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Gerd Koenen "Die Farbe Rot: Ursprünge und Geschichte des Kommunismus", Screenshot vom Buchcover

Fachbuch

Die Farbe Rot: Ursprünge und Geschichte des Kommunismus

Gerd Koenen

Der Traum von der großen welthistorischen Kommunion, in der alle Menschen Brüder werden und keiner mehr des anderen Knecht sein muss, hat seine Spur durch die Jahrhunderte gezogen bis die Revolution im Oktober 1917 in Russland den Kommunismus an die Macht brachte. Doch als die Utopie nach der Wirklichkeit griff, wurde der Traum von Gleichheit und Gemeinschaft zum Albtraum: Das Rendezvous des Kommunismus mit der Geschichte endete in Terror und Paranoia. Autor Gerd Koenen schildert in diesem Werk die Geschichte des Kommunismus und lässt dabei Philosophen, Revolutionäre und Politiker zu Wort kommen. Beschrieben werden die Ursachen für die Anziehungskraft der kommunistischen Idee: Herrschaft und Unterdrückung, sowie Elend und Armut der Ausgebeuteten. Zudem führt Koenen auf, warum der Kampf um soziale Gerechtigkeit in einer Welt des Kapitalismus bis heute legitim und aktuell ist.

Cover des Buches "Beziehungsweise Revolution", Verlag Suhrkamp

Fachbuch

Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende

Bini Adamczak

Die Autorin beschäftigt sich in ihrem Buch Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende anlässlich des 100. Jahrestages der Russischen Revolution mit den Ereignissen des Jahres 1917, die sie mit der sozialen Revolution 1968 in Beziehung setzt. Diese Revolutionen waren von sehr unterschiedlicher Natur: Die Russische Revolution verfolgte einen Umbau politischer Art, während 1968 auf das Individuum zielte. Die Autorin verknüpft diese Prozesse anhand der neuen Geschlechterverhältnisse und fragt nach der „vergangenen Zukunft von Revolutionen“. Das Buch gliedert sich in drei Teile: Russische Revolution, Das Geschlecht der Revolution, Beziehungswesen. Bini Adamczak publiziert als freie Autorin Bücher zum Themenkomplex des Kommunismus und erlangte durch ihr Kinderbuch Kommunismus. Kleine Geschichte wie es endlich alles anders wird internationale Bekanntheit. Ihr neues Buch Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende erscheint am 9. Oktober 2017 im Suhrkamp Verlag.

Cover des Buches "Das Charisma der Weltrevolution", Böhlau Verlag

Fachbuch

Das Charisma der Weltrevolution. Revolutionärer Internationalismus in der frühen Sowjetgesellschaft 1917–1927

Gleb J. Albert

Was bedeuteten „Weltrevolution“ und „internationale Solidarität“ für einfache Parteiaktivisten und die sowjetische Bevölkerung im ersten Jahrzehnt nach der Oktoberrevolution? Mit Das Charisma der Weltrevolution. Revolutionärer Internationalismus in der frühen Sowjetgesellschaft 1917–1927 hat der 1981 in Moskau geborene Historiker Gleb J. Albert die erste Gesellschaftsgeschichte des frühsowjetischen revolutionären Internationalismus verfasst. Darin untersucht er die Vermittlung internationalistischer Ideen sowie die Bedeutungen, die frühsowjetische Aktivisten und Bürger in sie hineininterpretierten. Ebenso dargestellt werden die Praktiken, mittels derer Sowjetbürger an revolutionären Ereignissen im Ausland teilhaben konnten. Neben seiner Mitarbeit an Editionen zur Komintern ist der Autor Mitglied der DFG-Forschergruppe »Medien und Mimesis« am Historischen Seminar der Universität Zürich und arbeitet an einem Habilitationsprojekt zur transnationalen Geschichte jugendlicher Softwarepiraterie in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren. Zudem ist er Mitherausgeber des Online-Magazins Geschichte der Gegenwart und des International Newsletter of Communist Studies sowie als Historischer Berater bei diversen Theaterproduktionen tätig.  

Buchcover "Roter Hunger. Stalins Krieg gegen die Ukraine", Siedler Verlag.

Monographie

Roter Hunger. Stalins Krieg gegen die Ukraine

Anne Applebaum

Die amerikanische Historikerin Anne Applebaum beschäftigt sich in ihrer Monografie Roter Hunger. Stalins Krieg gegen die Ukraine mit dem erzwungenen Hungertod von mehreren Millionen Ukrainerinnen und Ukrainern durch die kommunistische Führung der Sowjetunion zwischen 1932 und 1933. Applebaum zeichnet nach, wie Stalin ein Terrorregime gegenüber der Ukraine errichten ließ und wie er seine Vernichtungspolitik gegenüber der ukrainischen Bevölkerung umsetzte. Zahlreiche Bewohner der Ukraine fielen einer Hungersnot zum Opfer, die als „Holodomor“ bezeichnet wird. Stalins Ziel war es, den ukrainischen Freiheitsdrang zu unterdrücken, die sowjetische Macht in der Ukraine zu festigen und die ukrainische Kultur zu vernichten. Die Autorin greift in ihrer Monografie die Debatte auf, ob die Hungersnot von Stalin vorsätzlich verursacht wurde oder vorwiegend durch die vorangetriebene Zwangskollektivierung bedingt wurde. Applebaum beschäftigt sich vor allem auch mit der historischen Aufarbeitung und den kontroversen Diskussionen um den Begriff „Holodomor“ und geht der Frage nach, ob die Geschehnisse 1932 als Genozid zu beurteilen sind. Zusätzlich analysiert sie die Bedeutung dieser menschlichen Katastrophe für die heutige Ukraine und ihr Verhältnis zu Russland.

Buchcover Uwe Backes, Stéphane Courtois (Hrsg.): "Ein Gespenst geht um in Europa". Das Erbe kommunistischer Ideologien

Fachbuch

„Ein Gespenst geht um in Europa". Das Erbe kommunistischer Ideologien

Uwe Backes, Stéphane Courtois (Hrsg.)

Der Sammelband basiert auf einer Tagung, die das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung und die Groupe d'Étude et d'Observation de la Démocratie an der Universität in Paris-Nanterre veranstaltet haben. Die deutsch- und französischsprachigen Forscher und Forscherinnen setzen sich die wissenschaftliche Aufarbeitung des ideologischen Erbes des Kommunismus zum Ziel. Sie untersuchen das Selbstverständnis der verschiedenen kommunistischen Ideologien und beleuchten die Gefahren, die von totalitären Tendenzen ausgehen; wobei sie die Geschichte explizit aus der Perspektive des demokratischen Verfassungsstaates betrachten. Am Beispiel zentraler Theoretiker wie Karl Marx, Wladimir I. Lenin, Rosa Luxemburg, Leo Trotzki und Antonio Gramsci werden die Entstehung, der Wandel und die gegenwärtige Bedeutung verschiedener kommunistischer Ideen erläutert.

Cover des Buches "Eurocommunism. From the Communist to the Radical European Left", Routledge

Monographie

Eurocommunism. From the Communist to the Radical European Left

Ioannis Balampanidis

In Eurocommunism. From the Communist to the Radical European Left analysiert Ioannis Balampanidis die Entwicklung der „Eurokommunismus“ genannten Strömung innerhalb der kommunistischen Parteien Westeuropas. Der Eurokommunismus entstand um 1968 – das Jahr brachte nicht nur radikale gesellschaftliche Umbrüche mit sich, sondern führte auch zu einer zunehmenden Ausdifferenzierung linker Ideologien. Auch entstand die Bewegung in Folge der Ereignisse des Prager Frühlings: Kommunistische Parteien Westeuropas, vor allem in Italien, Frankreich, Spanien und Griechenland, distanzierten sich von der sowjetischen Niederschlagung der Proteste in der damaligen Tschechoslowakei und begannen in der Folge zunehmend, sich vom Kommunismus sowjetischer Prägung abzugrenzen. Im Zuge dieser Entwicklungen gelang es kommunistischen Parteien, in der öffentlichen Wahrnehmung mit Reformen und liberalen Werten assoziiert zu werden,  anstatt mit einem repressiven System sowjetischer Prägung. Dies führte zu einer Phase der politischen Einflussnahme, die bis in die frühen 1980er-Jahre andauern sollte und deren Erfolgsrezept darin bestand, sich sowohl gegen die revolutionäre Linke als auch die gemäßigte Sozialdemokratie abzugrenzen. Das Buch erscheint in der Serie The Routledge Global 1960s and 1970s Series.

