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Screenshot von arte.tv

Dokumentation

Frühjahr 48

Mathias Haentjes

Die Dokumentation „Frühjahr 48“ des deutsch-französischen Senders arte spürt den Ereignissen nach, die drei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges den weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts nachhaltig beeinflussen sollten. Vielen dieser Wendepunkte, welche die Dokumention aufzeigt, ist eines gemeinsam: sie festigen die ideologische Spaltung der Weltgemeinschaft in kommunistische und kapitalistische Länder. Im Februar 1948 kommt es in der damaligen Tschechoslowakei zum sogenannten Februarumsturz, im Zuge dessen die Kommunistische Partei die Regierung übernimmt. In der Sowjetunion sowie deren Satellitenstaaten festigt Stalin seine totalitäre Macht immer weiter. In Berlin führt die Blockade West-Berlins durch die Sowjetunion zu einer schwerwiegenden Krise zwischen den noch kurz zuvor gegen Nazi-Deutschland verbündeten Alliierten. Die Dokumentation bringt den Zuschauern mit Interviews und Archivmaterial – untermalt von literarischen Zitaten aus Werken von Anna Seghers, Simone de Beauvoir, u.a. – die Bedeutung des Jahres 1948 für das 20. Jahrhundert nahe.

Dokumentarfilm

A Second World

Ruben Woodin Dechamps, Oscar Hudson

Der Film stellt die Geschichte von Ljuba Stojanovic dar, einem alten serbischen Mann, der mit einer kommunistisch-utopisch fremden Welt kommuniziert. Parallel zur Darstellung einer Reihe von epischen und wunderschönen, aber weitgehend aufgegebenen jugoslawischen Kriegsdenkmälern, geht es in der Kollaboration der beiden Filmemacher Ruben Woodin DeChamps und Oscar Hudson um die Verknüpfung des Persönlichen mit dem Nationalen. Ljuba Stojanovic lebt allein im kleinen Dorf Tržac und ist im täglichen Kontakt mit Brüdern des fernen Planeten Asomaljia. Zudem hat er eine spezielle fliegende Untertasse erfunden und besitzt eine detaillierte Karte der fernen Galaxie, in der die Bewohner ein "besseres" Leben führen. "Die Männer auf dem Planeten arbeiten hauptsächlich in Fabriken, aber nach sechs Stunden Arbeit gehen sie nach Hause und gießen die Blumen vor ihren Häusern. Sechs Stunden Arbeit, mehr nicht. Eine ganz neue Welt!", so Stojanovic.Im ehemaligen Jugoslawien erforscht "A Second World" die Konsequenzen und das symbolische Erbe des Zusammenbruchs einer Nation und vermittelt mit beeindruckenden Bildern das lebhafte Gefühl des Verlustes, der Desillusionierung und der Nostalgie, die den Balkan und die dort lebenden Menschen durchdringt.

Logo der Bundeszentrale

Dokumentation | Dokumentarfilm

Concerning Violence. Neun Szenen der anti-imperialistischen Selbstverteidigung

Göran Hugo Olsson

In der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung ist der 2014 produzierte Dokumentarfilm „Concerning Violence. Neun Szenen der anti-imperialistischen Selbstverteidigung“, der sich mit der afrikanischen Befreiungsbewegung beschäftigt, abrufbar. Der Film behandelt die Aufstände, die eine Entkolonialisierung Afrikas bewirken sollten. Im Jahr 1960 sagten sich insgesamt 17 afrikanische Staaten von den europäischen Kolonialmächten los und wurden zu souveränen, unabhängigen Staaten. Besonders in Mosambik, Angola und Guinea entstanden Unabhängigkeitsbewegungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten die beiden Supermächte USA und Sowjetunion ihren Einfluss auszudehnen und unterstützen zu diesem Zweck Widerstandsgruppen. Die Sowjetunion versuchte vor allem einen militärisch strategischen Vorteil gegenüber den USA und China zu erzielen und den kommunistischen Machtbereich in Afrika auszudehnen. Die USA stellten sich in Angola auf die Seite der FNLA und die der UNITA, die Sowjetunion ihrerseits unterstütze die MPLA, die eine der wichtigsten Befreiungsbewegungen gegen die Kolonialmacht Portugal war. Ursprünglich war die MPLA eine kommunistisch marxistische Bewegung. Grundlage des Films bildete das Werk „Die Verdammten dieser Erde“ von Frantz Fanonen, in dem er seine Erfahrungen und Gedanken in Bezug auf den Kampf gegen Kolonialismus und Imperialismus erläutert. Der Regisseur Göran Hugo Olsson stützte seinen Film auf neues Archivmaterial, das von schwedischen Journalisten und Dokumentarfilmern von 1966 bis 1984 in Afrika aufgenommen wurde und begleitet diese Aufnahmen mit Zitaten aus Fanonens Werk. Der Film zeigt unter anderem Aufnahmen des Unabhängigkeitskampfes in Guinea-Bissau, der Befreiungsbewegungen in Angola und der Frelimo in Mozambique.

Logo der MDR-Sendereihe: Zeitreise

Onlinedossier

Der "Prager Frühling". Der Versuch, dem Sozialismus Menschlichkeit zu verleihen

MDR-Zeitreise

Anlässlich des 50. Jahrestages des Prager Frühlings gibt es begleitend zur Sendereihe Zeitreise im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) ein multimediales Dossier zu den Ereignissen in der CSSR, deren Wahrnehmung in der DDR und deren Erinnerung heute. In Videos, Artikeln und Interviews kommen bekannte ostdeutsche Zeitzeugen wie Bernd Lutz Lange oder Gerd Poppe zu Wort, die 1968 in Prag waren oder gegen die brutale Niederschlagung der Reformbewegung in der DDR protestiert haben. Aber auch die Hintergründe der Ereignisse durch Expertenanalysen werden beleuchtet. Demnach war die gewaltvolle Besetzung der CSSR durch die Truppen des Warschauer Paktes und damit das Ende des „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ für viele Menschen im ganzen sowjetischen Einflussbereich ein Grund sich enttäuscht von den reformverweigernden Regimen abzuwenden. Viele Stimmen die zu Wort kommen, schätzen die Bedeutung des Prager Frühlings als Erfahrungsraum für die Protest- und Oppositionsbewegungen der 1980er-Jahre und somit zum Zusammenbrechen des Ostblocks als besonders hoch ein. Allerdings zeigt das Dossier anhand von Schülergesprächen auch, wie wenig die Besetzung von Prag im historischen Bewusstsein von Jugendlichen in Deutschland und Tschechien heute verwurzelt ist.

Dokumentarfilm

Der Kommunismus – Geschichte einer Illusion

Christian Weisenborn, Peter Glotz

Die dreiteilige Fernsehproduktion aus dem Jahr 2004 dokumentiert die Geschichte vom Aufstieg und Verschwinden des Kommunismus im 20. Jahrhundert. Die von der Bavaria Film GmbH produzierte und von Peter Glotz und Christian Weisenborn redaktionell konzipierte Dokumentation stellt die kommunistische Idee in den Mittelpunkt. War diese an sich falsch oder ist lediglich ihre Umsetzung gescheitert? Warum hat eine große Zahl westlicher Intellektueller mit der Idee vom Kommunismus sympathisiert und deren Verwirklichung unterstützt? Der erste Teil „Sieg der Revolution“ befasst sich mit dem Wirken des ersten kommunistischen Führers Wladimir Iljitsch Lenin. Im zweiten Teil, „Aufstieg zur Supermacht“, wird die Stalin-Ära beleuchtet, und im dritten Teil, „Zerfall der Macht“, das Ende des Systems bis zum Rücktritt des letzten kommunistischen Präsidenten der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, im Dezember 1991dargestellt.

Screenshot des Filmtrailers bei youtube.com

Dokumentarfilme

Die andere Seite von allem

Mila Turajlić

„Die andere Seite von allem“ (serbisch: Druga strana svega) ist ein serbischer Dokuemtarfilm aus dem Jahr 2018. In ihm erzählt die Regisseurin Mila Turajlić die Geschichte ihrer Mutter, Srbijanka Turajlić. Ausgangspunkt des Filmes ist die Wohnung, in der Mila und Srbijanka Turajlić leben. Diese wurde nach dem Sieg der kommunistischen Regierung Titos enteignet und in zwei Teile geteilt – die Tür, die seit über 70 Jahren verschlossen ist, ist ein zentrales Element des Film. Im Zuge des Films wird Srbijanka Turajlić porträtiert – und damit ein Stück serbischer Geschichte nachgezeichnet. Srbijanka war Mitglied und wichtige Figur der Organisation Otpor! (deutsch.: Widerstand), die maßgeblich zum Sturz des Milošević-Regimes 2001 beitrug und als Ministerin Mitglied der in Folge gewählten Regierung. Die Regisseurin befragt ihre Mutter zu ihrem Leben unter dem kommunistischen Regime, zum Zerfall Jugoslawiens, der Regierungszeit Miloševićs, und der aktuellen Situation in Serbien und erlaubt Zuschauerinnen und Zuschauern somit einen tiefen und auch sehr umfassenden Einblick in ein Stück jüngerer osteuropäischer Geschichte.

