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The Art of the Bribe. Corruption Under Stalin 1943–1953

Analyse | Fachbuch

James Heinzen

Buchcover
Buchcover

James Heinzen beschäftigt sich in „The Art of the Bribe. Corruption Under Stalin 1943–1953“ mit dem Phänomen der Bestechlichkeit und Korruption in der Sowjetunion während der Ära Stalin. Das Thema zieht vor allem aufgrund seiner Ambivalenz Interesse auf sich: Zum einen stellte in der damaligen sowjetischen Bevölkerung Bestechlichkeit eine Alltäglichkeit dar; besonders seit dem Ende der Sowjetunion ist über die privaten Kreise hinaus das tatsächliche Ausmaß der Korruption bekannt geworden. Dem gegenüber steht die sowjetischen Propaganda, die Korruption als ein Phänomen kapitalistischer Gier darstellte, deren Verführungen der Sowjetmensch nicht länger erlegen sei. Die seit Ende der Sowjetunion zum Thema erscheinenden Arbeiten werden mit Heinzens Buch um eine Analyse der Regierungsjahre Stalins bereichert. Das Buch gliedert sich in drei Teile, die sich der Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln nähern und somit eine vielschichtige Analyse erlauben. Die einzelnen Kapitel decken eine Vielzahl von Aspekten ab und reichen von den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf Korruptionsmechanismen und sozialen Normen der Bestechungspraktiken bis hin zu den immer wieder stattfindenden Schauprozessen gegen „Diebe des sozialistischen Eigentums“, die die Unvereinbarkeit des Sozialismus mit korrupten Tendenzen vermitteln sollten. Durch seine akribischen Analyse solch diverser Teilaspekte erlaubt Heinzen seinen Lesern einen detaillierten Einblick in das Leben der sowjetischen Gesellschaft in der Zeit des Stalinismus.
 

Bibliografische Angabe

Heinzen, James: The Art of the Bribe. Corruption Under Stalin 1943–1953, London: Yale University Press 2016.