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Robert Service, Stalin, Biografie, Biographie

Biografie

Stalin. A biography

Robert Service

Mit „Stalin. A biography“ legte Robert Service nach seiner Lenin-Biographie die erste umfassende, über 730 Seiten starke Darstellung des Diktators nach über zwei Jahrzehnten vor. In seine Recherche bezog er erstmals bis dato nicht berücksichtigte Archivbestände aus Russland und Georgien, der Heimat Stalins, ein. Der Fokus liegt vor allem auf der ersten Hälfte von Stalins Leben, seinem Werdegang und seiner politischen wie religiösen Prägung. Service versucht somit, dem gängigen Bild des ungebildeten, skrupellosen und brutalen Staatslenkers zu begegnen. Die Meinungen des Feuilletons und der wissenschaftlichen Rezensionen, speziell was die Fokussierung auf die jungen Jahre Stalins angeht, gehen jedoch auseinander: So blieben die Beobachtungen zu vage und ungenau, urteilt etwa der „Guardian“, gerade im Vergleich zu seiner Biographie Lenins.

Buchcover Volker Skierka: Fidel Castro. Eine Biographie

Biografie

Fidel Castro. Eine Biographie

Volker Skierka

Der Journalist und Autor Volker Skierka ist der erste deutschsprachige Biograph des ehemaligen Revolutionärs und kubanischen Staatschefs Fidel Castro. Dieser war einer der umstrittensten Persönlichkeiten und charismatischsten Politiker der Zeitgeschichte. Er führte Kuba aus der Abhängigkeit von den USA und verhalf dem Land zu einer nationalen Identität. Doch er regierte über 40 Jahre lang mit autoritärer Hand. Skierka rekonstruiert das politische Wirken Fidel Castros und zugleich die Ereignisse und Entwicklungen während und nach der Revolution Dafür nutzt er zahlreiche Quellen, u. a. die vor 1990 nicht zugänglichen Akten der DDR, und fördert etwa das nicht immer unproblematische Verhältnis zwischen Kuba und der Sowjetunion zu Tage. Die Schattenseiten des Alltags, Mangelwirtschaft und politische Repression werden beschrieben, aber auch die Errungenschaften des kubanischen Sozialismus. Skierka urteilt nicht vom hohen Ross der westlichen Demokratie aus und verschweigt nicht, dass er durchaus Sympathien hat für Kuba und für den Mann, der dieses Land maßgeblich prägte.

Trotnow, Liebknecht, Biographie

Biografie

Karl Liebknecht. Eine politische Biographie

Helmut Trotnow

Helmut Trotnow veröffentlichte im Jahr 1980 seine Biographie zu Karl Liebknecht. Auf 378 Seiten beschreibt er in seiner Abhandlung das Leben des Mannes, der 1918 während der Novemberrevolution eine „freie sozialistische Republik“ vor dem Berliner Schloss ausrief und somit die Kaisermonarchie beenden wollte. Der Autor versucht in seiner Darstellung ein differenzierteres Bild des Mitbegründers der Kommunistischen Partei Deutschlands zu zeichnen. Die westdeutsche Veröffentlichung steht im Kontext des Kalten Krieges. Trotnow versucht der von der SED beanspruchten Deutungshoheit über Liebknecht etwas entgegenzusetzen und zeichnet den Revolutionär mehr als Reformpolitiker.

Völklein, Honecker, Biographie, DDR

Biografie

Honecker. Eine Biographie

Ulrich Völklein

Das Leben Erich Honeckers war gemessen an seiner Bedeutung für die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts lange Zeit erstaunlich unterbelichtet. Dies änderte sich 2002/2003 als neben Norbert Pötzl auch Ulrich Völklein eine Biografie des prägenden DDR-Funktionärs veröffentlichte. Im Feuilleton der FAZ wurde das Buch kritisiert: Trotz vieler Recherchen bleibe Honeckers Charakter wie in der 1980 erschienenen Autobiografie „Aus meinem Leben“ ungreifbar – im Gegensatz zu Völklein habe die vom DDR-Staatsapparat geprägte Stilisierung aber vorsätzlich dieses Ziel verfolgt. Aus seiner „Ost-Perspektive“ auf das Leben Honeckers habe sich der Autor letztlich gar dazu verleiten lassen, Bundeskanzler Helmut Kohl jedweden Anteil an der Verantwortung für die Herstellung der deutschen Einheit abzusprechen.

