...

 

Cover des Buches "Poland under Communism",  Cambridge University Press

Monographie

Poland under Communism. A Cold War History

Anthony Kemp-Welch

Anthony Kemp-Welchs Analyseband Poland under Communism widmet sich der Geschichte Polens vom Zweiten Weltkrieg bis zum Ende des kommunistischen Regimes. Dabei verbindet der Autor die Geschichte der Diplomatie und der internationalen Beziehungen während des Kalten Krieges mit der Geschichte der Opposition und sozialen Bewegungen in Polen. Anthony Kemp-Welch bezieht sich auf Material aus polnischen Archiven sowie auf zuvor unveröffentlichte Quellen aus Moskau und Washington. Die Schwerpunkte des Buches liegen auf Politik-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, auf der kommunistischen Bewegung in Polen sowie deren Beziehung zur Sowjetunion und dem internationalen System im Rahmen des Kalten Krieges mit besonderer Berücksichtigung der US-amerikanischen politischen Linie. Kemp-Welshs Buch ist das erste in englischer Sprache erschienene, welches die Geschichte Polens zwischen Zweitem Weltkrieg und Ende des kommunistischen Regimes derart umfassend darlegt und stellt somit eine wertvolle Bereicherung für interessierte Leserinnen und Leser dar.

Cover des Buches "Roter Stern über Russland Eine visuelle Geschichte der Sowjetunion von 1917 bis zum Tode Stalins", Mehring Verlag

Fachbuch

Roter Stern über Russland. Eine visuelle Geschichte der Sowjetunion von 1917 bis zum Tode Stalins

David King

In seinem Bildband Roter Stern über Russland. Eine visuelle Geschichte der Sowjetunion von 1917 bis zum Tode Stalins präsentiert der britische Fotohistoriker David King über 550 Fotografien, Plakate und Zeichnungen zusammen mit informativen Begleittexten. Der Bildband behandelt die Zeit von 1917 bis zum Tod Stalins 1953. Josef Stalin war von 1927 bis 1953 der Diktator der Sowjetunion. Nach Lenins Tod übernahm Stalin 1922 das Amt des Generalsekretärs der Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU). Stalin ließ eine totalitäre Diktatur errichten, mehrere Millionen Menschen im Rahmen politischer „Säuberungen“ verhaften und zahlreiche Menschen in Gulags und Strafarbeitslager deportieren, in denen viele ums Leben kamen. David King verfügt über eine umfassende Sammlung an sowjetischen Fotodokumenten, die er auf seinen Forschungsreisen sammelte und die in diesem Bildband zu sehen sind. King beleuchtet eine aufregende Zeit, die geprägt war von Verzweiflung und Verlust, aber auch von Ehrgeiz und Hoffnungen. Die Sowjetunion wurde erschüttert von revolutionären Aufständen, Bürgerkrieg und Hungersnöten. Der Autor richtet den Blick in seinem Werk auf einzelne Ereignisse, ausgehend von den prägenden historischen Ereignissen dieser Zeit. Erstmals sind auch die streng verwahrten Fotografien zu sehen, die in den 1930er-Jahren während der stalinistischen Schauprozesse entstanden sind. Der Betrachter sieht sich mit sehr bewegenden und einprägsamen Bildern konfrontiert, die einen eindrucksvollen Einblick in diese ereignisreiche Zeit geben.

Buchcover "Dresden 1919: Die Geburt einer neuen Epoche", Herder Verlag

Sachbuch

Dresden 1919: Die Geburt einer neuen Epoche

Freya Klier

Die Autorin Freya Klier beschäftigt sich in ihrem Buch Dresden 1919: Die Geburt einer neuen Epoche mit der Umbruchszeit nach dem Ersten Weltkrieg und dem Übergang zur Weimarer Republik. Dabei fokussiert sich Klier besonders auf die Stadt Dresden und wie die Menschen dort diesen Umbruch erlebten. 1919 trafen Kommunisten, Klassenkämpfer und Sozialdemokraten auf ein kaisertreues Bürgertum. Die Autorin zeichnet ein Zeitpanorama nach und bettet die Novemberrevolution in Dresden in die politische Chronik einer ganzen Epoche ein. Klier analysiert, wieso nicht nur Berlin und München bedeutsam waren für die Ereignisse 1919, sondern warum auch Dresden eine wichtige Rolle besaß. Die revolutionären Ereignisse in Dresden zeichneten sich vor allem durch ihren friedlichen Charakter aus und unterschieden sich dadurch deutlich von den Geschehnissen in anderen Städten. In ihrem Buch lässt die Autorin Zeitzeugen zu Wort kommen und zitiert aus den Tagebüchern von Victor Klemperer und Käthe Kollwitz. Dabei fokussiert sie sich auf die besonderen Merkmale der Revolution in Dresden: Wieso verlief die Revolution hier so friedlich? Wieso waren die Freikorps in Dresden nicht so brutal wie in Bayern oder dem Ruhrgebiet? Die Autorin zeichnet die Ereignisse 1919 in Dresden nach und liefert ein Zeitpanorama einer besonderen Revolution und geht der Frage nach, ob sich heute vergleichbare Muster in der Gesellschaft finden lassen.

Cover des Buches "Capitalism. The Reemergence of a Historical Concept", Bloomsbury Publishing

Sammelband

Capitalism. The Reemergence of a Historical Concept

Jürgen Kocka, Marcel van der Linden (Hrsg.)

Jürgen Kocka und Marcel van der Linden haben in ihrem 2016 erschienen Sammelband „Capitalism. The Reemergence of a Historical Concept” neun Autoren versammelt, die nach der grundlegenden Definition des Kapitalismus, seiner globalen Ausformungen und der Möglichkeit der Nutzbarmachung des Begriffs für die historische Forschung fragen. Der Fokus des Bandes liegt auf der Untersuchung des Kapitalismus als historisches Konzept, wofür eine umfassende Übersicht aktueller Forschung und Anregungen für weitere Studien bereitgestellt werden. Nach dem Ende des Kalten Krieges verlor der Begriff „Kapitalismus“ zunächst seinen ideologischen und polemischen Zug und bot sich der Historiographie als heuristisches Instrument an. Es dominierten um die Jahrtausendwende die kulturwissenschaftlichen Zugänge zur Geschichte und erst im Zuge der Weltwirtschaftskrise ab 2007 wagten sich wissenschaftliche Studien wieder verstärkt an wirtschaftswissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Themen. "Der Sozialismus ist gescheitert, der Kapitalismus ist bankrott und was kommt als nächstes?" fragte Eric Hobsbawn in einem Beitrag im Guardian von 2009.

Buchcover " #1917. Semnadcat’ očerkov po istorii Rossijskoj revoljucii"

Analyse

#1917. Semnadcat’ očerkov po istorii Rossijskoj revoljucii

Boris Kolonitski

2017 jährte sich die Russische Revolution von 1917 zum 100. Mal. Sie stellt eines­­ der einschneidendsten historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts dar. Anlässlich 100 Jahre Russische Revolution veröffentlichte der russische Historiker Boris Kolonitski den Sammelband #1917. Semnadcat’ očerkov po istorii Rossijskoj revoljucii. Der Band besteht aus insgesamt 17 Kapiteln, wobei jedes Kapitel einen Essay umfasst. Inhaltlich beschäftigen sich die Essays in chronologischer Reihenfolge mit den Ereignissen der letzten Jahre der Zarenherrschaft bis hin zum Januar 1918, als die Bolschewiki die verfassungsgebende Versammlung auflösten. Der Autor berücksichtigt in seinem Band auch Politik-, Sozial-, Kultur- und Alltagsgeschichte, wodurch die Revolutionszeit anschaulich aufbereitet wird. Die Ereignisse werden in ihren jeweiligen kulturgeschichtlichen Kontext und in die Mentalität der damaligen Zeit eingebettet. Die Essaysammlung eignet sich für Historiker und Wissenschaftler, aber auch für Nichtakademiker.

Cover des Buches "Bilder der Allmacht", Wallstein

Sammelband

Bilder der Allmacht. Die Staatssicherheit in Film und Fernsehen

Andreas Kötzing (Hg.)

