichkeiten und zeichnet nach, wie die ersten kommunistischen Ideen entstanden sind. Die Autoren gehen auf bekannte Vertreter wie Josef Stalin, Mao Zedong, Karl Marx und Lenin ein. Das Handbuch wirft einen Blick auf die unterschiedlichen Ausgestaltungen kommunistischer Bewegungen, wie beispielsweise in Lateinamerika oder Chile. Eine Einführung beschreibt die Ereignisse angefangen bei der Französischen Revolution, bis zur Gründung der Sowjetunion und den Beginn des Kalten Krieges und endet bei dem Untergang des Kommunismus in Europa 1990. Für die deutsche Ausgabe geben die Autoren Klaus Schroeder und Jochen Staadt in dem Kapitel 'Kommunismus in Deutschland' einen Überblick über die kommunistische Vergangenheit Deutschlands.

Buchcover „Kommunismus unter Denkmalschutz? Denkmalpflege als historische Aufklärung“, Wernersche Verlagsgesellschaft.

Sammelband

Kommunismus unter Denkmalschutz? Denkmalpflege als historische Aufklärung

Jürgen Danyel, Thomas Drachenberg, Irmgard Zündorf (Hrsg.)

Die Autorinnen und Autoren beschäftigen sich in dem Sammelband Kommunismus unter Denkmalschutz? Denkmalpflege als historische Aufklärung mit dem gewandelten Umgang mit kommunistischen Denkmälern. Dabei fokussiert sich der Sammelband auf Denkmal- und Symbolorte der ehemaligen sozialistischen Staaten. Nach 1990 und dem Ende der kommunistischen Staaten in Europa entstand eine Diskussion über den Umgang mit den Relikten des Kommunismus. Wurden die Denkmäler zunächst größtenteils abgerissen oder eingelagert, hat sich der Umgang mit diesem Erbe mittlerweile gewandelt. Früher symbolisierten die Denkmäler des Kommunismus Herrschaftsansprüche, heute haben sie vor allem die Funktion, über die kommunistische Vergangenheit aufzuklären. Der Sammelband zeichnet diesen Prozess nach und erläutertet, wie sich der Umgang mit den kommunistischen Denkmälern gewandelt hat. In einzelnen Kapiteln gehen die Autoren unter anderem auf den Umgang mit Denkmälern aus der ehemaligen DDR ein, auf den polnischen Umgang mit kommunistischen Überresten und auf die Neubewertung der politischen Denkmäler nach 1990. Der Sammelband veröffentlicht die Ergebnisse einer gleichnamigen Tagung, die 2017 in Berlin stattfand.

Cover des Buches "Diktatoren im Kino", Zsolnay-Verlag

Monographie

Diktatoren im Kino. Lenin – Mussolini – Hitler – Goebbels –Stalin

Peter Demetz

In seinem Buch Diktatoren im Kino untersucht der Literaturwissenschaftler Peter Demetz, wie die nationalsozialistische, faschistischen und stalinistischen Diktaturen Film, das damals neue Unterhaltungs- und Dokumentationsmedium, für ihre Zwecke nutzten. Lenin, Mussolini, Hitler, Goebbels und Stalin gelten alle als große Filmfreunde – und sind sich dessen Macht zur Manipulation bewusst. Peter Demetz zeichnet detailliert nach, wie Filmkunst, Filmindustrie und staatliche Tyrannei so effizient ineinandergreifen konnten und bereichert seine Analyse dabei um unzählige Anekdoten. Peter Demetz, 1922 in Prag geboren, wurde 1948 nach einem Germanistikstudium an der Karls-Universität Prag zum Dr.phil. promoviert und arbeitete von 1950-1952 als Redakteur bei Radio Freies Europa in München. 1953 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus und war dort von 1956-58 Dozent an der Yale-Universität in New Haven, ab 1962 ordentlicher Professor für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Yale-Universität, 1963-1969 ebenda Direktor des Fachbereichs Germanistik, von 1972 bis zur Emeritierung hatte er die "Sterling Professur" für Germanistik inne.

Screenshot von Zeitschriftencover: Revolution retour. 1917-2017: Vorwärts und stets vergessen, in: Osteuropa Jg. 67 (2017) Heft 6-8, Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag 2017.

Zeitschrift

Revolution retour. 1917-2017: Vorwärts und stets vergessen

Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e. V. (DGO) (Hrsg.)

Anlässlich des 100. Jahrestages der russischen Oktoberrevolution erschien eine Doppelausgabe der Zeitschrift "Osteuropa" mit dem Titel "Revolution retour. 1917-2017: Vorwärts und stets vergessen". Der Titel ist eine Anspielung auf das Arbeiterlied "Solidaritätslied" von Ernst Busch und Hanns Eisler. Dort heißt es allerdings "Vorwärts, nicht vergessen". Der Titel möchte also schon den Zustand russischer Geschichtspolitik und Erinnerungskultur beschreiben. Dieser widmet sich das Heft in drei großen Kapiteln: Kategorien der Revolution, Bilder der Revolution und Strahlen der Revolution. Der Band vereint über 25 Beiträge namhafter Osteuropaexperten, die den Umgang mit der Oktoberrevolution auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion untersuchen. Den Inhalt des Heftes sowie eine passende Zustandsbeschreibung liefern Manfred Sapper und Volker Weichsel in ihrem Editorial, wenn sie schreiben: "Russlands staatliche Erinnerungspolitik verdrängt beides: die Utopie wie die Gewalt. Sie möchte nichts von Tätern wissen und nicht der Opfer gedenken. Sie kennt nur eine Tragödie, die wie ein Naturereignis über die Gesellschaft hereingebrochen sei – und den Staat, der angeblich einzig Rettung zu bringen vermag."

Buchcover

Fachbuch

The Screen Is Red. Hollywood, Communism, and the Cold War

Bernard F. Dick

Mit „The Screen Is Red. Hollywood, Communism, and the Cold War“ liefert Bernard F. Dick einen Überblick über Repräsentationen des Kommunismus im US-Amerikanischen Film. Das Buch verfolgt den Wandel der Darstellungen im Spiegel weltpolitischer Entwicklungen. In den 1930er Jahren wird der Kommunismus noch als ideologische Verirrung dargestellt, der jedoch mit der Überzeugungskraft der kapitalistischen Konsumwelt entgegengetreten werden kann (ein Beispiel hierfür der Film „Ninotschka“ aus dem Jahr 1939). Geprägt ist diese Phase vor allem vom Aufkommen faschistischer Ideologien in Europa, denen in filmischen Repräsentationen die Rolle des ultimativ Bösen vorbehalten ist. Diese Tendenz verschärft sich mit dem deutschen Einmarsch in die Sowjetunion, die sowjetischen Charakteren in Filmen der frühen 1940er Jahre eine fast schon heldenhaft anmutende Darstellung im gemeinsamen Kampf gegen den Faschismus zukommen lässt. Dies ändert sich mit dem Beginn des Kalten Krieges und den sich zunehmend verhärtenden Fronten zwischen USA und Sowjetunion, welche in fiktiven Nuklearkriegen sowie omnipräsenten Spionen auf der Leinwand reproduziert werden. Auch fast 30 Jahre nach Ende des Kalten Krieges verzichtet die amerikanische Filmindustrie allerdings nicht auf die Fülle an Stoff, die ihr der Ost-West-Konflikt beschert. Der Erfolg moderner Produktionen, welche sich dem Thema weiterhin widmen, wie die Serie „The Americans“ belegt die fortdauernde Bedeutung des Kalten Krieges für den amerikanischen Film.

