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Dissident, Blog, Victims of Communism Memorial Foundation

Blog | Artikel

Dissident

Victims of Communism Memorial Foundation

Der Blog „Dissident“ der Victims of Communism Memorial Foundation beschäftigt sich nach eigenen Angaben mit „der Ideologie, Geschichte und dem Vermächtnis des Kommunismus“. Die Seite widmet sich demnach explizit dem Kampf gegen den Kommunismus, versucht seine Schattenseiten und das Leiden derjenigen, die unter einem kommunistischen Herrschaftsregime lebten und leben, zu beleuchten. Neben historischen Betrachtungen zur Geschichte des Kommunismus weltweit beschäftigt sich der Blog u.a. auch kritisch mit kommunistischen Referenzen in der Popkultur und stellt Helden im Kampf gegen kommunistische Regimes vor. Die Artikel arbeiten zum Teil mit Fußnoten, sollen also wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Leser können dem Blog-Team, das seinen Sitz in Washington DC hat, Themenvorschläge zusenden und Artikel zur Veröffentlichung anbieten. Die Herausgeber „haben die Vision einer Welt frei vom Kommunismus“ und begründen ihre Themensetzung mit dem Satz: „Die Wahrheit am Leben zu erhalten ist eine gemeinschaftliche Aufgabe“.

Weinke, Feind vor Gericht, Schauprozesse, Fachbuch

Fachbuch

Der Feind vor Gericht. Schauprozesse im kommunistischen Osteuropa

Annette Weinke

Annette Weinke veröffentlichte 2016 ihre Studie über Schauprozesse im kommunistischen Osteuropa bei der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen. Schauprozesse zählen zu den typischen Erscheinungen kommunistischer Herrschaftsausübung im 20. Jahrhundert. Ein erster Höhepunkt waren die großen Moskauer Prozesse der 1930er-Jahre, als sich Stalin auf diesem Wege seiner innenpolitischen Gegner entledigte. In der Ära des Kalten Krieges bedienten sich auch die meisten ostmitteleuropäischen „Volksdemokratien“ dieses Instruments, um die „Sowjetisierung“ ihrer Justizapparate voranzutreiben. Das Kuriosum, Schauprozesse gegen lebende, nicht anwesende Angeklagte zu veranstalten, blieb allerdings ein Alleinstellungsmerkmal der DDR. Annette Weinke liefert eine knappe Zusammenschau zur Geschichte der kommunistischen Schauprozesse und vermittelt erste Einblicke in ein faszinierendes, insgesamt noch wenig erforschtes Kapitel der kommunistischen Herrschafts- und Gesellschaftsgeschichte.

Cover des Buches "The Global Cold War. Third World Interventions and the Making of Our Times", Cambridge University Press

Fachbuch

The Global Cold War. Third World Interventions and the Making of Our Times

Odd Arne Westad

Odd Arne Westads Buch The Global Cold War analysiert die Globalisierungsprozesse während des Kalten Krieges. Der Kalte Krieg, in dem sich die zwei Blockmächte USA und Sowjetunion samt ihren jeweiligen Verbündeten gegenüber standen, hat das heutige internationale System entscheidend geprägt. Westads Buch untersucht, wie die Konflikte aus der Zeit der Blockkonfrontation den Grundstein für diejenigen gewaltsamen Konflikte legen, die heute das Weltgeschehen prägen. Der Fokus liegt darauf, darzustellen, wie die globale Präsenz der beiden Supermächte lokale Widerstände weckte – und wie sowohl die USA als auch die Sowjetunion durch Interventionen versuchen, die Dynamik zum Schaden des jeweils anderen zu nutzen. Die im Buch vorgestellten Konflikte verdeutlichen den globalen Charakter des Kalten Krieges; sie reichen von China und Indonesien über den Irak, Äthiopien und Angola bis hin zu Nicaragua und Kuba. Der Autor verbindet die historische Analyse der Interventionen mit der weiteren Entwicklung der jeweiligen Regionen und macht so deutlich, wie nachhaltig die Ereignisse des Ost-West-Konflikts die internationalen Beziehungen bis heute prägen.

