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Plakat zur Netflixserie 1983, (c) Netflix

Fernsehserie

1983

Joshua Long und Maciej Musial

1983 ist der Titel der ersten polnische Netflix-Serie. 2018 erschien die dystopische Thillerserie von Joshua Long und Maciej Musial, deren erste Staffel acht Folgen umfasst. Die Serie wagt ein historisches Gedankenexperiment: Die Endzeitstimmung der 1990er-Jahre hat es nie gegeben, der Ost-West-Konflikt wurde nie überwunden, der Eiserne Vorhang ist nie gefallen und Polen wurde nicht demokratisch. Die Serie setzt im März 1983 ein, als Polen von einer Serie Terroranschläge erschüttert wurde. In Folge dessen rückten Staat und Bevölkerung wieder enger zusammen und das kommunistische Regime konnte sein Überleben sichern. Der Staat zerschlug in Folge der Anschläge die gewerkschaftliche Oppositionsbewegung und blieb in Folge ein autoritärer Einparteienstaat. 20 Jahre nach den Terroranschlägen enthüllen im Jahr 2003 der Jurastudent Kajetan zusammen mit dem verbitterten und bei der Partei in Ungnade gefallenen Inspektor Anatol eine Verschwörung, die den Fall des Eisernen Vorhangs bisher verhindern konnte und den Unterdrückungsstaat Polen aufrecht erhielt. Regie dieser spannenden und düsteren Thrillerserie führte Agnieszka Holland zusammen mit Kasia Adamik, Olga Chajdas und Agnieszka Smoczynska. 1983 ist ein Kommentar auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 und die gegenwärtige Expansionspolitik Russlands unter Präsident Putin. Die Hauptrollen wurden besetzt mit Michalina Olszańska, Zofia Wichłacz, Andrzej Chyra und Krzysztof Wach.

Screenshot: Trailer der Serie auf youtube.com

Fernsehserie

Chernobyl

Craig Mazine, Sanne Wohlenberg

Chernobyl ist eine US-amerikanisch-britische Serie von Craig Mazine und Sanne Wohlenberg, die aus fünf Folgen besteht. Die Serie zeigt die Folgen der Nuklearkatastrophe im sowjetischen Tschernobyl. Protagonist ist der Wissenschaftler Waleri Legassow, der bereits in der ersten Folge der Serie Selbstmord begeht und ein Tonband hinterlässt, auf dem er vom Ablauf der Katastrophe berichtet – und davon, wie die Ereignisse und Verantwortlichkeiten von höchster Stelle vertuscht werden. Davon handeln die weiteren 4 Folgen. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl in der nähe der Stadt Prypjat, die heute auf ukrainischem Staatsgebiet liegt. Während einer Simulation kam es aufgrund Missachtung von Sicherheitsvorschriften zur Explosion des Reaktors 4., wodurch hohe Mengen radioaktiven Materials freigesetzt wurden. Die Schätzungen, wie viele Menschen direkt oder indirekt durch die Strahlung zu Tode kamen, variieren zwischen 4.000 und 60.000, das Gebiet rund um das Kraftwerk ist bis heute Sperrzone. Die Serie löste in Russland viele Diskussionen aus; bis heute ist der Vorfall ein Punkt der sowjetischen Geschichte, der nicht aufgearbeitet wurde.

Filmcover Doktor Schiwago

Spielfilm

Doktor Schiwago

David Lean

„Doktor Schiwago“ ist ein US-amerikanisches Drama des Regisseurs David Lean aus dem Jahr 1965. Der mit fünf Oscars ausgezeichnete Film erzählt die Geschichte eines Arztes in Russland in der Zeit des Ersten Weltkriegs, der Oktoberrevolution und des darauffolgenden Bürgerkriegs, die Umwälzungen jener Jahre bleiben aber im Hintergrund. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Boris Pasternak. Jurij Schiwago, gespielt von Omar Sharif, fühlt sich zwischen seiner Ehefrau Tonja und einer anderen Frau, Lara, hin- und hergerissen. Vor den Wirren der Revolution flieht er mit seiner Familie aus Moskau auf das Landgut im Ural, wo er seine Geliebte wiedersieht und von bolschewistischen Partisanen entführt wird. Nach seiner Rückkehr wird Lara schwanger von Schiwago, doch ihre Wege trennen sich wieder. Acht Jahre später glaubt er, Lara in Moskau auf der Straße wiederzuerkennen, folgt ihr, bricht zusammen und stirbt an einer Herzschwäche.

