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Cover des Buches "Rosa Luxemburg", Rowohlt Taschenbuch-Verl.

Biografie

Rosa Luxemburg. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten

Helmut Hirsch

Auf rund 160 Seiten beschreibt der Autor Helmut Hirsch knapp und sachlich das Leben der Revolutionärin Rosa Luxemburg bis zu ihrer Ermordung am 15. Januar 1919. Die 1969 erstmals veröffentlichte Biografie wurde zum internationalen Bestseller, 2004 erschien die 21. Auflage. Helmut Hirsch (1907–2009) studierte in München, Berlin, Bonn/Köln und Leipzig. Er floh 1933 ins Saargebiet und 1935 nach Frankreich, wo er publizistisch gegen das Hitler-Regime arbeitete. 1941 konnte er in die USA emigrieren, 1945 promovierte er an der University of Chicago in Geschichte und Germanistik. 1957 Rückkehr nach Deutschland, 1972–1977 Honorarprofessor an der Universität Duisburg, 1988 Dr. phil. der Karl-Marx-Universität Leipzig. Neben Rowohlt- Monografien zu August Bebel, Friedrich Engels und Bettine von Arnim publizierte er Studien zu Karl Marx und Ferdinand Lassalle sowie zu sozialgeschichtlichen Themen.

Buchcover

Biografie

Grenzgänger des Kommunismus. Zwölf Porträts aus dem Jahrhundert der Katastrophen

Mario Keßler

Mario Keßler stellt in seinem Buch “Grenzgänger des Kommunismus” die biografischen Porträts von zwölf Frauen und Männern vor. Die Gemeinsamkeit dieser Personen besteht in deren speziellem Verhältnis zum Kommunismus, welches Keßler als das von Grenzgängern definiert. Keiner von ihnen folgt dem Kommunismus als Ideologie, Bewegung oder Glaubensgemeinschaft unkritisch und bedingungslos. Vielmehr entfernen sie sich alle zu einem gewissen Ausmaß vom Kommunismus. Jedoch gehören sie auch nicht zu denjenigen Kritikern, aus deren Zweifel und Abwendung eine generelle Abkehr von der Idee folgte. Ein Leben ohne Kommunismus war für sie weiterhin nicht denkbar, er blieb ein zentrales Element ihres Lebens und Wirkens. Dargestellt sind die Biografien von Menschen, die in Deutschland und Zentraleuropa aufwuchsen, verfolgt und oft vertrieben wurden: Karl Korsch; Arthur Rosenberg; Arkadi Maslow; Susanne Leonhard; Ruth Fischer; Alfred Kantorowicz; Joseph Berger; Isaac Deutscher; Ossip Flechtheim: Walter Markov; Stefan Heym und Walter Grab. Mario Keßler arbeitet im Zentrum für Zeithistorische Forschung und unterrichtet an der Universität Potsdam. 

Buchcover

Autobiografie

Und schuf mir einen Götzen: Lehrjahre eines Kommunisten

Lew Kopelew

Als die Zarenherrschaft in Russland 1917 endete, ging Lew Sinowjewitsch Kopelew noch an der Hand seiner Kinderfrau, die ihn schon in seinen frühen Jahren mit der deutschen Sprache vertraut machte. Sein Vater ohrfeigt ihn im Alter von sieben Jahren, als er die Namen Lenin und Trotzki erwähnt und als die "Roten" endgültig die Ukraine erobern, wird der Junge vom Enthusiasmus des ersten revolutionären Jahrzehnts mitgerissen. Gläubig folgt er der kommunistischen Partei in den brutalen Kampf um die Kollektivierung, trotz der Hungersnöte und Säuberungen der dreißiger Jahre. In seiner Autobiografie erzählt Kopelew von seiner Kindheit in Kiew und seiner Jugend in Charkow, von seinem bürgerlich-jüdischen Elternhaus, seiner ersten Liebe, von seinem wachsenden Interesse für die Literatur und davon, wie er sich einen Götzen schuf. Im Fronteinsatz im Zweiten Weltkrieg wurde er Zeuge zahlreicher Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung Ostpreußens, die ihn zutiefst erschütterten und ein starkes Gefühl der Scham in ihm auslösten. Wegen "Propaganda des Mitleids mit dem Feind" wurde er 1945 festgenommen und inhaftiert. Nach seiner Rehabilitierung 1956 publizierte Lew Kopelew vor allem über deutsche Literatur. 1968 wurde er wegen Teilnahme an der Menschenrechtsbewegung aus der KPdSU ausgeschlossen, 1977 folgte ein Publikationsverbot und 1981 wurde er ausgebürgert. Bis zu seinem Tod 1997 lebte er in Köln.

Buchcover Die Revolution entlässt ihre Kinder

Autobiografie

Die Revolution entlässt ihre Kinder

Wolfgang Leonhard

Wolfgang Leonhard schildert in dem erschütternden Bericht Die Revolution entlässt ihre Kinder 15 Jahre seines Lebens und das sowjetische System aus der Innenperspektive. 1933 musste Leonhard Deutschland verlassen. Über Schweden emigrierten er und seine Mutter 1935 in die Sowjetunion, wo er nach der Verhaftung seiner Mutter in einem Heim für deutsche und österreichische Emigranten aufwuchs. Auf das Studium und die Deportation nach Karaganda folgte die Schulung zum Kominternfunktionär und Arbeit im Nationalkomitee „Freies Deutschland“. Leonhardt gehörte zu den elf Mitliedern der „Gruppe Ulbricht“, die im April 1945 nach Deutschland geschickt wurden. In Berlin in der Sowjetischen Besatzungszone war er am Aufbau von kommunalen Strukturen beteiligt. Er stellte die Schulungshefte der SED zusammen und wirkte als Dozent an der SED-Parteihochschule. Im März 1949, sechs Monate vor der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik, floh er nach Jugoslawien. Das 1955 bei Kiepenheuer & Witsch in Köln erschienene Buch avancierte zum Klassiker der politischen Literatur in Deutschland und wurde in elf Sprachen, darunter auch ins Russische, übersetzt.

Mai, Gorbatschow, Biographie

Biografie

Michail Gorbatschow. Sein Leben und seine Bedeutung für Russlands Zukunft

Klaus-Rüdiger Mai

Klaus-Rüdiger Mai legte im Jahr 2005 vor dem 75. Geburtstag Gorbatschows eine Biographie vor, die in dem ihr eigenen Detailreichtum zu diesem Zeitpunkt ein Novum darstellte: Zu wenig war bis dato über Gorbatschow bekannt, von seiner Zeit als Spitzenpolitiker einmal abgesehen. Die Perspektive, die Mai dabei anlegt, sind die langfristigen Entwicklungen, die Gorbatschow mit seiner Reformpolitik Ende der 1980er und bis zu seiner Entmachtung 1991 eingeleitet hat, und die die politischen Entscheidungen im Russland unter Putin bis zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung noch immer beeinflussen. Kritisiert wurde Mai in den Buchbesprechungen unter anderem für deutliche Ungenauigkeiten, wie etwa Andreas Oplatka in der „Neuen Zürcher Zeitung“ attestierte.

Buchcover

Biografie

Marx. Der Unvollendete

Jürgen Neffe

Jürgen Neffe geht in seinem Buch "Marx. der Unvollendete" der Frage nach, warum die Ideen Karl Marx’ selbst 200 Jahre nach dessen Geburt von gleich- oder sogar größer werdender Bedeutung sind. In Marx’ Biografie und Schriften sucht der Autor nach Antworten. Neffe schildert das Leben des revolutionären Vordenkers als eines des steten Kampfes für seine Überzeugungen: Als Flüchtling und als Staatenloser, in Zeiten von Armut, Ehekrisen und Familientragödien arbeitet Marx beharrlich weiter an seinem Werk. In diesem finden sich aus heutiger Sicht immer noch, oder vielleicht ganz besonders, zutreffende Analysen wie die des Kapitalismus’ als entfesseltes System. In einer von globalisierter Wirtschaft und der Finanzkrise geprägten Zeit scheint es dann weniger verwunderlich als logisch, dass Marx’ Ideen auch heute von großer Popularität sind. Jürgen Neffe, der bereits die Biografien Albert Einsteins und Charles Darwins verfasste, trägt mit seinem zugänglichen Schreibstil dazu bei, die Popularität der Marx’schen Ideen über den Kreis von Akademikern hinaus zu fördern. 