Cover "Politischer Widerstand", Nomos Verlag

Fachbuch

Politischer Widerstand. Allgemeine theoretische Grundlagen und praktische Erscheinungsformen in Nationalsozialismus und Kommunismus

Barbara Zehnpfennig (Hrsg.)

Auflehnung gegen vermeintliches oder tatsächliches Unrecht begleitet politische Herrschaft, seitdem es sie gibt. Der von der Passauer Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig herausgegeben Band Politischer Widerstand. Allgemeine theoretische Grundlagen und praktische Erscheinungsformen in Nationalsozialismus und Kommunismus untersucht mit dem politischen Widerstand also ein Phänomen, das die gesamte Geschichte durchzieht und fragt, wie legitim solche Auflehnung ist und wie sie begründet werden kann. Diesen Fragen gehen im ersten Teil des Bandes Philosophen, Politikwissenschaftler und Juristen aus ihrer jeweiligen Fachperspektive nach. Im zweiten und dritten Teil werden Beispiele aus der Praxis näher beleuchtet. So wird von Forschern aus unterschiedlichen Disziplinen dargestellt, wie und warum Menschen in Kommunismus und Nationalsozialismus das zum Teil lebensbedrohliche Risiko auf sich genommen haben und sich der Herrschaft widersetzten. Der Band umfasst Beiträgen von Robert von Friedeburg, Armin Fuhrer, Rolf Gröschner, Winfried Heinemann, Günther Heydemann, Frauke Höntzsch, Michal Kaczmarczyk, Sven Felix Kellerhoff, Hans-Christof Kraus, Frank-Lothar Kroll, Jerzy Maæków, Andreas Oplatka, Gerhard Ringshausen, Stefan Schick, Peter Steinbach und Barbara Zehnpfennig. Das Inhaltsverzeichnis des Bandes finden Sie hier.

Cover FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte Jg. 20 (2016) Heft 1

Zeitschrift

FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte

ZIMOS - Zentralinstitut für Mittel- und Osteuropastudien der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (Hrsg.)

Das Periodikum "FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte" ist die Schriftenreihe des Zentralinstituts für Mittel- und Osteuropastudien (ZIMOS) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Die Zeitschrift erscheint halbjährlich seit 1997. Bis 2013 wurde das FORUM vom Böhlau-Verlag in Köln verlegt. Seit 2014 erscheint es im Stuttgarter ibidem-Verlag. Zu den Herausgebern der Zeitschrift gehören renommierte europäische Osteuropahistoriker. Inhaltlich geht es den Autoren und Autorinnen um die wissenschaftliche Aufarbeitung der Sowjetdiktaturen. Zentral hierbei ist in den Beiträgen die Ideengeschichte der Opposition. Die Suche nach Alternativen zum Kommunismus in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft unter den Bedingungen der Diktatur sind die bestimmende sich durch alle Jahrgänge durchziehende Forschungsfrage des FORUM.

Buchcover Michael S. Voslensky: Nomenklatura. Die herrschende Klasse der Sowjetunion

Fachbuch

Nomenklatura. Die herrschende Klasse der Sowjetunion

Michael S. Voslensky

Der russische Historiker und Politikwissenschaftler Michael S. Voslensky (1920–1997) lebte und arbeitete seit 1972 in Deutschland. 1980 erschien die erste Ausgabe seines Werkes über die sowjetische Nomenklatura, das die westliche Diskussion über die Gesellschaft in der Sowjetunion maßgeblich prägte. Voslensky analysiert die sowjetische herrschende Klasse, die von Lenin als kleine machtvolle Elite von „Berufsrevolutionären“ installiert und von Stalin durch eine größere sorgsam ausgewählte Gruppe von gehorsamen Gefolgsleuten ersetzt worden sei. Er beschreibt die Rekrutierungsstrategien und die internen Machtkämpfe und geht auf die Korruption sowie die Isolation der Herrschenden vom Rest der Bevölkerung ein. Misswirtschaft, Desintegration innerhalb der Elite, fehlende Modernisierung und viele andere Probleme hätten die Nomenklatura in der Sowjetunion geschwächt, so Voslenkys Fazit, allerdings habe sie dennoch die gesamte Macht inne, da sie keiner Opposition gegenüberstehe.

