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Cover des Buches "Die Novemberrevolution 1918/19", marixverlag

Fachbuch

Die Novemberrevolution 1918/19

Christoph Regulski

Christoph Regulskis Buch "Die Novemberrevolution" analysiert die Ursachen, den Verlauf und die Konsequenzen der Revolution von 1918/19. Eine Vielzahl der Analysen zum Thema die anlässlich des 100. Jahrestages des Kieler Matrosenaufstandes 1918 erschienenen sind, legt den Schwerpunkt der Betrachtung auf das Ende der Revolution, auf den Aspekt des Unvollendeten – und, vor allem, auf die Weimarer Republik, die aus der Revolution entstand und die in ihrer Verfasstheit die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten ermöglichen würde. Regulski hingegen wendet den Blick auf die Ursprünge der Revolution und untersucht, ob hier bereits die Gründe für ihr späteres Scheitern gefunden werden können. Dr. Christoph Regulski, studierte Deutsch und Geschichte an der Freien Universität Berlin und an der Ruhr-Universität Bochum. Seine bisher veröffentlichten Bücher erstrecken sich vom Kaiserreich bis zu seinem Forschungsschwerpunkt Erster Weltkrieg. Der Autor lebt und arbeitet in der Wetterau bei Frankfurt am Main.

Buchcover „The Depths of Russia. Oil, Power, and Culture after Socialism“

Monographie

The Depths of Russia. Oil, Power, and Culture after Socialism

Douglas Rogers

Der Anthropologe Douglas Rogers beschäftigt sich in seiner Monografie The Depths of Russia. Oil, Power, and Culture after Socialism mit der wirtschaftlichen Situation während des Kalten Krieges. Neueren Forschungen zufolge wird der Kalte Krieg zwischen dem kapitalistischen Westen und den kommunistisch ausgerichteten Ostblockstaaten unter Führung der Sowjetunion nicht mehr als reiner Politik- und Konfrontationskonflikt betrachtet, sondern auch die ökonomischen Verhältnisse werden als wesentlicher Aspekt mit in die Analysen einbezogen. Rogers analysiert in seiner Studie vor allen die Stellung des Öls in der sowjetischen und russischen Politik. Russland gehörte damals wie auch heute zu den führenden Ölproduzenten weltweit. Der Autor fokussiert sich auf die 1990er- und 2000er-Jahre und bezieht somit die Transformationszeit mit in seine Analyse ein. Dabei widmet er sich ausschließlich der Region Perm und setzt sich zum Ziel, vor allem die kulturelle und soziale Dimension der Ölwirtschaft zu analysieren und die sozio-kulturellen Veränderungen in der Region Perm nach der Transformation 1991 zu untersuchen. Rogers untersucht besonders, wie sich die Stellung des Öls in der Region Perm im Laufe der Zeit wandelte. Während der Sowjetzeit spielte das Öl für die Identität der Region keine tragende Rolle, erst in der postsozialistischen Zeit wurde durch das Unternehmen Lukoil-Perm das Ölvorkommen in Perm zu einem tragenden Element in der russischen Ölwirtschaft. Der Autor untersucht in seiner Studie die sozialistische Zeit bis hin zur Putin-Ära.

Buchcover „Leben, ins Feuer geworfen - Die Generation des Großen Oktobers“, Suhrkamp Verlag.

Monographie

Leben, ins Feuer geworfen - Die Generation des Großen Oktobers

Michail Ryklin

Michail Ryklin beschäftigt sich in seiner Monografie Leben, ins Feuer geworfen - Die Generation des Großen Oktobers mit der Oktoberrevolution 1917. Die Oktoberrevolution bedeutete die gewaltsame Machtübernahme der kommunistischen Bolschewiki in Russland unter Führung von Wladimir Lenin. 1922 wurde daraufhin die Sowjetunion gegründet und die Diktatur der Kommunistischen Partei begann. Ryklin beschäftigt sich in seiner Monografie mit seiner eigenen Familiengeschichte: Die Söhne seines Urgroßvaters gehörten der bolschewistischen Elite an. Im Mittelpunkt der Monografie stehen der Großvater, der dem Auslandsgeheimdienst angehörte, und dessen Bruder, der die kommunistische Jugendorganisation „Komsomol“ gründete. Die beiden Protagonisten des Buches verehrten Lenin und wurden dadurch für Stalin zu Personen, die vernichtet gehörten. Mit Hilfe von Archivmaterial und Zeitzeugenberichten rekonstruiert der Autor das Leben und den gewaltsamen Tod seiner Verwandten, die Teil dieses sowjetischen Herrschaftssystems waren. Der Autor beschreibt zudem die Auswirkungen des Roten Terrors bis in die Gegenwart.

Cover des Buches „Das sowjetische Jahrhundert – Archäologie einer untergegangenen Welt“, Verlag C.H. Beck

Fachbuch

Das sowjetische Jahrhundert - Archäologie einer untergegangenen Welt

Karl Schlögel

Zum Centennial der Russischen Revolution erschafft der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel mit Das sowjetische Jahrhundert ein Panorama des Lebens in der Sowjetunion. Er beschreibt die Routinen des alltäglichen Lebens im sowjetischen Kommunismus und das kleine Glück im Kulturpark, der Datscha oder im Urlaub an der Roten Riviera. Die Weite des Eisenbahnlandes, die Enge der Gemeinschaftswohnung als Lebensrealitäten sowjetischer Bürger, aber auch die propagandistischen Paraden und Einweihungen von Mega-Bauten des Kommunismus sind Schlögels Untersuchungsgegenstand. Dabei geht es ihm darum, Sound, Duft und Rhythmus des "Zeitalters der Extreme" einzufangen. Durch diesen Ansatz nähert sich der Autor den Phänomenen des Eskapismus und dem Rückzug ins Private in der sowjetischen Gesellschaft. Das Buch ergründet wie das sowjetische Imperium den Alltag der Menschen beeinflusst hat. Den Autor interessieren hierbei vor allem die sozialen und kulturellen Kontinuitäten, welche bis in die heutige russische Gesellschaft reichen. Karl Schlögel ist Autor zahlreicher Bücher zur sowjetischen und osteuropäischen Geschichte (Terror und Traum. Moskau 1937) und lehrt Osteuropäische Geschichte an der Europäischen Universität Viadrina.  

Cover des Buches "Kometenjahre", Verlag S. Fischer

Fachbuch

Kometenjahre. 1918: Die Welt im Aufbruch

Daniel Schönpflug

Der Historiker Daniel Schönpflug schildert in „Kometenjahre. 1918: Die Welt im Aufbruch“ den Aufbruch in eine neue Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Der Autor porträtiert zahlreiche Schicksale, um die Jahre der Revolutionen lebendig werden zu lassen: Die Kosakin Marina Yurlova kämpft in Sibirien gegen die Bolschewiken, Käthe Kollwitz macht ihren Schmerz zu Kunst, Rudolf Höß marschiert mit dem Freikorps, Virginia Woolf revolutioniert den Roman, Walter Gropius will mit der Architektur die Gesellschaft verändern und die Publizistin Louise Weiss wirbt in Paris leidenschaftlich für ein vereintes Europa. Der Autor entwirft anhand der Lebenswege dieser prägenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts ein Panorama des Jahres 1918. Das Buch zeigt die Hoffnungen und die progressiven Erwartungen dieser Umbruchsjahre ebenso auf, wie den in ihnen angelegten Weg in die Kathatstrophe.  

Buchcover „Mediale Schlachtfelder. Die NS-Propaganda gegen die Sowjetunion (1939–1945)“, Campus Verlag

Monographie

Mediale Schlachtfelder. Die NS-Propaganda gegen die Sowjetunion (1939–1945)

Olga Shtyrkina

In ihrer Studie „Mediale Schlachtfelder. Die NS-Propaganda gegen die Sowjetunion (1939–1945)“ wertet Olga Shtyrkina die Mitte der 1990er-Jahre im Sonderarchiv Moskau entdeckten Protokolle der Geheimkonferenzen von Joseph Goebbels im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda aus den Jahren von 1939 bis 1945 aus. Die Autorin analysiert Protokolle von circa 1200 Ministerkonferenzen und wertet diese erstmalig aus. Sie zeichnet die Entwicklung und Transformation der NS-Propagandastrategie gegen die UdSSR nach und bezieht dabei vor allem die "große Täuschung" des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts mit ein, sowie das Scheitern des "Blitzkriegs" und die Proklamation des "totalen Kriegs" nach der Schlacht von Stalingrad. Die Studie ist in fünf Kapitel gegliedert: Den Einstieg macht die Autorin mit einem Übersichtskapitel über Propagandatheorien in der Weimarer Republik. Ihre anschließende Analyse der inhaltlichen Veränderungen der Propaganda folgt chronologisch dem Zeitverlauf des Krieges. Der Autorin gelingt es, mit ihrer Studie eine wesentliche Wissenschaftslücke in der historischen Kommunikationsforschung zu schließen. Die Publikation stellt eine gekürzte Version ihrer Dissertation aus dem Jahr 2017 dar.

