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Buchcover: Ulrich Mählert, Hermann Weber (Hrsg.): Verbrechen im Namen der Idee. Terror im Kommunismus 1936–1938

Fachbuch

Verbrechen im Namen der Idee. Terror im Kommunismus 1936–1938

Ulrich Mählert, Hermann Weber (Hrsg.)

Zehn namhafte internationale Historiker untersuchen in dem Sammelband das Ausmaß der Verbrechen während des Großen Terrors in der Sowjetunion der 1930er-Jahre. Die Säuberungen in der sowjetischen Militärspionage, das gezielte Vorgehen gegen Deutsche, die Massenverbrechen in der Ukraine und der Widerstand gegen den Stalinismus in Polen sind einige der behandelten Themen. Die in den 1980er-Jahren in der Sowjetunion gegründete Menschenrechtsorganisation Memorial präsentiert Thesen zu den Auswirkungen der stalinistischen Vergangenheit auf die Gegenwart in der Russischen Föderation. Ihr Plädoyer gilt einer gesamtgesellschaftlichen und staatlichen Auseinandersetzung mit dieser Geschichte in Russland. Der vorliegende Band wurde von den Herausgebern als Anregung zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Stalinismus im deutschen Sprachraum zusammengestellt.

1917: 100 Jahre Oktoberrevolution und ihre Fernwirkungen auf Deutschland

Sachbuch

1917: 100 Jahre Oktoberrevolution und ihre Fernwirkungen auf Deutschland

Tilman Mayer, Julia Reuschenbach

Die Fernwirkungen der russischen Oktoberrevolution 1917 auf Deutschland zum Ende des Ersten Weltkrieges waren für die Zeitgenossen sehr offensichtlich – zunächst durch den Frieden von Brest-Litowsk, dann durch die Novemberrevolution, in der sich nach sowjetischem Vorbild Arbeiter- und Soldatenräte bildeten. Aus der heutigen Erfahrung sehen wir im Roten Oktober 1917 eine der prägendsten Zäsuren des 20. Jahrhunderts und nicht zuletzt auch den Ursprung des späteren Ost-West-Konflikts.   Der vorliegende Band stellt sich anlässlich des 100. Jahrestages der Revolution den vielen Fragen, die nach dem Scheitern des Kommunismus in Theorie und Praxis geblieben sind: Wie wird in Russland heute auf die Revolution, den Einfluss des Stalinismus auf die deutsche Teilung oder auf die Abhängigkeit der DDR von der KPdSU zurückgeblickt? Ist eine Geschichte der Kollaborationen zu schreiben? Spielt die sowjetische Dissidenz in der Literatur eine Rolle? Das Buch gibt Anlass, die Auswirkungen von 1917 – nicht nur für Russen und Deutsche –  kritisch zu reflektieren.

Monographie

Der rote Apparat: Chinas Kommunisten

Richard McGregor

"Der Rote Apparat: Chinas Kommunisten" von Richard McGregor ist eine Analyse der Funktionsweise der Kommunistischen Partei Chinas. Dabei sieht er die Besonderheiten der Partei und deren Art zu regieren als zentralen Aspekt, anhand derer die Entwicklung Chinas analysiert werden kann. In acht Kapiteln stellt er dar, wir die Partei in sämtliche Lebens- und Gesellschaftsbereiche Chinas hineinwirkt und stellt dar, welche Mechanismen und Prozesse grundlegend dafür sind, dass China sich zur globalen Supermacht entwickeln konnte. Zentral ist für ihn eine von sämtlichen Parteimitglieder mitgetragene Kultur der Geheimhaltung, Durchdringung jeglicher gesellschaftlichen Sphären und Undurchdringbarkeit für Außenstehende. Diese Kultur, die in einem krassen Gegensatz zu den Maximen westlicher Demokratien steht, wird von McGregor analysiert und in einen umfassenden Zusammenhang zur Entwicklung Chinas – sowohl innenpolitisch als auch als internationaler Akteur – gesetzt.

Sachbuch

Lenins Zug. Die Reise in die Revolution

Catherine Merridale

Die britische Historikerin Catherine Merridale erzählt in ihrem Buch die Geschichte einer Zugfahrt, die die Weltgeschichte maßgeblich prägen sollte. Denn die Fahrt des Revolutionärs Wladimir Iljkitsch Lenin von Zürich über Deutschland, Schweden und Finnland nach St. Petersburg war Ausgangspunkt für das Ende des Zarenreiches und die Entstehung der Sowjetunion. Mitten im endlos erscheinenden Ersten Weltkrieg beschloss 1917 die deutsche Regierung, Lenin aus seinem Exil in einem, wie Merridale belegt, nicht plombierten, aber verschlossenen Waggon nach Russland fahren zu lassen; in der Hoffnung, dies würde den Ausgang des Krieges zugunsten Deutschlands beeinflussen. Merridale schildert anschaulich, wie die Reise im Kleinen mit den Strategien und dem Vorgehen der Großmächte zusammenhing.

Monographie

Lateinamerika und der "Generalstab" der Weltrevolution: zur Lateinamerika-Politik der Komintern

Jürgen Mothes

Im Band "Lateinamerika und der "Generalstab" der Weltrevolution: zur Lateinamerika-Politik der Komintern" sind die Schriften des Zeithistorikers Jürgen Mothes versammelt. Sie fassen seine Untersuchungen zur Kommunistischen Internationale  und deren Auswirkungen auf kommunistische Gruppen in Lateinamerika zusammen. Ein Schwerpunkt des Bandes liegt auf einzelnen Persönlichkeiten der lateinamerikanischen Linken, über die der Autor den Lesern umfangreiches Material zur Verfügung stellt. Zeitlich beschränken sich die Beiträge auf einen Analyserahmen zwischen 1927 und 1932, die vom Autor als Schlüsseljahre verstanden wurden: mit der wachsenden Herrschaft Stalins und seiner immer absoluter werdenden Kontrolle über die kommunistischen Bewegung sei ein Wendepunkt für revolutionäre Gruppen weltweit erreicht worden. Der Band wurde posthum veröffentlicht; Mothes starb 1996 unerwartet im Alter von 50 Jahren. Er erscheint als  14. Teil der Reihe „Geschichte des Kommunismus und Linkssozialismus“ im Karl Dietz Verlag.

Cover des Buches

Fachbuch

Das demokratische Zeitalter. Eine politische Ideengeschichte Europas im 20. Jahrhundert

Jan-Werner Müller

Das demokratische Zeitalter ist eine umfassende Ideegeschichte des politischen Denkens in Europa von 1918 bis zum Ende der 1980er-Jahre. Jan-Werner Müller, Politwissenschaftler, Autor und Mitgründer des European College of Liberal Arts (ECLA), erarbeitet Geistes- und Kulturgeschichte verbindend eine Gesamtschau einflussreicher, aber auch vergessener Theoretiker. Er portraitiert Max Weber, die Vordenker des Faschismus, die Frankfurter Schule, die Ideengeber der ’68-er Bewegung sowie neoliberale Denker wie die Mont Pelerin Society. Darüber hinaus stellt Müller die These auf, die Christdemokratie habe sich als prägendste also auch erfolgreichste politische Strömung im westlichen Europa nach dem Zweiten Weltkrieg durchgesetzt. Im abschließenden Kapitel „Antipolitik – und das Ende der Geschichte?“ untersucht er die Entwicklung hin zum bis heute andauernden „postdemokratischen Status quo“.

Screenshot von ostpol.de vom 28.06.2017

On­line­ma­ga­zin

Ostpol

n-ost: Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung e.V.

Ostpol ist das Osteuropa-Onlinemagazin des in Berlin ansässigen Journalistennetzwerkes und der Medien-NGO n-ost. Die Artikel gliedern sich nach verschiedenen Ländern und Themenschwerpunkten. Neben Artikeln über die gesellschaftlichen, politischen und sozialen Situationen in den unterschiedlichen Regionen Osteuropas, liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Thematisierung von journalistischer Arbeit. Das Selbstverständnis junger Journalisten in Osteuropa, transnationale Recherchenetzwerke oder aber generelle methodische Fragen zu journalistischen Arbeiten werden in den Artikeln behandelt. Aktuelle Themen wie der krieg in der Ukraine, die politische Situation in Ungarn oder der Rechtsruck in Polen werden genauso diskutiert wie Literatur aus dem Baltikum oder Jugendarbeitslosigkeit in der gesamten Region. Das Blog begleitet somit die noch nicht abgeschlossenen Transformationsprozesse in den postsowjetischen Gesellschaften als aufmerksamer und kritischer Beobachter.

Cover: Wolfgang Niess: Die Revolution von 1918/19 in der deutschen Geschichtsschreibung. Deutungen von der Weimarer Republik bis ins 21. Jahrhundert, Berlin-Boston: de Gruyter 2013.

