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Buchcover

Quellen

Budapest 1956. Die Ungarische Revolution

Erich Lessing

Der 2006 erschienene Bildband von Erich Lessing zeigt 200 Fotografien als Zeitdokument des Ungarischen Volksaufstandes 1956. Am 23. Oktober 1956 erhob sich die ungarischen Bevölkerung gegen das kommunistische Regime, welches seit Ende des Zweiten Weltkrieges das Land regierte. Während zunächst Hoffnung auf einen Regierungswechsel bestand, wurden die Proteste im November desselben Jahres blutig von Truppen der Sowjetunion niedergeschlagen; die Kämpfe dauerten noch wochenlang an. Der österreichische Fotograf Erich Lessing war der erste ausländische Fotograf, der nach dem Aufstand nach Budapest kam und die Situation dokumentieren konnte – die Zerstörung der Stadt ebenso wie die Verzweiflung und den Überlebenswillen der Bevölkerung. Erich Lessing, seit 1951 Mitglied der Fotografen-Kooperative Magnum, erhielt für diese Reportagen den American Art Directors Award. Die ausführlich kommentierten Bilder werden begleitet von Texten des großen ungarischen Romanciers György Konrád, des Journalisten und Politologen François Fejtö sowie des Historikers Nicolas Bauquet.  

Logo Landeskundliches Informationssystem Baden-Württemberg

Quellenedition

Von der Monarchie zur Republik

Landeskundliches Informationssystem für Baden-Württemberg (Hrsg.)

2018/19 jährte sich die Novemberrevolution, das Ende des Ersten Weltkrieges und damit einhergehend die Gründung der Weimarer Republik als erste deutsche Demokratie zum 100. Mal. Diese Thematik greift die Quellensammlung "Von der Monarchie zur Republik" auf und bietet interessierten Nutzern eine Vielzahl digitalisierter Quellen zur Demokratiegeschichte im deutschen Südwesten für die Jahre 1918 bis 1923. Diese Quellensammlung bildet einen neuen Themenschwerpunkt im landeskundlichen Informationssystem LEO-BW. Dieser rückt vor allem regionale Aspekte in den Fokus und versucht regionalspezifische Fragen rund um die Revolution zu beantworten. Wie verlief der Wechsel von der Monarchie zur parlamentarischen Demokratie im Südwesten Deutschlands? Wie wurde dadurch das gesellschaftliche Leben beeinflusst? Regional werden besonders Baden, Hohenzollern und Württemberg beleuchtet. Über die Themennavigation kann der Nutzer die einzelnen regionalen Gebiete auswählen und sich jeweils detailliert über die Bereiche „Politisches Leben“, „Wirtschaft und Soziales“ und „Gesellschaft, Bildung und Kultur“ informieren. Die Webseite stellt insgesamt 15.000 Datensätze mit über 900.000 Digitalisaten zur Verfügung. Die zentralen Dokumente werden über einen interaktiven Zeitstrahl dargeboten und die geographischen Zusammenhänge mittels einer Karte visualisiert dargestellt.  

Buchcover Bernhard H. Bayerlein, Jakov Drabkin, Hermann Weber (Hrsg.): Deutschland, Russland, Komintern - II. Dokumente (1918–1943)

Quellenedition

Deutschland, Russland, Komintern - II. Dokumente (1918–1943)

Bernhard H. Bayerlein, Jakov Drabkin, Hermann Weber (Hrsg.)

Im zweiten Band des Editionsprojekts Deutschland, Russland, Komintern werden mehr als 500 Dokumente, davon 300 Erstveröffentlichungen, in deutscher Sprache präsentiert. Dabei handelt es sich vor allem um Briefe oder direkte Anweisungen der sowjetischen Führung, die in erster Linie neuen Aufschluss über die spannungsreichen Beziehungen zwischen der Komintern, der sowjetischen Führung und der KPD in den Jahren von 1918 bis 1943 geben. Die Materialien entstammen überwiegend dem ehemaligen Archiv der Komintern, dessen Bestand heute von einem staatlichen Archiv in Russland aufbewahrt wird. Andere Dokumente kommen aus dem historischen Archiv der KPD, das zunächst vom SED-Archiv übernommen wurde und heute im Bundesarchiv lagert. Die Dokumente sind im Internet frei zugänglich.

Buchcover von: Die Maiski-Tagebücher Ein Diplomat im Kampf gegen Hitler 1932-1943.

Quellenedition

Die Maiski-Tagebücher

Gabriel Gorodetsky (Hrsg.)

Gabriel Gorodetsky fand in den sowjetischen Archiven die Tagebücher des Diplomaten Iwan Michailowitsch Maiski. Diese sind 2016 in einer gekürzten Ausgabe auf Deutsch im C.H. Beck Verlag erschienen. Der Diplomat Maiski wurde 1932 als Botschafter nach London berufen, wo er bis 1943 tätig war. Die Tagebücher zeichnen das Bild eines aufmerksamen und für Entwicklungen in den internationalen Beziehungen sensiblen Beobachters. Diese wichtige Quellensammlung zeigt eindrücklich die Stimmung im diplomatischen Europa in den Jahren der Zwischenkriegszeit. Die vehemente Ablehnung von Maiski gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland, seine Haltung zur britischen Appeasement-Politik sowie seine Meinung zum Hitler-Stalin-Pakt werden in den Tagebüchern verhandelt. Ebenso zeigen die Aufzeichnungen sein ambivalentes Verhältnis zu Stalin und seine guten Beziehungen zu Winston Churchill. Die Quellenedition ist mit einleitenden Kommentaren und einem Essay über die Zeit nach Maiskis diplomatischer Karriere vom Herausgeber versehen. 