Buchcover Jože Pirjevec: Tito. Die Biografie

Biografie

Tito. Die Biografie

Jože Pirjevec

Der Historiker Jože Pirjevec schildert das Leben und politische Wirken von Josip Broz, wie Tito mit bürgerlichem Namen hieß, in allen Facetten. Diese erste umfassende, akribisch recherchierte Tito-Biographie ist zugleich ein Kompendium jugoslawischer Geschichte im 20. Jahrhundert: Pirjevec beleuchtet Titos Aufstieg in der Kommunistischen Partei Jugoslawiens und als Partisanenführer im Zweiten Weltkrieg sowie die Konsolidierung seiner Macht danach. Internationalen Ruhm erlangte Tito, als er nach dem Zweiten Weltkrieg Stalin die Stirn bot und einen Selbstverwaltungssozialismus in Jugoslawien etablierte und sich entscheidend an der Gründung der Blockfreien Staaten beteiligte. Pirjevec zeigt jedoch auch ein Bild des autokratischen jugoslawischen Diktators, der seine politischen Gegner gnadenlos verfolgte und nach seinem Tod 1980 ein Machtvakuum hinterließ, das schließlich zum Zusammenbruch des Vielvölkerstaates führte.

Buchcover Gottfried Prunkl, Axel Rühle: Josip Broz-Tito. In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten

Biografie

Josip Broz-Tito. In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten

Gottfried Prunkl, Axel Rühle

Die Biografie versucht sich dem jugoslawischen Staatsmann anhand von kommentierten Primärquellen zu nähern und ein Psychogram dieses Staatsmannes zu entwerfen. Tito war vor der Gründung Jugoslawiens als Partisane an dem Kampf gegen faschistische Truppen beteiligt. Bereits im Untergrund wurde damals über die Gründung eines sozialistischen Balkanstaates diskutiert. Seit der Staatsgründung 1945 bis zu seinem Tod 1980, war Tito Diktator des Staates. Gerade die Abgrenzung zu Stalin, Annäherungsversuche an den Westen und der Versuch einen eigenen Sozialismus zu entwickeln, machen Tito zu einer wichtigen Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts. Die Kapitel der quellengestützten Biografie heißen: In Russland: Revolution und Bürgerkrieg, Agitation an der Basis, Das Gefängnis als Schule der Revolution, Im Schatten der Komintern, Tito als Generalsekretär der KPJ, Vom Partisanenführer zum Marschall, Der Aufbau des neuen Staates, Der Konflikt mit Stalin und Jugoslawien auf dem "Dritten Weg". Der Publikation ist eine detaillierte Studie über die Persönlichkeit Titos und veröffentlicht Bild- und Textquellen in deutscher Übersetzung.

Autobiografie

Die Tochter des 20. Jahrhunderts

Rossana Rossanda

Das Buch "Die Tochter des 20. Jahrhunderts" sind die Erinnerungen der italienischen Intellektuellen und Schriftstellerin Rossana Rossanda. Sie war eine prägende Figur der italienischen Linken. 1924 wird sie in Pola in Istrien geboren, 1943 Eintritt in die Kommunistische Partei und beteiligt sich am Widerstandskampf. 1959 wird sie ins Zentralkomitee der KPI gewählt. Innerhalb der Partei gerät sie zunehmend in Konflikt mit anderen Mitgliedern: deren Abgrenzung zum Sozialismus der Sowjetunion, wie sie auch in anderen westeuropäischen kommunistischen Parteien unter dem Begriff des "Eurokommunismus" stattfindet, empfindet sie als allzu reformistisch. Nach ihrem Ausschluss aus der Partei als "Linksabweicherin" gründet sie 1969 die Zeitschrift und spätere Tageszeitung "Il manifesto". In "Die Tochter des 20. Jahrhunderts" setzt sie sich mit ihrer Selbst- und Fremdwahrnehmung als bekannte Figur des italienischen Kommunismus auseinander.

Sabrow, Honecker, Biographie, DDR

Biografie

Erich Honecker. Das Leben davor

Martin Sabrow

Mit seiner Biografie „Erich Honecker. Das Leben davor“ widmet sich Martin Sabrow der bislang weitgehend unerforschten Jugendvita des späteren Staats- und Parteichefs der DDR. Auf Grundlage ausgiebiger Archivstudien hinterfragt Sabrow die lebensgeschichtliche Heldenstilisierung des späteren Generalsekretärs des ZK der SED durch den Partei-Apparat. Dabei geht es ihm nicht darum, eine „Legendenkritik“ zu üben und mit „einem Demaskierungsgestus“ vorzugehen, sondern die biografische Anpassung von Honeckers Lebensgeschichte in eine kommunistische Musterbiografie zu rekonstruieren. „Der über Jahrzehnte gebildete und geschützte Heiligenschein von Honeckers Lebensgeschichte“ wird auf diese Weise beiseitegeschoben und gibt den Blick auf eine widersprüchliche Biografie frei, die sowohl von gleichbleibenden Überzeugungen als auch von überraschenden Brüchen geprägt ist. Sabrow zeichnet Honeckers Werdegang bis zum Mai 1945 nach, bis er eher zufällig zur „Gruppe Ulbricht“ stieß und die Partei die Kontrolle über seine Biografie übernahm. Sabrows Buch ist der erste von zwei geplanten Bänden zur Biografie Erich Honeckers und stieß auf breite öffentliche Resonanz.

Buchcover

Biografie

"...verhaftet und erschossen." Eine Familie zwischen Stalins Terror und Hitlers Krieg

Anja Schindler

Anja Schindler schildert in “...verhaftet und erschossen. Eine Familie zwischen Stalins Terror und Hitlers Krieg” ihre eigene Familiengeschichte. Schindlers Vorfahren flohen vor nationalsozialistischer Verfolgung aus Hitlerdeutschland in die Sowjetunion. Dort teilten sie das Schicksal der sowjetischen Bevölkerung dieser Zeit: das Leben in einer kaukasischen Kommune, Verhaftung und Gulag, schließlich die Verbannung nach Kasachstan, dem Geburtsort der Autorin. Die Zeit im Gulag ist in “...verhaftet und erschossen” jedoch ausgespart; somit ist das Buch explizit keine Lagerliteratur. Die Darstellung der Familienbiografie stützt sich auf Briefe und Erinnerungen von Großeltern und Mutter der Autorin. Die "Große Säuberung" - den stalinistischen Terror 1936-38 - überlebte nur die Mutter. 1956 durfte die Familie Kasachstan verlassen und in die DDR einreisen. Das Buch ergänzt die schriftlichen Erinnerungen um zahlreiche Fotos und erlaubt den Leserinnen und Lesern somit einen detaillierten Einblick in das Leben einer Familie, deren Schicksal exemplarisch für das vieler deutsch-sowjetischer Familiengeschichten steht.