Der Sammelband Bilder der Allmacht, herausgegeben von Andreas Kötzing, ist der Repräsentation von Organen der Staatssicherheit in Filmen über die DDR gewidmet. Häufig kommt dem MfS im Film eine zentrale Rolle zu, hinter der die Repräsentation des alltäglichen Lebens von Bürgerinnen und Bürgern in der DDR unterzugehen scheint. Wie wirkt sich eine solche Darstellung auf das Bild aus, welches die Filme über die DDR vermitteln? Was sind die narrativen Schwerpunkte dieser Filme? Welche historischen Aspekte werden bei einer so gewichteten Darstellung ausgespart? Dieser und einer Vielzahl weitere Fragen widmen sich die Beiträge in diesem Sammelband. Dabei sind sie in zwei Teile aufgeteilt: Kundschafter des Friedens? Selbst- und Feindbilder im Kalten Krieg; Zwischen politischen Aufarbeitung und medialer Unterhaltung: Filmische Inszenierungen der Staatssicherheit nach 1989/90. Dieser Band enthält Beiträge einer Tagung des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung Dresden, die sich überwiegend mit der Darstellung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Film- und Fernsehproduktionen beschäftigen.

Buchcover: Hannes Lachmann: Die "Ungarische Revolution" und der "Prager Frühling" Eine Verflechtungsgeschichte zweier Reformbewegungen zwischen 1956 und 1968, Essen: Klartext Verlag, 2017.

Fachbuch

Die "Ungarische Revolution" und der "Prager Frühling". Eine Verflechtungsgeschichte zweier Reformbewegungen zwischen 1956 und 1968

Hannes Lachmann

Hannes Lachmann widmet sich in deiner Studie den Ereignissen der Ungarischen Revolution und des Prager Frühlings. Lachmanns Analyse liefert eine neue Perspektive auf die beiden ausgiebig erforschten Reformbewegungen. Anstatt, wie bei vorherigen Studien oft geschehen, einen nationalgeschichtlichen Blickwinkel auf die jeweiligen Phänomene einzunehmen, bemüht sich Lachmann, die Verflechtungen zwischen den beiden Bewegungen zu beleuchten und daraus neue Erkenntnisse über die Erfolgsbedingungen von Reformprozessen in sozialistischen Gesellschaftssystemen abzuleiten. Die Studie gliedert sich in vier Kapitel, in denen der Autor zunächst die Situationen in Ungarn und der damaligen Tschechoslowakei im Jahre 1956 darstellt. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Wahrnehmung der Ungarischen Revolution von tschechoslowakischer Seite. Im dritten analysiert Lachmann ungarische und tschechoslowakische Reformdynamiken im Laufe der 1960er-Jahre. Den Abschluss bildet das vierte Kapitel, welches die ungarische Sichtweise auf die Reformbestrebungen in der Tschechoslowakei darlegt. Das Buch erschien 2017 im Klartext-Verlag in der Reihe “Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa”.  

Screenshot der Website des Dossiers

Onlinedossier

Linksextremismus in Deutschland. Dossier des BR

Jürgen P. Lang

Das Dossier des Bayerischen Rundfunks „Linksextremismus in Deutschland“ widmet sich aktuell den als linksextrem eingestuften Bewegungen in Deutschland. Das online verfügbare Dossier ist in vier Unterkategorien aufgeteilt. Unter der Rubrik „Geschichte“ findet sich ein Abriss, der von Marx über die Weimarer Republik bis zur DDR eine Entwicklung linker Bewegungen nachzeichnet. „Ideologien und Strömungen“ liefert einen Überblick über unterschiedliche linke Strömungen, angefangen mit dem Marxismus-Leninismus über den Reformkommunismus bis hin zu Anarchismus, Antiimperialisten und Antideutschen. Unter „Organisationen“ widmet der Autor des Dossiers der DKP und DFU, K-Gruppen, der MLPD, Trotzkistischen Gruppen und der PDS/Die Linke jeweils einen Beitrag. Unter dem Punkt „Bewegung und Aktion“ finden sich schließlich Erläuterungen zur RAF sowie zu autonomen Gruppen. Anspruch des Dossiers ist es, einen Überblick über Ursprünge und Erscheinungsformen linksextremistischer Gruppen in Deutschland zu liefern, wobei das Dossier einen extremismustheoretischen Ansatz verfolgt. Die Anwendung dieses Ansatzes wird in den Sozialwissenschaften aufgrund ihrer antithetischen und dichotomen Gegenüberstellung von Demokratie und Extremismus als unterkomplex und der Realität nicht gerecht werdend kritisiert. 

Cover des Buches "Vom Linksliberalismus zur Sozialdemokratie. Politische Lebenswege in historischen Richtungskonflikten 1890–1945", Böhlau Verlag

Sammelband

Vom Linksliberalismus zur Sozialdemokratie. Politische Lebenswege in historischen Richtungskonflikten 1890–1945

Detlef Lehnert (Hrsg.)

In dem Sammelband „Vom Linksliberalismus zur Sozialdemokratie. Politische Lebenswege in historischen Richtungskonflikten 1890–1945. Vom Linksliberalismus zur Sozialdemokratie“, herausgegeben von dem Politikwissenschaftler Detlef Lehnert, werden elf Politiker porträtiert, die während des Kaiserreiches bzw. während der Weimarer Republik ihre politische Verortung weg von der Liberaldemokratie hin zur Sozialdemokratie verschoben. Der Fokus liegt dabei auf den Übertritten der einzelnen Politiker bzw. auf den Umständen. Das Buch besteht aus zwei Teilen. Der erste beschreibt die politischen Lebenswege von fünf Politikern, die bereits während des Kaiserreichs in die neu gegründete SPD eintreten: Franz Mehring, Kurt Eisner, Rudolf Breitscheid, Siegfried Aufhäuser und Hugo Sinzheimer. Der zweite Teil ist Politikern gewidmet, die während der Weimarer Republik in die SPD eintreten: Paul Nathan, Georg Schüer, Max Kosler, Adolf Grimme, Anton Erkelenz und Ludwig Bergsträsser. Das Buch erscheint als Teil der Reihe „Historische Demokratieforschung“. Der Herausgeber des Buches, Detlef Lehnert, ist Professor der Politikwissenschaft an der FU Berlin, Präsident der Hugo-Preuß-Stiftung und der Paul-Löbe-Stiftung.

Cover: Wolfgang Leonhard: Völker hört die Signale. Die Gründerjahre des Weltkommunismus 1919–1924, München: Goldmann, 1. Aufl. 1984.

Fachbuch

Völker hört die Signale. Die Gründerjahre des Weltkommunismus 1919–1924

Wolfgang Leonhard

Wolfgang Leonhard (1921–2014) kam als Mitglied der Gruppe Ulbricht am Ende des Zweiten Weltkriegs in die Sowjetische Besatzungszone, wo er am Aufbau der DDR mitarbeiten sollte. Nach dem Bruch mit dem Stalinismus flüchtete er im März 1949 nach Jugoslawien, im Herbst 1950 siedelte in die Bundesrepublik über. In dieser einführenden Überblicksdarstellung zur Geschichte der Kommunistischen oder auch III. Internationale (kurz: Komintern). schildert Leonhard die Phase zwischen dem ersten Weltkongress 1919 in Moskau, wo die Komintern auf Initiative Lenins gegründet wurde, und dem fünften 1924, kurz nach Lenins Tod. Dabei stützt er sich vor allem auf die Berichte und Memoiren ehemaliger Mitglieder kommunistischer Parteien und anderer Zeitzeugen.

Buchcover "Mao's China and the Sino-Soviet Split: Ideological Dilemma", Routledge Verlag

Fachbuch

Mao's China and the Sino-Soviet Split: Ideological Dilemma

Mingjiang Li

Die Studie Mao's China and the Sino-Soviet split: Ideological dilemma von Mingjiang Li beschäftigt sich mit der sowjetisch-chinesischen Spaltung in den 1960er-Jahren während des Kalten Krieges. Der Konflikt zwischen den beiden Staaten begann bereits in den 1950er-Jahren und erreichte 1969 schließlich seinen Höhepunkt. Sowohl Nikita Chruschtschow als auch Mao Zedong wollten den Führungsanspruch innerhalb der kommunistischen Bewegung für sich beanspruchten. Der ideologische Grabenkampf zwischen den beiden Staaten resultierte vor allem aus der von Chruschtschow eingeleiteten Entstalinisierung in der Sowjetunion. Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) war nicht länger bereit, die Vormachtstellung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) in der weltweiten kommunistischen Bewegung zu akzeptieren. Erst ab 1982 sollte sich das Verhältnis zwischen den beiden Staaten wieder allmählich normalisieren. Mingjiang Li geht in seiner Studie der Frage nach, wie es dazu kommen konnte, dass das Bündnis der beiden Staaten, das stets als unzerstörbar galt, zerbrechen konnte. Der Autor analysiert zudem den Zusammenhang zwischen Außenpolitik und der staatlichen Ideologie und geht der Frage nach, warum die Ideologie in manchen Fällen entscheidenden Einfluss auf die Außenpolitik nehmen kann und diese in anderen Fällen keinen ausschlagenden Einfluss ausübt. Die Studie basiert auf umfassenden Recherchen und freigegebenem Material des chinesischen Außenministeriums und wirft somit ein neues Licht auf die Thematik des chinesisch-sowjetischen Zerwürfnisses.