Screenshot des Films von Youtube

Spielfilm

Heimkehr

Joe May

Der Film „Heimkehr“ von Joe May aus dem Jahr 1928 spielt Ende des Ersten Weltkriegs in Sibirien. Die beiden Deutschen Karl und Richard befinden sich bereits seit fast vier Jahren in Kriegsgefangenschaft. Als Richard noch weiter nach Osten verlegt wird, gelingt Karl die Flucht und schließlich die Rückkehr nach Deutschland. Dort sucht er Richards Frau Anna auf und gibt sich ihr gegenüber als ihr Mann aus. Sie glaub ihm, doch als eines Tages der echte Richard vor der Tür der beiden steht, eskaliert die Situation. Anna kann Karl vor Richards Rache retten und flieht zusammen mit Karl aus der Stadt. Der Film thematisiert die Kriegsgefangenschaft während des Ersten Weltkrieges, ein Themenkomplex der in der öffentlichen Wahrnehmung und auch in der Forschung  häufig auf den Zweiten Weltkrieg fokussiert ist – trotz der enormen Zahl von acht bis neun Millionen Kriegsgefangener in den Jahren 1914 bis 1918. In Russland wurde eine große Zahl deutscher sowie österreichisch-ungarischer Kriegsgefangener zum Bau der Murmanbahn zwischen Murmansk und St. Petersburg eingesetzt. Die Murmanbahn sollte dem Zarenreich die zuverlässige Versorgung mit Rüstungsgütern der Verbündeten Großbritanniens und Frankreichs garantieren. Eine große Anzahl Kriegsgefangener überlebte die katastrophalen Bedingungen in den russischen Arbeitslagern nicht.

Filmcover Mission to Moscow

Spielfilm

Mission to Moscow

Michael Curtiz

Der Hollywood-Film beruht auf dem 1941 veröffentlichten Erfahrungsbericht des ehemaligen US-Botschafters in Moskau Joseph E. Davies. Der im Stil einer Dokumentation gedrehte Film zeigt die Ankunft der Familie Davies in Moskau, den sowjetischen Alltag und die politische Situation vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Wie im Buch angelegt, vermittelt der Film auf Wunsch von Präsident Roosevelt und im Geiste der Anti-Hitler-Koalition ein positives Bild der Sowjetunion und des Stalinismus. So werden etwa die Moskauer Schauprozesse und der Einmarsch der Sowjetunion in Finnland gerechtfertigt und der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt als einfacher Neutralitätsvertrag präsentiert. Zu Beginn des Kalten Krieges wurde der Film als Beleg der „kommunistischen Unterwanderung“ Hollywoods bewertet und sein Drehbuchautor Howard Koch auf die „Schwarze Liste“ gesetzt, wodurch dessen Laufbahn zerstört war.

DVD-Cover des Filmes "Rosa Luxemburg",  Arthaus Filmvertrieb 2008

Biografie

Rosa Luxemburg

Margarethe von Trotta

Im Biopicture der Regisseurin Margarethe von Trotta wird die deutsch-polnische Kommunistin Rosa Luxemburg porträtiert. Der Film zeichnet Rosa Luxemburg vor allem als starke Frauenpersönlichkeit und zeichnet sensibel die politische Motivation der Sozialistin nach. Dabei wird nicht zwingend auf historische Authentizität wert gelegt, sondern vielmehr auf ein eindrückliches Bild der Ära des ausgehenden deutschen Kaiserreiches und die Lebensbedingungen der Arbeiter. Rosa Luxemburg wird von der Schauspielerin Barbara Sukowa gespielt, die für ihre Rolle den Preis für die beste Darstellerin bei den Filmfestspielen in Cannes 1986 gewonnen hat. Ursprünglich sollte der Film von Rainer Werner Fassbinder realisiert werden, mit Jane Fonda in der Hauptrolle. Durch den Tod des Regisseurs wurde das Projekt von Trotta realisiert, die sich in ihrem Schaffen oftmals mit starken Frauenpersönlichkeiten auseinandersetzt. Die Filmsprachen sind deutsch und englisch.