Logo der Konrad-Adenauer-Stiftung

Fachbuch

Im dunklen Keller der Erinnerung

Norbert Beckmann-Dierkes, Alexander Welscher

Alexander Welscher und Norbert-Beckmann-Dierkes sind Mitarbeiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung im lettischen Riga, welche den vorgelegten Band herausgegeben hat. Anlässlich des in Riga gefeierten europäischen Kulturhauptstadtjahres 2014, untersucht dieser Band die Orte stalinistischer Verbrechen im heutigen Riga. Die Initiatoren der Kulturhauptstadt haben die Eröffnung der ehemaligen Geheimdienstzentrale in Riga als Gedenkort für die stalinistischen Verbrechen bis 2014 vorangetrieben. Die gesellschaftliche Debatte und die Nutzung anderer Orte kommunistischer Verbrechen in der lettischen Hauptstadt soll der vorliegende Band dokumentieren. Dem Buch gelingt es, ausgehend von der Gegenwart einen Blick in die Vergangenheit Rigas zu werfen. Auf eine detaillierte Analyse der Geheimdiensttätigkeiten, staatlicher Repression und Verbrechen in Lettland zwischen den 1940er-Jahren und 1990, wird die Aufarbeitung der sozialistischen Diktaturerfahrung kritisch beleuchtet. Die Nutzung von Gebäuden des ehemaligen staatlichen Repressionsapparates steht hierbei im Fokus. Wenn der vorgelegte Band aktuelle Nutzungsdebatten als Spiegel des Standes der Aufarbeitung vorstellt, spannen die Autoren den Bogen bis in die Gegenwart.

Buchcover "Mao Zedong and the Chinese Revolution", Routledge

Sammelband

Mao Zedong and the Chinese Revolution

Gregor Benton (Hrsg.)

Der Autor und Experte für chinesische Geschichte Gregor Benton beschäftigt sich in seiner Studie Mao Zedong and the Chinese Revolution mit der Person Mao Zedong und seiner Rolle in der Chinesischen Revolution. Mao war von 1943 bis 1976 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas und Vorsitzender der von ihm gegründeten Volksrepublik. Nach ihm wurde die politische Bewegung des Maoismus, die eine kommunistisch-revolutionäre Bewegung oder Weltanschauung bezeichnet, benannt. Die Studie von Gregor Benton beschäftigt sich intensiver mit Maos Rolle in der chinesischen Revolution und geht den Fragen nach, was seine Ziele waren und wie er die Kommunistische Partei Chinas und den Staat zu seinen persönlichen und politischen Zielen manipulierte. Der Sammelband umfasst unterschiedlichste Beiträge, Studien und Aufsätze, die sich mit verschiedensten Aspekten rund um diese Fragen beschäftigen und einen detaillierten Blick auf die Person Maos und seine politischen Ziele geben.

Cover des Buches "Russlands Westen", Verlag Harrassowitz

Fachbuch

Russlands Westen. Westorientierung und Reformgesetzgebung im ausgehenden Zarenreich 1905-1917

Benjamin Beuerle

Benjamin Beuerles Buch „Russlands Westen“ behandelt die russische Politik zwischen den Revolutionen von 1905 und 1917. Nach dem Petersburger Blutsonntag und den darauf folgenden Unruhen stimmte der Zar der Etablierung einer gewählten Versammlung zu. Mit der Duma gab es erstmals ein gewähltes Parlament, das die Reformbedürftigkeit Russlands öffentlich anprangerte. Orientierung und Vorbild für den Staat sollte dabei der Westen sein. Benjamin Beuerle untersucht in seiner Dissertation die Diskussionsverläufe und die Gesetzgebungsverfahren im neuen Parlament. Zentral dabei sind drei Reformansätze: die Agrarreform, die Arbeiterversicherung und die Abschaffung der Todesstrafe. Erstaunlich ist der der Umstand eines überparteilichen Grundkonsenses über die Ausrichtung der staatlichen Entwicklung nach Westen, um zu Wohlstand und Fortschritt zu gelangen. Beuerle betont die Stabilität des politischen Systems des Russischen Reiches am Vorabend des Ersten Weltkriegs, das von der Oktoberrevolution zerstört worden sei.

Screenshot des Online-Dossiers auf zeitgeschichte-online.des

Onlinedossier

Weder Ost noch West. Ein Themenschwerpunkt über die schwierige Geschichte der Transformation Ostdeutschlands

Kerstin Brückweh und Marcus Böick

Weder Ost noch West ist ein Online-Dossier über die Geschichte der Transformation Ostdeutschlands, das von Kerstin Brückweg und Marcus Böick zusammengestellt wurde. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Wiedervereinigung soll das Dossier eine Bestandsaufnahme der zeithistorischen Forschung zu den Dynamiken und Auswirkungen der Jahre 1989/1990 bieten. Das Dossier ist in fünf Bereiche unterteilt: Räume: "Sonderfall Ostdeutschland"; Forschungsberichte: Institutionen, Alltag, Ideen; Methoden: Wie kann die Transformationsgeschichte erforscht werden?; Aufarbeitung: Rückblicke und Perspektiven; Vermittlung: Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit. Marcus Böick studierte in den Jahren 2004 bis 2009 Geschichte, Politikwissenschaften, Soziologie und Sozialpsychologie an der Ruhr-Universität Bochum. Er wurde, ebenfalls an der Ruhr-Universität Bochum, im Jahr 2016 zu „Die Treuhand. Idee - Praxis - Erfahrung 1990-1994“ promoviert und ist dort seit 2017 Akademischer Rat am Historischen Institut. Kerstin Brückweh ist Leiterin der Forschungsgruppe „Die lange Geschichte der ,Wende‘. Lebenswelt und Systemwechsel in Ostdeutschland vor, während und nach 1989“ am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und zurzeit Fellow am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien in Erfurt.

Screenshot von Webseite der Zeitschrift unter: http://www.zeithistorische-forschungen.de/files/teaserzf22015jpg

Zeitschrift

Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History

Frank Bösch, Konrad H. Jarausch, Martin Sabrow (Hrsg.)

„Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History“ (ZF/SCH) ist ein Peer-Review-Journal, das seit 2004 frei zugänglich im Internet sowie in einer gedruckten Ausgabe im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht erscheint. Geographisch, thematisch und methodisch verfolgt die Zeitschrift ein breites Verständnis von Zeitgeschichte: Beiträge zur deutsch-deutschen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts sowie besonders zur Phase des Systemkonflikts von 1945 bis 1990 bilden einen Schwerpunkt. Zugleich gibt es regelmäßig Blickerweiterungen in den amerikanischen, asiatischen oder afrikanischen Raum. Auch gegenwartsnahe Themen werden aufgegriffen und mit einer spezifisch zeithistorischen Perspektive untersucht. Anregungen aus Nachbardisziplinen wie den Politik-, Literatur-, Wirtschafts- und Medienwissenschaften, der Ethnologie und Soziologie sind dabei ausdrücklich erwünscht. Ein spezielles Augenmerk der Zeitschrift gilt den Inhalten und Methoden einer Visual History, also den Entstehungs-, Wirkungs- und Rezeptionszusammenhängen von Bildmedien im 20. Jahrhundert. Dieses inhaltliche Interesse drückt sich zugleich in der Präsentationsform der Zeitschrift aus: Bei der Verwendung von Bild- und Tondokumenten versucht sie neue Wege zu gehen. „Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History“ richtet sich an Historiker/innen und Wissenschaftler/innen benachbarter Disziplinen sowie an Studentinnen und Studenten dieser Fächer, aber auch an eine breitere, zeithistorisch interessierte Öffentlichkeit. Die Zeitschrift wird gelistet im Directory of Open Access Journals (DOAJ). Die pdf-Dateien der Druckausgabe werden mit einem Abstand von drei Heften auf der Website ergänzt, d.h. in der Regel nach einem Jahr. Alle Beiträge zum Themenfeld „Kommunismusgeschichte“ finden sich unter http://www.zeithistorische-forschungen.de/thematische-klassifikation/kommunismus.

Buchcover "Partisanen einer neuen Welt – eine Geschichte der Linken und Arbeiterbewegung in der Türkei", Die Buchmacherei

Analyse

Partisanen einer neuen Welt – eine Geschichte der Linken und Arbeiterbewegung in der Türkei

Nikolaus Brauns / Murat Cakir (Hg.)

Das Buch „Partisanen einer neuen Welt“ der Herausgeber Nikolaus Brauns und Murat Cakir ist eine umfassende Übersicht über die Geschichte der türkischen Linken. Dieses Thema ist bisher im deutschen Sprachraum wenig beachtet worden – die Herausgeber schließen mit ihrem Buch eine Lücke in der deutschsprachigen Literatur. Sie präsentieren Leserinnen und Lesern einen Überblick über die Entwicklung türkischer linker Strömungen und Arbeiterbewegungen von Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. Von Beginn an ist die Bewegung mit gewaltsamen Gegenbewegungen konfrontiert und starken Repressionen ausgesetzt. Die Gründungsmitglieder der verbotenen Türkischen Kommunistischen Partei fallen 1921 einem Mordanschlag zum Opfer, in den 1970er-Jahren sterben zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten bei Demonstrationen und in polizeilichem Gewahrsam. Aber auch zwischen den unterschiedlichen Gruppierungen innerhalb der Linken finden Kämpfe und Auseinandersetzungen statt, die bei Weitem nicht immer friedlich ablaufen. Die Herausgeber tragen mit ihrem Buch zur Information eines Themas bei, welches über die türkische Diaspora nicht nur für die türkische, sondern ebenso für die deutsche Linke von Bedeutung ist.