Buchcover Richard Löwenthal: Chruschtschow und der Weltkommunismus

Fachbuch

Chruschtschow und der Weltkommunismus

Richard Löwenthal

Der Politikwissenschaftler Richard Löwenthal (1908–1991) hat eine Studie über die Außenpolitik des Staatschefs und Führers der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), Nikita Chruschtschow, vorgelegt. Er beschreibt zudem die Netzwerke kommunistischer Parteien auf der ganzen Welt, ihre Beziehungen untereinander und zur KPdSU sowie zu den Staaten, in denen sie existieren. Einen Fokus legt Löwenthal auf das Verhältnis Chruschtschows zu Mao Zedong und Josip Tito. Löwenthal bezeichnet die Geschichte der kommunistischen Bewegung als Kritik an ihrer eigenen Ideologie durch die Realität. Auch deshalb schwinde die Autorität der KPdSU derzeit, erklärt Löwenthal, und die kommunistischen Parteien würden demokratischer werden, zumindest in Westeuropa.

Cover „Höllensturz: Europa 1914 bis 1949“

Fachbuch

Höllensturz: Europa 1914 bis 1949

Ian Kershaw

Der britische Historiker Ian Kershaw untersucht in Höllensturz die Geschichte Europas in der Zeit von 1914 bis 1949. Er leistet darin eine Analyse von Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft Europas, wobei der Fokus auf ethnischen Auseinandersetzungen, Klassenkonflikten, aggressivem Nationalismus und der Krise des Kapitalismus liegt (vgl. Rezension Randomhouse). Dabei arbeitet Kershaw immer wieder die nationalen Unterschiede der Länder aber auch ihre Gemeinsamkeiten knapp und klar heraus. Die Kolonialpolitik Europas wird in Höllensturz allerdings kaum untersucht (Vgl. FAZ vom 16.10.2016). Eine Besonderheit des historischen Panoramas ist die Hervorhebung von Einzelpersonen beziehungsweise Einzelschicksalen. Ian Kershaw, der bis zu seiner Emeritierung als Professor für Modern History an der University of Sheffield arbeitete, wurde vor allem mit seiner Biografie Adolf Hitlers bekannt. Sie gilt als Meisterwerk der modernen Geschichtsschreibung (veröffentlicht in zwei Teilen 1998 und 2000).

Buchcover „Die Kommissare verschwinden. Die Fälschung von Fotografien und Kunstwerken in Stalins Sowjetunion“, Karl Dietz Verlag

Fachbuch

Die Kommissare verschwinden. Die Fälschung von Fotografien und Kunstwerken in Stalins Sowjetunion

David King

Der Autor David King behandelt in seinem Fotoband Die Kommissare verschwinden. Die Fälschung von Fotografien und Kunstwerken in Stalins Sowjetunion die zahlreichen Bildmanipulationen in der ehemaligen Sowjetunion unter dem kommunistischen Diktator Josef Stalin. Der Fotohistoriker King beschäftigte sich intensiv mit politischen Bildern aus der Zeit Stalins. Personen, die für die sowjetische Führung zu unbequem waren, wurden eliminiert – sowohl aus Fotografien und Büchern als auch in der Wirklichkeit. Stalin ließ systematisch Fotografien nachträglich ändern und Personen entfernen, die seine Gunst verloren hatten. Die systematischen Bildmanipulationen verdeutlichen den menschenverachtenden Charakter der stalinistischen Diktatur. Die kommunistische Propaganda versuchte mit diesem Mittel, eine neue Welt zu schaffen. Sie selbst wollte bestimmen, wer darin leben durfte und wer nicht. Die Führung der Sowjetunion versuchte so mit Hilfe von Bildmanipulationen von Fotografien die historische Wahrheit zu ihren Gunsten zu verfälschen. Jahrzehntelang sammelte David King Beispiele für diese Fotomanipulationen unter Stalin und veröffentlicht diese in seinem Bildband. Dabei verzichtete er auf Analysen und lässt stattdessen die Bilder für sich sprechen. King stellt in seinem Fotoband die Originalaufnahmen den überarbeiteten und retuschierten Aufnahmen gegenüber.

Buchcover

Sammelband

Kommunismusforschung und Erinnerungskulturen in Ostmittel- und Westeuropa

Volkhard Knigge (Hrsg.)

"Kommunismusforschung und Erinnerungskulturen in Ostmittel- und Westeuropa" ist ein Sammelband, der von Volkhard Knigge herausgegeben wurde. Er versammelt 10 Beiträge von verschiedenen Autoren. Angesichts des langen Zeitraums, der zwischen den Jahren 1989/89, in denen die sozialistisch geprägten Staaten einen Systemwechsel vollzogen, und der heutigen Zeit liegt, stellt der Band die Frage, wie sich die Aufarbeitung der sozialistischen Regime in unterschiedlichen Ländern entwickelt hat – und auch, wie sie künftig betrieben werden soll, wenn die Gegenwart von Zeitzeugen nicht mehr als selbstverständlich gesehen werden kann. Daraus folgen weitere Fragen, welche Auswirkung das auf die Erinnerungskultur und Geschichtsvermittlung im Allgemeinen, aber auch auf die künftige Arbeit von Gedenkstätten haben wird. Die Beträge sind in drei Kapitel untergliedert: Der Kommunismus in den Geschichtskulturen Ostmitteleuropas; Der Kommunismus in den Geschichtskulturen Westeuropas; Erinnerungskultur: Stand und Perspektiven. Die Beiträge tragen Analysen der Situation in Litauen, Polen, Ungarn, Frankreich und Deutschland zum Sammelband bei und liefern so einen umfassenden Blick auf die Thematik.

Gerd Koenen "Die Farbe Rot: Ursprünge und Geschichte des Kommunismus", Screenshot vom Buchcover

Fachbuch

Die Farbe Rot: Ursprünge und Geschichte des Kommunismus

Gerd Koenen

Der Traum von der großen welthistorischen Kommunion, in der alle Menschen Brüder werden und keiner mehr des anderen Knecht sein muss, hat seine Spur durch die Jahrhunderte gezogen bis die Revolution im Oktober 1917 in Russland den Kommunismus an die Macht brachte. Doch als die Utopie nach der Wirklichkeit griff, wurde der Traum von Gleichheit und Gemeinschaft zum Albtraum: Das Rendezvous des Kommunismus mit der Geschichte endete in Terror und Paranoia. Autor Gerd Koenen schildert in diesem Werk die Geschichte des Kommunismus und lässt dabei Philosophen, Revolutionäre und Politiker zu Wort kommen. Beschrieben werden die Ursachen für die Anziehungskraft der kommunistischen Idee: Herrschaft und Unterdrückung, sowie Elend und Armut der Ausgebeuteten. Zudem führt Koenen auf, warum der Kampf um soziale Gerechtigkeit in einer Welt des Kapitalismus bis heute legitim und aktuell ist.  

Cover der DAMALS-Ausgabe "Oktober 1917 – Europa und die Russische Revolution", Konradin Mediengruppe

Fachzeitschrift

DAMALS: Oktober 1917. Europa und die Russische Revolution.

Konradin Mediengruppe (Hrsg.)

Im Jahr 2017 jährt sich die Russische Revolution zum 100. Mal. Dies nimmt die Redaktion der Zeitschrift DAMALS zum Anlass, um im Heft „Oktober 1917. Europa und die Russische Revolution“ die Ereignisse und Folgen der Umbrüche in Russland zu thematisieren. Dafür behandeln die Autorinnen und Autoren nicht nur die Verläufe der bürgerlichen Februar- und der bolschewistischen Oktoberrevolution, sondern auch die Hoffnungen und Versprechen, die mit dem Aufstieg des Kommunismus verbunden wurden. Die Folgen der Revolution für Russland und Europa kommen ebenfalls zur Sprache: Gewaltsame Repressionen, Verstaatlichung der Produktions- und Verkehrsmittel, Flucht und Vertreibung. Neben diesen dem Themenschwerpunkt zugordneten Beiträgen finden sich auch Aufsätze zu generellen Entwicklungen in der Geschichtswissenschaft und zu historischen Ereignissen jenseits der Russischen Revolution. Das Heft verweist außerdem auf die Ausstellung „1917. Revolution. Russland und Europa“ des Deutschen Historischen Museums. Sie können das Heft über diesen Link bestellen.