Buchcover

Fachbuch

Maos Großer Hunger

Frank Dikötter

Als einer der ersten westlichen Historiker erhielt Frank Dikötter Zugang zu bisher geheimen Parteiarchiven und Dokumenten und stellt mit dieser Analyse auf eine erschütternde Weise das gesamte Ausmaß der Zerstörung unter Mao Zedong dar. Mit seinem "Großen Sprung", zu dessen wesentlichen Elementen Zwang, Terror und systematische Gewalt gehörten, trieb Zedong die Modernisierung Chinas voran und verantwortete dabei skrupellos die furchtbarsten Katastrophen der chinesischen Geschichte.  "Maos Großer Hunger" schildert die Willkür der Ortsbehörden, die unermessliche Not in den Dörfern und stellt die chinesische Hungersnot auf wissenschaftlich fundierte Weise dar: Hunger sollte jene "Klassenfeinde" strafen, die nicht mit den Arbeitsnormen Schritt hielten oder sich gar weigerten, sie zu erfüllen. Es kam zu gewollten Vergiftungen, unzähligen Krankheiten durch Mangelerscheinungen, Handel von Menschenfleisch auf dem Schwarzmarkt, dem Aussetzen der eigenen Kinder, Sex für eine halbe Schale Reis und unzähligen Suiziden. Laut Dikötters Akteneinsichten starben in diesem grausamen Menschenexperiment zwischen 1958 und 1962 zwischen 20 und 45 Millionen Menschen einen unnötigen Tod. 

Cover des Buches "Kambodscha unter den Roten Khmer", Verlag Schöningh

Fachbuch

Kambodscha unter den Roten Khmer. Die Erschaffung des perfekten Sozialisten

Daniel Bultmann

Der Autor Daniel Bultmann beschäftigt sich in seinem Buch „Kambodscha unter den Roten Khmer“ mit der Guerillabewegung um Pol-Pot. Bis zum Ende ihrer Herrschaft 1978 fielen den Roten Khmer etwa zwei Millionen Kambodschaner zum Opfer. Die gewaltsamen Maßnahmen zur Metamorphose des Staates in einen Agrarkommunismus zählen zu den brutalsten Staatsverbrechen des 20. Jahrhunderts. Doch die Roten Khmer formten nicht nur die soziale und politische Ordnung neu, sondern auch die Gedankenwelten ihrer Untertanen. Ein System von Zwangsarbeit, Indoktrination und Umerziehungslagern sollte den perfekten Sozialisten hervorbringen. Daniel Bultmann zeigt in seinem Werk die durchaus modernen Repressionstechniken des vermeintlichen „Steinzeitkommunismus“ und zeichnet die Geschichte der Revolution der Roten Khmer und ihre „Eskalationslogiken“ detailliert nach.

Logo: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ)

Website

Von der Sowjetunion in die Unabhängigkeit

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.)

Die Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ) der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlichte 2011 eine Ausgabe unter dem Titel „Nach dem Ende der Sowjetunion“, in der die Nachwirkungen der Sowjetunion sowie die postsowjetische Phase in den ehemaligen Staaten der Sowjetunion untersucht werden. Einer der online verfügbaren Beiträge nimmt die Zeit der 1990er-Jahre in den Blick, als das Imperium zerfiel und aus den früheren 15 Sowjetrepubliken unabhängige Staaten hervorgingen. Welche Wege diese jeweils beschritten und welche Herausforderungen die Transformation zu Marktwirtschaft und Demokratie mit sich brachte, aber auch welche nationalen Identitätsbildungsprozesse einsetzten, zeichnet der Text nach. Die baltischen Staaten gehören mittlerweile zur EU. Belarus, die Ukraine und Moldawien befinden sich im Spannungsfeld zwischen der Russischen Föderation und der EU und die südkaukasischen Republiken tragen weiterhin ungelöste Konflikte aus, während die mittelasiatischen Staaten auf Stabilität durch autoritäre Staatsführung setzen.

Zeitschriftscover

Zeitschrift

Aus Politik und Zeitgeschichte. Russische Revolution

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.)

Wie wird Russland das 100. Jubiläum der Russischen Revolution feiern? Was kann uns die Russische Revolution über Donald Trump sagen? Welche Rolle spielte das Deutsche Reich in der Oktoberrevolution? Diese und andere Fragen sucht die Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschehen in ihrer Ausgabe mit dem Titel "Russische Revolution" zu beantworten. Im Februar 1917 demonstrieren und streiken Russen im ganzen Zarenreich. Sie machen ihrer Wut über die sozialen Verhältnisse und die Kriegslasten Luft. Die Unruhen kulminieren im damaligen Petrograd, heute Sankt Petersburg, zur Februarrevolution. Nur wenige Monate später folgt die Oktoberrevolution, in der die Bolschewiki die Macht in Russland übernehmen. Um diese beiden einschneidenden Ereignisse, die zusammenfassend als Russische Revolution bezeichnet werden, geht es in dieser Ausgabe von "Aus Politik und Zeitgeschehen", um ihre historischen Auswirkungen und um Analogien zur heutigen Politik. Die Zeitschrift kann auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung gelesen, heruntergeladen und bestellt werden.

Busky, Communism, History, Theory

Fachbuch

Communism in History and Theory: The European Experience

Donald F. Busky

Im Jahr 2002 legte Donald F. Busky gleich zwei Fachbücher vor: zum einen sein Werk zum Kommunismus in Afrika, Asien und Amerika. Zum anderen veröffentlichte Busky mit „Communism in History and Theory: The European Experience“ eine tiefgreifende Darstellung der Geschichte kommunistischer Regierungen, kommunistischer Parteien und ihrer Schlüsselfiguren im Europa des 20. Jahrhunderts. Einen weiteren Schwerpunkt legt er in diesem Werk auf die europäische neomarxistische Philosophie. Busky kommt zu dem Schluss, dass die marxistische Idee letztendlich als Erklärungsansatz historischer Prozesse scheitert, da sie sich zu stark auf ökonomische Problemlagen beschränkt. Er verfolgt einen interdisziplinären Ansatz und bezieht in seiner eigenen Analyse Erkenntnisse psychologischer Anthropologie ein.

Cover des Buches "Lexikon zur Geschichte Südosteuropas", Böhlau

Lexikon

Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

Konrad Clewing, Holm Sundhaussens (Hrsg.)

Das „Lexikon zur Geschichte Südosteuropas“ der Herausgeber Holm Sundhaussens und Konrad Clewing ist 2016 in zweiter Auflage erschienen. Im Vergleich zur ersten Ausgabe von 2004 wurde das Lexikon um zusätzliche Einträge erweitert, sodass das Werk nun 603 Beiträge beinhaltet, die von insgesamt 72 Fachleuten aus dem deutschsprachigen Raum verfasst wurden. Die Beiträge umfassen sowohl zeitlich als auch räumlich eine enorme Spanne; sie reichen vom frühen Mittelalter, dem Osmanischen Reich und der Habsburg-Monarchie bis zu den in Folge des Zerfalls Jugoslawiens neu entstandenen Nationalstaaten. Die Gegenstände der Beiträge sind ebenso vielseitig; sie behandeln soziale Schichten, Kriege, politische Bewegungen und Ideologien ebenso wie Volks- und Religionsgruppen, Staaten, Staatenbündnisse und Rechtsbegriffe. Holm Sundhaussen, geboren 1942, war Professor für Südosteuropäische Geschichte am Osteuropa-Institut der FU Berlin. Der Schwerpunkt seiner Forschung lag auf dem 19. und 20 Jahrhundert, insbesondere Nationsbildung und Nationalismus, Ethnische Konflikte; Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte, Sozialer Wandel und Erinnerungskulturen. Er starb 2015. Konrad Clewing, geboren 1967, studierte Geschichte und Volkswirtschaftslehre in München, Wien und Zagreb. Er arbeitet seit 1997 als Wissenschaftler am Südost-Institut in Regensburg, seit 2006 als stellvertretender Direktor.

