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Lexikon | Website

Biografisches Lexikon Widerstand und Opposition im Kommunismus 1945-91

Das internationale biografische Lexikon „Widerstand und Opposition im Kommunismus 1945–91“ ist eine frei zugängliche Online-Enzyklopädie. Es finden sich dort die Biografien von 150 Männern und Frauen, die nach 1945 in Opposition zu den kommunistischen Diktaturen in der DDR, Polen, der Tschechoslowakei, der Sowjetunion und Ungarn standen. Darstellungen von Opposition und Widerstand in Osteuropa, Chroniken der Ereignisse in den einzelnen Ländern sowie zahlreiche Fotos betten die Biografien der Dissidenten, Bürgerrechtler, Friedensaktivisten und Oppositionellen in ihren geschichtlichen Kontext ein und machen diese erstmals in deutscher Sprache für Recherchen zugänglich. Als Basis für die erweiterten und aktualisierten Texte der osteuropäischen Oppositionellen diente das 2007 von der Warschauer Stiftung „Karta“ in Polen herausgegebenen „Dissidentenlexikon“ (Słownik dysydentów). Die Beiträge wurden nach der Übersetzung erweitert und aktualisiert und mit Einführungstexten zur Geschichte von Diktatur, Opposition und Widerstand in den jeweiligen Ländern ergänzt. Die Texte über die Bürgerrechtler in der DDR hat die Berliner Robert-Havemann-Gesellschaft erarbeitet. Die Seite wird laufend um weitere Länder und Biografien ergänzt.

Broué, Trotzki, Biographie

Biografie

Trotzki. Eine politische Biographie

Pierre Broué

Nachdem die französische Originalversion von Broués Trotzki-Biographie bereits 15 Jahre erhältlich war, erschien im Jahr 2003 eine deutsche Übersetzung. Darin wurden vom Lektorat eine Vielzahl ursprünglicher Fehler und zeitlicher Ungenauigkeiten korrigiert. Mit fast 1300 Seiten, die 70 Seiten Namensregister und einen zwanzigseitigen Lebenslauf Trotzkis beinhalten, zählt das Werk zu den wichtigsten Nachschlagewerken der kommunistischen Intellektuellengeschichte. Für viele galt Broués Arbeit als wichtige Ergänzung zur klassischen Trotzki-Biographie Deutschers. Auf diese nahm Broué in seinem Vorwort selbst Bezug. Er stellte ihren Einfluss auf die Trotzki-Rezeption heraus, bezeichnete sie jedoch als „Hindernis“ für eine moderne und dezidiertere Betrachtung Trotzkis. Bis in die 1980er-Jahre war der Autor selbst Teil der französischen trotzkistischen Bewegung.

Buchcover Jorge G. Castañeda: Che Guevara. Biographie

Biografie

Che Guevara. Biographie

Jorge G. Castañeda

Der mexikanische Politikwissenschaftler Jorge G. Castañeda beschreibt und belegt umfassend das Leben des Revolutionärs Che Guevara, dessen Ansichten und Taten von seinen bürgerlichen Anfängen in Argentinien bis zum Tod in Bolivien. Das Buch ist auch eine aufschlussreiche Darstellung der Geschichte der Kubanischen Revolution der 1950er-Jahre, der weltpolitischen Verflechtungen sowie der diplomatischen und militärischen Aktionen. Castañeda hat eine große Zahl bis dahin unbekannter Quellen ausgewertet, darunter Dokumente der CIA und des FBI, und Interviews mit Freunden und Mitkämpfern Che Guevaras geführt. Allein die Anmerkungen umfassen 100 Seiten des Buches. Che Guevara wird als eine widersprüchliche Persönlichkeit beschrieben: als siegreicher Revolutionär und Verlierer sowie als „einsame Gestalt“, die sich einer historischen Mission verpflichtet fühlte.

Buchcover Leycester Coltman: Der wahre Fidel Castro. Biographie

Biografie

Der wahre Fidel Castro. Biographie

Leycester Coltman

Der frühere britische Diplomat und Botschafter in Havanna Leycester Coltman zeichnet Leben, Werdegang und ideologische Entwicklung Fidel Castros nach. Das Buch vermittelt einen Überblick über den Widerstand gegen den von den USA gestützten kubanischen Diktator Fulgencio Batista sowie über die kubanische Revolution mit ihren Erfolgen und Fehlentwicklungen. Dabei bezieht der Autor Ansichten von Anhängern wie auch von Gegnern der Revolution ein. Im Mittelpunkt des Buches steht jedoch Fidel Castro, den Coltman während seiner Zeit in Kuba von 1991 bis 1994 persönlich kennenlernte. Die ideologische Entwicklung Castros sei stark von weltpolitischen Ereignissen, insbesondere vom Verhältnis der Vereinigten Staaten zu Kuba bestimmt gewesen. Coltman attestiert Castro Selbstüberschätzung und wenig Sensibilität für seine Umgebung. Er habe einen störrischen Charakter gehabt und sei unzugänglich für Kritik und Ratschläge gewesen.

Gorbatschow, Dalos, Biographie, Mensch und Macht

Biografie

Gorbatschow. Mensch und Macht. Eine Biografie

György Dalos

Der ungarische Schriftsteller und Historiker György Dalos legte im Jahr 2011 anlässlich des 80. Geburtstags Gorbatschows und des 20. Jahrestags des Endes der Sowjetunion seine Biographie zu eben jenem letzten Staatspräsidenten der SU vor. Das Buch beschreibt Gorbatschow als intelligenten und reformfreudigen Staatslenker, der jedoch „in entscheidenden Situationen allerdings als zögerlich und entscheidungsschwach“ reagierte. (Stefan May in Deutschlandradio Kultur) Dalos’ Veröffentlichungen, literarisch oder historisch, zählen zu den wichtigsten Werken zu osteuropäischen Themen im deutschsprachigen Raum. Zu den wichtigsten Auszeichnungen des Autors in den vergangenen Jahren zählen das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, verliehen im Jahr 2015, sowie der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, verliehen im Jahr 2010.

Buchcover Milovan Djilas: Tito. Eine kritische Biographie

Biografie

Tito. Eine kritische Biographie

Milovan Djilas

Milovan Djilas legte 1980 eine kritische Biografie über den jugoslawischen Diktator vor, zu dessen engstem Kreis er bis 1954 selbst gehört hatte. Nach dem Tode Stalins war es zum Bruch gekommen, weil Djilas auf mehr Demokratie setzte, während Tito weiterhin an der Einparteienherrschaft festhielt. Djilas wurde wegen seiner kritischen Äußerungen in Jugoslawien zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Ihre Auseinandersetzung schildert der Autor im Buch. Mit seinem Porträt versucht er den Menschen und den Politiker Tito zu erklären. Dieser sei ein Rebell, ein Machtmensch und ein kluger politischer Führer gewesen, eitel und empfänglich für Luxus, doch ohne eigene ideologische Konzepte. Djilas würdigt Titos Einsatz im Partisanenkrieg und im Widerstand gegen Stalin, beklagt aber auch dessen „stalinistisches“ Vorgehen gegenüber Andersdenkenden sowie die gewaltsame Kollektivierung der Landwirtschaft bis 1952 mit ihren schweren Folgen. Ab den 1970er-Jahren färbte, laut Djilas, Titos Charakter immer stärker auf seine Herrschaft ab, was zu politischer Erstarrung im ganzen Land geführt habe.