Screenshot Ausschnitt der Netflix Serie "Trotzki"

Fernsehserie

Trotzki

Oleg Malowitschko (Drehbuch)

Die 2017 erschienene Netflix Serie Trotzki ist eine Biografie über das Leben des russischen Revolutionärs Leo Trotzki. Trotzki war ein kommunistischer Politiker und wegweisend an der Organisation der Oktoberrevolution 1917 beteiligt. Die Oktoberrevolution ermöglichte die Machtübernahme der kommunistischen Bolschewiki und die Einrichtung einer Diktatur der Kommunistischen Partei Russlands unter Führung von Wladimir Iljitsch Lenin. Leo Trotzki übernahm in dieser neuen Regierung das Amt des Volkskommissars des Auswärtigen und des Kriegswesens. Im Zuge dessen gründete er die so genannte Rote Armee. Nach dem Tod Lenins wurde Trotzki unter Josef Stalin innerhalb der Partei zunehmend isoliert und 1927 schließlich ganz aus der KPdSU ausgeschlossen. Nach Trotzki wurde die politische Ausrichtung des Trotzkismus benannt. Die russische Politserie zeichnet in acht Folgen ein lebendiges Bild des Revolutionärs Trotzki und beleuchtet seine Rolle während der Revolution sowie seine Zeit im Exil und seine Ermordung 1940 durch einen sowjetischen Agenten.

Screenshot der Filmanküdigung der ARD

Spielfilm

Brecht

Heinrich Breloer (Regisseur), Corinna Eich (Produzentin)

Die ARD beschäftigt sich in dem zweiteiligen Fernsehfilm Brecht mit der Person und dem Leben von Bertolt Brecht (1898-1956). Brecht war ein deutscher Lyriker und Dramatiker, der das epische Theater, auch bezeichnet als dialektisches Theater, mitbegründete und etablierte. Ziel dessen war es, den Besucher und Zuschauer zu kritischem Nachdenken und Hinterfragen zu animieren. Das epische Theater sollte keine Scheinrealität erzählen, sondern sich mit den großen bewegenden gesellschaftlichen Konflikten beschäftigen. Zentrale Themen waren Revolution, Krieg und soziale Ungleichheit. Dem Zuschauer sollte es dadurch möglich werden, die Gesellschaft positiv zu verändern. Ab 1948 lebte Brecht in Ostberlin. Er war ein Gegner des Kapitalismus und fühlte sich dem Marxismus zugeneigt, unterstütze 1918/19 die sozialistische Revolution und befürwortete die Ziele der Kommunistischen Partei Deutschlands und die Schaffung einer kommunistischen Gesellschaft. Die DDR unterstütze Brechts Arbeit mit Subventionen und einem eigenen Theater. Zwar verhielt sich der Künstler stets loyal gegenüber der DDR-Regierung und wollte sein Theater in den Dienst des Sozialismus stellen, aber er geriet dennoch häufig in Konflikt mit der Kulturbürokratie der DDR und deren Zensur. Aus Sicht der Kulturbehörde deckten sich seine Werke nicht genug mit den Ideen und Vorgaben des Sozialistischen Realismus. Der zweiteilige Fernsehfilm der ARD zeichnet Brechts bewegtes Leben nach und beleuchtet seine prägendsten Lebensstationen. Der Film ist in der ARD-Mediathek verfügbar.

Filmcover Das Glück

Stummfilm

Das Glück

Alexander Medwedkin

„Das Glück“ ist eine sowjetische Stummfilm-Komödie von Alexander Medwedkin aus dem Jahr 1935. Der Film erzählt die Geschichte des Bauern Khmyr, der von seiner Frau Anna fortgeschickt wird, um das Glück zu suchen. Dabei trifft er auf gepunktete Pferde, Nonnen in durchsichtigen Blusen, laufende Häuser und fliegende Teigtaschen. Er versucht, sein bäuerliches Leben so gut es geht zu bestreiten, wird aber durch zahlreiche Rückschläge schließlich so arm, dass ihm zwei Diebe aus Mitleid etwas Geld schenken, weil sie auf seinem Hof nichts zum Stehlen gefunden hatten. Die Handlung zieht sich über einen unrealistisch langen Zeitraum: Khmyr muss in den Tagen des Zarenreichs seine Ernte als Zehnt in vollen Wagenladungen abgeben, ist zuweilen Wasserfuhrmann oder Wachmann der Kolchose und begeht nur den Freitod nicht, weil dann niemand mehr übrig wäre, der das stalinistische Russland ernähren würde. Der Film wurde produziert in einem politischen System, das Film und Fernsehen als Instrumente der Propaganda begriff und staatlich kontrollierte. „Das Glück“ fiel zunächst der Zensur zum Opfer und wurde erst ein Jahr nach Fertigstellung zur Aufführung freigegeben. Der Film zeichnet ein schonungsloses Bild des ländlichen Alltags in der Sowjetunion.