Foto von MEGA-Bänden, Bild von Antiquariaat Isis (Groningen, Niederlande), https://www.zvab.com/servlet/BookDetailsPL?bi=17835328687&searchurl=kn%3Dmarx%2Bengels%2Bwerke%2Bband%2B42%26hl%3Don%26sortby%3D20#&gid=1&pid=1

Quellenedition

Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA)

Internationale Marx-Engels-Stiftung (IMES) (Hrsg.)

Die Herausgabe der gesammelten Werke von Friedrich Engels und Karl Marx begann Mitte der 1970er-Jahre in Berlin und Moskau. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gründete sich auf Initiative des Internationalen Instituts für Sozialgeschichte (IISG) Amsterdam 1990 die IMES. Zu diesem internationalen und unabhängigen Gremium gehören heute neben dem IISG die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, das Historische Forschungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn und das Russländische Staatliche Archiv für Sozial- und Politikgeschichte (RGASPI) in Moskau. Das Mammutprojekt gliedert die Bände der Editionen in vier Abteilungen. Erste Abteilung: Werke, Artikel und Entwürfe, Zweite Abteilung: „Das Kapital“ und Vorarbeiten, Dritte Abteilung: Briefwechsel und Vierte Abteilung: Exzerpte, Notizen, Marginalien. Das internationale Editionsprojekt soll voraussichtlich 2025 beendet werden. Bis heute sind über 60 der geplanten 114 Bände erschienen. Viele renommierte Politikwissenschaftler, Historiker und Philosophen arbeiten an den Editionen mit.

Buchcover

Quellenedition

To the Masses: Proceedings of the Third Congress of the Communist International, 1921

John Riddell (Hrsg.)

1921 tagte die Kommunistische Internationale, die im März 1919 von Anhängern der bolschewistischen Revolution in Moskau gegründet worden war, zum dritten Mal; der Kongress stand unter der Losung „Zu den Massen“. Im Rahmen dieser Kongresse trafen die Delegierten der einzelnen kommunistischen Parteien zusammen. Das Hauptthema dieses dritten Komintern-Kongresses war die Neubestimmung der internationalen politischen Lage und der daraus zu entwickelnden Taktiken in Reaktion auf den Einflussverlust, den die kommunistischen Parteien in Westeuropa zu verzeichnen hatten. Der Ausgabe stellt der Herausgeber John Riddell eine ausführliche Einleitung voran, die die Entwicklungen der wichtigsten kommunistischen Parteien mit Schwerpunkt auf Deutschland nachzeichnet. Der Wert der Protokolle als Quellen historischer Forschung ist außergewöhnlich hoch. John Ridell nahm 1984 die erste englischsprachige Dokumentation der Komintern in Angriff, nachdem die Dokumentationen zuvor lediglich auf Deutsch und Russisch verfügbar waren. Nach dem vorzeitigen Ende der Veröffentlichung der Reihe beim ursprünglichen Verlag erscheinen die Bände nun beim Verlag Brill in der Historical Materialism Book Series, die die gleichnamige Zeitschrift begleitet.

Screenshot der digitalisierten Ausgabe der Roten Fahne vom 9. November 1918 im ZEFYS

Online-Ressource

Die Rote Fahne – Zentralorgan der KPD

Staatsbibliothek zu Berlin (Hrsg.)

Die Rote Fahne, das Parteiorgan der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), ist zu großen Teilen online verfügbar. Im Zeitungsinformationssystem der Staatsbibliothek zu Berlin (ZEFYS) kann jeder die digitalisierten Ausgaben der Zeitung aus den Jahren 1918 und 1919 sowie 1928 bis 1933 einsehen. Die Rote Fahne wurde am 9. November 1918 von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gegründet. Dies war der Tag, an dem die Novemberrevolution Berlin erreichte, die Abdankung Kaiser Wilhelm II. verkündet wurde und der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann die deutsche Republik ausrief. Die marxistische Spartakusgruppe unter der Führung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg – ab dem 11. November 1918 Spartakusbund genannt – verweigerte die Zusammenarbeit mit Scheidemanns bürgerlich-parlamentarischer Republik und Liebknecht proklamierte die „freie sozialistische Republik“. Die Rote Fahne war das publizistische Organ des Spartakusbundes, seit der Gründung der KPD am 1. Januar 1919 deren Zentralorgan. Der Name der Zeitung leitet sich vom Symbol der revolutionären Arbeiterbewegung, der roten Fahne, ab.

Buchcover

Quellen

A Soviet Journey. A Critical Annotated Edition

Alex La Guma

1978 veröffentlichte der südafrikanische Aktivist und Schriftsteller Alex La Guma erstmals einen Bericht über seine Reise durch die Sowjetunion unter dem Titel A Soviet Journey. Bis heute ist es einer von wenigen Texten, die es Lesern erlaubt, die Perspektive eines afrikanischen Autors auf die Sowjetunion einzunehmen. Die sowjetische Staatsform spielte für südafrikanische Aktivisten wie La Guma eine wichtige Rolle in ihren Überlegungen, wie eine post-Apartheid-Gesellschaft aussehen könne. Für viele unter ihnen stellte die Sowjetunion ein Beispiel dafür, wie der Sozialismus zu einer gleichberechtigten, postkolonialen Gesellschaft führen kann. Der Reisebericht stellt ein wertvolles Zeitdokument dar, welches die Bedeutung kommunistischer Ideen für die Anti-Apartheid-Bewegung deutlich werden lässt. Bereichert wird er in der aktuellen Ausgabe durch die Einleitung von Herausgeber Christopher J. Lee. Während er den Text als solchen historisch betrachtet und kommentiert, stellt er den Lesern einen breiteren Kontext zur Verfügung, in dem La Guma als Autor und Aktivist zu verorten ist. Seine Ausführungen zu Black Atlantic sowie seine Anmerkungen zu afrikanischer Literatur und ihren globalen Vernetzungen brechen mit den oft eurozentristisch geprägten Analysen internationaler Literatur dieser Zeit und bereichern das Buch über seine EIgenschaft als Zeitdokument hinaus.