Screenshot ZDF-Doku Karl Marx und der Klassenkampf

Didaktisches Material | Dokumentarfilm

Karl Marx und der Klassenkampf. Vordenker des Kommunismus

Peter Hartl

In der zweiten Staffel der ZDF-Dokumentationsreihe „Die Deutschen“ stellt der Regisseur Peter Hartl Karl Marx ins Zentrum. Der Vordenker des Kommunismus wird gespielt von Oliver Boysen. Wie kein anderer Deutscher seit Luther habe Marx mit seinen Werken den Lauf der Geschichte geprägt. Inspiriert von Friedrich Engels, schrieb Marx 1848 das Kommunistische Manifest, das die theoretische Grundlage für eine internationale Arbeiterbewegung, später für neue Parteien, Revolutionen und soziale Bewegungen darstellte. 1818 in Trier geboren, lebte, studierte und arbeitete Marx in Berlin und Köln, musste ins Exil nach Paris und Brüssel gehen und starb 1883 als noch unbekannter Autor in London. Die Anregungen für eine schülergemäße Auseinandersetzung mit seiner Biographie und Teilen seiner Lehre finden sich in dem Begleitmaterial zum Film. Die didaktisch-methodischen Hinweise zielen auch darauf ab, die Frage nach der Verantwortung von Marx für die im Namen des Marxismus begangenen Verbrechen in der Geschichte des 20. Jahrhunderts zu diskutieren.

Ausschnitt Filmplakat

Dokumentarfilm

Kolyma - Ein skurriler Roadtrip durch Sibirien

Stanislaw Mucha

Kolyma ist ein 2129 Kilometer langer Strom im Osten Sibiriens. Das Gebiet um den Kolymastrom war die Region mit der insgesamt größten Anzahl sowjetischer Arbeitslager und zugleich die mit den schwersten Bedingungen für die Inhaftierten. Ab den 1930er-Jahren bis 1987  bestand das Lagersystem, in dem circa 1 Millionen Strafgefangene für die Gewinnung von Gold, Zinn oder Uran unter unmenschlichen Bedingungen eingesetzt waren. Über 100.000 dort Gefangene erfroren oder verhungerten während ihrer Haftzeit. Die Leichname wurden meist nur am Rand der 2.000 km langen Kolyma-Straße verscharrt. Sie wird deshalb auch als der längste Friedhof der Welt oder als „Die Straße der Knochen“ bezeichnet, da beim Bau dieser Straße viele Menschen ums Leben kamen. Die Zeit bis 1987 stellt ein verdrängtes Kapitel innerhalb der russischen Geschichte dar. In seinem Dokumentarfilm „Kolyma – Ein skurriler Roadtrip durch Sibirien“ begibt sich der Regisseur Stanislaw Mucha auf eine Reise durch Kolyma. Ziel des Films ist es, das Leben in der Region heute zu beleuchten. Der Regisseur führte Gespräche mit den Bewohnern der Region und interviewte die Menschen zu Gegenwart und Vergangenheit. Wie leben die Menschen dort? Wie verdienen sie ihren Lebensunterhalt? Was wissen die Menschen über die Zeit der Gulags? Stanislaw Mucha zeichnet ein Porträt dieser Region, der stets die Schatten der stalinistischen Repression anhaften. Noch heute existieren die Überreste der Lager und erinnern an die Vergangenheit. Seit dem 21. Juni 2018 ist der Film in den deutschen Kinos zu sehen. Der 85-minütige Dokumentarfilm wurde 2018 auf dem „Achtung Berlin“-Filmfestival als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Die Dokumentation ist eine Koproduktion von TAG/TRAUM Filmproduktion, ZDF/3Sat und dem Hessischen Rundfunk und wurde durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Film- und Medienstiftung NRW, DFFF und der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Screenshot des Videos auf Vimeo

Dokumentarfilm

No Time Left: The Impact of a Communist Upbringing

Will Mayer

Will Mayers dokumentarisches Kurz-Video "No Time Left: The Impact of a Communist Upbringing" aus dem Jahr 2016 ist ein knappes Portrait des in Los Angeles lebenden, aus der Tschechoslowakei stammenden Malers Maxim Havlicek. Darin schildert der Künstler, was es für ihn bedeutete, in einem kommunistischen Regime aufzuwachsen; die von ihm empfundene Rechtlosigkeit und das tief verankerte Misstrauen gegenüber seinen Mitmenschen. Will Mayer begleitet ihn auf seinem Weg ins Atelier und zeigt ihn beim Malen. Dabei erzählt dieser von seinem Bedürfnis, die Tschechoslowakei zu verlassen, um „frei zu sein“. Havlicek spricht über seine Kunst und setzt seine biografischen Reflektionen fort. Er erklärt, wie sein Wunsch zu malen mit seiner Vergangenheit verbunden ist. Der us-amerikanische Regisseur Mayer arbeitet hauptsächlich im Bereich Werbung und dies prägt auch die Kürze und Ästhetik des trailerartigen Videos. Auf Maxim Havliceks Webseite erfährt man, dass er zur Zeit der Samtenen Revolution Kunst studierte und 1999 Prag verlassen hat.

Filmplakat von The Spanish Earth (1937)

Dokumentarfilm

Spanische Erde

Joris Ivens

Die Dokumentation des niederländischen Kommunisten und Dokumentarfilmers Joris Ivens beschäftigt sich mit dem spanischen Bürgerkrieg. Der Film wurde klar mit der Intention produziert, Truppen für die republikanische Seite des Bürgerkrieges zu mobilisieren und gilt als eindrucksvolles Zeitdokument für kommunistische Propaganda im Film. Das Drehbuch wurde von John Dos Passos und Ernest Hemingway geschrieben. Als Sprecher in der englischen Originalversion fungierte Orson Wells. Der Film nimmt neben dem Kriegsgeschehen auch die schweren Arbeitsbedingungen in ländlichen Gegenden Spaniens in den Blick und zeigt in verklärender Weise sozialistische Organisierungsversuche. Gerade durch die Beteiligung bekannter Intellektueller, gilt der Film auch heute noch als Klassiker des Propagandafilms und hat zur Mythenbildung der Interbrigaden im spanischen Bürgerkrieg beigetragen.

Dokumentarfilm

The Challenge of Ideas

Bereits nach der Russischen Oktoberrevolution 1917 trat der ideologische Gegensatz zwischen der Sowjetunion und den USA deutlich hervor, dennoch kämpften die westlichen Großmächte während des 2. Weltkrieges gemeinsam mit der Ostmacht als Alliierte auf derselben Seite gegen Hitler-Deutschland. Doch schon bald nach dem Krieg zerfiel das Bündnis. Nicht nur die alten weltanschaulichen Gegensätze machten sich wieder bemerkbar: Auf der einen Seite standen die kapitalistisch-marktwirtschaftlich orientierten Demokratien, auf der anderen die kommunistische Diktatur des brutalen Machtmenschen Josef Stalin. Auch die außenpolitischen Interessen waren zu unterschiedlich.  Die Jahrzehnte lang andauernde Auseinandersetzung zwischen beiden Machtblöcken verlief auf wirtschaftlichem, diplomatischem, ideologischem, technologischem, kulturellem und sportlichem Gebiet. Dieser amerikanische Propagandafilm analysiert die grundlegenden ideologischen Unterschiede zwischen den USA und den kommunistischen Staaten ausführlich und beschreibt dabei die Ziele und Techniken, die von der Sowjetunion verwendet wurden, um die Völker der Welt zu beeinflussen.

Screenshot von archive.org

Dokumentarfilm

The Third Challenge: Unconventional Warfare

Big Picture

„The Third Challenge: Unconventional Warfare“ ist eine Episode der US-amerikanischen TV-Serie „The Big Picture“, die zwischen 1951 und 1964 ausgestrahlt wurde. Diese Folge thematisiert die drei verschiedenen Bedrohungsdimensionen des Kalten Krieges. Neben konventioneller und nuklearer Kriegsführung wird eine dritte Ebene dargestellt. Diese Ebene der unkonventionellen Kriegsführung spielt jenseits offener Konflikte und ist durch Verschwörung, Untergrundorganisationen und Terror gekennzeichnet. Mit diesen Methoden versuche, so die Botschaft, die Sowjetunion die Staaten der westlichen Welt von innen heraus zu zerstören – und sei der Überlegenheit der Vereinigten Staaten ebenso wenig gewachsen wie auf jeder anderer Ebene der Kriegsführung. „The Big Picture“ wurde von der Fernmeldetruppe des US-amerikanischen Heeres produziert, die teils Filmmaterial aus amerikanischen Auslandseinsätzen für die Serie zur Verfügung stellte. Die Serie, deren halbstündigen Folgen bis 1971 ausgestrahlt wurden, umfasst mehrere hundert Episoden. Als Veröffentlichung der amerikanischen Regierung unterliegen die Folgen keinen urheberrechtlichen Bestimmungen und stehen auf diversen Plattformen zur freien Verfügung.

