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Plakat zur Netflixserie 1983, (c) Netflix

Fernsehserie

1983

Joshua Long und Maciej Musial

1983 ist der Titel der ersten polnische Netflix-Serie. 2018 erschien die dystopische Thillerserie von Joshua Long und Maciej Musial, deren erste Staffel acht Folgen umfasst. Die Serie wagt ein historisches Gedankenexperiment: Die Endzeitstimmung der 1990er-Jahre hat es nie gegeben, der Ost-West-Konflikt wurde nie überwunden, der Eiserne Vorhang ist nie gefallen und Polen wurde nicht demokratisch. Die Serie setzt im März 1983 ein, als Polen von einer Serie Terroranschläge erschüttert wurde. In Folge dessen rückten Staat und Bevölkerung wieder enger zusammen und das kommunistische Regime konnte sein Überleben sichern. Der Staat zerschlug in Folge der Anschläge die gewerkschaftliche Oppositionsbewegung und blieb in Folge ein autoritärer Einparteienstaat. 20 Jahre nach den Terroranschlägen enthüllen im Jahr 2003 der Jurastudent Kajetan zusammen mit dem verbitterten und bei der Partei in Ungnade gefallenen Inspektor Anatol eine Verschwörung, die den Fall des Eisernen Vorhangs bisher verhindern konnte und den Unterdrückungsstaat Polen aufrecht erhielt. Regie dieser spannenden und düsteren Thrillerserie führte Agnieszka Holland zusammen mit Kasia Adamik, Olga Chajdas und Agnieszka Smoczynska. 1983 ist ein Kommentar auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 und die gegenwärtige Expansionspolitik Russlands unter Präsident Putin. Die Hauptrollen wurden besetzt mit Michalina Olszańska, Zofia Wichłacz, Andrzej Chyra und Krzysztof Wach.

Stummfilm

Brüder

Werner Hochbaum

„Brüder“ ist ein Stummfilm des deutschen Regisseurs Werner Hochbaum aus dem Jahr 1929. Der Film widmet sich dem Hamburger Hafenarbeiterstreik 1896/7. Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Brüder, die sich im Streik gegenüber stehen – einer auf Seite der Streikenden, einer auf Seiten der Polizei. Der Hamburger Hafenarbeiterstreik gilt als eine der größten Protestbewegungen von Arbeitern während des Deutschen Kaiserreichs. Während seiner elfwöchigen Dauer legen fast 17 000 Arbeiter in Protest gegen niedrige Löhne und gefährliche Arbeitsbedingungen ihre Tätigkeiten nieder. Er endete im Februar 1897 mit einer Niederlage der Streikenden. Der Film „Brüder“ wurde von Werner Hochbaum als Koproduktion der Hafenarbeitergewerkschaft mit der SPD realisiert. Der Film ist dem Genre des proletarischen Films zuzuordnen. Darunter fallen Filme, die mit dem Ziel entstanden, auf die miserablen Lebens- und Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Vorbild war das Genre des sowjetischen Revolutionsfilms. Diese Filme sollten die Massen über die Revolution aufklären und sie mit ihr solidarisieren; damit verstanden sich die Filmemacherinnen und -macher selbst als Teil der revolutionären Bewegung. 

Filmcover Das Glück

Stummfilm

Das Glück

Alexander Medwedkin

„Das Glück“ ist eine sowjetische Stummfilm-Komödie von Alexander Medwedkin aus dem Jahr 1935. Der Film erzählt die Geschichte des Bauern Khmyr, der von seiner Frau Anna fortgeschickt wird, um das Glück zu suchen. Dabei trifft er auf gepunktete Pferde, Nonnen in durchsichtigen Blusen, laufende Häuser und fliegende Teigtaschen. Er versucht, sein bäuerliches Leben so gut es geht zu bestreiten, wird aber durch zahlreiche Rückschläge schließlich so arm, dass ihm zwei Diebe aus Mitleid etwas Geld schenken, weil sie auf seinem Hof nichts zum Stehlen gefunden hatten. Die Handlung zieht sich über einen unrealistisch langen Zeitraum: Khmyr muss in den Tagen des Zarenreichs seine Ernte als Zehnt in vollen Wagenladungen abgeben, ist zuweilen Wasserfuhrmann oder Wachmann der Kolchose und begeht nur den Freitod nicht, weil dann niemand mehr übrig wäre, der das stalinistische Russland ernähren würde. Der Film wurde produziert in einem politischen System, das Film und Fernsehen als Instrumente der Propaganda begriff und staatlich kontrollierte. „Das Glück“ fiel zunächst der Zensur zum Opfer und wurde erst ein Jahr nach Fertigstellung zur Aufführung freigegeben. Der Film zeichnet ein schonungsloses Bild des ländlichen Alltags in der Sowjetunion.

Filmcover Doktor Schiwago

Spielfilm

Doktor Schiwago

David Lean

„Doktor Schiwago“ ist ein US-amerikanisches Drama des Regisseurs David Lean aus dem Jahr 1965. Der mit fünf Oscars ausgezeichnete Film erzählt die Geschichte eines Arztes in Russland in der Zeit des Ersten Weltkriegs, der Oktoberrevolution und des darauffolgenden Bürgerkriegs, die Umwälzungen jener Jahre bleiben aber im Hintergrund. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Boris Pasternak. Jurij Schiwago, gespielt von Omar Sharif, fühlt sich zwischen seiner Ehefrau Tonja und einer anderen Frau, Lara, hin- und hergerissen. Vor den Wirren der Revolution flieht er mit seiner Familie aus Moskau auf das Landgut im Ural, wo er seine Geliebte wiedersieht und von bolschewistischen Partisanen entführt wird. Nach seiner Rückkehr wird Lara schwanger von Schiwago, doch ihre Wege trennen sich wieder. Acht Jahre später glaubt er, Lara in Moskau auf der Straße wiederzuerkennen, folgt ihr, bricht zusammen und stirbt an einer Herzschwäche.

Screenshot des Films von Youtube

Spielfilm

Heimkehr

Joe May

Der Film „Heimkehr“ von Joe May aus dem Jahr 1928 spielt Ende des Ersten Weltkriegs in Sibirien. Die beiden Deutschen Karl und Richard befinden sich bereits seit fast vier Jahren in Kriegsgefangenschaft. Als Richard noch weiter nach Osten verlegt wird, gelingt Karl die Flucht und schließlich die Rückkehr nach Deutschland. Dort sucht er Richards Frau Anna auf und gibt sich ihr gegenüber als ihr Mann aus. Sie glaub ihm, doch als eines Tages der echte Richard vor der Tür der beiden steht, eskaliert die Situation. Anna kann Karl vor Richards Rache retten und flieht zusammen mit Karl aus der Stadt. Der Film thematisiert die Kriegsgefangenschaft während des Ersten Weltkrieges, ein Themenkomplex der in der öffentlichen Wahrnehmung und auch in der Forschung  häufig auf den Zweiten Weltkrieg fokussiert ist – trotz der enormen Zahl von acht bis neun Millionen Kriegsgefangener in den Jahren 1914 bis 1918. In Russland wurde eine große Zahl deutscher sowie österreichisch-ungarischer Kriegsgefangener zum Bau der Murmanbahn zwischen Murmansk und St. Petersburg eingesetzt. Die Murmanbahn sollte dem Zarenreich die zuverlässige Versorgung mit Rüstungsgütern der Verbündeten Großbritanniens und Frankreichs garantieren. Eine große Anzahl Kriegsgefangener überlebte die katastrophalen Bedingungen in den russischen Arbeitslagern nicht.