Buchcover Felix Wemheuer: Mao Zedong

Biografie

Mao Zedong

Felix Wemheuer

Der Politologe und Sinologe Felix Wemheuer entwirft ein differenziertes Bild des chinesischen Revolutionärs und Machtpolitikers. Wie andere Mao-Biographen versucht er zu ergründen, wie aus dem 1893 in der Provinz Hunan geborenen Sohn einer gut situierten Bauernfamilie ein Revolutionsführer werden konnte. Der chinesische Bürgerkrieg und der Kampf gegen Japan, die maßgeblichen Einfluss hatten auf Maos weitere Entwicklung, beschreibt der Autor. Die Massenkampagne des „Großen Sprungs“ und die radikale Kollektivierung der Landwirtschaft ab Mitte der 1950er-Jahre führten schließlich zu Hungersnot und Chaos, wodurch Millionen Menschen ums Leben kamen. Das Ziel, eine sozialistische Revolution in China durchführen, hält Wemheuer für gescheitert, den Aufbau eines unabhängigen Nationalstaates und die Modernisierung des Landes bewertet er dagegen als Erfolge.

Cover des Buches "Erinnert euch an mich. Über Nestor Machno: Porträt des ukrainischen Anarchisten", Nautilus

Biografie

Erinnert euch an mich. Über Nestor Machno: Porträt des ukrainischen Anarchisten

Mark Zak

Mark Zaks Buch "Erinnert euch an mich" ist die Biografie des ukrainischen Anarchisten Nestor Machno. Der Autor rekonstruiert aus zeitgenössischen Quellen das Leben des weitgehend unbekannten Bauernführers. Machno war zwischen 1917 und 1921 während des Russischen Bürgerkrieges Anführer der nach ihm benannten Machnowischtschina, einer anarchistischen Volksbewegung. Die Bewegung hatte die Selbstbestimmung der Bauern und Arbeiter zum Ziel und versuchte, anarchistische Gesellschaftsstrukturen in der Ukraine zu verwirklichen. Als Akteurin im Bürgerkrieg war die Bewegung wichtige Gegenspielerin der Weißen Armee. Nach dem Sieg der Bolschewiki sollte die Machnowischtschina in der Roten Armee aufgehen. Gegen diese Übernahme gab es heftigen Widerstand, der schließlich in der gewaltsamen Niederschlagung der Machnowischtschina durch die Rote Armee führte. Machno gelang 1921 die Flucht nach Paris, wo er bis zu seinem Tod 1943 lebte. Der Autor der Biografie, Mark Zak, wurde 1959 in Lwiw (Lemberg) geboren, wuchs in Odessa auf und kam 1974 mit seiner Familie aus der UdSSR nach Westdeutschland. Er lebt heute als Schauspieler und Autor in Köln.

Service, Trotzki, Biographie

Biografie

Trotzki. Eine Biographie

Robert Service

Nachdem Robert Service bereits eine Biographie zu Lenin und eine Biographie zu Stalin vorgelegt hat, widmet er sich dem Leben Trotzkis. Auch für diese 730 Seiten umfassende Darstellung hat Service, bis zur Emeritierung 2013 Professor für Russische Geschichte am St Antony’s College an der University of Oxford, bis dato unveröffentlichtes Archivmaterial ausgewertet. Durch seine vorangegangene biographische Arbeit zur Intellektuellengeschichte des Kommunismus setzt Service mit der Untersuchung der Beziehung zwischen Stalin und Trotzki einen neuen Schwerpunkt. Kritiker bemängelten jedoch, dass Service in seinen Darstellungen dazu neige, für ein vielschichtigeres, nahezu heldenhaftes Stalin-Bild zu plädieren, während er versuche, „den toten russischen Revolutionär Trotzki noch toter zu machen“ (Gerd Koenen in Die Zeit) Schon vor der Veröffentlichung der deutschen Ausgabe wurde Service für seine Arbeit derart verrissen, dass der Verlegerin von Wissenschaftlern nahegelegt wurde, die Veröffentlichung der deutschen Ausgabe abzusagen.