Screenshot vom DVD-Cover

Dokumentation

1917 Die Russische Revolution

Die Analyse der Russischen Revolution von 1917 ruft auch heute noch widersprüchliche Ergebnisse und Debatten hervor: Viele Tatsachen wurden lange Zeit von dem kommunistischen Regime verschwiegen oder verherrlicht, der wahre Ablauf der Oktoberrevolution wurde aufgrund unterschiedlicher nationaler Interessen sowie ideologischer Kämpfe jahrzehntelang verborgen gehalten. Dokumente wurden versteckt oder vernichtet, Filmarchive in Sondermagazinen deponiert oder verbrannt, man wagte untereinander kaum, über die Geschehnisse von 1917 zu sprechen und die Revolutionsgeschichtsschreibung wurde in den Dienst politischer Ziele gestellt.  Doch wer waren die eigentlichen Akteure dieser Revolution? Welche Rolle haben die außenstehenden Mächte Großbritannien, Frankreich und Deutschland gespielt? Wurde die Machtübernahme durch die Bolschewiki wirklich von den Offizieren der russischen Armee gefördert, um Russland vor dem Chaos zu retten? Der Film von Regisseur Paul Jenkins legt Material vor, das zu einem neuen Verständnis der Revolution beiträgt. Er zeigt Aufnahmen aus russischen, amerikanischen und europäischen Archiven, Tagebuchaufzeichnungen, Kunstwerke und Fotografien sowie zahlreiche Briefwechsel (unter anderem von Lenin, Kerenski und Trotzki), die einen neuen Blick auf das Revolutionsgeschehen erlauben.

Screenshot ZDF-Doku Aufstieg und Fall des Kommunismus

Dokumentarfilm

Aufstieg und Fall des Kommunismus

Michael Kloft

In der zwölfteiligen Reihe „Aufstieg und Fall des Kommunismus“ ergründet der Autor Michael Kloft die Idee des Kommunismus und porträtiert dessen prominenteste Vertreter und Aktivisten. Die ZDF-Dokumentation spürt den Ursprüngen des Kommunismus nach und verfolgt seine Geschichte über den Ausbruch und die Auswirkungen der Russischen Revolution, den stalinistischen Terror, Maos Propaganda, den Guerillakrieg Che Guevaras und fragt schließlich nach den Überresten der kommunistischen Idee angesichts der „Krise des Kapitalismus“. Der Autor und sein Team bereisten die großen Schauplätze der Geschichte des Kommunismus, allen voran Moskau und St. Petersburg, aber auch Kuba und Vietnam und sprachen mit dem Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Frankreichs über die Zukunft der Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels. Die Dokumentation wird unterstützt von Zeitzeugen und Historikern, die wichtige Abschnitte der Geschichte des Kommunismus kommentieren. Die ersten sechs Folgen der Reihe wurden im ersten Halbjahr 2017 ausgestrahlt und können in der Mediathek des ZDF angeschaut werden. Die nächsten Folgen der Sendereihe werden im zweiten Halbjahr zum 100-jährigen Jahrestag der Oktoberrevolution ausgestrahlt.

Screenshot von youtube.com

Filmdokument

Cuban Revolution and Fidel Castro's Communist Regime in Cuba

Die us-amerikanische Fernsehdokumentation „Cuban Revolution and Fidel Castro's Communist Regime in Cuba“ (1963) portraitiert Kuba im Jahr 1959 und bietet eine Vielzahl von Originalaufnahmen aus der Zeit. Auch die vorangegangenen Geschehnisse, die zur Machtübernahme durch Fidel Castro und zur Flucht Batistas führten, werden nachgezeichnet. Weiter zeigt das überwiegend us-amerikanische Filmmaterial die tiefgreifenden sozialen und wirtschaftlichen Umwandlungen durch Castros’ Politik. Auch die internationalen Auswirkungen der sozialistischen Revolution werden dokumentiert: die enge wirtschaftliche Anbindung Kubas an die Sowjetunion, der gescheiterte Putschversuch durch die USA, die spätere Sanktionierung und die „Kubakrise“ 1962. Das 25-minütige Video ermöglicht einen Einblick in die us-amerikanische Perspektive auf den Konflikt und dokumentiert eine Strategie der Diffamierung Castros. So werden immer wieder die Richtungsänderungen in Castros Politik hervorgehoben.

Filmstill aus "Der große Weg"

Stummfilm | Dokumentarfilm

Der große Weg

Esfir Schub

Der anlässlich des 10. Jahrestages der Oktoberrevolution gedrehte Dokumentarfilm „Der große Weg“ sollte die Errungenschaften des Sozialismus sichtbar machen. So sind vor allem neu errichtete Industrieanlagen, Universitäten und Kinderkrippen, aber auch die zunehmend industrialisierte Landwirtschaft und die militärische Ausbildung der Roten Armee zu sehen, die mit Filmmaterial über das Zeitgeschehen in Europa und Asien verbunden werden. Erstmals wurden dem sowjetischen Publikum in „Der große Weg“ auch Szenen aus Lenins Privatleben gezeigt. Die Regisseurin Esfir (Esther) Schub (1894–1959) gilt als Pionierin des Dokumentarischen Kompilationsfilms, in dem vorhandenes Filmmaterial so montiert wird, dass es der intendierten Aussage des Filmemachers entspricht. Nachdem Schub zunächst ausländische und vorrevolutionäre Filme geschnitten und untertitelt hatte, arbeitet sie später eng mit dem Regisseur Sergej Eisenstein zusammen. Insbesondere Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“ (1925) brachte sie auf die Idee, mit zeitgenössischem Filmmaterial geschichtliche Zusammenhänge darzustellen. Viele spätere Dokumentarfilmer orientierten sich an ihren Arbeiten.

Dokumentarfilm

Der lange Schatten des Josef Stalin

Thomas Johnson, Marie Brunet-Debaines

Der finnisch-französische ARTE-Dokumentarfilm aus dem Jahr 2013 geht dem Mythos Stalin nach, der auch im heutigen Russland weiter existiert. Regisseur Thomas Johnson, der als Journalist in der Sowjetunion gelebt und gearbeitet hat, beleuchtet die Gründe des Kults um den früheren Diktator und zeigt, wie dieser instrumentalisiert wird, um die Ideen von einem großen russischen Reich und die Ablehnung westlicher Demokratien in der Gegenwart zu stärken. Der Film stützt sich auf Forschungsarbeiten und Materialien, die von der Menschenrechtsorganisation Memorial seit Ende der 1980er-Jahre angefertigt und gesammelt wurden. Zahlreiche Archivdokumente sowie Berichte von ehemaligen GULag-Häftlingen veranschaulichen die lange verdrängte Geschichte des sowjetischen Terrorregimes, dessen gesamtgesellschaftliche Aufarbeitung in Russland bis heute aussteht.

Dokumentarfilme

El Muro Chileno

Matthias Meier Surrey und Maria Paz Salas

Die Dokumentation „El Muro Chileno“ (Die chilenische Mauer) widmet sich denjenigen Chileninnen und Chilenen, die nach dem Militärputsch in Chile im Jahr 1973 in die DDR flüchten. Die Kernfrage, die die zahlreichen Interviews stellen, ist die nach dem Verhältnis der chilenischen Geflüchteten zur innerdeutschen Grenze als Symbol der totalitären Regierung der DDR. Nachdem in in Chile die sozialistische Regierung Salvador Allendes nach nur drei Jahren durch einen durch die Vereinigten Staaten unterstützen Militärputsch gestürzt wurde, sahen sich viele Anhängerinnen und Anhänger von Allendes Partei Unidad Popular gezwungen, das Land zu verlassen. Die DDR, von vielen der Geflüchteten zunächst als sozialistisches Paradies wahrgenommen, empfing sie mit offenen Armen. Doch was bedeutet es für die Geflüchteten, sich erfolgreich einem repressiven Regime entzogen zu haben – und sich nun in einem Staat, der durch eine Mauer hermetisch abgeriegelt ist, wiederzufinden? In zahlreichen Gesprächen spüren Matthias Meier Surrey und Maria Paz Salas dieser Frage nach. Die Dokumentation wurde 2010 beim Internationalen Filmfestival „Puntos de Vista“ an der Texas State University mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Der Film ist bei Youtube auf Spanisch mit englischen Untertiteln verfügbar.