Screenshot des Films bei YouTube

Spielfilme

Ljubov’ i nenavist’ / Liebe und Hass

Albert Gendelstein

Der Film “Liebe und Hass” spielt in einem Dorf im Donbasss im Jahr 1919. Angesichts der immer weiter vorrückenden Weißgardisten zieht sich die Rote Armee aus den Bergbaugebieten zurück. Die männliche Bevölkerung zieht nach. Die Frauen und Kinder der Region bleiben allein zurück und sind mit der Willkür und Gewalt der Soldaten konfrontiert, die die Minen für sich nutzbar machen wollen und die verbliebenen Menschen zur Arbeit in diesen zwingen. In dieser Situation bildet sich Widerstand unter den Frauen; sie formieren sich zur Guerilla und verwandeln ihr Dorf in eine nicht zu erobernde Festung. Regisseur Albert Gendelstein, ein Schüler des berühmten sowjetischen Stummfilmregisseurs Sergej Eisenstein, produzierte “Liebe und Hass” im Jahr 1935, der Zeit des Übergangs vom Stumm- zum Tonfilm. Dieser Übergang ist erkenntlich in den weiten Strecken des Filmes, die ohne Dialoge auskommen und dafür Gebrauch von den Kompositionen Schostakowitschs machen. Den historischen Hintergrund der Handlung liefern die Kampfhandlungen zwischen Menschewiki und Bolschewiki im südlichen Russland im Jahre 1919. Unter General Anton Denikin drängen die Weißarmisten die Rote Armee zunächst weit nach Osten zurück, bis sich Ende des Jahres die Situation wieder zu Gunsten der Bolschewiki wendet.

Bild: Robert Palka / Film Produkcja

Spielfilm

Mr. Jones

Agnieszka Holland

Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland thematisiert in ihrem neuen Film „Mr. Jones“ die Hungersnot in der Ukraine von 1932/33. Dem sogenannten Holodomor, für den Stalin verantwortlich gemacht wird, fielen mehrere Millionen Menschen zum Opfer. Im Mittelpunkt des Filmes steht der walisische Reporter Gareth Jones. Dieser hatte sich bereits 1933 einen Namen gemacht, als es ihm gelungen war, ein Interview mit Adolf Hitler zu führen. Kurzdarauf reiste Jones über Moskau heimlich weiter in die Ukraine und schildert in mehreren Berichten seine Erlebnisse. Von frierenden, sterbenden Bauern und vor Verzweiflung Menschenfleisch verzehrenden Kindern. Als er zurückkehrt in den Westen, werden seine Erzählungen vom Elend und Tod in der Ukraine aber nicht geglaubt. Insbesondere weil der regiemetreue Korrespondent und Pulitzer Preisträger Walter Duranty den Berichten Jones wiederspricht. Jones kämpft, um die Systematik mit der Stalin in der Ukraine Menschen verhungern lässt öffentlich zu machen, stößt dabei aber auf großen Widerstand. Im Jahr 1935 stirbt Jones unter ungeklärten Umständen.   Der Film beruht auf wahren Ereignissen und läuft im Wettbewerb für den Goldenen Bären bei den 69. Internationalen Filmfestspielen Berlin.

Screenshot des Films bei WikiCommons

Stummfilm

Potomok Cingiz-chana / Sturm über Asien

Vsevolod Pudovkin

"Sturm über Asien" ist ein Stummfilm des Regisseurs Vsevolod Pudovkin aus dem Jahr 1928. Er spielt im Jahr 1920 und handelt von dem jungen Mongolen Bair, der sich nach einer Auseinandersetzung mit englischen Pelzhändlern einer Gruppe Partisanen anschließt. Als er von englischen Offizieren gefangen genommen wird, soll er erschossen werden – doch bei ihm wird ein Amulett entdeckt, welches ihn als Nachfahren Dschingis Khans ausweist. Aufgrund dessen fassen die Engländer den Plan, Bair zum König zu machen, durch den sie die Region beherrschen können. Schwer verletzt scheint Bair zunächst seine Rolle in diesem Machtspiel zu erfüllen. Aufgerüttelt durch die Ermordung eines Gefangenen flieht er jedoch schließlich und führt eine Gruppe Partisanen zum Aufstand gegen die englische Präsenz. Der Film spielt vor dem Hintergrund der Sibirischen Intervention, im Zuge derer die Entente-Mächte und Japan versuchten, den Russischen Bürgerkrieg durch Unterstützung der Menschewiki zu beeinflussen. „Sturm über Asien“ ist nach „Die Mutter“ und „Das Ende von St. Petersburg“ der letzte Film von Pudovkin's Revolutions-Trilogie. 

Screenshot des Trailers zu "The Death of Stalin"

Spielfilm

The Death of Stalin

Armando Ianucci

Die britisch-französische Politsatire “The Death of Stalin” handelt von den Intrigen und den Machtkämpfen um Stalins Nachfolge. Regisseur Armando Iannucci lässt die Schlüsselfiguren der Handlung von namhaften Schauspielern darstellen. Nikita Chruschtschow, der Stalin schließlich als Staatsoberhaupt der Sowjetunion nachfolgen wird, wird von Steve Buscemi gespielt, Stalins berüchtigter Geheimdienst-Chef Lawrenti Beria von Simon Russell-Beale, weitere Hauptrollen sind mit Paddy Considine, Michael Palin und Jeffrey Tambor besetzt. Während der Film in den USA und England vornehmlich positive Kritiken erhalten hat, wurde in Russland, nach anfänglicher beschränkter Freigabe, im Januar ein Aufführungsverbot für den Film erteilt. Vertreterinnen und Vertreter der russischen Regierung betonen vor allem den beleidigenden Charakter des Filmes, der in seiner satirischen Art die Erinnerung an Stalin und damit Russland als solches beleidige. Der Umgang mit der stalinistischen Vergangenheit stellt ein schwieriges Thema sowohl für die russische Regierung als auch die russische Bevölkerung dar. Die Erinnerungen an die stalinistischen Verbrechen während der sogenannten “großen Säuberung” stehen in Konkurrenz zu einem Narrativ, welches die starke und selbstbewusste Rolle von Stalins Russland in der Weltgeschichte betont. Besonders seit der Krim-Annexion im Jahr 2014 findet letzteres Narrativ wieder verstärkten Anklang in der russischen Bevölkerung und erschwert eine kritische Auseinandersetzung mit der stalinistischen Vergangenheit. In Deutschland kommt “The Death of Stalin” am 29. März 2018 in die Kinos.  

Screenshot des Films

Spielfilme

Trinadcat’ / Die Dreizehn

Michail Romm

“Die Dreizehn” ist ein Abenteuerfilm des sowjetischen Regisseurs Michail Romm aus dem Jahr 1936. Er handelt von zehn Rotarmisten und deren drei Begleitern, welche durch die zentralasiatische Wüste auf dem Weg zu einer Eisenbahnstrecke sind. In der Wüste ist die Suche der Gruppe nach Wasser schließlich erfolgreich – doch neben der Quelle stößt die Gruppe auch auf ein Waffendepot. Der Ort stellt sich als Basislager des Basmatschen Širmat-Chan heraus, einem Anführer einer anti-sowjetischen Guerilla-Bewegung. Während ein Soldat zum Unterstützung holen weggeschickt wird, hält der restliche Teil der Dreizehn den Angriffen Basmatschischer Truppen stand. Den historischen Hintergrund des Films bilden die kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen Roter Armee und der nationalen Befreiungsbewegung der Basmatschen. Nach jahrelangen Kämpfen gewinnen sowjetische Truppen schließlich die Oberhand; aus den umkämpften Gebieten entsteht die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Turkistan, aus der im Jahr 1924 schließlich die Sowjetischen Unionsrepubliken Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan, Kasachstan und Turkmenistan werden.  