Rezension

Wolfgang Niess: Die Revolution von 1918/19 in der deutschen Geschichtsschreibung. Deutungen von der Weimarer Republik bis ins 21. Jahrhundert

Rezensent: Ottokar Luban

Der Rezensent Ottokar Luban ist Berliner Historiker. Er widmet sich der Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung, insbesondere der Novemberrevolution und dem Wirken der Spartakusgruppe. Rezensiert für The International Newsletter of Communist Studies XXII/XXIII (2016/17), S. 86-94. Angesichts des Näherrückens des 100. Jahrestages der deutschen Novemberrevolution 1918/19 könnte das vorliegende handbuchartige Werk mit einer detaillierten, ausführlichen Darstellung der Revolutionsrezeption zu einer ausgewogeneren Bewertung des bis heute – zeitweise sehr heftig – umstrittenen Ereignisses beitragen. Mit dieser voluminösen analysierenden Literaturübersicht, basierend auf einer 2011 an der Universität Stuttgart vorgelegten Dissertationsschrift, verfolgt Niess das Ziel, „am konkreten Beispiel der Revolution von 1918/19 das Verhältnis von Geschichtskultur, Geschichtswissenschaft und Geschichtspolitik in Deutschland über einen Zeitraum von mehr als neunzig Jahren“ zu untersuchen. Schon in der Einleitung stellt er als vorweggenommenes Ergebnis – wenig überraschend – fest, „dass Veränderungen der historischen Einordnung und Bewertung meist nicht auf neue Forschungsergebnisse zurückzuführen sind, sondern in aller Regel auf veränderte politische Ausgangskonstellationen und neue gesellschaftliche Problemstellungen.“ (jeweils S. 14). Der politische Raum und die gesellschaftliche Entwicklung werden daher von Niess in einer gelungenen, überzeugenden Weise im starken Maße mitberücksichtigt und jeweils der eigentlichen historiografischen Rezeption vorangestellt. Die vollständige Rezension von Ottokar Luban finden Sie hier.

Buchcover

Fachbuch

Chess Game for Democracy: Hungary Between East and West, 1944-1947

Mária Palasik

In ihrem Buch „Chess Game for Democracy“ (dt.: Schachspiel um die Demokratie) widmet sich die Autorin dem Konflikt zwischen den beiden koalierenden ungarischen Parteien im Zeitraum zwischen 1944 und 1947. In diesem Zeitraum bildete die Kommunistische Partei lediglich die Koalitionspartnerin der bürgerlich-rechten Független Kisgazda-, Földmunkás- és Polgári Párt (FkgP; dt. Unabhängige Partei der Kleinlandwirte, der Landarbeiter und des Bürgertums). Das Buch untersucht, wie die beiden Parteien, einerseits, trotz gegensätzlicher Anschauungen und kontinuierlicher Konflikte zusammenarbeiten konnten und gemeinsam Lösungen für Herausforderungen wie zum Beispiel die Bedrohung durch die konspirative Gruppe der Ungarischen Bruderschaft finden konnten. Andererseits räumt das Buch ebendiesem Konflikt einen wegweisenden Platz in der ungarischen Geschichte ein, an dem die Zuwendung des Landes nach Westen oder Osten entschieden wurde. Die FgkP wurde 1949 in ein Parteienbündnis integriert und schließlich aufgelöst während sich das Land unter kommunistischer Führung mehr und mehr der Sowjetunion annäherte. Bis zu diesem Zeitpunkt jedoch fanden wegweisende Debatten zwischen den beiden Parteien statt, die die Autorin im Zuge des Buches rekonstruiert. Damit leistet der Autorin – basierend auf umfassenden Recherchen in den Archiven der Ungarischen Geheimdienste – einen wichtigen Beitrag zu der Debatte um die Ursprünge des Kalten Krieges sowie um die Prozesse der Sowjetisierung der mittel- und osteuropäischen Staaten.  

Buchcover „Studie Cold War Energy. A Transnational History of Soviet Oil and Gas“, Palgrave Macmillan.

Sammelband

Cold War Energy. A Transnational History of Soviet Oil and Gas

Jeronim Perović (Hrsg.)

Der Sammelband Cold War Energy. A Transnational History of Soviet Oil and Gas thematisiert die ökonomischen Verhältnisse während des Kalten Krieges, der zwischen dem kapitalistischen Westen und den kommunistischen Ostblockstaaten unter Führung der Sowjetunion bestand. Im Mittelpunkt von Perovićs Sammelband steht die Sowjetunion und ihre Vielzahl an Verflechtungen nach Ost und West. Die Beiträge erläutern, gestützt auf Archivmaterial, die Geschichte des sowjetischen Gas- und Ölvorkommens und wie die Bedeutung des Öls innerhalb der Sowjetunion lange Jahre verkannt worden war. Die Aufsätze nud Case Studies verbinden die wirtschaftlichen Aspekte mit der allgemeinen Geschichte des Kalten Krieges und bringen beide in Bezug zueinander. Die Autorinnen und Autoren greifen unter anderem die Übergangszeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg, die Iran-Krise 1945 und die Situation innerhalb des RGWs in ihren Analysen auf. Das Thema der sowjetischen Energie wird in einem multinationalen Kontext analysiert und unterschiedlichen Perspektiven, unter anderem aus Sicht der NATO, der westeuropäischen Staaten, der USA und kommunistischen Staaten Osteuropas werden berücksichtigt. Insgesamt trägt der Sammelband alle wesentlichen politischen und wirtschaftlichen Fakten und Ereignisse zum blockübergreifenden Energiehandel zusammen und liefert dadurch einen Überblick über dieser Thematik.

Buchcover

Analyse

Eastern Europe 1939–2000

Mark Pittaway

Mark Pittaways Buch "Eastern Europe 1939–2000" widmet sich der Geschichte Osteuropas mit einem Fokus auf die Geschichte und Rolle sozialer Bewegungen. Der Autor untersucht die Beschaffenheit und die Auswirkungen, die autoritäre sozialistische Regime auf die Region und vor allem auf das Leben der Menschen hatten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung, welche gesellschaftlichen Phänomene spezifisch aus dem Leben unter autoritärer Herrschaft und aus dem Widerstand gegen dieselbe entstehen konnten – und die bis heute die Gesellschaften Osteuropas prägen. Das Buch besteht aus acht Kapiteln. Die ersten beiden widmen sich der Zeit, in der zunächst Nationalsozialisten und, nach Ende des Zweiten Weltkrieges, sowjetische Machthabe ihre Herrschaftsmodelle in der Region installierten. Die Kapitel 3 bis 6 beschreiben Versuche, das sowjetische Modell an die unterschiedlichen nationalen Besonderheiten anzupassen. Die Kapitel 7 und 8 sind dem Scheitern dieser Versuche und schließlich dem Ende der Sowjetunion und ihrer Vormacht in Osteuropa gewidmet. Das letzte Kapitel betrachtet die Nachwirkungen des Endes der Sowjetunion. Mark Pittaway war von 1999 bis zu seinem Tod 2010 Dozent an der Open University in Walton Hall. 

Analyse

The Global Revolution. A History of International Communism 1917–1991

Silvio Pons

Silvio Pons' Buch "The Global Revolution. A History of International Communism 1917–1991" setzt die Geschichte des Kommunismus in Beziehung mit Globalisierungsprozessen des 20. Jahrhunderts. Basierend auf einer Fülle von Archivmaterial analysiert der Autor die vielseitige und oft von Gegensätzen geprägte Beziehung zwischen der Sowjetunion und internationalen kommunistischen Bewegungen. Durch diese internationale Perspektive wird verdeutlicht, welche bedeutende Rolle der Kommunismus bei der Formation der modernen Weltordnung gespielt hat. Das Buch ist in sechs Kapitel geteilt: Time of Revolution (1917-1923); Time of the State (1924-1939); Time of War (1939-1945); Time of Empire (1945-1953); Time of Decline (1953-1968); Time of Crisis (1968-1991). Silvio Pons argumentiert, dass kommunistische Bewegungen bis nach dem Zweiten Weltkrieg international viel Zuspruch erhielten. Mit der autoritär agierenden sowjetischen Regierung sowie der kommunistischen Regime in Osteuropa wurde die Glaubwürdigkeit kommunistischer Ideen zunehmend angezweifelt und die internationalen kommunistischen Bewegungen verloren an Zulauf und Einfluss. 

