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Filmcover Das Glück

Stummfilm

Das Glück

Alexander Medwedkin

„Das Glück“ ist eine sowjetische Stummfilm-Komödie von Alexander Medwedkin aus dem Jahr 1935. Der Film erzählt die Geschichte des Bauern Khmyr, der von seiner Frau Anna fortgeschickt wird, um das Glück zu suchen. Dabei trifft er auf gepunktete Pferde, Nonnen in durchsichtigen Blusen, laufende Häuser und fliegende Teigtaschen. Er versucht, sein bäuerliches Leben so gut es geht zu bestreiten, wird aber durch zahlreiche Rückschläge schließlich so arm, dass ihm zwei Diebe aus Mitleid etwas Geld schenken, weil sie auf seinem Hof nichts zum Stehlen gefunden hatten. Die Handlung zieht sich über einen unrealistisch langen Zeitraum: Khmyr muss in den Tagen des Zarenreichs seine Ernte als Zehnt in vollen Wagenladungen abgeben, ist zuweilen Wasserfuhrmann oder Wachmann der Kolchose und begeht nur den Freitod nicht, weil dann niemand mehr übrig wäre, der das stalinistische Russland ernähren würde. Der Film wurde produziert in einem politischen System, das Film und Fernsehen als Instrumente der Propaganda begriff und staatlich kontrollierte. „Das Glück“ fiel zunächst der Zensur zum Opfer und wurde erst ein Jahr nach Fertigstellung zur Aufführung freigegeben. Der Film zeichnet ein schonungsloses Bild des ländlichen Alltags in der Sowjetunion.

Fimplakat Der junge Karl Marx

Biografie

Der junge Karl Marx

Raoul Peck

Das Biopic von Karl Marx des Regisseurs Raoul Peck erzählt das Leben des Philosophen und Aktivisten aus einer sehr privaten Perspektive. Die Freundschaft zu Friedrich Engels und seine Beziehungen zu Frauen nehmen viel Raum in dem Film ein. Der Historienfilm begleitet Karl und Jenny Marx, gespielt von August Diehl und Vicky Krieps, auf ihrer Suche nach Exil in Europa. Der Film setzt 1844 ein, als Marx nach Paris geht und dort Engels kennen lernt. Es wird die Entstehungsgeschichte des kommunistischen Manifestes nachgezeichnet und das Verhältnis von Marx und Engels zum Bund der Gerechten, später Bund der Kommunisten, erzählt. Es werden Bilder gefunden, die die allgemeine politische Umbruchsphase und die beginnende industrielle Revolution zeigen. Der Film feierte am 12. Februar 2017 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin seine Premiere.

Filmplakat Trumbo

Spielfilm

Trumbo

Jay Roach

Trumbo ist eine US-amerikanische Verfilmung der Biographie Dalton Trumbos aus dem Jahr 2015, die 1977 von Bruce Alexander Cook verfasst wurde. Regisseurs Jay Roach präsentiert die Geschichte eines Drehbuchautors in Hollywood in den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren, der ins Visier der „Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideas“ gerät, die – ähnlich wie Senator Joseph McCarthy – gegen „unamerikanische“ Bestrebungen im Filmgeschäft vorgeht. Trumbo (Bryan Cranston) soll vor dem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses aussagen, verweigert dies jedoch wie neun weitere Hollywood-Schauspieler, -Regisseure und -Drehbuchautoren und wird Anfang 1948 verurteilt. Auch nach Verbüßung einer Haftstrafe steht Trumbo auf einer schwarzen Liste kommunistischer Autoren, so dass er nur noch unter Pseudonym schreiben kann.

DVD-Cover des Filmes "Rosa Luxemburg",  Arthaus Filmvertrieb 2008

Biografie

Rosa Luxemburg

Margarethe von Trotta

Im Biopicture der Regisseurin Margarethe von Trotta wird die deutsch-polnische Kommunistin Rosa Luxemburg porträtiert. Der Film zeichnet Rosa Luxemburg vor allem als starke Frauenpersönlichkeit und zeichnet sensibel die politische Motivation der Sozialistin nach. Dabei wird nicht zwingend auf historische Authentizität wert gelegt, sondern vielmehr auf ein eindrückliches Bild der Ära des ausgehenden deutschen Kaiserreiches und die Lebensbedingungen der Arbeiter. Rosa Luxemburg wird von der Schauspielerin Barbara Sukowa gespielt, die für ihre Rolle den Preis für die beste Darstellerin bei den Filmfestspielen in Cannes 1986 gewonnen hat. Ursprünglich sollte der Film von Rainer Werner Fassbinder realisiert werden, mit Jane Fonda in der Hauptrolle. Durch den Tod des Regisseurs wurde das Projekt von Trotta realisiert, die sich in ihrem Schaffen oftmals mit starken Frauenpersönlichkeiten auseinandersetzt. Die Filmsprachen sind deutsch und englisch.