Online-Dossier zu Kein Gott, kein Herr! Eine kleine Geschichte der Anarchie in der Arte-Mediathek, Screenshot

Dokumentarfilm

Kein Gott, kein Herr! Eine kleine Geschichte der Anarchie

2-teilige Dokumentation von Tancrède Ramonet

Der zweiteilige Dokumentarfilm von Tancrède Ramonet beschäftigt sich mit der Geschichte der Anarchie von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges. Die Grundthese und Intention des Filmes ist, eine klarere Differenzierung zwischen Kommunismus und Anarchismus darzustellen und die Bewegung als historisch und auch theoretisch wie philosophisch wirkmächtiger zu zeichnen, als dies im kollektiven Gedächtnis der Fall ist. Dabei stützt sich der Film auf Archivdokumente und Interviews mit Historikern und weiteren Experten. Es wird versucht eine globalgeschichtliche Ereignisgeschichte zu schreiben. Der erste Teil trägt den Untertitel Lust an der Zerstörung (1840–1914), der zweite Teil Erinnerung der Besiegten (1911–1945).

Filmcover Lenin - Drama eines Diktators

Dokumentarfilm

Lenin - Drama eines Diktators

Ullrich Kasten/Hans-Dieter Schütt

Der ARTE-Dokumentarfilm aus dem Jahr 2012 zeigt den Lebensweg von Wladimir Iljitsch Uljanow, der unter dem Namen Lenin berühmt und berüchtigt wurde. Regisseur Ullrich Kasten veranschaulicht mithilfe von unveröffentlichtem Archivmaterial und Bildern von den Originalschauplätzen, wie sich der bürgerliche Student politische radikalisierte, nach Europa ins Exil ging und sich schließlich an die Spitze der bolschewistischen Bewegung setzte. Er wollte Russland modernisieren, den Sozialismus weltweit verbreiten und die unterdrückten Völker der Erde befreien. Doch der Theoretiker, Staatsgründer und Vorgänger Stalins schuf nicht nur das sowjetische Imperium, sondern auch eine neue Art der Diktatur – die, der Partei – und opferte Millionen Menschenleben für den Erhalt seiner Macht. Der Film vermittelt ein neues und differenzierteres Bild dieses Diktators.

Dokumentation

Rise of the Communism | 1905-1961 | Documentary on the History of Communism and the Soviet Union

Dieser amerikanische Propagandafilm gibt eine kurze Zusammenfassung der Geschichte des Kommunismus wieder und erklärt diesen als soziale, politische und ökonomische Ideologie-Bewegung, deren Macht sich über die halbe Welt ausgebreitet hat. Innerhalb von einer knappen halben Stunde beleuchtet die englischsprachige Dokumentation die Ursprünge des Kommunismus mit den Theorien von Karl Marx und spannt den Bogen von der Russischen Revolution über den "Roten Terror" bis zum Bau der Berliner Mauer 1961. Auf der Grundlage des verwendeten Archivmaterials wagt der Film den Versuch einer Analyse der Ideologie, welche "die Welt verändert hat", kommentiert wichtige Abschnitte der Geschichte des Kommunismus und erklärt – immer in antikommunistischer Stoßrichtung –  nicht nur den Aufstieg, sondern auch den Zusammenbruch des Kommunismus und der Sowjetunion. 

Screenshot aus "Stalin: der rote Gott"

Dokumentation

Stalin: Der rote Gott

Dem Himmel nahe oder am Boden der Tatsachen – Stalin teilte die Welt in groß und klein. Die russisch-orthodoxe Erziehung prägte das politische Handeln des Kommunistenführers. Um sein Ziel, die Erschaffung eines neuen Menschen, zu erreichen war Stalin nicht nur auf die Arbeitskraft der Sowjets angewiesen – er musste auch zu ihrer Seele vordringen. In einem Gespräch mit dem Schriftsteller Maxim Gorky erwähnte Stalin, dass er Künstler als wichtige Instrumente zur Vermittlung seiner Botschaft betrachte: Alles, vom Propagandafilm bis zum bemalten Teeservice, sollte seinem politischen Zweck dienen. Stalin, der Gott – es funktionierte. Die Menschen glaubten, dass er Wunder vollbringen konnte und nicht nur lebendig, sondern auch nach seinem Tod allgegenwärtig sei. Obwohl auf seine Anweisung hin hunderttausende Menschen ihr Leben lassen mussten, wurde Stalin nicht als Massenmörder, sondern als höhere Gewalt, einer Gottheit gleich wahrgenommen. Ein Naturphänomen, welches hunderttausende Menschen vernichtet hat. "Stalin: der rote Gott" erläutert, wie der atheistische Kommunismus selbst zur Religion mutieren konnte und warum Stalin mancherorts auch heute noch wie ein Gott verehrt wird.

Dokumentarfilm

The Hidden War in Vietnam

Diese Dokumentation thematisiert den geheimen Krieg, den die USA in den 1960er- und 1970er-Jahre in Vietnam führte. "The Hidden War In Vietnam" möchte aufzeigen, was das Militär der Vereinigten Staaten tat, um die Ausbreitung des Kommunismus einzudämmen und wie die stationierten Spezialeinheiten operierten und lebten. Aus Angst vor der Ausbreitung in das restliche Südostasien, versuchten die USA die politische Neutralität Laos zu unterlaufen und so wurde der einzige Binnenstaat in Südostasien nicht nur zum Spielball der Weltmächte, sondern auch zum Vorläufer moderner Kriegsführung: Als größte Militäroperation in der Geschichte der CIA entstand in Laos eine streng geheime Militärbasis, von der täglich über 400 Flüge starteten. Die offizielle Erklärung dazu war 1964, dass auf Wunsch der laotischen Regierung bewaffnete Aufklärungsflüge von den USA durchgeführt werden. In Wirklichkeit bombardierten die Jets beide Länder jedoch im Acht-Minuten Takt.

Dokumentarfilm

The Truth About Communism

Sidney Fields

Vom ehemaligen US-Präsidenten (1981-1989) Ronald Reagan erzählt und präsentiert, thematisiert der Beitrag "The Trouth About Communism" das Wachstum und die Entwicklung der kommunistischen Bewegung auf der ganzen Welt. Mit einer Einführung des russischen Politikers Alexander Kerensky findet die Dokumentation aus dem Jahr 1962 ihren Anfang beim kommunistischen Manifest, führt anschließend nach Russland im Jahr 1917 und erzählt letztlich von den Auswirkungen der kommunistischen Bewegung und der daraus hervorgegangenen Herrschaftssysteme. Zudem greift der Film die Überlegung auf, warum eine Co-Existenz von Kapitalismus und Kommunismus nicht möglich ist und weshalb es keinen goldenen Mittelweg gibt und beantwortet die Frage danach mittels Betrachtung der historischen Geschehnisse. Das ursprüngliche Ziel, eine herrschaftsfreie und klassenlose Gesellschaft zu errichten, endete mit weltweiten Konflikten, unzähligen Repressionen, Massenverbrechen und verzweifelten, statt gesellschaftlich gleichgestellten, freien Menschen.

Filmplakat von 1917 – Der wahre Oktober, Maxim Film Deutschland 2017

Animation

1917 – Der wahre Oktober

Katrin Rothe

Die zweifache Grimme-Preisträgerin Katrin Rothe wertet in ihrem neuen Film unbekanntes Quellenmaterial aus. Sie versucht sich an einer alternativen Erzählung der russischen Revolution, indem sie die Perspektive russischer Künstler und Küntlerinnen in St. Petersburg des Jahres 1917 einnimmt. Die Lyrikerin Sinaida Hippius, der Maler und Kritiker Alexander Benois, der international anerkannte Schriftsteller Maxim Gorki, der umtriebige Avantgardist und Soldat Kasimir Malewitsch und der 25-jährige exzentrische Dichter Wladimir Majakowski werden in dem Film porträtiert. Der Dokumentarfilm hält sich dabei an vorliegende schriftliche Erzeugnisse. Die Regisseurin hat sich bei der Realisierung des Projekts für den Stil der Animadok (dokumentarischer Animationsfilm) entschieden. Dadurch werden die Stimmen der Künstler und Künstlerinnen, die in dem Film zu Wort kommen durch visuelles Material ästhetisch untermalt.

