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Buchcover des ersten Bandes "Durch den Schnee"

Roman

Erzählungen aus Kolyma

Warlam Schalamow

Warlam Schalamow "Erzählungen aus Kolyma" sind Zeugnisse aus dem Lageralltag des Autors, der lange Jahre unter Stalin im Gulag verbrachte. In seinen Erzählungen, spürt Schalamow einer Schlüsselfrage der Gegenwart nach: Wie können Menschen sich einerseits Jahrhunderten humanistischer Traditionen rühmen – und dennoch Auschwitz oder Kolyma hervorbringen? Der Autor, 1907 in Wologda geboren, wurde 1929 wegen 'konterrevolutionärer Agitation' zu Lagerhaft im Ural verurteilt. 1931 kehrte er nach Moskau zurück, wo er 1937 zum zweiten Mal verhaftet wurde. Es folgte die Deportierung in die sibirische Kolyma-Region, dem Kältepol der Erde. 1954 begann Schalamow heimlich seine "Erzählungen aus Kolyma" zu schreiben. Sie sind in vier Bänden erschienen: "Durch den Schnee", "Linkes Ufer", "Künstler der Schaufel" und "Die Auferweckung der Lärche". 

Buchcover

Belletristik

2017

Olga Slawnikowa

Olga Slawnikowas Roman spielt in Russland, kurz vor den Jubiläumsfeiern zum hundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution. Der Edelsteinschleifer Krylow begleitet seinen Arbeitgeber, Professor Anfilogow, zum Bahnhof, von wo dieser zu einer Expedition in den Norden aufbrechen wird. Krylow beginnt einer Affäre mit einer ihm unbekannten Frau – und schon bald erscheint ein Spion auf der Bildfläche, der Krylow und seine Geliebte bei allen Treffen zu beobachten scheint. Während Krylow sich immer tiefer in einem Netz von Korruption, Reichtum und illegalen Machenschaften verstrickt, eskalieren die Feierlichkeiten zum hundertsten Jahrestag: Als der Bürgerkrieg zwischen Menschewiki und Bolschewiki szenisch nachgestellt werden soll, können die Teilnehmenden nicht mehr zwischen Spiel und Wirklichkeit unterscheiden und die Situation gerät außer Kontrolle. „2017“ lässt sich nicht eindeutig einem Genre zuordnen, ist gleichzeitig Liebesromanze, Dystopie, Thriller, Sci-Fi-Roman, Fantasy und Politsatire. Im Original bereits 2006 erschienen, erschien der Roman 2017 erstmals in deutsche Übersetzung.  

Buchcover

Roman

Ein empfindsamer Mensch

Jachym Topol

Jachym Topols Roman "Ein empfindsamer Mensch" begleitet eine tschechische Schaustellerfamilie auf einen wirren Trip durch das postkommunistische Europa im Jahr 2015. Vater und Mutter ziehen mit ihren beiden Söhnen durch unzählige Länder, wobei ihnen viel Ungewöhnliches widerfährt. Die Jungen sind Zwillinge – jedoch ist einer der beiden so stark unterentwickelt, dass er nicht über die Größe eines Babys hinauswächst. Der andere Sohn ist zwar von gewöhnlichem Äußeren, aber spricht dafür nicht. Als Schausteller auf einem Shakespear-Festival von Brexit-Anhängern aus Großbritannien gejagt, reisen sie im Campingwagen quer durch Europa, gegen den Strom der Flüchtlinge, Richtung Osten und geraten sogar ins russisch-ukrainische Kriegsgebiet, um sich schließlich auf den Heimweg nach Böhmen zu machen.