Buchcover „Enver Hodja. Le sultan rouge“; Lattès Verlag

Biografie

Enver Hodja. Le sultan rouge

Thomas Schreiber

Enver Hodja war von 1944 bis 1985 kommunistischer Diktator der Sozialistischen Volksrepublik Albanien. Hodja selbst baute die kommunistische Partei Albaniens mit auf. Er orientierte sich stark an der Sowjetunion unter Josef Stalins Führung und ließ nach dessen Vorbild Parteisäuberungen durchführen und politische Gegner umbringen. Der Autor Thomas Schreiber zeichnet in seiner Biographie Enver Hodja. Le sultan rouge (dt: „Der rote Sultan“ ) den Werdegang des Diktators nach. Schreiber geht vor allem auf die Beziehung Hodjas zum kommunistischen Jugoslawien unter Tito, seiner Beziehung zur UdSSR nach Stalins Tod und seiner Annäherung an China ein. Der Tod Stalins im März 1953 und die danach einsetzenden Entstalinisierung in der Sowjetunion führten dazu, dass Enver Hodja seine Bindung zur Sowjetunion abbrach und sich stattdessen stark auf die Volksrepublik China unter Mao konzentrierte. Aber auch die Beziehungen zu China brach der Machthaber Hodja im Laufe der Zeit wieder ab und betrieb bis zu seinem Tod eine völlig isolierte Außenpolitik. Schreiber beschreibt den politischen Weg von Hodja beginnend bei dessen Jugendjahren, über seine Studienzeit in Frankreich, hin zu seiner Amtsübernahme 1944 bis zu seinem Tod 1985 und zeichnet damit ein umfassendes Bild des Diktators vor.

Buchcover "Die Abgründe meines Jahrhunderts", Faber & Faber

Autobiografie

Die Abgründe meines Jahrhunderts. Eine Autobiographie

Alexander Jakowlew

"Die Abgründe meines Jahrhunderts" ist die Autobiografie des Politikers und Journalisten Alexander Jakowlew. Jakowlew, geboren 1923, wird 1944 Mitglied der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und steigt im Laufe seines Lebens in hohe Positionen im Parteiapparat auf. Er ist von 1960 bis 1969 Mitarbeiter und von 1969 bis 1973 Leiter der Abteilung für Ideologie und Propaganda, er schreibt Reden für Chruschtschow und Breschnew und arbeitet für verschiedene Parteizeitungen sowie für den staatlichen Rundfunk. Von 1973 bis 1983 ist er Botschafter in Kanada, danach Leiter des Instituts für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen an der Moskauer Akademie der Wissenschaften. In dieser Zeit beginnt Jakowlew, eng für und mit dem späteren sowjetischen Partei- und Staatschef Michail Gorbatschow zusammen zu arbeiten; Jakowlew gilt als einer der maßgeblichen Gestalter von Perestroika und Glasnost, den Reformprogrammen Gorbatschows. In seiner Autobiografie schildert Jakowlew das Leben im innersten Kreis der politischen Macht in der Sowjetunion äußerst detailreich und liefert Leserinnen und Lesern somit einen umfassenden Einblick in die politische Geschichte der Sowjetunion.

Cover des Buches "Alfred Meusel. Soziologe und Historiker zwischen Bürgertum und Marxismus (1896–1960)", Karl Dietz Verlag

Biografie

Alfred Meusel. Soziologe und Historiker zwischen Bürgertum und Marxismus (1896–1960)

Mario Keßler

Mario Keßler nimmt sich in diesem 2016 erschienen Band des Soziologen und späteren Historikers Alfred Meusel an. Geboren im Jahr 1896 gehörte Meusel einer Generation an, die in jungen Jahren an den Fronten des Ersten Weltkriegs kämpfen mussten. Meusel wurde mit 34 auf einen Lehrstuhl in Aachen berufen und zählte damit zu den jüngsten ordentlichen Professoren Deutschlands und hatte gleichzeitig den Ruf eines brillanten Soziologen. Nach der Entlassung aus dem Lehramt durch die Nationalsozialisten ging er ins Exil nach Großbritannien und trat dort der KPD bei. Er kehrte nach Kriegsende nach Deutschland zurück und schlug mehrere angebotene Lehrstühle in den Westsektoren aus, um an der Ostberliner Humboldt-Universität zu lehren. Durch Meusels marxistisch-leninistische Prägung und seine Reputation als Soziologe stattete ihn die SED mit prestigeträchtigen Ämtern aus: Er wurde 1952 zum ersten Direktor des Museums für Deutsche Geschichte ernannt. Mario Keßler hat sich bereits vor diesem Werk ausführlich mit den Vertretern der ostdeutschen Gründergeneration beschäftigt und verweist unter anderem darauf, dass Meusel Ende der 1950er-Jahre der einzige DDR-Historiker von Format gewesen sei, der sich gegen die Spaltung der deutschen Geschichtswissenschaft gewehrt habe. Mit 137 Seiten stellt Keßlers Band eine schwerpunktorientierte Skizze zum Leben des ostdeutschen Historikers dar.

Kunze, Ceauşescu, Biographie

Biografie

Nicolae Ceauşescu. Eine Biographie

Thomas Kunze

Thomas Kunze legte im Jahr 2000 die bisher umfassendste Darstellung von Ceauşescus Leben nach dem kurzen blutigen Aufstand in Rumänien im Dezember 1989 vor. Später wurde sie in die Landessprache des Protagonisten übersetzt, die deutsche Ausgabe wurde mehrfach überarbeitet und gilt bis heute als Standardwerk, 2017 ist die 4. Auflage erschienen. Für die Recherchen forschte der Autor in Geheimarchiven und befragte Zeitzeugen, sodass seine Biografie neue Erkenntnisse zu Tage förderte und die sowjetische Legendenbildung um den Diktator dekonstruieren konnte. Kunze beschäftigt sich auch mit dem von der Geheimpolizei abgeschirmten Ceauşescu-Clan, dessen luxuriöser Lebensstil im krassen Kontrast zu der vor allem ab den 1980er-Jahren in Armut lebenden rumänischen Bevölkerung stand. Die Kritiken loben besonders den packenden Schreibstil des Autors und die sachkundige Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte.

Buchcover Alexander V. Pantsov, Stephen I. Levine: Mao. Die Biographie

Biografie

Mao. Die Biographie

Alexander V. Pantsov, Stephen I. Levine

In ihrer Biographie untersuchen der russische Historiker Alexander Pantsov und der amerikanische China-Experte Steven Levine Maos kompromisslosen Kampf um die Macht. Dabei stützen sie sich auf bislang unbekannte Dokumente, wie etwa Akten aus dem Staatsarchiv der Russischen Föderation, die Aufschluss geben über das Verhältnis zwischen Mao und Stalin. Die Autoren beleuchten sowohl die Anhänger und Feinde Maos als auch dessen Liebschaften. Ihr Anliegen ist es, eine der einflussreichsten und komplexesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts unvoreingenommen und ideologiefrei darzustellen. In ihren Augen war Mao einer der größten Utopisten des 20. Jahrhunderts, Revolutionär und Tyrann zugleich. Er habe sich einerseits tatsächlich bemüht, den Wohlstand und das internationale Ansehen Chinas zu heben. Andererseits forderten sein Größenwahn und seine Verbrechen unzählige Menschenopfer.

Roy Medwedjew: Chruschtschow. Eine politische Biographie

Biografie

Chruschtschow. Eine politische Biographie

Roy Medwedjew

Roy Medwedjew publizierte die erste Biografie zu Chruschtschow, die auch dessen Leben als Pensionär nach dem Verlust aller Ämter beschreibt. Besonders an diesem Werk ist, dass es von einem russischen Historiker verfasst wurde: Im Gegensatz zur westlichen Geschichtsschreibung ist das Leben Chruschtschows noch kaum aus russischer Perspektive analysiert worden. Auch wenn die von Medwedjew vorgelegte Biografie von einem Russen geschrieben wurde, wurde sie hauptsächlich im Westen rezipiert, da Medwedjew in der Dissidentenlandschaft Russlands marginalisiert wurde. Sein Buch vermittelt einen Überblick über Chruschtschows Weg an die Macht und seine wichtigsten politischen Aktionen als Stalins Nachfolger, die unter anderem die Entstalinisierung einleiteten und die Kuba-Krise von 1962 auslösten. Neue Erkenntnisse vermag das Werk jedoch kaum zu leisten, was an dem Umstand liegen dürfte, dass Medwedjew als Dissident nicht mehr, sondern weniger Quellen zur Verfügung gestanden haben als westlichen Historikern. Die russischen Archive wurden erst 1990/91 für Recherchen geöffnet.