Screenshot von kino-teatr.ru

Spielfilme

Generation der Sieger

Vera Stroeva

Der Film „Generation der Sieger“ (Поколение победителей/Pokolenie pobeditelej) der Regisseurin Vera Stroeva aus dem Jahr 1935 behandelt die Ereignisse von 1896-1905 - von den ersten revolutionären Kundgebungen bis zu den Protesten im Jahr 1905, die später als „Petersburger Blutsonntag“ bezeichnet werden würden. Zentrale Figuren sind die St. Petersburger Studenten Alexander und Jewgeni sowie ein Bauernmädchen namens Warwara, die sich der revolutionären Bewegung anschließen. Der Petersburger Blutsonntag gilt als zentrales Ereignis der Russischen Revolution von 1905. Diese Auseinandersetzungen und regierungsfeindlichen Proteste gegen die Zarenherrschaft bilden den Anfang der revolutionären Umwälzungen Russlands, die in der Oktoberrevolution 1917 ihren Höhenpunkt finden würden. Der Film folgt in seiner Handlung und Darstellung bis ins Detail dem offiziellen Narrativ der Partei Lenins und ist somit ein beeindruckendes Zeugnis sowjetischer Geschichts- und Kulturpolitik. Der Film wurde im November 2017 im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums Berlin im Zuge der Reihe „1917. Revolution“ gezeigt.  

L'aveu, Das Geständnis, Costa-Gavras, Artur London

Spielfilm

L'aveu

Costa-Gavras

Der Film „L’aveu“ (deutscher Titel „Das Geständnis“) ist eine französisch-italienische Produktion des Regisseurs Costa-Gavras aus dem Jahr 1970. Grundlage der Handlung ist der Bericht des tschechoslowakischen stellvertretenden Außenministers und Kommunisten Artur London, der im sogenannten Slánský-Prozess im November 1952 mitangeklagt war, der Todesstrafe entging und zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde. Im Zuge dieses Schauprozesses bezichtigte er sich selbst des Hochverrats. Der Film schildert die Hintergründe und Methoden, mit denen dieses Geständnis herbeigeführt wurde: Gehirnwäsche-Methoden und psychische Zersetzung. Nach seiner Freilassung trifft der Protagonist auf den verantwortlichen Gefängnisaufseher. Auch diese Konfrontation wird im Film dargestellt. Nach eigenen Angaben wollte Costa-Gavras dem Film keinen antikommunistischen Duktus verleihen, sondern ein Werk gegen Totalitarismus, hier vor allem Stalinismus, schaffen. 1971 wurde der Film für den Golden Globe nominiert.

Bild: Robert Palka / Film Produkcja

Spielfilm

Mr. Jones

Agnieszka Holland

Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland thematisiert in ihrem neuen Film „Mr. Jones“ die Hungersnot in der Ukraine von 1932/33. Dem sogenannten Holodomor, für den Stalin verantwortlich gemacht wird, fielen mehrere Millionen Menschen zum Opfer. Im Mittelpunkt des Filmes steht der walisische Reporter Gareth Jones. Dieser hatte sich bereits 1933 einen Namen gemacht, als es ihm gelungen war, ein Interview mit Adolf Hitler zu führen. Kurzdarauf reiste Jones über Moskau heimlich weiter in die Ukraine und schildert in mehreren Berichten seine Erlebnisse. Von frierenden, sterbenden Bauern und vor Verzweiflung Menschenfleisch verzehrenden Kindern. Als er zurückkehrt in den Westen, werden seine Erzählungen vom Elend und Tod in der Ukraine aber nicht geglaubt. Insbesondere weil der regiemetreue Korrespondent und Pulitzer Preisträger Walter Duranty den Berichten Jones wiederspricht. Jones kämpft, um die Systematik mit der Stalin in der Ukraine Menschen verhungern lässt öffentlich zu machen, stößt dabei aber auf großen Widerstand. Im Jahr 1935 stirbt Jones unter ungeklärten Umständen.   Der Film beruht auf wahren Ereignissen und läuft im Wettbewerb für den Goldenen Bären bei den 69. Internationalen Filmfestspielen Berlin.