Hoxha, Fevziu, Biographie, Albanien

Biografie

Enver Hoxha. The iron fist of Albania

Blendi Fevziu

Mit „Enver Hoxha. The iron fist of Albania“ legte Blendi Fevziu im Jahr 2016 eine beeindruckende Studie über den albanischen Diktator vor, der von 1944 bis zu seinem Tod im Jahr 1985 sein Land mit „eiserner Faust“ regierte. Dabei erhielt er, so die These, den Stalinismus als besonders brutale Phase des Kommunismus, in Albanien auch über den Tod Stalins im Jahr 1953 hinaus am Leben, bis er 1961 die Beziehungen zur UdSSR abbrach und sich China zuwandte. Als Grundlage dieses Buches dienten vormals unter Verschluss gehaltene Dokumente albanischer Archive sowie Zeitzeugeninterviews. Da das Buch vorrangig für eine albanische Leserschaft verfasst wurde, setzt es einiges an Vorwissen voraus. Kritiker beurteilen das Buch als einen zu deutlichen Versuch, die Schriften Hoxhas und seine anfänglichen Bemühungen das Land und die kommunistische Partei aufzubauen in Abrede zu stellen. Persönliche Antipathien des Autors gegenüber dem Protagonisten, so angemessen sie auch sein mögen, stünden teilweise doch zu stark im Vordergrund.

Max Gallo: Rosa Luxemburg

Biografie

Rosa Luxemburg: "Ich fürchte mich vor gar nichts mehr"

Max Gallo

Der französische Historiker Max Gallo widmet sich in seiner Biografie den Liebesbeziehungen, Ängsten und Sehnsüchten Rosa Luxemburgs. Er ist weniger an einer wissenschaftlichen Analyse der politischen Verhältnisse in Deutschland und Europa und in der Arbeiterbewegung interessiert, als an dem Menschen Rosa Luxemburg. Seine Arbeit basiert auf den gesammelten Briefen Rosa Luxemburgs, die vom Ost-Berliner Institut für Marxismus-Leninismus seit Ende der siebziger Jahre herausgegeben wurden und auf deren erste fünf Bände er sich bezieht. Gallo verarbeitet diese Quellen, die in den 1990er-Jahren durch die Öffnung der Parteiarchive zugänglich gemacht wurden, in seiner Luxemburg-Biografie vielmehr literarisch und zeigt so die Widersprüche zwischen dem Menschen und der Politikerin Rosa Luxemburg. Der Autor versucht so ein intimeres Bild der Politikerin und Aktivistin zu zeichnen, versäumt es allerdings häufig die Biografie Luxemburg kritisch in dem historischen Geschehen zu verordnen.

Radek, Gutjahr, Biographie, Revolution

Biografie

"Revolution muss sein". Karl Radek - die Biographie

Wolf-Dietrich Gutjahr

Wolf-Dietrich Gutjahr legt 2011 die bisher umfangreichste und detaillierteste Biographie zu Karl Radek vor (900 Seiten mit über 4400 Anmerkungen). Gutjahr zeigt, wie der Protagonist von einem idealistischen Revolutionär zu einem zynischen Trinker wurde. Der Autor zeichnet dabei nach, wie Radek zu den wichtigen linken Denkern der Zeit – Luxemburg, Liebknecht, Lenin – ein mitunter mehr als spannungsvolles Verhältnis pflegte. Besonders eindrücklich schildert er Radeks Verbindung zu Trotzki, den er nach langjähriger Freundschaft verriet und letztlich für dessen erzwungenen Gang ins Exil verantwortlich war. Die Besprechungen des Buches lobten die akribische Kleinstarbeit, die Gutjahr in Vorbereitung dieser Publikation vollbrachte, „eine längst überfällige, lesenswerte Darstellung“ (Otto Langels im Deutschlandfunk).

Buchcover Andreas Herbst, Hermann Weber (Hrsg.): Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945

Lexikon

Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945

Andreas Herbst, Hermann Weber (Hrsg.)

Das Handbuch präsentiert die Lebensläufe von 1.675 führenden deutschen Kommunisten aus der Zeit zwischen 1918 und 1945. Auf breiter Quellenbasis werden die dramatischen Schicksale dieser Menschen knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel gewaltsam ums Leben kam. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht etwa wurden nach der Gründung der KPD 1919 ermordet. Die größte Opferzahl an deutschen Kommunisten forderten die totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts. 256 der im Buch aufgeführten Funktionäre wurden von den Nationalsozialisten ums Leben gebracht, 208 kamen unter Stalin um. Die Biographien erzählen auch die Geschichte der kommunistischen Bewegung, die von Männern dominiert wurde und in zunehmende Abhängigkeit von Moskau geriet. Die hohe Fluktuation im Führungspersonal der Kommunistischen Partei spiegelt somit die Entwicklung von der emanzipatorischen Arbeiterbewegung hin zur Unterordnung unter die KPdSU und die Komintern wider. Berücksichtigt wurden auch Agitprop- und Gewerkschaftssekretäre, die Chefredakteure und Redakteure des Zentralorgans „Die Rote Fahne", die Chefredakteure der regionalen KPD-Blätter, führende Funktionäre von Massenorganisationen sowie illegale Führungsfunktionäre nach 1933. Die Lebensläufe können auch online in der biografischen Datenbank der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur recherchiert werden. Die Datensätze sind ebenso in unserer Kategorie BioLex abrufbar.

Buchcover Charlotte Kerner: Rote Sonne, roter Tiger. Rebell und Tyrann. Die Lebensgeschichte des Mao Zedong

Biografie

Rote Sonne, Roter Tiger. Rebell und Tyrann. Die Lebensgeschichte des Mao Zedong

Charlotte Kerner

Charlotte Kerner stellt den Revolutionär und Begründer des modernen Chinas mit all seinen Widersprüchen vor. Die Schriftstellerin und Journalistin erzählt Maos Lebensgeschichte vom revoltierenden Bauernsohn aus Hunan über den Mitbegründer der Kommunistischen Partei Chinas bis zum Herrscher über die Volksrepublik China. Dabei vermittelt sie zugleich einen Überblick über die Geschichte des Landes vom Kaiserreich bis zur Kulturrevolution. Ohne ideologisch zu argumentieren, analysiert Kerner die auf Machterhalt zielenden kompromisslosen Reformen und Sozialexperimente Maos, die mit Repressionen einhergingen, Hungersnöte auslösten und Millionen Todesopfer einer entfesselten Ideologie hinterließen.

Kunze, Ceauşescu, Biographie

Biografie

Nicolae Ceauşescu. Eine Biographie

Thomas Kunze

Thomas Kunze legte im Jahr 2000 die bisher umfassendste Darstellung von Ceauşescus Leben nach dem kurzen blutigen Aufstand in Rumänien im Dezember 1989 vor. Später wurde sie in die Landessprache des Protagonisten übersetzt, die deutsche Ausgabe wurde mehrfach überarbeitet und gilt bis heute als Standardwerk, 2017 ist die 4. Auflage erschienen. Für die Recherchen forschte der Autor in Geheimarchiven und befragte Zeitzeugen, sodass seine Biografie neue Erkenntnisse zu Tage förderte und die sowjetische Legendenbildung um den Diktator dekonstruieren konnte. Kunze beschäftigt sich auch mit dem von der Geheimpolizei abgeschirmten Ceauşescu-Clan, dessen luxuriöser Lebensstil im krassen Kontrast zu der vor allem ab den 1980er-Jahren in Armut lebenden rumänischen Bevölkerung stand. Die Kritiken loben besonders den packenden Schreibstil des Autors und die sachkundige Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte.

Buchcover Jon Lee Anderson: Che. Die Biographie

Biografie

Che. Die Biographie

Jon Lee Anderson

Der US-amerikanische Autor und Journalist Jon Lee Anderson zeichnet ein Porträt Che Guevaras, in dem neben dem Faszinosum „Che“ auch die Schattenseiten der Person beleuchtet werden. Geboren wurde dieser 1928 in Argentinien, studierte Medizin und reiste nach Südamerika, wo er die revolutionären Ereignisse in Guatemala miterlebte. 1955 traf er erstmals Fidel Castro in Mexiko und beteiligte sich zwischen 1956 und 1959 am kubanischen Befreiungskrieg. Bis 1965 war er kubanischer Politiker, bevor er wieder in den Guerillakampf nach Afrika und Bolivien zog, wo er am 9. Oktober 1967 erschossen wurde. Jon Lee Anderson befragte für sein Buch Freunde und Mitkämpfer Che Guevaras, KGB-Angehörige in Moskau, CIA-Agenten in Miami sowie kubanische Geheimdienstoffiziere. Er präsentiert keine Ikone, sondern schildert auch die Arroganz und Unnachgiebigkeit des Mannes, der seine Frauen und Kinder oft schlecht behandelte und getrieben war von der Mission, die Kubaner zu „neuen Menschen“ zu erziehen.