Fachbuch

The Information Nexus: Global Capitalism from the Renaissance to the Present

Steven Marks

Steven Marks setzt sich in “The Information Nexus: Global Capitalism from the Renaissance to the Present” mit dem Kapitalismusbegriff auseinander. Dieser ist zentral für ein Verständnis von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Dennoch besteht bei genauerer Betrachtung nur wenig Einigkeit darüber, was den Kapitalismus in seinem Kern ausmacht. Steven Marks bemüht sich um eine Definition. Dabei zielt er besonders darauf ab, darzulegen, dass der Kapitalismus – entgegen des gängigen Verständnisses – kein Phänomen der Moderne sei, sondern bereits seit Jahrtausenden existiere. Diese Langlebigkeit des kapitalistischen Systems sei einer Kommunikationsrevolution geschuldet, die mit der Erfindung des Buchdruckes begann und aktuell im digitalen Zeitalter einen Höhepunkt erreicht hat. Die Oktoberrevolution 1917 legte den Grundstein für die Jahrzehnte während Aufteilung der Welt in zwei Machtblöcke. Diese definierten sich vor allem über ihr Verhältnis zum Kapitalismus – galt er im Westen als Garant für Wohlstand und Liberalismus, stand er in den Staaten des Ostblocks für Ausbeutung und Imperialismus. 

Cover des Buches "1917", Verlag Nomos

Sammelband | Fachbuch

1917. 100 Jahre Oktoberrevolution und ihre Fernwirkungen auf Deutschland

Tilman Mayer, Julia Reuschenbach (Hrsg.)

Der von Tilman Mayer und Julia Reuschenbach herausgegebene Sammelband „1917. 100 Jahre Oktoberrevolution und ihre Fernwirkungen auf Deutschland“ nimmt den 100. Jahrestag der Oktoberrevolution 1917 zum Anlass, sich mit den Ursprüngen und Folgen dieses revolutionären Umsturzes zu befassen. In einem vergleichenden Blick nach Deutschland, der nicht nur wegen Karl Marx und Friedrich Engels lohnt, spielen die Revolutionserwartungen Anfang der 1920er-Jahre, der Anteil des Stalinismus an der Teilung Deutschlands und der Schutz der DDR durch die Sowjetunion eine Rolle. Ebenso fragen die Autoren nach der heutigen Sicht Russlands auf die Oktoberrevolution und der Stellung sowjetischer Dissidenten in der Literatur. Der Band enthält unter anderem Beiträge von Jan Behrends, Egon Flaig, Markus Gloe, Xuewu Gu, Lutz Haarmann, Anna Kaminsky, Leonid Luks, Ekaterina Makhotina, Michael Mayer, Tilman Mayer, Günther Rüther, Gerhard Simon und Manfred Wilke, sowie einer Dokumentation mit Beiträgen von Martin Kriele und Richard Löwenthal.

 The Russian Revolution: A New History, Screenshot vom Buchcover

Fachbuch

The Russian Revolution: A New History

Sean McMeekin | vom 01.06.2017

Die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts brachten im russischen Zarenreich viele Veränderungen mit sich. Um die Jahrhundertwende wuchs die russische Wirtschaft aufgrund der rasanten industriellen Entwicklung jährlich um etwa zehn Prozent. Auch das Wachstum der Bevölkerung verzeichnete einen explosionsartigen Anstieg und erreichte eine Population von 150 Millionen Menschen in Russland. 1920 hingegen befand sich das Land wieder in einer verzweifelten finanziellen Lage und über 20 Millionen Russen waren gestorben. 1950 hatte ein Drittel der Welt den Kommunismus als Staatsform angenommen. Der Triumph des Kommunismus setzt ein tiefes Rätsel: Wie haben die Bolschewiki die Macht gewonnen und konnten sie inmitten des Chaos, das sie selbst schufen, festhalten? In diesem Werk analysiert Autor Sean McMeekin nie zuvor verwendete Akten aus den zaristischen Militärarchiven und argumentiert, dass im Krieg selbst die Antwort liegt. Die Revolutionäre wurden bei fast jedem Schritt von Deutschland, Schweden und der Schweiz unterstützt, die politisch und wirtschaftlich von den Veränderungen, die das Land überholten, profitieren wollten.

Das Vorbild kennen, um es nicht zu wiederholen. Die Russische Revolution von 1917 und die lateinamerikanische Linke, Screenshot vom Cover der Online Publikation

Onlinedossier

Das Vorbild kennen, um es nicht zu wiederholen

Klaus Meschkat

"Viel würden wir gewinnen, viel gewönne die menschliche Gerechtigkeit, wenn alle Völker unseres Amerikas und alle Nationen des alten Europas verstünden, dass die Sache des revolutionären Mexikos und die Sache Russlands die Sache der Menschheit sind, das höchste Interesse aller unterdrückten Völker", schrieb Emiliano Zapata, einer der mexikanischen Revolutionsführer, im Februar 1918 an einen Freund. Während die Bolschewiki die Russische Revolution als Auftakt einer bevorstehenden Weltrevolution sahen, deren revolutionäre Hoffnungen sich zunächst auf das Proletariat der industriell entwickelten Länder in unmittelbarer Nachbarschaft des russischen Großreichs richteten, hatte in Mexiko bereits vor der Oktoberrevolution eine der großen Revolutionen des 20. Jahrhunderts begonnen. Ihr Echo war jedoch im Europa des Ersten Weltkriegs mit seinen unmittelbaren Nachwirkungen nur wenig hörbar und während in Mexiko der radikalere Flügel der Revolution durchaus die weltgeschichtliche Bedeutung der Russischen Revolution wahrnahm und eine Verbindung herzustellen suchte, lag Lateinamerika für die Bolschewiki lange Zeit sehr fern. Der Sturz der alten Ordnung in Russland war eine Ermutigung für die Ausgebeuteten und Unterdrückten der lateinamerikanischen Länder, sich gegen die überkommene Herrschaft zu erheben. Doch die anfängliche Begeisterung schlug schnell in Enttäuschung und Distanzierung von den Bolschewiki um, als deren rein instrumentelles Verhältnis zur Rätedemokratie zutage trat.  Hier gibt es die Publikation als PDF zum Herunterladen.

Buchcover

Analyse

Die Volksrepublik China

Klaus Mühlhahn

Klaus Mühlhahns Übersichtswerk "Die Volksrepublik China" erscheint als 44. Band in der Reihe "Grundriss der Geschichte", die bei DeGruyter Oldenbourg herausgegeben wird. Der Autor verortet China dabei stets als globalen Akteur, dessen Entscheidungen sowohl Auswirkungen auf das Weltgeschehen haben als auch von internationalen Entwicklungen beeinflusst wird. In dieser Rolle Chinas im Netz globaler Interdependenz liegt auch die Notwendigkeit dieses geschichtswissenschaftlichen Lehrwerks: ein Verständnis für die Entwicklung der Weltgeschichte ist ohne fundiertes Grundwissen über China nicht denkbar. Das Buch ist das erste, welches in deutscher Sprache die Geschichte der Volksrepublik China von ihrer Gründung 1949 bis zur Gegenwart darstellt. Dabei verfolgt der Autor einen breiten historischen Ansatz, der neben Politik auch andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens beleuchtet. Die Analyse unterscheidet sich von vielen anderen Publikationen zum Thema in der Hinsicht, dass die Darstellung der maoistischen Phase nicht im Vordergrund steht, sondern vielmehr die – inzwischen deutlich länger andauernde – Phase der Reform und Öffnung des Landes. Klaus Mühlhahn unterrichtet seit 2010 chinesische Geschichte an der Freien Universität Berlin. 

Buchcover Wolfgang Müller, Francesco Di Palma (Hrsg.): Kommunismus und Europa. Europapolitik und -vorstellungen europäischer kommunistischer Parteien im Kalten Krieg

Sammelband | Fachbuch

Kommunismus und Europa. Europapolitik und -vorstellungen europäischer kommunistischer Parteien im Kalten Krieg

Wolfgang Müller, Francesco Di Palma (Hrsg.)

Der Sammelband fragt nach den Europabildern der europäischen kommunistischen Parteien. Es werden ihre Vorstellungen von europäischer Integration, ihre Theoriediskussionen sowie ihre transnationale Zusammenarbeit vor dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus 1989/1991 untersucht. In Fallstudien zu West- und Osteuropa wird das Spannungsfeld deutlich, in dem sich die kommunistischen Parteien Europas befanden. Auf der einen Seite ordneten sie sich den Vorgaben aus Moskau unter; auf der anderen Seite versuchten sie im nationalen, aber auch internationalen Bereich Freiräume für eigenständiges Handeln und die westeuropäische Integration zu erschließen. Inwiefern sich die Europapolitik und die Europabilder der KPs vor dem Hintergrund der Volksaufstände in der DDR 1953, in Polen und Ungarn 1956 sowie in der Tschechoslowakei 1968 wandelten, möchten die Autoren verdeutlichen.

Cover: Laure Neumayer: The Criminalisation of Communism in the European Political Space after the Cold War, Abingdon: Routledge 2018.