Screenshot vom Filmplakat

Spielfilm

Tschapajew

Der sowjetische Spielfilm "Tschapajew" widmet sich einem der populärsten Helden des Russischen Bürgerkrieges: Wassili Iwanowitsch Tschapajew. In Russland tobt der Bürgerkrieg, als Rotarmist Tschapajew zum Kommandeur gewählt wird. Er ist kühn, verwegen, abenteuerlustig – der Ruf seiner Kampferfolge eilt ihm voraus, seine "Rote Reitertruppe" ist ihm verschworen. Gemeinsam schlagen sie die Anhänger der Weißen Armee, wann immer sie sie treffen. Mit Dmitri Andrejewitsch Furmanow, dem von der Roten Armee gesandten neuen Kommissar seiner Division, streitet sich Tschapajew zunächst erbittert und es dauert etwas bis die beiden Männer zueinander finden. Inmitten der Konflikte entsteht jedoch eine tiefe Freundschaft und schließlich war es Furmanow selbst, der im Jahr 1923 den gleichnamigen Roman über Tschapajew schrieb, der als Vorlage dieses populären und mehrfach ausgezeichneten Filmes diente. 

Film

Саба / Saba

Der sowjetische Stummfilm "Saba" entstand 1929 unter der Regie von Mikheil Chiaureli. Der Filmregisseur georgischer Herkunft schuf überwiegend pompöse Monumentalfilme, die besonders dem Personenkult des Diktators Josef Stalin dienten. Erzählt wird die Geschichte des Straßenbahnarbeiters Saba, der fast sein gesamtes Einkommen für Alkohol ausgibt. Er lebt seine Trinkgewohnheit aus, sein Sohn folgt ihm dabei häufig in die billigen Restaurants und Kneipen, die er besucht. Unfähig, sich seinem Laster zu widersetzen, verliert Saba schließlich seinen Arbeitsplatz und auch sonst geht es in seinem Leben schlichtweg bergab. Seiner Lebensweise überdrüssig, stiehlt er eines Tages die Schlüssel eines ehemaligen Kollegen und "entführt" die Straßenbahn. Auf der rasanten Fahrt geschieht ein Unglück: Saba tötet aus Versehen seinen eigenen Sohn. Daraufhin findet er sich vor dem Arbeitsgericht wieder, das jedoch entscheidet, dass nicht allein Saba, sondern die ganze Stadt Schuld am Tod des Sohnes hat. 

Screenshot des Filmtrailers auf youtube.com

Spielfilme

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage

Cristian Mungiu

"4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" ist ein Spielfilm des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu aus dem Jahr 2007. Der Film spielt in einer kleinen Universitätsstadt in Rumänien im Jahr 1987. Protagonisten sind die Studentinnen Gabita und Ottilia. Gabita ist ungewollt schwanger und will, trotz des damals in Rumänien gültigen strikten Abtreibungsverbotes, das Kind abtreiben. Ottilia unterstützt sie dabei, den Abbruch zu organisieren. Die Abhängigkeit der beiden Frauen von dem Arzt, der den Eingriff durchführt, ist ein zentrales Motiv des Films. Den historischen Hintergrund des Films bildet das neo-stalinistische Regime Nicolae Ceausescus, das Rumänien von 1965 bis zu seinem Sturz 1989 beherrschte. Im Rahmen der nationalistischen Ideologie, die ein stetiges Bevölkerungswachstum verlangte, waren Verhütungsmittel nicht zugänglich und Abtreibungen unter Androhung hoher Strafen verboten. Illegal und von Laien durchgeführte Abtreibungen sollen während dieser Zeit zum Tod von circa 10 000 Frauen geführt haben. Die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen war die erste Gesetzesänderung die nach dem Sturz und Tod von Ceausescu durgesetzt wurde. "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" ist der erste rumänische Film, der mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, einem renommierten Filmpreis, der bei den jährlichen Filmfestspielen im französischen Cannes  verliehen wird.

Film

Buchta smerti / Die Bucht des Todes

Der Stummfilm "Die Bucht des Todes" oder auch "Die Todesbarke" dreht sich um den bolschewistischen Partisanen-Kampf gegen die Wrangelgardisten, die einen Hafen bei Odessa besetzen. Im komplexen Handlungsverlauf bekämpfen sich die beiden Parteien in der Otrada-Bucht und zeigen bei der Ermordung der jeweiligen Gegner eine immense Skrupellosigkeit. Aufgrund der dargestellten Grausamkeit und aus Sorge, dass die dargestellten Szenen zu "Verrohung und Entsittlichung der Beschauer" führen könnten, wurde der Film sowohl in Russland als auch in Deutschland weitgehend zensiert. Regisseur Abram Room, dessen bekanntestes Werk "Bed and Sofa" (1927) ist, war Volkskünstler der RSFSR und Gewinner des Stalin-Preises, der höchsten zivilen Auszeichnung der Sowjetunion.

Fimplakat Der junge Karl Marx

Biografie

Der junge Karl Marx

Raoul Peck

Das Biopic von Karl Marx des Regisseurs Raoul Peck erzählt das Leben des Philosophen und Aktivisten aus einer sehr privaten Perspektive. Die Freundschaft zu Friedrich Engels und seine Beziehungen zu Frauen nehmen viel Raum in dem Film ein. Der Historienfilm begleitet Karl und Jenny Marx, gespielt von August Diehl und Vicky Krieps, auf ihrer Suche nach Exil in Europa. Der Film setzt 1844 ein, als Marx nach Paris geht und dort Engels kennen lernt. Es wird die Entstehungsgeschichte des kommunistischen Manifestes nachgezeichnet und das Verhältnis von Marx und Engels zum Bund der Gerechten, später Bund der Kommunisten, erzählt. Es werden Bilder gefunden, die die allgemeine politische Umbruchsphase und die beginnende industrielle Revolution zeigen. Der Film feierte am 12. Februar 2017 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin seine Premiere.

Screenshot von kino-teatr.ru

Spielfilme

Generation der Sieger

Vera Stroeva

Der Film „Generation der Sieger“ (Поколение победителей/Pokolenie pobeditelej) der Regisseurin Vera Stroeva aus dem Jahr 1935 behandelt die Ereignisse von 1896-1905 - von den ersten revolutionären Kundgebungen bis zu den Protesten im Jahr 1905, die später als „Petersburger Blutsonntag“ bezeichnet werden würden. Zentrale Figuren sind die St. Petersburger Studenten Alexander und Jewgeni sowie ein Bauernmädchen namens Warwara, die sich der revolutionären Bewegung anschließen. Der Petersburger Blutsonntag gilt als zentrales Ereignis der Russischen Revolution von 1905. Diese Auseinandersetzungen und regierungsfeindlichen Proteste gegen die Zarenherrschaft bilden den Anfang der revolutionären Umwälzungen Russlands, die in der Oktoberrevolution 1917 ihren Höhenpunkt finden würden. Der Film folgt in seiner Handlung und Darstellung bis ins Detail dem offiziellen Narrativ der Partei Lenins und ist somit ein beeindruckendes Zeugnis sowjetischer Geschichts- und Kulturpolitik. Der Film wurde im November 2017 im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums Berlin im Zuge der Reihe „1917. Revolution“ gezeigt.  

Screenshot Trailer auf youtube.com

Spielfilm

Jagd auf Roter Oktober

John McTiernan

Der Spielfilm "Jagd auf roter Oktober" handelt von dem sowjetischen Atom-U-Boot "Roter Oktober", das auf seiner Jungfernfahrt  plötzlich mitsamt den an Bord gelagerten Atomsprengköpfen von der Bildfläche verschwindet. Der Spielfilm spielt kurz vor dem Ende des Kalten Krieges zwischen dem kapitalistischen Westen unter Führung der USA und den kommunistischen Ostblockstaaten unter Führung der Sowjetunion. Das sowjetische Atom-U-Boot „Roter Oktober“ ist zum atomaren Erstschlag fähig und wird mit Kurs auf NATO-Gewässer wieder vom Radar erfasst. Dies löst auf amerikanischer und sowjetischer Seite Alarm aus. Ist der Kapitän des Schiffes auf eigene Faust Richtung USA unterwegs, um diese unter Beschuss zu nehmen oder ist Kapitän Ramius ein Überläufer? Beide Seiten machen sich auf die Suche nach „Roter Oktober“. Der Film ist eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Tom Clancy.