Cover des Buches "Biographisches Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale", Akademie-Verlag

Lexikon

Biographisches Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale. Ein deutsch-russisches Forschungsprojekt

Michael Buckmiller, Klaus Meschkat (Hrsg.)

Das „Biographische Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale. Ein deutsch-russisches Forschungsprojekt“ ist eine umfassende Sammlung der biografischen Daten des Personals der Kommunistischen Internationale. Das Buch enthält eine CD-ROM mit einer Datensammlung sowie 19 Beiträgen, die aus aus Vorträgen entstanden, die bei einer Tagung im April 2004 in Hannover gehalten wurden. Bei dieser Tagung wurde das Forschungsprojekt und die daraus entstandene biografische Datenbank vorgestellt. Die Datenbank besteht aus knapp 16.000 Biografien, die ein deutsch-russisches Forschungsteam seit den 1990er-Jahren aus knapp 28.000 Personeneinträgen im Moskauer Archiv der Kommunistischen Internationale ermittelt haben. Das zentrale Thema des Forschungsprojekts ist die Annahme der Bedeutung biografischer Forschung zur Analyse von Organisationen. Wie die Datenbank derart genutzt werden kann, demonstrieren einige der im Begleitbuch veröffentlichen Arbeiten, die basierend auf den verfügbaren biografischen Daten einen Strukturwandel innerhalb der Komintern oder den Zusammenhang zwischen Repressionen und Ethnie nachzeichnen können.

Buchcover David Chandler: Brother number one. A Political Biography of Pol Pot

Biografie

Brother number one. A Political Biography of Pol Pot

David P. Chandler

Der Historiker David Chandler legte die erste längere Studie über das Leben und den Werdegang von Pol Pot vor. Er beleuchtet die Ideen und das Handeln dieser tragischen und rätselhaften Figur sowie seiner Anhänger vor dem Hintergrund der Nachkriegsgeschichte. Chandler beschreibt den Lebensweg von Saloth Sar, besser bekannt als Pol Pot, von dessen Kindheit und Studienaufenthalt in Paris über eine kurze Zeit als Schullehrer bis hin zum Kommandeur der Armee im kambodschanischen Bürgerkrieg. Den Höhepunkt seiner politischen Karriere erlebte Pol Pot, als er an die Macht kam und das Land radikaler als jedes andere moderne Regime umzugestalten begann. Nachdem er 1979 von der vietnamesischen Armee vertrieben wurde, versteckte er sich und befehligte aus dem Untergrund die Guerilla-Armee der Roten Khmer, die weiterhin Angst und Schrecken verbreitete. Chandler stützt sich auf Zeitzeugeninterviews und eine große Bandbreite an Quellen auf Englisch, Französisch und Khmer.

Robert Conquest: Stalin. Der totale Wille zur Macht.

Biografie

Stalin. Der totale Wille zur Macht.

Robert Conquest

Die chronologisch angeordnete Biografie von Robert Conquest spannt einen Bogen von Stalins Rolle in frühen revolutionären Aktionen über die Diadochenkämpfen, im Terror während der „großen Säuberung“ bis zur Außenpolitik im Kalten Krieg. Stets rekurriert Conquest auf das Umfeld des „Führers“ und ideologische Grundfragen. Die katastrophale Politik der Massenkollektivierung der Landwirtschaft, Stalins Angriffe gegen die "Kulaken", die Kirche und Andersdenkende stellt er besonders eindrucksvoll dar. Im Schlusskapitel wird Stalins Bedeutung Anfang der 1990-er Jahre eingeschätzt. Die Biografie beschreibt eine überaus passive Rolle Stalins bei der Oktoberrevolution 1917 und betont die Auseinandersetzungen mit Trotzki und Lenin auf Grund von militärischem Versagen und unterschiedlichen Vorstellung zur Ausgestaltung der UdSSR. Robert Conquest gilt als einer der wichtigsten westlichen Historiker über die Stalinzeit. Seine Bücher zählen zu den Standardwerken über die Verbrechen des Stalinismus. Stalin. Breaker of Nations, so der Originaltitel, wurde von Boris Heczko aus dem Englischen übersetzt.

Dietmar Dath: Rosa Luxemburg. Leben, Werk, Wirkung

Biografie

Rosa Luxemburg. Leben, Werk, Wirkung

Dietmar Dath

Dietmar Daths Biografie bietet mit 150 Seiten einen knappen Überblick über das Leben und Wirken Rosa Luxemburgs. Das Buch beginnt mit einer Skizze der wichtigsten Lebensstationen von der Geburt in Polen über ihr Studium in der Schweiz, die politischen Aktivitäten in Deutschland als Mitbegründerin der Kommunistischen Partei Deutschlands bis hin zur Ermordung 1919. Unter Rückgriff auf ihre wichtigsten Werke setzt er sich mit Diskussionen innerhalb der damaligen Linken auseinander sowie mit der Wirkung und Rezeption Rosa Luxemburgs in der Gegenwart. Insbesondere erörtert er, weshalb sie als gemäßigte Revolutionärin gesehen wird, obwohl ihre Ideen radikaler waren als die Lenins, und arbeitet konkrete Unterschiede zu Lenin heraus. Der Rezensent Felix Baum kritisiert jedoch, dass Dath eine „bolschewistische Luxemburg“ präsentiert, deren Kritik an der kommunistischen Partei, den Diktaturvorstellungen Lenins inklusive der Zensur der Presse und der Russischen Revolution nicht erwähnt werden.

Buchcover William J. Duiker: Ho Chi Minh. A Life

Biografie

Ho Chi Minh. A Life

William J. Duiker

Die Biographie Ho Chi Minhs, geschrieben von dem US-amerikanischen Historiker William J. Druiker, beleuchtet sowohl das persönliche und politische Leben des nordvietnamesischen Revolutionärs und Staatsführers als auch den historischen Kontext. Nach Druiker war Ho Chi Minh ein Meister der politischen Strategie und einer der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Druiker erzählt von dessen frühen Reisen in die USA und nach Frankreich, von der Zeit im Exil und der Machtergreifung der Revolutionspartei 1945 in Nordvietnam. Das zum Teil schwierige Verhältnis Ho Chi Minhs zu den Staatsoberhäuptern in China und der Sowjetunion wird ebenso thematisiert wie die nationalistische und marxistische Ideologie des Mannes. Druiker beschreibt ihn als jemanden, der Konflikte meist ohne militärische Gewalt zu lösen versuchte. Dennoch verbrachte Ho Chi Minh die meiste Zeit seines politischen Lebens im Krieg. Das Ende des Vietnamkrieges gegen die USA hat er nicht mehr erlebt.