Cover des Buches "Georgi Dimitroff: Tagebücher 1933-1943", Aufbau-Verlag

Quellenedition

Georgi Dimitroff: Tagebücher 1933-1943

Bernhard Bayerlein (Hrsg.)

Bernhard H. Bayerlein edierte diese Ausgabe der zum Teil aus dem Bulgarischen und dem Russischen übersetzten Tagebücher des Politikers und Generalsekretärs der Komintern Georgi Dimitroff. Bayerleins Edition beginnt mit dem Tag der Verhaftung Dimitroffs durch die Nationalsozialisten in Berlin am 9. März 1933. Seine Inhaftierung war Teil der Kampagne, die gegen Kommunisten, Sozialdemokraten und sonstige Oppositionelle nach dem Reichstagsbrand geführt wurde. Obwohl Dimitroff einer der Hauptangeklagten war, gelang es ihm, durch geschickte Rhetorik seinen Freispruch zu erreichen und als „Held von Leipzig“ Hermann Göring bloßzustellen. Nach seiner Freilassung in die Sowjetunion stieg er zum Generalsekretär der Komintern auf und war nach dem Ende des Krieges bulgarischer Ministerpräsident. Seine publizierten Tagebücher geben auch Aufschluss über die Instruktionen und Launen Stalins, die Dimitroff genau vermerkte. Werden im ersten Band die Tagebücher selbst publiziert, enthält der zweite Teil erläuternde Beiträge, Anmerkungen, Chroniken, Kurzbiographien, Abbildungen sowie eine Bibliographie.

Logo: Diplomatische Dokumente der Schweiz (Dodis)

Datenbank

Diplomatische Dokumente der Schweiz (Dodis)

Dodis - Diplomatische Dokumente der Schweiz

Das außeruniversitäre zeitgeschichtliche Wissenschaftszentrum Dodis erforscht die Geschichte der internationalen Beziehungen und der schweizerischen Außenpolitik seit 1848. Die Online-Datenbank des Dodis bietet eine Fundgrube an diplomatischen Quellen, welche frei und im Volltext zugänglich sind. Der Großteil der digitalisierten Dokumente stammt aus den Beständen des schweizerischen Bundesarchivs. Die Datenbank vernetzt Metadaten zu Personen und Organisationen der internationalen und Schweizer Geschichte. Diese Funktion erleichtert die quellenkritische Einordnung sowie weiterführende Archivrecherchen zu einschlägigen Dokumenten schweizerischer Außenbeziehungen.Die Datenbank verfügt über ein thematisches Verzeichnis mit dessen Hilfe man alle Dokumente zu bestimmten Teilbereichen und Topoi der diplomatischen Beziehungen durchsuchen kann. Eine weitere Besonderheit des Dodis sind die e-Dossiers. Hier sind einführende Texte zu bestimmten Epochen, Fragestellungen und Themen der Schweizer Geschichte mit Links zu den entsprechenden Originalquellen aus den Beständen der Datenbank versehen. Mit der Geschichte des Kommunismus beschäftigen sich zum Beispiel die Dossiers „100 Jahre Russische Revolution“, „Stalins Tod – Die Sicht der Schweizer Diplomaten“, „Anerkennung des kommunistischen Chinas durch die Schweiz“ oder „50 Jahre Niederschlagung des «Prager Frühlings»“.

Buchcover

Quellen

Gegenansichten. Fotografien zur politischen und kulturellen Opposition in Osteuropa 1956 – 1989

Heidrun Hamersky (Hrsg.)

Der Bildband „Gegenansichten. Fotografien zur politischen und kulturellen Opposition in Osteuropa 1956 – 1989“ nimmt die Menschen in Blick, die durch ihr Leben und Wirken einen entscheidenden Beitrag dazu leisteten, dass die europäische Geschichte 1989/90 eine überraschende Wendung nahm. Die zahlreichen Dissidenten, die unangepassten Bürger, welche über Jahrzehnte hinweg allen Repressionen zum Trotz auf eine Ablösung der autoritären Regime im Osten Europas hinwirkten, stehen im Mittelpunkt des Bandes. Der Fotoband gibt einen Einblick in die kulturellen und politischen Oppositionen in der Sowjetunion, Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn und der DDR. Die zumeist von Privatpersonen aufgenommen Bilder stammen aus Archiven in Moskau, Prag, Berlin, Bremen, Boston, New Brunswick (N.J.), Budapest und Warschau; sie erlauben einen intimen Einblick in das alltägliche Leben von Mitgliedern der Widerstandsbewegungen. In einem Vorwort von Václav Havel und einem Essay von Wolfgang Eichwede werden die historischen Zusammenhänge erläutert.