Screenshot von YouTube

Spielfilme

Maksim Trilogie

Grigori Kozintsev; Leonid Trauberg

Grigori Kozintsevs und Leonid Traubergs Trilogie über das Leben des fiktiven Arbeiters Maxim, der zum Revolutionsführer wird, ist ein Klassiker des Sowjetkinos der 1930er-Jahre. Der erste Teil, „Maksims Jugend“ beschreibt, wie der junge Arbeiter Maksim im Jahr 1910 in anti-zarisitischen Kreisen aktiv wird. Er und seine Freunde helfen der Aktivistin Natascha, einer jungen Lehrerin, sich vor der Polizei zu verstecken. Im Zuge dessen kommen Maksims Freund Andreij sowie ein weiterer Arbeiter ums Leben. Bei deren Beerdigung versammeln sich Massen von Arbeitern, die Demonstration wird jedoch gewaltsam unterdrückt. Maksim wird verhaftet. Der zweite Teil, „Maksims Rückkehr“, spielt im Jahr 1914. In Russland kämpfen Menshewiki und Bolshewiki um die Macht. Maksim kehrt aus dem Exil zurück, in das er sich nach seiner Verhaftung begeben hatte. Als Freunde von ihm aus ihren Arbeitsverhältnissen entlassen werden, ruft er zum Streik auf. Als der Streik immer mehr Arbeiter anzieht und der Streik zu einer Massenbewegung zu werden scheint, werden Maksim und seine Genossen von der Neuigkeit vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges erreicht; Maksim erhält seinen Einzugsbefehl. “Die Wyborg-Seite“ ist der letzte Teil der Trilogie. Nach der erfolgreichen Revolution ist Maksim Staatskommisar der Zentralbank und verhindert die Sabotagevesuche konterrevolutionärer Kräfte und deckt im Lauf der Jahre eine Verschwörung einer tsaristischen Gruppe gegen Lenin auf. Schließlich meldet er sich zur Roten Armee, um zum Kampf gegen die deutsche Besatzung beizutragen. 

Screenshot von berlinale.de

Film

Okraina / Vorstadt

Boris Barnet

"Okraina" ist ein Film des Regisseurs Boris Barnet aus dem Jahr 1933. Er spielt im Russland des Jahres 1914. Im Fokus stehen die Bewohner eines Dorfes von Schuhmachern, ihr Alltag, und wie der erste Weltkrieg in die persönlichen Leben jedes einzelnen von ihnen eingreift. Das Brüderpaar Nikolaj und Senka, welches an der Front kämpft und deren Vater Pjotr, ein Schuhmacher, der deutsche Kriegsgefangene Müller und die Dorfbewohnerin Anka, die sich ineinander verlieben – all ihre Geschichten und Schicksale verweben sich am Schauplatz des Dorfes miteinander. Der große historische Kontext ist der Wahnsinn des zaristischen Erster-Weltkriegs-Treibens, dessen Nationalismus und Mobilisierung als heute als ein zentraler Auslöser der Oktoberrevolution gelten. Dieser große Kontext wird den Zuschauerinnen und Zuschauern zugänglich und greifbar gemacht, indem seine Auswirkungen auf das Leben und die zwischenmenschlichen Beziehungen dargestellt werden – auf tragische und dennoch humorvolle Weise.

Screenshot des Films bei YouTube

Spielfilme

Putevka v žizn’ / Der Weg ins Leben

Nikolai Ekk

Nikolai Ekks Film aus dem Jahr 1931 ist der erste sowjetische Tonfilm. Er handelt von den Bemühungen, eine Gruppe verwahrloster Waisenkinder in einer staatlichen Erziehungs- und Besserungsanstalt zu vollwertigen Mitgliedern der sowjetischen Gesellschaft zu machen. Den historischen Hintergrund des Dramas liefern die 1920er-Jahre. In Folge des Ersten Weltkrieges, des Russischen Bürgerkrieges sowie mehrerer Hungersnöte und Epidemien wurden in dieser Zeit Millionen von Kindern zu Waisen. Diese Kinder, die gemeinhin “Besprizornye” (“Alleingelassene”) genannt wurden, schlossen sich zu Schicksalsgemeinschaften zusammen, welche im Bemühen, das eigene Überleben zu sichern, oft zu kriminellen Maßnahmen griffen. Übergriffe auf Bürger durch Gruppen solcher Kinder stellten schließlich eine solche Bedrohung dar, dass der sowjetische Staat Maßnahmen entwickeln musste, die sich um eine Lösung des Problems bemühten. Vorbild für die Erziehungsanstalt in “Der Weg ins Leben” stand die Arbeiterkommune Dschersinski. Deren Leiter, der Pädagoge Anton Makarenko, schrieb das Drehbuch des Filmes. Die Kommune ist darüber hinaus der Drehort des Filmes; Schauspieler sind ehemalige Zöglinge der Kommune.

Screenshot Filmplakat

Spielfilm

The Inner Circle

Andrei Konchalovsky

Der Spielfilm "The Inner Circle" des russischen Regisseurs Andrei Konchalovsky erzählt von Ivan Sanchin, der KGB-Offizier und Stalins persönlicher Filmvorführer war. Das Drama nimmt die Zeit zwischen 1939 und 1953, in den Blick. Josef Stalin war von 1927 bis 1953 kommunistischer Politiker und Diktator der Sowjetunion. Während seiner Amtszeit errichtete Stalin eine totalitäre Diktatur und ließ durch politische „Säuberungen“ Millionen Menschen verhaften und in Gulags deportieren. In Schau- und Geheimprozessen ließ er vermeintliche Gegner verurteilen und hinrichten. Ivan Sanchin, der bürgerlich Alex Ganchin hieß, verehrte Stalin und hält ihm bis zu dessen Tod 1953 die Treue, obwohl er als Mitglied des inneren Kreises um den Diktator Stalin von dessen politischen Machenschaften erfährt. Der Spielfilm beleuchtet Ivans Privatleben und seinen persönlichen Aufstieg in den inneren Kreis von Stalins Vertrauten. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit.

Screenshot Ausschnitt der Netflix Serie "Trotzki"

Fernsehserie

Trotzki

Oleg Malowitschko (Drehbuch)

Die 2017 erschienene Netflix Serie Trotzki ist eine Biografie über das Leben des russischen Revolutionärs Leo Trotzki. Trotzki war ein kommunistischer Politiker und wegweisend an der Organisation der Oktoberrevolution 1917 beteiligt. Die Oktoberrevolution ermöglichte die Machtübernahme der kommunistischen Bolschewiki und die Einrichtung einer Diktatur der Kommunistischen Partei Russlands unter Führung von Wladimir Iljitsch Lenin. Leo Trotzki übernahm in dieser neuen Regierung das Amt des Volkskommissars des Auswärtigen und des Kriegswesens. Im Zuge dessen gründete er die so genannte Rote Armee. Nach dem Tod Lenins wurde Trotzki unter Josef Stalin innerhalb der Partei zunehmend isoliert und 1927 schließlich ganz aus der KPdSU ausgeschlossen. Nach Trotzki wurde die politische Ausrichtung des Trotzkismus benannt. Die russische Politserie zeichnet in acht Folgen ein lebendiges Bild des Revolutionärs Trotzki und beleuchtet seine Rolle während der Revolution sowie seine Zeit im Exil und seine Ermordung 1940 durch einen sowjetischen Agenten.