Ulbricht, Frank, Biographie, Biografie

Biografie

Walter Ulbricht. Eine deutsche Biografie

Mario Frank

Mario Franks Ulbricht-Porträt erschien 2001, 30 Jahre nach dessen Ablösung als SED-Generalsekretär. Der Autor legt besonderes Augenmerk auf die Jahre unmittelbar nach Stalins Tod (1958–1965), die er als Ulbrichts erfolgreichste Jahre als „Diktator“ skizziert. Eine Hauptthese des Buches lautet, Ulbricht dürfe nicht als der sächselnde, oft belächelte Strohmann der Sowjetunion durchgehen. Vielmehr sei Ulbricht, so der Autor in einem Interview mit der ZEIT, nach Hitler der zweitschlimmste deutsche Diktator des 20. Jahrhunderts gewesen und in seiner Brutalität keinesfalls zu verharmlosen. Auch argumentiert Frank deutlich gegen die Annahme, Ulbricht hätte die Mauer auf Anweisung der SU-Führung bauen lassen – Frank führt Quellen an, die nahelegen Ulbricht habe Chruschtschow zum Mauerbau gedrängt. Somit urteilte ein Rezensent, Frank habe keine klassische Biographie geschrieben, sondern eine thesenstarke DDR-Geschichte um einen politischen Führer vorgelegt.

Goodman, Deng Xiaoping, China, Biographie

Biografie

Deng Xiaoping and the Chinese Revolution. A political biography

David S. G. Goodman

Für seine 1994 veröffentlichte Biografie zu Deng Xiaoping, der Mao Zedong nach dessen Tod 1976 beerbte, konnte David S. G. Goodman erstmals wichtiges und originäres chinesisches Archivmaterial sichten, das lange Zeit nicht zugänglich war. Goodman vermittelt einen Überblick über Dengs politisches Wirken und dessen eigene Analyse der Volksrepublik China. Er gliedert seine Darstellung in eine „Maoist period“ (1949–1976) und eine „post-Mao reform era“ (1976–1992). Dabei untersucht Goodman vor allem Dengs Beziehungen zu Mao Zedong und anderen hohen Kadern der KP Chinas. Eine besondere Leistung ist eine Übersicht über wichtige Reden und Schriften Dengs seit 1938, die Goodman analysiert. Somit ist seine Darstellung eine wichtige Grundlage für die internationale Chinaforschung der 1990er-Jahre.

Bucharin, Hedeler, Biographie, Stalin

Biografie

Nikolai Bucharin. Stalins tragischer Opponent. Eine politische Biographie

Wladislaw Hedeler

Wladislaw Hedelers Bucharin-Biographie erschien im Jahr 2014 mit einem Umfang von 636 Seiten. Darin blickt der Autor auf das verhängnisvolle Leben des russischen Revolutionärs: Als Linksaußen und Rechtsabweichler kritisiert, zwischen Expansionskommunismus und »Sozialismus in einem Land« schwankend, einst von Lenin anerkennend als „Liebling der Partei“ bezeichnet, wurde er 16 Jahre später gemäß Stalins Anordnung in einem Schauprozess zur Exekution verurteilt wegen des Vorwurfs, ein „faschistischer Söldner“ zu sein. Damit zählt Bucharin zu den tragischsten Personen der frühen Sowjetunion; eine Einschätzung, die sich auch im Titel des Buches niederschlägt.  Erst 1988 wurde der Journalist und Kritiker  Bucharin posthum rehabilitiert. In unmittelbarer Folge hatten seine politischen Gedanken Einfluss auf die Formulierung der Perestroika und damit auf die Trendwende der Sowjetunion unter Gorbatschow.

Cover des Buches "Rosa Luxemburg", Rowohlt Taschenbuch-Verl.

Biografie

Rosa Luxemburg. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten

Helmut Hirsch

Auf rund 160 Seiten beschreibt der Autor Helmut Hirsch knapp und sachlich das Leben der Revolutionärin Rosa Luxemburg bis zu ihrer Ermordung am 15. Januar 1919. Die 1969 erstmals veröffentlichte Biografie wurde zum internationalen Bestseller, 2004 erschien die 21. Auflage. Helmut Hirsch (1907–2009) studierte in München, Berlin, Bonn/Köln und Leipzig. Er floh 1933 ins Saargebiet und 1935 nach Frankreich, wo er publizistisch gegen das Hitler-Regime arbeitete. 1941 konnte er in die USA emigrieren, 1945 promovierte er an der University of Chicago in Geschichte und Germanistik. 1957 Rückkehr nach Deutschland, 1972–1977 Honorarprofessor an der Universität Duisburg, 1988 Dr. phil. der Karl-Marx-Universität Leipzig. Neben Rowohlt- Monografien zu August Bebel, Friedrich Engels und Bettine von Arnim publizierte er Studien zu Karl Marx und Ferdinand Lassalle sowie zu sozialgeschichtlichen Themen.

Cover des Buches "Alfred Meusel. Soziologe und Historiker zwischen Bürgertum und Marxismus (1896–1960)", Karl Dietz Verlag

Biografie

Alfred Meusel. Soziologe und Historiker zwischen Bürgertum und Marxismus (1896–1960)

Mario Keßler

Mario Keßler nimmt sich in diesem 2016 erschienen Band des Soziologen und späteren Historikers Alfred Meusel an. Geboren im Jahr 1896 gehörte Meusel einer Generation an, die in jungen Jahren an den Fronten des Ersten Weltkriegs kämpfen mussten. Meusel wurde mit 34 auf einen Lehrstuhl in Aachen berufen und zählte damit zu den jüngsten ordentlichen Professoren Deutschlands und hatte gleichzeitig den Ruf eines brillanten Soziologen. Nach der Entlassung aus dem Lehramt durch die Nationalsozialisten ging er ins Exil nach Großbritannien und trat dort der KPD bei. Er kehrte nach Kriegsende nach Deutschland zurück und schlug mehrere angebotene Lehrstühle in den Westsektoren aus, um an der Ostberliner Humboldt-Universität zu lehren. Durch Meusels marxistisch-leninistische Prägung und seine Reputation als Soziologe stattete ihn die SED mit prestigeträchtigen Ämtern aus: Er wurde 1952 zum ersten Direktor des Museums für Deutsche Geschichte ernannt. Mario Keßler hat sich bereits vor diesem Werk ausführlich mit den Vertretern der ostdeutschen Gründergeneration beschäftigt und verweist unter anderem darauf, dass Meusel Ende der 1950er-Jahre der einzige DDR-Historiker von Format gewesen sei, der sich gegen die Spaltung der deutschen Geschichtswissenschaft gewehrt habe. Mit 137 Seiten stellt Keßlers Band eine schwerpunktorientierte Skizze zum Leben des ostdeutschen Historikers dar.

Annelies Laschitza: Rosa Luxemburg

Biografie

Rosa Luxemburg. Im Lebensrausch, trotz alledem

Annelies Laschitza

Annelies Laschitza hat Rosa Luxemburgs Persönlichkeit, theoretisches Werk und politisches Wirken tiefgehend erschlossen und gewürdigt. Die chronologisch aufgebaute Biographie schildert auf 688 Seiten Luxemburgs Leben von der Kindheit über das Studium in Zürich zum Gründungsmitglied der KPD und der Ermordung 1919. Die Darstellung gewinnt durch Zitate aus Luxemburgs Korrespondenzen und Schriften sowie bislang unveröffentlichten Archivmaterialien Authentizität. Diese Zitate basieren auf einer reichhaltigen Quellenakquise; neue Erkenntnisse über das Leben Luxemburgs finden sich jedoch nicht. Laschitza regt zur Auseinandersetzung mit den Ansichten der streitbaren Kommunistin zu Reform und Revolution, Demokratie und Diktatur, Nationalismus und Krieg an. „Im Lebensrausch …“, erschien zum 125. Geburtstag Rosa Luxemburgs und gilt als umfassendste Biografie seit der von Peter Nettl Mitte der 1960er-Jahre veröffentlichten. Die Historikerin Annelies Laschitza (geb. 1934) konzentrierte sich in ihrer Forschung auf die deutsche Arbeiterbewegung. Unter ihrer Leitung wurden seit Mitte der 1970er-Jahre die gesammelten Briefe und Werke Rosa Luxemburgs herausgegeben. Mit den Bänden 6 und 7 (2014 und 2017 erschienen), liegt der deutschsprachige Nachlass Rosa Luxemburgs vollständig gedruckt vor, zudem werden darin Übersetzungen wichtiger polnischer Schriften von ihr erstmals publiziert.