Buchcover Jonathan Spence: Mao

Biografie

Mao

Jonathan Spence

Der US-amerikanische Sinologe Jonathan Spence wirft einen kritischen Rückblick auf Maos Leben und versucht zu erklären, warum sich dieser so lange an der Macht halten konnte, trotz den desaströsen Folgen seiner Politik. Die Kurzbiographie widmet sich der Kindheit und der Jugend des Revolutionärs, seiner politischen Karriere und seinen geistigen Grundlagen. Der Leser erhält zugleich einen Überblick über die Geschichte der kommunistischen Bewegung in China, die Entstehung der Volksrepublik sowie des „Großen Sprung nach vorn“ und der Kulturrevolution, die Millionen Menschenleben forderte. Im Mittelpunkt des Buches stehen jedoch der Mensch und die Persönlichkeit Maos. So werden seine Liebes- und Familienverhältnisse ebenso wie die Werdegänge seiner Kinder aus den verschiedenen Ehen ausführlich beschrieben.

Stalin, Trotzki, Biographie

Biografie

Stalin. Eine Biographie

Leo Trotzki

Die umfangreiche Stalin-Biographie von Leo Trotzki entstand in den späten 1930er-Jahren, als der Autor im Exil in Mexico lebte. Dieses hatte er unfreiwillig durch den Aufstieg Stalins und dessen bürokratischen Staatsapparat angetreten und urteilt dementsprechend kritisch über die politische Figur Stalins. Allerdings konnte Trotzki selbst die Biographie nicht beenden. Vor seinem gewaltsamen Tod stellte er lediglich die ersten sieben Kapitel sowie den Anhang „Drei Konzeptionen der russischen Revolution“ fertig. Charles Malamuth, ein Übersetzer Trotzkis, beendete sein begonnenes Werk posthum. "Ziel [war], das ich mir mit dieser politischen Biographie gestellt habe, ist aufzuzeigen, wie sich eine Persönlichkeit von dieser Art und diesem Charakter gebildet hat und zur Macht gelangen konnte...", so Trotzki im Vorwort. Bei Isaac Deutscher, einem weiteren späteren Stalin-Biographen, stieß die Darstellung auf Widerstand. Deutscher bezog sich in seinem eigenen Werk explizit auf Trotzki.

Screenshot vom Buchcover

Biografie

Jenseits von Wahrheit und Lüge

Aleksander Wat

Die Biografie des polnischen Schriftstellers und Publizisten jüdischer Herkunft ist ein bewegendes Zeitzeugnis. Geboren 1900 in Warschau, gilt Aleksander Wat als Mitbegründer des polnischen Futurismus und erzählt im Gespräch mit dem polnischen Nobelpreisträger Czesław Miłosz von seinem Leben in der polnischen Republik der Zwischenkriegszeit und von seinem Schicksal in der Zeit von 1939 bis 1945. In den 20er-Jahren war er zunächst begeisterter Anhänger des Kommunismus, später wandte er sich davon ab. Nach seiner Flucht vor der Nazi-Okkupation ins russisch besetzte Polen, verbrachte er beinahe die ganze Zeit des Zweiten Weltkriegs in sowjetischen Gefängnissen und lernte dort das System von seiner unmenschlichsten Seite kennen. Er begegnete hunderten von Leidensgenossen, darunter ukrainische Bauern, polnische Arbeiter, jüdische Schuster, russische Banditen, vor allem aber Schriftstellerkollegen und Philosophen, mit denen er lange Gespräche führte. Seine Erfahrungen aus dieser Zeit bilden das Herzstück seiner autobiographischen Erinnerungen, die ein faszinierendes Panorama über Leben und Verhalten europäischer Intellektueller zur Zeit des Stalinismus abbilden.

Cover von Florian Wilde: Revolution als Realpolitik: Ernst Meyer (1887-1930) – Biographie eines KPD-Vorsitzenden, Konstanz: Universitätsverlag Konstanz 2018.

