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Filmplakat von 1917 – Der wahre Oktober, Maxim Film Deutschland 2017

Animation

1917 – Der wahre Oktober

Katrin Rothe

Die zweifache Grimme-Preisträgerin Katrin Rothe wertet in ihrem neuen Film unbekanntes Quellenmaterial aus. Sie versucht sich an einer alternativen Erzählung der russischen Revolution, indem sie die Perspektive russischer Künstler und Küntlerinnen in St. Petersburg des Jahres 1917 einnimmt. Die Lyrikerin Sinaida Hippius, der Maler und Kritiker Alexander Benois, der international anerkannte Schriftsteller Maxim Gorki, der umtriebige Avantgardist und Soldat Kasimir Malewitsch und der 25-jährige exzentrische Dichter Wladimir Majakowski werden in dem Film porträtiert. Der Dokumentarfilm hält sich dabei an vorliegende schriftliche Erzeugnisse. Die Regisseurin hat sich bei der Realisierung des Projekts für den Stil der Animadok (dokumentarischer Animationsfilm) entschieden. Dadurch werden die Stimmen der Künstler und Künstlerinnen, die in dem Film zu Wort kommen durch visuelles Material ästhetisch untermalt.

Filmplakat von The Spanish Earth (1937)

Dokumentarfilm

Spanische Erde

Joris Ivens

Die Dokumentation des niederländischen Kommunisten und Dokumentarfilmers Joris Ivens beschäftigt sich mit dem spanischen Bürgerkrieg. Der Film wurde klar mit der Intention produziert, Truppen für die republikanische Seite des Bürgerkrieges zu mobilisieren und gilt als eindrucksvolles Zeitdokument für kommunistische Propaganda im Film. Das Drehbuch wurde von John Dos Passos und Ernest Hemingway geschrieben. Als Sprecher in der englischen Originalversion fungierte Orson Wells. Der Film nimmt neben dem Kriegsgeschehen auch die schweren Arbeitsbedingungen in ländlichen Gegenden Spaniens in den Blick und zeigt in verklärender Weise sozialistische Organisierungsversuche. Gerade durch die Beteiligung bekannter Intellektueller, gilt der Film auch heute noch als Klassiker des Propagandafilms und hat zur Mythenbildung der Interbrigaden im spanischen Bürgerkrieg beigetragen.

Screenshot ZDF-Doku Karl Marx und der Klassenkampf

Didaktisches Material | Dokumentarfilm

Karl Marx und der Klassenkampf. Vordenker des Kommunismus

Peter Hartl

In der zweiten Staffel der ZDF-Dokumentationsreihe „Die Deutschen“ stellt der Regisseur Peter Hartl Karl Marx ins Zentrum. Der Vordenker des Kommunismus wird gespielt von Oliver Boysen. Wie kein anderer Deutscher seit Luther habe Marx mit seinen Werken den Lauf der Geschichte geprägt. Inspiriert von Friedrich Engels, schrieb Marx 1848 das Kommunistische Manifest, das die theoretische Grundlage für eine internationale Arbeiterbewegung, später für neue Parteien, Revolutionen und soziale Bewegungen darstellte. 1818 in Trier geboren, lebte, studierte und arbeitete Marx in Berlin und Köln, musste ins Exil nach Paris und Brüssel gehen und starb 1883 als noch unbekannter Autor in London. Die Anregungen für eine schülergemäße Auseinandersetzung mit seiner Biographie und Teilen seiner Lehre finden sich in dem Begleitmaterial zum Film. Die didaktisch-methodischen Hinweise zielen auch darauf ab, die Frage nach der Verantwortung von Marx für die im Namen des Marxismus begangenen Verbrechen in der Geschichte des 20. Jahrhunderts zu diskutieren.

Filmcover Lenin - Drama eines Diktators

Dokumentarfilm

Lenin - Drama eines Diktators

Ullrich Kasten/Hans-Dieter Schütt

Der ARTE-Dokumentarfilm aus dem Jahr 2012 zeigt den Lebensweg von Wladimir Iljitsch Uljanow, der unter dem Namen Lenin berühmt und berüchtigt wurde. Regisseur Ullrich Kasten veranschaulicht mithilfe von unveröffentlichtem Archivmaterial und Bildern von den Originalschauplätzen, wie sich der bürgerliche Student politische radikalisierte, nach Europa ins Exil ging und sich schließlich an die Spitze der bolschewistischen Bewegung setzte. Er wollte Russland modernisieren, den Sozialismus weltweit verbreiten und die unterdrückten Völker der Erde befreien. Doch der Theoretiker, Staatsgründer und Vorgänger Stalins schuf nicht nur das sowjetische Imperium, sondern auch eine neue Art der Diktatur – die, der Partei – und opferte Millionen Menschenleben für den Erhalt seiner Macht. Der Film vermittelt ein neues und differenzierteres Bild dieses Diktators.