Cover des Buches "Che", Carlsen Verlag

Comic

Che. Eine Comic-Biografie

Alberto Breccia, Ernesto Breccia, Héctor Oesterheld

"Che" ist die Neuauflage und deutsche Erstausgabe der Comic-Biografie Che Guevaras von Alberto und Enrique Breccia (Zeichnungen) und Héctor Oesterheld (Text). Der Band erzählt die Geschichte von Ernesto "Che" Guevara, dem Revolutionär und Anführer der Rebellenarmee der Kubanischen Revolution. Che Guevara wurde 1928 in Argentinien geboren. Er studierte Medizin und war Zeit seines Lebens in revolutionäre Bewegungen in unterschiedlichen Ländern Südamerikas aktiv. 1967 ermordeten ihn bolivianische Militärs. Guevara wurde von linken Bewegungen weltweit als Hoffnungsträger der sozialen Revolution betrachtet. Nach seinem Tod widmeten ihm die Argentinier Alberto Breccia, Enrique Breccia und Héctor Oesterheld eine Biografie in Comic-Form. In Argentinien war der Comic sofort nach Veröffentlichung außerordentlich erfolgreich, wurde jedoch durch die Militärdiktatur, die ab 1976 Argentinien beherrschte, verboten. Der Autor des Comics, Héctor Oesterheld, wurde ebenso wie seine Töchter und deren Partner von Militärs entführt und ermordet. Die deutsche Erstausgabe erschien 2008 im Carlsen Verlag. 

Carmichael, Trotzki, Revolution, Biographie

Biografie

Trotzki. Die Revolution frißt ihre Väter

Joel Carmichael

Joel Carmichaels Biographie erschien 1973 erstmals in deutscher Sprache. Mit knapp über 400 Seiten Umfang ist sie deutlich schmaler als andere Darstellungen von Trotzkis Leben. Der Autor setzt außerdem andere Schwerpunkte als Isaac Deutscher, der vor allem die verschiedenen Phasen von Trotzkis Handeln durchexerziert. Der englische Untertitel lautet übersetzt: „Eine Beurteilung seines Lebens“. Die Buchbesprechung in DER ZEIT urteilte: „Diese Biographie ist mit Schwung und Temperament geschrieben.“ Rezensent François Bondy weist auch auf einige Ungenauigkeiten in der Arbeit hin, die auf die Miss- oder Überinterpretation historischer Fakten zurückzuführen seien. Gleichzeitig sei eine neue Darstellung Trotzkis gerade in der Zeit angebracht, in der der Trend dazu neige, ihn ähnlich wie einen jungen Che Guevara als Helden zu stilisieren und zu einem Element der Film-, Theater- und Popkultur werden zu lassen.

Buchcover Jung Chang, Jon Halliday: Mao. Das Leben eines Mannes, das Schicksal eines Volkes

Biografie

Mao. Das Leben eines Mannes, das Schicksal eines Volkes

Jung Chang, Jon Halliday

Die aus China stammende britische Schriftstellerin Jung Chang und ihr Mann, der irische Historiker Jon Halliday, haben eine umfangreiche Mao-Biographie vorgelegt, die sich auf mehr als 300 Interviews, Archivrecherchen in elf Ländern sowie zahlreiche Sekundärwerke stützt und der Mythologisierung Maos in der offiziellen chinesischen Geschichtsschreibung entgegentritt. Sie erzählen die Geschichte von Krieg und Terror im China des 20. Jahrhunderts, als deren Hauptakteur sie Mao Zedong ausmachen. Seine politische Strategien, geheimen Weisungen und Intrigen sowie seine Psyche werden vom Aufstieg nach 1928 bis zu seinem Tod 1976 analysiert und daraus eine direkte Verbindung zu Gewalt, Terror und Krieg im Land abgeleitet. Für die Autoren ist Mao persönlich verantwortlich für den Tod von mehr als 70 Millionen Menschen und damit in seiner Grausamkeit allen anderen Diktatoren im 20. Jahrhundert überlegen.

Stefan Creuzberger: Stalin - Machtpolitiker und Ideologe

Biografie

Stalin - Machtpolitiker und Ideologe

Stefan Creuzberger

Stefan Creuzberger gliedert seine Darstellung des Machtpolitikers Stalin in drei Abschnitte: Im ersten Teil beschreibt er Stalins Jugend und die Anfänge seiner Parteikarriere. Im zweiten werden Stalins „Revolution von oben“ nach der Ausschaltung seiner Rivalen und der Terror bis in die Nachkriegszeit geschildert. Der dritte Teil ist Stalins Außenpolitik gewidmet. Die Publikation mit einer knappen Biografie, Anmerkungen, einer Bibliografie und Abbildungen wendet sich insbesondere an Studierende und historisch interessierte Laien, sie eignet als Einführung zu Stalins Herrschaft. Stefan Creuzberger ist Professor für Zeitgeschichte an der Universität Rostock und Leiter der Forschungs- und Dokumentationsstelle des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Geschichte der Diktaturen in Deutschland. Mit seinem Werk will er insbesondere der Stilisierung Stalins als Modernisierer im heutigen Russland entgegenwirken und die Opfer und Brutalität seiner Diktatur ins Bewusstsein rücken.

Stalin, Isaac Deutscher, Politische Biographie, Biografie,

Biografie

Stalin. Eine politische Biographie

Isaac Deutscher

Die Stalin-Biographie Isaac Deutschers zählt zu den bedeutendsten Werken über den Sowjetdiktator. Die englische Erstausgabe erschien bereits 1949 unter dem Titel "Stalin, a Political Biography". Das Buch wurde in zwölf Sprachen übersetzt, die deutsche Ausgabe "Stalin. Eine politische Biographie" kam 1962 auf den Markt, sie wurde in Neuauflagen immer wieder durchgesehen und ergänzt. Deutscher, ein Trotzkist mit jüdisch-orthodoxen Wurzeln, wanderte 1939 von Polen nach England aus und begann dort als Journalist, die stalinistische Politik zu beobachten und anhand seiner eigenen sozialistischer Überzeugungen zu kritisieren. 1946, mit Beginn des Ost-West-Konflikts, beendete er seine Tätigkeit als Journalist und wandte sich größeren historischen Arbeiten zu. Nach der Stalin-Biographie widmete er sich einem ebenfalls biographisch angelegten Werk über Leo Trotzki.

Elżbieta Ettinger: Rosa Luxemburg. Ein Leben

Biografie

Rosa Luxemburg. Ein Leben

Elżbieta Ettinger

Die gebürtige Polin Elżbieta Ettinger ging 1964 in die USA; von 1975 bis zu ihrer Emeritierung 1996 war sie Professorin für Rhetorik am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge. In dieser Biografie Rosa Luxemburgs stützt sie sich auf Interviews mit Menschen aus dem näheren Umfeld der Kommunistin und auf Familienbriefe, die ausführlich zitiert werden. Hierzu wertet Ettinger neue polnische Quellen zum Leben Luxemburgs aus und gibt auf diese Weise einen sehr direkten Einblick in ihre Kindheit. Die Beziehungen Rosa Luxemburgs zu Eltern, Geschwistern  sowie zur polnischen Heimat erschließt Ettinger einfühlsam. Die Liebesbeziehungen Rosa Luxemburgs werden erstmals ausführlich geschildert und mit Zitaten illustriert. Dem gesellschaftlichen Umfeld, theoretischen Quellen oder Einflüssen aktueller Ereignisse schenkt die Autorin dagegen wenig Beachtung. Sie deutet Rosa Luxemburgs politische Aktivitäten vorrangig als Kompensation für ihre körperliche Behinderung, die jüdische Herkunft und private Enttäuschungen.

Cover des Buchs „Otto Freundlich – Kosmischer Kommunismus“

Fachbuch

Otto Freundlich – Kosmischer Kommunismus

Julia Friedrich (Hrsg.)