Buchcover

Monographie

Das Rote Berlin: eine Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung 1830-1934

Axel Weipert

"Das Rote Berlin: eine Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung 1830 – 1934" von Axel Weipert analysiert die Entwicklung der Arbeiterbewegung in Berlin von den 1830er-Jahren bis zu den Anfängen des Dritten Reiches. Für einen Großteil dieses Zeitraums war die Berliner Arbeiterbewegung die größte der Welt und fungierte international als Vorbild für andere Bewegungen. Dementsprechend umfangreich ist Weiperts Analyse, welche der Vielfalt der Berliner Arbeiterbewegung gerecht werden will und sich sowohl Parteien und Gewerkschaften als auch spontanen Aktionen und kulturellen Dimensionen widmet; die Blumenstraßenkrawalle, die Rote Insel und der Arbeitersport als Elemente der Bewegung finden ebenso Platz im Buch wie die Entwicklung der Bewegung in unterschiedliche Strömungen wie Sozialdemokraten, Kommunisten und Anarchisten. In seiner Berücksichtigung und Analyse unterschiedlichster Akteure, Episoden und Entwicklungen – die nicht selten auch im Widerspruch miteinander stehen – bringt der Autor Lesern ein Bild der Berliner Arbeiterbewegung nahe, das deren Vielschichtigkeit gerecht wird. 

Buchcover

Analyse

The Near Abroad. Socialist Eastern Europe and Soviet Patriotism in Ukraine, 1956–1985

Zbigniew Wojnowski

In seinem Buch „The Near Abroad. Socialist Eastern Europe and Soviet Patriotism in Ukraine, 1956–1985“ stellt Zbigniew Wojnowski die Frage nach den Dynamiken im Prozess der ukrainisch-sowjetischen Identitätsbildung. Die Analyse beginnt mit einer Verortung der mentalen Geografien der Region: was heute gemeinhin als Osteuropa bezeichnet wird, war, von der Sowjetunion aus betrachtet, westlich – ohne dabei so fremd, unerreichbar und vermeintlich feindlich wie der kapitalistische Westen zu sein. Im Kontakt und im Vergleich mit ihren westlichen osteuropäischen Nachbarn entwickelten die Bürger der UdSSR neue Gedanken und Perspektiven auf die Rolle von Nationalstaaten, Grenzen und auf nationalen Identitäten innerhalb der Sowjetunion. Am Beispiel der Ukraine spürt der Autor der Frage nach, wie sich ukrainisch-sowjetische Identitäten im Dialog und in Konfrontation mit den westlichen Nachbarn Osteuropas entwickeln konnten. Hoch relevant im Kontext der Ukraine-Krise leistet der Autor somit einen Beitrag zu der Debatte darüber, wie mentale Geografien bis heute die politischen und gesellschaftlichen Spannungen zwischen Russland, der Ukraine und Osteuropa prägen.  

Screen Ungarn 1956. Geschichte und Erinnerung

Website

Ungarn 1956. Geschichte und Erinnerung

Zentrum für Zeithistorische Forschung (Hrsg.)

Aus Anlass des 50. Jahrestages des Volksaufstandes in Ungarn wurde die Webseite ungarn1956.zeitgeschichte-online.de erstellt. Sie bietet eine detailreiche Chronik der Ereignisse von 1956 bis 1989 sowie Hintergrundinformationen zur Vorgeschichte und zum historischen Kontext, zum Aufstand selbst und den Reaktionen in Ost und West. Dafür sind Beiträge namhafter Historiker als PDF-Dateien eingebunden, so dass zugleich die Forschungsliteratur zum Thema vorgestellt wird. Darüber hinaus können die Biographien wichtiger Akteure des Ungarn-Aufstands nachgelesen werden. Ein Fokus liegt auch auf der Erinnerung an die Ereignisse von 1956 und deren Verortung in geschichtspolitischen Narrativen. Umfassende bibliographische Angaben zu Monographien, Aufsätzen, Spielfilmen, Dokumentationen und Quellen können auf der Webseite ebenfalls eingesehen werden.