Buchcover "Invasion Prag168" , Schirmer Mosel Verlag

Sachbuch

Invasion Prag 1968

Josef Koudelka

Der Bildband Invasion Prag 1968 von Josef Koudelka beschäftigt sich thematisch mit dem Prager Frühling von 1968. Die Bezeichnung „Prager Frühling“ bezieht sich auf die Bemühungen der tschechoslowakischen Kommunistischen Partei (KPČ) unter Führung von Alexander Dubček im Frühjahr 1968 eine Wirtschaftsreform durchzusetzen. Diese verfolgte das Ziel, eine sozialistische Marktwirtschaft und einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz" zu errichten. Die Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten, die den Reformbewegungen misstrauisch gegenüberstanden, marschierten in der Nacht zum 21. August in die damalige Tschechoslowakei ein und beendeten gewaltsam die Reformbestrebungen der KP-Spitze. An dieser gewaltsamen Niederschlagung waren circa eine halbe Million Soldaten aus der Sowjetunion, Ungarn, Polen und Bulgarien beteiligt. Der tschechische Photograph Josef Koudelka erlebte diese Ereignisse mit und hielt sie in seinen Fotografien fest. Es gelang Koudelka die Bilder rechtzeitig dank mehrerer Helfer außer Land zu bringen und sie in den Westen zu schmuggeln. Sein Bildband dokumentiert das gewaltsame Ende des Prager Frühlings und zeichnet ein eindrucksvolles Gesamtbild von den Ereignissen von 1968 in der Tschechoslowakei. Josef Koudelka gilt heute als einer der bedeutendsten tschechischen Dokumentarfotografen.

Screenshot der Website "Biografien deutscher Gulag-Häftlinge"

Online-Ressource

Biografien deutscher Gulag-Häftlinge

Lagergemeinschaft Workuta / GULag Sowjetunion

Die von der Lagergemeinschaft Workuta / Gulag Sowjetunion betriebene Website ist ein umfangreiches Biografien- und Zeitzeugenportal Portal, das sich den ehemaligen Häftlingen des im hohen Norden Russlands gelegenen Gulag Workuta widmet. Zur Zeit werden 43 Biografien von Zeitzeugen aufgeführt sowie 166 Namen von Häftlingen genannt. Auf der Startseite kann der Nutzer über eine Kachelmatrix 9 Würfel umdrehen und gelangt so jeweils zu einem thematischen Text, wie z.B. über die sowjetische Militärjustiz. Die auf dem Portal verzeichneten Personen sowie die sich vorstellenden Zeitzeugen wurden alle nach dem gleichen Schema verschleppt: Zwischen 1945 und 1953 erfolgte die Verhaftung in der SBZ bzw. der DDR, dann die Verurteilung durch ein sowjetisches Militärtribunal (SMT) und schließlich die Deportation in das Zwangsarbeitslager Workuta. Die Biografien der verzeichneten Opfer der kommunistischen Repressionen beinhalten Selbstzeugnisse, Fotos sowie private und offizielle Dokumente. Die Website konzentriert sich bei ihrer Arbeit auf die Porträts von Zeitzeugen, die bisher nicht auf ähnlichen Portalen dokumentiert sind. Es finden sich Verlinkungen auf diese Portale (http://www.von-potsdam-nach-workuta.de), wenn eine Biografie an anderer Stelle ebenso verzeichnet ist.

Buchcover "Communism. Political Systems of the World", Marshall Cavendish Verlag

Sachbuch

Communism. Political Systems of the World

Tom Lansford

Der Autor Tom Lansford beschäftigt sich in seinem Buch Communism. Political Systems of the World mit dem Kommunismus als einem politischen System. Er liefert einen Überblick darüber, wodurch sich Kommunismus als politisches System auszeichnet und nimmt dabei verschiedene weltweite kommunistische Regime in den Blick. Der Begriff des Kommunismus bezeichnet ein politisches, wirtschaftliches und soziales System, in dem die Regierung auf einer kollektiven Gesellschaft basiert und der Staat das Eigentum und die wirtschaftlichen Aktivitäten kontrolliert. Das größte Regime war die Sowjetunion mit ihren verbündeten Ostblockstaaten während des Kalten Krieges. In insgesamt neun Kapiteln erläutert Lansford unter anderem die wesentlichen Bestandteile eines kommunistischen Systems, geht auf historische Beispiele des Kommunismus ein und zieht einen Vergleich zwischen kommunistischen Regimen und anderen Regierungsformen. Ein Zeitstahl am Ende des Buches verdeutlicht die wesentlichsten Entwicklungen auf einen Blick.

Buchcover Wolfgang Leonhard: Am Vorabend einer neuen Revolution? Die Zukunft des Sowjetkommunismus

Fachbuch

Am Vorabend einer neuen Revolution? Die Zukunft des Sowjetkommunismus

Wolfgang Leonhard

Wolfgang Leonhard (1921–2014), einer der wichtigsten Kenner des sowjetischen Systems, kam als Mitglied der Gruppe Ulbricht am Ende des Zweiten Weltkriegs in die Sowjetische Besatzungszone, wo er am Aufbau der DDR mitarbeiten sollte. Nach seinem Bruch mit dem Stalinismus flüchtete er im März 1949 nach Jugoslawien, im Herbst 1950 siedelte in die Bundesrepublik über. In diesem Buch fügt Leonhard politische, soziale und ökonomische Analysen zu einem Bild der Sowjetunion zusammen. In fünf Kapiteln zeichnet er zunächst eine chronologische Ereignisgeschichte nach, um dann auf die demographische und politische Situation als Triebfeder für zukünftigen Wandel und andere von ihm prognostizierte Veränderung des Landes einzugehen. Auf die Frage, ob in der Sowjetunion eine neue Revolution bevorsteht, gibt Leonhard keine eindeutige Antwort. Er rechnet mit einer Entwicklung, die sich vollständig von der stalinistischen Herrschaft löst, aber auch in den inneren Zusammenbruch des Landes führen kann.

Buchcover Wolfgang Leonhard: Was ist Kommunismus? Wandlungen einer Ideologie

Fachbuch

Was ist Kommunismus? Wandlungen einer Ideologie

Wolfgang Leonhard

Das Buch von Wolfgang Leonhard (1921-2014), einem der wichtigsten Kenner des sowjetischen Systems, ist das Ergebnis eines Dialogs mit Hans-Wolfgang-Krohn über den Wandel der kommunistischen Ideologie in der Sowjetunion. Zunächst wird ein historischer Überblick zur Geschichte des Kommunismus von Marx und Engels, über Lenin, Stalin und Chruschtschow bis hin zu Breschnew gegeben. Nach einer Erläuterung des zeitgenössischen sowjetischen Verständnisses vom Marxismus dreht sich die Diskussion um die sowjetische Außenpolitik, insbesondere in Bezug auf Europa. Dabei verheimlicht Leonhard nicht, dass er Sympathien für den Eurokommunismus hegt und von diesem die Transformation zu einem demokratischen Sozialismus erwartet. Er plädiert aber auch für einen vorsichtigen und überlegten Umgang mit den osteuropäischen Staaten und der Sowjetunion.

Buchcover Marcel van der Linden: Von der Oktoberrevolution zur Perestroika. Der westliche Marxismus und die Sowjetunion

Fachbuch

Von der Oktoberrevolution zur Perestroika. Der westliche Marxismus und die Sowjetunion

Marcel van der Linden

In einer Vielzahl an Deutungen hat die westliche marxistische Linke im 20. Jahrhundert versucht, die Sowjetunion und vor allem den Stalinismus zu erklären. Einige dieser Autoren und ihre Argumente in der Debatte über Entstehung, Charakter und Entwicklung der Sowjetunion zwischen 1917 und 1985 stellt van der Linden vor. Gegliedert ist das Buch chronologisch nach den Epochen sowjetischer Geschichte, auf die sich die untersuchten Theorieansätze bezogen haben. Aus marxistischer Perspektive analysiert und kritisiert er die Erklärungsversuche als zumeist unzutreffend oder unzureichend. Zugleich versucht er Phänomene der Sowjetgesellschaft selbst theoretisch auf den Begriff zu bringen.