Biografie

Revolution als Realpolitik: Ernst Meyer (1887-1930) – Biographie eines KPD-Vorsitzenden

Florian Wilde

Ernst Meyer war eine herausragende Führungsfigur des frühen deutschen Parteikommunismus. Schon vor Kriegsausbruch auf dem linken Flügel der SPD stehend, wurde dieser Schüler Rosa Luxemburgs einer der Gründer des Spartakusbundes, dessen konspirative Arbeit er zeitweise leitete. An der Novemberrevolution aktiv beteiligt, gehörte er nach dem Ersten Weltkrieg zunächst fast durchgehend der KPD-Zentrale an und nahm an mehreren internationalen Konferenzen der kommunistischen Bewegung teil. 1921/22 stand er als Parteivorsitzender an der Spitze der KPD. Als Anhänger einer revolutionären Realpolitik hatte er wesentlichen Anteil an der Entwicklung und Anwendung der kommunistischen Einheitsfrontstrategie. In den folgenden Jahren verteidigte Meyer gegenüber der „ultralinken“ Führung um Ruth Fischer und später gegenüber dem Thälmann-Zentralkomitee leidenschaftlich die Notwendigkeit innerparteilicher Demokratie und stand 1927 noch einmal mit an der Spitze der Partei. Als Kritiker Stalins stritt er gegen die verhängnisvolle These vom „Sozialfaschismus“, trat für eine gewisse Autonomie der deutschen Partei gegenüber Moskau ein und hielt an seinen demokratischen Prinzipien fest, bis er – an den Rand einer Partei gedrängt, deren Aufbau er seine Gesundheit geopfert hatte – Anfang 1930 starb. Ernst Meyer war lange weitgehend in Vergessenheit geraten. Bis auf wenige Ausnahmen zeigte weder die westdeutsche noch die DDR-Geschichtsschreibung Interesse an ihm. Erstmals zeichnet mit Florian Wilde nun ein Historiker auf breit fundierter Quellenbasis das Leben und Wirken Ernst Meyers nach. Dabei werden insbesondere die strategischen Debatten innerhalb der KPD und die in der Entwicklung der Partei angelegten Alternativen zu ihrer Stalinisierung herausgearbeitet. Das Buch basiert auf einer von der Rosa-Luxemburg-Stiftung geförderten Dissertation. Diese wurde für die Veröffentlichung gekürzt, zu einem politischen Lesebuch umgearbeitet und durch weitere wichtige Quellen – etwa die unveröffentlichten Erinnerungen des Sohnes Heinz Meyer – ergänzt. Vorangestellt ist ein noch kurz vor seinem Tod verfasstes Vorwort Hermann Webers, der als einer der wenigen Meyers Wirken immer wieder gewürdigt hatte.

Cover des Buches "Auf eigenen Wegen, Suhrkamp

Tagebuch

Marina Zwetajewa
: Auf eigenen Wegen – Tagebuchprosa. Moskau 1917 – 1920, Paris 1934

Marina Zwetajewa

Auf eigenen Wegen versammelt Tagebuchprosa Marina Zwetajewas (1892 – 1941), einer der bedeutendsten russischen Dichterinnen. Die in ihrer Zeit im Pariser Exil in den Jahren 1917 – 1920 entstandenen Texte tragen ihren unverwechselbaren Stil: Sie sind intensiv, dicht und rhythmisch. Zwetajewa stellte die Prosa zusammen, als sie sich aufgrund des anbrechenden 2. Weltkrieges in den 1930er-Jahren darauf vorbereitete, nach Russland zurückzukehren. Ihre Auswahl enthält alle Schriften, die ihr in künstlerischer und persönlicher Hinsicht wichtig waren. Zudem fügte die Dichterin nachträgliche Kommentare hinzu, weshalb man die Sammlung als eine Art Nachlass zu Lebzeiten verstehen kann. Neben der Tagebuchprosa enthält Auf eigenen Wegen auch den Text „Über Deutschland“ und die Aphorismen „Über Liebe“ und „Über Dankbarkeit“. Nach 17 Jahren in der Emigration in Berlin, Paris und Prag war die Dichterin 1939 gezwungen, nach Russland zurückzugehen. Ihre Tagebuchprosa brachte sie mit in ihr Heimatland. Zwei Jahre später nahm sich Zwetajewa das Leben.