Buchcover „Europe's Postwar Periods – 1989, 1945, 1918. Writing History Backwards”, Bloomsbury Verlag.

Sammelband | Fachbuch

Europe's Postwar Periods – 1989, 1945, 1918. Writing History Backwards

Martin Conway, Pieter Lagrou, Henry Rousso

Der Sammelband Europe's Postwar Periods – 1989, 1945, 1918. Writing History Backwards von Martin Conway, Pieter Lagrou und Henry Rousso beschäftigt sich mit der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Dabei nimmt der Sammelband besonders Bezug auf die europäischen Nachkriegsperioden 1989, 1945 und 1918. Die Autoren analysieren die Schlüsselkonflikte der Epoche, die beiden großen Weltkriege und den Kalten Krieg, und wie sich daraus die europäischen Strukturen entwickelten. Dabei gehen die Herausgeber des Sammelbands der Frage nach, wie sich die europäische Geschichte aus heutiger Sicht zu Beginn des 21. Jahrhunderts schreiben lässt. Eine Abfolge der Kriegszeiten Europas und die Orientierung an periodischen Eskalationen sei heute nicht mehr überzeugend. Die Beiträge des Sammelbands plädieren dafür, dass die Nachkriegsphasen nach 1918/19, 1945 und 1989/90 zwar weiterhin als Dreh- und Angelpunkte in der Geschichte betrachtet werden sollten, aber diese Zäsuren seien keine überzeugenden Wegmarken mehr, anhand derer eine steigende Europäisierung, Liberalisierung sowie Pluralisierung Europas begründet werden könnte. Stattdessen treten die Autoren für eine gleichberechtigte Betrachtung der drei europäischen Nachkriegsperioden ein. Der Sammelband erläutert, weshalb das Jahr 1989, das einen Sturz der kommunistischen Systeme in Mittel- und Osteuropa bewirkte, als Nachkriegszeit angesehen werden kann.

Cover des Buches „Vexierspiegel Securitate. Rumäniendeutsche Autoren im Visier des kommunistischen Geheimdienstes“, Verlag Friedrich Pustet

Sammelband | Fachbuch

Vexierspiegel Securitate. Rumäniendeutsche Autoren im Visier des kommunistischen Geheimdienstes

Gerhardt Csejka und Stefan Sienerth (Hrsg.)

Der Sammelband Vexierspiegel Securitate: Rumäniendeutsche Autoren im Visier des kommunistischen Geheimdienstes von den Herausgebern Gerhardt Csejka und Stefan Sienerth beschäftigt sich mit dem ehemaligen Geheimdienst „Securitate“ während der kommunistischen Herrschaft in Rumänien. Securitate war von 1948 bis 1990 gleichzeitig Nachrichtendienst und Geheimpolizei in Rumänien, die Mitglieder waren vor allem rumänische Kommunisten. Der Sammelband verfolgt das Ziel, zur Aufarbeitung über die Arbeit der Securitate beizutragen. Der rumänische Geheimdienst überwachte und dranglasierte zahlreiche deutsche Autoren aus Rumänien und sammelte eine Vielzahl an Materialien über die deutschen Kultur- und Literaturschaffenden. Teilweise wurden diese Autoren sowohl von der Securitate als auch durch die Stasi überwacht, wobei die beiden Geheimdienste nicht zusammenarbeiteten. Der Sammelband beinhaltet verschiedene Aufsätze zu diesem Thema und auch Beiträge der internationalen Tagung "Deutsche Literatur in Rumänien im Spiegel und Zerrspiegel der Securitate-Akten“ aus dem Jahr 2009. Bekannte deutsche Autoren, wie beispielsweise Joachim Wittstock, Franz Hodjak, Richard Wagner und Johann Lippet berichten über ihre Erlebnisse unter der Securitate und dem Verhältnis des rumänischen Geheimdienstes zur Stasi.

Screenshot von Startseite des Onlinedossiers auf dekoder.org

Onlinedossier

Afghanistan-Krieg: 30 Jahre Truppenabzug

dekoder [Russland entschlüsseln]

Die Online-Plattform dekoder.org veröffentlicht in Kooperation mit dem Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin das Dossier Afghanistan-Krieg: 30 Jahre Truppenabzug anlässlich des Jahrestages des Truppenabzuges. In den 1950er-Jahren gehörte Afghanistan zur sowjetischen Einflusssphäre und hegte enge Beziehungen zur Sowjetunion. Diese zerbrachen, als die Demokratische Volkspartei 1978 in Afghanistan an die Macht gelangte. Am 25. Dezember 1978 marschierte das sowjetische Militär in Afghanistan ein, brachte das Land unter seine vollständige Kontrolle und setzte eine neue kommunistische Führung ein. Das sowjetische Motiv für den militärischen Einsatz lag einerseits in der Verbreitung des Kommunismus, aber auch in der Grenzsicherung in Richtung Süden. Das sowjetische Eingreifen dauerte von 1978 bis 1989 an. Dekoder beschäftigt sich in verschiedenen Beiträgen mit unterschiedlichen Aspekten des Afghanistaneinsatzes. Es lassen sich folgende Beiträge in dem Dossier finden: Mara Bolzern, Sophia Freitag, Nicola Wündsch: Afghanistanbilder – Zum 30. Jahrestag des Truppenabzugs zeigt dekoder sowjetische Bilder vom Krieg Jana Brzoska, Raphaela Käppeli, Cora Litwinski, Bennet Ledwig: Historische Presseschau: Der sowjetische Truppenabzug aus Afghanistan Marie Michel, Jakob Reuster, Christian Siegenthaler: Erinnerungen an den Afghanistan-Krieg Anastasia Surkov: Afghanistan-Krieg

Buchcover

Analyse

Demolition on Karl Marx Square. Cultural Barbarism and the People's State in 1968

Andrew Demshuk

Andrew Demshuk widmet sich in seiner Analyse der Bedeutung der Sprengung der Leipziger Paulinerkirche am 30. Mai 1968. Bürgerinnen und Bürger der Stadt versuchten, die Zerstörung der vollkommen intakten mittelalterlichen Kirche auf dem Leipziger Karl-Marx-Platz zu verhindern – jedoch vergeblich. Die Proteste gegen die Sprengung waren die größten, mit denen sich die DDR zwischen dem Arbeiteraufstand 1953 und der Friedlichen Revolution 1989 konfrontiert sah. Dieser Akt der Durchsetzung staatlichen Willens gegen den der Bevölkerung zum Erhalt der Kirche wird von dem Autor als entscheidender Wendepunkt in der Beziehung zwischen der DDR-Regierung und den Bürgerinnen und Bürgern betrachtet, an dem letzteren der autoritäre Charakter des DDR-Regimes nochmal nachdrücklich bewusst gemacht wurde. Zwar fokussierte sich die internationale Berichterstattung schon bald nach der Zerstörung der Kirche auf die Ereignisse des Prager Frühlings im selben Jahr, doch die Bedeutung der Sprengung für die Stadt Leipzig, wo im Oktober 1989 die Grundsteine der Friedlichen Revolution gelegt wurden, ist nicht zu unterschätzen. Besonders hervorzuheben ist die große Zahl Primärquellen, mit denen Demshuk arbeitet, wie zum Beispiel Material aus dem Stasi-Unterlagen-Archiv, mit dem die Leserinnen und Leser die Beobachtung des Protestes durch die Staatsmacht nachvollziehen können.  

Screenshot von Zeitschriftencover: Revolution retour. 1917-2017: Vorwärts und stets vergessen, in: Osteuropa Jg. 67 (2017) Heft 6-8, Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag 2017.

Zeitschrift

Osteuropa

Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e. V. (DGO) (Hrsg.)