Buchcover Frank Niess: Che Guevara

Biografie

Che Guevara

Frank Niess

Die rororo-Monographie erzählt vom Mythos und dem Menschen Che Guevara, der bis heute in aller Welt Begeisterung hervorruft. Frank Niess beschreibt Herkunft und Leben des Ernesto Guevara, der zunächst Arzt werden wollte, um Menschen zu helfen. Er reiste, politisierte sich, kämpfte als Kommunist im Untergrund und machte später eine politische Karriere in Kuba. Er war Nationalbankdirektor und Industrieminister, bis er aufgrund von Konflikten mit Fidel Castro wieder zum Guerilla-Kämpfer wurde. Sein Ziel war es, dem Sozialismus weltweit zum Sieg zu verhelfen. Der Versuch, die Revolution in den Kongo und dann nach Bolivien zu exportieren, wo er 1967 erschossen wurde scheiterte. Dreißig Jahre später wurde sein Leichnam nach Kuba überführt und mit einem Staatsakt feierlich beigesetzt. Das Buch enthält zahlreiche historische Bilder sowie eine Zeittafel im Anhang.

Podewin, Ulbricht, Biographie, Biografie

Biografie

Walter Ulbricht. Eine neue Biographie

Norbert Podewin

Norbert Podewin versucht in seiner 1995 veröffentlichen Biographie der allgemeinen Rezeption Ulbrichts, der bis zu seinem Sturz 1971 SED-Generalsekretär war, weitere Facetten hinzuzufügen. Dies ist vor allem deshalb neu, weil biographische Arbeiten zu Ulbricht bis dato hagiographischen Charakter hatten und durch das Ende der DDR und der Sowjetunion in den Jahren 1990/1991 neue Archivbestände zur Auswertung zur Verfügung standen. Dass der Autor als Mitarbeiter Friedrich Ebert juniors selbst im Parteiapparat der SED gearbeitet hat, bewertet die Rezension im Feuilleton der FAZ als bestimmendes Moment der „Leistung und Grenzen seines Buches“. So mute Podewin dem Leser auch zähe Passagen wie lange Zitate aus Tagungsprotokollen zu, während sich die Vielschichtigkeit des Protagonisten dadurch kaum konkretisieren könne.

Rainer, Nagy, Biographie

Biografie

Imre Nagy. Vom Parteisoldaten zum Märtyrer des ungarischen Volksaufstands. Eine politische Biographie 1896 – 1958

János M. Rainer

Im Jahr 2006 veröffentlichte János M. Rainer seine Biografie von Imre Nagy. Fast zwanzig Jahre beschäftigte sich der Autor mit der Recherche für dieses knapp 300 Seiten umfassende Werk. Darin schildert er das Leben eines überzeugten Kommunisten, eines Parteisoldaten aus der Provinz, der 1930 in die UDSSR emigrierte und nach der Rückkehr aus Moskau 1945 höchste Parteiämter innehatte, sich zugleich aber zum Gegner des Stalinismus und zum Verfechter eines „Neuen Kurses“, einer „wirklich sozialistischen Gesellschaft“ entwickelte. Rainer verknüpft immer wieder Nagys Lebensweg mit den Geschehnissen des Volksaufstandes und vermag es auch, das Vermächtnis des politischen „Märtyrers“ über dessen Lebenszeit hinaus zu skizzieren. Die wissenschaftliche Besprechung lobte das thesenstarke Werk, auch und vor allem für die Berücksichtigung neuester politikhistorischer Erkenntnisse.

Ruge, Gorbatschow, Biographie

Biografie

Michail Gorbatschow. Biographie

Gerd Ruge

Gerd Ruge veröffentlichte seine Gorbatschow-Biographie 1990, als der Protagonist noch das Amt des Staatspräsidenten der Sowjetunion und des KPdSU-Vorsitzenden bekleidete. Damit liefert Ruge noch vor dem Ende der Sowjetunion und der politischen Karriere Gorbatschows eine frühe und ebenso wichtige wie prägende Darstellung. Die Vorzüge dieser Biographie liegen vor allem begründet in der zeitgenössischen Perspektive des Autors: Als Leiter der ARD-Studios in Moskau – eine Position, die er von 1987 bis 1993 bekleidete – verfolgte Ruge die Reformpolitik Gorbatschows und das Ende der Sowjetunion als Journalist aus unmittelbarer räumlicher Nähe zum Kreml.

Buchcover

Biografie

Über die Kolyma. Erinnerungen

Franziska Thun-Hohenstein (Hrsg.)

In Über die Kolyma. Erinnerungen sind autobiografische Texte des russischen Schriftstellers Warlam Schalamow versammelt. Er schildert sein Erleben während seiner vierzehnjährigen Haftzeit in den Lagern der Kolyma-Region (1937-1951). Dort zwang der Geheimdienst NKWD ihn zu schwerster körperlicher Arbeit in den Goldgruben, im Kohlebergwerk und beim Holzschlag. Seine Erinnerungen folgen weitgehend chronologisch den Stationen seiner Haft- und Lagerzeit und ermöglichen es so, autobiographische Hintergründe seiner Werke zu entschlüsseln. Warlam Schalamow wurde 1907 geboren und gilt als einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Die Texte lassen den Leser unmittelbar teilnehmen an dem, was Schalamow in den Lagern erlebte, und zeigen sein Ringen um Selbsterkenntnis.

Buchcover

Autobiografie

Sentimentale Reise

Viktor Schklowskij

Viktor Schklowskij berichtet in seinem autobiografischen Werk „Sentimentale Reise“ von seinen Erlebnissen und Eindrücken während der Revolutions- und Bürgerkriegsjahre in Russland. Schklowskij, der sich als Mitglied der Armee während der Februarrevolution 1917 mit seiner Einheit auf die Seite der Revolutionäre stellt, wird schließlich Kommissar der Übergangsregierung Alexander Kerenskijs. Nach der Oktoberrevolution schließt er sich den Sozialrevolutionären an. Als diese zu Beginn der 1920er-Jahre von den Bolschewiki zunehmend konterrevolutionärer Bestrebungen bezichtigt werden, geht Schklowskij schließlich nach Berlin ins Exil. Die detailgetreuen Schilderungen von Schklowskijs bewegtem Leben erlauben den Leserinnen und Lesern einen tiefen Einblick in die Ereignisse des Russischen Bürgerkrieges. Beim Verlag Die Andere Bibliothek erscheint „Sentimentale Reise“ zum ersten Mal auf Deutsch; die Übersetzung von Olga Radetzkaja wurde für den Übersetzungspreis der Leipziger Buchmesse 2018 nominiert.

Cover des Buches "Lenin. Ein Leben", Rowohlt

Biografie

Lenin. Ein Leben

Victor Sebestyen

Wer war Lenin? Was bewegte den Anführer der Oktoberrevolution, den Gründer der Sowjetunion? Wie sah sein Privatleben aus? Diese Fragen beantwortet Victor Sebestyen in seiner neuen Biografie Lenin. Ein Leben. Darin stellt er den Politiker Lenin, der erbarmungslos gegen seine Gegner vorgeht, der Privatperson Wladimir Iljitsch Uljanow gegenüber, den seine Freunde als höflichen und großzügigen Mann schätzen. Diese nahezu gespaltene Persönlichkeit eines der ganz großen Akteure in der modernen Geschichte hat schon Vielen ein Rätsel aufgegeben. Lenin wird in Russland noch heute verehrt und auch im Rest der Welt übt seine Person auf viele Menschen eine gewisse Faszination aus. Indem er die Privatperson Wladimir Iljitsch Uljanow mit dem Revolutionsführer Lenin verknüpft, wirft Victor Sebestyen zu ihrem 100. Jahrestag ein neues Licht auf die Russische Revolution. Die Biografie Lenin. Ein Leben erschien am 18.08.2017.