Österreichisches Uraufführungsplakat zum Film Streik (Statschka), Regie: Sergei Eisenstein, Plakatentwurf: Mihály Biró, 1925

Stummfilm

Streik

Sergei Eisenstein

Der Stummfilm Streik aus dem Jahr 1925 des einflussreichen sowjetischen Regisseurs Sergej Eisenstein gehört zu den früheren Werken seines Œuvres. Es ist der erste längere Spielfilm von Eisenstein, in dem aber bereits filmtheoretisch die ersten Ansätze der für das frühe sowjetische Kino typischen Montagetechnik zu erkennen sind. Die Handlung ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts im russischen Zarenreich angesiedelt. Nach dem Suizid eines Fabrikarbeiters treten die Kollegen und Kolleginnen in einen wilden Streik. Sie protestieren für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn. Die autoritären Fabrikbesitzer lassen den Streik gewaltsam vom Militär niederschlagen. Der Film bedient sich einer an Klassenkampf orientierten Rhetorik und Bildsprache. Dieser vor dem Hintergrund der Erfolge von Eisensteins Klassikern (Oktober, Iwan der Schreckliche, Panzerkreuzer Potemkin) nicht im Fokus der Aufmerksamkeit stehende Film, kann trotzdem als wichtiges audiovisuelles Quellendokument zur frühen sowjetischen Propaganda gelten.

Filmplakat Trumbo

Spielfilm

Trumbo

Jay Roach

Trumbo ist eine US-amerikanische Verfilmung der Biographie Dalton Trumbos aus dem Jahr 2015, die 1977 von Bruce Alexander Cook verfasst wurde. Regisseurs Jay Roach präsentiert die Geschichte eines Drehbuchautors in Hollywood in den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren, der ins Visier der „Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideas“ gerät, die – ähnlich wie Senator Joseph McCarthy – gegen „unamerikanische“ Bestrebungen im Filmgeschäft vorgeht. Trumbo (Bryan Cranston) soll vor dem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses aussagen, verweigert dies jedoch wie neun weitere Hollywood-Schauspieler, -Regisseure und -Drehbuchautoren und wird Anfang 1948 verurteilt. Auch nach Verbüßung einer Haftstrafe steht Trumbo auf einer schwarzen Liste kommunistischer Autoren, so dass er nur noch unter Pseudonym schreiben kann.

Deutsches Logo des Films Bridge of Spies – Der Unterhändler, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Spielfilm

Bridge of Spies: Der Unterhändler

Matt Charman, Ethan Coen, Joel Coen (Drehbuch); Steven Spielberg (Regie)

Der historische Spielfilm Bridge of Spies: Der Unterhändler von Steven Spielberg, der im November 2015 in den deutschen Kinos zu sehen war, spielt zur Zeit des Kalten Krieges. Der amerikanische Anwalt James Donovan wird angeworben, um einen inhaftierten sowjetischen Spion vor dem Gericht zu verteidigen. Zeitgleich lässt die U.S. Air Force in Kooperation mit der CIA Spionageflüge über der Sowjetunion fliegen, wobei im Mai 1960 der U2-Spionageflieger Francis Gary Power abgeschossen und von einem sowjetischen Militärgericht als Spion verurteilt wird. James Donovan soll im Auftrag der CIA einen Austausch von Abel gegen Powers aushandeln. Der Filmtitel spielt an die Glienicker Brücke zwischen dem ehemaligen West-Berlin und der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam an, auch bekannt als die „Agentenbrücke“. Diese wurde währende des Kalten Krieges zum Austausch von inhaftierten Spionen und politisch Gefangenen zwischen den westlichen Staaten und dem Ostblock genutzt. Reale Grundlage des Films bildet eine dieser ersten Austauschaktionen. Der historische Thriller hat eine Laufzeit von 2 Stunden 22 Minuten und ist für Jugendliche ab 12 Jahre geeignet.

Fimplakat Der junge Karl Marx

Biografie

Der junge Karl Marx

Raoul Peck

Das Biopic von Karl Marx des Regisseurs Raoul Peck erzählt das Leben des Philosophen und Aktivisten aus einer sehr privaten Perspektive. Die Freundschaft zu Friedrich Engels und seine Beziehungen zu Frauen nehmen viel Raum in dem Film ein. Der Historienfilm begleitet Karl und Jenny Marx, gespielt von August Diehl und Vicky Krieps, auf ihrer Suche nach Exil in Europa. Der Film setzt 1844 ein, als Marx nach Paris geht und dort Engels kennen lernt. Es wird die Entstehungsgeschichte des kommunistischen Manifestes nachgezeichnet und das Verhältnis von Marx und Engels zum Bund der Gerechten, später Bund der Kommunisten, erzählt. Es werden Bilder gefunden, die die allgemeine politische Umbruchsphase und die beginnende industrielle Revolution zeigen. Der Film feierte am 12. Februar 2017 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin seine Premiere.

Filmcover Good Night, and Good Luck.

Spielfilm

Good Night, and Good Luck.