Osteuropa ist eine monatlich erscheinende von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) herausgegebene Zeitschrift. Sie analysiert Politik und Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft im Osten Europas, nimmt hierbei einen globalen Blickwinkel ein und ist interdisziplinären Ansätzen verpflichtet. Die Vorläufergesellschaft sowie ihr Periodikum gründeten sich bereits 1913. In der in Berlin ansässigen Redaktion sind Dr. Manfred Sapper und Dr. Volker Weichsel federführend. Ihre thematisch breiten und für Debatten offenen Hefte versuchen erfolgreich verschiedene Perspektiven auf dem Topos Osteuropa einzunehmen. Länderdossiers, aufwendige Karten oder Themenhefte in vergleichender Perspektive gewährleisten den breiten Blick auf das historische, aber auch das gegenwärtige Osteuropa.

Cover: Landesbeauftragte M-V für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes (Hrsg.): "Ein Gespenst geht um in Europa..." Der Kommunismus im 20. Jahrhundert, Schwerin 2018.

Sammelband

"Ein Gespenst geht um in Europa..." Der Kommunismus im 20. Jahrhundert

Die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (Hrsg.)

Anlässlich des 100. Jahrestages der russischen Oktoberrevolution veranstaltete die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR eine Fachtagung in Schwerin. Die Ergebnisse dieser Tagung liegen in Form eines Sammelbandes vor. Die acht verschriftlichten Beiträge der Tagung möchten den Kommunismus im 20. Jahrhundert wissenschaftlich neu denken. Die versammelten Aufsätze werfen nicht nur einen Blick auf die Ereignisse im Herbst 1917 in Russland, sondern fragen auch nach der Ideologie des Marxismus, der Rolle der Gewalt in sozialistischen Diktaturen und möchten eine globale Perspektive auf das Thema einnehmen, ebenso wie eine spezifisch mecklenburg-vorpommerische. So untersucht beispielsweise Nikita Petrov in seinem Beitrag den operativen Sektor des NKWD in Mecklenburg von 1945 bis 1952 oder Dominik Rigoll die historischen Ambivalenzen des Antikommunismus. Diese Beiträge bieten eine gute Ergänzung zu Vorträgen die sich eher auf der Makroebene mit dem Thema Kommunismus beschäftigen. So analysiert beispielsweise Jörg Ganzenmüller Formen politischer Gewalt im Stalinismus oder Dietrich Beyrau die Oktoberrevolution in Russland.

Mao und seine verlorenen Kinder: Chinas Kulturrevolution, Screenshot vom Buchcover

Fachbuch

Mao und seine verlorenen Kinder

Frank Dikötter

In seiner Darstellung der Chinesischen Kulturrevolution geht der Historiker und Sinologe Frank Dikötter auf die Auswirkungen der chinesischen Kulturrevolution 1966-67 ein, die mit massiven Menschenrechtsverletzungen und politischen Morden einher ging. Das Buch beschäftigt sich intensiv mit den Auswirkungen auf die beteiligten Menschen und der Frage danach, was in den Studenten und Bauern vorging, als sie auf dem Acker aufeinandertrafen. Denn egal ob politische Führungskraft oder verarmter Dorfbewohner - gleich mehrere Millionen Menschen wurden im Zuge dieser "Revolution" Folter und anderen physischen, sowie psychischen Misshandlungen ausgesetzt. Sie wurden verhaftet, landeten in Gefängnissen und Arbeitslagern oder wurden in entlegene Gegenden des Landes zwangsverschickt. Für die Arbeit an diesem Werk durfte der Autor als einer der ersten westlichen Wissenschaftler verschlossene Parteiarchive besuchen. Hunderte von Dokumenten erzählen aus einer neuen Perspektive die aufrüttelnde Geschichte über Mao, das Entgleiten seiner Macht und die Kinder seiner Revolution.

Screen bpb Internationale Beziehungen I

Zeitschrift

Internationale Beziehungen I

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.)

Zwei Ausgaben der Informationen zur Politischen Bildung (bpb) beschäftigen sich mit den internationalen Beziehungen. Im ersten Heft wird der Ost-West-Konflikt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1990 dargestellt. Der Text basiert auf einer Veröffentlichung von Manfred Görtemaker und Manuela Hrdlicka aus dem Jahr 1990. Zunächst werden der Beginn der Bipolarität sowie die Ursachen und die Entstehung des Kalten Krieges vorgestellt. In weiteren Kapiteln werden die Koexistenz in den 1950er-Jahren, der Übergang zur Entspannung und die Neue Ostpolitik seit Ende der 1960er-Jahre thematisiert. Von der Krise und dem Neubeginn der Ost-West-Kooperation wird anschließend der Bogen zu den friedlichen Revolutionen in Osteuropa geschlagen. Am Schluss gibt die Publikation einen Ausblick auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und bietet Literaturhinweise zu den besprochenen Themen. Das zweite Heft widmet sich den internationalen Beziehungen nach 1989/90.

Screen 17. Juni 1953 - Volksaufstand in der DDR

Online-Ressource

17. Juni 1953 – Volksaufstand in der DDR

Bundeszentrale für politische Bildung, DeutschlandRadio, Zentrum für Zeithistorische Forschung (Hrsg.)

Zum 50. Jahrestag des Volksaufstands in der DDR ging die Webseite online und wurde 2013 zuletzt aktualisiert. Sie widmet sich dem 17. Juni 1953, der ersten Massenerhebung im sowjetischen Machtbereich nach 1945, die zu einem Schlüsselereignis in der Geschichte des geteilten Deutschland wurde. Die Webseite stellt eine Chronik zur Vorgeschichte, zu dem Ereignis und seinen Folgen bereit, sowie eine Karte mit Informationen zum 17. Juni in verschiedenen Städten der DDR. Ergänzend wird auf der Seite eine umfangreiche Materialsammlung zur Verfügung gestellt. Zahleiche Zeitzeugenberichte, Fotos, Karten, Dokumente und Grafiken vermitteln ein dem aktuellen Forschungsstand entsprechendes Bild vom 17. Juni 1953. Darüber hinaus werden Informationen zu Archiven, Quellensammlungen, wissenschaftlichen Publikationen, Prosa-Literatur und Filmen angeboten, die den 17. Juni thematisieren. Linklisten führen zu weiteren Onlineangeboten, Gedenkstätten, Forschungseinrichtungen und Schülerprojekten. Hier geht es zur Webseite.

Cover des Buches "Geschichte im Dienst für das Vaterland. Traditionen und Ziele der russländischen Geschichtspolitik seit 2000,  Vandenhoeck & Ruprecht

Monographie

Geschichte im Dienst für das Vaterland. Traditionen und Ziele der russländischen Geschichtspolitik seit 2000

Philipp Bürger

Philipp Bürgers Dissertationsschrift Geschichte im Dienst für das Vaterland widmet sich der Geschichtspolitik Russlands. Während viele Publikationen, die sich im weitesten Sinne mit "Erinnerungskultur" beschäftigen, auf eher vage und schwer zu fassende Konzepte wie das "kollektive Gedächtnis" einer Gesellschaft oder einer gesellschaftlichen "Erinnerungskultur" fokussieren, konzentriert sich Bürger auf die offizielle Geschichtspolitik der Russischen Föderation. Diese analysiert der Autor anhand von Feiertagskalendern, Schulbüchern, staatlich umgesetzten Online-Kampagnen, Reden und Gesetzestexten. Der zeitliche Rahmen der Analyse beginnt mit der Regierungszeit von Wladimir Putin im Jahr 2000: während die 1990er-Jahre unmittelbar nach Ende der Sowjetunion noch keine klare Linie in der russischen Geschichtspolitik erkennen ließen, sondern vielmehr von Orientierungslosigkeit und Debatten verschiedener Lager geprägt waren, zeichnete sich unter Putins Regierung eine eindeutige Richtung der Geschichtspolitik ab. Durch patriotische Narrative sollte und soll die Regierung Putin in der Bevölkerung legitimiert werden. Philipp Bürger ist Osteuropahistoriker und arbeitet derzeit als Lehrbeauftragter in der Abteilung für Osteuropäische Geschichte der Universität Bonn.