Screenshot: Russlanddeutscher Samisdat auf bpb.de

Online-Ressource

Russlanddeutscher Samisdat. Eine Dokumentation von Viktor Krieger

Viktor Krieger

Viktor Krieger versammelt in der Dokumentation "Russlanddeutscher Samisdat" eine Vielzahl von Schriften, die von Deutschen in der UdSSR produziert wurde. Die große Anzahl dieser unzensierten Schriften ist beachtlich, bedenkt man, dass die deutsche Bevölkerung in der Sowjetunion seit 1941 extremen Repressionen im Zuge einer generellen deutschfeindlichen Politik ausgesetzt waren: Gezielt wurden deutschsprachliche und -kulturelle Räume, Bildungsinstitutionen, und Kulturobjekte verboten und vernichtet. Der Begriff Samisdat hat seinen Ursprung im russischen "sam isdatelij" (Selbstverleger) und bezeichnet die Werke, die entgegen aller Repressionen, einem breiten Leser- und Zuschauerkreis bekannt gemacht werden konnten. Nach einer Einführung von Viktor Krieger folgen zwei weitere Abschnitte. Der zweite Abschnitt versammelt eine große Anzahl an Quellen, die in vier thematische Bereiche unterteilt sind: Der Kampf um die Autonomie und für nationale und bürgerliche Gleichberechtigung; Intellektuelle Samisdat; Kampf um die Ausreise aus der UdSSR nach Deutschland (BRD und DDR); Künstlerische und volkskundliche unzensierte Werke. Der dritte Abschnitt versammelt die Lebensläufe einiger Aktivistinnen und Aktivisten. Die Dokumentation ist Teil des Dossiers "Russlanddeutsche" der Bundeszentrale für politische Bildung. 

Cover des Buches "Die russische Revolution und das Schicksal der russischen Juden. Eine Debatte in Berlin 1922/23", Matthes & Seitz

Quellenedition

Die russische Revolution und das Schicksal der russischen Juden. Eine Debatte in Berlin 1922/23

Karl Schlögel und Karl-Konrad Tschäpe (Hg.)

"Die russische Revolution und das Schicksal der russischen Juden", herausgegeben von Karl Schlögel und Karl-Konrad Tschäpe, versammelt interne Schriften, Stellungnahmen und Kritiken der jüdisch-russischen Exilgemeinde im Berlin der Jahre 1922 und 1923. Anfang der 1920er-Jahre wird Berlin zum Zentrum der russischen Emigration; 1923 gründet sich hier der "Vaterländische Verband russischer Juden im Ausland". Die Beiträge, die in dem Band versammelt sind, war für eine Leserschaft der russisch-jüdischen Gemeinschaft bestimmt, nicht für eine größere Öffentlichkeit. Somit erlauben die Beiträge einen tiefen und unverfälschten Einblick in die Haltungen der Gruppe gegenüber der Russischen Revolution und dem Russischen Bürgerkrieg. Teilweise handelt es sich bei den Beiträgen um zuvor unzugängliche und erstmals übersetzte Schriften. Karl Schlögel, geboren 1948, hat an der FU Berlin, in Moskau und St. Petersburg Philosophie, Soziologie, Osteuropäische Geschichte und Slawistik studiert. Er war Professor für Osteuropäische Geschichte an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Schlögel ist Autor und Herausgeber u.a. der Bücher: "Moskau lesen. Die Stadt als Buch"; "Das Wunder von Nishnij oder die Rückkehr der Städte"; "Der Große Exodus. Die russische Emigration und ihre Zentren 1917-1941"; "GO EAST oder die zweite Entdeckung des Ostens". Karl-Konrad Tschäpe, geboren 1974, studierte Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Geschichte in Frankfurt (Oder) und an der Pädagogischen Universität Barnaul / Russische Föderation. An der Vidriana ist er Inhaber einer Professur und forscht derzeit zu Feindbildern im Stalinismus und Nationalsozialismus.

J.W. Stalin: Gesammelte Werke

Quellenedition | Website

J.W. Stalin – Werke und Texte

J.W. Stalin

Stalinwerke.de stellt das 15-bändige Schrifttum Josef Stalins kostenlos zum Download zur Verfügung (PDF). In der Sowjetunion wurden die Bände auf Beschluss des ZK der KPdSU herausgegeben. In der DDR wurden die ersten 13 Bände von 1952 bis 1955 auf Beschluss des ZK der SED im Dietz Verlag in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Die Abkehr vom Stalinismus in der Chruschtschow-Ära führte zur Einstellung der Veröffentlichung der letzten zwei Bände. Diese wurden 1976 auf Beschluss des ZK der KPD/ML - eine kommunistische Splitterpartei in der BRD - in Dortmund veröffentlicht. Stalin beruft sich in seinen Schriften auf die Grundlagen marxistischer und leninistischer Theorie, um für sein gewaltsames politisches Programm die Bevölkerung zu mobilisieren. Die Texte bieten die ideologische Grundlage und Rechtfertigung für die Verbrechen der stalinistischen Diktatur. Das schriftliche Œuvre des Diktators kann für quellengestütztes und historisches Arbeiten zu den Verbrechen des Stalinismus, eine kritisch zu hinterfragende Arbeitsgrundlage darstellen. Zusätzlich zu den Bänden der Gesamtausgabe bietet Stalinwerke.de eine Vielzahl zusätzlicher Literatur, beispielsweise: die Berichte der Moskauer Prozesse, sämtliche Sitzungsniederschriften der Potsdamer Konferenz der sowjetischen Delegation, die Warschauer Beschlüsse sowie die Stalinnote. Die Website lässt an vielen Stellen einen reflektierte Umgang mit ihrem Untersuchungsgegenstand vermissen. Somit sollte die Website immer mit einem kritischen Auge genutzt werden.