Online-Dossier zu Kein Gott, kein Herr! Eine kleine Geschichte der Anarchie in der Arte-Mediathek, Screenshot

Dokumentarfilm

Kein Gott, kein Herr! Eine kleine Geschichte der Anarchie

2-teilige Dokumentation von Tancrède Ramonet

Der zweiteilige Dokumentarfilm von Tancrède Ramonet beschäftigt sich mit der Geschichte der Anarchie von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges. Die Grundthese und Intention des Filmes ist, eine klarere Differenzierung zwischen Kommunismus und Anarchismus darzustellen und die Bewegung als historisch und auch theoretisch wie philosophisch wirkmächtiger zu zeichnen, als dies im kollektiven Gedächtnis der Fall ist. Dabei stützt sich der Film auf Archivdokumente und Interviews mit Historikern und weiteren Experten. Es wird versucht eine globalgeschichtliche Ereignisgeschichte zu schreiben. Der erste Teil trägt den Untertitel Lust an der Zerstörung (1840–1914), der zweite Teil Erinnerung der Besiegten (1911–1945).

Dokumentarfilm

Der Kommunismus – Geschichte einer Illusion

Christian Weisenborn, Peter Glotz

Die dreiteilige Fernsehproduktion aus dem Jahr 2004 dokumentiert die Geschichte vom Aufstieg und Verschwinden des Kommunismus im 20. Jahrhundert. Die von der Bavaria Film GmbH produzierte und von Peter Glotz und Christian Weisenborn redaktionell konzipierte Dokumentation stellt die kommunistische Idee in den Mittelpunkt. War diese an sich falsch oder ist lediglich ihre Umsetzung gescheitert? Warum hat eine große Zahl westlicher Intellektueller mit der Idee vom Kommunismus sympathisiert und deren Verwirklichung unterstützt? Der erste Teil „Sieg der Revolution“ befasst sich mit dem Wirken des ersten kommunistischen Führers Wladimir Iljitsch Lenin. Im zweiten Teil, „Aufstieg zur Supermacht“, wird die Stalin-Ära beleuchtet, und im dritten Teil, „Zerfall der Macht“, das Ende des Systems bis zum Rücktritt des letzten kommunistischen Präsidenten der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, im Dezember 1991dargestellt.

Filmcover The Soviet Story

Dokumentarfilm

The Soviet Story

Edvīns Šnore

Der 2008 erschienene Dokumentarfilm „The Soviet Story“ beschäftigt sich mit dem sowjetischen Kommunismus und der sowjetisch-deutschen Kollaboration vor 1941. Anhand von Interviews mit westlichen und russischen Historikern, Dissidenten, Politikern sowie Tätern und Opfern des sowjetischen Terrors betont der Film die philosophischen, politischen und strukturellen Parallelen zwischen dem nationalsozialistischen und dem sowjetischen Machtgefüge. Durch seine provokanten Thesen und die explizite bildhafte Darstellung von Opfern und Toten löste der Film in zahlreichen europäischen Ländern Kontroversen aus.„The Soviet Story“ erhielt sehr ambivalente Kritiken. So rezensierte Bogdan Musial für Deutschlandfunk Kultur: „Der Film ist fesselnd, mutig und kompromisslos; er verstößt gegen die überkommene und politisch korrekte Deutung der Geschichte des 20. Jahrhunderts und zerstört viele bis heute lebendige Mythen. Er ist zu empfehlen nicht nur für Historiker und interessierte Laien, sondern auch für Politiker, die nach wie vor die kommunistische Ideologie unterschätzen oder verharmlosen.“ Karsten Brüggemann konstatiert wiederum, der Film richte sich an eine westliche Öffentlichkeit, „um dort das angeblich herrschende Tabu zu brechen, über die sowjetischen Verbrechen nicht berichten zu dürfen. So umgibt dieses Werk eher eine aufklärerische denn eine anklagende Aura, die aber gezielt eingesetzt wird. Die Nazis werden nicht verharmlost, aber doch kaum behandelt. […] Klar ist das Ziel dieses Films: Durch die Gleichstellung der Täter soll im europäischen Kontext endlich auch die Gleichstellung der Opfer erreicht werden.“ (Karsten Brüggemann: Gefangen in sowjetischen Denkmustern? In: Geschichtspolitik im erweiterten Ostseeraum und ihre aktuellen Symptome. Hrsg. von Oliver Rathkolb und Imbi Sooman. Göttingen 2011, S. 121-133, hier: S. 132f.)

