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Nicaragua - die privatisierte Revolution

Analyse | Fachbuch

Hannes Bahrmann

Buchcover
Buchcover

Hannes Bahrmann beschreibt in seinem 2017 erschienenen Buch die Entwicklung des post-revolutionären Nicaraguas. Daniel Ortega war nach dem Sturz des Diktators Somoza im Jahr 1979 führendes Mitglied der sandinistischen Revolution; Ziel der Bewegung war die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaftsordnung sowie enge staatliche Beziehungen zu Kuba und den Ländern des Warschauer Pakts. Die Bestrebungen fanden auch international breite Unterstützung; in den 1980er Jahren reisten Helfer aus der ganzen Welt nach Nicaragua um den Aufbau von Projekten mitzutragen. Als die Sandinisten 1990 unter Daniel Ortega die Parlamentswahl verloren, war die Phase bis zur Amtsübergabe an die neue Staatspräsidentin zunächst von der hemmungslosen Bereicherung der Funktionäre geprägt. Nach Jahren in der Opposition ist Ortega seit 2006 erneut an der Macht; internationale Kritik wurde an Unregelmäßigkeiten im Wahlablauf und an Verfassungsänderungen laut. Heute ist Ortegas Frau Vizepräsidentin, die Kinder der Familie bekleiden wichtige Funktionen in Politik, Wirtschaft und Medien. Durch den Fokus auf Ortega liest sich das Buch nicht nur als eines über die neuere Geschichte Nicaraguas, sondern auch als eines, das die Entwicklung Ortegas vom Guerillakämpfer zum korrupten Politiker nachzeichnet. 

Bibliografische Angabe

Bahrmann, Hannes: Nicaragua - die privatisierte Revolution, Berlin: Ch. Links Verlag, 2017.