Shawcross, Dubcek, Biographie

Biografie

Dubcek. Der Mann, der die Freiheit wollte

William Shawcross

1970 erschienen zwei Biografien über Alexander Dubček, der zur Symbolfigur des in der ČSSR eingeleiteten und bald gewaltsam beendeten Reformkurses avancierte. Beide Autoren William Shawcross und Ludvík Veselý schildern Dubčeks Weg zum Generalsekretär der KPČ und versuchen zu ergründen, wie und wann sich ihr Protagonist zum Reformpolitiker entwickelte. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings wurde Dubček schrittweise kaltgestellt, 1970 arbeitete er als Beschaffungsinspektor der Forstverwaltung von Bratislava; seine politische Rückkehr war kaum vorhersehbar. Der britische Schriftsteller William Shawcross, fasziniert von den Ereignissen, reiste durch die Tschechoslowakei und beschreibt die politischen Geschehnisse auf Grundlage von Gesprächen mit Dubčeks Umfeld von innen heraus. Dabei stützt er sich auch auf Dokumente, Reden und Artikel Dubčeks aus der Zeit vor 1968. Der tschechische Publizist Ludvík Veselý schreibt aus der Sicht eines Beteiligten, seit dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts lebte er allerdings in München. Er konzentriert sich auf die gesellschaftlich-historische Analyse und befasst sich ausführlich mit Dubčeks Aufenthalten in der Sowjetunion als Kind und während des Studiums an der Parteihochschule in Moskau von 1955 bis 1958. Dubčeks Verhältnis zum Sozialismus und Stalinisimus sei dadurch geprägt worden. Sein Aufstieg zum Generalsekretär der KPTsch sei von vielen Zufälligkeiten und Kompromissen abhängig gewesen, meint Veselý. Im Vergleich dazu charakterisiert Shawcross Dubček als zielstrebigen Politiker, der sich das Amt als Generalsekretär der KPTsch hart erarbeitet hat. Shawcross, fasziniert von den politischen Ereignissen, reiste durch die Tschechoslowakei und schreibt die politischen Geschehnisse auf Grundlage von Gesprächen mit Dubčeks Umfeld von innen heraus. Kritisiert wurde er allerdings vor allem für plumpe Verallgemeinerungen, die deutsche Ausgabe ist zudem nachlässig lektoriert.

Dae-Sook Suh: Kim Il Sung. The North Korean leader

Biografie

Kim Il Sung. The North Korean leader

Dae-Sook Suh

Das Werk ist die erste umfassende Biografie zu Kim Il Sung in englischer Sprache. Der Autor Dae-Sook Suh untersucht darin den Einfluss Kim Il Sungs und seiner Staatsideologie Chuch‘e auf die Geschichte und Politik Nordkoreas. Ausgehend von Kims Widerstand gegen die japanische Armee und die Machtergreifung unter sowjetischer Besetzung, beschreibt Suh, wie es Kim Il Sung gelang, sich gegen seine Rivalen im Koreakrieg zu behaupten und seine Macht zu festigen. Mit der Ernennung seines Sohnes Kim Jong Il zum Oberbefehlshaber der koreanischen Volksarmee schuf der Diktator die Basis für Nordkoreas „kommunistische Dynastie“. Die Erstausgabe von 1988 wurde nach dem Tod Kim Il Sungs im Jahr 1994 ergänzt um ein Kapitel zur Bedeutung seines Tods für die Zukunft des Landes und dessen internationale Beziehungen. Der Autor Dae-Sook Suh ist emeritierter Professor und ehemaliger Leiter des Center for Korea Studies der University of Hawaii.