Buchcover

Sachbuch

Geschichte Russlands und der Sowjetunion

Leonid Luks

Leonid Luks Werk "Geschichte Russlands und der Sowjetunion. Von Lenin bis Jelzin" beschreibt die politische Entwicklung von den russischen Revolutionen im Jahr 1917 bis zum Rücktritt Boris Jelzins im Jahr 1999. Ausführlich widmet sich der Autor den Gründen für den Zusammenbruch des Zarenreichs und der Auflösung der Sowjetunion. Er rückt die Frage nach der politischen Macht und nach den Methoden, diese auf revolutionärem Wege zu gewinnen in den Vordergrund, setzt sich kritisch mit dem Stalinismus auseinander und beleuchtet das Vorgehen dieses repressiven Machtapparates, sowie der "Verkrustung" seiner Strukturen. Der Professor für Mittel- und Osteuropäische Zeitgeschichte legt ein Buch vor, dass die politische Geschichte der Sowjetunion thematisiert, aber zudem auch die Außenpolitik neben der innenpolitischen Durchsetzung des bolschewistischen Machtmonopols berücksichtigt. So bezieht sich der Autor inhaltlich auf die Rolle und Struktur der von Revolution und Bürgerkrieg ausgelösten russischen Emigration, den Zusammenhang zwischen der Außenwirkung der revolutionären Macht und dem Aufstieg des italienischen Faschismus und des deutschen Nationalsozialismus sowie der Frage danach, welche Wege "das postsowjetische Russland auf der Suche nach seiner Großmachtrolle" beschreitet.

Buchcover

Monographie

Westemigranten: Deutsche Kommunisten zwischen USA-Exil und DDR

Mario Keßler

Mario Keßlers Buch "Westemigranten: Deutsche Kommunisten zwischen USA-Exil und DDR" beschreibt das Leben von deutschen Kommunisten, die während des Dritten Reiches ins Exil in die Vereinigten Staaten gingen und diese nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Richtung der DDR wieder verließen. Der Autor geht dabei den Erfahrungen der Exilanten im kapitalistischen Ausland nach, ihren Entwürfen und Vorstellungen für eine Gesellschaft nach dem Krieg sowie deren Erfüllung oder Enttäschung im real existierenden Sozialismus der DDR. Das Buch gliedert sich in acht Kapitel, welche die Wege von Westmigranten mit all ihren Schwierigkeiten und Hoffnungen nachzeichnen: Die USA und die Flüchtlinge; Zwischen Integration und Marginalisierung: Deutsche Kommunisten in den USA; Politik und Zeitgeschichte: Netzwerke und Publizistik der deutschen Kommunisten; Ein Netzwerk an Verschwörern: Deutsche Kommunisten im Visier des FBI; Rückkehr und Neubeginn, Hoffnungen und Rückschläge; „Säuberungen“ ohne letzte Konsequenz: Der SED-Apparat und die Rückkehr aus Amerika; Zwischen Teilhabe und Flucht: Die „Amerikaner“ in der DDR; Amerika, die DDR und die Erinnerung.

Cover des Buches "Gulag", Hamburger Edition

Monographie

Gulag

Tomasz Kizny

Gulag ist ein Bildband des polnischen Fotografen Tomasz Kizny. Er kombiniert Bildmaterial aus Archiven und persönlichen Beständen mit seinen eigenen Fotografien. Das Archivmaterial zeugt vom Alltag im Lager, vom Leid der Häftlinge und von wahnwitzigen Bauprojekten, an denen die Häftlinge arbeiteten. Die von Kizny gemachten Bilder zeigen die heutigen Ruinen der ehemaligen Lagerstätten. Die Kombination des Bildmaterials zeugt eindrücklich von der Situation in den Lagern der Sowjetunion und den Spuren, die diese bis heute im Land hinterlassen haben – zum Beispiel wenn im Bildband die Steckbriefbilder von NKDW-Häftlingen neben den Bildern der Kolyma stehen, einer Gegend die bis heute vom maßlosen Gold- und Uranabbau gezeichnet ist, bei dem unzählige Häftlinge ihr Leben ließen.  Der Bildband enthält Vorworte von Norman Davies, Sergej Kowaljow und Jorge Semprun. Tomasz Kizny, geboren 1958 in Polen, ist Fotograf und Journalist. 1981 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern von 'Dementi' - einer Untergrundorganisation unabhängiger Fotografen. Der Künstler lebt und arbeitet in Wroclaw.

Fachbuch

Marxist Philosophy in China. From Qu Qiubai to Mao Zedong 1923–1945

Nick Knight

"Marxist philosophy in China. From Qu Qiubai to Mao Zedong 1923–1945" widmet sich der Geschichte marxistischer philosophischer Strömungen in China zwischen 1923 und 1945. Der Fokus liegt dabei auf den Schriften von vier Philosophen: Qu Qiubai, Ai Siqi, Li Da und Mao Zedong. Während Ai und Li in erster Linie Philosophen waren, waren Qu und Mao darüber hinaus politische Aktivisten und Führungspersonen. Dass das Buch die Schriften dieser vier Personen zusammen analysiert, verdeutlicht die enge Verbindung von Philosophie und Politik in China. Jeder der vier sah sich selbst als Revolutionär und die Philosophie als ein Werkzeug, welches es ermöglicht, die eigene Umwelt zu verstehen – und perspektivisch zu verändern. Das Buch schließt mit einer Analyse der Yanan New Philosophy Association, welche eine Schlüsselrolle in der Formulierung der offiziellen Ideologie der Kommunistische Partei Chinas nach 1945 einnahm. 

Buchcover Gern Koenen: Was war der Kommunismus?

Fachbuch

Was war der Kommunismus?

Gerd Koenen

Der deutsche Publizist und Historiker Gerd Koenen möchte mit seinem Buch den Kommunismus historisieren. Er wirft die Frage auf, wie es Kommunisten in vielen Ländern gelungen ist, trotz ihres Scheiterns die Geschichte des 20. Jahrhunderts so maßgeblich zu prägen. Dieses Phänomen versucht Koenen aus der Perspektive der postkommunistischen Welt und der Krise des Kapitalismus zu erklären. Im Mittelpunkt seines Essays stehen die Sowjetunion und das kommunistische China, deren Entwicklungen Koenen als Abfolgen von Massenverbrechen und Entspannung beschreibt. Er lehnt die Totalitarismustheorie ab und betont, dass die kommunistischen Regime die Massen immer wieder neu mobilisieren mussten, wie es etwa Stalin nach dem Terror der 1930er-Jahre im Großen Vaterländischen Krieg tat. Einen Grund dafür, dass sich Menschen derart instrumentalisieren lassen, sieht Koenen in der Sehnsucht nach Gemeinschaft in komplexen Gesellschaften.

Cover der Ausgabe 15 (2017), 4

Zeitschrift

DAMALS: Karl Marx. Der besessene Gelehrte

Konradin Mediengruppe (Hrsg.)

Die Zeitschrift DAMALS widmet das Schwerpunktthema ihrer Ausgabe 15 (2018), Heft 4 dem Menschen und dem Philosophen Karl Marx. In mehreren Artikeln nähern sich die Autorinnen und Autoren der Person Marx aus verschiedenen Perspektiven an. Zunächst liefert ein Beitrag einen biografischen Überblick, der die persönlichen Erfahrungen Karl Marx‘ und ihren Einfluss auf seine Theorien darlegt. Es folgt ein Porträt von Marx‘ engem Freund Friedrich Engels, dessen Sozialstudien Marx‘ Theorien um wichtige Punkte ergänzten. Der nächste Beitrag widmet sich Marx als politischem Journalisten, der sich vehement für das Recht auf Pressefreiheit einsetzte. Ein weiterer Beitrag, „Entzauberung des Kapitalismus“, stellt die Frage, die im Zuge der internationalen Finanzkrise zunehmend an Popularität gewonnen hat – in wie weit treffen Marx‘ Beobachtungen auch und gerade auf die moderne Ökonomie zu, und welche Handlungsräume können sie eröffnen? Der letzte Artikel widmet sich ebendieser Popularität der Frage nach Marx‘ Relevanz und dem Schwanken zwischen Historisierung und Aktualisierung, das diesbezüglich offenbar wird.