Cover des Buches "Luftgänger", Aufbau Verlag

Roman

Luftgänger

Jewgeni Wodolaskin

Jewgeni Wodolaskins Roman "Luftgänger" zeichnet die Geschichte des 20. Jahrhunderts in Russland nach. Protagonist ist ein Mann, der, zunächst im Unwissen über seinen Namen, in einem Krankenzimmer aufwacht. Jeglicher Erinnerung beraubt, erfährt er von dem Arzt und der Krankenschwester, die ihn betreuen, lediglich, dass er Innokenti Platonow heißt und sich in St. Petersburg befindet. In Bruchstücken kehrt seine Erinnerung zurück. Diese Bruchstücke notiert er in seinem Tagebuch; diese Tagbuchaufzeichnungen entsprechen dem Roman. Die Erinnerungen handeln von seinen Großeltern, von der Russischen Revolution, von der Schreckensherrschaft Stalins. Diese Erinnerungen scheinen jedoch unvereinbar mit seiner aktuellen Umgebung – dem Krankenhaus, in dem es Computer gibt und den Tabletten auf seinem Nachttisch, die im Jahr 1999 ablaufen. Jewgeni Wodolaskin, geboren 1964 in Kiew, arbeitet nach einem Philologiestudium mit Promotion seit 1990 in der Abteilung für Altrussische Literatur im Puschkinhaus in St. Petersburg. Sein Roman „Laurus“, ein internationaler Bestseller, wurde bisher in 29 Sprachen übersetzt. „Luftgänger“ wurde bisher in 14 Sprachen übersetzt und stand 2016 auf Platz 2 des renommiertesten russischen Buchpreises "Bolschaja kniga" (Großes Buch). 2019 erhielt Jewgeni Wodolaskin den Solschenizyn-Preis. Jewgeni Wodolaskin lebt mit seiner Familie in St. Petersburg.  

Cover des Buches "Rote Handschuhe", Deutscher Taschenbuchverlag

Roman

Rote Handschuhe

Eginald Schlattner

Eginald Schlattners Gefängnisroman „Rote Handschuhe“ beschreibt die Erfahrungen des Autors in den berüchtigten Geheimpolizei-Gefängnissen im Rumänien unter der Herrschaft Nicolae Ceausescus. Eginald Schlattner selbst wurde 1957 verhaftet und 1959 wegen "Nichtanzeige von Hochverrat" verurteilt. Im Roman beschreibt er eindrücklich den Alltag der Häftlinge: die Haftbedingungen, die Verhöre, die Folter und nicht zuletzt den Punkt, an dem die psychisch und physisch gebrochenen Gefangenen „kollaborieren“ und Namen vermeintlicher Komplizen aussagen. Eginald Schlattner, 1933 in Arad (Rumänien) geboren, wuchs in Fogarasch am Fuße der Karpaten auf und studierte bis zu seiner Relegation evangelische Theologie in Klausenburg, anschließend Mathematik und Hydrologie. Nach der Entlassung aus dem Gefängnis arbeitete er als Tagelöhner und später als Ingenieur. 1973 nahm Schlattner noch einmal das theologische Studium auf. Er ist heute Gefängnispfarrer in in Rosia (Rothberg) bei Hermannstadt.

Buchcover

Roman

Das Haus der Regierung. Eine Saga der Russischen Revolution

Juri Slezkine

Juri Slezkine erzählt in seinem Roman "Das Haus der Regierung. Eine Saga der Russischen Revolution" die Geschichte der Sowjetunion anhand der Bewohner eines Hauses. In dem "Haus an der Moskwa", welches in den 1930er-Jahren erbaut wurde, befinden sich 500 Wohnungen für die politische und kulturelle Elite des sozialistischen Staates. Anhand der Biographien der Menschen, die in den Wohnungen leben, zeichnet der Autor die Zeit von der Russischen Revolution über Stalins Großen Terrors bis ins heutige Russland nach. Dabei entstehen drei miteinander verwobene Erzählstränge: ein biografischer, ein ideengeschichtlicher und ein literaturwissenschaftlicher, die jeder für sich große, detailreiche Bögen ziehen. 