George Clooney

Das US-amerikanische Geschichtsdrama aus dem Jahr 2005 verhandelt unter Regie von George Clooney den Konflikt zwischen Senator Joseph McCarthy und dem Fernsehjournalisten Edward R. Murrow Anfang der 1950er-Jahre. Murrow, der durch gründlich recherchierte Berichte Missstände aufdecken will, prangert den von McCarthy geführten Feldzug gegen vermeintliche kommunistische Verschwörungen in seiner Fernsehshow an. Mit Originalausschnitten aus den öffentlichen Auftritten McCarthys nähert sich die Schwarz-Weiß-Produktion einer Dokumentation an. Der Film versucht zu zeigen, welchen Mutes es bedurfte, unter den Bedingungen des Kalten Krieges auch in den USA für Wahrheit und Demokratie einzutreten.

Screenshot des Films bei YouTube

Spielfilme

Ljubov’ i nenavist’ / Liebe und Hass

Albert Gendelstein

Der Film “Liebe und Hass” spielt in einem Dorf im Donbasss im Jahr 1919. Angesichts der immer weiter vorrückenden Weißgardisten zieht sich die Rote Armee aus den Bergbaugebieten zurück. Die männliche Bevölkerung zieht nach. Die Frauen und Kinder der Region bleiben allein zurück und sind mit der Willkür und Gewalt der Soldaten konfrontiert, die die Minen für sich nutzbar machen wollen und die verbliebenen Menschen zur Arbeit in diesen zwingen. In dieser Situation bildet sich Widerstand unter den Frauen; sie formieren sich zur Guerilla und verwandeln ihr Dorf in eine nicht zu erobernde Festung. Regisseur Albert Gendelstein, ein Schüler des berühmten sowjetischen Stummfilmregisseurs Sergej Eisenstein, produzierte “Liebe und Hass” im Jahr 1935, der Zeit des Übergangs vom Stumm- zum Tonfilm. Dieser Übergang ist erkenntlich in den weiten Strecken des Filmes, die ohne Dialoge auskommen und dafür Gebrauch von den Kompositionen Schostakowitschs machen. Den historischen Hintergrund der Handlung liefern die Kampfhandlungen zwischen Menschewiki und Bolschewiki im südlichen Russland im Jahre 1919. Unter General Anton Denikin drängen die Weißarmisten die Rote Armee zunächst weit nach Osten zurück, bis sich Ende des Jahres die Situation wieder zu Gunsten der Bolschewiki wendet.

Sergei Eisenstein: October, Screenshot aus dem Film auf archive.org

Stummfilm

Oktober. Zehn Tage, die die Welt erschütterten

Der Stummfilm des Regisseurs Sergei M. Eisenstein basiert auf dem gleichnamigen Buch des US-amerikanischen Journalisten und überzeugten Sozialisten John Reed und wurde anlässlich des zehnten Jahrestags der russischen Revolution gedreht. "Oktober. Zehn Tage, die die Welt erschütterten" stellt die Vorgänge vor und während der Oktoberrevolution von 1917 aus Sicht der Bolschewisten dar und zeigt in Form mehrfacher Wiederholungen den Reichtum der bisherigen zaristischen Herrschaft.  An mehreren Stellen wurde eine damals neuartige Montagetechnik verwendet, beispielsweise in der Szene, in der Alexander Fjodorowitsch Kerenski, Leiter der Übergangsregierung, in raschen Bildwechseln mit einem mechanischen Pfau verglichen wird. Die Uraufführung fand am 14. März 1928 im Moskauer Bolschoi-Theater statt, die deutsche Premiere am 2. April 1928 im Tauentzienpalast in Berlin. Das Publikum reagierte auf das komplexe und ironische Werk irritiert und ablehnend, aufgrund der Erwähnungen von Trotzki und anderen dann als "Unperson" betrachteten Revolutionären, verschwand der Film in der jungen Sowjetunion schließlich in der Versenkung. Umfangreiche Hintergrundinformationen zu dem Regisseur Sergej Eisenstein hat die Online-Plattform dekoder.org hier veröffentlicht. Sie finden ebenso hier auf der Website einen umfangreichen Beitrag zu dem Film.Den ganzen Film können Sie hier sehen.