Buchcover „Aus den Giftschränken des Kommunismus. Methodische Fragen zum Umgang mit Überwachungsakten in Zentral- und Südosteuropa“, Verlag Friedrich Pustet.

Sammelband | Fachbuch

Aus den Giftschränken des Kommunismus. Methodische Fragen zum Umgang mit Überwachungsakten in Zentral- und Südosteuropa

Florian Kührer-Wielach, Michaela Nowotnick (Hrsg.)

Der Sammelband Aus den Giftschränken des Kommunismus. Methodische Fragen zum Umgang mit Überwachungsakten in Zentral- und Südosteuropa, eine Veröffentlichung des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München, beschäftigt sich mit dem Umgang mit den Überwachungsakten kommunistischer Geheimdienste. Der Zusammenbruch des Ostblocks 1989/91 bedeutete gleichzeitig das Ende der kommunistischen Geheimdienste. Die Akten dieser ehemaligen kommunistischen Geheimdienste geben einen Einblick in die Überwachung und Verfolgung von Bürgern in fünf Jahrzehnten kommunistischer Regierung. Die Aktenbestände sind mittlerweile in Archive überführt worden und stehen der Forschung zur Verfügung. Der Sammelband beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Geheimdiensten der Ostblockstaaten, darunter mit dem Ministerium für Staatssicherheit in der DDR, der Securitate in Rumänien und dem StB in der Tschechoslowakei. Die Autoren beleuchten unter anderem die Gemeinsamkeiten der kommunistischen Geheimdienste, weisen aber auch auf die landespolitischen Besonderheiten hin. Die Autoren ziehen eine Bilanz zum derzeitigen Stand der Aufarbeitung und dem Stand der Forschung über die einzelnen kommunistischen Regime. Der Sammelband besteht aus vier Kapiteln mit insgesamt 21 Beiträgen.

Cover: Landesbeauftragter des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (Hrsg.): Vertreibungen im Kommunismus. Zwangsmigrationen als Instrument kommunistischer Politik, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag 2019.

Sammelband

Vertreibungen im Kommunismus. Zwangsmigrationen als Instrument kommunistischer Politik

Landesbeauftragter des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (Hrsg.)

Der Sammelband beschäftigt sich mit staatlich kontrollierten Zwangsmigrationen unter kommunistischer Herrschaft in Europa und der Sowjetunion im 20. Jahrhundert. Er ist Ergebnis der Konferenz „Forced migration under communist rule – differences and similarities“, die von dem Landesbeauftragten Thüringen im April 2017 veranstaltet und von der Bundesstiftung Aufarbeitung gefördert wurde. Der aktuelle Stand der internationalen Forschung wird unter starker Berücksichtigung transnationaler Perspektiven präsentiert. Mithilfe des Vergleichs osteuropäischer Staaten und der Sowjetunion in unterschiedlichen Zeitabschnitten, brechen die einzelnen Beiträge des Bandes mit nationalen Narrativen, um Zwangsmigrationen im Kontext der Konsolidierung kommunistischer Herrschaft nachzuvollziehen. Welche Folgen die Zwangsmigrationen für die jeweilige Gesellschaft und die einzelnen Menschen hatten und wie sie die Erinnerung prägten, wird in weiteren Beiträgen diskutiert. Der Band versammelt acht Aufsätze namhafter Historiker und Historikerinnen und ist 2019 im Mitteldeutschen Verlag erschienen.

Aufsatzsammlung

Bolshevism, Stalinism and the Comintern. Perspectives on Stalinization 1917–53

Norman LaPorte, Kevin Morgan, Matthew Worley (Hrsg.)

Der Band "Bolshevism, Stalinism and the Comintern. Perspectives on Stalinization 1917–53" besteht aus 14 Aufsätzen. Diese analysieren zentrale Konzepte des Stalinismus und der Stalinisierung und untersuchen vor allem, wie diese Elemente in unterschiedlichen nationalen Kontexten von Mitgliedern der Komintern erfahren, beziehungsweise umgesetzt wurden. Beiträge beinhalten unter anderem Analysen der deutschen, französischen, italienischen, britischen, neuseeländischen, finnischen, irischen und US-amerikanischen Kommunistischen Parteien und deren Beeinflussung durch den Stalinismus. Die Herausgeber des Bandes verfolgen einen transnationalen komparativen Ansatz. Dieser bietet sich den Herausgebern zufolge aufgrund des internationalen Charakters der Komintern bei gleichzeitig zentralistischer Protokollierung geradezu an. Damit erweitert der Band die bestehende Forschung zum Thema, die sich vor allem mit der Komintern als Ganzes oder aber mit Fallstudien der einzelnen Länder befassen. 

Buchcover Wolfgang Leonhard: Die Dreispaltung des Marxismus. Ursprung und Entwicklung des Sowjetmarxismus, Maoismus und Reformkommunismus

Fachbuch

Die Dreispaltung des Marxismus. Ursprung und Entwicklung des Sowjetmarxismus, Maoismus und Reformkommunismus

Wolfgang Leonhard

Wolfgang Leonhard (1921–2014), einer der wichtigsten Kenner des sowjetischen Systems, kam als Mitglied der Gruppe Ulbricht am Ende des Zweiten Weltkriegs in die Sowjetische Besatzungszone, wo er am Aufbau der DDR mitarbeiten sollte. Nach seinem Bruch mit dem Stalinismus ging er 1950 in die Bundesrepublik. In seiner politikwissenschaftlichen Analyse des Marxismus kommt u. a. zu der Erkenntnis, dass es „Marxismus-Leninismus“ nicht gibt, sondern nur „Marxismus“ oder „Leninismus“. Leninismus sei lediglich die Anwendung des Marxismus unter den spezifischen Bedingungen in Russland. Den wissenschaftlichen Kommunismus – in der Form, wie er in den 1960er-Jahren von der Sowjetunion repräsentiert wurde – hält Leonhard für ein Mittel zur Aufrechterhaltung des Zentralismus innerhalb und die führende Rolle der Sowjetunion außerhalb des Landes. Seine Hoffnungen setzt der Autor auf den Reformkommunismus ungarischer, tschechoslowakischer und jugoslawischer Prägung, der im Kampf gegen den stalinistischen Terror entstanden sei und den Marxismus zurück zum Humanismus und zum humanen Sozialismus bringen möchte.

Cover der Zeitschrift „The Russian Review“, Wiley-Blackwell

Fachzeitschrift

The Russian Review. An American Quarterly Devoted to Russia Past and Present

Eve Levin (Hrsg.)

„The Russian Review“ ist eine vierteljährlich erscheinende peer-review Fachzeitschrift. Sie wird an der University of Kansas von Wiley-Blackwell herausgegeben, wo sie im Jahr 1941 erstmalig erschien. Chefredakteurin ist Dr. Eve Levin. Sie hat den Anspruch, den aktuellen Stand der Forschung der Russlandstudien abzubilden und veröffentlicht akademische Beiträge sowie Buchrezensionen aus einer entsprechend großen Vielfalt von Disziplinen: Geschichte, Literatur, Film, Kunst, Kultur, Gesellschaft und Politik. Jede Ausgabe beinhaltet fünf bis sieben Artikel, die oft um ein gemeinsames Thema herum gruppiert sind. Besonders willkommen sind Einreichungen, die sich mit den Themen Nationalitätspolitik, Zivilgesellschaft, Identität, Gender, Religion, moderne Literatur und Kulturwissenschaft befassen.

Cover des Buches "Sexual Liberation, Socialist Style", Cambridge University Press

Monographie

Sexual Liberation, Socialist Style. Communist Czechoslovakia and the Science of Desire, 1945-1989

Kateřina Lisková

Kateřina Liskovás Buch Sexual Liberation, Socialist Style widmet sich der sexuellen Revolution in der damaligen Tschechoslowakei. Die Autorin zeigt, wie im Falle der Tschechoslowakei bereits in den 1950er-Jahren wichtige Elemente der sexuellen Selbstbestimmung umgesetzt wurden: Abtreibung wurde legalisiert, Homosexualität entkriminalisiert, der weibliche Orgasmus geriet in den Fokus der Forschung - und all das wurde untermauert durch die Betonung der Geschlechtergleichstellung. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings und den damit verbundenen Reformbestrebungen kehrten sich im Zuge der sogenannten Normalisierung jedoch die Geschlechterdiskurse ins Traditionelle zurück. Dies galt besonders für das weibliche Geschlecht: Frauen sollten danach streben, fürsorgliche Mütter und gehorsame Ehefrauen zu sein. Mit dem Begriff der Sexuellen Revolution verbindet man gemeinhin oft die sozialen Umbrüche in westlichen Ländern. Kateřina Lisková berreichert diese Perspektive um eine umfangreiche Darstellung der sexuellen Befreiung in einem kommunstisch regierten Land Osteuropas.