Filmcover Mission to Moscow

Spielfilm

Mission to Moscow

Michael Curtiz

Der Hollywood-Film beruht auf dem 1941 veröffentlichten Erfahrungsbericht des ehemaligen US-Botschafters in Moskau Joseph E. Davies. Der im Stil einer Dokumentation gedrehte Film zeigt die Ankunft der Familie Davies in Moskau, den sowjetischen Alltag und die politische Situation vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Wie im Buch angelegt, vermittelt der Film auf Wunsch von Präsident Roosevelt und im Geiste der Anti-Hitler-Koalition ein positives Bild der Sowjetunion und des Stalinismus. So werden etwa die Moskauer Schauprozesse und der Einmarsch der Sowjetunion in Finnland gerechtfertigt und der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt als einfacher Neutralitätsvertrag präsentiert. Zu Beginn des Kalten Krieges wurde der Film als Beleg der „kommunistischen Unterwanderung“ Hollywoods bewertet und sein Drehbuchautor Howard Koch auf die „Schwarze Liste“ gesetzt, wodurch dessen Laufbahn zerstört war.

Filmcover Good Night, and Good Luck.

Spielfilm

Good Night, and Good Luck.

George Clooney

Das US-amerikanische Geschichtsdrama aus dem Jahr 2005 verhandelt unter Regie von George Clooney den Konflikt zwischen Senator Joseph McCarthy und dem Fernsehjournalisten Edward R. Murrow Anfang der 1950er-Jahre. Murrow, der durch gründlich recherchierte Berichte Missstände aufdecken will, prangert den von McCarthy geführten Feldzug gegen vermeintliche kommunistische Verschwörungen in seiner Fernsehshow an. Mit Originalausschnitten aus den öffentlichen Auftritten McCarthys nähert sich die Schwarz-Weiß-Produktion einer Dokumentation an. Der Film versucht zu zeigen, welchen Mutes es bedurfte, unter den Bedingungen des Kalten Krieges auch in den USA für Wahrheit und Demokratie einzutreten.

Plakat für Filmaufführung Panzerkreuzer Potemkin, Hans Hillmann, 1966

Stummfilm | Filmdokument

Panzerkreuzer Potemkin

Sergei Eisenstein

Der Stummfilm wurde 1925, anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Revolution gegen das Zarenreich von 1905, im Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführt. Der Film handelt von einer Meuterei gegen zaristische Offiziere auf dem Panzerkreuzer Potemkin während der Revolution von 1905. Es handelt sich hierbei um einen sowjetischen Propagandafilm, der vor allem mit der Szene auf der Hafentreppe von Odessa in das globale filmhistorische Gedächtnis eingegangen ist. Das Werk gliedert sich in fünf Kapitel mit den Titeln: Der Beginn, Der Aufstand, Trauer, Die Hafentreppe von Odessa, Die Begegnung mit der Flotte. Das audiovisuelle Dokument versucht durch Montagetechniken den Zuschauer für sowjetische Massenutopien zu begeistern. Der Film gehört zum klassischen Kanon des sowjetischen Revolutionsfilms.

L'aveu, Das Geständnis, Costa-Gavras, Artur London

Spielfilm

L'aveu

Costa-Gavras

Der Film „L’aveu“ (deutscher Titel „Das Geständnis“) ist eine französisch-italienische Produktion des Regisseurs Costa-Gavras aus dem Jahr 1970. Grundlage der Handlung ist der Bericht des tschechoslowakischen stellvertretenden Außenministers und Kommunisten Artur London, der im sogenannten Slánský-Prozess im November 1952 mitangeklagt war, der Todesstrafe entging und zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde. Im Zuge dieses Schauprozesses bezichtigte er sich selbst des Hochverrats. Der Film schildert die Hintergründe und Methoden, mit denen dieses Geständnis herbeigeführt wurde: Gehirnwäsche-Methoden und psychische Zersetzung. Nach seiner Freilassung trifft der Protagonist auf den verantwortlichen Gefängnisaufseher. Auch diese Konfrontation wird im Film dargestellt. Nach eigenen Angaben wollte Costa-Gavras dem Film keinen antikommunistischen Duktus verleihen, sondern ein Werk gegen Totalitarismus, hier vor allem Stalinismus, schaffen. 1971 wurde der Film für den Golden Globe nominiert.