Lim Un: The founding of a dynasty in North Korea

Biografie

The founding of a dynasty in North Korea

Lim Un

Diese Biografie zu Kim Il Sung hat Lim Un verfasst, selbst ein ehemaliger aktiver Kommunist im Zentrum der Macht Nordkoreas. Er war ein Vertrauter Kim Il Sungs, floh jedoch Anfang der sechziger Jahre vor den Säuberungen in die Sowjetunion. Die Biografie enthält Interviews mit Sowjet-Koreanern, die im Exil leben und einen entscheidenden Anteil bei der Errichtung der Nordkoreanischen Dynastie innehatten. Das Buch erschien ursprünglich auf Japanisch und wurde auf Grund großen Interesses auch ins Englische übersetzt. Bei dem Namen des Autors selbst handelt es sich um ein Pseudonym. Da der Autor seinen wirklichen Namen nicht preisgibt, gilt das Werk unter Historikern als umstritten.

Buchcover

Biografie

Der zweite Schatten

Ola Wat

Paulina "Ola" Wat, auch bekannt als "Ola Watowa", wurde 1903 geboren. Die Schauspielschülerin, die später als Literatin und Übersetzerin tätig war, heiratete 1927 in Warschau den futuristischen Dichter Aleksander Wat. Das Paar durchlebte unzählige Gefängnisse und sibirische Lager des Stalinismus und so nimmt die Geschichte "Der zweite Schatten" ihren Anfang im Warschau der zwanziger Jahre. Das Paar lernt sich kennen, ihr gemeinsames Leben spielt sich zunächst inmitten der polnischen, jüdischen und linken Warschauer Intelligenz ab. Nach Kriegsausbruch fliehen beide in das von den Sowjets besetzte Lemberg. Doch statt Zuflucht zu finden, wird Aleksander Wat verhaftet und Ola mit ihrem kleinen Sohn nach Kasachstan deportiert. Nach Jahren der Trennung, der Tortur der Kälte und des Hungers trifft das Paar in der kasachischen Steppe wieder aufeinander und erlebt die letzte Zeit der Verbannung gemeinsam. Selbst unter den schwierigsten Umständen verloren die Wats in ihrer jahrelangen Odyssee niemals die Fähigkeit, das Leben auszukosten und seine Intensität zu erleben. Sie besitzen die Gabe der Liebe. Das ungewöhnliche Buch von Ola Wat zeugt davon.

Wolkogonow, Stalin, Triumph, Tragödie, Biographie

Biografie

Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt

Dimitri Wolkogonow

Das Alleinstellungsmerkmal der Stalin-Biographie von Wolkogonow beruht auf der Tatsache, dass sich der Autor erstmals auf freigegebene Dokumente und Archivalien stützen konnte, die nach dem Tod Stalins 1953 zunächst unter Verschluss gehalten wurden. Dementsprechend umfangreich ist die Biographie, die in der deutschen Übersetzung nahezu 850 Seiten umfasst. Wolkogonow und „Stalin. Triumph und Tragödie“ trugen damit maßgeblich zum Verständnis und zur Historisierung des sowjetischen Diktators bei. Auch in aktuellen Rezensionen neuerer Stalin-Darstellungen wird immer auf dieses „bahnbrechende“ Werk verwiesen. Den Zugang zu den Geheimarchiven hatte Wolkogonow, seit 1950 KPdSU-Mitglied und langjähriger Philosophieprofessor an der Militärakademie „Lenin“, durch seine spätere Funktion als Leiter des Instituts für Militärgeschichte des Verteidigungsministeriums der UdSSR.