Monographie

The Criminalisation of Communism in the European Political Space after the Cold War

Laure Neumayer

Der 2018 erschienene Band der französischen Politikwissenschaftlerin Laure Neumayer beschäftigt sich mit der Kriminalisierung von Kommunismus im europäischen politischen Raum nach 1990. Die Diktaturerfahrungen in Osteuropa stellten für das westeuropäische Narrativ von der Singularität des Holocaust eine Herausforderung dar. Neumayer stellt jene Akteure vor und analysiert ihr Handeln, welche sich auf EU-Ebene für die Kriminalisierung der kommunistischen Diktaturen einsetzte. Anhand von Archivmaterial, Zeitzeugeninterviews und ethnographischen Beobachtungen untersucht sie jene Memory Entrepreneurs, transnationale Interessensverbände und europäische Parteien, die sich für eine gesamteuropäische Erinnerung und die juristische Aufarbeitung der kommunistischen Diktaturen einsetzen. In sechs Kapiteln auf 242 Seiten zeigt die Autorin, wie sich die Akteure in den 1990er-Jahren etablierten und ihre Anstrengungen für eine totalitarismustheoretische Perspektive auf die kommunistischen Diktaturen direkt die EU-Erinnerungspolitik beeinflussen.

Cover: Günther Nollau: Die Internationale. Wurzeln und Erscheinungsformen des proletarischen Internationalismus, Köln/ Berlin: Kiepenheuer & Witsch, 2. Aufl. 1961.

Fachbuch

Die Internationale. Wurzeln und Erscheinungsformen des proletarischen Internationalismus

Günther Nollau

Der Rechtsanwalt und frühere Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Günther Nollau (1911–1991), stellt die Geschichte der Internationalen seit 1864 dar, wobei sein Fokus auf der 1919 gegründeten Kommunistischen Internationale (Komintern) liegt. Diese III. Internationale sollte den Weg zur „Weltrevolution“ ebnen. Um die Wirksamkeit der Komintern zu sichern, wurde 1920 ein Exekutivkomitee gegründet, das als zentrale Führung fungieren sollte. Nollau will verdeutlichen, was „hinter Thesen und Resolutionen der Bolschewisten verborgen liegt“. Er zeigt, dass der freiwillige Zusammenschluss Kommunistischer Parteien sehr schnell von der Sowjetunion dominiert wurde und die Auflösung der Komintern im Juni 1943 von den Interessen der sowjetischen Außenpolitik bestimmt wurde. Einen Ausblick gibt Nollau auf das ebenfalls von Moskau beherrschte Kominform (Kommunistische Informationsbüro) zwischen 1947 und 1956 sowie die Entwicklung der internationalen kommunistischen Bewegung nach dem Tod Stalins.

Buchcover

Fachbuch

Big Brother's Miserable Little Grocery Store: Studies on the History of the Hungarian Secret Services after World War II

Gyorgy Gyarmati und Maria Palasik (Hrsg.)

Big Brother's Miserable Little Grocery Store: Studies on the History of the Hungarian Secret Services after World War II widmet sich den Tätigkeiten des ungarischen Geheimdienstes. Der Band vertritt dabei die These, dass sich die geringe Bedeutung des ungarischen Staates für die Sowjetunion auch im Selbstverständnis der Geheimpolizei widergespiegelt habe: Ungarn sei lediglich ein kleiner, in seiner Souveränität stark eingeschränkter Staat gewesen – dementsprechend seien sich auch die Mitglieder der ungarischen Geheimpolizei ihrer geringfügigen Bedeutung bewusst gewesen; der Titel des Buches „Big Brother's Miserable Little Grocery Store“ nimmt direkt auf die Beziehung zum „Big Brother“ Sowjetunion Bezug. Nichtsdestotrotz erkennt das Buch an, dass die, objektiv sowie subjektiv so wahrgenommene, geringfügige Rolle der Geheimpolizei nichts an dem Leid der Opfer ändere. Ebenso wie in anderen totalitär regierten Staaten war die Geheimpolizei in Ungarn in der Bevölkerung gefürchtet; die Angst vor den berüchtigten Verhaftungs- und Verhörmethoden der AHV (Államvédelmi Hatóság, Bezeichnung der Geheimpolizei zwischen 1948 und 1957) wurde im Volksmund als „csengöfrász“ (dt. „Angst vor dem Läuten der Türglocke) bezeichnet.

Buchcover

Fachbuch

How Not to Network a Nation. The Uneasy History of the Soviet Internet

Benjamin Peters

Benjamin Peters‘ Buch „How Not to Network a Nation. The Uneasy History of the Soviet Internet.“ leistet einen Beitrag zur Techchnikgeschichte der Sowjetunion. Ziel des Buches ist es, zu erklären, warum sowjetische Bemühungen, landesweite Computernetzwerke zu implementieren, scheiterten. Der Autor verortet die Gründe hierfür in der sowjetischen Wirtschaftsplanung. Das Buch gliedert sich in fünf Kapitel. Im ersten liefert Peters einen Überblick über Kybernetik-Diskurse in der Sowjetunion. Zunächst als kapitalistische Disziplin verfemt, erlebt sie in den 1950er-Jahren einen regelrechten Hype als Werkzeug zum Aufbau des Kommunismus. Die folgenden zwei Kapitel umreißen erste Versuche der Umsetzung kybernetischer Systeme und zeigen auf, wie der Begriff der Effizienz eine entscheidende Rolle in den ökonomischen Debatten um diese Projekte spielt. Die letzten beiden Kapitel bilden die Fallstudie des OGAS-Netzwerkes, ein ambitioniertes Projekt des Kiewer Kybernetikers Viktor Gluškov zur Zentralisierung von Informationsflüssen in der Wirtschaft, welches nie umgesetzt wurde. 

Cover des Buches "One Long Night", Verlag Hachette Book Group

Fachbuch

One Long Night. A Global History of Concentration Camps

Andrea Pitzer

Mit einem lebensgeschichtlichen Zugang will die Autorin Andrea Pitzer nach eigenen Angaben die erste Globalgeschichte der Konzentrationslager schreiben. Als Quellen hierfür dienen Archivalien und Interviews, die Pitzer bei Reisen durch vier Kontinente zusammengetragen hat. Als erste Konzentrationslager identifiziert sie die „campos de reconcentración“ der 1890er-Jahre des spanischen Militärs auf Kuba; das letzte Lager gebe es nicht, da seitdem kein Jahr vergangen sei, in dem nicht mindestens ein Konzentrationslager existiert habe. Das Buch umkreist auf der Suche nach ihnen mehrmals die Erde: Südafrika und die Philippinen im frühen 20. Jahrhundert, der sowjetische Gulag, die Internierungslager in China und Nordkorea, die nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager und zahlreiche weitere Formen werden betrachtet. Meistens folgt die Autorin den Lebensgeschichten einzelner Internierter, was den Zugang zur Thematik erleichtert. Der Rezensent Jonas Kreienbaum kritisiert für H-Soz-Kult jedoch die Konzentration auf bereits bekannte Internierte und das dünne Literaturverzeichnis sowie fehlende Quellenangaben.

Buchcover David Priestland: Weltgeschichte des Kommunismus. Von der Französischen Revolution bis heute

Fachbuch

Weltgeschichte des Kommunismus. Von der Französischen Revolution bis heute

David Priestland

Der britische Historiker David Priestland will in seiner Geschichte vom Aufstieg und Fall des Kommunismus erklären, warum eine Idee, die so viel Leid mit sich brachte, eine derartige Anziehungskraft entwickeln konnte und heute noch hat. Er beginnt die Abhandlung mit der Französischen Revolution von 1789, als das einfache Volk erstmals gegen ein feudales Regime revoltierte, und endet mit dem Fall der Mauer und dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Allerding war damit nicht das Ende der Idee vom Kommunismus besiegelt. Der Kommunismus, so der Autor, sei einer der großen modernen Irrwege des 20. Jahrhunderts gewesen, weil die realen kommunistischen Machttechniken meist gegen die Gleichheitsutopie verstoßen haben. Vielmehr habe diese gerade in den weltweiten Finanzkrisen der letzten Jahre erneut an Attraktivität gewonnen, obwohl sie durch Unfreiheit und Gewalt diskreditiert sei. Der Kommunismus, so der Autor, sei einer der großen modernen Irrwege des 20. Jahrhunderts gewesen, weil die realen kommunistischen Machttechniken meist gegen die Gleichheitsutopie verstoßen haben.

Cover der Publikation "Ein Bild von Karl Marx...entwerfen", Friedrich-Ebert-Stiftung

Sammelband

Ein Bild von Karl Marx...entwerfen. Kunst_historische Perspektiven

Britta Marzi (Hrsg.)