Screenshot von youtube.com

Spielfilme

Und der Zukunft zugewandt

Bernd Böhlich

"Und der Zukunft zugewandt" ist ein Spielfilm des deutschen Regisseurs Bernd Böhlich aus dem Jahr 2019. Zentrale Figur ist die junge Deutsche Antonia Berger, die 1952 nach mehreren Jahren in einem sowjetischen Gefangenenlager mit ihrer Tochter zusammen in die DDR ausreisen kann. Dort angekommen, werden ihr von staatlicher Seite eine Wohnung, ein sicherer Arbeitsplatz sowie medizinische Versorgung für ihre kranke Tochter zur Verfügung gestellt – unter der Bedingung, dass Antonia sich dazu verpflichtet, über ihre Zeit in Russland zu schweigen. Niemand soll wissen, dass sie zu Unrecht im Lager inhaftiert war und, dass ihr Mann von seinen eigenen Parteigenossen erschossen wurde – denn eine solche Geschichte passt nicht in das offizielle DDR-Narrativ vom fürsorglichen „großen Bruder“ Sowjetunion, passt nicht in die Phase der ideologischen Identitätsfindung der DDR, die sich zunehmend vom Westen Deutschland weg entwickelt – und dabei die Bürger an ihrer Seite wissen muss. Diese sollen, wie in der DDR-Hymne besungen, „der Zukunft zugewandt“ sein. Dieser, selbstverständlich kommunistischen Zukunft, stehen solche negativen Geschichten wie die von Antonia natürlich nur hinderlich im Weg. Der Film erzählt das Leben Antonias in der DDR als eine ständige Zerreißprobe – zwischen dem Bedürfnis, über die Erlebnisse sprechen zu können, nicht mehr lügen zu müssen, und ihrem Schweigegebot; zwischen dem Entsetzen, was ihr angetan wurde und ihrem Glauben an die kommunistische Idee. Der Film zeichnet ein eindringliches Bild von den frühen Jahren der DDR.

Screenshot der Filmanküdigung der ARD

Spielfilm

Brecht

Heinrich Breloer (Regisseur), Corinna Eich (Produzentin)

Die ARD beschäftigt sich in dem zweiteiligen Fernsehfilm Brecht mit der Person und dem Leben von Bertolt Brecht (1898-1956). Brecht war ein deutscher Lyriker und Dramatiker, der das epische Theater, auch bezeichnet als dialektisches Theater, mitbegründete und etablierte. Ziel dessen war es, den Besucher und Zuschauer zu kritischem Nachdenken und Hinterfragen zu animieren. Das epische Theater sollte keine Scheinrealität erzählen, sondern sich mit den großen bewegenden gesellschaftlichen Konflikten beschäftigen. Zentrale Themen waren Revolution, Krieg und soziale Ungleichheit. Dem Zuschauer sollte es dadurch möglich werden, die Gesellschaft positiv zu verändern. Ab 1948 lebte Brecht in Ostberlin. Er war ein Gegner des Kapitalismus und fühlte sich dem Marxismus zugeneigt, unterstütze 1918/19 die sozialistische Revolution und befürwortete die Ziele der Kommunistischen Partei Deutschlands und die Schaffung einer kommunistischen Gesellschaft. Die DDR unterstütze Brechts Arbeit mit Subventionen und einem eigenen Theater. Zwar verhielt sich der Künstler stets loyal gegenüber der DDR-Regierung und wollte sein Theater in den Dienst des Sozialismus stellen, aber er geriet dennoch häufig in Konflikt mit der Kulturbürokratie der DDR und deren Zensur. Aus Sicht der Kulturbehörde deckten sich seine Werke nicht genug mit den Ideen und Vorgaben des Sozialistischen Realismus. Der zweiteilige Fernsehfilm der ARD zeichnet Brechts bewegtes Leben nach und beleuchtet seine prägendsten Lebensstationen. Der Film ist in der ARD-Mediathek verfügbar.

Screenshot Trailer "Carlos - Der Schakal"

Spielfilm | Film

Carlos - Der Schakal

Olivier Assayas, Dan Franck

Der deutsch-französische Spielfilm "Carlos – der Schakal" handelt vom Leben des venezolanischen Linksterroristen Ilich Ramírez Sánchez alias Carlos, der für zahlreiche internationale Anschläge vor allem in der westlichen Welt seit 1973 verantwortlich ist. Der Marxist war unter anderem für die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) tätig, in deren Namen er zahlreiche Anschläge verübte. Der Spielfilm beginnt zu Beginn der 1970er-Jahre mit dem Einstieg Carlos in die Terrorszene. Im Laufe der Zeit verübt er zahlreiche Anschläge auf israelische Einrichtungen, europäische Juden und führte das Kommando bei der Geiselnahme von Opec-Ministern in Wien 1975. Nach den politischen Umwälzungen in den ehemaligen kommunistischen Ostblockstaaten in Europa und dem Fall des Eisernen Vorhangs verlor der Terrorist zahlreiche Befürworter, Unterstützer in Ost und West und seine Reisemöglichkeiten. Im Jahr 1994 wurde er gefasst und nach Frankreich gebracht, wo er seitdem im Gefängnis sitzt. Der Film zeichnet ein facettenreiches Bild der politischen Verwicklungen zur Zeit des Kalten Krieges.

Film

Die Mutter

Nathan Sarchi

"Die Mutter" ist ein sowjetischer Spielfilm, der auf dem gleichnamigen Roman von Maxim Gorki basiert und sich um eine Arbeiterfamilie in Sankt Petersburg im Revolutionsjahr 1905 dreht. Zwischen dem Vater und dem Sohn gibt es Spannungen, denn der Sohn ist im Gegensatz zum Vater Anhänger der Revolutionäre und bereitet Streiks vor. Als es zu Auseinandersetzungen zwischen streikwilligen Arbeitern und Beschäftigten einer Fabrik kommt, stellt der Vater seinen Sohn als einen der Aufrührer fest. In der anschließenden Verfolgung der jungen Arbeiter durch das Militär wird der Vater erschossen. Bei einer Hausdurchsuchung verrät die Mutter sein Waffenversteck. Die Mutter stellt sich dann jedoch auf die Seite der Revolutionäre und schmuggelt ihrem Sohn eine Nachricht ins Gefängnis, welche die Befreiung der Insassen zum Ersten Mai ankündigt. In den Wirren um die Mai-Demonstranten gelingt Pawel die Flucht. Er stellt sich an die Spitze des Marsches und trägt die Rote Fahne. Soldaten erschießen ihn, woraufhin die Mutter die Fahne übernimmt. Während die Demonstranten vor der zaristischen Kavallerie fliehen, bleibt sie mit der Fahne in der Hand stehen.

Filmcover Good Night, and Good Luck.

Spielfilm

Good Night, and Good Luck.

George Clooney

Das US-amerikanische Geschichtsdrama aus dem Jahr 2005 verhandelt unter Regie von George Clooney den Konflikt zwischen Senator Joseph McCarthy und dem Fernsehjournalisten Edward R. Murrow Anfang der 1950er-Jahre. Murrow, der durch gründlich recherchierte Berichte Missstände aufdecken will, prangert den von McCarthy geführten Feldzug gegen vermeintliche kommunistische Verschwörungen in seiner Fernsehshow an. Mit Originalausschnitten aus den öffentlichen Auftritten McCarthys nähert sich die Schwarz-Weiß-Produktion einer Dokumentation an. Der Film versucht zu zeigen, welchen Mutes es bedurfte, unter den Bedingungen des Kalten Krieges auch in den USA für Wahrheit und Demokratie einzutreten.