Buchcover "The Sino-Soviet Split. Cold War in the Communist World", Princeton University Press

Fachbuch

The Sino-Soviet Split. Cold War in the Communist World

Lorenz M. Lüthi

Lorenz M. Lüthi beschäftigt sich in seinem Werk The Sino-Soviet Split. Cold War in the Communist World mit dem chinesisch-sowjetischen Zerwürfnis, das in den späten 1950er-Jahren einsetzte und seinen Höhepunkt 1969 erreichte. Nikita Chruschtschow und Mao Zedong kämpften zu dieser Zeit um den Führungsanspruch innerhalb der kommunistischen Bewegung, was schlussendlich zur Spaltung führte. Drei Themen standen in dem bilateralen Konflikt besonders im Fokus: Zum einen Maos Kritik an der Entstalinisierungspolitik Chruschtschows, der Kurs der „friedlichen Koexistenz“ und Maos „leninistische“ Ausgestaltung des stalinistischen Entwicklungsmodells. In seiner Studie verwendet der Politikwissenschaftler Lüthi eine Vielzahl an Archiv- und Dokumentationsquellen und liefert den Lesern einen detailreichen Blick in die chinesisch-sowjetischen Beziehungen und den Beginn ihres Zerwürfnisses in den 1950er- und 1960er-Jahren. In zehn chronologisch gegliederten Kapiteln beschreibt er, welche Ursachen dem chinesisch-sowjetischen Zerwürfnis zugrunde lagen und welche Entwicklungen der Konflikt nahm. Der Autor beschreibt, welche Konsequenzen der chinesisch-sowjetische Konflikt für das sozialistische Lager und den Kalten Krieg nach sich zog und geht auf die Frage ein, ob der Bruch zwischen der Sowjetunion und China vermeidbar gewesen wäre.

Buchcover

Analyse

Ganz normale Bürger. Die Opfer Stalins

David King

Dieser Bildband zeigt Polizeifotos von Menschen, die während der Herrschaft Stalins aufgrund falscher Anklagen verhaftet, verurteilt und erschossen wurden. Abgelichtet sind ganz normale Bürger, die stellvertretend für Millionen unschuldiger Menschen stehen, die in das Räderwerk von Stalins Tötungsmaschinerie gerieten. Ingenieure, Künstler, Fabrikarbeiter, Lehrer, Hausfrauen, Helden der Sowjetunion, sogar Agenten der Geheimpolizei selbst: Niemand war vor der Verfolgung sicher. Jedes Foto wird durch allgemeine Lebensdaten der betreffenden Person und die gegen sie erhobene Anklage ergänzt. Im Gegensatz zu westlichen Polizeifotos, sind diese Aufnahmen in natürlichem Licht mit einer längeren Belichtungszeit entstanden und geben eine Vielfalt von Emotionen in den Gesichtsausdrücken wieder. Autor David King ist auch Verfasser der Werke "Roter Stern über Russland" und "Russische revolutionäre Plakate", sowie weiterer Bücher über die Sowjetunion. Er besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen russischer revolutionärer Kunst und seine Einleitung in das Buch schildert die wichtigsten Ereignisse, die zur Tyrannei durch die Geheimpolizei mit ihren furchtbaren Folgen für das sowjetische Volk führten. 

Buchcover

Fachbuch

1917 – Die Russische Revolution. Eine Einführung

Wolfram Klein

In „1917 – Die Russische Revolution. Eine Einführung“ stellt der Autor Wolfram die These auf, dass die Sowjetunion, anders als heute propagiert, nicht von Beginn an eine stalinistische Diktatur war: Trotz widrigster äußerer Umstände, der Erschöpfung durch den ersten Weltkrieg und den dreijährigen Bürgerkrieg, den Kampf gegen 21 Invasionsarmeen, Hungersnöte, sowie soziale und kulturelle Rückständigkeit, eroberte die Arbeiterklasse im Bündnis mit den Bauern einst die politische Macht und gründete einen Arbeiterstaat. Eine Zeitlang wurde die politische Macht von den Massen in Form einer Rätedemokratie ausgeübt, die mehr demokratische Rechte und Kontrolle über alle Bereiche von Staat und Wirtschaft ermöglichte als jedes bürgerlich-parlamentarische System. Doch die Ereignisse des Jahres 1917 änderten die Verhältnisse in Russland grundlegend. Die radikale Umgestaltung der Gesellschaft brachte ihre Folgen mit sich: Hunderttausende Menschen wurden ins Exil getrieben, verhaftet oder getötet, das politische Klima in zahlreichen europäischen Staaten durch die Angst vor dem "Bolschewismus" vergiftet. Das Buch gibt einen informativen Gesamtüberblick über das Jahr 1917 und die Russische Revolution. Zur Beantwortung der Fragen, wie der Sturz des Kapitalismus gelungen ist, warum sich nach der Russischen Revolution eine bürokratische Diktatur entwickeln konnte und was zu tun wäre, um dies bei einem erneuten Anlauf zu vermeiden möchte Wolfram Klein seinen Beitrag leisten. Diese Fragen seien für heutige sozialistische Politik von zentraler Bedeutung.

Buchcover

Fachbuch

Arbeiterleben und Arbeiterkultur. Die Entstehung einer sozialen Klasse

Jürgen Kocka

Im 18. und vor allem im 19. Jahrhundert entsteht in Westeuropa eine neue soziale Klasse: die Arbeiterklasse. Bedingt durch die Industrielle Revolution, den modernen Kapitalismus und die Entstehung moderner Nationalstaaten wächst ein neues Proletariat heran, auch im Vormärz und anschließend im Deutschen Kaiserreich. In diesem dritten Band der Reihe "Geschichte der Arbeiter und der Arbeiterbewegung in Deutschland seit dem Ende des 18. Jh." zeigt Jürgen Kocka, wie Handwerker, Land-, Heim- und Fabrikarbeiter im 19. Jahrhundert leben. Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus, wie wohnen und feiern sie, wie organisieren sie ihr Überleben, wie überstehen sie Krisen? Lebensläufe, Familienverhältnisse, Hoffnungen und Ängste von Arbeitern kommen genauso zur Sprache wie die Festigung neuer politischer und sozialer Ansprüche in einer Zeit voller Umbrüche. "Arbeiterleben und Arbeiterkultur. Die Entstehung einer sozialen Klasse" beleuchtet die Vielfalt der deutschen Arbeiterschaft zwischen Kapitalismus, Verarmung und Bürgergesellschaft.

Kolakowski, Marxismus, Entstehung, Entwicklung, Zerfall

Fachbuch

Die Hauptströmungen des Marxismus. Entstehung, Entwicklung, Zerfall

Leszek Kolakowski

Leszek Kołakowskis dreibändige Darstellung „Die Hauptströmungen des Marxismus. Entstehung, Entwicklung, Zerfall“ erschien auf Deutsch 1977 respektive 1978 und 1979 im Piper Verlag, mittlerweile sind die Bände in der dritten Auflage erhältlich. In diesem monumentalen Werk von annähernd 1700 Seiten Gesamtumfang beleuchtet der polnische Philosoph die Anfänge marxistischen Denkens unter Einbeziehung von Wegbereitern. So betrachtet der Autor die Werke Plotins und Jakob Böhmes, um die Ideenbildung bei Marx verständlich zu machen. Leo Kofler, damaliger Neomarxist und Professor für Soziologie an der Ruhr-Universität Bochum, wirft in einer wissenschaftlichen und hochgestochen formulierten Besprechung des Buches im Spiegel Kołakowski aber bereits im Titel „Zahllose Missverständnisse“ bei der Interpretation Marx’ vor.

Screenshot von damals.de

Zeitschrift

DAMALS

Konradin Mediengruppe (Hrsg.)