Der aus Pommern (heutiges Polen) stammende, jüdisch-assimilierte Otto Freundlich (1878–1943) war einer der frühsten Vertreter der abstrakten Malerei. Als „Kosmischen Kommunismus“ bezeichnete der politisch aktive Künstler sein Konzept eines utopischen Universalismus, dem er mit seinen farbintensiven Gemälden Ausdruck verlieh. Das wohl berühmteste Werk Freundlichs – „Grosser Kopf“ aus dem Jahr 1912 – fand sich auf dem Umschlag des Ausstellungsführers zur NS-Schau „Entartete Kunst“. Der Bildband „Otto Freundlich - kosmischer Kommunismus“ macht nun seine Werkentwicklung vor dem Hintergrund seines künstlerischen und philosophischen Denkens nachvollziehbar. Er begleitet die gleichnamige, von Julia Friedrich kuratierte Ausstellung (ursprünglich Museum Ludwig), die derzeit im Kunstmuseum Basel zu sehen ist (10.06.2017 bis 10.09.2017).Freundlich wurde 1943 nach einer Denunziation als Jude in ein Vernichtungslager deportiert und dort ermordet.

Franz Marek: Beruf und Berufung Kommunist, Screenshot vom Buchcover

Biografie

Franz Marek. Beruf und Berufung Kommunist

Maximilian Graf, Sarah Knoll

Dieser Band zeugt vom 20. Jahrhundert als "Zeitalter der Extreme" und gibt nicht nur einen ausführlichen Einblick in das Leben Franz Mareks, sondern auch in die Lebenswelt der Wiener Reformkommunisten. Franz Marek wurde 1913 mit dem Namen Ephraim Feuerlicht in Przemyśl geboren. Seine polnisch-jüdische Familie floh vor den Kampfhandlungen des ersten Weltkrieges nach Wien, wo er schon früh mit dem Marxismus in Kontakt kam und Kommunist wurde. Führend im Widerstand gegen das Dollfuß-Schuschnigg-Regime, war er unter seinem Kampfnamen Franz Marek auch in der französischen Résistance tätig und kehrte 1945 als "glühender Stalinist" nach Österreich zurück. Dort kämpfte er weiter für den Sieg des Sozialismus, wurde aber ab 1956 durch die Aufdeckung der Verbrechen Stalins, sowie der Verfasstheit der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) und der kommunistischen Weltbewegung zunehmend desillusioniert. Der einst führende Intellektuelle der KPÖ entwickelte sich zum Kritiker der Sowjetunion und zum Reformkommunisten von europäischem Format. 1968 brach er endgültig mit der Partei und wurde Chefredakteur der linken Monatszeitschrift "Wiener Tagebuch".

Buchcover

Biografie

Karl Marx und die Geburt der modernen Gesellschaft. Biographie und Werkentwicklung. Band 1. 1818–1841

Michael Heinrich

"Karl Marx und die Geburt der modernen Gesellschaft" ist der erste Band von Michael Heinrichs Marx-Biografie. Mit ihr nimmt der Autor Leben und Werk von Karl Marx gleichermaßen in den Blick. Durch detaillierte und quellenbasierte Darstellungen von Marx' Leben sowie seines Umfelds und durch ebenso in die Tiefe gehenden Analysen seines Werkes verdeutlicht der Autor, wie sich Lebensumstände und Werk stets gegenseitig bedingen, in ihren Brüchen ebenso wie in ihren Kontinuitäten. Der erste Band widmet sich den ersten 23 Lebensjahren von Marx. Das erste Kapitel "Die Verschollene Jugend" liefert ein Panorama von Marx' Geburtsstadt Trier, beschreibt das familiäre und freundschaftliche Umfeld von Marx sowie dessen Gymnasialzeit. Das zweite Kapitel "Aufbruch und erste Krise" widmet sich Marx' Studienzeit, seiner Beziehung zu Jenny von Westphalen sowie Marx dichterischem Werk – und seiner Abkehr davon. Das dritte und letzte Kapitel "Religionsphilosophie, die Anfänge des 'Junghegelianismus' und Marx' Dissertationsprojekte" präsentiert nach einer Beschreibung von Marx' Jahren in Berlin einen Überblick über die Religionskritik im 18. Und 19. Jahrhundert, über Hegel und Junghegelianismus und schlägt schließlich den Bogen zu Marx' Dissertationsprojekten. Der zweite Band der Biographie soll 2020, der dritte 2022 erscheinen.

Buchcover "Die Abgründe meines Jahrhunderts", Faber & Faber

Autobiografie

Die Abgründe meines Jahrhunderts. Eine Autobiographie

Alexander Jakowlew

"Die Abgründe meines Jahrhunderts" ist die Autobiografie des Politikers und Journalisten Alexander Jakowlew. Jakowlew, geboren 1923, wird 1944 Mitglied der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und steigt im Laufe seines Lebens in hohe Positionen im Parteiapparat auf. Er ist von 1960 bis 1969 Mitarbeiter und von 1969 bis 1973 Leiter der Abteilung für Ideologie und Propaganda, er schreibt Reden für Chruschtschow und Breschnew und arbeitet für verschiedene Parteizeitungen sowie für den staatlichen Rundfunk. Von 1973 bis 1983 ist er Botschafter in Kanada, danach Leiter des Instituts für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen an der Moskauer Akademie der Wissenschaften. In dieser Zeit beginnt Jakowlew, eng für und mit dem späteren sowjetischen Partei- und Staatschef Michail Gorbatschow zusammen zu arbeiten; Jakowlew gilt als einer der maßgeblichen Gestalter von Perestroika und Glasnost, den Reformprogrammen Gorbatschows. In seiner Autobiografie schildert Jakowlew das Leben im innersten Kreis der politischen Macht in der Sowjetunion äußerst detailreich und liefert Leserinnen und Lesern somit einen umfassenden Einblick in die politische Geschichte der Sowjetunion.

Buchcover Gernd Konen: Traumpfade der Weltrevolution. Das Guevara-Projekt

Biografie

Traumpfade der Weltrevolution. Das Guevara-Projekt

Gerd Koenen

Gerd Koenen erzählt die Geschichte einer zentralen Figur der linken Bewegung des 20. Jahrhunderts: Ernesto „Che“ Guevara. Mit dem Ziel, diesen weder zu glorifizieren noch zu verurteilen, zeichnet Koenen Kindheit, Jugend, Schwächen und Stärken des Mannes nach, der Familienvater und Exekutor in der kubanischen Revolution, Philosoph und Revolutionär war. Koenens Werk basiert auf einer umfangreichen Quellenbasis und nimmt vor allem die 1950er-und 1960er-Jahre in den Blick, in denen die Guerilla-Revolution gegen die USA zum Vorbild der Neuen Linken im Westen wurde. Das Leben des Che Guevara stellt Koenen in Beziehung zu den Biographien anderer linker „Helden“ wie Fidel Castro und der deutsch-jüdischen Guerillera Tamara Bunke und zu regionalen und globalen Ereignissen des Kalten Kriegs.

Buchcover Thomas M. Leonard: Fidel Castro. A biography

Biografie

Fidel Castro. A biography

Thomas M. Leonard

In seiner Biographie untersucht der US-amerikanische Historiker Thomas M. Leonard das Leben und die über vier Jahrzehnte währende Herrschaft des kubanischen Staatschefs mit Erfolgen und Niederlagen. Das Buch widmet sich der Kindheit, der Familie und dem Bildungsweg Castros. Leonard erzählt von dessen Rebellionen in jungen Jahren, etwa als er versuchte, einen Arbeiterstreik in der Zuckerindustrie gegen seinen eigenen Vater zu organisieren. Der Leser erfährt Einzelheiten über die Zeit Castros an der Havana Law School, über seine Gefangenschaft und den Aufstieg zu politischer Macht. Leonard beschreibt Castros Opposition gegen die von den USA gestützte Diktatur des Fulgencio Batista, seine Vorstellungen von sozialem Wandel in Kuba und die erfolgreiche Revolution des Jahres 1959. Daneben werden historische Ereignisse wie die Invasion der Schweinebucht 1961 und die Kubakrise 1962 erläutert. Eine Chronologie am Ende des Buches bietet einen Überblick über die wichtigsten Stationen im Leben des Fidel Castro.