Die Publikation „Ein Bild von Karl Marx...entwerfen. Kunst_historische Perspektiven“ ist die Dokumentation des gleichnamigen Symposiums, welches am 7. Mai 2016 im Karl-Marx-Haus in Trier statt fand. Anlass war der 200. Geburtstag Karl Marx‘ – und die Bronzebüste, die anlässlich des Geburtstages ihren Weg aus Frankreich nach Trier, die Geburtsstadt von Marx, fand. Die Bronzebüste ist ein Werk von Marx‘ Urenkel Karl-Jean Longuet und wurde dem Karl-Marx-Haus von den Töchtern des Künstlers geschenkt. Die Beiträge zum Symposium zeichnen sich durch Vielfältigkeit aus. Neben Analysen zur Rolle von Abbildungen und politischen Bildern im Allgemeinen gab es weiterhin Vorträge zu Darstellungen von Marx in der Bildhauerei der DDR, zur Darstellung von Marx im öffentlichen Raum, zur Erinnerung an Marx in Karslbad und Prag sowie zur aktuellen Dauerausstellung im Museum des Karl-Marx-Hauses. Das Symposium wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung veranstaltet. Die Publikation ist online in voller Länge frei verfügbar.

Buchcover

Fachbuch

Vanguard of the Revolution. The Global Idea of the Communist Party

A. James McAdams

Mit “Vanguard of the Revolution. The Global Idea of the Communist Party” rekonstruiert A. James McAdams die politische Geschichte der kommunistischen Parteien als Avantgarde und der Idee des Kommunismus vom Kommunistischen Manifest bis zum Ende der Sowjetunion. Der Autor wirft einen globalen Blick auf die kommunistischen Parteien und zeichnet die Meilensteine der Entwicklungen auf jedem Kontinent nach. In dieser Erzählung wird deutlich, wie vielfältig, anpassungsfähig und sogar unvereinbar verschiedene kommunistische Parteistrategien sein konnten. Hierbei geht McAdams auf zentrale Parteivorsitzende wie Josef Stalin, Mao Zedong und Fidel Castro ein und analysiert, wie die jeweilige Art der Führung ihre Länder geprägt hat. Das Buch geht des Weiteren der Frage nach, wie sich der Kommunismus in vielen Ländern der Welt so schnell verbreiten und so lange halten konnte, obwohl sein Weg stets von einer kontinuierlich wachsenden Spirale der Gewalt und Repression begleitet war.  

Buchcover Jens Mecklenburg, Wolfgang Wippermann (Hrsg.): "Roter Holocaust"? Kritik des Schwarzbuchs des Kommunismus

Fachbuch

"Roter Holocaust"? Kritik des Schwarzbuchs des Kommunismus

Jens Mecklenburg, Wolfgang Wippermann (Hrsg.)

Der Sammelband ist eine Reaktion auf die Veröffentlichung des Schwarzbuch des Kommunismus. Unterdrückung, Verbrechen und Terror (hrsg. u.a von Nicolas Werth, Andrzej Paczkowski) und die daran anschließende Debatte seit 1997. In ihrer Kritik argumentieren die beiden Herausgeber und die 15 weiteren Autoren, dass das Schwarzbuch die kommunistischen Verbrechen nicht bewiesen und deren jeweiligen historischen Kontext nicht berücksichtigt habe. Ihr Anliegen ist dabei auch, einer Diskreditierung der Linken und des Antifaschismus entgegenzuwirken, indem sie etwa die Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus zurückweisen, worin sie eine Relativierung des Holocaust sehen. Dem Schwarzbuch werden methodische und sachliche Mängel und Fehler unterstellt, so dass auch die Wissenschaftlichkeit des kritisierten Buches angezweifelt wird.

Buchcover „State, Society and Memories of the Uprising of 17 June 1953 in the GDR“, Palgrave

Analyse

State, Society and Memories of the Uprising of 17 June 1953 in the GDR

Richard Millington

Am 17. Juni 1953 erschütterte ein Aufstand die damalige DDR. Es kam zu einer Protestwelle, zahlreichen Streiks und Demonstrationen, die wirtschaftliche und politische Forderungen beinhalteten. Von den kommunistischen Diktaturen und der DDR-Führung wurde dieser Aufstand als faschistischer Putsch verurteilt und von der Sowjetarmee niedergeschlagen. In den westlichen Demokratien wurden die Unruhen als demokratischer „Volksaufstand“ gegen die Diktatur bewertet. Der Autor Richard Millington untersucht in seinem Buch State, Society and Memories of the Uprising of 17 June 1953 in the GDR die Erinnerungen der Bürger und Bürgerinnen an den Aufstand und analysiert die Konturen der Staatsmacht in der ehemaligen DDR. Die empirische Grundlage dieser Studie wird gebildet durch Interviews, die der Autor mit insgesamt 39 Personen zu diesem Thema geführt hat. Räumlich beschränkt sich die Studie auf die Stadt Magdeburg als einer der Hochburgen des Aufstandes vom 17. Juni 1953. Millington geht auch dezidiert auf die westdeutsche Berichterstattung über den Aufstand ein, da durch diese die Wahrnehmungen und Erinnerungen in der DDR-Bevölkerung stark geprägten wurden. Der Autor versucht vor allem die Frage zu beantworten, wie der "Volksaufstand" konkret in der DDR von unten erinnert und diskutiert wurde. In insgesamt acht Kapiteln zeichnet Richard Millington die Entstehung und Ereignisgeschichte des 17. Juni nach und zeigt, wie der Aufstand im Rahmen des Offizialdiskurses der SED-Diktatur dargestellt wurde. Analytisch legt der Autor in seiner Studie dar, dass der Aufstand vom 17. Juni kein Tabu-Thema in der DDR gewesen war, wie es vielfach von Zeitzeugen geäußert wurde.

Monographie

Jeanssozialismus. Konsum und Mode im staatssozialistischen Ungarn

Fruszina Müller

Fruzsina Müllers Buch "Jeanssozialismus. Konsum und Mode im staatssozialistischen Ungarn" analysiert Strukturen des Konsums im sozialistisch regierten Ungarn. Der Titel des Buches ist angelehnt an den Begriff des "Gulaschsozialismus", mit dem das ungarische System im Volksmund oft beschrieben wurde, da Ungarn im Vergleich mit seinen ebenfalls sozialistisch regierten Nachbarstaaten relativ wohlhabend war. Müllers Buch analysiert, wie es dazu kam, dass vor allem in den 1970er-Jahren, Ungarn seinen Einwohnern eine verhältnismäßig stabile und große Versorgung mit Konsumprodukten liefern konnte. Dabei fokussiert die Autorin ihre Analyse vor allem auf Mode und betrachtet neben Institutionen der Bekleidungsindustrie auch Vorstellungen von und Diskurse über Mode, in die Herrschaftspraktiken, Ideologie und Unterschiede unter den Generationen sichtbar werden.

Buchcover

Fachbuch

Dem Volk auf der Spur…

Daniela Münkel, Henrik Bispinck

Seit jeher beschäftigen sich Regierende mit der Frage, welche Themen und Probleme das Volk bewegen. Welche Meinungen haben die Menschen von der politischen Elite? Was denkt die Bevölkerung? Während diese Fragen in pluralistischen Gesellschaften leicht durch die Medien oder Umfragen beantwortet werden können, müssen Herrschende in Diktaturen andere Wege gehen, um sich ein Bild von der Bevölkerungsstimmung zu machen. Dabei greifen sie auch auf nachrichtendienstliche bzw. geheimpolizeiliche Methoden zurück. Stimmungsberichte von Inlandsgeheimdiensten zählen daher in Diktaturen zu den wichtigsten Informationsquellen der Staats- und Parteiführungen. Dies galt auch für die DDR, in der das Ministerium für Staatssicherheit die SED-Führung regelmäßig über die Stimmung im Land unterrichtete. Der vorliegende Band stellt diese Stimmungsberichte in den breiteren Kontext der Geschichte des 20. Jahrhunderts und neben den Informationen des DDR-Staatssicherheitsdienstes, werden in den Beiträgen auch Stimmungsberichte aus anderen kommunistischen Diktaturen wie der Sowjetunion, Bulgarien, China oder der ČSSR behandelt. 