Dokumentarfilm

China: The Roots of Madness

Theodore H. White

Dieser US-amerikanische Dokumentarfilm aus dem Jahr 1967 erzählt die Geschichte Chinas von den Opiumkriegen zur Zeit der Qing-Dynastie, über den Fall des Kaiserreiches und die Machtergreifung Mao Zedongs bis zu den Anfängen von Maos Kulturrevolution. Inhaltlich wird sich dabei auf den Kampf um die Macht zwischen der Nationalen Volkspartei Kuomintang und der Kommunistischen Partei konzentriert. Der Film versucht eine Analyse der anti-westlichen Stimmung im Land. "China: The Roots of Madness" ist in der Zeit des kalten Krieges aus amerikanischer Sicht produziert worden und keineswegs objektiv geschrieben. Sein Ton wurde als herablassend gegenüber China kritisiert. Außerdem wird kritisch bemerkt, dass der Autor des Filmes, Pulitzer-Preisträger und China-Korrespondent Theodore H. White, die chinesische Sicht der Dinge völlig außer Acht lässt. Trotz dessen gewann der Dokumentarfilm einen Emmy Award.

Screenshot des Trailers

Dokumentation

D-Mark, Einheit, Vaterland. Das schwierige Erbe der Treuhand

Inge Kloepfer, Jobst Knigge

Die Arte-Dokumentation „D-Mark, Einheit, Vaterland. Das schwierige Erbe der Treuhand“ ist vom 23.07.2019 bis zum 21.08.2019 in der Mediathek abrufbar. Der Film beschäftigt sich mit dem Wechsel von der Plan- zur Marktwirtschaft in der ehemaligen DDR und in diesem Zusammenhang mit der Geschichte und Aufgabe der Treuhandanstalt, die in der Endphase der ehemaligen kommunistischen DDR gegründet wurde. Aufgabe der Treuhandanstalt war es, die Betriebe der DDR nach den Grundsätzen einer Sozialen Marktwirtschaft zu privatisieren oder stillzulegen. Während der deutschen Teilung betrieb die DDR eine Wirtschaftspolitik nach sozialistischem Vorbild, während in den kapitalistischen Ländern wie der Bundesrepublik Deutschland eine Marktwirtschaft etabliert war. Die Arte-Dokumentation analysiert 30 Jahre nach der Wiedervereinigung und dem Umbau der Wirtschaftsverhältnisse im Osten den damaligen Systemwechsel, der für viele Ostdeutsche die Arbeitslosigkeit und soziale Verwerfungen bedeutete. In der Transformationsphase wurden innerhalb kurzer Zeit tausende ostdeutsche Unternehmen privatisiert und mussten sich neuen Bedingungen anpassen. Nach jahrzehntelangem Schweigen äußert sich die ehemalige Präsidentin der Treuhandanstalt Birgit Breuel zu der Privatisierung und Stilllegung vieler ostdeutscher Unternehmen und zieht rückblickend Bilanz. Welche Überzeugungen bewirkten ihre damaligen Entscheidungen? Hätte es eine alternative Möglichkeit der wirtschaftlichen Wende gegeben?

Screenshot Dokumentationsausschnitt

Dokumentation

Der Hitler-Stalin-Pakt

Cédric Tourbe

Die Arte-Dokumentation „Der Hitler-Stalin-Pakt“ ist vom 18.02.2020 bis zum 24.04.2020 in der Mediathek abrufbar. Der Dokumentarfilm zeichnet die Folgen des am 23. Augustes 1939 unterzeichneten Nichtangriffspaktes nach, welche letztlich die Besetzung Polens durch Hitler und damit den Beginn des Zweiten Weltkriegs herbeiführten. Stalin garantierte dem Deutschen Reich die sowjetische Neutralität im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Polen und den Westmächten. So konnte Hitler gewiss sein, dass er keinen Zweifrontenkrieg führen muss. Das geheime Zusatzprotokoll regelte zudem die Aufteilung Osteuropas zwischen den beiden Diktatoren. Ostpolen, das Baltikum sowie ein Teil Rumäniens wurden von der Sowjetunion besetzt. Es gibt zwei Interpretationsansätze für den Hitler-Stalin-Pakt. Der eine besagt, dass einfach eine Zusammenarbeit Stalins und Hitler bestand oder, dass andererseits Stalin Zeit gewinnen wollte, um sich auf den unvermeidlichen Krieg gegen Hitler vorzubereiten. Die Dokumentation zeigt den Hitler-Stalin-Pakt als Folge eines kollektiven Versagens, denn das Zögern und die Desinteresse Westeuropas gegen Hitler Position zu beziehen, die tiefe Feindschaft zwischen dem kapitalistischen Westen und der kommunistischen Sowjetunion sowie Inkompetenz und Blindheit stürzte die Mächte in den Flächenbrand des Zweiten Weltkriegs.

Filmstill, ZDF Filmankündigung, Screenshot

Dokumentarfilm

Der Prager Frühling und die Deutschen - Vom Traum zum Trauma

Michael Kloft

Im August 2018 jährte sich die gewaltsame Niederschlagung des „Prager Frühlings“ durch die Warschauer-Pakt-Staaten zum 50. mal. Am 21. August 1968 stand sich tschechoslowakische Demonstranten und sowjetische, bulgarische und polnische Truppen gegenüber. Dieses ausländische Militär, das auch von der Nationalen Volksarmee der DDR auf Befehl von Walter Ulbricht unterstützt wurde, zerstörte durch seinen Einmarsch in die CSSR in der Nacht zum 21. August 1968 den von Alexander Dubček angestrebten „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“. Durch diesen wurden öffentliche Meinungskundgebungen und das Ende der Zensur möglich. Prag war zu dieser Zeit ein Ort der Freiheit und geprägt von der Zusammenkunft der europäischen Jugend in den sonst repressiven Diktaturen des Ostblocks. Auch junge Menschen aus der DDR schöpften aus diesen Entwicklungen Hoffnungen für ihr eigenes Leben. Die Dokumentation „Der Prager Frühling und die Deutschen – Vom Traum zum Trauma“ von Michael Kloft beleuchtet 50 Jahre nach dem Prager Frühling das Ende der Reformbestrebungen der KP-Spitze in Form des „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ und die Auswirkungen seiner gewaltsamen Niederschlagung auf die beiden deutschen Teilstaaten. Durch Interviews mit Zeitzeugen wird der Umbruch 1968 in der ehemaligen Tschechoslowakei beschrieben und besonders greifbar.

Screenshot der ZDF-Dokumentation "Gefangen im Kreml - Die russischen First Ladies"

Dokumentarfilm

Gefangen im Kreml - Die russischen First Ladies

Annette Baumeister

Die ZDF-History Dokumentation „Gefangen im Kreml - Die russischen First Ladies“ thematisiert die „Kremlfrauen“. Als im Zuge der Russischen Revolution 1917 Frauen als gleichberechtigt erklärt werden, scheint das Land, das am Beginn eines blutigen Bürgerkrieges steht, das fortschrittlichste der Welt zu sein. Frauen erhalten das aktive und passive Wahlrecht und können nun studieren. Diese Möglichkeiten nehmen zahllose Frauen wahr, auch die Ehefrau Lenins, Nadeschda Krupskaja. Doch Stalin sorgte dafür, dass Frauen aus dem politischen Leben wieder verschwanden, entmachtete Krupskaja und verbot seiner eigenen Ehefrau Nadeschda Allilujewa, öffentlich aufzutreten. Der Diktator verordnete den „Kremlfrauen“ eine traditionelle Lebensweise, die bis heute gilt. Auch Nina Petrowna, Lebensgefährtin von Nikita Chruschtschow und Viktoria Breschnewa, Ehefrau von Leonid Breschnew, bleibt das Ergreifen eines Berufs verboten; sie verbringen ihr Leben zu Hause. Erst Ljudmila Putina gelingt es, die strikten Vorschriften zu überwinden.Die Dokumentation ist noch bis zum 12. Juli 2017 bei arte.tv online verfügbar.

Screenshot von ard.de

Dokumentarfilme

KGB - Schild und Schwert

Jamie Doran

„KGB – Schild und Schwert“ ist eine Dokumentation vom irischen Regisseur Jamie Doran aus dem Jahr 2018. Der Dreiteiler stellt die Geschichte des russischen Geheimdienstes von 1917 bis heute vor. Nachdem die Bolschewiki 1917 an die Macht kamen, gründete Lenin die Geheimpolizei Tscheka. Der erste Chef der Tscheka wird Feliks Dserschinski, auch der „eiserne“ genannt. Dieser organisiert „Säuberungen“ mit 100.000 Opfern. Lenins Nachfolger Josef Stalin baut den Geheimdienst weiter aus. Auch er lässt Hunderttausende Menschen verfolgen und in den Straflagern des Gulag-Systems inhaftieren. 1937 beginnt Stalin den „Großen Terror“. Der Geheimdienst wird angewiesen jegliche Opposition zu vernichten. Die Dokumentation lässt nicht nur Historiker und Opfer der Geheimdienste zu Wort kommen, es sprechen zudem auch ehemalige KGB-Offiziere und andere ehemaligen Mitarbeiter. So gibt die Dokumentation ein faktenreiches Gesamtbild über die Geschichte der russischen Geheimdienste.