Busky, Communism, Asia, Africa, Americas

Fachbuch

Communism in History and Theory: Asia, Africa, and the Americas

Donald F. Busky

Im Jahr 2002 publizierte Donald F. Busky nach seiner Studie zum Kommunismus in Europa mit „Communism in History and Theory: Asia, Africa, and the Americas“ eine umfassende Darstellung marxistisch-leninistischer Parteien und ihrer Schlüsselfiguren in den USA, Australien und Neuseeland sowie in „Dritte Welt“-Ländern des asiatischen, afrikanischen und amerikanischen Kontinents im 20. Jahrhundert. In detaillierter Synthesearbeit beleuchtet Busky die theoretischen Grundlagen kommunistischer Herrschaft und deren reelle Ausprägungen auf den genannten Kontinenten. Ausführlich setzt er sich z. B. mit dem Maoismus und den US-amerikanischen Aktionen gegen kommunistische Staaten und Bewegungen vom Korea- bis zum Vietnamkrieg und in Mittelamerika auseinander. In Kombination mit seinem Buch zum europäischen Kommunismus kann so von einer globalen Kommunismusgeschichte Buskys gesprochen werden.

Logo der Informationsplattform H-Soz-Kult

Online-Plattform

H-Soz-Kult. Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften

Clio-online – Fachportal Geschichte & Geschichtswissenschaft

Die 1996 ins Leben gerufene Informations- und Kommunikationsplattform für Historikerinnen und Historiker H-Soz-Kult (Humanities – Sozial- und Kulturgeschichte), ist eine der bedeutendsten Websites für historische Fachinformationen im deutschsprachigen Netz. Das Open-Access-Portal veröffentlicht jährlich circa 1.000 Rezensionen, 500 Tagungsberichte, 2.000 Ankündigungen von Veranstaltungen, Inhaltsverzeichnisse aktueller Ausgaben von über 500 Periodika und über 1.000 Stipendien- und Stellenausschreibungen.  Die ständig besetzte Kernredaktion am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin wird durch die ehrenamtliche Arbeit von über 40 renommierten Experten und Expertinnen aus nahezu allen Fachbereichen der Geschichtswissenschaft unterstützt. Die redaktionelle Betreuung der Beiträge garantiert die hohe wissenschaftliche Qualität des Portals. Neben der Website https://www.hsozkult.de/ gelangt man auch über ein Mail-Abo oder den Twitter-Kanal der Plattform an die Fachinformationen. H-Soz-Kult ist Teil des Historikernetzwerkes Clio-online – Fachportal Geschichte & Geschichtswissenschaft. Zahlreiche Veranstaltungsankündigungen, Calls und Rezensionen einschlägiger Neuerscheinungen beschäftigen sich mit der Erforschung und Aufarbeitung der Geschichte des Kommunismus. Auf unserer Website verlinken wir oftmals auf Buch- und Konferenzbesprechungen sowie auf Call for Papers und Veranstaltungsankündigungen des Portals.  

Cover des Buches " Europe's Postwar Periods – 1989, 1945, 1918. Writing History Backwards", Bloomsbury

Sammelband

Europe's Postwar Periods – 1989, 1945, 1918. Writing History Backwards

Martin Conway, Pieter Lagrou, Henry Rousso

Der Sammelband  Europe's Postwar Periods – 1989, 1945, 1918. Writing History Backwards schreibt eine europäische Geschichte mit dem Fokus auf die Nachkriegszeiten der drei großen Kriege des 20. Jahrhunderts: der beiden Weltkriege und des Kalten Kriegs. Beiträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz Europa analysieren, wie das europäische Narrativ durch die Nachkriegszeiten geprägt wurde – und liefern dabei eine überzeugende Alternative zu einem Europa-Narrativ, das um den Untergang des Abendlandes kreist. Jedes der neun Kapitel adressiert ein Thema, welches von Bedeutung für die neuere europäische Geschichte ist: Demoblization; Borders; Justice; Futures; States; Democracies; Empires; Markets; Pasts. Mit seinem Fokus auf die Nachkriegszeit liefert der Band eine Alternative zu Sichtweisen, die besagen, dass Europa in erster Linie aus seinen Gewalterfahrungen und Kriegen zu dem geworden sei, was es heute ist: Vielmehr war es  die Beschaffenheit  dessen, was nach den Kriegen entstehen konnte – international, national, politisch, ökonomisch, sozial – was Europa zu dem machte, was es heute ist.

Screen Prager Frühling 1968 tagesschau.de

Website

Prager Frühling 1968

Manuel Czauderna, Wolfgang Denzler

Der Onlineauftritt von tagesschau.de bietet eine multimediale Chronik zur Geschichte des Prager Frühlings 1968 in der Tschechoslowakei an. Anhand von Einführungstexten sowie historischen Fernseh- und Radiobeiträgen können die Ereignisse vom Beginn des Aufstands bis zu dessen Niederschlagung durch die Armeen der Warschauer Pakt Staaten und damit das Scheitern des Liberalisierungs- und Demokratisierungskurses von Parteichef Alexander Dubček nachvollzogen werden. Die Beiträge informieren über die angespannte wirtschaftliche Situation, die gesellschaftliche Unzufriedenheit im Vorfeld der Proteste, die geplanten Reformen der Kommunistischen Partei sowie die Reaktionen aus Moskau und die Wiederherstellung des alten Regimes. Auf einem Zeitstrahl können einzelne Ereignisse zwischen Dezember 1967 und August 1968 angeklickt werden, die zu den jeweiligen historischen Video-, Audio- oder Bilddokumenten führen.

Screenshot von Startseite des Onlinedossiers auf dekoder.org: http://www.dekoder.org/de/dossier/19172017-100-jahre-revolution

Onlinedossier

1917/2017 – 100 Jahre Revolution

dekoder [Russland entschlüsseln]

dekoder [Russland entschlüsseln] macht ausgewählte Recherchen, Reportagen und Projekte aus russischsprachigen Medien ins Deutsche übersetzt einem breiten Publikum zugänglich. Ebenso kommentieren deutschsprachige Wissenschaftler und Journalisten auf der Plattform die russische (Zeit)Geschichte. Aus Anlass des 100. Jahrestags der Russischen Revolution präsentiert dekoder.org das Dossier „1917/2017 – 100 Jahre Revolution“. Das multimediale Dossier versammelt über 20 Beiträge rund um das Geschehen im Jahre 1917 im damaligen Russland. Neben Audio- und Videopodcasts finden sich auch Beiträge zu Musik, Kino und Kunst des Revolutionsjahres. Umfangreiche Reportagen zu den Ereignissen in Russland, Informationen zur Kultur- Sozial- und Politikgeschichte des Jahres 1917 sowie ausgewählte, digitalisierte und kommentierte Quellen werden den Lesenden anschaulich und innovativ präsentiert. In einem Beitrag des Historikers Frithjof Benjamin Schenk kann man beispielsweise auf einer interaktiven Karte den Weg Lenins aus dem schweizer Exil nach Russland nachverfolgen. Das Autorenteam des Dossiers setzt sich aus renommierten Wissenschaftlern und Journalisten zusammen. Es lassen sich folgende Beiträge in dem Dossier finden: Maxim Gorki: Hier stirbt die Demokratie!Leonid A. Klimov: Alte und neue ZeitrechnungSandra Birzer: Sprache und RevolutionPodcast #1: Hundert Jahre RevolutionMiriam Leimer, geb. Häßler: Kunst und Revolution Debattenschau Nr. 59: Schweigen über 100 Jahre Revolution vom 08.11.2017 Revolutionäre Grüße aus dem Jahr 1917. Ansichtskarten aus dem RevolutionsjahrSergej Schelin: Oktoberrevolution: Erbe ohne ErbenVideo #10: Petrograder Winterpalast unter Beschuss!Kino #10: OktoberRobert Kindler: Das Revolutionsjahr an der PeripherieBenno Ennker: Lenin in der russischen RevolutionRobert Kindler: Russland im Ersten WeltkriegArzamas: Musyka: Soundtrack der RevolutionFrithjof Benjamin Schenk: Lenins Fahrt in die RevolutionCarmen Scheide: Frauen und die RevolutionOlga Filina: FAQ zum Revolutionsgedenken 1917Alexey Pavperov: „Geknallt hätte es sowieso“ – Teil I Alexey Pavperov: „Geknallt hätte es sowieso“ – Teil IIMatthias Stadelmann: Nikolaus II.Frithjof Benjamin Schenk: Die FebruarrevolutionHistorische Presseschau: Oktober 1917Robert Kindler: Oktoberrevolution 1917