Screenshot von Startseite des Onlinedossiers auf dekoder.org: http://www.dekoder.org/de/dossier/stalinkult-entstalinisierung-aufarbeitung-erinnerungskultur

Onlinedossier

Stalin: Zwischen Kult und Aufarbeitung

dekoder [Russland entschlüsseln]

Die preisgekrönte Online-Plattform dekoder [Russland entschlüsseln] veröffentlicht Recherchen, Reportagen und Projekte aus russischsprachigen Medien und macht diese für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Deutschsprachige Russlandexperten kommentieren auf der Plattform in Beiträgen das Geschehen in Russland. 80 Jahre nach der Beendigung der stalinistischen Säuberungen der Jahre 1937/1938 präsentiert dekoder.org das Dossier "Stalin: Zwischen Kult und Aufarbeitung". Das multimediale Dossier beschäftigt sich mit der Frage wie die Stalinzeit sowie die Säuberungen im Russland der Gegenwart reflektiert und diskutiert werden. Über aktuelle Restalinisierungstendenzen wird ebenso berichtet wie über die Geschichte der stalinistischen Säuberungen, den Prozess der Entstalinisierung in den 1950er-Jahren und in der Zeit der Perestroika. Umfangreiche Reportagen zu den Ereignissen in der Sowjetunion und im heutigen Russland, Informationen zur Kultur- Sozial- und Politikgeschichte sowie ausgewählte, digitalisierte und kommentierte Quellen werden den Lesenden präsentiert. Auf aktuelle politische Debatten wird ebenso eingegangen wie auf wissenschaftliche Kontroversen. Es wird damit die große Bedeutung Stalins in der kollektiven als auch der offiziellen staatlichen Erinnerung im heutigen Russland deutlich. Die Aktualität des Themas zeigt sich gerade in der öffentlichen Debatte um das Aufführungsverbot des Filmes The Death of Stalin, wozu dekoder bereits eine umfangreiche Debattenschau in dem Dossier veröffentlicht hat. Es lassen sich folgende Beiträge in dem Dossier finden: Robert Kindler: Hungersnot in der Sowjetunion 1932/33 Sergej Bondarenko: Bystro #6: Was war der Große Terror? Swetlana Chustik: „Wir müssen die Erinnerung wiederbeleben“ Fotoserie von Max Sher: Gulag-Museum unter besonderen Bedingungen Anke Giesen: Perm-36 Anastasija Platonowa mit Fotos von Anna Ivantsova: „Der Geschichte sind die Augen verbunden“ Ekaterina Makhotina: Sandarmoch Interview mit Alexander Etkind: „Krieg bedeutet vor allem Opfer“ von Alexander Gorbatschow Pawel Aptekar: Bürokratisches Verbrechen Franziska Thun-Hohenstein: Warlam Schalamow Video #16: Loblied auf Stalin Fabian Thunemann: Stalins Tod Leonid A. Klimov: Die Brüder Henkin Interview mit Juri Dmitrijew: „Wie es ausgeht, weiß keiner” von Anna Jarowaja Debattenschau Nr. 61: The Death of Stalin nicht im russischen Kino vom 24.01.2018 Ekaterina Schulmann: Stalin: eine aufgezwungene Liebe Natalia Fjodorowa: „Die Vergangenheit ist uns allen im Blut” Pawel Merslikin, Sascha Sulim: Wieso ist Stalin heute so populär? Schura Burtin: Die Geister der Vergangenheit Ekaterina Makhotina: Der Große Vaterländische Krieg in der Erinnerungskultur Sergej Medwedew: Die Täter-Debatte Nikolay Epplée: Erinnerungs-Entzündung  Boris Grosowski: Zurück in die UdSSR Ivan Kurilla: Die Fragen der Enkel Nina Frieß: Der Große Terror Corinna Kuhr-Korolev: Gulag Torben Philipp: Tauwetter Anastasia Surkov: Wolgograd (Stalingrad) Sergej Mitrofanow: Stalins Follower

Buchcover Bini Adamczak: Kommunismus. Kleine Geschichte, wie es endlich alles anders wird

Fachbuch

Kommunismus. Kleine Geschichte, wie es endlich alles anders wird

Bini Adamczak

Die Autorin erklärt die Funktionsweise des Kapitalismus sowie die Theorie und Geschichte des Kommunismus für Einsteiger. Das Buch ist in einer leicht verständlichen und märchenhaften Sprache geschrieben und stellt die Frage in den Mittelpunkt, warum Menschen immer wieder mit dem Wunsch gescheitert sind, die Welt zu ändern. Im ersten Teil des Buches erzählt sie die Geschichte des Kapitalismus, im zweiten Teil erläutert sie die historischen Versuche, ihn zu überwinden. Auf die wichtigsten Argumente und Schlagworte der Kapitalismuskritik folgen Vorschläge, wie ein gelebter Kommunismus aussehen könnte. Im Epilog greift die Autorin die Nachteile der Kritikstrategien am Kapitalismus noch einmal auf, wobei sie hier auf die kindgemäße Sprache verzichtet.

Sammelband

Der lange Schatten des Kommunismus - 100 Jahre Russische Revolution und das kommunistische Erbe Europas

Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum, Heike Tuchscheerer (Hrsg.)

Bis heute werfen die Ereignisse der Russischen Revolution von 1917 Fragen auf, die für das kollektive europäische Gedächtnis von großer Bedeutung sind. Wie gehen Deutschland und Europa mit ihrer totalitären Erfahrung um? Welche Erinnerungskultur hat sich entwickelt und wie beeinflusst sie die Politik in den jeweiligen Ländern? Welche Rolle spielt die kommunistische Ideologie im öffentlichen Diskurs? 100 Jahre nach der Russischen Revolution diskutieren und analysieren Experten aus dem In- und Ausland das kommunistische Vermächtnis. Der Tagungsband ist Ergebnis der gleichnamigen Konferenz, die vom 19. bis 20. Oktober 2017 in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund in Berlin stattgefunden hat.

Buchcover Anne Applebaum: Der Gulag

Analyse

Der Gulag

Anne Applebaum

Anne Applebaum beschreibt die Geschichte und Struktur des sowjetischen Lagersystems und berichtet über Schicksale und Erfahrungen ehemaliger Häftlinge. Dabei stützt sie sich auf zahlreiche Materialien aus den staatlichen Archiven Russlands und den baltischen Republiken. Zudem hat sie Memoirenliteratur und Dokumentationen der Menschenrechtsorganisation Memorial ausgewertet. Im ersten Teil des Buches skizziert Applebaum die Ursprünge des Gulags von 1917 bis 1939. Im Hauptteil des Buches schildert sie das Leben und die Arbeit in den Lagern auf der Basis von Häftlingserinnerungen. Dabei geht die Autorin auf die Lage von Frauen und Kindern ebenso ein wie auf das Sterben und den Widerstand der Häftlinge. Mit großer Anschaulichkeit skizziert Applebaum im letzten Teil den Aufstieg und das Ende des Lager-Industriekomplexes zwischen 1940 und 1986.

Cover des Buches "The CSCE and the End of the Cold War", Berghahn Books

Sammelband

The CSCE and the End of the Cold War. Diplomacy, Societies and Human Rights 1972-1990

Nicolas Badalassi und Sarah B. Snyder (Hrsg.)

The CSCE and the End of the Cold War. Diplomacy, Societies and Human Rights 1972-1990, herausgegeben von Nicolas Badalassi und Sarah B. Snyder widmet sich der Bedeutung der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) für das Ende des Kalten Krieges. Die KSZE waren eine Reihe von Konferenzen, an denen Repräsentantinnen und Repräsentanten sowohl aus den Ostblock- als auch den westlichen Staaten teilnahmen; sie fand erstmals 1973 statt. Sie war eine kontroverse Institution, deren Beitrag zum Ende des Kalten Krieges heute wenig umstritten ist. Dieser Band führt neue und innovative Forschung über die KSZE zusammen und  untersucht dabei Fragen, die für das Verständnis des Kalten Krieges entscheidend sind: Welche Rolle spielten Diplomaten bei der Gestaltung der Schlussakte von Helsinki 1975? Und wie haben die KSZE und die von der Schlussakte von Helsinki inspirierten Aktivisten das Ende des Kalten Krieges beeinflusst? Die 14 Kapitel sind in drei Teile unterteilt: Diplomats, Diplomacies and the Making of the CSCE; The Transnational Promotion of Human Rigths and the Role of Dissisdence; The Politics of the CSCE in Europe.

Buchcover David E. Barclay, Eric D. Weitz (Hrsg.): Between reform and revolution. German socialism and communism from 1840 to 1990

Fachbuch

Between reform and revolution. German socialism and communism from 1840 to 1990

David E. Barclay, Eric D. Weitz (Hrsg.)

