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Russland-Versteher - Wenn es doch welche gäbe!

Filmmaterial | Veranstaltungsmitschnitt | vom 22.11.2018

Karl Schlögel

Karl Schlögel: Russland-Versteher - Wenn es doch welche gäbe! (Mosse-Lecture vom 22.11.2018)

Am 22. November hielt der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel im Rahmen der Mosse Lectures an der Humboldt-Universität Berlin einen Vortrag unter dem Titel "Russland-Versteher - Wenn es doch welche gäbe!". Der Titel des Vortrags spielt auf die Debatte um das Russlandbild und die Beziehungen zu Russland an, die in Deutschland hitzig geführt wird. In dieser ist "Russland-Versteher" ein negativ konnotierter Begriff, mit dem Menschen bezeichnet werden, die, blind für die negativen Aspekte Russlands und vor allem der russischen Regierung, ein Bild vertreten, welches Russland als Opfer westlichen Imperialismus und westlicher Propaganda versteht. Schlögel spricht sich für ein tatsächliches Verstehen Russlands aus – ein Verstehen, das zwischen Russland und russischer Politik unterscheidet und ein differenziertes Bild der heutigen russischen Gesellschaft zeichnet. Der Vortrag steht online in voller Länge zur Verfügung. Karl Schlögel, Professor emeritus, zuletzt Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Schwerpunkte seiner Forschung: Russland im 19. und 20. Jahrhundert, Zwangsmigration und Diaspora, Stadtkulturen in Osteuropa, Raum und Zeit als Probleme der Histographie. Zu seinen Veröffentlichungen zählen: »Im Raume lesen wir die Zeit« (2003), »Petersburg 1909-1921. Laboratorium der Moderne« (1986), »Das russische Berlin« (2007), »Terror und Traum. Moskau 1937« (2008), »Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt« (2017). Die Mosse-Lectures sind ein interdisziplinär und international angelegtes Forschungs- und Veranstaltungsprojekt, gegründet 1997 von dem Historiker George L. Mosse und dem Literaturwissenschaftler Klaus Scherpe.