Buchcover: Frank Deppe: 1917 | 2017. Revolution und Gegenrevolution

Fachbuch

1917 | 2017. Revolution und Gegenrevolution

Frank Deppe

Der deutsche Politikwissenschaftler Frank Deppe beschäftigt sich 100 Jahre nach der Russischen Revolution mit den „kleinen“ und „großen“ Revolutionen des 20. Jahrhunderts. Der Autor definiert die jeweiligen Wesensmerkmale, fragt nach Verlaufsformen von Revolutionszyklen, nach sozialen Akteuren und den Gegenrevolutionen, die diese Epoche nicht minder prägten. Russland, Deutschland, Spanien, China, Mexiko, Chile, Kuba und viele andere Staaten werden in den Blick genommen, wobei ein Fokus auf der Analyse der Ursachen, dem Verlauf und den Folgen der Oktoberrevolution der Bolschewiki liegt. Deppe setzt sich mit der zeitgeschichtlichen Revolutionsforschung auseinander und diskutiert die Perspektiven von Revolution und Gegenrevolution im 21. Jahrhundert. Der Rezensent Franz Sz. Horváth bemängelt jedoch, dass der Politologe Deppe den aktuellen Forschungsstand der Geschichtswissenschaft zu wenig in seine Betrachtungen einbezogen habe und wichtige Standardwerke zur Oktoberrevolution und dem Stalinismus nicht kenne. Sie können die Rezension bei H-Soz-Kult nachlesen.

Buchcover Isaac Deutscher: Die unvollendete Revolution 1917–1967

Fachbuch

Die unvollendete Revolution 1917–1967

Isaac Deutscher

Das Buch enthält sechs Vorträge des trotzkistischen Schriftstellers, Journalisten und Historiker Isaac Deutscher (1907–1967), die dieser aus Anlass des 50. Jahrestages der Russischen Revolution in Cambridge gehalten hat. Darin beschäftigt er sich mit der Frage, ob die sowjetische Herrschaft kommunistische Ziele verfolgt und welche Rolle sie damit für die kommunistische Bewegung weltweit spielt. Deutscher analysiert die innere Entwicklung der Sowjetunion und ihre Außenwirkung, wobei er Stalin vorwirft, die revolutionäre Bewegung unterbrochen zu haben. Weder in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg noch in der Sowjetunion selbst sei das „Proletariat“ wirklich befreit worden, es sei vielmehr unter die Herrschaft der Bürokratie geraten, so der Autor. Die Revolution, glaubt Deutscher 1967, könne durch eine Erneuerung der sowjetischen Gesellschaft noch vollendet werden; dazu müsse sich aber auch der Westen dem Sozialismus endlich öffnen.

Cover der ZEIT Geschichte Ausgabe "1917", Die Zeit

Magazin

1917 - Revolution in Russland, Kriegseintritt der USA: Ein Jahr, das die Welt verändert

Die Zeit (Hrsg.)

Die zweite Ausgabe 2017 des vierteljährlich erscheinenden Magazins ZEIT Geschichte beschäftigt sich mit dem Jahr 1917 und den weitreichenden globalen Veränderungen. Zwar endete das Jahr wie es begonnen hatte: Der Erste Weltkrieg wütete weiter und die betroffenen Menschen mussten weiterhin Hunger und Entbehrungen ertragen. Doch waren sich viele Zeitgenossen einig, dass sie Zeugen vom Anbruch einer neuen Epoche sind. Dies ergab sich auch aus dem „Erwachen“ der zwei Mächte, die das gesamte Jahrhundert prägen sollten: Der Kriegseintritt der USA ist "der Beginn des Aufstiegs zur Schutzmacht der Demokratie". Doch auch der künftige Gegenspieler im später so genannten Kalten Krieg betrat mit dem Sturz des Zarenreiches und der Etablierung des ersten kommunistischen Regimes durch die Bolschewiki die Bühne der Welt. Das Magazin thematisiert die vielen kleinen und großen Umbrüche des Jahres im Deutschen Kaiserreich, im Nahen Osten und im Rest der Welt. Der Fokus liegt dabei auf den Akteuren dieser Prozesse wie Lenin und Wilson, die dieses „Epochenjahr“ prägten.

Cover des Buches "The Rights of the Roma", Cambridge University Press

Monographie

The Rights of the Roma. The Struggle for Citizenship in Postwar Czechoslovakia

Celia Donert

Celia Donerts Analyse The Rights of the Roma beschreibt den Kampf um Staatsbürgerschaft von Romnija und Roma in der damaligen Tschechoslowakei. Die Autorin nähert sich der Thematik aus einer geschichtswissenschaftlichen Perspektive auf Menschenrechte im sozialistischen und post-sozialistischen Osteuropa und erweitert diese um die Perspektive der Roma. Im Gegensatz zu vielen Publikationen in diesem Bereich, die die Minderheit vor allem als Opfer beschreiben, wird hier ihre Rolle als Aktivistinnen und Aktivisten betont, deren Kampf um Staatsbürgerschaft immer der Kampf um soziale Teilhabe war. Die Studie stützt sich auf tschechische und slowakische Archivbestände sowie Oral-History-Quellen. Des weiteren arbeitet der Band heraus, welche bedeutende Rolle sozialistische Staaten in der Entstehung von "social citizenship" Konzepten im Europa der Nachkriegszeit spielten. Zentrale These der Autorin ist, dass das Aufkommen starker Menschenrechtsbewegungen nach dem Ende der sozialistischen Diktaturen nicht allein auf das Wirken von Dissidentinnen und Dissidenten der 1970er-Jahre zurückzuführen sei, sondern auf den Verlust der Staatsbürgerschaftskonzepte der kommunistischen Staaten. 

Screenshot des Sammel-Dossiers "Oktoberrevolution", Bundeszentrale für politische Bildung

Onlinedossier

Oktoberrevolution. Sammel-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung

Bundeszentrale für politische Bildung

Das Sammel-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zur Oktoberrevolution bündelt Texte, die bereits in anderen Dossiers und Publikationen der bpb über Russland, die Sowjetunion oder den Kommunismus erschienen sind. Im Verlauf des aktuellen Gedenkjahres sollen die Inhalte noch ergänzt werden. Das Sammel-Dossier gliedert sich in die Kapitel Geschichte, Folgen, Aufarbeitung und Videos. Mit den Beiträgen vermittelt das Sammel-Dossier einen Überblick über die Ereignisse der Oktoberrevolution 1917 und reflektiert die daraus entstandenen politischen, sozialen und kulturellen Auswirkungen. So ist etwa ein Dossier zum Film „Panzerkreuzer Potemkin“ und dessen Erzählweise vorhanden, aber auch Texte zu Stalinismus und der Genese des Kommunismus. Das Sammel-Dossier verweist außerdem auf thematisch passende Publikationen und Videos der bpb zur weiterführenden Beschäftigung mit der Russischen Revolution.