Filmcover Doktor Schiwago

Spielfilm

Doktor Schiwago

David Lean

„Doktor Schiwago“ ist ein US-amerikanisches Drama des Regisseurs David Lean aus dem Jahr 1965. Der mit fünf Oscars ausgezeichnete Film erzählt die Geschichte eines Arztes in Russland in der Zeit des Ersten Weltkriegs, der Oktoberrevolution und des darauffolgenden Bürgerkriegs, die Umwälzungen jener Jahre bleiben aber im Hintergrund. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Boris Pasternak. Jurij Schiwago, gespielt von Omar Sharif, fühlt sich zwischen seiner Ehefrau Tonja und einer anderen Frau, Lara, hin- und hergerissen. Vor den Wirren der Revolution flieht er mit seiner Familie aus Moskau auf das Landgut im Ural, wo er seine Geliebte wiedersieht und von bolschewistischen Partisanen entführt wird. Nach seiner Rückkehr wird Lara schwanger von Schiwago, doch ihre Wege trennen sich wieder. Acht Jahre später glaubt er, Lara in Moskau auf der Straße wiederzuerkennen, folgt ihr, bricht zusammen und stirbt an einer Herzschwäche.

Österreichisches Uraufführungsplakat zum Film Streik (Statschka), Regie: Sergei Eisenstein, Plakatentwurf: Mihály Biró, 1925

Stummfilm

Streik

Sergei Eisenstein

Der Stummfilm Streik aus dem Jahr 1925 des einflussreichen sowjetischen Regisseurs Sergej Eisenstein gehört zu den früheren Werken seines Œuvres. Es ist der erste längere Spielfilm von Eisenstein, in dem aber bereits filmtheoretisch die ersten Ansätze der für das frühe sowjetische Kino typischen Montagetechnik zu erkennen sind. Die Handlung ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts im russischen Zarenreich angesiedelt. Nach dem Suizid eines Fabrikarbeiters treten die Kollegen und Kolleginnen in einen wilden Streik. Sie protestieren für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn. Die autoritären Fabrikbesitzer lassen den Streik gewaltsam vom Militär niederschlagen. Der Film bedient sich einer an Klassenkampf orientierten Rhetorik und Bildsprache. Dieser vor dem Hintergrund der Erfolge von Eisensteins Klassikern (Oktober, Iwan der Schreckliche, Panzerkreuzer Potemkin) nicht im Fokus der Aufmerksamkeit stehende Film, kann trotzdem als wichtiges audiovisuelles Quellendokument zur frühen sowjetischen Propaganda gelten.

Die Rote Flut, Red Dawn, 1984, Spielfilm, John Milius

Spielfilm

Die rote Flut

John Milius

Der amerikanische Spielfilm „Die Rote Flut“ (im englischen Original „Red Dawn“) von Regisseur John Milius aus dem Jahr 1984 handelt vom fiktiven Szenario einer Invasion kubanischer, nicaraguanischer und sowjetischer Truppen in die USA, in dessen Folge es zur Bildung eines Guerilla-Widerstands durch amerikanische Teenager kommt. Eine brutale Fallschirmjäger-Invasion veranlasst jugendliche Schüler, aus ihrer kleinen Stadt zu fliehen und sich später in den Bergen als Widerständler zu organisieren. Der Film stieß auf heftige Kritik, in großen westdeutschen Städten wurde er nach Protesten der Friedensbewegung rasch wieder abgesetzt. Der Film gilt als stereotyper antikommunistischer Film der Reagan-Ära. Das Feuilleton setzte ihn in Verbindung mit Reagans Rede über „Das Reich des Bösen“, die zwei Jahre zuvor stark rezipiert wurde. Im Jahr 2012 lief ein Remake dieses Films an, in dem die USA von einer nordkoreanischen Invasion geschützt werden sollen.