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Die Baugrube

Belletristik | Roman

Andrej Platonow

Cover des Buches „Die Baugrube«, Suhrkamp Verlag
Cover des Buches „Die Baugrube«, Suhrkamp Verlag

Die Baugrube von Andrej Platonow (1899–1951), entstanden im Jahr 1930, erzählt von Arbeitern, die ein „gemeinproletarisches Haus“ bauen. Dabei spiegelt die Rollenverteilung der Gruppe – vom Vorarbeiter bis zum Ingenieur – die soziale Hierarchie in Stalins Sowjetunion wieder. In grotesker Sprache erzählt Platonow von der Umsetzung des ersten Fünfjahresplans und der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft. Die Romanfiguren versuchen die Utopie einer besseren Welt durch ihre eigene Arbeit zu verwirklichen. Dieser Traum der Protagonisten spiegelt die hoffnungsvolle Athmosphäre der Russischen Revolution wieder. Doch die Helden des Romans verzweifeln bald an der Aufgabe eine bessere Welt zu schaffen: Sie sind erschöpft, werden schwermütig oder suchen erfolglos ihren Platz in der neuen Gesellschaftsordnung. Arbeiter werden wegen Nachdenklichkeit entlassen. Die Baugrube wird zu „einer Gruft für die Menschheitszukunft“ (vgl. Deutschlandfunkkultur.de vom 17.12.2016). Platonows Dekonstruktion der sozialistischen Utopie wurde erst 1987 – 57 Jahre nach ihrem Entstehen – in der Sowjetunion veröffentlicht.

2016 erschien die Die Baugrube in einer Neuübersetzung von Gabriele Leupold und mit einem Nachwort von Sibylle Lewitscharoff.

 

Bibliografische Angabe

Andrej Platonow: Die Baugrube, Berlin: Suhrkamp 2016.