Buchcover "Stalin:eine Biographie", Primus Verlag

Biografie

Stalin: Eine Biographie

Klaus Kellmann

Josef Wissarionowitsch Stalin war von 1927 bis 1953 der diktatorische Machthaber der Sowjetunion. Während seiner Regierungszeit ließ er eine totalitäre Diktatur aufbauen und im Rahmen von „Säuberungsprozessen“ Millionen vermeintlicher Gegner inhaftieren und in Schauprozessen verurteilen. Zahlreiche Menschen wurden in Gulag-Strafarbeitslager deportiert, in denen eine Vielzahl der Inhaftierten ihr Leben ließen. Der Autor Klaus Kellmann, Mitarbeiter der schleswig-holsteinischen Landeszentrale für politische Bildung, widmet sich in seiner Biographie Stalin: eine Biographie der Person Stalin, seinem Leben und seiner Politik. In 15 thematischen Kapiteln werden die Etappen von Stalins Lebensweg dargestellt und eine Analyse der Epoche des „Stalinismus“ vollzogen. Der Autor verbindet seine Biographie Stalins mit den bedeutenden weltgeschichtlichen Ereignissen dieser Zeit und bettet so den Stalinismus in einen globalen Kontext ein. Die Biographie liefert zudem einen Überblick über die Kommunismusgeschichte und einen Ausblick der politischen Entwicklungen in der Sowjetunion über Stalins Tod hinaus. Im Anhang des Buches befindet sich eine aufschlussreiche Chronik, die im Jahr 1879 mit der Geburt Stalins beginnt und bis ins Jahr 2005 reicht. Klaus Kellmann verfasste mit seiner Biographie eine essayistische biografische Gesamtdarstellung der Person Stalins und seiner Zeit. Für zeitgeschichtlich Interessierte und Lehrende bietet die Biographie einen guten Überblick über die Person Stalin, sein Wirken und die Epoche des „Stalinismus“.

Buchcover Gernd Konen: Traumpfade der Weltrevolution. Das Guevara-Projekt

Biografie

Traumpfade der Weltrevolution. Das Guevara-Projekt

Gerd Koenen

Gerd Koenen erzählt die Geschichte einer zentralen Figur der linken Bewegung des 20. Jahrhunderts: Ernesto „Che“ Guevara. Mit dem Ziel, diesen weder zu glorifizieren noch zu verurteilen, zeichnet Koenen Kindheit, Jugend, Schwächen und Stärken des Mannes nach, der Familienvater und Exekutor in der kubanischen Revolution, Philosoph und Revolutionär war. Koenens Werk basiert auf einer umfangreichen Quellenbasis und nimmt vor allem die 1950er-und 1960er-Jahre in den Blick, in denen die Guerilla-Revolution gegen die USA zum Vorbild der Neuen Linken im Westen wurde. Das Leben des Che Guevara stellt Koenen in Beziehung zu den Biographien anderer linker „Helden“ wie Fidel Castro und der deutsch-jüdischen Guerillera Tamara Bunke und zu regionalen und globalen Ereignissen des Kalten Kriegs.

Annelies Laschitza: Rosa Luxemburg

Biografie

Rosa Luxemburg. Im Lebensrausch, trotz alledem

Annelies Laschitza

Annelies Laschitza hat Rosa Luxemburgs Persönlichkeit, theoretisches Werk und politisches Wirken tiefgehend erschlossen und gewürdigt. Die chronologisch aufgebaute Biographie schildert auf 688 Seiten Luxemburgs Leben von der Kindheit über das Studium in Zürich zum Gründungsmitglied der KPD und der Ermordung 1919. Die Darstellung gewinnt durch Zitate aus Luxemburgs Korrespondenzen und Schriften sowie bislang unveröffentlichten Archivmaterialien Authentizität. Diese Zitate basieren auf einer reichhaltigen Quellenakquise; neue Erkenntnisse über das Leben Luxemburgs finden sich jedoch nicht. Laschitza regt zur Auseinandersetzung mit den Ansichten der streitbaren Kommunistin zu Reform und Revolution, Demokratie und Diktatur, Nationalismus und Krieg an. „Im Lebensrausch …“, erschien zum 125. Geburtstag Rosa Luxemburgs und gilt als umfassendste Biografie seit der von Peter Nettl Mitte der 1960er-Jahre veröffentlichten. Die Historikerin Annelies Laschitza (geb. 1934) konzentrierte sich in ihrer Forschung auf die deutsche Arbeiterbewegung. Unter ihrer Leitung wurden seit Mitte der 1970er-Jahre die gesammelten Briefe und Werke Rosa Luxemburgs herausgegeben. Mit den Bänden 6 und 7 (2014 und 2017 erschienen), liegt der deutschsprachige Nachlass Rosa Luxemburgs vollständig gedruckt vor, zudem werden darin Übersetzungen wichtiger polnischer Schriften von ihr erstmals publiziert.

Buchcover

Autobiografie

Durch die Erde ein Riss. Ein Lebenslauf

Erich Loest

"Durch die Erde ein Riss.Ein Lebenslauf" ist die Autobiografie des Journalisten und Schriftstellers Erich Loest. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges, den Loest als junger Soldat erlebt, tritt er 1947 in die SED ein und übernimmt den Vorstand des Schriftstellerverbandes Leipzig. Als er die eigene Partei jedoch immer kritischer beurteilt, wird er schließlich aus der Partei ausgeschlossen und zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. Die Biografie beginnt mit seinen Kindheitserinnerungen im sächsischen Mittweida und endet im Jahr 1964, dem Jahr seiner Haftentlassung. In den Jahren nach seiner Haft arbeitet Loest wieder als Schriftsteller; er veröffentlicht unter anderem eine Reihe von Kriminalromanen. Das Manuskript seiner Autobiografie vollendete er 1980, jedoch war kein Verlag in der DDR zur Veröffentlichung bereit. Wegen der staatlichen Repressionen, die sich Loest aufgrund seiner fortdauern kritischen Haltung gegenüber des Regimes ausgesetzt sah, siedelte er 1981 schließlich in die Bundesrepublik Deutschland über. 

Buchcover

Biografie

Lew Kopelew. Humanist und Weltbürger

Reinhard Meier

Reinhard Meier zeichnet ein Portrait Lew Kopelews, dass den vielen Facetten des russischen Humanisten gerecht wird. Kopelew wird 1912 im vorrevolutionären Kiew geboren. Der überzeugte Kommunist meldet sich 1941 als Freiwilliger zur Roten Armee. Als er jedoch Kritik am brutalen Umgang mit Gefangenen äußert, gerät er ins Visier des sowjetischen Geheimdienstes und wird schließlich wegen “Propagierung des bürgerlichen Humanismus, Mitleid mit dem Feind und Untergrabung der politisch-moralischen Haltung der Truppe“ zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt. Auch diese Erfahrung bringt ihn nicht dazu, sich vollständig vom Sowjetkommunismus abzuwenden. Nach seiner Rehabilitierung kann er lange Jahre als Literaturwissenschaftler arbeiten. In den 1960er-Jahren beginnt Kopelew zunehmend, sich für Dissidenten wie den Physiker Andrej Sacharow und den Schriftsteller Alexander Solschenizyn sowie für den Prager Frühling einzusetzen. Das Regime reagiert mit Parteiausschluss und Schreibverbot. Während einer Deutschlandreise 1981 werden Kopelew und seine Frau schließlich ausgebürgert. Das Paar lässt sich in Köln nieder. Lew Kopelew bemüht sich Zeit seines Lebens, durch seine publizistische Arbeit zur Aussöhnung zwischen Russen und Deutschen beizutragen. 1997 stirbt er in Köln. Reinhard Meier beschreibt die Stationen von Kopelews bewegtem Leben in detaillierten Schilderungen.    

