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Der Lärm der Zeit

Belletristik | Roman

Julian Barnes

Cover des Buches "Der Lärm der Zeit", Verlag Kiepenheuer & Witsch
Cover des Buches "Der Lärm der Zeit", Verlag Kiepenheuer & Witsch

Dmitri Schostakowitsch, der historische Protagonist des Romans „Der Lärm der Zeit“, erwartet im Frühjahr 1937 jede Nacht seine Verhaftung durch die sowjetische Geheimpolizei NKWD. Die Zeitung Prawda hatte am 28. Januar eine vernichtende Kritik über seine Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ veröffentlicht. Dieser wahrscheinlich von Stalin selbst veröffentlichte Artikel folgte dem Besuch des Diktators bei einer Aufführung der Oper, bei der er noch vor der Pause wortlos das Theater verließ. Der Komponist entgeht durch Glück und neue linientreue Sinfonien der Säuberung, ist sich jedoch bewusst, dass er keine künstlerische Entscheidung frei treffen kann. Julian Barnes Roman porträtiert das von Repressionen geprägte Leben Schostakowitschs und kann als Biografie, Entwicklungsroman, Historienroman, aber auch als Essay über das Verhältnis von Kunst und Macht in Diktaturen gelesen werden. Barnes entwirft das Innenleben des Protagonisten und vermittelt auf diese Weise das moralische Spannungsfeld zwischen Anpassung, Widerstand und der Angst um das eigene Leben sowie das von Familie und Freunden unter stalinistischem Terror.

Bibliografische Angabe

Julian Barnes: Der Lärm der Zeit - Roman, Köln: Kiepenheuer & Witsch 2017.