Logo bpb Dossier Russland

Onlinedossier

bpb Dossier Russland

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Das Länderdossier Russland ist ein Onlineangebot der Bundeszentrale für politische Bildung, das einen Überblick über die Geschichte, Politik, Gesellschaft, Kultur und Geografie eines der größten Länder der Welt präsentiert. Die Russische Föderation mit mehr als 140 Mio. Einwohnern erstreckt sich über neun Zeitzonen von Osteuropa bis Ostasien und hat eine durch zahlreiche Bevölkerungsgruppen geprägte vielfältige Kultur. Neben den thematischen Beiträgen können auf der Webseite auch Landkarten, Infografiken zur Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung abgerufen sowie Quizfragen beantwortet werden. Russland wird als ein Land zwischen Autokratie und Modernisierung charakterisiert, dessen Demokratisierungsprozess, der nach dem Zerfall der Sowjetunion eingesetzt hat, stagniert und das gegenwärtig versucht, seine historische außenpolitische Bedeutung wiederzuerlangen.

Cover  Horch und Guck 24. Jg. Heft 81, 1/2015

Zeitschrift

Horch und Guck. Zeitschrift zur kritischen Aufarbeitung der SED-Diktatur

Bürgerkomitee Leipzig e.V. für die Auflösung der ehemaligen Staatssicherheit (MfS) (Hrsg.)

Die Zeitschrift Horch und Guck erscheint mehrmals jährlich in unregelmäßigen Abständen seit 1992.  Gegründet wurde die Zeitschrift aus der Aufarbeitungsinitiative "Bürgerkomitee 15. Januar e.V. Berlin. Verein zur Aufarbeitung der DDR- und Stasigeschichte" 1992. Seit 2014 fungiert das "Bürgerkomitee Leipzig e.V., mit der Gedenkstätte Museum in der Runden Ecke" als Herausgeber der Zeitschrift. Beides sind Aufarbeitungsinitiativen, die sich aus dem direkten Kontext der DDR-Opposition gegründet hatten. Somit behandelte das Periodikum in den ersten Ausgaben vor allem die Repression in der SED-Diktatur und plädierte für eine kritische Aufarbeitung von dieser. Inzwischen fand eine inhaltliche Öffnung hin zu breiteren Themen statt. So wird das generelle Unrecht kommunistischer Diktaturen und die Frage nach einem angemessenen Umgang damit, diskutiert.   

Cover des Buches „Mecca of Revolution. Algeria, Decolonization, and the Third World Order“, Oxford University Press

Fachbuch

Mecca of Revolution. Algeria, Decolonization, and the Third World Order

Jeffrey James Byrne

Mecca of Revolution untersucht anhand der algerischen Unabhängigkeit die Geschichte des antikolonialen Internationalismus und dessen Verflechtungen in den internationalen Beziehungen. Jeffrey James Byrne, Professor an der University of British Columbia, argumentiert, dass der „Third Worldism“, der als subversive transnationale Bewegung in der spät-kolonialistischen Ära entstanden ist, sich zu einem elitären, diplomatischen Zusammenschluss entwickelte. Dieser verstärkte die Souveränität der Staaten und deren nationale Autorität. Das selbstbewusste Auftreten der frisch unabhängigen Staaten als ein verbundener Block in den diplomatischen Beziehungen, interpretiert Byrne als Folge des Kalten Krieges.Weiter untersucht Byrne die Süd-Süd-Beziehungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, um das Phänomen des „Third Worldism“ zu entmystifizieren. Seinen Analysefokus legt er dabei auf die aktuellen geopolitischen Situationen im globalen Süden. Byrne schildert die Entwicklung eines komplexen normativen Systems, welches Ereignisse und Teilbereiche wie den Arabischen Frühling, den Handel mit Nuklearwaffen oder auch globale Handelsvereinbarungen umfasst. Der Autor möchte die These vom Scheitern des „Third-Worldism“ dadurch widerlegen.

Analyse

Agents of the Revolution. New Biographical Approaches to the History of International Communism in the Age of Lenin and Stalin

Gidon Cohen, Andrew Flinn, Kevin Morgan (Hrsg):

"Agents of the Revolution. New Biographical Approaches to the History of International Communism in the Age of Lenin and Stalin" versammelt eine Auswahl aktueller Arbeiten im Bereich kommunistischer Biografieforschung. Dabei stützen sich die Beiträge auf Archivmaterial der Kommunistischen Internationalen, Interviews und eine Vielzahl weiterer Quellen. Einige Kapitel fokussieren auf individuelle Persönlichkeiten wie Clara Zetkin, William Z. Foster, Umberto Terracini, William Gallacher oder Jozsef Pogany. Andere verfolgen einen kollektiven Ansatz und widmen sich kommunistischen Kulturen im ländlichen Österreich oder der Frage, welchen Einfluss Institutionen wie die internationale Lenin-Schule hatten. Des Weiteren finden sich Kapitel zum Werdegang kommunistischer Institutionen, zur Rolle von hohen Funktionären wie Generalsekretären, zum Verhältnis zwischen Generationen, und der Bedeutung von Familienverbindungen. 

Buchcover Stéphane Courtois (Hrsg.): Das Schwarzbuch des Kommunismus, Bd. 1 Unterdrückung, Verbrechen und Terror

Fachbuch

Das Schwarzbuch des Kommunismus

Stéphane Courtois (Hrsg.)

Die 1000 Seiten starke deutsche Übersetzung der französischen Originalausgabe erschien erstmals 1998 und löste auch in Deutschland eine heftige Debatte aus. Der erste Band des Schwarzbuch des Kommunismus widmet sich den Verbrechen kommunistischer Regime und Bewegungen in der Sowjetunion, in Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika. Zentrale These des Buches ist, dass Terror und Unterdrückung im Namen einer Ideologie und zur Durchsetzung von Herrschaft von Beginn an den Charakter kommunistischer Parteien und Regime prägte. Der kommunistische „Klassengenozid“ wird damit auf eine Stufe mit dem nationalsozialistischen „Rassengenozid“ gestellt. Der zweite Band, 2004 auf Deutsch publiziert, enthält Studien zu Rumänien, Bulgarien und den baltischen Staaten. Außerdem werden kommunistische Parteien in Westeuropa sowie der Umgang mit der kommunistischen Vergangenheit im modernen Russland untersucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Idee von der klassenlosen Gesellschaft zu derartiger Gewalt und Terror führen konnte.

Buchcover Alfons Dalma, Heinz Ramseier, Andreas Graf Razumovsky u.a.: Euro-Kommunismus. Italien, Frankreich, Jugoslawien, Spanien, Portugal

Fachbuch

Euro-Kommunismus. Italien, Frankreich, Jugoslawien, Spanien, Portugal

Alfons Dalma, Heinz Ramseier, Andreas Graf Razumovsky, Joseph Rovan, Michael Vermehren

Der Band gibt einen Überblick über die Debatte zum Eurokommunismus der 1970er-Jahre. Ausschlaggebend dafür war das Buch von Santiago Carillo, Generalsekretär der Kommunistischen Partei Spaniens, aus dem Jahr 1977, das den Titel trug Eurocommunism and the State und für den Bruch der westlichen KPs mit Moskau plädierte. Alfons Dalma, Heinz Ranseiner u.a. zeigen, dass der Eurokommunismus in jedem Land anders interpretiert und praktiziert wird. Die inneren Widersprüche etwa der Kommunistischen Partei Frankreichs verdeutlicht Joseph Rovan anhand ihrer Zerrissenheit zwischen der Treue zu Moskau auf der einen und den nationalen Traditionen auf der anderen Seite. Heinz Ramseier skizziert den Weg des Vorsitzenden der Portugiesischen Kommunistischen Partei, Álvaro Cunhal, von strenger Parteidoktrin zur eurokommunistischen Beweglichkeit.