Logo Bundesarchiv

Blog | Quellenedition

Weimar – Die erste deutsche Demokratie

Das Bundesarchiv

2018 jährte sich die Gründung der Weimarer Republik, der ersten deutschen parlamentarischen Demokratie, zum 100. Mal. Aus diesem Anlass ist seit dem 22. März 2018 das Quellenportal „Weimar – Die erste deutsche Demokratie“ online. Das Bundesarchiv stellt dort besondere Quellen aus der Zeit der Weimarer Republik zur Verfügung und digitalisiert Akten, Karten, Fotos, Plakate und Filme rund um die erste deutsche Demokratie und schafft dadurch ein umfangreiches Quellenportal, das bis 2020 kontinuierlich ausgebaut und erweitert werden soll. Bis zum Jahr 2021 sollen mehr als vier Millionen digitalisierte Einzelseiten in der Rubrik „Akten“ für Interessierte einsehbar sein. Eine detaillierte Recherche innerhalb der digitalisierten Schriftstücke lässt sich mit Hilfe des Rechercheportals invenio durchführen. Die Filmothek des Bundesarchivs verfügt aktuell über circa 50 digitalisierte und archivfachlich erschlossene Filme aus der Zeit der Weimarer Republik, wobei es sich vorrangig um Stummfilme handelt. Unter der Rubrik „Bilder und Plakate“ stellt das Quellenportal mehrere tausend Bilder und Plakate, besonders Wahlplakate zur Wahl der Nationalversammlung, zur Verfügung. Das Bundesarchiv bietet den Nutzern unter der Rubrik „Recherche“ unterschiedliche Angebote für eine übergreifende und detaillierte Online-Recherche. Der Blog zum Quellenportal präsentiert Aktuelles und die wichtigsten Neuerungen rund um die Arbeit des Bundesarchivs auf einen Blick und bietet Interessierten die Möglichkeit zum wechselseitigen Austausch.  

Buchcover

Quellen

"Der Verräter, Stalin, bist Du!". Vom Ende der linken Solidarität. Komintern und kommunistische Parteien im Zweiten Weltkrieg 1939 – 1941

Bernhard H. Bayerlein (Hrsg.)

Der Band "Der Verräter, Stalin, bist Du!". Vom Ende der linken Solidarität. Komintern und kommunistische Parteien im Zweiten Weltkrieg 1939 – 1941 versammelt eine enorme Anzahl an bisher unveröffentlichter Dokumenten aus russischen, deutschen und schweizer Archiven. Die Bandbreite der Dokumente reicht von Politbürobeschlüssen, Telegrammen und Briefen bis hin zu Einsatzbefehlen, Manuskripten und Manifesten. Anspruch des Buches ist es, ein Kapitel der internationalen Linken zu beleuchten, welches nach Ansicht der Herausgebenden in linken Kreisen und Parteien eher wenig Aufmerksamkeit erhält: die deutsch-sowjetische Freundschaft, die von 1939-1941 dauerte, die darauf folgende Symbiose von Sowjetpatriotismus und Antifaschismus, und der Umgang sozialistischer Regime mit den Verbrechern und Opfern des Nationalsozialismus. Im Zentrum des Bandes steht damit vor allem die Frage, wie eine internationale Linke mit Fragen und Kontroversen von Autorität und Diktatur umgegangen ist – oder wie sie dies nicht ist. Der Fokus liegt hier vor allem auf den kommunistischen Parteien der Sowjetunion und Europas. Neben Dokumenten, die belegen, wie Funktionäre kommunistischer Parteien und Organisationen die Widersprüche in der eigenen Ideologie zu ersticken versuchten, finden sich in dem Buch auch Zeugnisse des Entsetzens europäischer Linker ob dieser Prozesse. Der Quellenband bildet mit seiner Fülle an Dokumenten einen Erklärungsansatz, wie sich die internationale Linke kollektiv von ihren Gründungsidealen wie Demokratie und Selbstbestimmung der Nationen entfernen konnte. 

Logo: Diplomatische Dokumente der Schweiz (Dodis)

Onlinedossier

e-Dossier: 50 Jahre Niederschlagung des «Prager Frühlings»

Diplomatische Dokumente der Schweiz (Dodis)

Anlässlich des 50. Jahrestages des Prager Frühlings veröffentlichte das Forschungs- und Digitalisierungsprojekt Diplomatische Dokumente der Schweiz (Dodis) ein elektronisches Dossier zum Thema. Der Einführungstext verweist bereits auf die wichtigsten diplomatischen Dokumente, die sich in Schweizer Archiven befinden. In dem Beitrag geht es nicht nur um die Ereignisse in Prag, sondern auch um die Wahrnehmung der Ereignisse in der Schweiz und deren Bewertung durch Diplomaten. In den Originaldokumenten und Akten kann man nachlesen, dass es in der Schweiz mehrmals zu Anfeindung gegenüber Russen kam und es eine große Solidarität mit der Reformbewegung von Dubcek gab. Praktisch äußerte sich dies in der Aufnahme von ca. 11.000 flüchtenden Tschechoslowaken im Nachgang der Besetzung durch Truppen der Warschauer Pakt Staaten. Das Dossier verweist auf 50 Originaldokumente aus dem diplomatischen Schriftverkehr, die sich mit den Ereignissen in der CSSR und Reaktionen in der Schweiz und den internationalen Beziehungen darauf, beschäftigen.