Cover: Faschismus und Faschismusanalysen, in: FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte Jg. 22 (2018) Heft 2, Hannover: ibidem-Verlag 2018.

Zeitschrift

Faschismus und Faschismusanalysen

ZIMOS - Zentralinstitut für Mittel- und Osteuropastudien der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (Hrsg.)

Die zweite Ausgabe der Zeitschrift "Forum" im Jahr 2018 widmet sich dem Phänomen des Faschismus und seinen Deutungen innerhalb der kommunistischen Bewegungen. Hier werden in Aufsätzen besonders die Sichtweisen sowjetischer Dissidenten und ihren Blick auf die Genese des Totalitarismus vor allem Deutschland und seinem Antisemitismus dargestellt. Ein Aufsatz zur Historiographie der Bundesrepublik untersucht die kontroverse These des Historikers Ernst Nolte, der Nationalsozialismus wäre nur als Reaktion auf die bestehende „bolschewistische Gefahr“ hin entstanden, auf seine Plausibilität. Die heftige öffentliche Auseinandersetzung um diese These in den 1980er-Jahren nennt man „Historikerstreit“. Das totalitäre Gedenken an die russische Oktoberrevolution sowie seine Entstehung und Wandlungen werden ebenfalls in einem Beitrag dargestellt. Das Periodikum "FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte" ist die Schriftenreihe des Zentralinstituts für Mittel- und Osteuropastudien (ZIMOS) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Wagenlehner, Abschied, Kommunismus, Ideologie

Fachbuch

Abschied vom Kommunismus. Der Niedergang der kommunistischen Idee von Marx bis Gorbatschow

Günther Wagenlehner

Der deutsche Politikwissenschaftler Günther Wagenlehner musste zehn Jahre seines Lebens im Gulag verbringen (1945–1955). Bereits 1962 erschien sein Buch „Kommunismus ohne Zukunft“, im Jahr 1987, also ebenfalls vor dem Ende der Sowjetunion und dem Zusammenbruch zahlreicher sozialistisch regierter Staaten, seine Monographie „Abschied vom Kommunismus. Der Niedergang der kommunistischen Idee von Marx bis Gorbatschow“. Dem programmatischen Titel entsprechend, zeichnet er nach, wie sich die kommunistische Idee durch die Politik der Kommunistischen Partei der Sowjetunion Stück für Stück von ihrer ursprünglichen Ausrichtung im wörtlichen Sinne verabschiedet habe. Wagenlehner handelt das sukzessive Ende des Kommunismus in drei Kapiteln ab: Erstens „Das Parteiprogramm“ der KPdSU nach der Marxschen Theorie, zweitens „Staat oder Kommunismus“ mit den parteiinternen Entwicklungen mit Fokus auf Lenins Einfluss sowie drittens den „Verfall der Ideologie“, der den politischen Umgang mit dem ideologischen Kommunismuskonzept in chronologischer Erzählung aufzeigen soll. Seiner Studie ist ein Vorwort des deutsch-baltischen Rechtswissenschaftlers und Experten für osteuropäische Zeitgeschichte Boris Meissner vorangestellt.

Weitz, German Communism,

Fachbuch

Creating German communism 1890 – 1990. From popular protests to socialist state

Eric D. Weitz

In seiner Analyse des deutschen Kommunismus „Creating German communism 1890–1990. From popular protests to socialist state“ aus dem Jahr 1997 beschreibt Eric D. Weitz ein Jahrhundert der kommunistischen Bewegung in Deutschland. Ausgehend von dem aufkommenden kommunistischen Gedanken und der KPD wählt er als Zäsur das Ende des „real existierenden Sozialismus“ mit dem Untergang der DDR. Ein Fokus liegt dabei auf den Entwicklungen in der Weimarer Republik (1918–1933), in der vor allem männliche Kommunisten, so zeigt es Weitz, auf die Straße gingen und gegen die Polizei, den aufkommenden Faschismus und gar gegen Sozialisten und Arbeitnehmer protestierten. Dabei setzten Parteifunktionäre gezielt auf diese offenen, zum Teil brutalen Proteste, um Aufmerksamkeit für ihre Idee zu generieren. Weitz sieht Kontinuitäten zwischen der genderbewussten politischen Kultur der KPD und der Politik der SED.