Snyder, Bloodlands, Europe, Hitler, Stalin

Fachbuch

Bloodlands. Europe between Hitler and Stalin

Timothy Snyder

In seinem Buch „Bloodlands. Europe between Hitler and Stalin“ aus dem Jahr 2012 untersucht der amerikanische Historiker Timothy Snyder die Ausmaße und Folgen des stalinistischen, nationalistischen und nationalsozialistischen Terrors im mittel- und osteuropäischen Raum, der sich von Posen über Leningrad, Stalingrad und die Krim erstreckt. Dabei ordnet und interpretiert er die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts in Europa nach dem Narrativ einer räumlichen Gewaltgeschichte. Beide Massenmorde, die unter Stalins und die unter Hitlers Führerschaft, so Snyder, sind somit Teil derselben europäischen Epoche der Gewalt. Snyders Ausführungen wurden breit rezipiert und besprochen. Indirekt stießen sie auch eine Debatte um ein räumliches Gewaltnarrativ an, die im Jahr 2016 vor allem über Aufsätze und Zeitschriftenbeiträge von den Geschichtsprofessoren Jörg Baberowski und Friedrich Lenger ausgetragen wurde.

Cover des Buches "Von der Spiegelgasse in den Kreml", Verlag Metropol

Lesung

Von der Spiegelgasse in den Kreml

Matthias Steinbach

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 saß Wladimir Iljitsch Lenin in der neutralen Schweiz fest. Auch wenn er nie ein „Agent des Kaisers“ war, konnte er mit deutscher Hilfe im April 1917 in einem Zug nach Russland ausreisen. Churchill interpretierte dies später so, dass Lenin von den Deutschen „wie ein Pest-Bazillus“ ins Zarenreich eingeschleust wurde. Auch wenn er maßgeblich am Sturz der russischen Monarchie beteiligt war, war er doch mehr als nur ein Objekt auf der Karte der Weltpolitik. In der „szenischen Lesung“ von Matthias Steinbachs Buch wird Lenin als Theoretiker, aber auch skrupelloser Pragmatiker der Revolution präsentiert. Die Lesung setzt sich aus diplomatischen wie literarischen Quellen zusammen und ist mit einem Dokumentenanhang versehen. Das Buch „Von der Spiegelgasse in den Kreml“ ist aufgrund seiner Fülle an Quellen insbesondere für den Einsatz in Schulen gedacht.

Cover des Buches "Eastern Europe since 1945", Palgrave Macmillan

Fachbuch

Eastern Europe since 1945

Geoffrey Swain, Nigel Swain

„Eastern Europe since 1945“ ist ein Übersichtswerk der Osteuropastudien von den Autoren Geoffrey und Nigel Swain, das bereits in vierter Auflage vorliegt. Es zeichnet die wichtigen Entwicklungen in der Region vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Transformation der sozialistischen Staaten Ende der 1980er- und zu Beginn der 1990er-Jahre nach. Dabei widmen die Autoren ihr besonderes Augenmerk historisch-politischen Schlüsselmomenten in der Region, wie zum Beispiel den Anfängen der sozialistischen Regime, den Krisen, die sich im Zuge der Entstalinisierung nach Stalins Tod in den 1950er-Jahren abspielten und den Charakteristika von Wirtschaft und Gesellschaft in den Jahren 1956-1989, den Jahren des „real existierenden Sozialismus“. Das Buch besteht aus zehn Kapiteln: Revolution in Eastern Europe; Different Roads to Socialism; An End to Diversity; 1956: Communism Renewed?; Actually Existing Socialism in Operation; Reform Communism or Economic Reform; Neo-Stalinism Triumphant; The Fall of Actually Existing Socialism; Adapting to Capitalist Enthusiastically: Central Europe; Adapting to Capitalism Hesitantly: the Balkans.

Puer robustus: Eine Philosophie des Störenfrieds, Screenshot vom Buchcover

Fachbuch

Puer robustus - Eine Philosophie des Störenfrieds

Dieter Thomä

In Form einer philosophischen Abenteuergeschichte erzählt Dieter Thomä über Störenfriede der gesellschaftlichen Ordnung und zeigt was vom puer robustus, dem kräftigen Knaben, der auf eigene Faust handelt, der sich nicht an Regeln hält, aneckt, aufbegehrt und auch mal zuschlägt, zu halten ist. Als Unhold oder Held, Schreck- oder Leitbild hat er über drei Jahrhunderte hinweg die Gemüter großer Dichter und Denker erhitzt. Bei Hobbes und Rousseau, Schiller und Hugo, Diderot und Tocqueville, Marx, Freud, Carl Schmitt und vielen anderen tritt er als Schlüsselfigur auf, an der sich ein Zentralproblem der politischen Philosophie entscheidet: das Verhältnis von Ordnung und Störung. Und auch heute steht die Zukunft der modernen Gesellschaft auf dem Spiel, die sich nach wie vor nicht im Zentrum der Macht, sondern an den Rändern, wo die Krisen ausgefochten werden, entscheidet. An dieser Schwelle zur Ordnung tummeln sich Trittbrettfahrer und Quertreiber, Eigenbrötler und Rebellen, und hinter ihnen allen steckt der puer robustus, dem der Autor mittels dieses Werkes eine neue und spannende Aufmerksamkeit zukommen lässt. 

Cover des Buches "Anarchism and Political Change in Spain", Sussex Academic Press

Monographie

Anarchism and Political Change in Spain. Schism, Polarisation and Reconstruction of the Confederación Nacional del Trabajo 1939-1979

Maggie Torres

Maggie Torres' Band Anarchism and Political Change in Spain. Schism, Polarisation and Reconstruction of the Confederación Nacional del Trabajo 1939-1979 ist der Geschichte der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaften Spaniens, der "Confederación Nacional del Trabajo" (CNT) gewidmet. Die CNT wurde 1910 in Barcelona gegründet. Während der Militärdiktatur Francisco Francos 1936 – 1975 war sie eine der wichtigsten Akteure im Widerstand gegen dessen Regime. Dementsprechend starken Repressionen unterzogen, gingen viele Mitglieder ins Exil, wo sie ihre Konzeption von Anarchismus konservierten. Gerade dieses Festhalten an traditionellen anarchistischen Vorstellungen führten jedoch langfristig zu einer ideologischen Weiterentwicklung der CNT: aus mangelnder Anziehungskraft des orthodoxen Modells der CNT erschlossen sich neue Mitglieder ihre anarchistische Ideologie eher vom Marxismus her. Der Wiederaufbau der CNT nach Ende der Franco-Diktatur war vom Richtungsstreit zwischen diesen beiden Lagern geprägt. Maggie Torres zeichnet die Entwicklung der CNT detailgetreu nach und beleuchtet damit ein bisher vernachlässigtes Feld spanischer Sozialgeschichte.

Buchcover

Fachbuch

Western Marxism and the Soviet Union. A Survey of Critical Theories and Debates Since 1917

Marcel van der Linden

"Western Marxism and the Soviet Union. A Survey of Critical Theories and Debates Since 1917" zeichnet umfassend die Entwicklung der Auseinandersetzung marxistischer Intellektueller mit den politischen Entwicklungen in der Sowjetunion nach. Dazu untersucht der Autor Debatten von und zwischen einer Vielzahl an Theoretikern seit 1917 und analysiert sie im Kontext historischer Ereignisse; bemerkenswert ist dabei die enorme Anzahl an Quellen, die den Lesern zugänglich gemacht wird. Das Buch besteht aus neun Kapiteln, die sich chronologisch dem Zeitraum von der Oktoberrevolution 1917, den Anfängen des Stalinismus, dem Zweiten Weltkrieg, der Assimilation osteuropäischer Staaten durch die Sowjetunion, der Niederschlagung des Prager Frühlings, der Perestroika-Zeit und dem Ende der Sowjetunion widmen. Das Buch liefert eine Darstellung der Auseinandersetzung westlicher Intellektueller mit den Entwicklungen in der Sowjetunion.