Buchcover Frank Niess: Fidel Castro

Biografie

Fidel Castro

Frank Niess

Dieses Porträt vermittelt einen Überblick über Fidel Castros Werdegang von der Jugendzeit über die ersten revolutionären Aktionen bis zum Einzug in Havanna und zur Übernahme der Macht. Niess beschreibt die politischen Ziele und Strategien des „Máximo Líder“, die positiven und negativen Seiten seiner langjährigen Herrschaft. Castros Streben, für sein Volk mehr Gerechtigkeit zu erreichen, führte schließlich zur „Gleichheit in Armut“. Die Monographie basiert vor allem auf englischsprachiger Sekundärliteratur und bietet eine spannende Einführung in das politische Leben Castros.

Buchcover Stefan T. Possony: Lenin. Eine Biographie

Biografie

Lenin. Eine Biographie

Stefan T. Possony

Stefan Thomas Possony, ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Militärstratege, legte 1964 eine mit kriminalistischem Scharfsinn psychologischer Intuition und historischer Objektivität verfasste Lenin-Biographie vor, urteilt ein Rezensent. Die deutsche Ausgabe erschien zwei Jahre später. Possony gelingt die Dekonstruktion des Mythos Lenin, wobei er sich u.a. auf Akten des deutschen, österreichischen und japanischen Auswärtigen Amtes stützt. Er schildert akribisch das Leben des Diktators und kommt zu der Erkenntnis, dass nicht erst Stalin, sondern bereits Lenin die Idee des Sozialismus pervertierte. Eingehend widmet sich Possony der Krankheits- und Leidensgeschichte Lenins. Es sei tragisch, dass er gerade in jenem Moment von der politischen Bühne abtreten musste, als er aus seinen bisherigen Irrtümern und Fehlschlägen die Konsequenzen ziehen wollte. Lenin sei deshalb als ein tief enttäuschter Mann gestorben, der, hätte er länger gelebt, den stalinistischen Säuberungen zum Opfer gefallen wäre, so Possony.

Buchcover

Autobiografie

Fidel Castro: Mein Leben

Ignacio Ramonet

„Fidel Castro:  Mein Leben“ präsentiert auf fast 800 Seiten ein monumentales Interview, in dem Castro viele Einblicke in sein Leben erlaubt. Neben Fragen zu Kindheit und Jugend geht es auch um Demokratie und Menschenrechte, um den Umgang mit Oppositionellen, mit Dissidenten.Durch die langen, intensiven Gespräche liefert das Buch einen umfassenden Überblick über die Weltsicht des ersten sozialistischen Regierungschefs der westlichen Hemisphäre. Eine explizit kritische Auseinandersetzung mit dem Politiker bietet das Buch nicht; Kritiker mögen Ignacio Ramonet vorwerfen, Castro zu viel Raum zur Selbstinszenierung zuzugestehen, wenn dieser sich als "Oppositioneller Nummer Eins" und als  "Arbeiter der Revolution" präsentieren kann. Dieser Kritik mag man das Format des Buches entgegen halten, welches eher einer Autobiografie als einer kritischen Außenperspektive entspricht. Der Autor zielt vor allem darauf ab, historische Details aus dem Leben des umstrittenen Politikers für die Nachwelt zu bewahren – ein Anspruch, welcher nach dem Tod Castros im Jahr 2016 zusätzliche historische Bedeutung gewinnt. 

Buchcover

Autobiografie

Gelobtes Land. Meine Jahre in Stalins Sowjetunion

Wolfgang Ruge

„Gelobtes Land. Meine Jahre in Stalins Sowjetunion“ ist die posthum erschienene Autobiographie des Historikers Wolfgang Ruge. Ruge, der in einem kommunistisch geprägten Elternhaus aufwächst, verlässt Deutschland 1933 als 16-jähriger mit seiner Familie, um in die Sowjetunion auszuwandern. Neben viel Begeisterung wecken die Eindrücke im Land jedoch auch Skepsis an der Umsetzung der kommunistischen Idee in der Sowjetunion Stalins. Ein einschneidender Punkt ist der Einmarsch deutscher Truppen in die Sowjetunion 1941, seit dem die Familie als Deutsche unter dem Generalverdacht der Kollaboration mit dem faschistischen Deutschland steht. Wolfgang Ruge, sein Bruder und sein Vater geraten ins Visier der stalinistischen Säuberungen. Der Autor selbst wird an den Ural deportiert, wo er als Mitglied der sogenannten „Arbeitsmobilisierten“ den Kampf der Sowjetunion gegen den Faschismus unterstützt – was faktisch aber einer Deportation in ein Arbeitslager gleich kommt. Erst 1956 kann Wolfgang Ruge aus Russland zurückkehren. Seine Erinnerungen bereichern die Literatur, die aus den Erfahrungen in russischen Lagern entstanden ist, um einen Bericht, der die Perspektive einer großen Gruppe Verfolgter wiedergibt: diejenigen Deutschen, die vor dem faschistischen Regime flohen, um in der Sowjetunion, wo sie sich sicher gehofft hatten, wiederum zu Verfolgten zu werden.

Leonid Breschnew: Staatsmann und Schauspieler im Schatten Stalins, Screenshot vom Cover der Biographie

Biografie

Leonid Breschnew. Staatsmann und Schauspieler im Schatten Stalins.

Susanne Schattenberg

Anlässlich seines 35. Todestages veröffentlicht die Osteuropahistorikerin Susanne Schattenberg im November 2017 die erste wissenschaftliche Biographie über Leonid Breschnew, der von 1964 bis 1982 die Entwicklung der Sowjetunion als Vorsitzender der KPdSU fast zwei Jahrzehnte lang prägte. Geboren am 19. Dezember 1906 als Sohn eines Metallarbeiters, begann seine politische Karriere in einer Zeit, in der Josef Stalin für viele Jungkommunisten ein Idol und unangefochtener Führer der KPdSU war. Während und nach der Zeit des "Großen Terrors" von 1936 bis 1938 stiegen Ingenieure, Techniker und Naturwissenschaftler in der Partei vorrangig auf - Breschnew, der eine technische Ausbildung und ein Studium am Metallurgischen Institut in Kamjanske absolviert hatte, machte rasch Karriere. Doch er litt auch unter Stalin und hatte im Zweiten Weltkrieg so viel Leid gesehen, dass er „Wohlstand für alle“ zur Generallinie der Partei erklärte. Auf der Suche nach dem Ausgleich mit dem Westen, mimte Breschnew den westlichen Staatsmann und wurde von seinen Partnern akzeptiert. Doch als 1974 Georges Pompidou starb und Willy Brandt und Richard Nixon zurücktraten, sah sich Breschnew vor dem Trümmerhaufen seiner Entspannungspolitik. Denn was im Westen niemand ahnte: Im Kreml gab es keinen politischen Kurswechsel.

Buchcover

Biografie

Mao Zedong. Es wird Kampf geben

Helwig Schmidt-Glintzer

Mao Zedong gilt als einer der großen Diktatoren des 20. Jahrhunderts. Helwig Schmidt-Glintzer beschreibt den Anführer der Volksrepublik in seiner neuen Biografie jedoch vielmehr als Einheitsstifter, Pragmatiker und Reformer. Mao habe nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches die Demütigung des chinesischen Volkes durch die Kolonialmächte abschütteln wollen. Mit seinen Modernisierungsprozessen habe er eine stabile, wandelbare politische Ordnung geschaffen, die für den heutigen Wohlstand Chinas mitverantwortlich sei. Mao hat trotz der Gräueltaten, für die er beispielsweise während der Kulturrevolution verantwortlich war, viele Intellektuelle im Westen fasziniert; für sie stand er, vor allem in den 1960er-Jahren, für das anti-Bürgerliche, für den Traum von Gerechtigkeit. Für Schmidt-Glintzer stellt die von Mao angestrebte Entwicklungsrichtung bis heute einen Erfolgsweg für China dar. "Mao Zedong. Es wird Kampf geben" soll anhand des Lebens und Wirkens Maos auch die wechselhafte Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert erzählen.