Atelier von Professor Wu Weishan, (c) PeterDörfler/Arte/DasErste

Dokumentarfilm

Marx und seine Erben

Peter Dörfler

Der Politiker, Philosoph, Journalist und Ökonom Karl Marx wäre am 5. Mai 200 Jahre alt geworden. Anlässlich des Marx-Jubiläums fragt die Dokumentation nach der Wirkmächtigkeit marxistischer Theorie in Geschichte und Gegenwart. Viele Bewegungen, Parteien und Staaten haben ihr politisches Handeln mit den Analysen von Marx legitimiert. Die Dokumentation wirft einen Blick auf historische Beispiele wie Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die russische Revolution 1917, den langen Marsch Mao Zedongs in China, die sozialistischen Diktaturen in Osteuropa nach 1945 oder nationale Befreiungsbewegungen in Südamerika. Die Dokumentarfilmer beziehen auch die heutige kommunistische Volksrepublik China in den Film ein und lassen neben Historikerinnen und Historikern auch sich auf Marx beziehende Menschen wie die Fraktionschefin der LINKEN, Sarah Wagenknecht, den französischen KP-Vorsitzenden Emanuel Laurent, ATTAC-Mitgründer Werner Rätz oder den ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis zu Wort kommen. Peter Dörfler ist Autor und Regisseur, Produzent ist Dr. Stefan Pannen.

Screenshot des Trailers auf rote-räte.de

Dokumentarfilme

Rote Räte – Die bayerische Revolution aus der Sicht von Augenzeugen

Klaus Stanjek

"Rote Räte – Die bayerische Revolution aus der Sicht von Augenzeugen" ist ein Dokumentarfilm von Klaus Stanjek aus dem Jahr 2019. Für den Film wurden Filmaufnahmen von Interviews, die 60 Jahre nach der Bayerischen Revolution mit Augenzeugen gemacht wurden, restauriert und zu einem zusammenhängenden Zeitzeugenmaterial zusammengesetzt. Zu Wort kommen unter anderem ein damaliger Schreiner, ein Kaufmann, ein Soldat, ein Student, ein Buchbinder und der Schriftsteller Augustin Souchy. Anspruch des Films ist es, ein für die Gegenwart relevantes historisches Thema aufzuarbeiten – die aktuellen Debatten um Demokratie in Deutschland und in Europa gaben den Anstoß zur Produktion von "Rote Räte". Der Film zeichnet eindrucksvoll und zugänglich nach, wie im Zuge der Bayerischen Revolution verschiedene Gesellschafts- und Regierungsformen zur Debatte gestellt, ausgehandelt und experimentiert wurden. Der Film kann für öffentliche Vorführungen beim Berliner Verleih SABCAT MEDIA gebucht werden.

Screenshot Dokumentationsausschnitt

Dokumentation

Stalins Henker. Das Massaker von Katyn

Cédric Tourbe

Die Arte-Dokumentation „Stalins Henker. Das Massaker von Katyn“ ist vom 18.02.2020 bis zum 24.04.2020 in der Mediathek abrufbar. Der Film beschäftigt sich mit der Ermordung 4.400 polnischer Offiziere April 1940 im Auftrag des sowjetischen NKWD. Ohne die Entdeckung des Massengrabes durch die Nazis und die darauffolgende antibolschewistische Propaganda wäre das Massaker wohl nie an den Tag gekommen. Die Sowjetunion bestritt den Massenmord und bezichtigte die Nazis dieses Verbrechens. Jahrzehntelang bestanden Zweifel über den wahren Schuldigen bis sich die Sowjetunion wenige Monate vor dem Zusammenbruch der UdSSR 1990 zum Massaker von Katyn bekannte. Wie man herausfand war der Massenmord von Katyn Teil einer viel weitreichenderen Operation zur Sowjetisierung Polens, in deren Verlauf 22.000 Polen insgeheim ermordet und eine Million weitere in Gulag-Lager deportiert wurden. Die Ursprünge dieser kriegsverbrecherischen Praktiken reichen bis ins Jahre 1917 zurück. Damals wurde die Tscheka gegründet, die erste politische Polizei der Bolschewiken, deren Nachfolger GPU und NKWD mit gleicher Härte agierten. Aufgabe war es Regimegegner zu liquidieren und während der stalinistischen Säuberungen den sowjetischen Staatsapparat und die Gesellschaft zu "bereinigen". Der Film erzählt die Geschichte von Katyn anhand der Erinnerungen von polnischen Überlebenden des Massakers und des von den Historikern der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial in NKWD-Archiven entdeckten Materials.

Screenshot der BBC-Dokumentation

Dokumentarfilm

The King of Communism: Nicolae Ceaușescu

"The King of Communism: Nicolae Ceaușescu " portraitiert den neostalinistischen rumänischen Diktator, der von 1974 bis 1989 regierte. Die Dokumentation eröffnet mit Archivaufnahmen von Nachrichten des Ereignis, auf dem Ceaușescus Sonderposition unter den Staatsoberhäuptern der kommunistischen Länder beruhte: seine Verurteilung der militärischen Niederschlagung des Prager Frühlings (1968). Er verteidigte die Unabhängigkeit Rumäniens und öffnete seine Politik dem Westen. So erreichte Ceaușescu bald eine hohe Popularität in Rumänien wie auch im Westen. Die Dokumentation arbeitet mit Zeitzeugeninterviews, welche die bis heute andauernde Verehrung des Diktators veranschaulichen. Von der Selbststilisierung Ceaușescus, seiner Mythologisierung als „Führer“ sowie dem staatlich verordneten Personenkult zeugen Aufnahmen propagandistischer Großveranstaltungen. Weiter wird dargestellt, wie er mit der alles überwachenden Geheimpolizei Securitate seine Opposition ausschaltete. Ceaușescus ablehnende Haltung zur Perestroika und der bald darauf folgende Zusammenbruch des Ceaușescu-Regimes, welcher letztlich mit seiner Hinrichtung endete, werden anhand von Originalaufnahmen vermittelt.

Screenshot der Website von Mehring Books

Dokumentarfilme

Tsar to Lenin

Herman Axelbank; Max Eastman

Die Dokumentation “Tsar to Lenin” (deutsch: Vom Zar zu Lenin) basiert auf Filmmaterial, welches der russischstämmige Produzent Herman Axelbank (1900-1979) in der Zeit während und nach der Russischen Revolution sammelte. Der Film dokumentiert die Entwicklung der revolutionären Bewegung, die das 20. Jahrhundert nachhaltig prägen sollte. Die Dokumentation wurde in Mitarbeit des linken Aktivisten Max Eastman fertiggestellt, der auch als Sprecher des Filmes zu hören ist. Eastman war eine führende Figur der amerikanischen Linken. Er kritisierte die sowjetische Umsetzung marxistischer Ideale scharf. Als “Tsar to Lenin” 1937 in den USA Premiere feierte, waren die Kritiken in einflussreichen Medien wie der New York Times durchweg positiv. Dem gegenüber standen die Reaktionen der sowjetischen Regierung und der amerikanischen Kommunistischen Partei. Diese verstanden die Darstellungen des Films als kontraproduktiv zu dem zu vermittelnden Bild der Russischen Revolution, besonders im Hinblick auf die Rollen Stalins und Trotzkis. Die darauffolgenden Jahren der “Roten Angst” – eine Phase antikommunistischer Hysterie in den USA – standen den Möglichkeiten einer Aufführung zusätzlich im Weg; der Film geriet sukzessiv in Vergessenheit. Erst nachdem Herman Axelbank 1979 die Rechte der “Workers League” verkaufte, konnten wieder Vorführungen organisiert werden. 2012 erschien der Film auf DVD im Verlag Mehring Books. 

Screenshot von arte.tv

Dokumentarfilme

1918. Aufstand der Matrosen

Jens Becker

"1918. Aufstand der Matrosen" ist ein Doku-Drama von Jens Becker aus dem Jahr 2017. Im Zentrum der Handlung stehen der Matrose Karl, seine Verlobte Helene und deren Bruder August. Hintergrund der Handlung bildet der Kieler Matrosenaufstand. 1918 ist der Krieg für das Deutsche Reich nicht mehr zu gewinnen, dennoch soll die Marine zu einer letzten, aussichtslosen Mission auslaufen. Die Matrosen verweigern den Befehl, meutern – und setzen damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die zur Revolution, zum Abdanken des deutschen Kaisers, und schließlich zur Weimarer Republik, der ersten deutschen Demokatie führen wird. Der Film ergänzt Elemente des Spielfilms durch historisches Bild- und Videomaterial, eingesprochene Hintergrundinformationen sowie Interviews mit dem Politiker Björn Engholm, der Politikerin Sahra Wagenknecht und dem Flotillenadmiral Kay-Uwe Schönbach. Der Film steht noch bis zum 19. Dezember 2019 online zur Verfügung. 