Cover des Buches "Träume und Alpträume. Eine Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert", Verlag C.H.Beck

Fachbuch

Träume und Alpträume. Eine Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert

Dietmar Neutatz

Von dem Verhältnis von Utopie und Wirklichkeit im Russland des 20. Jahrhunderts handelt dieses von Dietmar Neutatz verfasstes Werk mit dem Titel „Träume und Albträume“. In einem vornehmlich kulturgeschichtlichen Zugang erfasst Neutatz, wie sich der Alltag und die Lebenswelten der Menschen mit der Modernisierung des Zarenreiches, in der Sowjetunion und nach deren Ende veränderten. So wirft er etwa einen Blick auf die Wahrnehmung der Repressionen unter Stalin und Lenin, aber auch auf die Architektur Moskaus in der Stalinzeit. Die Geschichte des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion wird ausführlich erläutert, wobei Neutatz auch die kulturellen Folgen berücksichtigt: Die kulturellen Kontakte sowjetischer Soldaten begünstigten die Entstehung kultureller „Abweichungen“ im Ausland. Neutatz erörtert ebenfalls die Entstehung eines sowjetischen Nationalstolzes und dessen Ende in der Periode Michail Gorbatschows, die das Ende der Sowjetunion besiegelte. Die letzten Jahre unter Boris Jelzin präsentiert „Träume und Albträume“ als voller neuer Konsumgüter, die für die meisten Russen allerdings unerschwinglich blieben.

Buchcover Ernst Nolte: Deutschland und der Kalte Krieg

Fachbuch

Deutschland und der Kalte Krieg

Ernst Nolte

Der Historiker und Philosoph Ernst Nolte (1923–2016) widmet sich der Bedeutung Deutschlands im Kalten Krieg zwischen 1947 und 1972. Deutschland ist für ihn vor allem der Raum, in dem er die Geschichte moderner Ideologien nachzeichnet. Das faschistische Deutschland, die USA und die Sowjetunion bezeichnet er als die drei staatlichen Hauptträger moderner Ideologien im 20. Jahrhundert. Als im Ergebnis des Zweiten Weltkriegs eine dieser Ideologien zerstört wurde, hätten die USA und die Sowjetunion unvermeidlich aufeinandertreffen und die Teilung Deutschlands vollziehen müssen. Nolte spricht sich für den Vergleich antifaschistischer, antikommunistischer und antikapitalistischer Sichtweisen auf den Kalten Krieg aus und stellt fest, dass nach dem nationalsozialistischen Deutschland und der Sowjetunion die USA „vom Throne der Selbstverherrlichung herabgerissen“ (S. 2) werden. In seinem Nachwort zur zweiten Auflage plädiert Nolte auch dafür, die friedliche Koexistenz vielfältiger Gesellschaftsentwürfe in der Welt zu akzeptieren.

Cover des Buches "Sovietnam", Schöningh

Fachbuch

Sovietnam. Die UdSSR in Afghanistan 1979–198

Tanja Penter, Esther Meier (Hrsg.)

Der Band „Sovietnam“, herausgegeben von Esther Meier und Tanja Penter, analysiert den sowjetisch-afghanischen Krieg. Er zeichnet Entwicklungen nach und zeigt auf, wie die Entwicklungen das Land und den - mit verschiedenen Konfliktparteien - fortwährend andauernden Konflikt bis heute beeinflussen. Der sowjetisch-afghanische Krieg fand zwischen 1979 und 1989 statt und war Schauplatz des Ost-West-Konfliktes. Nachdem 1978 eine kommunistische Partei die Macht in Afghanistan übernimmt, nähert sich das Land der Sowjetunion an. Entgegen dieser Entwicklung formiert sich bald Widerstand durch vor allem islamistische Gruppen, den Mudschahedin. Nach der Ermordung des Ministerpräsidenten Taraki entschließt sich die Sowjetunion zu einer militärischen Intervention, die die kommunistische Führung des Landes sicher stellen soll. Dies bildet den Auftakt für den bis heute andauernden bewaffneten Konflikt im Land. Der Sammelband ist das Ergebnis einer Tagung an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr. Esther Meier lehrt als promovierte Historikerin an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Tanja Penter, 1967 in Iserlohn geboren, ist Professorin für osteuropäische Geschichte an der Universität Heidelberg.

Cover des Buches "Die Moskauer", Fischer Verlag

Monographie

Die Moskauer: Wie das Stalintrauma die DDR prägte

Andreas Petersen

Andreas Petersen beschreibt in seinem Buch "Die Moskauer", wie die Erfahrungen, die die Generation der DDR-Staatsgründer in der Sowjetunion machten, das politische und gesellschaftliche Klima in der SED-Diktatur prägten. Nach der nationalsozialistischen Machtübername in die Sowjetunion geflüchtet, wurden sie dort unter Stalins Terrorregime oftmals selbst zu Verfolgten. Wer überlebte und nach Kriegsende zurückkehrte, schwieg in der Regel über das Erlebte. Die nicht aufgearbeiteten Traumata, so Petersen, prägten die DDR nachhaltig und äußerten sich in allgegenwärtiger Paranoia und Denunziation. Andreas Petersen, 1961 in Köln geboren, studierte Allgemeine und Osteuropäische Geschichte an der Universität Zürich. Er ist Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin, Dozent für Zeitgeschichte an der Fachhochschule Nordwestschweiz, Gründungspräsident des Forums für Zeitzeugen in Aarau, ist publizistisch u. a. für die NZZ tätig und ist Leiter der Geschichtsagentur zeit&zeugen.

Ausschnitt des Buchcovers

Fachbuch

Der Krieg nach dem Krieg. Deutschland zwischen Revolution und Versailles 1918/19

Andreas Platthaus

2018 jährten sich die wirkungsträchtigen Ereignisse Novemberrevolution, Ende des Ersten Weltkrieges und die Gründung der Weimarer Republik zum 100. Mal. Andreas Platthaus beginnt in seiner chronologischen Darstellung Der Krieg nach dem Krieg. Deutschland zwischen Revolution und Versailles 1918/19 im September 1918, als eine letzte Offensive des Militärs, die den erlösenden Sieg bringen sollte, geplant war. Platthaus zeichnet die Ereignisse in Deutschland nach, beginnend im Herbst 1918 bis zum Sommer 1919 und verdeutlicht dabei besonders den Konflikt um die Frage, was nach dem Waffenstillstand am 11. November 1918 folgen sollte: eine kommunistische Volksherrschaft? Eine gemäßigte Republik? Am Ende dieser Auseinandersetzungen stand der Frieden von Versailles. Seine Darstellung der Ereignisse von Herbst 1918 bis zum Sommer 1919 gleicht einem einzig großen Gewaltzusammenhang, da der Krieg nach dem Waffenstillstand dennoch nicht beendet war und zahlreiche, einschneidende Umbrüche vollzogen werden mussten. Platthaus zeichnet in seinem Buch ein eindrucksvolles Zeitpanorama zwischen der Niederlage Deutschlands und dem Vertrag von Versailles.

Buchcover

Monographie

Globalization Under and After Socialism. The Evolution of Transnational Capital in Central and Eastern Europe

Besnik Pula

Besnik Pulas Buch "Globalization Under and After Socialism. The Evolution of Transnational Capital in Central and Eastern Europe" ist der Transformation der ökonomischen Systeme vormals sozialistischer Staaten in Mittel- und Osteuropa gewidmet. Während des Sozialismus' waren die Staaten wirtschaftlich weitgehend autark und pflegten nur wenige Handelsbeziehungen mit anderen Ländern. Dies änderte sich im Laufe der 1990er-Jahre hin zu export-orientierten Wirtschaftssystemen, die global stark vernetzt sind. Die gängige Theorie, mit der dieser Wandel erklärt wird, sieht dessen Ursache in den marktwirtschaftlichen Reformen, welche nach der sogenannten "Wende" von 1989/90 weitreichend umgesetzt wurden. Besnik Pula sucht die Ursachen für diese Entwicklung jedoch an anderer Stelle: aus einer detaillierten Analyse der Wirtschaftsgeschichte Mittel- und Osteuropas schließt er, dass es bereits in den Dekaden vor der Wiedervereinigung kritische Wendepunkte gab, an denen sich die Wirtschaftssysteme zu öffnen und zu globalisieren begonnen. Zum Beispiel wurden bereits in den 1970er-Jahren Handelsbeziehungen mit dem kapitalistischen "Westen" intensiviert, um Zugang zu Märkten und Technologien zu ermöglichen. Diese bestehenden Beziehungen bildeten wiederum die Grundlage, auf der die post-sozialistischen Ökonomien ihren Weg in die wirtschaftliche Globalisierung des 21. Jahrhunderts beschrieben. 

Online-Plattform | Zeitschrift

Mass Violence and Resistence - Research Network

Mass Violence and Resistence - Research Network

Das Portal Mass Violence & Resistance (MV&R) ist ein interdisziplinäres Online-Journal, das sich mit den Themen Massengewalt, Völkermord sowie lokalem Widerstand im 20. und 21. Jahrhundert beschäftigt. Der Fokus liegt auf der Vermittlung von zuverlässigen Informationen über schwer zu dokumentierende Ereignisse, die in der individuellen und kollektiven Erinnerung verwurzelt sind und damit Einfluss nehmen auf aktuelle politische und gesellschaftliche Auseinandersetzungen. Ziel ist es, Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen Repression und Widerstand zu gewinnen. Die hauptsächlich französischsprachigen Beiträge verbinden empirische Forschung zu historischen Ereignissen mit theoretischen Überlegungen darüber, wie diese erinnert werden. Sie durchlaufen ein Peer-Review-Verfahren und richten sich sowohl an eine akademische als auch an die breite interessierte Leserschaft.