Der von den Historikern David E. Barclay und Eric D. Weitz herausgegebene Band versammelt Studien, in denen die Geschichte der SPD und der Linken in Deutschland seit den 1990er-Jahren neu bewertet wird. Die 23 Beiträge spiegeln die methodische und thematische Vielfalt der Forschungen zur deutschen Arbeiterbewegung sowie zu sozialen und politischen Bewegungen wider. Das Themenspektrum reicht von der Rolle des Nationalismus im Diskurs über Sozialismus in den 1830er- und 40er-Jahren bis hin zu westdeutschen sozialdemokratischen Gender-Politiken in den 1950er- und 60er-Jahren. Dabei gehen die US-amerikanischen, deutschen und britischen Autoren und Autorinnen der Frage nach, welchen Einfluss Sozialismus und Kommunismus auf die moderne deutsche Geschichte ausübten.

Buchcover: Jan C. Behrends, Nikolaus Katzer und Thomas Lindenberger (Hrsg): 100 Jahre Roter Oktober

Sammelband | Fachbuch

100 Jahre Roter Oktober: Zur Weltgeschichte der russischen Revolution

Jan C. Behrends, Nikolaus Katzer und Thomas Lindenberger (Hrsg.)

Der 100. Jahrestag der Russischen Revolution ist der Anlass für viele Ausstellungseröffnungen und Publikationen, weil er dazu einlädt, sich mit der globalen Wirkungsgeschichte der Ereignisse zu beschäftigen. Die Deutung der revolutionären Umstürze im Verlauf des Jahres 1917 in Petrograd war stets Inhalt zahlreicher Diskussionen und Kontroversen. Die verschiedenen Interpretationen als Staatsstreich, Volksaufstand oder als sozialistische Revolution der Arbeiterklasse wurden von Historikern und Politikern propagiert und instrumentalisiert. Der vom ZZF Potsdam und DHI Moskau veröffentlichte Sammelband „100 Jahre Roter Oktober. Zur Weltgeschichte der Russischen Revolution" verhandelt das Verhältnis vom Mythos des Roten Oktober zur globalhistorischen Erfahrung kommunistischer Regime im 20. und 21. Jahrhundert. Ausgehend vom Jahr 1917 bis in unsere Zeit untersuchen Autoren aus Deutschland, Russland, Großbritannien, den USA, Polen und Spanien in elf Essays die welthistorischen Auswirkungen der Russischen Revolution.

Cover des Buches "Der kalte Krieg. Kältegrade eines globalen Konflikts", Diaphanes

Sammelband

Der kalte Krieg – Kältegrade eines globalen Konflikts

Silvia Berger Ziauddin, David Eugster und Christa Wirth (Hrsg.)

Der Sammelband Der kalte Krieg – Kältegrade eines globalen Konflikts, herausgegeben von Silvia Berger Ziauddin, David Eugster und Christa Wirth, widmet sich der Metaphorik des Begriffs "Kalter Krieg". Dies war und ist die gängige Bezeichnung für die Pattsituation, in der sich die beiden Supermächte USA und Sowjetunion in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gegenüberstanden. Während die politik-, geschichts- und kulturwissenschaftlichen Analysen des Konflikts außerordentlich zahlreich sind, sind Studien, die sich dem Konflikt aus einer semantischen Perspektive nähern, bisher rar. Diese Lücken schließt dieser Sammelband, indem die Beiträge untersuchen, wie der Begriff der Kälte, beziehungsweise Vorstellungen davon, die Narrative des Konflikts prägten und somit auf den Konflikt selbst einwirkten. Die Beiträge sind vielseitig; sie berichten von U-Boot-Werften im Norden der Sowjetunion und deren Beitrag zum Narrativ heroischer Marinesoldaten, von amerikanischen Militärbasen in Nordgrönland, andere gehen den Artikulationen der Kältemetaphorik in Kultur und Gesellschaft nach. Silvia Berger Ziauddin ist assoziiertes Mitglied am Zentrum »Geschichte des Wissens« (ETH und Universität Zürich), wo sie das Netzwerk »Wissen und Kalter Krieg« mitbegründet hat, sowie Lehrbeauftragte an der Universität Basel. Christa Wirth ist Oberassistentin am Lehrstuhl von Prof. Monika Dommann am Historischen Seminar der Universität Zürich und assoziiertes Mitglied am Zentrum »Geschichte des Wissens« (ETH und Universität Zürich). David Eugster ist Kulturwissenschaftler und assoziiertes Mitglied des Zentrums »Geschichte des Wissens« (ETH und Universität Zürich). Bis 2016 war er wissenschaftlicher Assistent am Deutschen Seminar der Universität Zürich, heute ist er als Gymnasiallehrer und Lehrbeauftragter tätig.

Buchcover Ian H. Birchall: Arbeiterbewegung und Parteiherrschaft. Zur Geschichte des internationalen Kommunismus seit 1943

Fachbuch

Arbeiterbewegung und Parteiherrschaft. Zur Geschichte des internationalen Kommunismus seit 1943

Ian H. Birchall

Der britische marxistische Historiker und Übersetzer Ian H. Birchall beschreibt in seinem Buch die Geschichte der kommunistischen Parteien in Europa und der internationalen sozialistischen Bewegung vom Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre. Gegliedert ist der Band in drei Teile: Zunächst stellt Birchall den Beginn des Kalten Krieges in Europa und die Kriege und Revolutionen in Asien zwischen 1943 und 1953 dar. Im zweiten Abschnitt analysiert der Autor die Zeit der Entstalinisierung (1953–1963) und Begriffe wie Imperialismus, Nationalismus und Polyzentrismus. Im dritten Teil des Buches geht es um die Entwicklungen und Krisen in Osteuropa, die Beziehungen zwischen den sozialistischen Staaten sowie die Guerillakriege in vielen Ländern Afrikas und Asiens zwischen 1963 und 1973. Zum Schluss plädiert Birchall für einen Wiederbelebung einer vom Stalinismus befreiten „internationalen revolutionären Bewegung“, zu der er in vielen sozialistischen Ländern erste Ansätze sieht.

Bois, Kommunisten, Hitler, Stalin

Fachbuch

Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik. Eine Gesamtdarstellung

Marcel Bois

Marcel Bois legte 2014 eine über 600 Seiten starke Abhandlung über kommunistische Widerstandkämpfe vor. Darin vollzieht er die Abspaltungen und Wandlungen des linken Flügels der KPD in den 1920er-Jahren umfassend nach. Der Autor stellt knapp ein Dutzend Gruppen der linken KPD-Opposition und deren Aktivitäten vor. Auch bisher kaum erforschte Gruppierungen wie den Leninbund bezieht er ein. Bois’ politik- und sozialgeschichtliche Überlegungen geben Aufschluss über das Innenleben dieses Spektrums dissidenter Kommunistinnen und Kommunisten, die Akteure und Spaltungsprozesse werden detailliert nachgezeichnet. Besonders im Fokus steht dabei, dem Titel entsprechend, die Haltung verschiedener Gruppen zu den Diktatoren Hitler und Stalin sowie die Kritik an der „Entdemokratisierung“ der KPD. Bois’ Buch „Kommunisten gegen Hitler und Stalin“ wurde mit dem Wissenschaftspreis 2015 der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen ausgezeichnet.

Twentieth Century Communism

Zeitschrift

Twentieth Century Communism. A Journal of international History

Gavin Bowd, Gidon Cohen, Ben Harker, Dianne Kirby, Norman LaPorte, Kevin Morgan, Matthew Worley (Hrsg.)

Die halbjährlich erscheinende Fachzeitschrift Twentieth Century Communism widmet sich den neusten Forschungen zur Geschichte und Theorie des Kommunismus weltweit. Die internationale Zeitschrift möchte wichtige wissenschaftliche Debatten und Entwicklungen, die nicht in englischer Sprache geführt werden, der globalen Scientific Community zugänglich machen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Zeitspanne von der Russischen Revolution 1917 bis zum Ende der Sowjetunion 1991 und auf den Aktivitäten der kommunistischen Parteien. Darüber hinaus werden die Vorläufer und Rivalen der Kommunistischen Parteien, staatliche Systeme, sowie der kulturelle und politische Einfluss des Kommunismus untersucht. Das Journal erscheint sowohl als Print- und Digitalversion. Mehrere Artikel der Fachzeitschrift sind über die Website frei verfügbar. Vorgänger der Zeitschrift war der Communist History Network Newsletter (1996-2008). Das Journal wurde bis 2012 um einen Blog ergänzt, der über aktuelle Konferenzen, Bucherscheinungen und Vorträge informierte.

Cover: Julius Braunthal: Geschichte der Internationale, Bd. 1-3, Berlin/ Bonn: Dietz, 3. Aufl. 1978.