Communist Imperialism

Dokumentarfilm

Communist Imperialism

Gerade in den heißen Phasen wurde der Kalte Krieg nicht nur im Bereich des atomaren Wettrüstens ausgetragen. Auch für propagandistische Siege kämpfte man auf beiden Seiten. Auf US-amerikanischer Seite produzierte das Pepperdine College (Los Angeles) in Zusammenarbeit mit Hollywood Anfang der 1960er-Jahre eine Filmserie mit dem Titel „Crisis for Americans“. Jeder der vier Aufklärungsfilme versuchte, die Bedrohung des sowjetisch geprägten Kommunismus für die freie, kapitalistische Welt hervorzuheben. Im Kontext der Kubakrise thematisiert der zweite Film „Communist Imperialism“ (1962) die Ausbreitung des sowjetischen Machtgebiets seit der Oktoberrevolution1917, insbesondere aber in der Zeit zwischen Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 und der Entstehung des Films. Der Rundfunk- und Fernsehsprecher Harry von Zell und William J. Teague, damaliger Vizepräsident des Pepperdine College, präsentieren chronologisch, kompakt sowie mit Wochenschau-Ausschnitten und zynischem Unterton die kritischen Stationen der sowjetischen Außenpolitik: Polen, Finnland, Litauen, Estland, Rumänien, Albanien, Jugoslawien, Tschechoslowakei, Ost-Berlin, Ungarn, Mongolei, China, Korea, Vietnam, Britisch-Guinea und zuletzt Kuba. Egal an welchem Ort – Gewalt und Betrug seien über zwei Jahrzehnte hinweg die beiden wichtigsten Instrumente der sowjetischen Aggressionspolitik gewesen. Seit November 2011 zeigt das Pepperdine College die Filmreihe im Rahmen ihrer Kollektion „Anti-Communism Films of the Early 1960s“ auf ihrer Website. Digitale Kopien damaliger Dokumente, darunter interne Korrespondenz, Memos, Entwürfe und Presseausschnitte, geben die Möglichkeit, die Filme als historische Quelle kritisch zu hinterfragen.

Dan Slobin, ein Amerikaner in Moskau. Augenblicke der Weltgeschichte, Screenshot aus ARTE-Mediathek

Filmdokument

Dan Slobin, ein Amerikaner in Moskau

Jerôme Lambert, Philippe Picard

Dieser Teil der Sendereihe Augenblicke der Weltgeschichte der Regisseure Jerôme Lambert und Philippe Picard wurde 2015 für den deutsch-französischen Fernsehsender ARTE-France produziert. Die Sendereihe versucht wichtige Ereignisse der Geschichte aus der Mikroperspektive anhand von Egodokumenten zu erzählen. In der Sendung Dan Slobin, ein Amerikaner in Moskau geht es um den amerikanischen Studenten Slobin, der sich in der Zeit der Entstalinisierung in Moskau als Reiseführer aufhält. Es eröffnet in der sowjetischen Hauptstadt eine Ausstellung zum "American Way of Life", für die Slobin aufgrund seiner Sprachkenntnisse im Auftrag der amerikanischen Regierung als Guide arbeitet. Er hält seinen Aufenthalt im Moskau der beginnenden Chruschtschow-Ära mit vielen Fotos fest. Diese Fotos, sowie Texte von Slobin bilden die Grundlage für diese Dokumentation, die ein eindrückliches Bild von Moskau in den 1950er-Jahren zeichnet.

Screenshot Filmplakat

Dokumentarfilme

Der Jahrestag der Revolution

Dziga Vertov, Nikolai Izvolov

“Der Jahrestag der Revolution” (russisch: Годовщина революции/Godovshchina revolutsii) von Dziga Vertov entstand im Jahr 1918 im Auftrag des sowjetischen Erziehungsministeriums. Der Film gilt als eine der ersten Dokumentationen in Spielfilmlänge, die je produziert wurden. Vertov, der damals gerade 22 Jahre alt war, montierte selbst gedrehtes sowie fremdes Filmmaterial zu einer Chronik, die die Ereignisse zwischen 1917 und 1918 darstellt. Der Film galt als verschollen – bis der Filmhistoriker Nikolai Izvolov die Einzelteile im staatlichen Filmarchiv fand und diese in mühevoller Kleinarbeit wieder zu einem Teil entsprechend Vertivs zusammensetzte. Seit 2018 ist jener wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Als der zweistündige Film in Auftrag gegeben wurde, wurden 30 Kopien erstellt und über das ganze Land verteilt. Angesichts des Mangels an Printprodukten, der durch den beginnenden Bürgerkrieg noch weiter verschärft wurde, dienten die öffentlichen Vorführungen des Films dem Zweck, die Bevölkerung über die Ereignisse der Revolution zu informieren. Der Film wurde jedoch bald durch die vielen anderen entstehenden Dokumentationen und Propagandafilme zum Thema ersetzt – vermutlich auch deswegen, weil die starke Präsenz Leo Trotzkis im Film nach dessen Parteiausschluss nicht mehr der Parteilinie entsprach. Der Debürfilm Vertovs ist ein Zeitzeugnis, der einmalige Einblicke in die Russische Revolution vermittelt.

Screenshot von mdr.de

Dokumentation | Dokumentarfilm

Der rote Elvis

Leopold Grün

Der deutsche Dokumentarfilm „Der rote Elvis“ von Leopold Grün beleuchtet das Leben des US-amerikanischen Sängers und Schauspielers Dean Reed. Reed galt als eine Popikone zur Zeit des Kalten Krieges. Ab 1966 startete er eine zweite Karriere in der kommunistischen Sowjetunion und lebte ab 1973 als bekennender Sozialist in der DDR. Dort nahm er sich 1986 das Leben. Dean Reed wurde während seiner Zeit in der DDR zum Aushängeschild der staatlichen Propaganda. Die Dokumentation beleuchtet sowohl Reeds Karriere im Film- und Musikbereich, aber auch sein Privatleben und seine politische Einstellung, wie beispielsweise seine kritische Haltung gegenüber dem Vietnamkrieg. Zeitzeugeninterviews zeichnen ein umfassendes Bild von einem der größten Stars des ehemaligen Ostblocks.

Ankündigung der Filmvorführung, Screenshot von rosalux.de

Dokumentarfilme

Im Vorhof der Geschichte. Celebrating Marx

Mikko Linemann

"Im Vorhof der Geschichte. Celebrating Marx"  ist ein Essayfilm von Mikko Linemann aus dem Jahr 2019. Er setzt sich damit auseinander, wie 200 Jahre später – die  Veranstaltungen anlässlich Marx' 200. Geburtstag im Jahr 2018 bilden eine große Vielfalt an Beispielen – mit den Werken von Karl Marx umgegangen wird. Wer eignet sie sich an, zu welchem Zweck, mit welchen Ergebnissen? Wie können seine Ideen weiterentwickelt werden, um der heutigen Realität gerecht zu werden und ist dies überhaupt möglich? Der Film geht diesen Fragen nach und lässt dabei zahlreiche Wissenschaftler und Journalisten zu Wort kommen, die sich mit der kontinuierlichen Relevanz von Karl Marx' Lehren auseinandersetzen, unter anderem mit Beiträgen von Felix Bartels, Michael Hüther, Reinhard Kardinal Marx und Lars Rensmann. 

Screenshot von youtube.com

Dokumentarfilme

Kolyma - Birthplace of Our Fear

Juri Dud

"Kolyma - Birthplace of Our Fear" (russ. Колыма - родина нашего страха / Kolyma - rodina nashevo strakha) ist eine Dokumentation des russischen Bloggers Juri Dud. Juri Dud, der vor allem unter jungen Russen sehr bekannt ist, begibt sich für diesen Film auf Spurensuche ins Kolyma-Gebiet im Nordosten Russlands. In den Bergen befanden sich während der Sowjetunion zahlreiche Strafgefangenenlager, deren Arbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen vor allem zum Goldabbau eingesetzt wurden. Die Menschen, die heute noch in diesem Gebiet leben, sind Nachkommen von ehemaligen Häftlingen – und Nachkommen von denjenigen, die die Lager verantworteten. Juri Dud spricht mit den Menschen in der Kolyma ebenso wie mit Historikern  – und lässt seine Dokumentation somit ein Bild zeichnen davon, welche dauerhaften Spuren die Diktatur Stalins hinterlassen hat. Zusätzlich geht er der Frage nach, warum bis heute keine offene gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den stalinistischen Verbrechen stattfindet. Die Reaktionen auf Duds Film gehen auseinander. Einige vertreten den Standpunkt, sein Film sei ein ausländisch finanzierter Beitrag dazu, der Jugend ein falsches Bild von Russland und der russischen Geschichte zu vermittlen. Viele Journalisten loben den Film allerdings als einen Beitrag zur notwendigen Auseinandersetzung mit der sowjetischen Vergangenheit. – auch angesichts der Unerfahrenheit, die Duds Status als Blogger und Youtuber aus der Sicht vieler mit sich zu bringen scheint. Die Dokumentation wurde 4 Monate nach Veröffentlichung bereits über 16 Millionen Mal auf Youtube ageklickt. Sie ist auf Youtube auf Russisch mit Englischen Untertiteln verfügbar.