Cover des Buches "Die andere Kulturrevolution", Mandelbaum Verlag

Monographie

Die andere Kulturrevolution

Wu Yiching

Wu Yichings Analyse Die andere Kulturrevolution liefert eine neue Sichtweise auf die als „Kulturrevolution“ in die Geschichtsbücher eingegangene Kampagne des chinesischen Parteiführers Mao Tse-Tung. Gemeinhin wird darunter die Zeit etwa zwischen 1966 und 1976 beschrieben, deren offizieller Zweck es war, die Inflitrierung der revolutionären Gesellschaft durch kapitalistische oder bürgerliche Elemente zu beenden. Tatsächlich war die Phase vor allem durch Denunziationen, Verhaftungen, Menschenrechtsverletzungen und Morde geprägt; Schätzungen gehen von mindestens 400 000 Toten während dieser Zeit aus. Der Großteil der zahlreichen Analysen, die über diese Epoche veröffentlicht worden sind, sind sich darin einig, dass die brutalen Exzesses der Kulturrevolution von Mao und anderen Parteiführern bewusst kalkuliert und gewollt waren. Wu Yiching richtet den Blick auf die einzelnen Revolutionärinnen und Revolutionäre in den Jahren 1966-1969 und stellt dar, dass die revolutionären Kräfte keineswegs so einheitlich agierten, wie oft wahrgenommen – und, vor allem, dass der Partei zunehmend die Kontrolle über die Bewegung, die sie selbst angestachelt hatte, entglitt. Die erfolgreich radikalisierte Jugend erhob sich schließlich gegen die Partei selbst. In der Niederschlagung der Bewegung durch die Staatsorgane sieht Wu den ersten Schritt derjenigen Prozesse, die China in den kommenden Jahrzehnten nachhaltig verändern und für kapitalistische Reformen öffnen würde.

Logo Docupedia-Zeitgeschichte

Online-Plattform

Docupedia-Zeitgeschichte. Begriffe, Methoden und Debatten der Zeithistorischen Forschung

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)

Das Onlineportal Docupedia-Zeitgeschichte ist ein dynamisches Nachlagewerk, das einen schnellen Überblick zum aktuellen Stand der zeitgeschichtlichen Forschung bietet. Übersichtsartikel erläutern zentrale Begriffe, Konzepte, Forschungsrichtungen und Methoden der Zeitgeschichte. Neben den Grundlagen der Geschichtswissenschaft und ihrer Nachbardisziplinen werden wichtige Debatten präsentiert, die das Fach prägten. Der Themenschwerpunkt Kommunismusgeschichte umfasst derzeit etwa 18 Beiträge namhafter Historiker vor allem zu theoretischen und länderspezifischen Fragestellungen. Verantwortlich für die Auswahl und wissenschaftliche Prüfung der Beiträge auf Docupedia sind die 37 Herausgeber des Portals, die die wichtigsten zeithistorischen Forschungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum repräsentieren.

Cover: FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte Jg. 22 (2018) Heft 1

Zeitschrift

Machtkalkül? Furcht? Faszination? Deutschland und die russische Revolution von 1917

ZIMOS - Zentralinstitut für Mittel- und Osteuropastudien der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (Hrsg.)