Fachbuch

Geschichte der Internationale

Julius Braunthal

Der Journalist und Staatswissenschaftler Julius Braunthal (1891–1972), der 1951 die Sozialistische Internationale mitbegründete und bis 1956 ihr Sekretär war, widmete sich intensiv der Geschichtsschreibung der internationalen und österreichischen Arbeiterbewegung. In drei Büchern setzte er sich mit den geistigen Wurzeln und Strömungen sowie den Zerreißproben der sozialistischen Internationale auseinander. Band 1 beginnt mit einem Kapitel über die Französischen Revolution, die Braunthal als Ursprung der sozialistischen Gedankenwelt ansieht. Für die Darstellung der Ersten Internationale von der Gründung 1864 bis zur Selbstauflösung 1872 wertete er u.a. die ungedruckten Protokolle ihrer Generalsitzungen aus. Im zweiten Band werden die Auseinandersetzungen innerhalb der kommunistischen und sozialistischen Internationale vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs bis zur ihrer Auflösung 1943 beschrieben. Auch im Abschlussband geht Braunthal auf die einzelnen Parteien und Pioniere der internationalen Arbeiterbewegung ein. Die im journalistischen Stil geschriebenen, mit Dokumenten und Illustrationen ausgestatteten Werke sind bis heute eine der wichtigsten Gesamtdarstellungen zu diesem Thema.

Screenhot: Online-Dossier "Mauerfall und Perestroika - Revisited" auf dekoder.org

Onlinedossier

Perestroika und Mauerfall – Revisited

dekoder [Russland entschlüsseln]

Perestroika und Mauerfall – Revisited ist ein multimediales Dossier des Online-Portals dekoder – Russland entschlüsseln. Anlässlich des 30. Jahrestages der Friedlichen Revolution 1989 widmet sich dekoder Umbruchsphasen: für Deutschland die Zeit um den Mauerfall 1989 herum und für die Sowjetunion die „Perestroika“ genannte Phase unter Regierungschef Michail Gorbatschow, die von innenpolitischen Reformen und einer Annäherung von Ost und West gekennzeichnet war. Dabei will sich das Dossier unter anderem folgenden Fragen widmen: Wie blickte die Sowjetunion damals auf die Geschehnisse in Berlin und Deutschland – mitten während der Perestroika und unmittelbar vor Zusammenbruch des eigenen Systems? Wie war der Lebensalltag, gerade der jungen Leute, in Ost und West? Wie erinnert man sich heute in Deutschland und Russland an den Mauerfall 1989? Wie bewertet die jeweilige Gesellschaft Schlüsselfiguren der damaligen Zeit, wie etwa Michail Gorbatschow, Andrej Sacharow oder Helmut Kohl? Und wie hat sich die gegenseitige Wahrnehmung in den vergangenen 30 Jahren geändert? Auch angesichts der Herausforderungen und Krisen, von denen das Verhältnis zwischen Ost und West heute wieder zunehmend geprägt scheint, wirft das Dossier einen Blick darauf, wie vor dreißig Jahren ein politischer und zivilgesellschaftlicher Neuanfang gelingen konnte und betrachtet die Thematik sowohl aus deutscher als auch aus russischer Perspektive.

Cover des Buches "The Comintern", Macmillan

Fachbuch

The Comintern. A History of International Communism from Lenin to Stalin

Jeremy Agnew und Kevin McDermott

The Comintern von Jeremy Agnew und Kevin McDermott ist der Geschichte der Kommunistischen Internationale in den Jahren 1919 bis 1943 gewidmet. Das Buch liefert eine umfassende Darstellung und stellt die Entwicklung der Komintern dar. Sie entwickelte sich von einer revolutionären, internationalistischen Organisation hin zu einer Institution, deren vorrangiges Merkmal in ihrer Hörigkeit gegenüber der sowjetischen Außenpolitik bestand. Die Autoren beziehen sich auf Forschungsarbeiten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowohl aus westlichen Staaten als auch der ehemaligen Sowjetunion. Schwerpunkte des Bandes liegen auf den Verbindungen aber auch Brüchen zwischen der leninistischen und der stalinistischen Phase, zwischen bolschewistischen und nationalen Traditionen und auf der Rolle von Führungsfiguren innerhalb des Komintern-Apparats. Das Buch besteht aus sechs Kapitel: Comintern in the Era of Lenin 1919-23; Bolshevising the Comintern 1924-28; Stalin and the Third Period 1928-33; Popular Front and Stalinist Terror 1934-38; Comintern in East Asia, 1919-39; From War to Dissolution 1939-43. 

Buchcover Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum, Martin Gutzeit (Hrsg.): Umbrüche und Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989

Fachbuch

Umbrüche und Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989

Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum, Martin Gutzeit (Hrsg.)

Der Band basiert auf einer gleichnamigen Konferenz, die sich mit verschiedenen Ebenen des Epochenumbruchs 1989/90 in der DDR, in Polen, der Tschechoslowakei und in Ungarn befasst hat. Die Autoren untersuchen sowohl Gemeinsamkeiten und Besonderheiten nationaler und internationaler Akteure als auch die Veränderungen in Staat und Gesellschaft. Auch die damalige Sicht der sowjetischen Führung auf Ostmitteleuropa wird beleuchtet, um die Ausgangslage vor der friedlichen Revolution darzustellen. So werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Revolution und Transformation nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime in den Blick genommen.

Buchcover: Martin Aust: Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium

Fachbuch

Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium

Martin Aust

Der deutsche Historiker Martin Aust nimmt sich in seinem Werk „Die Russische Revolution. Vom Zarenreich zum Sowjetimperium“ nicht nur der bolschewistischen Oktoberrevolution 1917 an, sondern nimmt alle revolutionären Umwälzungen zwischen 1905 und 1921 auf dem Gebiet des alten Zarenreiches in den Blick. Diese trugen von Region zu Region verschiedene Züge und waren von unterschiedlicher Intensität.  Die Vielzahl der Russischen Revolutionen bedeutete enorme soziale und politische Brüche, die das zaristische Imperium in den Wirren des Ersten Weltkriegs in die Knie zwangen und den Weg für die Schaffung der Sowjetunion durch die Bolschewiki bereiteten. Martin Austs Werk berücksichtigt die Komplexität des Vielvölkerstaates und untersucht die Prozesse, die schließlich in den stalinistischen Terror führten.

Buchcover Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.): Die Idee des Kommunismus II

Fachbuch

Die Idee des Kommunismus II

Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.)

Die zweite internationale Konferenz zur Erneuerung der Idee des Kommunismus fand 2010 auf Initiative von Alain Badiou und Slavoj Žižek in der Berliner Volksbühne statt. Dabei sollten vor allem Philosophen aus nicht westlichen und aus ehemals kommunistischen Ländern zu Wort kommen. Der Band dokumentiert alle Referate, darunter die von Artemy Magun, Kuba Mikurda, Antonio Negri, Frank Ruda, Bülent Somay, Janek Sowa und Jan Völker. Eine der größten Herausforderungen, so Alain Badiou einleitend, bestehe darin, Kommunismus weder nur theoretisch zu betrachten oder zu idealisieren noch rein aktivistisch zu interpretieren. In diesem Sinne versucht etwa Saroj Giri, Professor für Politische Wissenschaft in Delhi, die Ideen von Vordenkern der neuen sozialen Bewegungen mit den realen Bewegungen in Südamerika in Beziehung zu setzen.

Screenshot von Volltext des Aufsatzes unter: http://indes-online.de/1-2017-das-geheime-winogradow-treffen-im-februar-1933

Aufsatz

Das geheime Winogradow-Treffen im Februar 1933

Bernhard H. Bayerlein

Am Vorabend der Errichtung der NS-Diktatur im Jahr 1933 sondierten zwei Sozialdemokraten die Chancen einer Einheitsfront aus SPD und KPD; doch nach dem Treffen mit dem sowjetischen Diplomaten Winogradow zerschlug sich ihre Hoffnung – die Sowjetunion verweigerte sich kategorisch jeglicher Intervention. Denn in Moskau versprach man sich von der Hitlerregierung eine Zerschlagung des Kapitalismus in Deutschland. Vor diesem Hintergrund plädiert der Historiker Bernhard H. Bayerlein in der Zeitschrift in Heft 1/2017 der Zeitschrift INDES für eine kritische Beleuchtung der »Narrative, Thematiken, Forschungsergebnisse und Hypothesen« im Kontext des »Deutschland-Russland-Komplexes«. Der Historiker stellt konstatiert in seinem Beitrag: „Das Winogradow-Treffen ist einer der frühesten Anhaltspunkte für die offiziös zum Ausdruck gebrachte neutrale bis freundliche Haltung der Sowjetunion gegenüber dem Nationalsozialismus. Stalin war am Schicksal der Arbeiterbewegung und aller Hitlergegner offensichtlich völlig desinteressiert.“ Nach Bayerlein „räumt das Winogradow-Treffen gleich mit mehreren Geschichtslegenden auf. Es zeigt zunächst erstens, dass Sozialdemokraten und nicht Kommunisten das historische Verdienst zukommt, eine letzte Chance für ein gemeinsames Vorgehen gegen Hitler ergriffen zu haben, was die parteioffizielle und in ihrem Gefolge die DDR-Historiographie bis zum Schluss ableugnete. Globalhistorisch bedeutsam ist – zweitens – die definitive Demontage des antifaschistischen Ursprungsmythos der Sowjetunion, die aufgrund ihres späteren Sieges über Hitlerdeutschland im Zweiten Weltkrieg als konsequente Gegnerin des Nationalsozialismus erschien.“ Der Autor Dr. habil. Bernhard H. Bayerlein, geb. 1949, ist Historiker und Romanist und arbeitet als Senior Researcher am Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum. Zahlreiche Forschungsprojekte, Gastprofessuren und Veröffentlichungen der Grundlagenforschung im Bereich der internationalen Kommunismusforschung und der vergleichenden Politikwissenschaft u. a. in Amsterdam, Berlin, Lissabon, Paris, Lausanne, São Paulo, Moskau, Guadalajara und Moskau. Im globalen Rahmen engagiert er sich besonders für die Sicherung der Moskauer Archive.