Dan Slobin, ein Amerikaner in Moskau. Augenblicke der Weltgeschichte, Screenshot aus ARTE-Mediathek

Filmdokument

Dan Slobin, ein Amerikaner in Moskau

Jerôme Lambert, Philippe Picard

Dieser Teil der Sendereihe Augenblicke der Weltgeschichte der Regisseure Jerôme Lambert und Philippe Picard wurde 2015 für den deutsch-französischen Fernsehsender ARTE-France produziert. Die Sendereihe versucht wichtige Ereignisse der Geschichte aus der Mikroperspektive anhand von Egodokumenten zu erzählen. In der Sendung Dan Slobin, ein Amerikaner in Moskau geht es um den amerikanischen Studenten Slobin, der sich in der Zeit der Entstalinisierung in Moskau als Reiseführer aufhält. Es eröffnet in der sowjetischen Hauptstadt eine Ausstellung zum "American Way of Life", für die Slobin aufgrund seiner Sprachkenntnisse im Auftrag der amerikanischen Regierung als Guide arbeitet. Er hält seinen Aufenthalt im Moskau der beginnenden Chruschtschow-Ära mit vielen Fotos fest. Diese Fotos, sowie Texte von Slobin bilden die Grundlage für diese Dokumentation, die ein eindrückliches Bild von Moskau in den 1950er-Jahren zeichnet.

Dokumentarfilm

Der lange Schatten des Josef Stalin

Thomas Johnson, Marie Brunet-Debaines

Der finnisch-französische ARTE-Dokumentarfilm aus dem Jahr 2013 geht dem Mythos Stalin nach, der auch im heutigen Russland weiter existiert. Regisseur Thomas Johnson, der als Journalist in der Sowjetunion gelebt und gearbeitet hat, beleuchtet die Gründe des Kults um den früheren Diktator und zeigt, wie dieser instrumentalisiert wird, um die Ideen von einem großen russischen Reich und die Ablehnung westlicher Demokratien in der Gegenwart zu stärken. Der Film stützt sich auf Forschungsarbeiten und Materialien, die von der Menschenrechtsorganisation Memorial seit Ende der 1980er-Jahre angefertigt und gesammelt wurden. Zahlreiche Archivdokumente sowie Berichte von ehemaligen GULag-Häftlingen veranschaulichen die lange verdrängte Geschichte des sowjetischen Terrorregimes, dessen gesamtgesellschaftliche Aufarbeitung in Russland bis heute aussteht.

Screenshot der ZDF-Dokumentation "Gefangen im Kreml - Die russischen First Ladies"

Dokumentarfilm

Gefangen im Kreml - Die russischen First Ladies

Annette Baumeister

Die ZDF-History Dokumentation „Gefangen im Kreml - Die russischen First Ladies“ thematisiert die „Kremlfrauen“. Als im Zuge der Russischen Revolution 1917 Frauen als gleichberechtigt erklärt werden, scheint das Land, das am Beginn eines blutigen Bürgerkrieges steht, das fortschrittlichste der Welt zu sein. Frauen erhalten das aktive und passive Wahlrecht und können nun studieren. Diese Möglichkeiten nehmen zahllose Frauen wahr, auch die Ehefrau Lenins, Nadeschda Krupskaja. Doch Stalin sorgte dafür, dass Frauen aus dem politischen Leben wieder verschwanden, entmachtete Krupskaja und verbot seiner eigenen Ehefrau Nadeschda Allilujewa, öffentlich aufzutreten. Der Diktator verordnete den „Kremlfrauen“ eine traditionelle Lebensweise, die bis heute gilt. Auch Nina Petrowna, Lebensgefährtin von Nikita Chruschtschow und Viktoria Breschnewa, Ehefrau von Leonid Breschnew, bleibt das Ergreifen eines Berufs verboten; sie verbringen ihr Leben zu Hause. Erst Ljudmila Putina gelingt es, die strikten Vorschriften zu überwinden.Die Dokumentation ist noch bis zum 12. Juli 2017 bei arte.tv online verfügbar.

Screenshot ZDF-Doku Aufstieg und Fall des Kommunismus

Dokumentarfilm

Aufstieg und Fall des Kommunismus

Michael Kloft

In der zwölfteiligen Reihe „Aufstieg und Fall des Kommunismus“ ergründet der Autor Michael Kloft die Idee des Kommunismus und porträtiert dessen prominenteste Vertreter und Aktivisten. Die ZDF-Dokumentation spürt den Ursprüngen des Kommunismus nach und verfolgt seine Geschichte über den Ausbruch und die Auswirkungen der Russischen Revolution, den stalinistischen Terror, Maos Propaganda, den Guerillakrieg Che Guevaras und fragt schließlich nach den Überresten der kommunistischen Idee angesichts der „Krise des Kapitalismus“. Der Autor und sein Team bereisten die großen Schauplätze der Geschichte des Kommunismus, allen voran Moskau und St. Petersburg, aber auch Kuba und Vietnam und sprachen mit dem Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Frankreichs über die Zukunft der Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels. Die Dokumentation wird unterstützt von Zeitzeugen und Historikern, die wichtige Abschnitte der Geschichte des Kommunismus kommentieren. Die ersten sechs Folgen der Reihe wurden im ersten Halbjahr 2017 ausgestrahlt und können in der Mediathek des ZDF angeschaut werden. Die nächsten Folgen der Sendereihe werden im zweiten Halbjahr zum 100-jährigen Jahrestag der Oktoberrevolution ausgestrahlt.