Flyer der Veranstaltung (c) Bundesstiftung Aufarbeitung

Dokumentarfilm

Moskau. Lubjanka. Ein Platz mit Geschichte.

Kerstin Nickig

Die Dokumentation von Kerstin Nickig über den zentralen Platz in Moskau entstand als Co-Produktion von Time Prints und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Der Lubjankaplatz im Zentrum von Moskau: über Jahrzehnte der Hauptsitz des russischen Geheimdienstes. Die „Lubjanka“: ein Synonym für massenhafte willkürliche Verhaftungen, Folterungen und Erschießungen. In fast jeder Familie finden sich Opfer oder Täter. Der Lubjankaplatz steht aber auch für den Beginn eines demokratischen Aufbruchs Anfang der neunziger Jahre, der die Aufarbeitung der totalitären Vergangenheit einforderte. Hier wurde das Denkmal des Gründers des ersten Geheimdienstes nach der Oktoberrevolution Felix Dserschinski gestürzt. Hier errichteten Bürgerrechtler den Solowetski-Stein, den ersten Gedenkstein für die Opfer politischer Verfolgung in der Sowjetunion.Das Filmteam begegnet auf dem Lubjankaplatz sehr verschiedenen Menschen, deren Vergangenheit und Gegenwart mit jeweils einer bestimmten Adresse an diesem Ort verbunden sind. Die einzelnen Episoden fügen sich collageartig zu einem Porträt des Platzes zusammen. In den Stimmen der Protagonisten spiegelt sich die russische Gesellschaft – gespalten in ihrem Blick auf die Vergangenheit und damit in ihrer Vorstellung von der Zukunft.  Der Film läuft am Sonntag, den 29. April 2018 um 22:55 Uhr im RBB und ist anschließend in der Mediathek des Senders abrufbar.

Dokumentarfilm

Soldier in Austria

Schon seit 1941 gab es sowjetische Pläne, den Staat Österreich nach Kriegsende wiederherzustellen. Als Mittelpunkt auf der Linie zwischen der westlichen Welt und der Sowjetunion, war das Land mit seinem Reichtum an Rohstoffen nicht nur ein angenehmer Nachbar des Kommunismus, sondern auch eines von der Welt weniger beachteten Ziele des Kremls. Denn während sich die Aufmerksamkeit verstärkt auf die Ausbreitung des Kommunismus in Asien richtete, erzählt "Soldier in Austria" von der Aufteilung Österreichs und der Teilung Wiens, vergleicht diese Situation mit der Deutschlands sowie Berlins und beschreibt neben der Rekonstruktion eines ganzen Landes ausführlich die Wichtigkeit Österreichs zur Zeit des kalten Krieges. Wie die Vereinigung Deutschlands wurde auch die Frage der österreichischen Unabhängigkeit von den Kommunisten zum politischen Fußball gemacht. Dieses "Big Picture" konzentriert sich auf den "Soldier in Austria", dessen Aufgabe es wurde zu verhindern, dass das geteilte Land in den roten Orbit gezogen wird. 

Screenshot von der ZDF-Webseite

Dokumentation

Superbauten der Geschichte. Der Kreml

Die ZDF-Dokumentation „Superbauten der Geschichte. Der Kreml“ dreht sich um den Moskauer Kreml. Das Bauwerk ist ein Symbol russischer und sowjetischer Machtentfaltung, das wie kein anderes den Triumph und die Tragödie Russlands verkörpert. 1918 wurde er nach der Oktoberrevolution zum Zentrum der Staatsmacht. Bis 1992 war er der Sitz der sowjetischen Regierung, anschließend der Sitz des Präsidenten der Russischen Föderation. In der Dokumentation ordnen Historiker wie Catherine Merridale oder Orlando Figes die Erzählungen und Legenden um das russische Bauwerk in die historischen Kontexte ein. Zeitzeugen berichten von ihren Erlebnissen und Erfahrungen vor Ort. Die Dokumentation gewährt Einblicke in Bereiche des Superbaus, die ansonsten nicht zu sehen sind. Die ZDF-Reihe "Superbauten der Geschichte" porträtiert weltbekannte historische Gebäude und blickt hinter deren Kulisse. Die Dokumentation zeigt, welche Ereignisse dort ihren Ursprung fanden und wie Menschen in den Räumlichkeiten Geschichte schrieben.

Filmcover The Soviet Story

Dokumentarfilm

The Soviet Story

Edvīns Šnore

Der 2008 erschienene Dokumentarfilm „The Soviet Story“ beschäftigt sich mit dem sowjetischen Kommunismus und der sowjetisch-deutschen Kollaboration vor 1941. Anhand von Interviews mit westlichen und russischen Historikern, Dissidenten, Politikern sowie Tätern und Opfern des sowjetischen Terrors betont der Film die philosophischen, politischen und strukturellen Parallelen zwischen dem nationalsozialistischen und dem sowjetischen Machtgefüge. Durch seine provokanten Thesen und die explizite bildhafte Darstellung von Opfern und Toten löste der Film in zahlreichen europäischen Ländern Kontroversen aus.„The Soviet Story“ erhielt sehr ambivalente Kritiken. So rezensierte Bogdan Musial für Deutschlandfunk Kultur: „Der Film ist fesselnd, mutig und kompromisslos; er verstößt gegen die überkommene und politisch korrekte Deutung der Geschichte des 20. Jahrhunderts und zerstört viele bis heute lebendige Mythen. Er ist zu empfehlen nicht nur für Historiker und interessierte Laien, sondern auch für Politiker, die nach wie vor die kommunistische Ideologie unterschätzen oder verharmlosen.“ Karsten Brüggemann konstatiert wiederum, der Film richte sich an eine westliche Öffentlichkeit, „um dort das angeblich herrschende Tabu zu brechen, über die sowjetischen Verbrechen nicht berichten zu dürfen. So umgibt dieses Werk eher eine aufklärerische denn eine anklagende Aura, die aber gezielt eingesetzt wird. Die Nazis werden nicht verharmlost, aber doch kaum behandelt. […] Klar ist das Ziel dieses Films: Durch die Gleichstellung der Täter soll im europäischen Kontext endlich auch die Gleichstellung der Opfer erreicht werden.“ (Karsten Brüggemann: Gefangen in sowjetischen Denkmustern? In: Geschichtspolitik im erweiterten Ostseeraum und ihre aktuellen Symptome. Hrsg. von Oliver Rathkolb und Imbi Sooman. Göttingen 2011, S. 121-133, hier: S. 132f.)

Screenshot von archive.org

Dokumentarfilme

Tyranny: The Legacy of International Communism

“Tyrannei - Das Vermächtnis des internationalen Kommunismus’" zeigt inszenierte Anhörungen vor einem UN-Tribunal. Die Opfer totalitärer kommunistischer Regime aus verschiedenen Ländern kommen zu Wort. Untermalt von plastischen Darstellungen der Gräueltaten, die sich dort ereignen, fokussiert sich der Film auf die Perversionen kommunistischer Ideen und deren Auswirkungen auf die Bürger dieser Regime – und darauf, wie die Vereinigten Staaten von Amerika ebenfalls bald zum Ziel kommunistischer Gewalt würden. Intention der Dokumentation ist, ein Bewusstsein für diese vermeintliche Bedrohung zu schaffen, indem den Zuschauern vermittelt wird, welche negativen Folgen der Kommunismus unvermeidlich nach sich ziehe. Unter "Kommunismus" wird hier eine totalitäre Ausprägung verstanden, die nicht weiter differenziert wird. Zur Verfügung gestellt wird der Film von den Young Americans for Freedom. Die konservative Aktivistengruppe gründete sich 1960. Zu diesem Zeitpunkt war die Hochphase der  McCarthy-Ära, in deren Zuge in den USA eine regelrechte Panik vor kommunistischen Einflüssen im eigenen Land propagiert wurde, bereits vorbei. Der Kommunismus wurde auch über diese Ära hinaus als eine grundlegende Bedrohung des amerikanischen Staates und seiner verfassten Prinzipien verstanden.