"Es gibt keinen Gott!" Kirchen und Kommunismus. Eine Konfliktgeschichte, Screenshot vom Buchcover.

Sachbuch

"Es gibt keinen Gott!" Kirchen und Kommunismus. Eine Konfliktgeschichte

Nadezhda Beljakova, Thomas Bremer, Katharina Kunter

Die Geschichte des Kommunismus ist auch die Geschichte des Kampfes gegen Kirchen und Gläubige. Denn schließlich sei die Religion laut Karl Marx als "das Opium des Volks" zu sehen. Glauben Menschen an ein höheres Wesen, sind sie nach den Ansätzen des Kommunismus nicht genügend gebildet oder haben kein ausreichendes gesellschaftliches Bewusstsein. Dieser Band zeichnet die wichtigsten Etappen der konfliktreichen Beziehung zwischen Kirche und Kommunismus nach: Die grundsätzlichen ideologischen Gegensätze, aber auch die Gemeinsamkeiten, die erste Realisierung einer kommunistischen Herrschaft in der Sowjetunion nach 1917, die eine Christenverfolgung ungeahnten Ausmaßes zur Folge hatte und das Leben der Kirchen in Mittel- und Osteuropa unter den kommunistischen Regimes nach 1945. Auch die Folgen für das außereuropäische Christentum und die Ökumene, die Rolle der Kirchen in den Veränderungsprozessen seit den späten 1980er-Jahren, sowie die aktuellen Herausforderungen werden in diesem Werk ausführlich analysiert.

Cover: Berliner Debatte Initial e.V. (Hrsg.): "Russland in Blut gewaschen". Ein Revolutionsjahr und seine Folgen in der Literatur, in: Berliner Debatte Initial 28 (2017), Heft 1, Potsdam: WeltTrends 2017.

Fachzeitschrift

"Russland in Blut gewaschen". Ein Revolutionsjahr und seine Folgen in der Literatur

Berliner Debatte Initial e.V. (Hrsg.)

Die beiden großen Revolutionen in Russland im Jahr 1917 hatten über die gesellschaftlichen Umwälzungen hinaus auch große Auswirkungen auf die russische Literatur. Im Themenschwerpunkt des Heftes 1/2017 der Berliner Debatte Initial geht es darum, wie die Revolution und ihre Folgen in der Literatur dargestellt werden, wie "Genesis, Dialektik und Perspektive der Revolutionsepoche" gedeutet werden und was Rezeption und Übersetzungen über die jeweilige Sicht auf die Revolution und die Auseinandersetzung mit ihr aussagen. So finden sich unter den 19 Beiträgen beispielsweise Aufsätze von Thomas Grob zu Iwan Bunins Revolutionstagebuch „Verfluchte Tage“, von Michael Leetz zu Andrej Platonow, von Andreas Tretner zur deutschen Übersetzung von Isaak Babels „Reiterarmee“ oder von Wladislaw Hedeler zu Fedor Stepun. Berliner Debatte Initial ist eine vierteljährlich erscheinende geistes- und sozialwissenschaftliche Zeitschrift. Sie wurde 1990 von DDR-Sozialwissenschaftlern gegründet und wird heute vom Verein Berliner Debatte Initial e.V. herausgegeben und im Potsdamer Wissenschaftsverlag WeltTrends verlegt.

Cover des Buches "New Perspectives on the End of the Cold War. Unexpected Transformations?", Routledge

Aufsatzsammlung

New Perspectives on the End of the Cold War. Unexpected Transformations?

Bernhard Blumenau; Jussi M. Hanhimäki; Barbara Zanchetta (Hrsg.)

Die Aufsatzsammlung „New Persepektives on the End of the Cold War“, herausgegeben von Bernhard Blumenau, Jussi M. Hanhimäki und Barbara Zanchetta stellt gängige Thesen zum Ende des Kalten Krieges und dessen Konsequenzen in Frage. Der Forschungsbestand zu diesem Thema wächst kontinuierlich. Lange Zeit war die Forschung von stark vereinfachten Debatten geprägt, die um die Rollen von „Verlierern“ und „Gewinnern“ des Kalten Krieges kreisten. Anhand einer Vielzahl unterschiedlicher Aspekte hinterfragen die Beitrage dieses Buches diese Sichtweise und analysieren unter anderem die Rolle von Persönlichkeiten und von transnationalen Bewegungen. Das verbindende Element der einzelnen Beiträge ist die Herausforderung einer besonders gängigen Annahme in Bezug auf das Ende des Kalten Krieges: die, dass die Dynamiken, die Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre zur Transformation des weltweiten politischen Systems führten, unerwartet und unvorhersehbar gewesen seien. Geografisch konzentrieren sich die Beiträge auf die Vereinigten Staaten, Europa mit besonderem Fokus auf Deutschland, und die Sowjetunion. Der Band leistet mit seinen kritischen Beiträgen und der  neuen Sichtweise einen wichtigen Beitrag zu einem viel untersuchten Themenbereich.

Buchcover Franz Borkenau: Der europäische Kommunismus. Seine Geschichte von 1917 bis zur Gegenwart

Fachbuch

Der europäische Kommunismus. Seine Geschichte von 1917 bis zur Gegenwart

Franz Borkenau

Der Kulturhistoriker und Soziologe Franz Borkenau (1900–1957) war in den 1920er-Jahren Mitglied der KPD, wurde 1929 aber aus der Partei ausgeschlossen, weil er sich gegen den Stalinismus wandte. In seinem Buch, dessen deutsche Übersetzung 1952 erschien, stellt Borkenau die Geschichte des europäischen Kommunismus dar und bezeichnet diesen als „die größte gegenwärtige Weltgefahr“. Zunächst geht er auf die KPD im Deutschland der 1920er-Jahre und den französischen Kommunismus vor 1934 ein. Sein Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den 1930er-Jahren. Borkenau analysiert die Beschlüsse und Taktiken der kommunistischen Parteien in Europa und zieht daraus Rückschlüsse auf die Innen- und Außenpolitik der sowjetischen Führung in Moskau. Außerdem behandelt er den Pakt zwischen Hitler und Stalin, die Resistánce in Frankreich, den Aufstieg Titos und die Bürgerkriege in Südosteuropa. Nach dem Krieg, so Borkenau, hätten die europäischen kommunistischen Parteien für die sowjetische Politik eine immer geringere Rolle gespielt.

Buchcover Lutz Brangsch, Michael Brie (Hrsg.): Das Kommunistische. Oder: Ein Gespenst kommt nicht zur Ruhe

Fachbuch

Das Kommunistische. Oder: Ein Gespenst kommt nicht zur Ruhe

Lutz Brangsch, Michael Brie (Hrsg.)

Der Sammelband, veröffentlicht von der Rosa Luxemburg Stiftung, beschäftigt sich mit der Frage, warum das kommunistische Gespenst immer noch umgeht. Genauer gesagt, möchten die Autoren ergründen, weshalb weder die Furcht vor dem Kommunismus noch die Hoffnung auf eine gerechtere Zukunft, die viele mit ihm verbinden, bisher verschwunden sei. „Das Kommunistische“ trage in sich die Hoffnung, dass Gemeineigentum und freie gemeinschaftliche Arbeit zur Befreiung von Ausbeutung jedweder Art beitragen können. Die verschiedenen Versuche, Theorien und Utopien, die sich entweder selbst kommunistisch nannten oder so bezeichnet wurden, werden in den Beiträgen näher untersucht und auf ihre Tragfähigkeit für die Gegenwart hin befragt.

Screenshot des Onlinedossiers "Russian Revolution" auf der Website der British Library

Onlinedossier

Russian Revolution

British Library

Anlässlich des 100. Jahrestages der Russischen Revolution hat die Nationalbibliothek des Vereinigten Königreiches (British Library) auf ihrer Website ein Onlinedossier zu den umwälzenden Ereignissen in Russland um das Jahr 1917 erstellt. Vom Fall des letzten russischen Zaren, Nikolaus II., bis zur Errichtung des ersten kommunistischen Staates wird der Leser hier über die Umstürze informiert, die Russland, aber auch den Rest der Welt verändert haben. Dies geschieht unter anderem anhand von Postern, Karikaturen und Artikeln, beispielsweise über die Rolle der Frau während der Revolution. Eine Zeitleiste und ein Glossar erklären Begriffe, Konzepte und Ereignisse, die wichtig sind im Zusammenhang mit der Russischen Revolution. Das Onlinedossier wurde in Verbindung mit der Ausstellung "Russian Revolution. Hope, Tragedy, Myths" in der British Library zusammengestellt. Im Dossier können einzelne Ausstellungsobjekte angesehen werden, so zum Beispiel Propaganda-Poster und -Flugzettel der Bolschewiki, Zeitungsartikel und Karikaturen aus ausländischen Zeitungen.