Film

Krasnyje djavoljata / Die roten Teufelchen

Das Drama "Die roten Teufelchen" erzählt die Geschichte der Geschwister Mischa und Dunjascha, die ihren Vater bei einem Bandenüberfall verlieren und seinen Mord rächen wollen. Sie schließen sich der russischen Sowjetarmee im Kampf gegen die Banden des ukrainischen Anarchisten Nestor Iwanowitsch Machno an und versuchen im Kampf mit den Banditen das Vermächtnis ihres Vaters zu erfüllen. Unterwegs trifft das waghalsige Geschwisterpaar aus der Arbeiterklasse den afroamerikanischen Straßenakrobaten Tom Jackson, der sich als Späher in der Roten Kavallerie betätigt. In ihm finden sie einen Weggefährten und treuen Freund, der ihnen hilft, alle Gefahren zu bewältigen und Machno letztlich zu überwältigen, was den drei Freunden Heldenstatus verleiht. Der Schwarz-Weiß-Film von Regisseur Ivan Perestiani basiert auf dem gleichnamigen Drehbuch des Autors Pavel Blyakhin und wird als sein bestes Werk angesehen. Der Drehbuchautor und Schauspieler gilt bis heute als Gründungsvater der georgischen Kinematographie.

Screenshot des Trailers zu "Mathilde"

Film

Mathilde - Liebe ändert alles.

Aleksey Uchitel

“Mathilde -- Liebe ändert alles” ist eine Produktion des russischen Regisseurs Aleksey Uchitel aus dem Jahr 2017. Grundlage seiner Handlung ist eine Liebesbeziehung zwischen der Balletttänzerin Mathilde Kschessinskaja (Michaline Olszanska) und dem jungen zukünftigen Zaren Nikolai II. (Lars Eidinger). Das Historiendrama spielt am Vorabend der Russischen Revolution - in deren Konsequenz Nikolai II. mitsamt seiner Familie von Revolutionären in Jekaterinenburg ermordet werden wird.  Das Historiendrama, im besonderen seine Liebesszenen sowie die Besetzung der Hauptrolle mit einem deutschen Schauspieler sorgte für Empörung bei russisch-orthodoxen und ultranationalen Gruppen: Der Film entwürdige den russischen Zaren, den die Kirche vor 17 Jahren heilig sprach. Entgegen der Proteste gab das russische Kultusministerium den Film frei, der am 23. Oktober 2017 in die russischen Kinos kam. Eine umfangreiche Debattenschau hat die Plattform dekoder.org hier veröffentlicht. Ebenso gibt es hier auf der Plattform Hintergrundinformationen zur historischen Figur Nikolaus II.

Sergei Eisenstein: October, Screenshot aus dem Film auf archive.org

Stummfilm

Oktober. Zehn Tage, die die Welt erschütterten

Der Stummfilm des Regisseurs Sergei M. Eisenstein basiert auf dem gleichnamigen Buch des US-amerikanischen Journalisten und überzeugten Sozialisten John Reed und wurde anlässlich des zehnten Jahrestags der russischen Revolution gedreht. "Oktober. Zehn Tage, die die Welt erschütterten" stellt die Vorgänge vor und während der Oktoberrevolution von 1917 aus Sicht der Bolschewisten dar und zeigt in Form mehrfacher Wiederholungen den Reichtum der bisherigen zaristischen Herrschaft.  An mehreren Stellen wurde eine damals neuartige Montagetechnik verwendet, beispielsweise in der Szene, in der Alexander Fjodorowitsch Kerenski, Leiter der Übergangsregierung, in raschen Bildwechseln mit einem mechanischen Pfau verglichen wird. Die Uraufführung fand am 14. März 1928 im Moskauer Bolschoi-Theater statt, die deutsche Premiere am 2. April 1928 im Tauentzienpalast in Berlin. Das Publikum reagierte auf das komplexe und ironische Werk irritiert und ablehnend, aufgrund der Erwähnungen von Trotzki und anderen dann als "Unperson" betrachteten Revolutionären, verschwand der Film in der jungen Sowjetunion schließlich in der Versenkung. Umfangreiche Hintergrundinformationen zu dem Regisseur Sergej Eisenstein hat die Online-Plattform dekoder.org hier veröffentlicht. Sie finden ebenso hier auf der Website einen umfangreichen Beitrag zu dem Film.Den ganzen Film können Sie hier sehen.

DVD-Cover des Filmes "Rosa Luxemburg",  Arthaus Filmvertrieb 2008

Biografie

Rosa Luxemburg

Margarethe von Trotta

Im Biopicture der Regisseurin Margarethe von Trotta wird die deutsch-polnische Kommunistin Rosa Luxemburg porträtiert. Der Film zeichnet Rosa Luxemburg vor allem als starke Frauenpersönlichkeit und zeichnet sensibel die politische Motivation der Sozialistin nach. Dabei wird nicht zwingend auf historische Authentizität wert gelegt, sondern vielmehr auf ein eindrückliches Bild der Ära des ausgehenden deutschen Kaiserreiches und die Lebensbedingungen der Arbeiter. Rosa Luxemburg wird von der Schauspielerin Barbara Sukowa gespielt, die für ihre Rolle den Preis für die beste Darstellerin bei den Filmfestspielen in Cannes 1986 gewonnen hat. Ursprünglich sollte der Film von Rainer Werner Fassbinder realisiert werden, mit Jane Fonda in der Hauptrolle. Durch den Tod des Regisseurs wurde das Projekt von Trotta realisiert, die sich in ihrem Schaffen oftmals mit starken Frauenpersönlichkeiten auseinandersetzt. Die Filmsprachen sind deutsch und englisch.

Screenshot des Trailers auf youtube.com

Fernsehserie

The Last Czars

Netflix

"The Last Czars" ist eine sechsteilige, englischsprachige Dokudrama-Serie, welche seit Juli 2019 auf Netflix abrufbar ist. Die Serie dreht sich um die Romanov Familie, die letzte russische Zarenfamilie. Die Handlung zeichnet den Aufstieg von Nikolaus II. auf den Thron, den Ausbruch der russischen Revolution und das Ende der Herrschaft des Zaren nach. Nikolaus II. war der letzte Kaiser des Russischen Reiches. Er regierte von 1984 bis zu seiner Abdankung im Jahr 1917 in Folge der Februarrevolution. Die Februarrevolution war eine Reaktion auf die schlechte wirtschaftliche Situation Russlands und die Mangelversorgung der Bevölkerung nach dem Ersten Weltkriek.. Die Zarenfamilie Romanov wurde zunächst interniert und schlussendlich in der Nacht zum 17. Juli 1918 von den kommunistischen Bolschewiki ermordet, die in der Oktoberrevolution 1917 unter Führung Lenins gewaltsam die Macht in Russland übernommen hatten. Die Netflix-Serie beleuchtet das Leben von Nikolaus II. und wie er mit seinem Widerstand gegen Reformen eine Revolution und dadurch das Ende seiner Dynastie auslöste.

Filmplakat Trumbo

Spielfilm

Trumbo

Jay Roach

Trumbo ist eine US-amerikanische Verfilmung der Biographie Dalton Trumbos aus dem Jahr 2015, die 1977 von Bruce Alexander Cook verfasst wurde. Regisseurs Jay Roach präsentiert die Geschichte eines Drehbuchautors in Hollywood in den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren, der ins Visier der „Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideas“ gerät, die – ähnlich wie Senator Joseph McCarthy – gegen „unamerikanische“ Bestrebungen im Filmgeschäft vorgeht. Trumbo (Bryan Cranston) soll vor dem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses aussagen, verweigert dies jedoch wie neun weitere Hollywood-Schauspieler, -Regisseure und -Drehbuchautoren und wird Anfang 1948 verurteilt. Auch nach Verbüßung einer Haftstrafe steht Trumbo auf einer schwarzen Liste kommunistischer Autoren, so dass er nur noch unter Pseudonym schreiben kann.