 Buchcover „Stalinist terror in Eastern Europe. Elite purges and mass repression“, Manchester University Press.

Sammelband | Fachbuch

Stalinist terror in Eastern Europe. Elite purges and mass repression

Kevin McDermott, Matthew Stibbe (Hrsg.)

Der Sammelband Stalinist terror in Eastern Europe. Elite purges and mass repression von den beiden Herausgebern Kevin McDermott und Matthew Stibbe analysiert die Auswirkungen des stalinistischen Terrors auf Osteuropa von 1940 bis 1956. Unter der Herrschaft Josef Stalins kam es in der Sowjetunion zu den so genannten Stalinschen Säuberungen, die dazu dienten, aus stalinistischer Sicht oppositionelle Personen verfolgen und töten zu lassen. Bereits seit den 1920er-Jahren wurden politische Gegner aus der Kommunistischen Partei (KPdSU) ausgeschlossen und in Schauprozessen zu Zwangsarbeiten und Inhaftierung in Gulags verurteilt. Während des so genannten Großen Terrors von 1936 bis 1938 erreichten die politischen Säuberungsprozesse ihren Höhepunkt. Der Sammelband analysiert sowohl den Terror von oben in Form von Schauprozessen als auch von unten in Form von Massendeportationen und Verhaftungen, wobei die Relevanz von Schlüsselereignissen, wie der Tito-Stalin-Spaltung 1948 oder der Rajk-Prozess 1949 miteinbezogen werden. Von den Säuberungsprozessen waren auch die Einwohner der Gebiete betroffen, die von der Roten Armee besetzt waren. Zu den Opfern gehörten unter anderem Polen, Rumänen, Deutsche, Ungarn und Bewohner der baltischen Staaten. Deshalb gehen die Autoren des Sammelbands der Frage nach, wie sich der Stalinistische Terror auf die Staaten Osteuropas, wie Ungarn, Polen, Tschechoslowakei, DDR, Bulgarien und Albanien ausgewirkt hatte.

Buchcover „From Stalin to Mao. Albania and the Socialist World“, Cornell University Press.

Monographie | Fachbuch

From Stalin to Mao. Albania and the Socialist World

Elidor Mëhilli

Die Monografie From Stalin to Mao. Albania and the Socialist World von Elidor Mëhilli erzählt von der Geschichte und Entwicklung Albaniens und seinen Verbindungen zum internationalen Sozialismus in Osteuropa und China. Von 1944 bis 1985 wurde Albanien von dem kommunistischen Diktator Enver Hoxha regiert. Zunächst ging Albanien ein Bündnis mit Jugoslawien unter Tito ein, welches aber 1948 zerbrach. Nach dem Bruch Albaniens mit der Sowjetunion 1961 folgte eine stärkere Anlehnung an die Volksrepublik China. Erst 1990 wurde das kommunistische Regime in Albanien gestürzt. Mëhilli liefert mit seinem Werk einen wesentlichen Beitrag, die historische Entwicklung des kommunistischen Albaniens nachzuvollziehen und beleuchtet damit eine der am wenigsten umfassend verstandenen Diktaturen Europas. Das Werk analysiert die unterschiedlichen Bündnisse Albaniens, angefangen bei der italienischen Besatzung 1939, der Abspaltung von Jugoslawien bis hin zur Sowjetisierung des Landes. Der Autor zeichnet die Entstehung und Entwicklung des Sozialismus in Albanien nach und bezieht dabei die regionalen und transnationalen Kontextfaktoren mit ein. Seine Analyse verknüpft er mit geopolitischen Gesichtspunkten. Das Werk besteht aus insgesamt sechs chronologisch gegliederten Kapiteln.

Cover des Buches "Die Erfindung des Marxismus", Verlag Siedler

Fachbuch

Die Erfindung des Marxismus

Christina Morina

Christina Morina schildert in ihrem Werk „Die Erfindung des Marxismus“ die Genese der marxistischen Bewegung. Hierfür fertigt sie Porträts von neun führenden Köpfen an, die den Marxismus zu einer paneuropäischen Bewegung machten: Der Prager Karl Kautsky, der Deutsche Eduard Bernstein, die gebürtige Polin Rosa Luxemburg, Victor Adler in Wien, Jean Jaurès und Jules Guesde in Paris, der russische Philosoph Georgi W. Plechanow, Wladimir I. Lenin und der deutsch-russische Ökonom Peter B. Struve bilden das Gerüst für eine Geschichte des Marxismus mit einer biographischen Perspektive. Morina illustriert, wie diese Protagonisten von Marx‘ Ideen zusammengebracht wurden und wie sie dem folgend den Marxismus als politische Bewegung gründeten. Darüber hinaus wird auch das Privatleben dieser Marxisten der ersten Generation thematisiert, ihre Erziehung und ihr Liebesleben. In der Form eines Gruppenporträts zeichnet Christina Morina auf diese Weise die Entstehungsgeschichte des Marxismus nach und zeigt wie sich aus dem Ideengerüst eine politische Bewegung geformt hat.

Screenshot Buchcover " „Kinder müssen Klassenkämpfer werden!“. Der kommunistische Kinderverband in der Weimarer Republik (1920–1933)", Tectum.

Monographie

„Kinder müssen Klassenkämpfer werden!“ - Der kommunistische Kinderverband in der Weimarer Republik (1920-1933)

Heiko Müller

In seiner Monografie „Kinder müssen Klassenkämpfer werden!“ beschäftigt sich der Autor Heiko Müller mit den kommunistischen Kinderverbänden zur Zeit der Weimarer Republik. Ziel des Autors ist es, das Verhältnis zwischen Politik und Pädagogik innerhalb der KPD neu zu bewerten. Der von Politikern und Pädagogen gegründete Verband wollte eine Alternative zu den damalig bestehenden autoritären Erziehungseinrichtungen bieten. Die Kinder sollten auf den politischen Kampf vorbereitet werden, um das demokratische System zu destabiliseren. Heiko Müller gliedert seine Analyse in drei Teile. Zunächst untersucht er die pädagogischen Konzepte der kommunistischen Erziehung zur Zeit der Weimarer Republik, dann betrachtet er die organisatorische Struktur und beschreibt im dritten Teil die Aktivitäten der kommunistischen Kinderverbände.

Buchcover

Aufsatzsammlung

The Socialist Camp and World Power: 1941–1960s

Norman Naimark, Silvio Pons, Sophie Quinn-Judge (Hrsg.)

“The Socialist Camp and World Power 1941-1960s” ist das zweite Buch der dreiteiligen Reihe “The Cambridge History of Communism”. Die Beiträge beschäftigen sich mit einer Zeit, die als Hochphase des Kommunismus gelten kann: Während sich die Einflusssphäre der Sowjetunion in Zentral- und Osteuropa mit dem Sieg der Alliierten immens vergrößert, gewinnen die kommunistischen Parteien in Europa zusehends Zulauf. Thematischer Fokus der Beiträge sind die kontinuierliche Spannugen zwischen dem “Zentrum” des Kommunismus - Moskau - und der kommunistischen Peripherie in Form kommunistisch regierter Staaten zum einen, und den oppositionellen kommunistischen Parteien in Ländern der westlichen und dritten Welt zum anderen. Anspruch der Buchreihe ist es, die Geschichte des Kommunismus in den größeren Kontext der Geschichte des 20. Jahrhunderts einzuordnen. Das umfangreiche Referenzwerk versammelt zahlreiche Beiträge zur Geschichte des Kommunismus und stellt den immensen internationalen  Einfluss kommunistischer Ideen und Bewegungen auf die politischen und gesellschaftlichen Prozesse des 20. Jahrhunderts dar.  

Buchcover “The Search for a Cold War Legitimacy. Foreign Policy and Tito's Yugoslavia”, Brill Academic Publishers.