Die erste Ausgabe der Zeitschrift Forum im Jahr 2018 widmet sich den Auswirkungen der russischen Oktoberrevolution auf Deutschland. Anlässlich des 100. Jahrestages der deutschen Novemberrevolution, fragt diese Zeitschriftenausgabe wie sich die beiden weltgeschichtlichen Ereignisse beeinflusst haben. Dem Schwerpunktthema widmen sich vier Aufsätze von renommierten Historikern. Leonid Luks beleuchtet das Verhältnis des deutschen Kaiserreiches zum postrevolutionären Russland in den Monaten zwischen Oktoberrevolution und Frieden von Brest-Litowsk. Jürgen Zarusky rekonstruiert eine der wichtigsten theoretischen Debatten in der deutschen Sozialdemokratie der Zwischenkriegszeit: das Verhältnis zur russischen Revolution und zu den Bolschewiki. Ruprecht Wimmer leistet einen Beitrag zur Intellektuellengeschichte, wenn er Thomas Mann und seine Bezüge und Haltungen zum Weltkommunismus untersucht. Bernhard Sutor stellt Überlegungen zur Bedeutung des Epochenjahres 1917 für die politisch Bildung und das historische Bewusstsein an. Ein Tagungsbericht und Debattenbeiträge zur Geschichte der beiden Weltkriege beenden den Band.

Buchcover Hermann Weber: Kommunismus in Deutschland 1918–1945

Fachbuch

Kommunismus in Deutschland 1918–1945

Hermann Weber

Der Historiker und Politikwissenschaftler Hermann Weber (1928–2014), der 1945 der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) beigetreten und 1954 als „Agent“ ausgeschlossen worden war, hat eine Bibliographie als Hilfsmittel für die Geschichtsschreibung der KPD vorlegt. Darin kommentiert er ausführlich die wichtigsten bis 1983 erschienen Bücher und Beiträge zur Geschichte der Partei bis 1945. Einleitend problematisiert er die DDR-Geschichtsschreibung zur KPD sowie den Umgang mit biographischer Literatur und Memoiren. Die Bibliographie umfasst Werke zur Gründung der KPD, zum Verhältnis zwischen KPD und Kommunistischer Internationale sowie zur Ideologie und zum Aufbau der Partei. Die Literatur zur Politik der KPD zwischen 1919 und 1945 steht im Mittelpunkt des Buches. Sie ist chronologisch gelistet und enthält Kommentare und Hintergrundinformationen.

Buchcover

Analyse

Der Schauprozess im 20. Jahrhundert in Deutschland. Begriff, Funktion und Struktur anhand ausgewählter Beispiele

Katharina Werz

"Der Schauprozess im 20. Jahrhundert in Deutschland. Begriff, Funktion und Struktur anhand ausgewählter Beispiele" ist die Dissertationsschrift der Autorin Katharina Werz. Die wissenschaftliche Arbeit untersucht zunächst die Begrifflichkeit des Schauprozesses und seine Verwendung. Anschließend analysiert sie sieben Verfahren, die im 20. Jahrhundert Deutschland geführt wurden, auf ihre Eigenschaft als Schauprozess hin; dabei verfährt die Autorin nach einem Untersuchungsraster, welches auf den Kriterien Herrschaftsform, Rechtsgebiet, beabsichtigter Wirkung, gelenkter Judikative, Verfahrensablauf, Öffentlichkeit, Publikum, Strafmaß, Propaganda und Einhaltung des Rechtsstaatsprinzips. Untersucht werden Verfahren aus der Weimarer Republik (der Prozess gegen die Mörder Walther Rathenaus 1922), aus dem Dritten Reich (Reichstagsbrandprozess 1933 und die Verfahren gegen Mitglieder des 20. Juli 1944), aus der DDR (der Untersuchungsausschuss Freiheitlicher Juristen 1952 und das Devisenverfahren gegen Robert Havemann 1979) und aus der BRD (Stammheim 1975–1977 sowie das zweite Mauerschützen-Verfahren gegen Mitglieder des Nationalen Verteidigungsrats 1992–1993). Die Arbeit schließt mit der Aussicht, dass Schauprozesse angesichts zunehmend weniger kontrollierten Medienöffentlichkeit an Bedeutung verlieren.