Buchcover Wladislaw Hedeler (Hrsg.): Die russische Linke zwischen März und November 1917, Verlag Dietz

Quellenedition | Sammelband

Die russische Linke zwischen März und November 1917

Wladislaw Hedeler (Hrsg.)

Der von dem deutschen Historiker und Übersetzer Wladislaw Hedeler edierte Band versammelt Beiträge und Dokumente zu den Ereignissen im Revolutionsjahr 1917 in Russland. Analysiert werden vor allem die Diskussionen im linken Parteienspektrum zwischen Februar- und Oktoberrevolution, die nach gregorianischem Kalender im März und November 1917 stattfanden. In dieser Zeit lösten sich sechs Regierungen aus Vertretern von neuen Parteien nacheinander ab. Die während des Jahres aus dem Exil nach Russland zurückkehrenden Bolschewiki, Menschewiki, Sozialisten-Revolutionäre, Anarchisten und Mitglieder des Jüdischen Bundes waren nicht in der Lage, stabile Koalitionen zu bilden, weshalb die provisorische Regierung schließlich ihre Macht und Autorität verlor. Zu den Autorinnen und Autoren des Bandes gehören Michael Brie, Wladislaw Hedeler, Jaroslaw Leontjew, Alla Morosowa, Konstantin Morosow, Albert Nenarokow, Dmitri Rubljow, Pjotr Saweljew, Kay Schweigmann-Greve, Natalja Smoljanskaja und Alexander Vatlin.

Cover des Buchs "The Cominform"

Quellenedition

The Cominform: Minutes of the Three Conferences 1947/1948/1949

Giuliano Procacci (Hrsg.)

Die Öffnung der Archive nach dem Ende der Sowjetunion versprach für Historiker einen reichhaltigen, unerforschten Fundus an brisanten und alltäglichen Einblicken hinter die politischen Abläufe der vorangegangenen Dekaden. Die von Giuliano Procacci bereits 1994 herausgegebene Quellenedition veröffentlicht zahlreiche Dokumente zu den drei Konferenzen von 1947/1948/1949 des Kommunistischen Informationsbüros (Kominform). Erstmals sind in diesem Band auch vollständig die Unterlagen der Gründungskonferenz der Kominform, die in einem Sanatorium in dem kleinen polnischen Kurort Szklarska Poręba vom 22.-28. September 1947 stattfand, zusammengetragen. Das Buch, das als Gemeinschaftsprojekt zwischen westlichen Verlegern und russischen Archivaren entstand, dürfte besonders für diejenigen interessant sein, die nicht selbst die russischen Archive in Moskau besuchen können, sei es aus sprachlichen oder sonstigen Gründen. Auch weil immer mehr Archive für Historiker aus dem Ausland wieder gesperrt werden, stellt die Publikation dieser Dokumente eine sehr wertvolle Quellenedition dar.

Cover des Buches "De profundis. Vom Scheitern der Russischen Revolution", Verlag Suhrkamp

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De profundis. Vom Scheitern der Russischen Revolution

Ulrich Schmid (Hrsg.)

Schon bald nach der Machtergreifung der Bolschewiki durch die Oktoberrevolution führten die neuen Machthaber die Zensur der Presse ein, worauf die Druckereien unter staatliche Kontrolle gestellt wurden. Aus diesem Grund konnte das Buch mit dem Originaltitel „Iz glubiny. Sbornik statej o russkoj revoljjucii“, das von Historikern und Intellektuellen als Lagebericht der zeitgenössischen Situation verfasst war, bereits nicht mehr erscheinen. Zu kritisch äußerten sich die elf Autoren über die ideologischen Positionen der Bolschewiki sowie die Oktoberrevolution selbst und zu sehr glorifizierten sie die Vorstellung eines „ewigen Russlands“, das auch das Zarenreich miteinschloss. Aus diesem Grund wurde ihr Werk erstmalig 1967 in einem Pariser Exilverlag veröffentlicht. Die Autoren erlebten diese Veröffentlichung nur zum Teil: Sieben waren ins Exil verbannt, zwei von ihnen waren getötet worden und zwei starben eines natürlichen Todes in Russland. Ihre von Ulrich Schmid nun herausgegebene Schrift mit dem neuen Titel „De Profundis. Vom Scheitern der Russischen Revolution“ wurde erstmals ins Deutsche übersetzt und mit einer Einleitung von Karl Schlögel kontextualisiert und erläutert.

 Bücher aus der Dokumentationsreihe: Annals of Communism, Screenshot von der Website

Quellenedition

Annals of Communism Series

Yale University Press

Die Reihe Annals of Communism ist Teil des Stalin Digital Archive und dokumentiert die gesamte fünfundsiebzigjährige Geschichte der Sowjetunion, die ihren Anfang mit der Oktoberrevolution der Bolschewiki im Jahr 1917 fand und mit der Alma-Ata-Deklaration am 21. Dezember 1991, während der Amtszeit von Michail Gorbatschow, endete.In mehreren Bänden präsentieren führende westliche und russische Gelehrte nie zuvor gesehene, historisch bedeutsame Dokumente aus ehemaligen sowjetischen Staats- und Parteiarchiven mit informativen Einführungen, pointierten Kommentaren und ausführlichen Notizen. So stellt diese Quellensammlung einen umfassenden und unentbehrlichen Leitfaden für das Studium der sowjetischen Geschichte und den Aufstieg und Fall des internationalen Kommunismus dar. Die Werke dieser Reihe sind in englischer und russischer Sprache verfügbar und erscheinen bei der Yale University Press.