Buchcover Pierre Brocheux: Ho Chi Minh. A Biography

Biografie

Ho Chi Minh. A Biography

Pierre Brocheux

Der französisch-vietnamesische Historiker Pierre Brocheux beleuchtet in seiner Biographie, wie Ho Chi Minhs Lebensweg mit der Entwicklung seiner ideologischen Ansichten und politischen Strategien verflochten war. Er stellt Ho Chi Minh als kommunistischen Revolutionär, als Mitbegründer der Kommunistischen Partei Indochinas sowie als Staatsführer der Demokratischen Republik Vietnam vor. Der Autor möchte sowohl den Mythos als auch den Menschen erklären, indem er diesen vor dem Hintergrund von Krieg sowie Kolonial-, Kommunismus- und Nationengeschichte verortet. Den bis heute als Vater der vietnamesischen Nation verehrten Mann bezeichnet Brocheux als normalen Menschen, der in die großen politischen Kämpfe seiner Zeit verwoben war und den Fortgang des 20. Jahrhunderts maßgeblich mitbestimmte, bis er schließlich gefangen blieb in dem Kult um seine Person, den er selbst mit erschaffen hatte.

Buchcover Hélène Carrére d` Encausse Lenin

Biografie

Lenin

Hélène Carrére d` Encausse

Die Spezialistin für russische und sowjetische Geschichte Hélène Carrère d`Encausse geht in ihrem 1998 zuerst auf Französisch erschienenen Buch der Frage nach, wie der Außenseiter Lenin in so kurzer Zeit ein Imperium errichten konnte, das 70 Jahre bestehen sollte. Sie schildert den Revolutionär Lenin im Kontext seiner Zeit, die Herausbildung seiner Ideologie sowie seine politischen Strategien, um Mehrheiten zu gewinnen. Die größte Schwierigkeit sei es gewesen, eine westliche Revolution in einem vormodernen Staat durchsetzen zu wollen, so die Autorin. Sie kommt zu dem Schluss, dass Lenin nach der Stabilisierung seiner Macht ratlos gewesen sei, wie die Revolution weitergehen sollte. Das Buch ist vor allem ein Porträt des Politikers Lenin in der Zeit nach der Oktoberrevolution.

Oleg Chlewnjuk: Stalin. Eine Biographie

Biografie

Stalin. Eine Biographie

Oleg Chlewnjuk

Oleg Chlewnjuk, Mitarbeiter des Staatsarchivs der Russischen Föderation in Moskau und Herausgeber zahlreicher Bücher zum Stalinismus, berichtet zum Auftakt des Buches  von Stalins letzten Lebenstagen im März 1953 und wirft damit ein Schlaglicht auf seinen Charakter und sein direktes Umfeld sowie die Machtzirkel im Kreml. Auch zwischen die chronologisch geschilderten Stationen von der Kindheit in Georgien bis zum Revolutionär und grausamen Diktator vor und nach dem Zweiten Weltkrieg werden Szenen um Stalins Tod eingefügt. Dabei entsteht das Porträt einer mitleidlos veranlagten Person, die zur Durchsetzung ihrer Positionen und zur Lösung von Konflikten auf Terror setzte. Grundlage für Chlewnjuks Biografie sind originale Protokolle und Dokumente aus sowjetischen Archiven, die zuvor unter Verschluss waren.

Buchcover Sabine Dabringhaus: Mao Zedong

Biografie

Mao Zedong

Sabine Dabringhaus

Die deutsche Historikerin Sabine Dabringhaus zeichnet auf 128 Seiten das Leben Maos chronologisch nach und beleuchtet die Strukturen und Machtkonstellationen, die für seine Entscheidungen eine wichtige Rolle spielten. Im ersten Teil beschreibt sie die Herkunft und den Aufstieg Maos in der Kommunistischen Partei Chinas bis zur Gründung der Volksrepublik 1949, im zweiten Teil die staatliche Wiedervereinigung und Konsolidierung des Landes unter Mao Zedong, dessen autokratische Herrschaft zahllosen Menschen das Leben kostete. Ihre kompakte, gut lesbare Darstellung bietet eine fundierte Einführung in die Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert, die sicher von niemandem so geprägt wurde wie von Mao Zedong. Das Anliegen dieses Buches ist es, die historische Persönlichkeit in all seiner Widersprüchlichkeit zu analysieren und dabei weder die Mythologisierung noch die Dämonisierung Maos zu reproduzieren.

Deutscher, Trotzki, Biographie, Trilogie

Biografie

Trotzki.

Isaac Deutscher

Dieses dreibändige Werk, erschienen zwischen 1954 und 1963, von Isaac Deutscher gilt unbestritten als der Klassiker unter den zahlreichen Trotzki-Biographien. Bis heute kommen Besprechungen neuerer Trotzki-Darstellungen nicht ohne einen Vergleich mit Deutschers rund 1600 Seiten umfassenden Arbeit aus; auch die neueren Biographen nehmen direkt Stellung zu den Ausführungen Deutschers.Deutscher ging, ebenso wie der Protagonist seines Werks, ins Exil und verfolgte die Geschehnisse in der Sowjetunion aus der Ferne. Inspiriert durch seine trotzkistische Weltanschauung entstand zunächst eine kritische Stalin-Biographie, bevor er sich dann der umfassenden Arbeit an diesem Werk widmete. Bereits die Titel der Bände, in denen Trotzkis Leben als „Prophet“ in drei Phasen eingeteilt wird, deuten einerseits an, dass sich Deutscher stark mit Trotzki verbunden fühlt, ein entsprechend empathischer Duktus zieht sich durch das gesamte Werk.Andererseits geht Deutscher mit genügend historischer Distanz vor und kritisiert die Irrtümer und Schwächen Trotzkis. Bereits die Besprechungen zur Veröffentlichung deuteten an, dass es sich bei der Trilogie um eine wegweisende biographische Arbeit handeln sollte.

Evans, Deng Xiaoping, China, Biographie

Biografie

Deng Xiaoping and the making of modern China

Richard Evans

In dieser Biografie untersucht Richard Evans, der verdiente britische Botschafter in China (1984–1988), das Leben und Wirken Deng Xiaopings, der nach Mao Zedongs Tod 1976 die Volksrepublik China von 1979 bis 1997 faktisch führte. Bekannt ist Deng vor allem für seine Wirtschaftspolitik, die maßgeblich für die Öffnung Chinas für den Weltmarkt gesorgt hat. Dies wird auch von Evans gewürdigt. Im Fokus der knapp 400 Seiten umfassenden Biografie steht auch Dengs Privatleben. Kritiker wie Glen Jennings oder Jonathan Mirsky warfen dem Autor jedoch vor, leichtgläubig und unkritisch mit Informationen umzugehen, die von der Kommunistischen Partei Chinas bereitgestellt wurden und negative Aspekte im Wirken Dengs herunterspielten, um dessen Lebenswerk nicht zu schmälern.