Fachbuch

The Search for a Cold War Legitimacy. Foreign Policy and Tito's Yugoslavia

Robert Niebuhr

Der Autor Robert Niebuhr beschäftigt sich in seinem Werk The Search for a Cold War Legitimacy. Foreign Policy and Tito's Yugoslavia mit dem kommunistischen Regime Jugoslawiens während dem Kalten Krieg und fokussiert sich dabei auf den Zeitraum zwischen der Spaltung von Tito und Stalin 1948 bis zum Zusammenbruch Jugoslawiens und vieler kommunistischer Regime 1991. 1945 gründete sich die Demokratische Föderative Jugoslawien, die von 1945 bis 1980 von dem kommunistischen Diktator Josip Broz Tito regiert wurde. Er errichtete eine Parteiendiktatur nach dem Vorbild der Sowjetunion und erließ scharfe Repressionen gegenüber Minderheiten und Andersdenkenden. 1948 entstand der Titoismus als Gegenentwurf zur herrschenden Ideologie des Stalinismus in der Sowjetunion. In Folge dessen kam es 1948 zum Bruch mit der Sowjetunion. In sechs Kapiteln analysiert Niebuhr die Außenpolitik von Jugoslawien und Tito, zeichnet die Geschichte Jugoslawiens nach, beschreibt die Suche Jugoslawiens nach einer legitimen Staatsform 1945 und zeigt, wie sich die Ideologie Jugoslawiens formierte. Der Autor fokussiert sich vor allem auf den Aspekt der Legitimität der Staatsform und deie Suche nach Unterstützung für diese innerhalb der Bevölkerung.

Buchcover

Aufsatzsammlung

Politische Persönlichkeiten und ihre weltpolitische Gestaltung. Analysen in Vergangenheit und Gegenwart

Hendrik W. Ohnesorge, Gu Xuewu (Hrsg.)

Der Sammelband widmet sich der Frage nach dem Einfluss politischer Persönlichkeiten auf weltpolitische Entscheidungen in Vergangenheit und Gegenwart. Zu Beginn des Bandes diskutieren die beiden Herausgeber zunächst die Grundannahmen über die Einflussmöglichkeiten einzelner Persönlichkeiten. Bei den folgenden Beiträgen handelt es sich um detaillierte Fallstudien, welche die eingangs formulierten Annahmen untersuchen. In der ersten Fallstudie wird ein konkreter Einfluss der Sozialisation Josef Stalins auf die Außenpolitik der Sowjetunion vermutet und dieser Vermutung anhand der Stalin-Note von 1952 nachgegangen. Dem Analysemuster wird gefolgt und ein Bogen über das 20. Jahrhundert und dessen weltpolitische Ereignissen gespannt. Als treibende Kraft hinter der Entwicklung dieser Ereignisse werden dabei stets die Persönlichkeiten von Politikern vermutet. Mao, Adenauer, Kennedy, Xiaoping, Gorbatschow, Kohl, Obama und Merkel: bei ihnen allen stellen die Autoren die Eigenschaften, die sie als Personen - nicht als Politiker - ausmachen, in den Vordergrund. Der Band liefert somit einen Beitrag zum lange vernachlässigten personenbezogenen Ansatz der Politikwissenschaft.

Cover: Tanja Penter: Odessa 1917. Revolution an der Peripherie, Köln: Böhlau 2000.

Fachbuch

Odessa 1917. Revolution an der Peripherie

Tanja Penter

„Odessa 1917. Revolution an der Peripherie“ ist die Dissertationsschrift von Tanja Penter. Die Autorin, seit 2013 Professorin für Osteuropäische Geschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, beleuchtet die Besonderheiten der revolutionären Ereignisse in Odessa, der „Perle des Schwarzen Meeres“. Eine zentrale Fragestellung des Buches betrifft das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie. Penter sieht Odessa in Hinblick auf nationale Belange „zwischen Kiew und Petrograd“. Im Kapitel über die „soziale Revolution“ beschreibt sie die Aktionen und Organisationen der Arbeiter, der städtischen Ober- und Mittelschichten und des "Lumpenproletariats". Das Ineinandergreifen sozialer, nationaler und lokaler Identitäten, die das Handeln der multiethnischen Bevölkerung bestimmten, wird anschaulich geschildert. Diese Studie, die sich hauptsächlich auf Archivalien und Periodika aus dem Revolutionsjahr stützt, bietet nicht nur eine Geschichte der Stadt Odessa im Jahr 1917. Sie trägt auch zum Verständnis der Geschichte der Russischen Revolution insgesamt bei.

Cover des Buches Camaradas. Österreicherinnen und Österreicher im Spanischen Bürgerkrieg 1936–1939, , Clio Verlag

Aufsatzsammlung

Camaradas. Österreicherinnen und Österreicher im Spanischen Bürgerkrieg 1936–1939

Georg Pichler, Heimo Halbrainer (Hrsg.)

Den kurz nach dem Militärputsch in Spanien am 17. Juli 1936 gegründeten Internationalen Brigaden gehörten auch 1400 österreichische Freiwillige an. Fast ein Viertel von ihnen überlebte den Einsatz für die Republik nicht. Rund 80 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs füllt nun das von Georg Pichler und Heimo Halbrainer herausgegebene Buch Camaradas. Österreicherinnen und Österreicher im Spanischen Bürgerkrieg 1936–1939 eine Leerstelle im sozialen Gedächtnis Österreichs und blickt mit interdisziplinärer Perspektive auf die aus Österreich stammenden Kriegsteilnehmer. Neue Erkenntnisse in der internationalen Aufarbeitung des Themenbereichs, die Öffnung russischer Archive sowie die jüngsten Forschungsergebnisse zur österreichischen Geschichte der Dreißiger- und Vierzigerjahre erlauben es, einen neuen Blick auf das Thema zu werfen. Im Rahmen der gedächtnispolitischen Debatte um den Stellenwert des Bürgerkriegs in der spanischen und europäischen Geschichte werden unter anderem die künstlerische und literarische Verarbeitung, der Beitrag von Frauen, Übersetzen und Dolmetschen, ideologische Aspekte innerhalb der Internationalen Brigaden oder die Teilnahme von Österreichern auf Seiten der aufständischen Generäle behandelt.

Buchcover

Aufsatzsammlung

World Revolution and Socialism in One Country: 1917–1941

Silvio Pons und Stephen A. Smith (Hrsg.)

"Revolution and Socialism in One Country 1917–1941.” ist das erste Buch der dreiteiligen Reihe “The Cambridge History of Communism”. Der Band konzentriert sich auf die Geschichte der Sowjetunion und der kommunistischen Bewegungen im Zeitraum zwischen der Oktoberrevolution 1917 und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939. Der Titel des Bandes bezieht sich auf Stalins Staatsdoktrin des “Soazialismus in einem Land”. Diese wurde in Reaktion auf das Scheitern kommunistischer Bewegungen in Europa formuliert. Sie erklärte die noch unter Lenin vertretene These, der Erfolg des sowjetischen Sozialismus hänge von der Weltrevolution ab, für nichtig. Stattdessen steht Stalins Doktrin für die Auffassung, dass der Sozialismus in einem Land aufzubauen sei. Ungeachtet des Titels beschäftigt sich der Inhalt des Buches jedoch nicht ausschließlich mit der Geschichte der Sowjetunion. Die thematischen Bandbreite der Beiträge ist immens. Die internationalen Auswirkungen des Revolutionsjahres 1917 wird in Beiträgen zu den kommunistischen Bewegungen in China, Spanien und Deutschland thematisiert. Weitere Themen sind die Spaltung zwischen Stalinisten und Trotzkisten und bolschwistischer Feminismus. Anspruch der Buchreihe ist es, die Geschichte des Kommunismus in den größeren Kontext der Geschichte des 20. Jahrhunderts einzuordnen. Das umfangreiche Referenzwerk versammelt zahlreiche Beiträge zur Geschichte des Kommunismus und stellt den immensen internationalen  Einfluss kommunistischer Ideen und Bewegungen auf die politischen und gesellschaftlichen Prozesse des 20. Jahrhunderts dar. 

Cover Gero von Randow: Wenn das Volk sich erhebt. Schönheit und Schrecken der Revolution, Verlag Kiepenheuer & Witsch

Fachbuch

Wenn das Volk sich erhebt. Schönheit und Schrecken der Revolution

Gero von Randow

Der Publizist Gero von Randow hat ein Buch über Revolutionen in Geschichte und Gegenwart in Amerika, Europa, Afrika und Asien vorgelegt, in dem er ergründet, warum von ihnen eine so große Faszination ausgeht und ob diese noch zukunftsfähig sind. Dafür erklärt Randow, was überhaupt unter „Revolution“ zu verstehen ist. Seine These ist, dass Revolutionen zumeist unversehens auftauchen, gleichzeitig aber einem jeweils ähnlichen Muster folgen. Von den Sklavenaufständen im Altertum, über die Französische Revolution, die Oktoberrevolution bis hin zu den arabischen Revolutionen seit 2010, die der Autor selbst als Augenzeuge in Tunesien verfolgen konnte, geht er den Ideen der Revoltierenden und den historischen Ereignissen nach. Hierfür skizziert er in kurzen Charakterstudien die Beweggründe und Handlungsimpulse einiger, die revolutionäre Ziele verwirklichen wollten. Biografische Einschübe und persönliche Erfahrungen Randows, etwa in der westdeutschen Studentenbewegung, machen das Buch auch zu einer sehr persönlichen Geschichte.