Die geglückte Revolution. Das Politische und der Umbruch in Polen 1976-1997

Monographie

Die geglückte Revolution. Das Politische und der Umbruch in Polen 1976-1997

Agnieszka Zagańczyk-Neufeld

Die Autorin Agnieszka Zagańczyk-Neufeld beschäftigt sich in ihrer Monografie Das Politische und der Umbruch in Polen 1976-1997 mit der Friedlichen Revolution und Transformation 1989/90. Sie nimmt hierbei einen längeren Zeitraum in den Blick, um eine langfrisitge Perspektive auf das Thema zu erhalten. In Polen wurde nach einer langen Umbruchsphase am 24. August 1989 mit Tadeusz Mazowiecki der erste nichtkommunistische Regierungschef in Osteuropa seit über 40 Jahren ernannt. Die Autorin beschäftigt sich in ihrer Monografie nicht ausschließlich mit der Revolution selbst, sondern vor allem mit dem Begriff des Politischen in der polnischen Geschichte vor 1989 und nach dem politischen Umbruch. Zagańczyk-Neufeld fragt nach den Ursachen für den friedlichen Verlauf der Revolution und hinterfragt dabei die geläufige Auffassung vom Zusammenbruch des Kommunismus aus einer reinen Systemschwäche heraus. In ihrer Monografie analysiert sie die Rolle der Untergrundpresse, der Kirche und der Intellektuellen. Für ihre Analyse stützt sie sich auf die Schriften und Theorien von Carl Schmitt, Ernesto Laclau, Chantal Mouffe und Reinhart Koselleck.

Cover FORUM für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte Jg. 20 (2016) Heft 1

Zeitschrift

„Andersdenkende“ im Kommunismus

ZIMOS - Zentralinstitut für Mittel- und Osteuropastudien der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (Hrsg.)

Diese Ausgabe der Zeitschrift FORUM, das Periodikum des Zentralinstituts für Mittel- und Osteuropastudien der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, widmet sich Formen der Opposition und intellektueller Freiheiten im Sowjetkommunismus. Anhand ausgewählter Beiträge wird untersucht welche Handlungsspielräume für Wissenschaftler und Kulturschaffende im Rahmen der Diktatur bestanden haben. Anne Rennert untersucht in ihrem Aufsatz die Bildsprache sowjetischer Maler und Graphiker, Dirk Mathias Dalberg die Gesellschaftsanalyse des Prager Dichters Egon Bondy und Leonid Luks die Interpretation der russischen Revolution des ukrainischen Philosophen Nikolaj Berdjaev. Ein weiterer Beitrag von Roman Schmolorz versucht die soziale Integration der Westdeutschen Gesellschaft zu rekonstruieren. Der letzte Essay der Ausgabe von Martin Malek geht auf den 550. Jahrestag der Begründung kasachischer Staatlichkeit ein.

Screenshot Buchcover

Sachbuch

Die Revolution steht bevor

Slavoj Zizek

Slavoj Žižeks Lektüre liegt der These zugrunde, dass unsere Gegenwart nach einer neuen Auseinandersetzung mit Lenins Kommunistischer Theorie verlangt. Er schreibt ebendieser Gegenwart eine ähnliche revolutionäre Situation zu, wie dem Jahr 1917 und versucht sie unter anderem in den Punkten Liebe, Ideologie, Wahrheit oder auch Trennlinie zwischen Materialismus und Idealismus aus einer leninistischen Perspektive zu sehen. In kurzen Abschnitten diskutiert der Autor die Grundantriebe politischer Theoriebildung und stellt die Überlegung auf, ob wir nicht in einem Zeitalter leben, in dem der Staat und seine Apparate, einschließlich der politisch Handelnden, immer weniger in der Lage sind, Schlüsselthemen zu artikulieren. Zizkes Versuch, mit Lenins Augen den 11. September, das Microsoft-Monopol oder aber die oberflächliche Hollywood-Kultur zu analysieren, wurde von Kritikern und Medien wie der Süddeutschen Zeitung oder der FAZ zerrissen und als ein "Abarbeiten an den neuen Paradoxien des globalen Kapitalismus und den moralischen Fragen radikalen politischen Handelns in Form einer lückenhaften Aufsatzsammlung" beschrieben. Die provokante Lektüre verfolgt dennoch das ein oder andere interessante Gedankenspiel und gilt als leicht lesbarer Einstieg für seine späteren Werke.