Fuhrer, Thälmann, Biographie

Biografie

Ernst Thälmann. Soldat des Proletariats

Armin Fuhrer

Armin Fuhrer hinterfragt den Heldenkult, der um Thälmann, den berühmten KPD-Vorsitzenden und politischen Gefangenen und Opfer der Nazis, vor allem in der DDR aufgebaut wurde. Stalin hatte nach Thälmanns Inhaftierung durch die Nazis wohl vorsätzlich von einem Gnadengesuch für den Kommunisten abgesehen, um das Bild eines deutschen Märtyrers aufzubauen; ein Ruf, der auch von der DDR-Führung aufrechterhalten wurde. Vielmehr zeigt Fuhrer, wie Fehlentscheidungen Thälmanns dazu führten, dass sich die KPD mehr darauf fokussierte, die Sozialdemokraten in der Weimarer Republik zu kritisieren als politisch auf die aufkommende Gefahr durch die an Wählerschaft gewinnende NSDAP zu reagieren. Die fachwissenschaftliche Kritik fragt jedoch, ob Fuhrer Thälmann in seiner Darstellung nicht zu viel Gestaltungsspielraum zugesteht und der Einfluss der SU auf seine Entscheidungen nicht lähmend gewesen sei (Ulrich Eumann auf HSozKult).

Buchcover Martin Großheim: Ho Chi Minh. Der geheimnisvolle Revolutionär. Leben und Legende

Biografie

Ho Chi Minh. Der geheimnisvolle Revolutionär. Leben und Legende

Martin Großheim

Der Professor für Südostasienkunde Martin Großheim möchte in seinem Buch sowohl den Mythos des vietnamesischen Revolutionärs und Politikers als auch das Schreckensbild Ho Chi Minh (1890–1969) dekonstruieren. Die Biographie ist in Lebensabschnitte Ho Chi Minhs gegliedert, die von der Kindheit im Hause eines konfuzianischen Gelehrten, von seiner Politisierung in Paris und Moskau, dem Kampf gegen die Kolonialherrschaft und seiner Präsidentschaft in Nordvietnam berichten. Großheim zeigt, welches politische Kalkül und welche gesellschaftlichen Dynamiken hinter der Inszenierung seiner Person steckten. Ho Chi Minh habe sich selbst und gemeinsam mit der Kommunistischen Partei Vietnams zum Mythos und zur Symbolfigur erhoben. Zu einer Personifizierung des Bösen hätten ihn dagegen vor allem im Ausland lebende Vietnamesen erklärt. Der Leser erhält in dem facettenreichen Porträt auch Informationen über das Privatleben des vietnamesischen Kommunisten, etwa über die bisher weitgehend unbekannte Ehe mit einer Chinesin.

Buchcover Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix (Hrsg.): Wer war wer in der DDR? Ein Lexikon ostdeutscher Biographien

Lexikon

Wer war wer in der DDR? Ein Lexikon ostdeutscher Biographien

Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix (Hrsg.)

Das 1992 erstmals publizierte biografische Nachschlagewerk umfasste etwa 1.500 Einträge zu Personen des politischen Lebens in der DDR. In der fünften, aktualisierten Auflage können fast 4.000 Kurzbiographien zu Persönlichkeiten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen der DDR sowie zu Ostdeutschen, nachgelesen werden, die erst im wiedervereinigten Deutschland Bekanntheit erlangt haben. Hinweise auf weiterführende Literatur zu den einzelnen Personen, ein Abkürzungsverzeichnis zu Institutionen und Organisationen in der DDR, Autoren-, Orts-, Länder- und Personenregister sowie ein Verzeichnis der Pseudonyme erleichtern die Arbeit mit dem zweibändigen Lexikon. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur bietet eine Online-Version zur kostenlosen Recherche an. Die Datensätze sind ebenso in unserer Kategorie BioLex abrufbar.

Buchcover "Stalin:eine Biographie", Primus Verlag

Biografie

Stalin: Eine Biographie

Klaus Kellmann

Josef Wissarionowitsch Stalin war von 1927 bis 1953 der diktatorische Machthaber der Sowjetunion. Während seiner Regierungszeit ließ er eine totalitäre Diktatur aufbauen und im Rahmen von „Säuberungsprozessen“ Millionen vermeintlicher Gegner inhaftieren und in Schauprozessen verurteilen. Zahlreiche Menschen wurden in Gulag-Strafarbeitslager deportiert, in denen eine Vielzahl der Inhaftierten ihr Leben ließen. Der Autor Klaus Kellmann, Mitarbeiter der schleswig-holsteinischen Landeszentrale für politische Bildung, widmet sich in seiner Biographie Stalin: eine Biographie der Person Stalin, seinem Leben und seiner Politik. In 15 thematischen Kapiteln werden die Etappen von Stalins Lebensweg dargestellt und eine Analyse der Epoche des „Stalinismus“ vollzogen. Der Autor verbindet seine Biographie Stalins mit den bedeutenden weltgeschichtlichen Ereignissen dieser Zeit und bettet so den Stalinismus in einen globalen Kontext ein. Die Biographie liefert zudem einen Überblick über die Kommunismusgeschichte und einen Ausblick der politischen Entwicklungen in der Sowjetunion über Stalins Tod hinaus. Im Anhang des Buches befindet sich eine aufschlussreiche Chronik, die im Jahr 1879 mit der Geburt Stalins beginnt und bis ins Jahr 2005 reicht. Klaus Kellmann verfasste mit seiner Biographie eine essayistische biografische Gesamtdarstellung der Person Stalins und seiner Zeit. Für zeitgeschichtlich Interessierte und Lehrende bietet die Biographie einen guten Überblick über die Person Stalin, sein Wirken und die Epoche des „Stalinismus“.

Cover des Buches " Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel", Osburg

Autobiografie

Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel. Erlebnisse – Erkenntnisse

Pavel Kohout

In seiner Autobiografie berichtet der Autor Pavel Kohout von seinem Leben in der damaligen Tschechoslowakei. Die Erzählung ist geprägt von seinem Wandel – vom Mitglied und überzeugtem Anhänger der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei hin zu deren Kritiker und Wortführer des "Prager Frühlings". Der Begriff „Prager Frühling“ beschreibt eine von der Kommunistischen Partei mitgetragenen Reformbewegung, die in der Tschechoslowakei die Umsetzung eines „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ forderte. Dieser wurde ein jähes Ende gesetzt, als am 21. August 1968 Truppen des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei einmarschierten und die Bewegung gewaltsam niederschlugen. 1969 wurde Pavel Kohout aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen. Gemeinsam mit Vaclav Havel verfasste er 1977 das Gründungsdokument der Bürgerinitiative "Charta 77", die den Mittelpunkt der Opposition gegen das kommunistische Regime in der CSSR war. 1978 wurde er mit seiner Frau Jelena aus der Tschechslowakei ausgebürgert. Er hat zahlreiche Romane veröffentlicht. Pavel Kohout lebt in Wien und Prag.

Buchcover Die Revolution entlässt ihre Kinder

Autobiografie

Die Revolution entlässt ihre Kinder

Wolfgang Leonhard

Wolfgang Leonhard schildert in dem erschütternden Bericht Die Revolution entlässt ihre Kinder 15 Jahre seines Lebens und das sowjetische System aus der Innenperspektive. 1933 musste Leonhard Deutschland verlassen. Über Schweden emigrierten er und seine Mutter 1935 in die Sowjetunion, wo er nach der Verhaftung seiner Mutter in einem Heim für deutsche und österreichische Emigranten aufwuchs. Auf das Studium und die Deportation nach Karaganda folgte die Schulung zum Kominternfunktionär und Arbeit im Nationalkomitee „Freies Deutschland“. Leonhardt gehörte zu den elf Mitliedern der „Gruppe Ulbricht“, die im April 1945 nach Deutschland geschickt wurden. In Berlin in der Sowjetischen Besatzungszone war er am Aufbau von kommunalen Strukturen beteiligt. Er stellte die Schulungshefte der SED zusammen und wirkte als Dozent an der SED-Parteihochschule. Im März 1949, sechs Monate vor der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik, floh er nach Jugoslawien. Das 1955 bei Kiepenheuer & Witsch in Köln erschienene Buch avancierte zum Klassiker der politischen Literatur in Deutschland und wurde in elf Sprachen, darunter auch ins Russische, übersetzt.