Cover der Zeitschrift

Zeitschrift

Revolutionary Russia. The Journal of the Study Group on the Russian Revolution

Aaron Retish – Wayne State University, USA; Matthew Rendle – University of Exeter, UK (Hrsg).

Revolutionary Russia ist eine halbjährlich erscheinende Zeitschrift, die von der „Study Group on the Russian Revolution“ herausgegeben wird. Dabei handelt es sich um eine interdisziplinäre, internationale Publikation, die sich den russischen Revolutionen aus einer Vielzahl von Perspektiven annähert. Diese reichen von Geschichts-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften bis hin zu Soziologie, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Ideengeschichte. Es ist die einzige englischsprachige Publikation, die sich mit der revolutionären Phase Russlands beschäftigt, welche von den Herausgebern auf ca. 1880-1932 datiert wird. Diese Definition einer revolutionären Phase ist eine Absage an Forschungsansätze, die sich auf die Revolution von 1917 als entkoppeltes Ereignis stützen. Die europäische und die internationale Geschichte des 20. Jahrhunderts wurden durch die revolutionäre Phase Russlands entscheidend geprägt. Eine Analyse dieser Zeit ist damit für ein umfassendes Verständnis der neueren und neuesten Geschichte unerlässlich. Revolutionary Russia leistet einen entscheidenden Beitrag dazu. Die verantwortliche Studiengruppe existiert bereits seit den 1970-er Jahren und organisiert neben der Publikation der Zeitschrift jährlich eine internationale Konferenz.   

Cover: Arthur Rosenberg: Geschichte des Bolschewismus

Fachbuch

Geschichte des Bolschewismus

Arthur Rosenberg

Seine Geschichte des Bolschewismus schrieb der marxistische Historiker und Politiker Arthur Rosenberg (1989–1943) bereits 1932, also fünf Jahre, nachdem er 1927 aus der KPD ausgetreten war. Das Buch ist deshalb auch eine Auseinandersetzung mit seinen eigenen früheren Überzeugungen, wobei er die Sowjetherrschaft sowohl kritisch als auch rechtfertigend analysiert. Den Terror der Bolschewiki während des Bürgerkriegs in den Jahren 1918 bis 1921 bezeichnet er etwa als unvermeidlich für die Rettung der Revolution. Gleichzeitig kritisiert er den Umgang Lenins mit der Rätedemokratie, die dieser lediglich zur Zerschlagung des Staatsapparats missbraucht und damit die Idee der Demokratie verraten habe. Die Kollektivierung der Landwirtschaft unter Stalin war für Rosenberg eine Art „Notwehr“ gegen das „Kulakentum“, das eine Wiederherstellung kapitalistischer Verhältnisse angestrebt habe. Die damals um sich greifenden Hungernöte bestreitet der Autor. Das Buch beschäftigt sich darüber hinaus ausführlich mit der Kommunistischen Internationale und der Begeisterung im Westen für das sowjetische Experiment.

Rykin, Kommunismus, Religion

Fachbuch

Kommunismus als Religion. Die Intellektuellen und die Oktoberrevolution

Michail Ryklin

In seinem Buch „Kommunismus als Religion. Die Intellektuellen und die Oktoberrevolution“ versucht Michail Ryklin den religiös anmutenden Glauben an die marxistische Idee als eben solchen zu entlarven. Dazu vergleicht er Phänomene und Riten kommunistischer Ideologie mit denen der Religion (z. B. den Kult um das Lenin-Mausoleum in Moskau). Der Autor wirft den kommunistischen Leitfiguren des 20. Jahrhunderts, Lenin und Stalin, vor, die „alte Religion“ lediglich durch ihre neue ersetzt zu haben. Als charakteristisch für Mechanismen der Religion markiert er beispielsweise die Vertröstung ihrer Anhänger auf die Zukunft und die Unterteilung in Gut und Böse, die sowohl in religiösen Gemeinden als auch in kommunistischen Gesellschaften von ihren Anführern vorgenommen wird. Das Buch möchte klären, was den Reiz des ursprünglichen revolutionären Glaubens und seiner Kultur für westeuropäische Intellektuelle des 20. Jahrhunderts ausgemacht hat.

Screenshot Buchcover "Archäologie des Kommunismus oder Russland im 20. Jahrhundert: Ein Bild neu zusammensetzen",Carl Friedrich von Siemens Stiftung.

Monographie

Archäologie des Kommunismus oder Russland im 20. Jahrhundert: Ein Bild neu zusammensetzen

Karl Schlögel

Der deutsche Osteuropahistoriker und Publizist Karl Schlögel beschäftigt sich in seiner Monografie Archäologie des Kommunismus oder Russland im 20. Jahrhundert: Ein Bild neu zusammensetzen mit dem System der kommunistischen Sowjetunion im 20. Jahrhundert. Karl Schlögel zeichnet hundert Jahre nach der Revolution 1917 ein umfassendes Bild der ehemaligen Sowjetunion und liefert einen wertvollen Blick auf dieses Imperium, ohne den der gegenwärtige Zustand nicht zu verstehen ist. 1917 übernahmen in der Oktoberrevolution die Bolschewiki unter Führung Lenins gewaltsam die Macht im russischen Reich und gründeten die Sowjetunion. Über seine kulturwissenschaftliche Herangehensweise, scharfe Analysen des Alltags und Betrachtungen von Architektur gelingt es Schlögel die klassische Politkgeschichte der Sowjetunion um wertvolle Perspektiven zu ergänzen.

Diktatur statt Sozialismus: Die russische Revolution und die deutsche Linke 1917/18

Sammelband | Reader

Diktatur statt Sozialismus: Die russische Revolution und die deutsche Linke 1917/18

Jörn Schütrumpf (Hrsg.)

Im Zentrum des von Jörn Schutrumpf herausgegebenen Bandes "Diktatur statt Sozialismus" stehen Beiträge aus der „Leipziger Volkszeitung“ und aus „Sozialistische Auslandspolitik“, sowie bislang unbekannte Beiträge aus der Stuttgarter Wochenzeitschrift „Der Sozialdemokrat“. Sie sind historische Quellen und beleuchten die deutsche Linke in den Monaten vor der deutschen Novemberrevolution und zeigen dabei ungewöhnliche Wendungen, nicht bei den Opponenten, sondern gerade bei den Befürwortern. Der Sammelband umfasst Beiträge von Otto Bauer, Eduard Bernstein, Rudolf Breitscheid, Nikolai Bucharin, Arthur Crispien, Wilhelm Düwell, Alfred Henke, Edwin Hoernle, Mathilde Jacob, Adolf Joffe, Karl Kautsky, Wladimir I. Lenin, Paul Levi, Rosa Luxemburg, Juli Martow, Alexander Martynow, Franz Mehring, P. Petrow, Jan Piletzky, Karl Radek, Alexander Stein, Heinrich Ströbel, August Thalheimer, Leo Trotzki und Clara Zetkin.

Buchcover

Fachbuch

The House of Government. A Saga of the Russian Revolution

Yuri Slezkine

„Das Haus an der Moskwa” wurde 1931 in Moskau fertiggestellt und kombinierte als größtes Wohngebäude Europas 505 möblierte Apartments mit öffentlichen Räumen wie einem Kino oder eine Bibliothek. 1935 lebte dort ein großer Teil der kommunistischen Funktionäre der Stadt, bis Stalin etwa 800 von ihnen zusammen mit ihren Familien verhaften und aus ihrem zu Hause entfernen ließ. Der derzeit an der University of California in Berkeley lehrende Yuri Slezkine befasst sich in seinem Buch „The House of Government“ mit diesem Monumentalgebäude und seinen Einwohnern und zeichnet anhand ihrer Geschichten das Schicksal einer ganzen Generation nach. Mit Briefen, Tagebucheinträgen, Fotografien und Interviews gibt Slezkine einen Einblick in „das Banale des Alltags“, wie es der Rezensent Karl Schlögel umschreibt: Die Funktionäre artikulieren ihre politische Begeisterung, ihre Zweifel, aber erzählen auch von dem Sommer auf der Datscha und dem Musikunterricht der Kinder. Schlögel honoriert in seiner Rezension für H-Soz-Kult den Umfang und die Dichte des Werkes und die zahlreichen Interviews, die Slzekine für sein Buch seit Mitte der 1990er-Jahre in Moskau geführt hat.