Cover des Buches „Im Feuer geschrieben - Ein Leben in Briefen“, Suhrkamp Verlag

Briefe

Im Feuer geschrieben – Ein Leben in Briefen

Marina Zwetajewa

Im Feuer geschrieben – Ein Leben in Briefen ist ein chronologisch geordneter Auswahl-Band der Briefe Marina Zwetajewas (1892 – 1941), einer der bedeutendsten russischen Lyrikerinnen. Die Themen ihrer Briefe waren die gleichen wie die ihres schriftstellerischen Schaffens: Gott, Dasein, menschliche Seele, Vorbestimmung des Dichters, Russlands Schicksal, Liebe zu Deutschland, griechische Mythologie, geistige Freundschaft, weibliche Sexualität und das Spannungsfeld weiblicher Gefühle. Zwetajewas wohl bekanntester Briefpartner war Rainer Maria Rilke. Die Korrespondenzen zwischen Zwetajewa und Rilke, die sich nie begegneten, lässt sich als kurzlebige, tragische Briefliebe beschreiben. Mehrjährige Korrespondenzen verband die Dichterin mit Boris Pasternak und Osip Mandelstam. In der Sammlung findet sich weiterhin ein bewundernder Brief an den Dichter Wladimir Majakowski. Zwetajewa lebte in Armut und so ist auch der letzte Brief ein Abschiedsbrief an ihren Sohn, mit dem sie – verarmt, hungernd und krank – ihren Selbstmord ankündigt. Erst 40 Jahre nach ihrem Tod erlangte sie mit zwei in den 1960er-Jahren veröffentlichten Bänden Anerkennung in Russland.

Buchcover Philip Short: Pol Pot. The History of a Nightmare

Biografie

Pol Pot. The History of a Nightmare

Philip Short

Das Buch des britischen Journalisten Philip Short ist ein Porträt von Pol Pot, dem Führer eines der schrecklichsten Gewaltregime des 20. Jahrhunderts. Short beschreibt diesen Mann als einen Idealisten mit großer Ausstrahlung, der eine Revolution anführte, die mit ihrem radikalen sozialen Projekt in Kambodscha eine Schreckensherrschaft installierte. Pol Pot wurde zum Synonym von Gewalt und Unterdrückung. In den dreieinhalb Jahren seiner Herrschaft wurden mehr als eine Million Menschen, ein Fünftel der kambodschanischen Bevölkerung, hingerichtet oder kamen durch Hunger und Krankheit ums Leben. Das Land wurde zu einem Sklavenstaat, in dem absoluter Gehorsam verlangt wurde. Short geht der Frage nach, wie eine Ideologie von Gerechtigkeit und Wohlstand für alle in einen der schlimmsten Albträume der Menschheit münden konnte. Auf seinen Reisen nach Kambodscha sprach der Autor mit vielen ehemaligen Führern von Pol Pots Roter Khmer-Bewegung und konnte Einsicht in bisher verschlossene Archivakten nehmen.

William J. Tompson: Khrushchev. A political life

Biografie

Khrushchev. A political life

William J. Tompson

Die englischsprachige Biografie Khrushchev: A political life beschreibt das Schicksal eines der schillerndsten und umstrittensten Staatsmänner des 20. Jahrhunderts von seinen bäuerlichen Ursprüngen über seinen Aufstieg in höchste Ämter der Sowjetunion bis zu seinem Sturz. Der Autor William J. Tompson stützt sich auf neu erschlossene Archivmaterialien aus Moskau und bietet die bisher umfassendste Darstellung von Chruschtschows Leben und Karriere. Er konzentriert sich auf das politische Wirken Chruschtschows und die Entwicklung der Sowjetunion nach Stalin, Privates wird aber von Tompson wenig beachtet. Besonderes Augenmerk legt der Autor auf die vielen Widersprüche in Chruschtschows Reformkurs. So ließ sich dieser Partei- und Staatschef einerseits vom Wunsch nach Wohlfahrt für die Bürger leiten, anderseits war er entschlossen, die traditionellen Ziele des sowjetischen Regimes nicht zu opfern. So setzte er mit seiner Entstalinisierungskampagne eine Welle des Protests frei, schlug diese dissidentischen Bewegungen jedoch selbst wieder nieder. Trotzdem betont Tompson seine Rolle bei der Entfernung des Terrors aus dem politischen Handwerkszeug – er ließ Millionen oppositionelle Gefangene frei, förderte die Bildung von Arbeiterräten in Fabriken und schaffte die Sondergerichte der Sicherheitsdienste ab.