Cover des Buches "Macht und Widerstand", Verlag S. Fischer

Roman

Macht und Widerstand

Ilija Trojanow

Konstantin Scheitanow und Metodi Popow sind die Hauptfiguren in dem Roman „Macht und Widerstand“ von Ilija Trojanows. Der eine ist Widerstandskämpfer, der andere ist Offizier und Opportunist. Aus einer Fülle an wahren Geschichten, die der Autor in Gesprächen mit Zeitzeugen gesammelt hat, schafft er eine Verknüpfung von Werk, Moral und Existenz. Die beiden Protagonisten repräsentieren hierbei exemplarisch Macht und Widerstand in der politischen Nachkriegsgeschichte Bulgariens. Ohne einen übergeordneten Erzähler und ohne eine verbindende Geschichte erzählen beide Figuren abwechselnd aus ihrem Leben, was ungewohnte Perspektiven auf Bulgariens Historie ermöglicht. Die Isolation der Lebensgeschichten beider Protagonisten steht für den fehlenden Diskurs der früheren Opfer und Täter im postkommunistischen Bulgarien.

Buchcover

Roman

Die denkwürdigen Abenteuer des Soldaten Iwan Tschonkin

Wladimir Woinotwitsch

Wladimir Woinotwitschs satirischer Roman "Die denkwürdigen Abenteuer des Soldaten Iwan Tschonkin" spielt in der Sowjetunion des Jahres 1941. Der Soldat Tschonkin wird in ein Kolchos zur Bewachung eines Flugzeuges abgestellt – zu einer anderen Form des Wehrdienstes hat er sich aufgrund seiner mangelnden Intelligenz für untauglich erwiesen. Im Kolchos lebt Tschonkin glücklich mit der Briefträgerin Njura – bis er in die Mühlen des stalinistischen Systems gerät. Doch – und hier wird klar, warum Tschonkin so oft mit Jaroslav Hašeks "Der brave Soldat Schwejk" verglichen wird – Tschonkin findet in all seiner Einfalt stets einen Unterschlupf. "Die denkwürdigen Abenteuer des Soldaten Iwan Tschonkin" ist Woinowitschs berühmtestes Werk, doch zum Zeitpunkt seines Erscheinens war er beim sowjetischen Regime aufgrund seiner satirischen Werke, die die Absurditäten des Systems hervorhoben, bereits in Ungnade gefallen; 1980 verließ er mit seiner Familie die Sowjetunion. Woinowitsch, der 2018 verstarb, wird nicht nur für sein eigenes schriftstellerisches Werk in Erinnerung bleiben: er war es, der Anfang der 1970er-Jahre das Manuskript von Wassilij Großmanns Roman "Leben und Schicksal" aus der Sowjetunion in den Westen schmuggelte und somit dem Werk über Stalins Schreckensherrschaft zur Veröffentlichung verhalf. 

Buchcover

Roman

Dunkle Zahlen

Matthias Senkel

Dunkle Zahlen ist der zweite Roman des Autors Matthias Senkel. Das Buch vermischt unterschiedliche literarische Genres; die Übergänge vom Spionagethriller zur fantastischen Erzählung passieren fließend. Die Handlung findet im Moskau des Jahres 1985 statt, wo sich während der internationalen „Programmierer-Spartakiade“ Teams von Mathematikern miteinander messen. Als kurz vor Eröffnung des Wettbewerbs die kubanische Nationalmannschaft geschlossen verschwindet, begibt sich die Übersetzerin des Teams, Mireya, auf die Suche nach den Vermissten. Ungeachtet dieses Auftakts entwickelt sich die Handlung jedoch nicht entsprechend eines klassischen Kalter-Kriegs-Thrillers weiter, sondern stellt die Leser vor Zeitsprünge, neue Handlungsstränge und fantastische Episoden. Dass es sich nicht um einen Roman klassischen Formats handelt, lässt bereits die Angabe zur Übersetzung erahnen, die Matthias Senkel lediglich als Übersetzer des Buches vermerkt, welches im Original von der Übersetzungsmaschine GLM-3 verfasst sei. Das Buch wurde für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018 nominiert.