Screenshot des Trailers zu "The Death of Stalin"

Spielfilm

The Death of Stalin

Armando Ianucci

Die britisch-französische Politsatire “The Death of Stalin” handelt von den Intrigen und den Machtkämpfen um Stalins Nachfolge. Regisseur Armando Iannucci lässt die Schlüsselfiguren der Handlung von namhaften Schauspielern darstellen. Nikita Chruschtschow, der Stalin schließlich als Staatsoberhaupt der Sowjetunion nachfolgen wird, wird von Steve Buscemi gespielt, Stalins berüchtigter Geheimdienst-Chef Lawrenti Beria von Simon Russell-Beale, weitere Hauptrollen sind mit Paddy Considine, Michael Palin und Jeffrey Tambor besetzt. Während der Film in den USA und England vornehmlich positive Kritiken erhalten hat, wurde in Russland, nach anfänglicher beschränkter Freigabe, im Januar ein Aufführungsverbot für den Film erteilt. Vertreterinnen und Vertreter der russischen Regierung betonen vor allem den beleidigenden Charakter des Filmes, der in seiner satirischen Art die Erinnerung an Stalin und damit Russland als solches beleidige. Der Umgang mit der stalinistischen Vergangenheit stellt ein schwieriges Thema sowohl für die russische Regierung als auch die russische Bevölkerung dar. Die Erinnerungen an die stalinistischen Verbrechen während der sogenannten “großen Säuberung” stehen in Konkurrenz zu einem Narrativ, welches die starke und selbstbewusste Rolle von Stalins Russland in der Weltgeschichte betont. Besonders seit der Krim-Annexion im Jahr 2014 findet letzteres Narrativ wieder verstärkten Anklang in der russischen Bevölkerung und erschwert eine kritische Auseinandersetzung mit der stalinistischen Vergangenheit. In Deutschland kommt “The Death of Stalin” am 29. März 2018 in die Kinos.  

Stummfilm

Brüder

Werner Hochbaum

„Brüder“ ist ein Stummfilm des deutschen Regisseurs Werner Hochbaum aus dem Jahr 1929. Der Film widmet sich dem Hamburger Hafenarbeiterstreik 1896/7. Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Brüder, die sich im Streik gegenüber stehen – einer auf Seite der Streikenden, einer auf Seiten der Polizei. Der Hamburger Hafenarbeiterstreik gilt als eine der größten Protestbewegungen von Arbeitern während des Deutschen Kaiserreichs. Während seiner elfwöchigen Dauer legen fast 17 000 Arbeiter in Protest gegen niedrige Löhne und gefährliche Arbeitsbedingungen ihre Tätigkeiten nieder. Er endete im Februar 1897 mit einer Niederlage der Streikenden. Der Film „Brüder“ wurde von Werner Hochbaum als Koproduktion der Hafenarbeitergewerkschaft mit der SPD realisiert. Der Film ist dem Genre des proletarischen Films zuzuordnen. Darunter fallen Filme, die mit dem Ziel entstanden, auf die miserablen Lebens- und Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Vorbild war das Genre des sowjetischen Revolutionsfilms. Diese Filme sollten die Massen über die Revolution aufklären und sie mit ihr solidarisieren; damit verstanden sich die Filmemacherinnen und -macher selbst als Teil der revolutionären Bewegung. 

Die Rote Flut, Red Dawn, 1984, Spielfilm, John Milius

Spielfilm

Die rote Flut

John Milius

Der amerikanische Spielfilm „Die Rote Flut“ (im englischen Original „Red Dawn“) von Regisseur John Milius aus dem Jahr 1984 handelt vom fiktiven Szenario einer Invasion kubanischer, nicaraguanischer und sowjetischer Truppen in die USA, in dessen Folge es zur Bildung eines Guerilla-Widerstands durch amerikanische Teenager kommt. Eine brutale Fallschirmjäger-Invasion veranlasst jugendliche Schüler, aus ihrer kleinen Stadt zu fliehen und sich später in den Bergen als Widerständler zu organisieren. Der Film stieß auf heftige Kritik, in großen westdeutschen Städten wurde er nach Protesten der Friedensbewegung rasch wieder abgesetzt. Der Film gilt als stereotyper antikommunistischer Film der Reagan-Ära. Das Feuilleton setzte ihn in Verbindung mit Reagans Rede über „Das Reich des Bösen“, die zwei Jahre zuvor stark rezipiert wurde. Im Jahr 2012 lief ein Remake dieses Films an, in dem die USA von einer nordkoreanischen Invasion geschützt werden sollen.