Veselý, Dubcek, Biographie, Prgaer Frühling

Biografie

Dubček. Biographie

Ludvík Veselý

1970 erschienen zwei Biografien über Alexander Dubček, der zur Symbolfigur des in der ČSSR eingeleiteten und bald gewaltsam beendeten Reformkurses avancierte. Beide Autoren William Shawcross und Ludvík Veselý schildern Dubčeks Weg zum Generalsekretär der KPČ und versuchen zu ergründen, wie und wann sich ihr Protagonist zum Reformpolitiker entwickelte. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings wurde Dubček schrittweise kaltgestellt, 1970 arbeitete er als Beschaffungsinspektor der Forstverwaltung von Bratislava; seine politische Rückkehr war kaum vorhersehbar. Der britische Schriftsteller William Shawcross, fasziniert von den Ereignissen, reiste durch die Tschechoslowakei und beschreibt die politischen Geschehnisse auf Grundlage von Gesprächen mit Dubčeks Umfeld von innen heraus. Dabei stützt er sich auch auf Dokumente, Reden und Artikel Dubčeks aus der Zeit vor 1968. Der tschechische Publizist Ludvík Veselý schreibt aus der Sicht eines Beteiligten, seit dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts lebte er allerdings in München. Er konzentriert sich auf die gesellschaftlich-historische Analyse und befasst sich ausführlich mit Dubčeks Aufenthalten in der Sowjetunion als Kind und während des Studiums an der Parteihochschule in Moskau von 1955 bis 1958. Dubčeks Verhältnis zum Sozialismus und Stalinisimus sei dadurch geprägt worden. Sein Aufstieg zum Generalsekretär der KPTsch sei von vielen Zufälligkeiten und Kompromissen abhängig gewesen, meint Veselý. Im Vergleich dazu charakterisiert Shawcross Dubček als zielstrebigen Politiker, der sich das Amt als Generalsekretär der KPTsch hart erarbeitet hat. Shawcross, fasziniert von den politischen Ereignissen, reiste durch die Tschechoslowakei und schreibt die politischen Geschehnisse auf Grundlage von Gesprächen mit Dubčeks Umfeld von innen heraus. Kritisiert wurde er allerdings vor allem für plumpe Verallgemeinerungen, die deutsche Ausgabe ist zudem nachlässig lektoriert.

Buchcover Hermann Weber: Lenin. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten

Biografie

Lenin. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten

Hermann Weber

Hermann Webers gibt in seiner rororo-Monographie einen Überblick über das Leben Lenins und die Errichtung der Sowjetunion. Vom russischen Zarenreich über den Ersten Weltkrieg bis hin zur Übernahme der Macht durch die Bolschewiki im Oktober 1917 beleuchtet Weber den historischen Kontext, in dem Lenin zu einer entscheidenden historischen Figur wurde. Er erzählt vor allem die Geschichte des Politikers, Revolutionärs und marxistischen Theoretikers, der im Zarenreich für eine kommunistische Revolution kämpfte, innerhalb in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands die Bolschewiki, die spätere Kommunistische Partei Russlands, gründete und schließlich zum Begründer der Sowjetunion wurde. Auch der familiäre Hintergrund Lenins und dessen politische Ideen und Schriften werden beleuchtet. Zahlreiche historische Bilder ergänzen die Kurzbiographie.

Yang, Deng, China, Biographie

Biografie

Deng. A political biography

Benjamin Yang

Die Deng-Biografie von Benjamin Yang erschien im Jahr 1998 und setzt den Fokus auf die Zeit, als Deng der mächtigste Politiker in der Volksrepublik China war. Yang schildert Dengs frühe Kindheit, seine Aktivität als junger Revolutionär und seinem Aufstieg zur Macht vor dem Hintergrund der Ereignisse in China im Allgemeinen und der Parteigeschichte im Besonderen. Dabei versucht der Autor zu zeigen, dass Deng weniger ein politischer Intellektueller als vielmehr ein geschickter Parteifunktionär war, der es verstand, die operative Expertise seines Umfelds für seine Zwecke und vor allem in seinem Namen zu nutzen. In wissenschaftlichen Besprechungen wurde dieses Werk als wertvolle Ergänzung für Studenten der jüngeren chinesischen Geschichte und als aufschlussreiche Lektüre für interessierte Leser empfohlen. (Rhoda S. Weidenbaum in China Review International)