Buchcover

Bildband

Eastern Blocks: Concrete Landscapes of the Former Eastern Bloc

Martyna Sobek, David Navarro

"Eastern Blocks: Concrete Landscapes of the Former Eastern Bloc" ist ein Bildband mit Fotografien von Martyna Sobek und David Navarro. Er ist der Plattenbauarchitektur ehemals kommunistischer Länder gewidmet. Diese wurden vor allem nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, aber auch später, errichtet, um möglichst schnell und günstig Wohnraum für möglichst viele Menschen zu schaffen. In der öffentlichen Wahrnehmung sind diese Gebäude entweder unsichtbar – weil sie sich außerhalb der Stadtzentren, außerhalb touristischer Wahrnehmung befinden – oder werden ob ihrer schieren Größe, in der sich eine Masse an Beton über die Betrachter erhebt, ob ihrer an maximaler Funktionalität ausgerichteten Gestalt, gar als optisch abstoßend wahrgenommen. Dem entgegen blicken Martyna Sobek und David Navvaro auf die rund hundert Ostblockbauten, die im Band abgebildet sind, mit Fokus auf die Eigenarten und speziellen Muster dieser typischen Architekturrichtung – und auf ungewöhnliche, experimentierende Spielarten von Plattenbauten, wie der Tworwar-Siedling in Warschau oder dem Wissenschaftlichen Zentrum für Robotik und Kybernetik in St. Petersburg.

Analyse

The Russian Revolution 1905–1921

Mark D. Steinberg

Mark D. Steinbergs Analyse "The Russian Revolution 1905 – 1921" analysiert die Russische Revolution als einen langjährigen Prozess. Anders als traditionellere Ansätze an die Thematik, welche sich auf das Revolutionsjahr 1917 fokussieren, vertritt der Autor somit eine Herangehensweise, die die Revolution nicht als isoliertes Ereignis, sondern als vielschichtigen Prozess, als "revolutionäre Ära", betrachtet. Diese beginnt für dieses Buch mit dem sogenannten "Petersburger Blutsonntag" 1905, als zehntausende Arbeiter für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen demonstrieren. Die Palastwache von Zar Nikolaus II. eröffnet das Feuer auf die friedliche Demonstration; zahlreiche Menschen sterben. Das Ende der revolutionären Ära setzt das Buch am Ende des Russischen Bürgerkrieges 1921. Leser erhalten auf zwei verschiedenen Ebenen Einblick in das Thema: zum einen auf der analytischen Ebene, die der Autor als Historiker liefert. Zum anderen schreibt das Buch die Geschichte der revolutionären Ära auch als eine Geschichte der Erfahrungen, indem es Platz einräumt für die persönliche Perspektive von Zeitzeugen. Dabei kommen die Berühmtheiten der Revolution – Alexandra Kollontai, Lenin, Trotzki – ebenso zu Wort wie Menschen, deren Namen nicht mehr bekannt sind. 

Christian Teichmann: Macht der Unordnung, Stalins Herrschaft in Zentralasien 1920-1950

Fachbuch

Macht der Unordnung: Stalins Herrschaft in Zentralasien 1920-1950

Christian Teichmann

Gewalt schien im 20. Jahrhundert das vorherrschende Instrument zum Ausbau staatlicher Herrschaft zu sein. Die Sowjetunion setzte allerdings wie kein anderes Land in dieser Zeit noch auf ein anderes, zunächst harmlos klingendes Mittel: die künstliche Bewässerung.  1920 begann mit Lenins “Plan zur Elektrifizierung” des Landes das sowjetische Wasserbauprogramm, welches 1950 in Stalins “Plan zur Umgestaltung der Natur” gipfelte. Durch den Bau von Kanälen und Staudämmen veränderte sich nicht nur das Zusammenleben der Menschen, sondern auch ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten und ihr Umgang mit der Natur. Zu Stalins Umgestaltungsplan gehörte auch die Idee, die zentralasiatische Peripherie in den Prozess der sowjetischen Staatswerdung zu integrieren: Mithilfe der künstlichen Bewässerung sollte die Baumwollindustrie unabhängig vom Import des wichtigen Cash Crops gemacht werden. Nach einem wirtschaftsgeografischen Überblick über die Sowjetunion beschreibt der Osteuropa-Historiker Christian Teichmann erste Experimente im Wasserbau, den Arbeitsalltag der russischen Ingenieure aber auch Grenz- und Wasserkonflikte. Ausführlich arbeitet er heraus, wie im sowjetischen Staat nicht nur Baumwollblüten keimten, sondern auch Terror, Deportationen und eine fragile Staatspolitik – Unordnung sei das zentrale Instrument der Herrschaftssicherung im sowjetischen Baumwollstaat gewesen.

Buchcover

Fachbuch

Der große Traum

Gérad Thomas

In seinem Buch "Der große Traum, Eine Erzählung vom Kommunismus für die Kinder des Kapitalismus" berichtet Autor Gérard Thomas anhand von verschiedenen aufeinander folgenden Erzählungen von den andauernden Träumen, Wünschen und konkreten Versuchen der Menschheit die Welt lebenswerter oder sogar zu einem besseren Ort zu machen. In diesem Sinne stellt er sich den vielen Fragen, was Kommunismus überhaupt ist: Eine unerreichbare Utopie? Oder eine reine Fantasiewelt? Die "Diktatur des Proletariats"? Das Ein-Parteien-System? Ist Kommunismus die Abschaffung des Privatbesitzes von Produktionsmitteln? An dieser Stelle kommt Gérard Thomas nicht umher, Bezug auf den Kapitalismus zu nehmen und versucht zu verdeutlichen, dass Massenproduktion und Konsumwahn die Welt in einen Zustand versetzen, der jegliche Gedanken an die Zukunft verdrängt. Der Autor versucht in diesem Werk einem jungen Publikum zu erläutern, dass die Welt in der wir heute leben, nicht die einzig mögliche ist und, dass im Kern gute Ideen nicht zwangsläufig schuld an falscher Umsetzung sind und gerade deshalb auch noch einmal neu überdacht werden dürfen. 

Buchcover

Fachbuch

Profintern: Die Rote Gewerkschaftsinternationale 1920-1937

Reiner Tosstorff

Mit diesem Werk veröffentlicht Autor Reiner Tosstorff eine erste wissenschaftliche Gesamtdarstellung über die Rote Gewerkschaftsinternationale (russ.: Profintern). In der Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung erschien die Rote Gewerkschaftsinternationale häufig nur als ein untergeordneter Aspekt der Kommunistischen Internationale (KI), dabei war die Organisation ein zentrales Instrument zur Verbreitung des internationalen Kommunismus in der Zwischenkriegszeit. Tosstorff präsentiert einen vollständigen Bericht über die wichtigsten Etappen der Organisation: Ihre Gründung 1921 in Moskau, ihrer Fortsetzung als internationaler kommunistischer Apparat und die Auflösung 1937 als Teil der Volksfrontpolitik des Kommunismus. Die Arbeit basiert auf umfangreichen Recherchen in dem seit 1991 in Moskau zugänglichen RGI-Archiv, sowie dem ehemaligen KPD-Archiv in Ost-Berlin und wirft ein deutliches Licht auf die gesamte internationale Gewerkschaftsbewegung, sowie auf einen Teil der Revolutionären Gewerkschafts-Oppositionen dieser Zeit. 

Logo der Zeitschrift geschichte für heute. Zeitschrift für historisch-politische Bildung

Zeitschrift

Karl Marx und der Marxismus

Verband der Geschichtslehrer Deutschlands e. V. (Hrsg.)

Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands e.V. - geschichte für heute. Zeitschrift für historisch-politische Bildung - legt im Heft 1 des Jahres 2018 anlässlich des Karl Marx Jubiläums den Schwerpunkt auf das Thema. Die drei Aufsätze stammen von Beatrix Bouvier, Gisbert Gemein und Thomas Welskopp. Die Beiträge befassen sich mit aktuellen Forschungstrends in den Forschungen über die Person Marx und den Marxismus, der marxistischen Theorie im Unterricht und Karl Marx als Ausstellungsobjekt. Ebenso wird ein Interview mit Christina Morina mit dem Titel "Wie eine Idee die Welt eroberte. Über Karl Marx und den Marxismus" veröffentlicht. Gerade der Beitrag von Gisbert Gemein bietet Lehrkräften nützliche Anregungen und didaktisches Material, um die komplexe Theorie des Marxismus im Schulunterricht anregend zu vermitteln. Die Zeitschrift wird ergänzt durch Rezensionen von epochenübergreifender Fachliteratur und Gedenkorten die relevant für den Geschichtsunterricht sind.  

Cover der Zeitschrift

Zeitschrift

Revolutionary Russia 30 (2017), 1

Aaron Retish – Wayne State University, USA; Matthew Rendle – University of Exeter, UK (Hrsg.)

Die 30. Ausgabe der Zeitschrift Revolutionary Russia. The Journal of the Study Group on the Russian Revolution ist der Februarrevolution 1917 gewidmet. Die thematische Bandbreite der Beiträge entspricht dem interdisziplinären und internationalen Anspruch der Zeitschrift. Den Auftakt bildet ein Beitrag zu logistischen Aspekten der russisch-ottomanischen Auseinandersetzungen in den Jahren 1914-1917. Darauf folgt eine detaillierte Analyse der Interaktionen zwischen zwei führenden Mitgliedern der Februarrevolution, Prince G. E. L′vov und M. V. Rodzianko. Die nächste Sektion der Ausgabe ist wichtigen Figuren der Sozialrevolutionären Partei gewidmet; je ein Artikel beschäftigt sich mit der Rolle Victor Chrnovs 1917 und der Gruppe von Revolutionärinnen um Maria Spiridonova. Anschließend beleuchtet ein Artikel die Frage der Prostitution an den russischen Frontlinien des Ersten Weltkrieges. Die letzte Sektion der Ausgabe bilden Rezensionen zu Büchern, die sich mit den Jahren bis zur, bzw. den Jahren direkt nach den Revolutionen 1917 auseinandersetzen. 

Buchcover "The Last Days of Stalin", Yale University Press

Monographie

The Last Days of Stalin

Joshua Rubenstein

Josef Wissarionowitsch Stalin war der diktatorische Machthaber der Sowjetunion von 1927 bis 1953. Während seiner Amtszeit ließ Stalin mehrere Millionen vermeintliche Gegner im Rahmen der politischen „Säuberungen“ in Schauprozessen hinrichten oder zu jahrelanger Zwangsarbeit verurteilen. Eine Vielzahl wurde in Gulag-Strafarbeitslager deportiert, in denen zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Stalin erhob das Konzept des Sozialismus zum zentralen Grundsatz in der Sowjetunion. Am 5. März 1953 starb Stalin an den Folgen eines Hirnschlags und wurde dabei Opfer seiner eigenen Willkürherrschaft, Gewalt und Intrigen – stundelang eilten ihm die Mitglieder des Politbüros der KP nicht zu Hilfe. Der Autor Joshua Rubenstein beschäftigt sich in seiner chronologischen Darstellung The Last Days of Stalin mit den Wochen und Monaten kurz vor und kurz nach Stalins Tod. Ziel seines Buches ist es, den zahlreichen fiktionalen Erzählungen rund um Stalins Tod und dem Mythos „5. März 1953“ eine wissenschaftliche Studie entgegenzustellen. Rubenstein behandelt die spätstalinistischen Kampagnen gegen jüdische Ärzte und „Kosmopoliten“ kurz vor Stalins Tod als eine der letzten Kampagnen des Diktators. In seinem Buch berücksichtigt der Autor auch die US-amerikanischen Reaktionen auf den Tod Stalins. Das Buch endet mit den Ereignissen am 17. Juni 1953, als die Sowjetarmee gewaltsam die Aufstände in der DDR niederschlug.

Buchcover Leonard Bertram Schapiro: Die Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion

Fachbuch

Die Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion

Leonard Bertram Schapiro

Der britische Politikwissenschaftler Leonard Schapiro (1908–1983) legte 1960 auf Englisch seine umfassende und auf breiter Quellengrundlage basierende Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) vor. Im ersten Teil widmet sich Schapiro der Zeit vor der Oktoberrevolution, worauf die Kapitel über Lenin, den Übergang zu Stalin und über die stalinistische „Revolution“ folgen. Im Epilog geht Schapiro auf Stalins Tod und die Herrschaft Chruschtschows ein. Der Autor nimmt vor allem Struktur, Organisation sowie soziologische Fragen zum Aufbau der Partei in den Blick. Ebenso beleuchtet er interne Machtkämpfe, Säuberungen und einzelne Charaktere, wobei er immer den Zusammenhang zur Politik und zur Herrschaftsausübung im Land herstellt. Zum Schluss wirft er die Frage nach zukünftigen Möglichkeiten und Freiräumen der jüngeren Generation in der KPdSU und deren Bedeutung für das „sozialistische Lager“ insgesamt auf.

Buchcover

Aufsatzsammlung

Weltkrieg. Spaltung. Revolution. Sozialdemokratie: 1916–1922

Thilo Scholle und Uli Schöler (Hrsg.)

Das Buch “Weltkrieg. Spaltung. Revolution. Sozialdemokratie: 1916–1922”  beschäftigt sich mit der Spaltung der Arbeiterbewegung. Während sich bisherige Auseinandersetzungen mit der Thematik oft auf die Zweiteilung in Sozialdemokratie und Kommunismus beschränkt, argumentieren die Beiträge dieses Bandes, dass diese vereinfachte Darstellung der tatsächlichen Auseinandersetzung zwischen den politischen Gruppen nicht gerecht werde. Vielmehr entzögen sich die politischen Debatten jener Zeit in ihrer Vielfalt und Komplexität einer solchen Einteilung. Anspruch des Buches ist es, zum hundertjährigen Jubiläum der Novemberrevolution von 1918 neue geschichtswissenschaftliche Perspektiven auf die Arbeiterbewegung zu präsentieren. Im Vorfeld der Publikation fand in Kooperation mit dem Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung ein zweitägiges Kolloquium in den Räumen der FES in Berlin statt.

Buchcover

Aufsatzsammlung

How Communism Shaped Our World

Klara Schwalbe, Matej Samide, Nicole Hanisch, Miriam Eisleb (Hrsg.)

Mit dem Buch "How Communism Shaped Our World" begeben sich die Herausgeber auf eine Spurensuche nach den Auswirkungen der Russischen Revolution 1917: Wie prägen die Ereignisse der Oktoberrevolution, wie prägen kommunistische Ideen bis heute das Denken und die Gesellschaft in Russland und in Deutschland? Wie hat der Kommunismus unsere politische, kulturelle und intellektuelle Wahrnehmung geprägt und welche Rolle wird der Zeit des Kommunismus im kollektiven Gedächtnis zugeteilt? Diesen Fragen widmen sich die in dem Buch gesammelten Essays, die das Ergebnis eines Austausches zwischen Berliner und Moskauer Studenten der Geschichts- und benachbarten Wissenschaften sind. Die Beiträge decken dabei ein vielseitiges Spektrum an Themen ab, die von dem Umgang mit abweichendem Verhalten Jugendlicher in der Sowjetunion und Gender in der Revolution über Popmusik in der DDR bis hin zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den Erinnerungskulturen Deutschlands und Russlands reichen. 

Cover des Buches „Revolution in Russland. Das Zarenreich in der Krise 1890 – 1928.“

Fachbuch

Revolution in Russland – Das Zarenreich in der Krise 1890 - 1928

Stephen A. Smith

Zum Centennial liefert Stephen Smith, Professor für Geschichte am All Souls College der Universität Oxford, eine tiefgreifende Analyse der Voraussetzungen sowie des Verlaufs und der Folgen der „Revolution in Russland“. Der renommierte Russland-Historiker spannt den Bogen von der Endphase des Zarenreichs 1890 bis zum Beginn der Zwangskollektivierungen 1928. Unter Einbezug zahlreicher neuer, hauptsächlich russischer Quellen erzählt Smith klar strukturiert und informativ. Er eröffnet dabei neue, ungewohnte Sichtweisen auf den revolutionären Umbruch. Die untypisch weit gefasste Zeitspanne des Buches erweist sich als eine seiner Stärken. So markiert das Jahr 1928, der Endpunkt Smiths’ Schilderung, sowohl die finale Konsolidierung der Macht Stalins als auch das Ende der traditionellen Bauernschaft, auf die bald die Einrichtung der Kolchosen folgte. Zu Smiths Forschungsschwerpunkten gehören die Sozialgeschichte Russlands, die Russischen Revolution, die Geschichte Chinas sowie die vergleichende Kommunismusforschung.