Screenshhot Buchcover "De-Stalinization reconsidered: persistence and change in the Soviet Union", Campus-Verlag.

Sammelband

De-Stalinization reconsidered: persistence and change in the Soviet Union

Michel Abeßer, Thomas M. Bohn, Rayk Einax (Hrsg.)

Der Sammelband De-Stalinization reconsidered: Persistence and Change in the Soviet Union von den Herausgebern Thomas M. Bohn, Rayk Einax und Michel Abeßer beschäftigt sich mit der Phase der Entstalinisierung der Sowjetunion nach dem Tod Stalins 1953. Josef Stalin war ein kommunistischer Politiker und Diktator, der die Sowjetunion von 1927 bis zu seinem Tod 1953 totalitär regierte. Stalins Tod stellte ein einschneidendes Ereignis in der Geschichte der Sowjetunion dar. Die Sowjetunion war gezwungen, ihre politische, kulturelle und wirtschaftliche Identität neu zu finden. Der Sammelband befasst sich kritisch mit dieser Phase der Entstalinisierung. Die Beiträge verdeutlichen, warum die 1950er- und 1960er-Jahre von entscheidender Bedeutung für Glasnost und Perestroika waren. Der Begriff Perestroika bezeichnet den 1986 unter Michail Gorbatschow einsetzenden Prozess zur Modernisierung des politischen und wirtschaftlichen Systems der Sowjetunion unter Führung der KPdSU. Der Sammelband zeigt, dass die damaligen Prozesse von wesentlicher Bedeutung sind, um auch das heutige Russland und die gegenwärtigen Ereignisse zu verstehen. Die Autoren des Sammelbandes beschäftigen sich unter anderem mit dem Wandel und der Kontinuität der sowjetischen Politik, der sowjetischen Gesellschaft und der Urbanisierung.

Cover des Buches "1917 – sozialistische Oktoberrevolution – Ein Menschheitsschritt vorwärts!", artofax Verlag

Katalog

1917 – sozialistische Oktoberrevolution – Ein Menschheitsschritt vorwärts!

Florian Aicher, Silke Treusch

2017 ist die Publikation 1917 – sozialistische Oktoberrevolution – ein Menschheitsschritt vorwärts von Florian Aicher und Silke Treusch erschienen und dokumentiert die gleichnamige Ausstellung. Das Buch und die Ausstellung wurden für die Marxistisch-Leninistischen Gruppe Schweiz (MLGS) erarbeitet, eine linksradikale Splitterpartei innerhalb der Schweizer Parteienlandschaft. Wie der Klappentext des Buches verspricht, sei Lenin vor rund hundert Jahren in Zürich aufgebrochen, „um die Welt zu verändern“ und fand in Russland den Boden bereitet für seine revolutionären Ideen: „Der 1. Weltkrieg, die unmenschlichen Bedingungen, die im zaristischen Russland herrschten" hätten laut den Autoren nach Veränderung geschrien: „Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ergriff die Arbeiterklasse die Staatsmacht.“ Das Buch gibt vollständig die zugehörige Ausstellung wider, die auf elf Tafeln mit Bildern und Texten die Geschichte und die Bedeutung der Oktoberrevolution verdeutlichen soll. Erstmals am 1. Mai 2017 in Zürich gezeigt, war die Ausstellung bei Veranstaltungen aus dem linken Spektrum wie dem Pfingstjugendtreffen in Gelsenkirchen und dem Kulturfest zu 100 Jahre Oktoberrevolution der deutschen Schwesterpartei (Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands, MLPD) zu sehen.

Apor, Sarkisova, Past for the eyes, cinema, museum, public history

Sammelband | Fachbuch

Past for the Eyes: East European Representations of Communism in Cinema and Museums after 1989

Peter Apor, Oksana Sarkisova

Mit „Past for the Eyes: East European Representations of Communism in Cinema and Museums after 1989“ gaben Peter Apor und Oksana SarkisovaIn 2008 einen Sammelband zur Rezeptionsgeschichte des Kommunismus in modernen Filmen, Museen und Ausstellungen heraus. In 13 Essays setzen sich die weitgehend osteuropäischen Autoren mit der Frage auseinander, wie Darstellungen in den genannten Bereichen das gegenwärtige Bild der kommunistischen Vergangenheit formen. Der Fokus liegt auf den vielfach verknüpften Prozessen der Visualisierung von Vergangenem und dessen Wahrnehmung im kollektiven Gedächtnis der Generationen. Die betrachteten Objekte werden in drei Kategorien eingeteilt, die die verschiedenen Herangehensweisen an das kommunistische Erbe definieren: „Documents of Communism“, „Subjects of Nostalgia“ und „Objects of Memory“. So soll eine vielschichtigere Analyse verschiedener Darstellungsweisen ermöglicht werden.

Cover des "Journal of Modern European History"

Zeitschrift

Public Debt and Financialization after 1945

Jörg Baberowski, Andreas Eckert, Jörn Leonhard (Hrsg.)

Mit dem Schwerpunkt „Staatsverschuldung“ befasst sich die Ausgabe 15 (2017) Heft 4 des Journal of Modern European History mit einem Thema, das im 20. Jahrhundert für die Entwicklung aller Volkswirtschaften, aber auch des globalen Finanzmarktes entscheidend war. Gegensätzlich zu den vorherrschenden Ansichten über Staatsschulden als ein rein nationales Problem, diskutieren die Artikel vielmehr die Bedeutung der Weltwirtschaft sowie des Aufstiegs der globalen Kapitalmärkte im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts als neue Faktoren auf dem Gebiet der öffentlichen Finanzwirtschaft. Denn die Beziehungen zwischen kreditnehmenden und -gebenden Staaten sowie zwischen institutionellen Anlegern, Banken, dem öffentlichen Sektor und der privaten Altersvorsorge haben sich grundlegend verändert. Die Staatsverschuldung kann somit nicht mehr nur als Folge makroökonomischer Zwänge, sondern vielmehr als Ausdruck von Machtverhältnissen, politischen Entscheidungen und sozialen Auswirkungen beschrieben werden. Der Washington Consensus und die damit einhergehenden Liberalisierung der Finanzmärkte waren ein mitbestimmender Faktor für das Fortbestehen oder den Untergang der sozialistischen Staaten.  InhaltA. TikhomirovThe Grammar of Trust and Distrust under State Socialism after Stalin. IntroductionM. PirogovskayaTaste of Trust: Documenting Solidarity in Soviet Private Cookbooks, 1950-1980sA. TikhomirovaConsumption of East German Clothing by Soviet Women in the Brezhnev EraK. BönkerThe Post-Soviet Revaluation of Soviet Money Practices and Social EqualityA. TikhomirovSpeaking Kinship, Being Soviet and Reinventing Tradition in the USSRArticleC. Frysztacka / K. Herborn / M. Palli / T. ScheidtKolumbus transnational: Verflochtene Geschichtskulturen und europäische Medienlandschaften im Kontext des 400. Jubiläums der Entdeckung Amerikas 1892CommentaryD. LogemannDer Streit um das Warschauer Museum des Zweiten Weltkrieges

Buchcover Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.): Die Idee des Kommunismus III

Fachbuch

Die Idee des Kommunismus III

Alain Badiou, Slavoj Žižek (Hrsg.)

Der Sammelband enthält die 2011 auf der Konferenz „Communism: A New Beginning“ in New York gehaltenen Beiträge. Neben den Organisatoren Badiou und Žižek diskutierten u. a. Étienne Balibar, Bruno Bosteels, Susan Buck-Morss, Adrian Johnston und Frank Ruda darüber, wie das Scheitern kommunistischer Ideen im 20. Jahrhundert erklärt werden kann und welche Alternativen zum bestehenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystem die kommunistische Ideologie heute noch bereithält. Zusammenhänge zwischen der Unzufriedenheit vieler Menschen und dem globalen Kapitalismus verdeutlichen die Autoren am Beispiel des Arabischen Frühlings und der Occupy-Bewegung.

Buchcover Bernhard H. Bayerlein, Jakov Drabkin, Aleksandr Galkin, Hermann Weber (Hrsg.): Deutschland, Russland, Komintern - I. Überblicke, Analysen, Diskussionen

Fachbuch

Deutschland, Russland, Komintern - I. Überblicke, Analysen, Diskussionen

Bernhard H. Bayerlein, Jakov Drabkin, Aleksandr Galkin, Hermann Weber (Hrsg.)