Screenshot von gundermann-derfilm.de

Biografie

Gundermann

Andreas Dresen

"Gundermann" ist ein Film von Andreas Dresen aus dem Jahr 2018. Der Regisseur widmet sich mit diesem Film der Biografie des Liedermachers und Baggerfahrers Gerhard Gundermann. Gundermann, der 1955 in Weimar geboren wurde und mit nur 43 Jahren starb, war eine von Widersprüchen geprägte Person. Während er aus der NVA entlassen wird, weil er sich weigert ein Loblied auf einen Offizier zu singen, arbeitet er später auch als Spitzel für die Staatssicherheit. Während er Mitglied der SED war und als überzeugter Kommunist galt, wurde er aufgrund seiner unbequemen Meinung vorrübergehend aus der Partei ausgeschlossen. Gundermann arbeitet in der Lausitz im Braunkohlebergbau und war nach der Wiedervereinigung in der Umweltbewegung aktiv. Während Gundermann als Musiker in der DDR und später in den neuen Bundesländern stets populär war, blieb er in Westdeutschland Zeit seines Lebens nahezu unbekannt. Der Film, der sich den Widersprüchen seiner Person behutsam nähert, macht die bewegte Persönlichkeit 20 Jahre nach seinem Tod einem breiten Publikum bekannt.

Screenshot des Trailers zu "Mathilde"

Film

Mathilde - Liebe ändert alles.

Aleksey Uchitel

“Mathilde -- Liebe ändert alles” ist eine Produktion des russischen Regisseurs Aleksey Uchitel aus dem Jahr 2017. Grundlage seiner Handlung ist eine Liebesbeziehung zwischen der Balletttänzerin Mathilde Kschessinskaja (Michaline Olszanska) und dem jungen zukünftigen Zaren Nikolai II. (Lars Eidinger). Das Historiendrama spielt am Vorabend der Russischen Revolution - in deren Konsequenz Nikolai II. mitsamt seiner Familie von Revolutionären in Jekaterinenburg ermordet werden wird.  Das Historiendrama, im besonderen seine Liebesszenen sowie die Besetzung der Hauptrolle mit einem deutschen Schauspieler sorgte für Empörung bei russisch-orthodoxen und ultranationalen Gruppen: Der Film entwürdige den russischen Zaren, den die Kirche vor 17 Jahren heilig sprach. Entgegen der Proteste gab das russische Kultusministerium den Film frei, der am 23. Oktober 2017 in die russischen Kinos kam. Eine umfangreiche Debattenschau hat die Plattform dekoder.org hier veröffentlicht. Ebenso gibt es hier auf der Plattform Hintergrundinformationen zur historischen Figur Nikolaus II.

Plakat für Filmaufführung Panzerkreuzer Potemkin, Hans Hillmann, 1966

Stummfilm | Filmdokument

Panzerkreuzer Potemkin

Sergei Eisenstein

Der Stummfilm wurde 1925, anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Revolution gegen das Zarenreich von 1905, im Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführt. Der Film handelt von einer Meuterei gegen zaristische Offiziere auf dem Panzerkreuzer Potemkin während der Revolution von 1905. Es handelt sich hierbei um einen sowjetischen Propagandafilm, der vor allem mit der Szene auf der Hafentreppe von Odessa in das globale filmhistorische Gedächtnis eingegangen ist. Das Werk gliedert sich in fünf Kapitel mit den Titeln: Der Beginn, Der Aufstand, Trauer, Die Hafentreppe von Odessa, Die Begegnung mit der Flotte. Das audiovisuelle Dokument versucht durch Montagetechniken den Zuschauer für sowjetische Massenutopien zu begeistern. Der Film gehört zum klassischen Kanon des sowjetischen Revolutionsfilms.

Screenshot aus der Episode "The Obsolete Man"

Fernsehserie

The Obsolete Man - The Twighlight Zone

Elliot Silverstein

„The Obsolete Man“ ist die 29. Episode der zweiten Staffel der amerikanischen Mystery-Serie Twighlight Zone. Der englische Titel verdeutlicht besser als die deutsche Übersetzung („Einer gegen den Staat“) die Handlung der Serienfolge, die den Prozess des Bibliothekars Romney Wordsworth, der angeklagt wird, „obsolete“, also überflüssig zu sein. Dies geschieht in einem futuristischen, totalitären Staat, in dem Bücher abgeschafft wurden und Wordsworths Beschäftigung als Bibliothekar ebenso wie der Glauben an Gott als Verbrechen angesehen werden, die mit dem Tod bestraft werden. Der Regisseur Elliot Silverstein porträtiert in dieser am 2. Juni 1961 erstmals in den Vereinigten Staaten ausgestrahlten Episode eine Gesellschaft, die für ihre Bürger entschieden hat, welches Wissen sie benötigen und welches nicht. Auf diese Weise schafft er eine Analogie zu den totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts, weshalb die Episode oftmals als antikommunistische Erzählung rezipiert wurde.