Trotzki, Serge, Biographie, Leben und Tod

Biografie

Leo Trotzki. Leben und Tod

Victor Serge

Die 350 Seiten starke deutsche Version der Trotzki-Biographie von Victor Serge erschien 1978 im Europaverlag. Er hatte das Manuskript wenige Tage vor seinem Tod mit Trotzkis Witwe fertiggestellt. Letztere bestand allerdings darauf, das Buch ausschließlich unter Serges Namen zu veröffentlichen, um seinem Anteil an der Arbeit gerecht zu werden. Genau wie Trotzki war auch Serge ins Exil nach Mexiko geflohen und stellte dort bis zu seinem Ableben Schriften wie diese Biographie fertig. Die Biographie vertritt an verschiedenen Stellen deutlich eine antistalinistische Haltung und stützt den Protagonisten in seinen Entscheidungen und Taten. Bemerkenswert ist dies, da es zwischen ihm und Serge 1939 öffentlich zum Bruch gekommen war. Rezensenten kritisierten, nach Serges Darstellung sei Trotzki „ein unpolitischer Revolutionär“ gewesen (Knut Nevermann in Die Zeit).

Buchcover Charlotte Kerner: Rote Sonne, roter Tiger. Rebell und Tyrann. Die Lebensgeschichte des Mao Zedong

Biografie

Rote Sonne, Roter Tiger. Rebell und Tyrann. Die Lebensgeschichte des Mao Zedong

Charlotte Kerner

Charlotte Kerner stellt den Revolutionär und Begründer des modernen Chinas mit all seinen Widersprüchen vor. Die Schriftstellerin und Journalistin erzählt Maos Lebensgeschichte vom revoltierenden Bauernsohn aus Hunan über den Mitbegründer der Kommunistischen Partei Chinas bis zum Herrscher über die Volksrepublik China. Dabei vermittelt sie zugleich einen Überblick über die Geschichte des Landes vom Kaiserreich bis zur Kulturrevolution. Ohne ideologisch zu argumentieren, analysiert Kerner die auf Machterhalt zielenden kompromisslosen Reformen und Sozialexperimente Maos, die mit Repressionen einhergingen, Hungersnöte auslösten und Millionen Todesopfer einer entfesselten Ideologie hinterließen.

Cover des Buches " Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel", Osburg

Autobiografie

Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel. Erlebnisse – Erkenntnisse

Pavel Kohout

In seiner Autobiografie berichtet der Autor Pavel Kohout von seinem Leben in der damaligen Tschechoslowakei. Die Erzählung ist geprägt von seinem Wandel – vom Mitglied und überzeugtem Anhänger der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei hin zu deren Kritiker und Wortführer des "Prager Frühlings". Der Begriff „Prager Frühling“ beschreibt eine von der Kommunistischen Partei mitgetragenen Reformbewegung, die in der Tschechoslowakei die Umsetzung eines „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ forderte. Dieser wurde ein jähes Ende gesetzt, als am 21. August 1968 Truppen des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei einmarschierten und die Bewegung gewaltsam niederschlugen. 1969 wurde Pavel Kohout aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen. Gemeinsam mit Vaclav Havel verfasste er 1977 das Gründungsdokument der Bürgerinitiative "Charta 77", die den Mittelpunkt der Opposition gegen das kommunistische Regime in der CSSR war. 1978 wurde er mit seiner Frau Jelena aus der Tschechslowakei ausgebürgert. Er hat zahlreiche Romane veröffentlicht. Pavel Kohout lebt in Wien und Prag.

Buchcover Thomas M. Leonard: Fidel Castro. A biography

Biografie

Fidel Castro. A biography

Thomas M. Leonard

In seiner Biographie untersucht der US-amerikanische Historiker Thomas M. Leonard das Leben und die über vier Jahrzehnte währende Herrschaft des kubanischen Staatschefs mit Erfolgen und Niederlagen. Das Buch widmet sich der Kindheit, der Familie und dem Bildungsweg Castros. Leonard erzählt von dessen Rebellionen in jungen Jahren, etwa als er versuchte, einen Arbeiterstreik in der Zuckerindustrie gegen seinen eigenen Vater zu organisieren. Der Leser erfährt Einzelheiten über die Zeit Castros an der Havana Law School, über seine Gefangenschaft und den Aufstieg zu politischer Macht. Leonard beschreibt Castros Opposition gegen die von den USA gestützte Diktatur des Fulgencio Batista, seine Vorstellungen von sozialem Wandel in Kuba und die erfolgreiche Revolution des Jahres 1959. Daneben werden historische Ereignisse wie die Invasion der Schweinebucht 1961 und die Kubakrise 1962 erläutert. Eine Chronologie am Ende des Buches bietet einen Überblick über die wichtigsten Stationen im Leben des Fidel Castro.

Cover des Buches

Briefe

Briefe aus dem Gefängnis

Rosa Luxemburg

Als Rosa Luxemburg (1871–1919) während des Krieges insgesamt drei Jahre und vier Monate im Gefängnis verbrachte, waren Briefe ihr einziger Kontakt zur Außenwelt. Dieser Band versammelt ihre Korrespondenz mit Sophie Liebknecht (1884–1964), die einen sehr privaten Blick auf die Wissenschaftlerin und Widerstandskämpferin eröffnet. Während ihrer Gefängniszeit arbeitete Luxemburg unermüdlich. So entstand beispielsweise die berühmte „Junius-Broschüre“ hinter Gittern. Luxemburg gelang es, Flugblätter, Aufrufe und wesentliche Beiträge zu den „Spartakus Briefen“ aus dem Gefängnis zu schleusen. In ihren Briefen an Karl Liebknechts Frau schreibt Luxemburg jedoch von persönlichem Erleben wie Naturerfahrung, aber auch von Ängsten und Zweifeln in Anbetracht der Ungerechtigkeit der Welt. Dabei siegt immer wieder ihr Optimismus und ihr Glaube an die Menschen. So erklärt das Exekutivkomitee der Kommunistischen Jugendinternationale, die Herausgeber der Erstausgabe 1920, im Vorwort: Die politischen Mitstreiter „(…) sollen sehen, wie diese Frau, über ihren eigenen Leiden stehend, alle Wesen der Schöpfung mit verstehender Liebe und dichterischer Kraft umfängt, wie ihr Herz in Vogelrufen erzittert (…) So stellen wir das Denkmal auf, das die Tote sich selbst errichtet hat.“

Stalin, Biographie, Biografie, Sebag Montefiore

Biografie

Stalin. Am Hof des roten Zaren

Simon Sebag Montefiore

Die Stalin-Biographie "Stalin. Am Hof des Zaren" von Simon Sebag Montefiore zeichnet das Privatleben der Herrscherfamilie abseits der politischen Schaubühne des Kremls nach. Der Autor stützt sich auf persönliche Korrespondenzen und Tagebücher, um einen differenzierten Einblick in die Alltagsgeschichte des Diktators zu vermitteln. Das Werk hat einen Umfang von über 850 Seiten und soll das politische Auftreten Stalins kontrastieren und damit die biographische Historiographie erweitern. Simon Sebag Montefiore gewann mit seinem weltweiten Bestseller den „History Book of the Year Prize“ der British Book Awards. Allerdings waren unter den Rezensionen des Feuilletons auch kritische Stimmen, die zwar den Aufwand der intensiven Recherche und Archivarbeit anerkannten, doch von „Kreml-Kitsch“ und wenig politischer Analyse sprachen.