Der erste Band des Editionsprojekts kontextualisiert und analysiert die im zweiten Band editierten Dokumente zu den Beziehungen zwischen Komtintern, der sowjetischen Führung und KPD in den Jahren von 1918 bis 1943. Die Edition ist ein Ergebnis der Deutsch-Russischen Geschichtskommission, die 1997 mit dem Ziel gegründet wurde, gegenseitiges Vertrauen zu festigen. Der Fokus liegt auf dem Einfluss der Komintern auf die deutsch-russischen Beziehungen, wobei insbesondere die Entwicklung der KPD durch Vorgaben aus Moskau in den Blick genommen wird. Im Einführungsband präsentieren die vier Herausgeber neue Erkenntnisse auf Basis der auf Deutsch zugänglich gemachten Quellen. Herrmann Weber beschäftigt sich mit Schlüsselereignissen der KPD-Geschichte. Jakov Drabkin untersucht die globale Entwicklung der Komintern als Transformation der „Idee der Weltrevolution“. Bernhard Bayerlein stellt neue Materialien zur Konzeptualisierung der 1930er-Jahre vor, und Aleksandr Galkin gibt einen Überblick über die Geschichte der Arbeiterbewegung als Voraussetzung für die Entstehung von KPD und Komintern.

Cover "Die K-Gruppen. Entstehung – Entwicklung - Niedergang"

Monographie

Die K-Gruppen. Entstehung – Entwicklung - Niedergang

Jens Benicke

In seinem Buch analysiert der Politikwissenschaftler Jens Benicke die Entstehung und Entwicklung der sogenannten K-Gruppen. Unter K-Gruppen wird eine Vielzahl – oftmals untereinander heftig zerstrittener – Vereinigungen verstanden, die sich nach dem Zerfall der Studierendenbewegung von 1968 formieren. Der Begriff K-Gruppe wird vor allem von Außenstehenden verwendet und spielt auf das Verständnis der Gruppen als Kaderorganisation an. Die maoistisch-neoleninistisch ausgerichteten Organisationen entwickeln sich während des „roten Jahrzehnts“ der 1970er-Jahre innerhalb kurzer Zeit zu einer der bedeutendsten Strömungen in der außerparlamentarischen Linken, Schätzungen zufolge sind zwischenzeitlich bis zu 15 000 Menschen Mitglied in verschiedenen K-Gruppen. Im Zuge der aufkommenden Neuen Sozialen Bewegungen verlieren sie rasch an Bedeutung; viele Mitglieder schließen sich neuen Gruppierungen in der Friedens- und Umweltbewegung oder Gewerkschaften an. Das Buch ist in vier Kapitel unterteilt: Das rote Schisma – der historische Hintergrund; Von Adorno zu Mao – Die Entstehung der K-Gruppen aus der niedergehenden 68er-Bewegung; Die K-Gruppen – Marxistisch-Leninistische Organisationen in der Bundesrepublik; Die K-Gruppen – ein Phänomen der 1970er.

Cover: Berliner Debatte Initial e.V. (Hrsg.): Marx und der Anarchismus, in: Berliner Debatte Initial 29 (2018), Heft 2, Potsdam: WeltTrends 2018.

Fachzeitschrift

Marx und der Anarchismus

Berliner Debatte Initial e.V. (Hrsg.)

Anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx widmet sich das zweite Heft 2018 der Berliner Debatte Initial dem Verhältnis von marxistischer und anarchistischer Theorie und Philosophie. Die beiden geistigen Strömungen stehen sich trotz zahlreicher Gemeinsamkeiten kritisch gegenüber. Die Aufsätze und Beiträge beleuchten das Verhältnis von Marx zu seinen zeitgenössischen anarchistischen Kontrahenten. So wird die Kritik von Marx an anarchistischen Denkern und Philosophen wie Proudhon, Bakunin oder Blanqui deutlich. In den elf Beiträgen von renommierten Experten werden allerdings auch Gemeinsamkeiten zwischen marxistischer und anarchistischer Denktradition betont, nach der Aktualität einer anarchistischen Gesellschaftskritik gefragt und der Konflikt zwischen Marxisten und Anarchisten Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts historisiert. Berliner Debatte Initial ist eine vierteljährlich erscheinende geistes- und sozialwissenschaftliche Zeitschrift. Sie wurde 1990 von DDR-Sozialwissenschaftlern gegründet und wird heute vom Verein Berliner Debatte Initial e.V. herausgegeben und im Potsdamer Wissenschaftsverlag WeltTrends verlegt.

Buchcover Hans Manfred Bock: Geschichte des ,linken Radikalismus‘ in Deutschland. Ein Versuch

Fachbuch

Geschichte des ,linken Radikalismus‘ in Deutschland. Ein Versuch

Hans Manfred Bock

Der Politikwissenschaftler Hans Manfred Bock beschreibt den Linksradikalismus als ein politisch-soziales Phänomen, das an den Rändern der Arbeiterbewegung zu finden sei und von jungen Intellektuellen angeführt werde. Als Prototypen macht er die Bewegung der so genannten „Jungen“ in der Sozialdemokratie um 1890, die „Rätekommunisten“ in der Weimarer Republik sowie den radikalen Flügel der westdeutschen Studentenbewegung in den 1960er-Jahren aus. Anschaulich und mit großer Sachkenntnis schildert er die Entwicklung einzelner Organisationen und deren Ideen. Das Buch endet mit einer Darstellung der sich auflösenden Kräfte der radikalen Linken nach dem Zerfall der antiautoritären Studentenbewegung Ende der 1960er-Jahre.

Buchcover "Zeitenwende 1979: Als die Welt von heute begann", Beck Verlag

Sachbuch | Fachbuch

Zeitenwende 1979: Als die Welt von heute begann

Frank Bösch

Der Historiker Frank Bösch beschäftigt sich in seinem Buch Zeitenwende 1979: Als die Welt von heute begann mit dem Jahr 1979 und interpretiert als das Schlüsseljahr des 20. Jahrhunderts, da es den Beginn der multipolaren Welt einleitete. Im Jahr 1979 gab es weltweit Revolutionen, Krisen, Aufbruchsbewegungen und politische Veränderungen mit weltpolitischer Bedeutung. Der Autor verknüpft das Jahr 1979 und die damaligen Ereignisse mit der Gegenwart und beleuchtet die bedeutsamsten Wendepunkte. Bösch nimmt Bezug auf die wesentlichsten Ereignisse: den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan, bei dem die Sowjetunion eine neue kommunistische Führung einsetzte und dadurch einen bis 1989 andauernden Konflikt zwischen der Regierung und den Rebellengruppen auslöste, die Iranische Revolution, die zur Errichtung einer islamistischen Diktatur führte, den Papstbesuch in Polen und die ökonomische Liberalisierung Chinas. Bösch verbindet all diese Ereignisse zu einem Narrativ in die Gegenwart. In den historischen Kontext eingebettet wird deutlich, weshalb das Jahr 1979 mit seinen unterschiedlichen Ereignissen als ein bedeutsames Jahr angesehen werden kann.

Buchcover "100 Jahre Oktoberrevolution: Irrweg oder Ausweg?"

Aufsatzsammlung

100 Jahre Oktoberrevolution: Irrweg oder Ausweg?

Daniel Bratanovic (Hrsg.)

Der Band stellt die Frage, wie es um das „programmatische Erbe“ der Oktoberrevolution bestellt ist und ob der Blick darauf etwas anderes sein kann als „nostalgische Verklärung einerseits oder Verdammung andererseits“. Zahlreiche Historiker gehen der Frage nach, „ob und, falls ja, wie die Oktoberrevolution und ihre Errungenschaften auch 100 Jahre danach immer noch als Maßstab zum Verständnis gegenwärtiger Krisen dienen können“. Somit soll in erster Linie keine historische Ereignisgeschichte geschrieben werden, sondern Antworten auf die Frage „Wie aktuell ist die Oktoberrevolution heute noch?“ geliefert werden. Der 1981 geborene Herausgeber des Bandes leitet das Ressort »Thema« der Tageszeitung junge Welt.

Buchcover Archie Brown: Aufstieg und Fall des Kommunismus

Fachbuch

Aufstieg und Fall des Kommunismus

Archie Brown

Der aus Schottland stammende Historiker und Kommunismusforscher Archie Brown hat eine umfassende Darstellung zur Geschichte des Weltkommunismus vorgelegt. Brown beginnt mit dem Aufkommen frühkommunistischer Ideen im 14. Jahrhundert und endet beim Zerfall der Sowjetunion. Er erläutert, wie sich nach Marx´ und Engels´ „Kommunistischem Manifest“ 1848 die Idee in Europa verbreitete und sich kommunistische Parteien gründeten, warum diese in einigen Ländern an die Macht gelangten und wie sie sich dort halten konnten. Brown widmet sich auch dem Eurokommunismus nach dem Zweiten Weltkrieg sowie den nichtkommunistischen Bürgerrechtsbewegungen in kommunistischen Staaten. Das Buch endet mit dem Kollaps dieser Systeme und dem Niedergang des Kommunismus als Ideologie, wobei Brown das gegenwärtige chinesische Modell des pragmatischen Konsumkommunismus nicht unterschlägt.