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Der weiße König

Belletristik | Roman

György Dragomán

Buchcover
Buchcover

György Dragománs Roman „Der weiße König“ spielt im Rumänien im Jahr 1986. Zentrale Figur ist der 11-jährige Dzsata. Sein Vater wurde vom Geheimdienst abgeholt und, so die Vermutung, in ein Arbeitslager interniert. Während Dzsata und seine Mutter noch versuchen, seinen Verbleib ausfindig zu machen, ist sich der Junge der Allgegenwärtigkeit der Geheimpolizei bewusst und denkt unverhohlen über die Möglichkeit seines eigenen Verschwindens nach. Der Autor schildert eine grausame, von Bosheit geprägte Welt, die den Jungen umgibt: Die Ächtung, mit der ihm und seiner Mutter nach der Verhaftung des Vaters begegnet wird, der brutale Turnlehrer, die Gewaltexzesse unter anderen Jugendlichen – es scheint weder Hoffnung noch Mitleid in Dzsatas Leben zu geben. Das Buch schildert – auf teils groteske Weise – die Abgründe des Alltags im Rumänien unter der Herrschaft Nicolae Ceaușescus, der von 1965 bis 1989 Staatpräsident Rumäniens war. Seine neo-stalinistische Diktatur war geprägt von der Brutalität der Geheimpolizei Securitate. Das kommunistische Regime wurde im Herbst 1989 gestürzt und Ceaușescu zusammen mit seiner Ehefrau Elena von den Aufständischen hingerichtet.

Bibliografische Angaben

György Dragomán: Der weiße König, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2008.