Buchcover

Fachbuch

Als der Kommunismus stürzte und mir nichts mehr heilig war

Susanne Sohn

Susanne Sohn widmet sich in ihrem Buch „Als der Kommunismus stürzte und mir nichts mehr heilig war“ der Entwicklung der Kommunistischen Partei Österreichs. Themen sind, neben den Verbindungen zu deutschen Kommunisten, auch eine große Analyse der kommunistischen Idee und ihren Ausprägungen in Westeuropa. Hier analysiert Sohn kritisch die ideologische Haltung westeuropäischer Kommunisten, deren hierarchischen Parteistrukturen und deren schönfärbende Haltung zu den Verbrechen kommunistischer Diktaturen. Dabei reflektiert sie auch ihre eigene Haltung in diesen Prozessen: Susanne Sohn wurde, nachdem sie bereits lange aktives Mitglied der KPÖ war, 1990 gemeinsam mit Walter Silbermayr zur Vorsitzenden der KPÖ gewählt. In einer Zeit, in der sich real existierende Sozialismen weltweit in Auflösungsprozessen befanden, machte sie es sich zum Ziel, eine westeuropäische kommunistische Partei umzustrukturieren, zu erneuern, und die Fehler und ideologischen Missstände der vergangenen Jahre aufzudecken. Der Versuch Sohns und Silbermayrs scheiterte am internen Widerstand der Partei; die beiden Vorsitzenden traten nur drei Monate nach ihrer Wahl von ihren Posten zurück. 

Screenshot Buchcover Studie „Das Scheitern des kommunistischen Widerstands. Die Auswirkungen der ideologischen Leitlinien der KPD 1933–1945“, Tectum-Verlag.

Monographie

Das Scheitern des kommunistischen Widerstands. Die Auswirkungen der ideologischen Leitlinien der KPD 1933–1945

Richard Stoenescu

Der Autor Richard Stoenescu beschäftigt sich in seiner Studie Das Scheitern des kommunistischen Widerstands. Die Auswirkungen der ideologischen Leitlinien der KPD 1933–1945 mit dem kommunistischen Widerstand im Nationalsozialismus. Die damalige Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) stand in fundamentaler Opposition zum NS-Staat. Nach der Machtübernahme der NSDAP wurde die KPD bereits im Februar 1933 verboten und dadurch in die Illegalität gezwungen. Eine Vielzahl ihrer Mitglieder war anschließend im antifaschistischen Widerstand aktiv. Der Autor analysiert in seiner Studie die Gründe für das Scheitern des kommunistischen Widerstandes und argumentiert, das diese nicht erst nach dem Machtantritt der NSDAP zu finden sind. Stoenescu untersucht in sechs Kapiteln die politische Praxis der ehemaligen Kommunistischen Partei, ihre ideologischen Leitlinien und ihr mangelndes Antisemitismusverständnis. Die Zeit des kommunistischen Widerstandes analysiert Stonenescu gegliedert in einzelne Zeitabschnitte und verdeutlich so die Entwicklungen über die Zeit hinweg.

telegraph "Tragödie der Freiheit Revolution und Krieg in Spanien", Screenshot vom Cover der Sonderausgabe

Sammelband

Tragödie der Freiheit. Revolution und Krieg in Spanien (1936-1939). Fragmente

telegraph

Dieses Heft dokumentiert sämtliche Texte der Ausstellungstafeln, sowie einen Teil des Bildmaterials aus der Ausstellung: „Tragödie der Freiheit – Revolution und Krieg in Spanien 1936-39". Am 17. Juli 1936 putschten Teile des spanischen Militärs gegen die seit 1931 bestehende Republik, zunächst in der Kolonie Marokko, dann in Spanien selbst. Daraus resultierte der Beginn des Spanischen Bürgerkriegs, an dem sich auch außerspanische Kräfte wie Nazi-Deutschland und das faschistische Italien beteiligten, weshalb es letztlich nicht nur ein Bürgerkrieg war. Sein Ende fand dieser Krieg im April 1939 mit dem Sieg der Putschisten, gefolgt von einer bis 1975 andauernden Diktatur. Der Putsch wurde von Monarchisten, Faschisten und anderen unterstützt, scheiterte jedoch vielerorts am Widerstand von Anarchisten, Sozialisten, anderen Linken und Republikanern. Betrachtet man die Ereignisse aus heutiger Sicht, wird sowohl an den vielfältigen Widerstand gegen die rechten Putschisten erinnert, als auch an die Soziale Revolution, die sich an vielen Stellen aus der Abwehr des Putsches entwickelte. Was 1936 in Spanien geschah, gilt als erstaunlich: In der Geschichte gibt es kaum weitere Beispiele, wo die Linke einen rechten Putsch zurückschlagen konnte. Die Sonderausgabe "Tragödie der Freiheit: Revolution und Krieg (1936-1939)" kann hier bestellt werden.

Cover: Heinz Timmermann: "Eurokommunismus" und Sonderweg-Konzepte nach 1945, Köln: Bundesinstitut für Ostwissenschaftliche und Internationale Studien 1982.

Fachbuch

"Eurokommunismus" und Sonderweg-Konzepte nach 1945

Heinz Timmermann

Der Historiker und Osteuropaexperte Heinz Timmermann (1938–2008) beschäftigt sich in seiner Studie mit den kommunistischen Parteien Westeuropas, die zum Teil in scharfer Abgrenzung zum sowjetischen Modell die Konzeption des „Eurokommunismus“ entwickelt haben. Am Beispiel der Französischen (FKP) und der Italienischen Kommunistischen Partei (IKP) zeigt Timmermann die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen eurokommunistischen Positionen auf und stellt diese in einen Zusammenhang mit den „Sonderweg“-Konzepten der Kommunisten aus der Nachkriegszeit. Er stützt sich vor allem auf Dokumente der beiden Parteien und kommt u. a. zu dem Schluss, dass die IKP einen „dritten Weg“ zwischen Sozialdemokratie, Sowjetkommunismus und III. Internationale bevorzuge, während die FKP weiterhin der Vorstellung vom französischen Sonderweg zum Kommunismus anhänge.

Buchcover: Gleb Tsipursky: Socialist Fun

Fachbuch

Socialist Fun

Gleb Tsipursky

Der amerikanische Historiker Gleb Tsipursky untersucht die Auswirkungen der globalen Entwicklungen auf die Jugendpolitik der Sowjetunion zwischen 1945 und 1970. Die Repressionen und restriktiven Kontrollen der Heranwachsenden nimmt der Autor ebenso in den Blick wie den Versuch der ideologischen Mobilisierung gegen westliche Einflüsse durch die Gründung von Jugend-Klubs. Im Fokus des Bandes stehen bewusst nicht marginalisierte jugendliche Subkulturen oder politisch opponente Gruppierungen, sondern jene Majorität der Jungen und Mädchen, die das von staatlicher Seite angebotene Kulturprogramm besuchte. In einem vergleichenden Zugang werden Jugendliche eines urbanen wie auch ländlichen Kontextes untersucht und der Kontrast zwischen den kulturellen Angeboten der KPdSU-Jugendorganisation Komsomol und deren Nutzung deutlich gemacht.

Logo der Zeitschrift geschichte für heute. Zeitschrift für historisch-politische Bildung

Zeitschrift

Russische Revolution 1917 und Geschichtsunterricht

Verband der Geschichtslehrer Deutschlands e. V. (Hrsg.)

Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands e.V. - geschichte für heute. Zeitschrift für historisch-politische Bildung - legt im Heft 4 des Jahres 2017 anlässlich des Jahrestages der russischen Oktoberrevolution den Schwerpunkt auf das Thema. Die drei Aufsätze stammen von Jan Plamper, Philipp Bürger und Michael Wagner. Es werden aktuelle Forschungstrends zur russischen Revolution vorgestellt, die Erinnerung an die Ereignisse im heutigen Russland thematisiert sowie anhand der Lehrpläne des Bundeslandes Hessen untersucht, wie die Revolution im deutschen Geschichtsunterricht behandelt wird. Der Emotionshistoriker Plamper stellt in seinem Beitrag sinneshistorische Zugänge für den Unterricht anhand ausgewählter Quellen vor. Die Zeitschrift wird ergänzt durch Rezensionen von epochenübergreifender Fachliteratur und Gedenkorten die relevant für den Geschichtsunterricht sind.  