DAMALS ist ein populärwissenschaftliches Geschichtsmagazin, welches in der Konradin Mediengruppe erscheint. 1969 wurde das Magazin von Hans Rempel gegründet. Das monatlich erscheinende Magazin richtet sich an ein historisch interessiertes Publikum im weiteren Sinne. Anders als bei vielen anderen populärwissenschaftlich ausgerichteten Magazinen, in denen die Beiträge oft von Journalistinnen und Journalisten verfasst werden, schreiben für DAMALS in der Regel Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Expertise auf ihrem jeweiligen Gebiet besitzen. Neben den Artikeln bietet DAMALS außerdem Buchrezensionen, ein TV- und Radioprogramm und Nachrichten aus der Forschung. Jedes Heft beinhaltet ein Schwerpunktthema, welches etwa 40 Seiten des jeweiligen Heftes umfasst. Zudem erscheint jährlich ein Sonderheft, das einem spezifischen Thema gewidmet ist. Auszüge aus den Schwerpunktartikeln der jeweils aktuellen Monatsausgabe, Jahresinhaltsverzeichnisse sowie das Artikel-Archiv mit kurzen Inhaltsangaben können online eingesehen werden.  

Buchcover

Fachbuch

Politics and Left Unity in India. The United Front in Late Colonial India

William F. Kuracina

In "Politics and Left Unity in India. The United Front in Late Colonial India" widmet sich William F. Kuracina der Geschichte der linken Gruppierung aus sozialistischen und kommunistischen Gruppierungen in Indien. Bisherige Analysen der Bewegung tendieren dazu anzunehmen, dass unter kommunistischen Teilen der Bewegung interne Absprachen existierten, deren Ziel es war, die Sozialistische Partei CSP zu unterlaufen und zu zerstören; tatsächliche Einheit sei nie ein Ziel der Bewegung gewesen. Kuracina liefert eine neue Lesart der vorhandenen Quellen und kommt zu dem Schluss, dass eine geschlossene linke Bewegung sehr wohl das Ziel der beteiligten Gruppen gewesen sei – dass dieses Bestreben aber langfristig nicht umsetzbar war. Der Autor konzentriert sich bei der Analyse auf die Jahre zwischen 1934 und 1939 und liefert somit einen wertvollen Beitrag zum Verständnis dazu, wie die Ideen der Oktoberrevolution in den Jahrzehnten nach der Revolution nicht auf die nördliche Hemisphäre beschränkt blieben, sondern international Zulauf fanden und Politik in den jeweiligen Staaten und Regionen mitgestalteten. 

Cover Volksrepublik China. Eine neue Weltmacht?

Zeitschrift

Volksrepublik China. Eine neue Weltmacht?

Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Hrsg.)

Das Heft nimmt die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking zum Anlass, um Unterrichtsbausteine, Texte und andere Materialien zur Vergangenheit und Gegenwart Chinas anzubieten. Ziel ist es, das Nebeneinander von wirtschaftlicher Stärke und rigider Innenpolitik des kommunistischen Landes aus der Geschichte heraus zu verstehen. Als Einstieg ins Thema wurden die Olympischen Spiele gewählt, damit Schüler einen Bezug zum Land herstellen können. Im zweiten thematischen Teil steht die Kolonialgeschichte im 19. und die Volksrepublik China im 20. Jahrhundert im Mittelpunkt. Im dritten Baustein werden die wirtschaftliche Entwicklung des Landes mit ihren Folgen für Mensch und Umwelt behandelt. Im letzten Teil werden das politische System und das Agieren Chinas als Weltmacht thematisiert. Die einzelnen Bausteine bestehen aus historischen Quellen, Hintergrundinformationen und Arbeitsaufträgen.

Aufsatzsammlung

The Cambridge History of the Cold War

Melvyn P. Leffler, Odd Arne Westad (Hrsg):

"The Cambridge History of the Cold War" besteht aus drei Bänden, welche die Geschichte des Kalten Krieges umfassend darstellen. Sie umfassen Beiträge von insgesamt 73 Autoren aus 18 Staaten. Die Bände sind chronologisch aufgebaut: Band 1, "Origins" widmet sich den ideologischen Ursprüngen des Kalten Krieges. Dies geschieht in einer Analyse derjenigen Denkschulen, die die amerikanische bzw. die sowjetische Innen- und Außenpolitik prägten sowie einer großen Bandbreite an Beiträgen, die sich dem Zeitraum zwischen Ende des Zweiten Weltkrieges und den frühen 1960er-Jahren widmen. Band 2, "Crises and Détente", befasst sich mit der Zeit bis zur Mitte der 1970er-Jahre. Die Beiträge von Band 3, "Endings" erfassen die Zeit bis 1990/91. Die große Bandbreite an Perspektiven, die die Autoren einnehmen, tragen dazu bei, das globale Netzwerk des Kalten Krieges umfassend darzustellen. 

Buchcover Wolfgang Leonhard: Eurokommunismus. Herausforderung für Ost und West

Fachbuch

Eurokommunismus. Herausforderung für Ost und West

Wolfgang Leonhard

Wolfgang Leonhard (1921–2014), einer der wichtigsten Kenner des sowjetischen Systems, untersucht in seinem Buch, welche Folgen der Bruch westeuropäischer kommunistischer Parteien mit der sowjetischen Führung Mitte der 1970er-Jahre hatte. Er beschreibt die Entwicklung insbesondere der italienischen und spanischen KP und die verschiedenen Wege der Sozialdemokratisierung dieser Parteien. Für die Sowjetunion sei die starke Ablehnung, die ihr von Seiten vieler Eurokommunisten entgegenschlage, eine Herausforderung. Für die westlichen Industriestaaten liege die Herausforderung des Eurokommunismus vor allem in der Entstehung einer neuen Linkspartei, die sich einerseits klar vom Sowjetkommunismus abgrenze, andererseits aber wirtschafts- und sozialpolitische Reformen des kapitalistischen Systems anstrebe.

Buchcover Borys Lewytzkyj: Die Kommunistische Partei der Sowjetunion. Porträt eines Ordens

Fachbuch

Die Kommunistische Partei der Sowjetunion. Porträt eines Ordens

Borys Lewytzkyj

50 Jahre nach der Oktoberrevolution beschreibt Borys Lewytzkyj die Entwicklung der KPdSU und ihre Funktion beim Aufstieg der Sowjetunion zur zweitstärksten Weltmacht. Lenins Partei von „Berufsrevolutionären“ bezeichnet er in seiner Studie als eine nach dem Vorbild religiöser Orden strukturierte Organisation. Ihre Elite, die jedoch – anders als in der Lehre von Marx und Engels – nicht aus der Arbeiterklasse stammte, sollte den Kern der sozialistischen Bewegung darstellen. Den Mitgliedern dieses „Ordens“, die auf den Marxismus eingeschworen waren, kam die Aufgabe zu, die kommunistischen Ideen und den Willen der Partei unter dem sowjetischen Volk zu verbreiten.

Screenshot der Online-Präsenz der Zeitschrift

Zeitschrift

Cold War History

London School of Economics (Hrsg.)

„Cold War History“ ist ein Peer-review Journal, das dreimonatlich erscheint. Es wurde im Jahr 2000 gegründet und wird bei Routledge verlegt. Chefredakteur und -redakteurin sind Bastiaan Bouwman von der London School of Economics and Political Science und Lindsay Aqui von der University of London. Das Journal ist darauf ausgerichtet, einer breiten Öffentlichkeit die Ergebnisse neuerer Forschungsarbeiten zu den Ursprüngen und Entwicklungen des Kalten Krieges zugänglich zu machen. Das schließt eine große Vielzahl von Themen mit ein, wie die Auswirkungen des Kalten Krieges auf Nationen, Allianzen und Regionen, auf Militär, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Ein Fokus liegt dabei auf dem Versuch, eine dezentralisierende Perspektive einzunehmen, die jenseits von den Akteuren USA und Sowjetunion vermehrt Europa und die Dritte Welt in den Blick nimmt.

Buchcover Ulrich Mählert, Hermann Weber (Hrsg.): Terror. Stalinistische Parteisäuberungen 1936–1953

Sammelband | Fachbuch

Terror. Stalinistische Parteisäuberungen 1936–1953

Ulrich Mählert, Hermann Weber (Hrsg.)

Neun Studien deutscher, russischer und tschechischer Historiker und Historikerinnen sowie zahlreiche bislang unveröffentlichte Dokumente beleuchten den Terror als zentrales Herrschaftsinstrument der stalinistischen Diktatur, innerkommunistische Parteisäuberungen und Schauprozesse vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Band verdeutlicht Unterschiede bei der Herrschaftssicherung zwischen den Kommunistischen Parteien der Sowjetunion und der Tschechoslowakei nach 1945. Am Beispiel der SED wird die Überwachung einer „Bruderpartei“ durch die sowjetische Besatzungsmacht illustriert.