Screenshot Filmposter

Stummfilm

Zemliya / Erde

Oleksandr Dovshenko

„Zemliya“ (Erde) ist ein Filmdrama des ukrainischen Regisseurs Oleksandr Dovshenko aus dem Jahr 1930. Die Handlung des Stummfilms thematisiert die Umbrüche, welche in der Ukraine im Zuge des ersten Fünf-Jahres-Plans stattfanden. Dies geschieht am Beispiel eines kleinen Dorfes, in dem sich das alte System in Gestalt der Großgrundbesitzer und das neue System des Kommunismus' gegenüber stehen: Als nach ungeduldigem Warten die Dorfgemeinschaft endlich ihren neuen Traktor erhält, eskaliert die Situation, als ein Großgrundbesitzer den jungen Traktoristen und Revolutionär Vassil ermordet, der es gewagt hatte, die jahrhundertealten Begrenzungssteine der Felder umzupflügen. Durch seinen Tod wird schließlich auch sein Vater, der dem Kommunismus zuvor noch skeptisch gegenüber stand, von der Notwendigkeit des Kampfes gegen das alte System überzeugt. "Zemliya" ist einer der bekanntesten Filme der Sowjetunion und ein Höhepunkt der sowjetischen Stummfilmära. Er stellt den letzten Teil der der Revolution gewidmeten „ukrainischen Trilogie“ von Oleksnadr Dovzhenko dar. 

Deutsches Logo des Films Bridge of Spies – Der Unterhändler, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Spielfilm

Bridge of Spies: Der Unterhändler

Matt Charman, Ethan Coen, Joel Coen (Drehbuch); Steven Spielberg (Regie)

Der historische Spielfilm Bridge of Spies: Der Unterhändler von Steven Spielberg, der im November 2015 in den deutschen Kinos zu sehen war, spielt zur Zeit des Kalten Krieges. Der amerikanische Anwalt James Donovan wird angeworben, um einen inhaftierten sowjetischen Spion vor dem Gericht zu verteidigen. Zeitgleich lässt die U.S. Air Force in Kooperation mit der CIA Spionageflüge über der Sowjetunion fliegen, wobei im Mai 1960 der U2-Spionageflieger Francis Gary Power abgeschossen und von einem sowjetischen Militärgericht als Spion verurteilt wird. James Donovan soll im Auftrag der CIA einen Austausch von Abel gegen Powers aushandeln. Der Filmtitel spielt an die Glienicker Brücke zwischen dem ehemaligen West-Berlin und der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam an, auch bekannt als die „Agentenbrücke“. Diese wurde währende des Kalten Krieges zum Austausch von inhaftierten Spionen und politisch Gefangenen zwischen den westlichen Staaten und dem Ostblock genutzt. Reale Grundlage des Films bildet eine dieser ersten Austauschaktionen. Der historische Thriller hat eine Laufzeit von 2 Stunden 22 Minuten und ist für Jugendliche ab 12 Jahre geeignet.

Screenshot: Trailer der Serie auf youtube.com

Fernsehserie

Chernobyl

Craig Mazine, Sanne Wohlenberg

Chernobyl ist eine US-amerikanisch-britische Serie von Craig Mazine und Sanne Wohlenberg, die aus fünf Folgen besteht. Die Serie zeigt die Folgen der Nuklearkatastrophe im sowjetischen Tschernobyl. Protagonist ist der Wissenschaftler Waleri Legassow, der bereits in der ersten Folge der Serie Selbstmord begeht und ein Tonband hinterlässt, auf dem er vom Ablauf der Katastrophe berichtet – und davon, wie die Ereignisse und Verantwortlichkeiten von höchster Stelle vertuscht werden. Davon handeln die weiteren 4 Folgen. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl in der nähe der Stadt Prypjat, die heute auf ukrainischem Staatsgebiet liegt. Während einer Simulation kam es aufgrund Missachtung von Sicherheitsvorschriften zur Explosion des Reaktors 4., wodurch hohe Mengen radioaktiven Materials freigesetzt wurden. Die Schätzungen, wie viele Menschen direkt oder indirekt durch die Strahlung zu Tode kamen, variieren zwischen 4.000 und 60.000, das Gebiet rund um das Kraftwerk ist bis heute Sperrzone. Die Serie löste in Russland viele Diskussionen aus; bis heute ist der Vorfall ein Punkt der sowjetischen Geschichte, der nicht aufgearbeitet wurde.

Die Rote Flut, Red Dawn, 1984, Spielfilm, John Milius

Spielfilm

Die rote Flut

John Milius

Der amerikanische Spielfilm „Die Rote Flut“ (im englischen Original „Red Dawn“) von Regisseur John Milius aus dem Jahr 1984 handelt vom fiktiven Szenario einer Invasion kubanischer, nicaraguanischer und sowjetischer Truppen in die USA, in dessen Folge es zur Bildung eines Guerilla-Widerstands durch amerikanische Teenager kommt. Eine brutale Fallschirmjäger-Invasion veranlasst jugendliche Schüler, aus ihrer kleinen Stadt zu fliehen und sich später in den Bergen als Widerständler zu organisieren. Der Film stieß auf heftige Kritik, in großen westdeutschen Städten wurde er nach Protesten der Friedensbewegung rasch wieder abgesetzt. Der Film gilt als stereotyper antikommunistischer Film der Reagan-Ära. Das Feuilleton setzte ihn in Verbindung mit Reagans Rede über „Das Reich des Bösen“, die zwei Jahre zuvor stark rezipiert wurde. Im Jahr 2012 lief ein Remake dieses Films an, in dem die USA von einer nordkoreanischen Invasion geschützt werden sollen.

Screenshot von gundermann-derfilm.de

Biografie

Gundermann

Andreas Dresen

"Gundermann" ist ein Film von Andreas Dresen aus dem Jahr 2018. Der Regisseur widmet sich mit diesem Film der Biografie des Liedermachers und Baggerfahrers Gerhard Gundermann. Gundermann, der 1955 in Weimar geboren wurde und mit nur 43 Jahren starb, war eine von Widersprüchen geprägte Person. Während er aus der NVA entlassen wird, weil er sich weigert ein Loblied auf einen Offizier zu singen, arbeitet er später auch als Spitzel für die Staatssicherheit. Während er Mitglied der SED war und als überzeugter Kommunist galt, wurde er aufgrund seiner unbequemen Meinung vorrübergehend aus der Partei ausgeschlossen. Gundermann arbeitet in der Lausitz im Braunkohlebergbau und war nach der Wiedervereinigung in der Umweltbewegung aktiv. Während Gundermann als Musiker in der DDR und später in den neuen Bundesländern stets populär war, blieb er in Westdeutschland Zeit seines Lebens nahezu unbekannt. Der Film, der sich den Widersprüchen seiner Person behutsam nähert, macht die bewegte Persönlichkeit 20 Jahre nach seinem Tod einem breiten Publikum bekannt.

L'aveu, Das Geständnis, Costa-Gavras, Artur London

Spielfilm

L'aveu

Costa-Gavras

Der Film „L’aveu“ (deutscher Titel „Das Geständnis“) ist eine französisch-italienische Produktion des Regisseurs Costa-Gavras aus dem Jahr 1970. Grundlage der Handlung ist der Bericht des tschechoslowakischen stellvertretenden Außenministers und Kommunisten Artur London, der im sogenannten Slánský-Prozess im November 1952 mitangeklagt war, der Todesstrafe entging und zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde. Im Zuge dieses Schauprozesses bezichtigte er sich selbst des Hochverrats. Der Film schildert die Hintergründe und Methoden, mit denen dieses Geständnis herbeigeführt wurde: Gehirnwäsche-Methoden und psychische Zersetzung. Nach seiner Freilassung trifft der Protagonist auf den verantwortlichen Gefängnisaufseher. Auch diese Konfrontation wird im Film dargestellt. Nach eigenen Angaben wollte Costa-Gavras dem Film keinen antikommunistischen Duktus verleihen, sondern ein Werk gegen Totalitarismus, hier vor allem Stalinismus, schaffen. 1971 wurde der Film für den Golden Globe nominiert.