Alexander Solschenizyn: Der Archipel GULAG, Screenshot vom Buchcover

Roman

Der Archipel GULAG

Alexander Solschenizyn

Mit dem "Archipel Gulag" hat der Mathematiklehrer und Schriftsteller Alexander Solschenizyn ein aufrüttelndes Epos geschaffen, das die "unmenschliche Macht von Menschen über Menschen" bezeugt. Er selbst verbrachte viele Jahre seines Lebens in den Straflagern Sibiriens. Basierend auf seinen eigenen Erfahrungen, aber auch auf den Berichten von über 200 Überlebenden, stellt er die geschichtliche Entwicklung des Systems in den Mittelpunkt, beschreibt die Lagerwelt aus der Sicht der verschiedenen Gruppen, die sie bevölkerten und zeichnet den Weg der Häftlinge von der Einlieferung bis zum Tode durch Erschöpfung, Krankheiten oder dem Sadismus der Bewacher nach. Solschenizyn beschreibt das Werk als den "Versuch einer künstlerischen Bewältigung, all jenen gewidmet, die nicht genug Leben hatten, um dies zu erzählen". Sein Buch ist ein Aufschrei, eine Anklage gegen die Unmenschlichkeit, gegen die Unfreiheit und gegen den Terror. Solschenizyn hat das sowjetische Lagersystem weltweit bekannt gemacht, er hat die Öffentlichkeit aufgerüttelt und das Sowjetunionbild des Westens maßgeblich geprägt. 

Buchcover "siberian haiku", Aukso žuvys.

Comic

Siberian haiku

Jurga Vilė, Lina Itagaki

Der Comic Siberian haiku, geschrieben von Jurga Vilė und illustriert von Lina Itagaki, erzählt von einer wahren Geschichte und beschäftigt sich mit der Deportation der Einwohner Litauens während der sowjetischen Besatzungszeit. Im Juni 1940 besetzte die Rote Armee das ehemals unabhängige Litauen und trieb die Sowjetisierung des Landes voran. Während der sowjetischen Besatzungszeit wurden mehr als 350.000 Einwohner Litauens nach Sibirien zwangsdeportiert. Das Buch von Jurga Vilė basiert auf der Biografie ihres Vaters und erzählt aus der Sicht des 13-jährigen Algiukas von der Deportation seiner Familie von Litauen nach Sibirien im Jahr 1941. Die Grafik Novelle zeichnet auf emotionale Weise ein Bild vom Leben in der Verbannung, der sowjetischen Besatzungszeit und der erzwungenen Umsiedelung der litauischen Einwohner.  

Buchcover

Roman

Moskau 2042

Wladimir Woinowitsch

"Moskau 2042" ist ein Roman des russischen Schriftstellers Wladimir Woinowitsch aus dem Jahr 1982. Die Handlung des Romans besteht aus einer Reise nach Moskau, die das Alter Ego des Autors in die Zukunft unternimmt. Dort begegnen ihm viele vertraute, gleichzeitig kuriose Dinge. Der Autor bedient sich in seiner Erzählung präziser Alltagsbeobachtungen sowjetischen und planwirtschaftlichen Alltags ebenso wie der Darstellung vieler kleiner und großer Absurditäten: sei es die endlich beendete große Toilettenpapier-Knappheit, die Große August-Revolution oder die Freiheit des Wortes, die für alle Schriftstellenden offiziell gilt – solange sie nichts davon zu Papier bringen. Der Autor, geboren 1933 in der tadschikischen Stadt Duschanbe, lebte zum Zeitpunkt des Erscheinens der deutschen Ausgabe bereits seit acht Jahren in Deutschland: aufgrund seiner satirischen Werke, die die Absurditäten des Systems hervorhoben, war er beim sowjetischen Regime bereits in Ungnade gefallen. 