Screenshot der Website dekoder.org mit Onlinedossier zur Oktoberrevolution

Online-Plattform | Website

dekoder [Russland entschlüsseln]

dekoder

Die Online-Plattform dekoder [Russland entschlüsseln] erhielt 2016 den Grimme Online Award. Die Website kommentiert und begleitet das kulturelle, politische und soziale Leben im heutigen Russland. In den Beiträgen werden Inhalte von Russlandexperten aus Wissenschaft und Journalismus leicht verständlich vermittelt. Die Autorinnen und Autoren zeichnen somit ein differenziertes Bild der postsowjetischen Gesellschaft. Es finden sich Artikel zu Pop, Memory, Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft. Die Einträge sind gut recherchiert und zeichnen sich durch ihre multimediale und quellengestützte Darstellung aus. In dem Netzwerk aus Medienexperten, Journalisten und Übersetzern kommen russische Stimmen genauso zu Wort wie deutsche. Somit fördert die Seite das gegenseitige Verständnis und den kulturellen Austausch. Anlässlich des Centennials der Oktoberrevolutionen hat der Blog ein Onlinedossier zu diesem Topos erstellt. Neben einer zeitgenössischen Presseschau finden sich dort beispielsweise Artikel zum Soundtrack der Revolution oder zum Anteil der Frauen am Revolutionsgeschehen.

Screenshot von Zeitschriftencover: Wärmebild. Sondierungen im Osten Europas, in: Osteuropa Jg. 67 (2017) Heft 9-10, Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag 2017.

Zeitschrift

Wärmebild. Sondierungen im Osten Europas

Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e. V. (DGO) (Hrsg.)

In der Doppelausgabe der Zeitschrift Osteuropa mit dem Titel Wärmebild. Sondierungen im Osten Europas geht es um gesellschaftliche und politische Aus- und Verhandlungsprozesse im sowjetischen und postsowjetischen Osten Europas. Der Band versammelt 15 Aufsätze in drei Überkapiteln. Den Schwerpunkt mit sechs Einträgen bildet der erste Abschnitt "Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Sicherheit", in dem vor allem auf aktuelle politische Entwicklungen in Russland und dem östlichen Europa eingegangen wird. Direkt mit der Kommunismusgeschichte beschäftigen sich die Beiträge des Kapitels zur "Völkergeschichte". Die Aufsätze von Egbert Jahn, Robert Kindler und Uwe Halbach diskutieren Idee und Realität der kommunistischen Internationale, die Integration von Russlanddeutschen in die sowjetische Gesellschaft und das Verhältnis von Russland und dem Kaukasus. Abschließend finden sich Aufsätze die das Verhältnis von Staat, Politik und Religion im östlichen Europa anhand ausgewählter Beispiele in den Blick nehmen.

Buchcover Deutsches Historisches Museum, Schweizerisches Nationalmuseum (Hrsg.): 1917. Revolution. Russland und die Folgen, Sandstein Verlag

Sachbuch

1917. Revolution. Russland und die Folgen

Deutsches Historisches Museum, Schweizerisches Nationalmuseum (Hrsg.)

Der Band versammelt Essays zu den Ursachen, den Akteuren und Folgen der Russischen Revolution für Russland, aber auch Europa. Die Beiträge gehen der Frage nach, wie die revolutionären Ereignisse zwischen 1917 und 1922 zu einem Systemwechsel in Russland führen konnten, der schließlich das gesamte 20. Jahrhundert prägte und bis heute nachwirkt. Aus unterschiedlichen Perspektiven nehmen sie die Russische Revolution in den Blick und erklären, warum die Erinnerung daran auch heute noch von Bedeutung ist. Zu den Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Russland, Frankreich, der Schweiz und Großbritannien gehören Jörg Baberowski, Heiko Haumann, Frithjof Benjamin Schenk, Igor Narskij, Julia Richers, Jutta Scherrer, Felix Philipp Ingold, Sophie Coeuré, Martin Sabrow, Gerd Koenen, Boris Kolonickij, Catherine Merridale.

Buchcover

Fachbuch

The Cultural Revolution. A People‘s History 1962-1976

Frank Dikötter

„The Cultural Revolution. A People‘s History 1962-1976“ ist der dritte und letzte Band von Frank Dikötters Trilogie über die Kommunistische Revolution in China. Er folgt auf die Bände „Mao‘s Great Famine“ (dt.: Maos große Hungersnot) und „The Tragedy of Liberation“ (dt.: Die Tragödie der Befreiung). Der Analysezeitrahmen des Buches beginnt 1962, ein Jahr nachdem das ökonomische Desaster des „Großen Sprungs nach vorn“ vorzeitig abgebrochen worden war. Mit dem "Großen Sprung nach vorn" wird eine staatlich gesteuerte Kampagne zur Umstrukturierung der Landwirtschaft bezeichnet, die eine Hungernot zur Folge hatte, welche Millionen von chinesischen Bürgern das Leben kostete. Um ihre Stärke und Autorität in Folge zu festigen, initiierte die Regierung Mao Zedongs die sogenannte "Große Kulturrevolution". Das offizielle Ziel dieser Kampagne war die Beseitigung von bürgerlichen und kapitalistischen Elementen in der chinesischen Bevölkerung, um eine Bedrohung der kommunistischen Ideologie zu verhindern. Die Kulturrevolution stürzte das Land ins Chaos und warf es sowohl wirtschaftlich wie auch gesellschaftlich weit zurück. Massenverhaftungen und Verfolgung von vermeintlichen Regimegegnern kosteten erneut Hunderttausende Menschen das Leben und setzten weitere Millionen Folter und Gefangenschaft aus. Frank Dikötter arbeitet in seiner Analyse mit einer immensen Anzahl zuvor nicht zugänglichen Quellendokumenten und ermöglicht den Lesern des Buches dadurch eine neue Perspektive auf die Kulturrevolution.

Cover: Nikolas Dörr: Die Rote Gefahr. Der italienische Eurokommunismus als sicherheitspolitische Herausforderung für die USA und Westdeutschland 1969-1979, Köln: Böhlau 2017.

Monographie

Die Rote Gefahr. Der italienische Eurokommunismus als sicherheitspolitische Herausforderung für die USA und Westdeutschland 1969-1979

Nikolas Dörr

Nikolas Dörrs Buch „Die Rote Gefahr“ analysiert, wie die italienische Bewegung des Eurokommunismus‘ die außen- und sicherheitspolitischen Strategien der USA und Westdeutschlands beeinflussten und herausforderte. Als Eurokommunismus wird eine politische Strömung innerhalb der kommunistischen Parteien Europas bezeichnet, die besonders in Italien, Spanien und Frankreich viele Anhänger hatte. Als einer ihrer wichtigsten Vertreter gilt Enrico Berlinguer, der von 1972-1984 Generalsekretär der Kommunistischen Partei Italiens war. Der Eurokommunismus definierte sich über eine kritische Haltung und zunehmende Distanzierung vom sowjetischen Kommunismus. Durch diese Distanzierung entzog dich der Eurokommunismus der klassischen Ost-West-Logik, die die Grundlage des damaligen sicherheitspolitischen Verständnis bildete. Dörr zeichnet in seinem Buch nach, wie die daraus resultierende Verunsicherung die außen- und sicherheitspolitischen Strategien der USA und Westdeutschlands prägte. Nikolas Dörr, geboren 1979, studierte Neuere Geschichte, Psychologie, Öffentliches Recht, Politikwissenschaft sowie Friedens- und Konfliktforschung.