Buchcover

Roman

Durch die Russische Revolution

Albert Rhys Williams

In den USA gehörte Autor Albert Rhys Williams der jungen sozialistischen Bewegung an und organisierte Unterstützung für die Arbeiterbewegung und sozialistische Präsidentschaftskandidaten. Auf der Reise durch das revolutionäre Russland beschreibt er in diesem Werk ein Land in Aufruhr. Eigentlich steht er der Russischen Revolution wohlwollend gegenüber, doch er beschreibt nicht nur den Enthusiasmus und Heroismus, sondern auch die Angst und die Zweifel der Revolutionäre und Bevölkerung. Auf seiner Reise von Petrograd nach Wladiwostok gelingt es ihm immer wieder ins Herz der Ereignisse zu gelangen und damit auch manchmal direkt in die Schusslinie. Von den Bauern als Gast, von den Matrosen als Genosse und der Konterrevolution als Verräter und Bolschewistenfreund gesehen, schließt er enge Freundschaften und wird zum Feind der Reaktion. Über 50 Abbildungen illustrieren seinen Weg und so könnte man dieses Buch gleichermaßen als Abenteuerroman, Augenzeugenbericht sehen, welches nach seiner Ansicht nach ein Zeugnis des Muts und der Entschlossenheit ist, mit der die Menschen des jungen Sowjetstaates ihre Revolution verteidigten.  

Fachbuch

Soviet Internationalism after Stalin

Tobias Rupprecht

Die Sowjetunion wird oft als ein weitgehend isolierter und eigenwilliger Staat dargestellt. Mit dieser These beschäftigt sich das Buch, indem es chronologisch und thematisch strukturiert die Geschichten und Begegnungen sowjetischer und lateinamerikanischer Intellektueller, Studenten, politischer Persönlichkeiten und Künstler aus den 1950er-Jahren bis in die 1980er-Jahre erzählt.Mit dieser multi-archivalischen Studie der sowjetischen Beziehungen mit Lateinamerika zeigt Tobias Rupprecht, dass der Kalte Krieg für die Menschen in der Zweiten und Dritten Welt nicht nur die Konfrontation mit einem ideologischen Feind, sondern auch eine verstärkte Vernetzung mit entfernten Weltregionen bedeutete. Schließlich sah die Sowjetunion von einem südlichen Standpunkt ganz anders aus, als von einem westlichen. Rupprecht beschreibt, wie sich unter Stalin der sowjetische Internationalismusbegriff grundlegend wandelte, die Deutung des Begriffs sich innerhalb der "post-stalinistischen Gesellschaft" veränderte und welche Auswirkungen die Begegnungen mit dem "Anderen" in politischer, wissenschaftlicher, intellektueller und kultureller Hinsicht hatten.

Screenshot des Beitrags auf dekoder.de

Artikel

Lenins Fahrt in die Revolution

Frithjof Benjamin Schenk

dekoder.org macht ausgewählte Recherchen, Reportagen und Projekte aus unabhängigen russischen Medien übersetzt einem breiten Publikum zugänglich. Zum Anlass des 100. Jahrestags der Russischen Revolution präsentiert dekoder.org das Dossier „1917/2017 – 100 Jahre Revolution“. In einem Beitrag des Historikers Frithjof Benjamin Schenk kann man auf einer interaktiven Karte den Weg Lenins aus dem Schweizer Exil nach Russland nachverfolgen. Circa 30 Revolutionäre nehmen am 9. April 1917 kurz nach 15 Uhr vom Hauptbahnhof Zürich den regulären Zug Richtung Schaffhausen, um bei Thayngen/Gottmadingen die schweiz-deutsche Grenze zu überqueren. Hier wechselten sie in die bereitgestellten Sonderwagen der deutschen Reichsbahn. Unter den Reisenden waren neben Lenin und dessen Frau Nadeshda Krupskaja führende Revolutionäre wie Karl Radek, Grigori Sinowjew und Inessa Armand. Außer den Bolschewiki waren auch andere sozialistische Gruppierungen, zum Beispiel der jüdische BUND prominent vertreten.

Fachbuch

Sozialismus und Kommunismus im Wandel

Klaus Schönhoven, Dietrich Staritz (Hrsg.)

Die vom Politologen Dietrich Staritz und dem Historiker Klaus Schönhoven herausgegebene Festschrift umfasst 33 Beiträge zu Themen, die dem Historiker Herman Weber (1928–2014) besonders am Herzen lagen. Die Aufsätze des ersten Teils erörtern Idee und Programm des Sozialismus. Wolfgang Leonhard vertritt etwa seine These vom Stalinismus als Fortsetzung und gleichzeitige Negation des Leninismus. Im zweiten Teil wird die deutsche und internationale Arbeiterbewegung seit dem 19. Jahrhundert untersucht, und der dritte Teil des Bandes beschäftigt sich mit Deutschland in der geteilten Welt. Im vierten Abschnitt geht es um Osteuropa vor und nach 1989/90/91 mit Perspektiven auf Russland, Polen und die Tschechoslowakei. Im Anhang des Buches findet sich u.a. eine 30 Seiten lange Bibliographie der Schriften Hermann Webers.

Screenshot Buchcover "Comrades! A History of World Communism"; Harvard University Press

Fachbuch

Comrades! A History of World Communism

Robert Service

Der Historiker Robert Service liefert mit seiner Studie Comrades! A History of World Communism einen detaillierten Überblick über die Weltgeschichte des Kommunismus. Seine Studie umfasst zahlreiche ehemalige kommunistische Staaten sowie bedeutsame kommunistische Parteien und Bewegungen auf der ganzen Welt. In sechs zeitlich chronologisch gegliederten Kapiteln geht der Historiker auf die Entstehung und die unterschiedliche Ausgestaltung des Kommunismus ein. Er beginnt bei Marx und Engels mit den Ursprüngen des Kommunismus, der Oktoberrevolution und den ersten kommunistischen Staaten, beschäftigt sich mit der Sowjetunion, Stalins Ideologie, dem Kommunismus während des Kalten Krieges und der chinesischen Revolution. Er lenkt den Blick auf die wichtigsten Ereignisse in der kommunistischen Geschichte und den wesentlichsten Personen. Er zeichnet lebhafte Portraits von Mao, Castro, Lenin und ihren Ideologien und untersucht langjährige kommunistische Regime wie Kuba, Jugoslawien und den Sowjetblock. Der Autor analysiert nicht nur die bekanntesten Regime, sondern geht auch auf die Verbreitung des Kommunismus in Afrika und Lateinamerika ein. Service fragt nach den sozialen Rahmenbedingungen des Kommunismus und geht der Frage nach, warum der Kommunismus in vielen Ländern so breite Unterstützung finden konnte.

Screenshot Buchcover „The Oxford handbook of the history of communism”, Oxford University Press.

Handbuch

The Oxford handbook of the history of communism

Stephen A. Smith

Das Handbuch The Oxford handbook of the history of communism von dem Herausgeber Stephen A. Smith beschäftigt sich mit der Entstehung und Entwicklung des Kommunismus, den kommunistischen Staaten und den unterschiedlichen kommunistischen Parteien. Nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Sowjetunion 1991 wuchs innerhalb der Wissenschaft das Interesse an dem Phänomen des Kommunismus aufgrund der Öffnung von Staats-, Partei- und Diplomatenarchiven des ehemaligen Ostblocks. Besonders in dieser Phase der 1990er-Jahre entstanden neue Forschungen über kommunistische Staaten. Die Autorinnen und Autoren des Handbuchs lieferen einen umfassenden Überblick über den derzeitigen Stand der Forschung. Das Handbuch erhebt den Anspruch, sich nicht nur auf die Sowjetunion zu fokussieren, sondern einen globalen Blick auf die Geschichte und Entwicklung des Kommunismus im 20. Jahrhundert zu werfen. Es nimmt unter anderem die Chinesische Revolution als ein zentrales Ereignis in den Fokus. Die einzelnen Beiträge analysieren die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen verschiedenen kommunistischen Staaten und zeichnen so ein differenziertes Bild zu dem Begriff des Kommunismus.