Logo Deutsche Nationalbibliothek

Quellenedition

Novemberrevolution – Digitalisierung von Quellen zur deutschen Revolution 1918/19

Die Deutsche Nationabibliothek (Hrsg.)

Im Jahr 2018 jährte sich die Novemberrevolution von 1918/19 zum 100. Mal. Die Revolution gilt als Grundlage für die Errichtung der ersten deutschen parlamentarischen Demokratie – Der Weimarer Republik. Diese wurde am 9. November 1918 ausgerufen und damit das Deutsche Kaiserreich für beendet erklärt. Die Novemberrevolution zeichnete sich besonders durch die Verbreitung zahlreicher Druckwerke, wie Plakate, Flugblätter, Mauerblätter und Straßenzetteln, aus. Bereits während der Revolution erkannte die damalige Deutsche Bücherei, eine Vorgängereinrichtung zur heutigen Deutschen Nationalbibliothek, die historische Bedeutung dieser Schriften und begann die unterschiedlichen Revolutionsdruckwerke zu sammeln. Noch heute sind über 4000 Flugblätter und Plakate aus der Zeit zwischen 1918 und 1920 erhalten, die konservatorisch gesichert und thematisch erschlossen wurden. Anlässlich zum Jubiläum der Novemberrevolution rief die Deutsche Nationalbibliothek im Januar 2017 das Projekt „Novemberrevolution – Digitalisierung von Quellen zur deutschen Revolution 1918/19“ ins Leben. Dieses Projekt stellt eine virtuelle Revolutionssammlung zum Thema Novemberrevolution und Weimarer Nationalversammlung dar, die Interessierten neben einer Auswahl von Einzelblattdrucken auch 500 zeitgenössische Broschüren und Bücher in digitalisierter Form bietet. Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek kann der Nutzer das Wachsen der Revolutionssammlung verfolgen und eine thematische Recherche vornehmen. Ziel der  Deutschen Nationalbibliothek ist es, Interessierte bei ihrer Material- und Quellenrecherche zum Ersten Weltkrieg zu unterstützen. Die verfügbaren Quellen sind nach unterschiedlichen Themenbereichen gegliedert. Die Revolutionssammlung bietet unter anderem Quellen zu den Bereichen Arbeiterbewegung und Sozialismus, dem Kapp-Putsch vom 13. März 1920, dem Versailler Vertrag, den Parteien der damaligen Zeit, dem Antibolschewismus und antirevolutionären Stimmungen, den Wahlen zur Nationalversammlung 1919 und den Arbeiter- und Soldatenräten. Zusätzlich sind die digitalisierten Schriften und Informationen in die virtuelle Ausstellung „100 Jahre Erster Weltkrieg“ eingebunden.  

Cover des Buches "Deutscher Oktober 1923", Aufbau-Verlag

Quellenedition

Deutscher Oktober 1923. Ein Revolutionsplan und sein Scheitern

Bernhard H. Bayerlein, Leonid G. Babičenko, Fridrich I. Firsov, Aleksandr Ju. Vatlin (Hrsg.)

In der Revolutionsgeschichte nahm der „Deutsche Oktober“ 1923 bislang eine eher untergeordnete Rolle ein. Die Pläne des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale, die politisch-gesellschaftliche Krise der Weimarer Republik auszunutzen, um das Startsignal für die kommunistische Revolution in Europa zu geben, waren selbst aus zeitgenössischer Sicht utopisch. Zu wenige kampfbereite Anhänger standen der KPD zur Verfügung, weshalb die Pläne zum revolutionären Kampf in der Weimarer Republik nach dem Besuch sowjetischer Militärberater fallen gelassen wurden. Lediglich in Hamburg wurde ein Aufstandsversuch gewagt. Wenngleich über diese Prozesse bereits länger geforscht wurde, sind mit diesem Band erstmals alle relevanten Quellen – inklusive der Geheimakten in den Moskauer Archiven – veröffentlicht worden. Die Dokumente belegen den Realitätsverlust und die Konflikte der Akteure wie Wilhelm Pieck, Leo Trotzki und Josef Stalin. Außerdem wird klar, dass in Moskau ein konkreter Aktionsplan für den Beginn der proletarischen Revolution in Europa beschlossen wurde, woraufhin die KPD Geld für Waffen und Propaganda erhielt. Auf 479 Seiten haben die Herausgeber ein wichtiges Quellenwerk zur kommunistischen Bewegung in Deutschland geschaffen.

Buchcover

Fachbuch

Lenin. Der Machiavell des Ostens

Hugo Fischer

Über einige Probedrucke der Hanseatischen Verlagsanstalt im Jahr 1933 kam das Werk „Lenin. Der Machiavell des Ostens“ des deutschen Philosophen Hugo Fischer nicht hinaus: Angesichts der „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten wurde der zum nationalrevolutionären Zirkel um Ernst Jünger gehörende Fischer genau von der akademischen Elite der Leipziger Universität beobachtet und die Veröffentlichung seines Buches vom Dekan als „einstweilig für inopportun“ eingeschätzt. Daraufhin stoppte Fischer den Druck und behielt einige wenige Buchblöcke. Einer dieser Buchblöcke ist die Druckvorlage für die 2017 erschienene Erstedition des Werks. Der von Steffen Dietzsch und Manfred Lauermann herausgegebene Band befasst sich mit Lenins Politiktheorie, der Fischer rationale Motive unterstellt, die letztendlich auf Machterringung und Machterhalt ausgerichtet waren. Fischer analysierte das System der Räte der Sowjetunion und die Politik Lenins, um die Möglichkeit einer modernen politischen Alternative zum Parlamentarismus der Weimarer Republik zu finden. Der Rezensent Heiko Christians empfiehlt die Lektüre des Bandes ausdrücklich und lobt besonders die Auseinandersetzung mit dem deutschen Politikverständnis „zwischen allen Stühlen“.