Olschewski, Ceausescu, Biographie, Rumänien

Biografie

Der Conducator Nicolae Ceausescu. Phänomen der Macht

Malte Olschewski

Malte Olschewski veröffentlichte seine Biografie des rumänischen Diktators bereits 1990. Nicolae Ceauşescu wurde nach Unruhen und dem brutalen Vorgehen der Geheimpolizei Securitate gegen das rumänische Volk gemeinsam mit seiner Frau Elena im Dezember 1989 vor ein Militärgericht gestellt und zum Tode verurteilt – ein Umstand, den erst der von ihm selbst ausgerufene Ausnahmezustand ermöglichte. Olschewski befasst sich also unmittelbar nach dem Tod seines Protagonisten mit dessen Handeln und Leben. Das 286 Seiten umfassende Buch unterteilt er in fünf Themenabschnitte und Kapitel, die Stück für Stück aufzeigen sollen, wie eisern und grausam Ceauşescu das rumänische Volk bis zu seinem Tod regiert hat.

Pötzl, Honecker, Biographie, DDR

Biografie

Erich Honecker. Eine deutsche Biographie

Norbert F. Pötzl

Im Jahr 2002 veröffentlichte Norbert Pötzl seine Honecker-Biografie, die neben dem Lebensabriss von Ulrich Völklein eine der ersten umfassenden Darstellungen über Leben und Wirken des SED-Politikers darstellt. Pötzl beobachtete als Leiter des Berliner Spiegel-Büros 1990–1994 den Vereinigungsprozess und die Aufarbeitung der DDR-Geschichte. Er befand sich an Bord des Flugzeugs, das Honecker nach der Einstellung des Gerichtsverfahrens gegen ihn ins chilenische Exil brachte. Sein Buch stützt sich auf eine Vielzahl von Zeitzeugen, die allerdings vorwiegend aus einer westdeutschen Perspektive erzählen. Entgegen der landläufigen Bewertung Honeckers als einer unbedarften Marionette der Sowjetunion, versteht es Pötzl, ihn als im Rahmen seiner intellektuellen Fähigkeiten machtbewussten Politiker zu porträtieren.

Screenshot Buchcover "Fidel Castro", Kohlhammer Verlag

Biografie

Fidel Castro

Roman Rhode

Der Autor Roman Rhode beschäftigt sich in seiner politischen Biografie Fidel Castro mit dem Anführer der kubanischen Revolution und zeichnet nach, wie es Castro gelang seine charismatische Herrschaft auszubauen und dauerhaft zu institutionalisieren. Fidel Castro war Vorsitzender der Kommunistischen Partei Kubas und Staatspräsident. Mit der Bewegung des 26. Juli gehörte er zu der treibenden Kraft der kubanischen Revolution, die zum Sturz des Diktators Fulgencio Batista 1959 führte. Während seiner Regierungszeit errichtete er ein Einparteiensystem und war verantwortlich für eine Vielzahl von Menschenrechtsverletzungen. Rhode betrachtet in seiner Biografie ebenfalls die Rezeption des polarisierenden Kommunisten. Von vielen Zeitgenossen wurde Castro als Hoffnungsträger der Dritten Welt wahrgenommen, von anderen als autoritärer Despot. Die Biografie zeichnet Castros bewegtes Leben nach und wertet hierfür bisher unbekannte Quellen und neue Sekundärliteratur aus.

Buchcover Wolfgang Ruge: Lenin. Vorgänger Stalins. Eine politische Biografie

Biografie

Lenin. Vorgänger Stalins. Eine politische Biografie

Wolfgang Ruge

Wolfgang Ruge, der 1933 vor den Nationalsozialisten in die Sowjetunion flüchtete, verbrachte vier Jahre im Gulag und elf in der Verbannung. Nach seiner Ausreise 1956 wurde er einer der bedeutendsten Historiker der DDR. Einige Jahre nach Ruges Tod gab sein Sohn Eugen die Lenin-Biographie heraus. Sie deckt die Widersprüche des Revolutionärs Lenin auf, interpretiert seine Ideen und Programm sowie seinen Weg zur Macht. Die zu Beginn von Lenin propagierte Befreiung der Arbeiterklasse, so Ruge, führte schließlich in eine Diktatur, die von der sozialen Revolution nichts mehr übrig ließ. In diesem Werk gelingt Ruge auch eine schonungslose Bilanz seiner eigenen Irrtümer.

Cover des Buches

Biografie

Die Hände meines Vaters. Eine russische Familiengeschichte

Irina Scherbakowa

In Die Hände meines Vaters erzählt die russische Historikerin, Publizistin und Übersetzerin Irina Scherbakowa die Geschichte ihrer Familie von der Zeit der Oktoberrevolution bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. So führt sie anhand der Lebensgeschichten ihrer Großmutter, ihres Vaters – die verwoben sind mit ihrer eigenen Biografie – durch die Umbrüche und Krisen Russlands. Der Epos nimmt seinen Anfang mit Scherbakowas jüdischer Großmutter, die sowohl den Bürgerkrieg von 1917/18 als auch die Pogrome durch- und überlebt hat. Weiter schildert sie, wie ihr Vater als Offizier in Stalingrad kämpfte. Auch ihr eigenes Leben im stalinistischen Moskau thematisiert Scherbakowa und zeichnet so auch ein Portrait dieser Epoche. Wider aller Wahrscheinlichkeit gelingt es der Familie, „alle Schrecknisse des 20. Jahrhunderts“ zu durchstehen (Vgl. Droemer Knaur).Die 1949 geborene Moskauerin Scherbakowa war Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin und setzt sich heute mit ihrer Arbeit für Memorial für die Aufklärung der sowjetischen Repressionen und den Schutz der Menschenrechte in Russland ein.

Schreiber, Dubcek, Gomulka, Vergleich, Biographie

Biografie

Alexander Dubček und Wladyslaw Gomułka. Ein Vergleich

Rene Schreiber

Rene Schreiber erzählt zum einen die Lebensgeschichten von Alexander Dubček, Politiker der Kommunistischen Partei der Slowakei und späterer Generalsekretär der tschechoslowakischen Kommunisten, sowie von Wladyslaw Gomułka, Chef der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei. Zum anderen wird über diese lebensgeschichtlichen Zugänge auch die politische Ereignisgeschichte in Polen und der Tschechoslowakei bis 1970 beleuchtet. Dabei geht der Autor speziell auf den Warschauer und Slowakischen Nationalaufstand, die kommunistische Machtübernahme sowie auf die Jahre 1956 und 1968 ein. Auch die Vorgeschichte des so genannten Prager Frühlings im Jahr 1968 wird mit den Ereignissen in Polen in Zusammenhang gebracht.

Buchcover Robert Service: Lenin. Eine Biographie

Biografie

Lenin. Eine Biographie

Robert Service

Robert Service, Professor für Russische Geschichte und Politik, porträtiert in seiner 600seitigen Biographie nicht nur den Revolutionär, sondern vor allem den Menschen Lenin. Neben den wichtigsten Stationen seiner Karriere, der Oktoberrevolution sowie der Errichtung der Diktatur schildert Service auf der Grundlage zahlreicher bis dahin unerschlossener Quellen Lenins Familie, seine Erziehung, seine Ehe, seine Gewohnheiten und persönlichen Eigenschaften. Mit dem Anspruch, den sowjetischen Mythos Lenin zu dekonstruieren, entwirft Service das Bild einer komplexen Persönlichkeit, taucht in die Vorstellungswelt des Diktators ein und versucht, aus dieser Perspektive die Oktoberrevolution und die Entwicklung des Sowjetstaates zu erklären. Der Biographie ging ein dreibändiges Werk über Lenin voraus, das sich auf den Zusammenhang von Ideologie und politischer Praxis konzentriert.