Deportee barrack in the Kolyma region, 1957. Kaunas 9th Fort Museum, Lizenz: CC BY 4.0, Wikimedia Commons

Monographie

Kolyma nach dem GULAG: Entstalinisierung im Magadaner Gebiet 1953–1960

Mirjam Sprau

In ihrer Studie „Kolyma nach dem GULAG: Entstalinisierung im Magadaner Gebiet 1953–1960“ zeichnet die Autorin Mirjam Sprau die Entwicklung der Kolyma nach. Die Kolyma ist ein Gebiet im Nordosten Sibiriens, dessen Infrastruktur lange Zeit nur aus Gefangenenlagern bestand. Häftlinge wurden dort unter katastrophalen Bedingungen zur Förderung der reichen Rohstoffvorkommen gezwungen. Erst nach dem Tod Stalins begann sich die Region nach und nach, im Zuge des Rückbaus des stalinistischen Lagersystems, zu einer normalen Region der Sowjetunion zu entwickeln. Als ein Beispiel hierfür nennt die Autorin die Bildung einer Stadt aus der ehemaligen Lagerzentrale Magadan. Doch die jahrzehntelange Funktion der Region durch die Lagersysteme hatte Spuren hinterlassen – ob eine hohe Anzahl an Straftaten, begangen durch auf einmal sich selbst überlassene und entwurzelte Häftlinge, oder eine verwüstete Umwelt durch den rücksichtslosen Abbau von Rohstoffen. Mit ihrer detaillierten Studie liefert Mirjam Sprau einen wichtigen Beitrag und eine essentielle Quelle zum Verständnis des stalinistischen Gulag-Systems und dessen langfristigen Auswirkungen.

Buchcover: Willard Sunderland: The Baron's Cloak

Biografie | Fachbuch

The Baron's Cloak. A History of the Russian Empire in War and Revolution

Willard Sunderland

Baron Roman Fjodorowitsch von Ungern-Sternberg (1885-1921) war ein deutschbaltischer Aristokrat und Offizier des Zaren, der in Ostsibirien im Russischen Bürgerkrieg gegen die Bolschewiki kämpfte. Das Buch Willard Sunderlands nimmt das Leben des Mannes, der 1921 die chinesische Besatzungsmacht aus der Äußeren Mongolei vertrieb und sich bis zu seiner Exekution als alleinigen Herrscher etablierte, zum Aufhänger, um sich mit dem zaristischen Russland und der Revolution zu Lebzeiten des Barons zu beschäftigen. Über die Hauptfigur des Romans erfährt der Leser vergleichsweise wenig, was jedoch teilweise in der Absicht des Autors liegt. Die Lebensstationen des Protagonisten teilt Sunderland in elf chronologische Kapitel ein und nimmt sie zum Anlass, sich mit den sozialen und politischen Rahmenbedingungen des jeweiligen Abschnitts zu beschäftigen. Die Bekenntnisse und das Leben Ungeberg-Sternbergs dienen dem Autor als  Basis für ein besseres Verständnis des Zarenreichs, seiner Auflösung und seinen Überresten.

Cover: Den Pessimismus organisieren!, in: telegraph Nr. 133/134 (2018/2019), Berlin: telegraph Verlag 2018.

Zeitschrift

Den Pessimismus organisieren!

telegraph

Anfang Dezember 2018 erschien eine neue Doppelausgabe der Zeitschrift telegraph. Die Zeitschrift entstand 1989 in Ostberlin aus dem Umfeld der oppositionellen Umwelt- und Antifabewegung in der DDR. In der aktuellen Ausgabe „Den Pessimismus Organisieren!“ finden sich einige Beiträge die sich mit der Kommunismusgeschichte befassen. In seinem Beitrag „Lenin, Stalin und Putin über Russland und die Revolution“ beschreibt Wladislaw Hedeler die geschichts- und erinnerungspolitische Polarisierung in der russischen Gesellschaft in ihrer Haltung zu Stalin und der russischen Revolution. Hauke Benner untersucht in seinem Aufsatz „101 Jahre Roter Oktober. Räte und Versammlungen in der russischen Revolution“ basisdemokratische und anarchistische Organisierungsversuche in der Oktoberrevolution. Zudem finden sich in der Doppelausgabe ein Diskussionsbeitrag zum Thema Christen in der DDR, zwei Aufsätze zum spanischen Bürgerkrieg und eine Analyse vietnamesisch-deutscher Beziehungsgeschichte vor dem Hintergrund von Teilung und (Wieder)vereinigung beider Länder.

Buchcover Heinz Timmermann (Hrsg.): Euro-Kommunismus. Fakten, Analysen, Interviews

Fachbuch

Euro-Kommunismus. Fakten, Analysen, Interviews

Heinz Timmermann (Hrsg.)

In dem vom Historiker und Osteuropaforscher Heinz Timmermann herausgegebenen Sammelband wird die Vielfalt eurokommunistischer Theorie und Praxis thematisiert. In seinem Vorwort erklärt der SPD-Politiker und Bundesminister a.D. Horst Ehmke Mitte der 1970er-Jahre, er hoffe auf die Überwindung der historischen Spaltung der Arbeiterbewegung in Westeuropa. Heinz Timmermann, der in seiner Einleitung einen vergleichenden Blick einnimmt, stellt dagegen heraus, dass die kommunistischen Parteien vor allem die Ablehnung durch die Konservativen eint. Das Buch enthält Beiträge zu einzelnen kommunistischen Parteien in Westeuropa sowie Stellungnahmen damaliger führender Eurokommunisten wie etwa Manuel Azcaràte von der spanischen KP. Dabei werden vor allem die spezifischen innenpolitischen Konstellationen deutlich, die die Entstehung und die Struktur der eurokommunistischen Parteien prägten.

Analyse

From Friend to Comrade. The Founding of the Chinese Communist Party, 1920-1927

Hans J. van de Ven

Hans van de Vens Buch "From Friend to Comrade. The Founding of the Chinese Communist Party, 1920-1927" widmet sich der Gründungsphase der Kommunistischen Partei Chinas. Die bisher gängige Perspektive ist, dass die Partei vom Moment ihrer Gründung im Jahr 1921 an zentralistisch organisiert gewesen sei. Entgegen dieser Lesart steht die Analyse van de Vens, der darstellt, wie die Partei aus einzelnen Gruppen heraus entstand, die bis 1927 brauchen würden, um die zentralistische, marxistisch-leninistische Partei zu werden. Die Studie basiert auf erst vor kurzer Zeit zugänglich gemachten Parteidokumenten sowie auf den Werken einer großen Anzahl von Parteimitgliedern. Anhand dieser legt der Autor dar, mit welchen Schwierigkeiten die Gründungsmitglieder konfrontiert waren, bei ihrem Versuch, die Partei in der chinesischen Gesellschaft zu verankern. Die Analyse stellt nicht den Einfluss des sowjetischen Kommunismus' in den Mittelpunkt, sondern die Denk- und Handlungsmuster der chinesischen Kommunisten selbst. 

Logo der Zeitschrift geschichte für heute

Zeitschrift

geschichte für heute. zeitschrift für historisch-politische bildung

Verband der Geschichtslehrer Deutschlands e. V. (Hrsg.)

geschichte für heute ist die Bundeszeitschrift des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands e.V. und erscheint alle drei Monate im Wochenschau Verlag. Die Zeitschrift widmet sich in ihren Ausgaben den neuesten Entwicklungen in Forschung und Unterrichtspraxis, der Bildungspolitik, dem Geschichtsbewusstsein in Bildungseinrichtungen und der Geschichtskultur. Die Zeitschrift versteht sich als Forum für didaktische Reflexion an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Bildungsalltag. Die Zeitschriften versammeln immer drei bis vier Aufsätze renommierter Historiker, Bildungswissenschaftler oder historisch-politischen Bildnern zu bestimmten Schwerpunktthemen. Der zweite Teil der Zeitschrift bietet durch eine Vielzahl an kurzen Buchbesprechungen, Projektvorstellungen und Verbandsinformationen einen guten Überblick über aktuelle Entwicklungen in Forschung, historisch-politischer Bildung und Bildungspolitik. Als Redakteure sind derzeit Dr. Ralph Erbar und Dr. Frank Schweppenstette für das Periodikum verantwortlich.