100(0) Schlüsseldokumente zur russischen und sowjetischen Geschichte

Online-Ressource

100(0) Schlüsseldokumente zur russischen und sowjetischen Geschichte

Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und das Institut für Allgemeine Geschichte der Russischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.)

Das Projekt 100(0) Schlüsseldokumente zur russischen und sowjetischen Geschichte (1917-1991) bietet anhand ausgewählter Dokumente, Bilder, Audio- und Videobeiträge eine Einführung in die russisch-sowjetische Geschichte und deren Erforschung. Zu jedem Dokument wird in deutscher und russischer Sprache erläutert, weshalb es sich hierbei um ein "Schlüsseldokument" handelt. Russische Dokumente wurden ins Deutsche übertragen. Darüber hinaus wird auf den aktuellen Stand der Forschung eingegangen und auf weiterführende Quellen und Literatur verwiesen.Die Zahl 100 weist darauf hin, dass nur eine begrenzte Auswahl an "Schlüsseldokumenten" aufgeführt werden kann, die dritte Null in Klammern steht für eine mögliche Erweiterung. Das Projekt wird geleitet vom Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und dem Institut für Allgemeine Geschichte der Russischen Akademie der Wissenschaften (Moskau). Hier geht es zur Website. Hier geht es zur Website.

Buchcover

Quellenedition

Toward the United Front: Proceedings of the Fourth Congress of the Communist International, 1922

John Riddell (Hrsg.)

1922 tagte die Kommunistische Internationale, die im März 1919 von Anhängern der bolschewistischen Revolution in Moskau gegründet worden war, zum vierten Mal. Im Rahmen dieser Kongresse trafen die Delegierten der einzelnen kommunistischen Parteien zusammen. Gerade in den ersten Jahren prallten die Meinungen einzelner Teilnehmer hinsichtlich der politischen Situation und der sich daraus ableitenden Aufgaben noch sehr offen aufeinander – im Gegensatz zu späteren Kongressen, bei denen sich die eigentlichen Auseinandersetzungen nur noch sehr begrenzt in den Protokollen wiederfinden. Der Wert der Protokolle als Quellen historischer Forschung ist somit außergewöhnlich hoch. John Riddell nahm 1984 die erste englischsprachige Dokumentation der Komintern in Angriff, nachdem die Dokumentationen zuvor lediglich auf Deutsch und Russisch verfügbar waren. Nach dem vorzeitigen Ende der Veröffentlichung der Reihe beim ursprünglichen Verlag erscheinen die Bände nun beim Verlag Brill in der Historical Materialism Book Series, die die gleichnamige Zeitschrift begleitet.

Screenshot der Homepage der Bibliothek der Friedrich Ebert Stiftung

Online-Ressource | Zeitschrift

Sammlung „Vorwärts bis 1933“

Sozialdemokratische Partei Deutschland (Hrsg.)

Am 1. Oktober 1876 begann mit der ersten Ausgabe des Vorwärts die Geschichte der bedeutendsten periodischen Publikation der deutschen Sozialdemokratie, in der sich nicht zuletzt auch die politisch-historischen Ereignisse des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik widerspiegeln. Die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung hat im Jahr 2015 mit den Vorbereitungen der Digitalisierung des Vorwärts für die Jahre bis 1933 begonnen. Im Rahmen des Projekts wurden Scans von etwa 200.000 Zeitungsseiten angefertigt, die über eine im Volltext durchsuchbare Web-Präsentation der Forschung und der interessierten Allgemeinheit weltweit zugänglich gemacht werden. Im April 2017 wurden die ersten Vorwärts-Jahrgänge im Internet zugänglich gemacht. Die Präsentation wird seitdem laufend vervollständigt.

Screen PSM-Data:  Die Entstehung und Entwicklung des sozialistischen Weltsystems 1945 bis 1949

Quellenedition | Website

Die Entstehung und Entwicklung des sozialistischen Weltsystems 1945 bis 1949

Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V. (Hrsg.)

Die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V. bietet auf ihrer Webseite den Zugang zu dem Onlineangebot PSM-Data, das Primär- und Sekundärliteratur sowie Unterrichtsmaterialien für das Fach Geschichte zur Verfügung stellt. Als historische Quelle lässt sich ein 11-stündiger Entwurf für den Unterricht in der DDR aufrufen, der die Geschichte des sozialistischen Weltsystems zwischen 1945 und 1949 thematisiert. Das Material stammt aus dem Buch Geschichtsunterricht – Methodisches Handbuch für den Lehrer (Berlin: Volkseigener Verlag, 1961) und macht deutlich, wie Schüler und Schülerinnen in der DDR von der Überlegenheit des Sozialismus überzeugt werden sollten. Neben historischen Entwicklungen wie der Installierung sozialistischer Herrschaft in Osteuropa und Asien werden vor allem die „Errungenschaften“ des Sozialismus und der „Klassenkampf“ gegen den „imperialistischen“ Westen hervorgehoben.