Filmcover Mission to Moscow

Spielfilm

Mission to Moscow

Michael Curtiz

Der Hollywood-Film beruht auf dem 1941 veröffentlichten Erfahrungsbericht des ehemaligen US-Botschafters in Moskau Joseph E. Davies. Der im Stil einer Dokumentation gedrehte Film zeigt die Ankunft der Familie Davies in Moskau, den sowjetischen Alltag und die politische Situation vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Wie im Buch angelegt, vermittelt der Film auf Wunsch von Präsident Roosevelt und im Geiste der Anti-Hitler-Koalition ein positives Bild der Sowjetunion und des Stalinismus. So werden etwa die Moskauer Schauprozesse und der Einmarsch der Sowjetunion in Finnland gerechtfertigt und der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt als einfacher Neutralitätsvertrag präsentiert. Zu Beginn des Kalten Krieges wurde der Film als Beleg der „kommunistischen Unterwanderung“ Hollywoods bewertet und sein Drehbuchautor Howard Koch auf die „Schwarze Liste“ gesetzt, wodurch dessen Laufbahn zerstört war.

Plakat für Filmaufführung Panzerkreuzer Potemkin, Hans Hillmann, 1966

Stummfilm | Filmdokument

Panzerkreuzer Potemkin

Sergei Eisenstein

Der Stummfilm wurde 1925, anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Revolution gegen das Zarenreich von 1905, im Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführt. Der Film handelt von einer Meuterei gegen zaristische Offiziere auf dem Panzerkreuzer Potemkin während der Revolution von 1905. Es handelt sich hierbei um einen sowjetischen Propagandafilm, der vor allem mit der Szene auf der Hafentreppe von Odessa in das globale filmhistorische Gedächtnis eingegangen ist. Das Werk gliedert sich in fünf Kapitel mit den Titeln: Der Beginn, Der Aufstand, Trauer, Die Hafentreppe von Odessa, Die Begegnung mit der Flotte. Das audiovisuelle Dokument versucht durch Montagetechniken den Zuschauer für sowjetische Massenutopien zu begeistern. Der Film gehört zum klassischen Kanon des sowjetischen Revolutionsfilms.

Österreichisches Uraufführungsplakat zum Film Streik (Statschka), Regie: Sergei Eisenstein, Plakatentwurf: Mihály Biró, 1925

Stummfilm

Streik

Sergei Eisenstein

Der Stummfilm Streik aus dem Jahr 1925 des einflussreichen sowjetischen Regisseurs Sergej Eisenstein gehört zu den früheren Werken seines Œuvres. Es ist der erste längere Spielfilm von Eisenstein, in dem aber bereits filmtheoretisch die ersten Ansätze der für das frühe sowjetische Kino typischen Montagetechnik zu erkennen sind. Die Handlung ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts im russischen Zarenreich angesiedelt. Nach dem Suizid eines Fabrikarbeiters treten die Kollegen und Kolleginnen in einen wilden Streik. Sie protestieren für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn. Die autoritären Fabrikbesitzer lassen den Streik gewaltsam vom Militär niederschlagen. Der Film bedient sich einer an Klassenkampf orientierten Rhetorik und Bildsprache. Dieser vor dem Hintergrund der Erfolge von Eisensteins Klassikern (Oktober, Iwan der Schreckliche, Panzerkreuzer Potemkin) nicht im Fokus der Aufmerksamkeit stehende Film, kann trotzdem als wichtiges audiovisuelles Quellendokument zur frühen sowjetischen Propaganda gelten.

Screenshot aus der Episode "The Obsolete Man"

Fernsehserie

The Obsolete Man - The Twighlight Zone

Elliot Silverstein

„The Obsolete Man“ ist die 29. Episode der zweiten Staffel der amerikanischen Mystery-Serie Twighlight Zone. Der englische Titel verdeutlicht besser als die deutsche Übersetzung („Einer gegen den Staat“) die Handlung der Serienfolge, die den Prozess des Bibliothekars Romney Wordsworth, der angeklagt wird, „obsolete“, also überflüssig zu sein. Dies geschieht in einem futuristischen, totalitären Staat, in dem Bücher abgeschafft wurden und Wordsworths Beschäftigung als Bibliothekar ebenso wie der Glauben an Gott als Verbrechen angesehen werden, die mit dem Tod bestraft werden. Der Regisseur Elliot Silverstein porträtiert in dieser am 2. Juni 1961 erstmals in den Vereinigten Staaten ausgestrahlten Episode eine Gesellschaft, die für ihre Bürger entschieden hat, welches Wissen sie benötigen und welches nicht. Auf diese Weise schafft er eine Analogie zu den totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts, weshalb die Episode oftmals als antikommunistische Erzählung rezipiert wurde.

Film

Trümmer des Imperiums

Der Film "Trümmer des Imperiums" versucht die Komplexität des Erinnerungsprozesses zu inszenieren und zeigt die Welt des Jahres 1929, gesehen aus den Augen von 1915. Erzählt wird die Geschichte des Bahnarbeiter Filimonov, der durch einen Schock, den er im Ersten Weltkrieg erlebt hat, sein Gedächtnis verlor. Jahre später – ausgelöst durch ein besonderes Bild – findet er es wieder. Dabei erwacht Filimonov in einer neuen Gesellschaft und entdeckt, was sich alles in einem Jahrzehnt verändert hat: Seine Frau hat wieder geheiratet, sein Arbeitsplatz wurde neu besetzt und das Sankt Petersburg, das er einst kannte, existiert so nicht mehr. Die plötzlich vorhandenen Wolkenkratzer werden zum Indikator einer utopischen Beschleunigung, in der der Hauptprotagonist versucht, seinen Platz zu finden. Trümmer des Imperiums war der erste bedeutende Film des Regisseurs Frederick Ermler. Der Propagandafilm kombiniert dokumentarische und zum Entstehungszeitpunkt außerordentliche Filmtechniken mit einer geradlinigen dramatischen Erzählung.

Screenshot von dhm.de

Spielfilme

Zlatye gory/Berge aus Gold

Sergej Jutkevic

"Zlatye gory/Berge aus Gold" ist ein Tonfilm des sowjetischen Regisseurs Sergej Jutkevic aus dem Jahr 1931. Die Handlung setzt 1914, zu Beginn des Ersten Weltkrieges, im Metallurgie-Werk "Krutilov und Sohn" ein. Diese sind wichtige Zulieferer der Rüstungsindustrie und haben soeben einen großen Auftrag erhalten. Unter der Belegschaft des Werkes herrscht jedoch Unzufriedenheit, ein Streik kündigt sich an. Zentrale Figur ist der einfache Bauer und frühere Leibeigene Petr. Dieser wünscht sich sehnlichst ein Pferd – und lässt sich, geblendet von diesem Wunsch, vom Sohn des Werkbesitzers bestechen und dazu bringen, einen Anschlag auf den Arbeiter Wassilij zu verüben, der an der Spitze der revolutionären Bewegung der Arbeiter steht. Schließlich besinnt sich Petr jedoch und reiht sich in die Reihen der bolschewistischen Kämpfer ein. Nach dem Stummfilm Kruževa/Spitzen aus dem Jahr 1928 war Zlatye gory/Berge aus Gold der erste Tonfilm des Regisseurs. Der Film wurde im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums im Zuge der Reihe "1917. Revolution" gezeigt.