Langer Marsch, Screenshot vom Buchcover

Roman

Langer Marsch

Clementine Skorpil

In ihrem fünften Roman greift Autorin Clementine Skorpil den Heldenmythos des "langen Marsch" auf und beschreibt anhand der Geschichte der Hauptfigur Wen Pi den militärischen Rückzug der Streitkräfte der Kommunistischen Partei Chinas. Um sich aus der Einkreisung durch die Armee des Politikers Chiang Kai-sheks zu befreien, flüchtet Wen Pi 1931 aus Shanghai und macht sich gemeinsam mit vielen anderen auf den Weg nach Jiangxi, dem ersten Sowjet im Reich der Mitte, den Mao Zedong eingerichtet hat. Der lange Marsch beginnt, doch der militärische Rückzug der Roten Armee vor Chiang Kai-sheks Truppen war vor allem ein Todesmarsch. Von den 80.000 Menschen, die sich auf den Weg machten, überlebten nicht einmal 8000. Die historischen Ereignisse geben der Autorin den Rahmen, um eindringlich über die Schicksale der Menschen zu erzählen und so berichtet Wen Pi von Not und Hunger. Während die einfachen Soldaten unter schwierigsten Bedingungen marschierten und kämpften, ließ sich Mao Zedong in einer Sänfte tragen oder ritt auf einem Pferd. Für ihn gab es genug zu essen. Sein Credo: Die Soldaten konnten geopfert werden - die Führungsriege aber musste geschützt werden. Zwei mysteriöse Mordfälle, einer an Zedongs Sänftenträgern, verleihen dem Roman zusätzlich Spannung.

Cover des Buches "Der Turm", Verlag Suhrkamp

Roman

Der Turm

Uwe Tellkamp

Uwe Tellkamps Roman will eine „Geschichte aus einem versunkenen Land“ sein; so verspricht es der Untertitel des Buches. Dieses Land ist die DDR und das Buch handelt von dessen sieben letzten Jahren. Die leitenden Figuren des Werkes sind Menschen, die es im Sozialismus eigentlich gar nicht hätte geben sollen: drei Bildungsbürger, die in einem Villenviertel Dresdens leben. Uwe Tellkamp entstammt selbst dem bildungsbürgerlichen Milieu und beschreibt dieses selbstkritisch. Die Protagonisten sind miteinander verwandt, führen jedoch sehr unterschiedliche Lebensstile und bewegen sich in verschiedenartigen Umgebungen. Indem die Geschichten in der Nationalen Volksarmee,  einer Dresdner Klinik und dem Verlagswesen spielen, kann der Autor ein breites Panorama der bildungsbürgerlichen Gesellschaft in der Endphase der DDR bilden. Hierbei beschäftigt sich Tellkamp auch mit dem Umstand, dass die in Zusammenhang mit der 68er-Bewegung in Westdeutschland „bewältigten“ Themen auf dem Staatsgebiet der DDR noch immer „qualmen“.  „Der Turm“ war Vorlage für einen Film und diverse Theateraufführungen und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Buchcover

Roman

Die Ästhetik des Widerstands

Peter Weiss | vom 29.10.2016

Der Roman beginnt im September 1937 in Berlin und erzählt von einem jungen Mann, der die Stadt verlässt, über die Tschechoslowakei nach Spanien gelangt und auf diesem Weg nicht nur Zeuge, sondern auch Teilnehmer der antifaschistischen Widerstandskämpfe wird. Er geht nach Paris, rettet sich schließlich nach Stockholm, der Widerstand bleibt jedoch sein Vermächtnis. Das Werk ist ein monumentaler Erinnerungsmonolog in zwei Perspektiven: Die des jungen, idealistisch brennenden Erzählers und die seines älteren, desillusionierten Alter Ego. So verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart zu einer bewegenden Geschichte. Bereits 1983 wurden zwei Ausgaben veröffentlicht, eine in der Bundesrepublik, die andere in der DDR - doch wichen sie im Textbestand beträchtlich voneinander ab. Der Philologe und Weiss-Kenner Jürgen Schutte präsentiert das Werk nach den Vorgaben von Peter Weiss. Denn auf die Frage danach, wer dieser namenlose junge Mann in seinem Roman sei, antwortete der Autor einst: „Ich selbst bin es.“